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Montag, 2. Januar:928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Ur. 1 Zweiter Blatt

Gießener Kommunalbilanz 1922

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den Alltag

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So schmal, so selbständig beherrscht der Umfang

dieser Produktion sich barb:e:ct. so eigenwüchsig ist auch ihre Wesenheit, ihr Gehalt, ihre Be­deutung. Hier ist, was unsere Zeit so selten |

tum feiert Märchenhaft

kung 1 ratton,

Rudolf S. Binding.

Don Hanns Marlin Elster.

Dubois G. Dinding liest am

her Lücken heutigen 1

ü r die Mängel der

den Zöglingen und Mündeln sind untergebracht aus dem Lande in Oberhessen (ausfchl. Stadt Gießen) in den folgenden kir^lichen Dekanaten: Alsfeld 6. Büdingen 2, Friedberg 2. Diesten 7, Grünberg 61, Hungen 4, Laute bach 45, Ribda 1, Schotten 15. insgesamt 134 (1926 133); in

büß

Gesetzgebung, die eine ungenü-

1924 wieder knapp fünfzig Gedichte ..Tage". 1925 das Buch Aufzeichnungen ..Aus dem Kriege" und 1926 die knappe ..Reitvorschrift für eine Geliebte" die Produktion eines Lebens, unter- zubringen in einem einzigen Bande. Unb doch vom Gewicht eines gewichtigen Lebens 1

Durchschnitt 609,37 Mk.

Bon der Kinder-Erholungsfür- f o r g Am Jahre 1927 ist folgendes zu be.ichten: Cs wurden insgesamt 354 Kinder zur Er­holung fortgeschickt. und zwar 22 nach Bad Kreuznach, 37 nach Bad-Bauherrn, 116 nach Heu- berg, 149 an die Ostsee (Areadsee-D.unshaup- ten). 30 in das KinderheimWaldheim" in LindenselS (Odenwald). An der Kinderspei- sung waren beteiligt: im Sommer 929 Kinder (276 Goe heschule, 360 Pestalozzischule, 293Schil- - lerschule) mit je täglich »/, Liter Milch und ein Brötchen zu 80 Gramm; im Winter 732 Kinder (165 Goerheschule, 289 Pestalozzifchule, 278 Schillerschule) mit je täglich Vs Liter Vorzugs­milch in Fläschchen und ein Brötchen zu 50 Gramm; Kinder bewah anstalt: im Sommer täg­lich 120 Kinder mit V, Liter Milch, im Winter ebenfalls 120 Kinder mit Vs Liter Dorzugs­milch; Dolkslindergarten: Sommer und Winter 6 Kinder täglich V» Liter Milch

DaS Jugendamt Hal gegenwärtig 791 Vormundschaften (einschl. Pflegschaften) zu führen. Die Zahl der in Gles)en geborenen unehe- lichen Kinder betrug im Rechnungsjahr 1927 (bis heute) 170 (Rj. 1926 312). An Zahlungen für die Mündel gehen monatlich 6 bis 7000 Mark ein. Unter Fürsorgeerziehung stehen heute 123 Zungen uird 95 Mädchen, insgesamt also 218 Zöglinge (i. D. 226). Die Unterbringung der Fürsorgezöglinge verursachte im Rj. 1926 insgesamt 46 396.73 Mk.; hiervon wurden vom Ministerium des Innern 33'/, Proz. = 15 456,54 Mark ersetzt, mithin hatte die Stadt ein Zuschuß von 30 913,19 Mk. zu leisten. Der Minister des Innern hat den Zuschuß ab 1. April 1927 wieder­herabgesetzt, und zwar auf 30 Prozent. Don Zöglingen und Mündeln sind untergebracht

zeigt: der Wille zum Endgültigen! Dindings Verse, DindingS Prosa ist die Dichtung der abso­luten Männlichkeit. Dieser Rovellist s^reibt nicht Rovellen, um Einfälle und Gefühle auszubeuten, um seiner Eitelkeit zu fröhnen, um einen getoerb- lichen Deruf als Schriftsteller auszuführen. Er schreibt nur, um Herr über innere Erlebnisse zu werden und diese Erlebnisse zu gestalten. Kunst ist Gestaltung und Ausdruck innersten Empfindens in äußerster zwingender Bestimmt­heit", sagt er einmal. Wie dies Bekenntnis sich schon superlativisch darstellt, so ist sein Werk auch superlativisch, das heißt das Letzlmögliche an Vision, Empsindung und Gestaltung. Jedes Werk steht hier von Anfang an unter dem Gesetz des Alles oder Vichts, der Vollendung in Inhalt wie Form oder der Vernichtung. Din- oingS Wesen und Werk steht unter dem Gesetz des Mythos, das heißt: eS gibt für diesen Dichter in Kunst und Menschentum nur den Maß­stab der Ewigkeit, der Unendlichkeit, des Abso­luten, der immerseienden göttlichen Gegenwärtig­keit.

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fahrtscrmt kaum Derwaltungskosten. Aber viele nxib- liche Personen, die auf Grund des Gesetzes nicht mehr beschäftigt werden dürfen, müfien mit oder ohne Kind vorn Wohlfahrtsamt irgendwo unterge- bracht werden. So entstehen dadurch neue linier« stützungsfälle. Ferner ist als besonders bedeut, (am zu nennen das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten vom 18. (re- bruar 1927. Dieses Gesetz ist von außergewöhnlicr r Bedeutung für unser Volk. Das städtische W.chl- sahrtsamt ist Gesundheitsbehörde im <t .nnc des Gesetzes. Schon jetzt zeigt sich eine starke Be­lastung mit Arbeit und eine Vermehrung des Raum- bedarfes. Dieser erklärt sich vor allem aus der be­sonders wesentlichen Geheimhaltungspflicht. Die Kosten des einzelnen Falles werden vielfach vom Hessischen Staat in Verbindung mit der Landesoer. sicherungsanstalt und den Krankenkassen getragen. Doch bleiben eine gane M.nge neuer Fälle, die die Wohlfahrtspflege belasten. (Erinnert Jet vor allem an die regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen der Pro­stituierten, die bisher staatliche Polizeikosten waren, künftig aber im Rahmen der Wohlfahrtspflege durch­

seine Lagebuchaufzeichnungen während langer Jahre an der West- und Ostfront von August 1914 bis August 1918 zu einer erg.-eisenden Durchleuchtung der inneren und äußeren Ver­lorenheit dieses Krieges, wie keine Hat on sie dankbarer entgegennehmen sollte. Ein Weg der Wandlung wurde der Krieg für Dinding n^r in­sofern. als er von der Realität sich innerlich loSlöste zur Vergeistigung, zur Einsamkeit des geistigen Menschen; ein Weg zur Wandlung hätte er auch dem Volke werden sollen. Ist er es ihm geworden? Mit Stolz erhofften wir es, mit Trauer sahen wir die Möglichkeit dazu schwinden. Aur enge, kleine Kreise gingen t>m Weg der Wandlung: sie alle vereh en in Din­dingS Aufzeichnungen .AuS dem Kriege" das reinste Spiegelbild vom geistig-seel schen Erleben dieses furchtbaren Zusammenbruches drS Mate­rialismus. Und sie hoffen auf eine Rachwir- Wandkung in der kommenden Gene- die Dinding mahnende, wegweisende

Worte gerichtet hat.

So stecht Rudolf G. Dinding heute Dor den Wissenden und vor der Jugend: ein Führer des geistigen SeelenadelS, ein Ritter der Rein­heit,. ein HeroS der Männlichleit, treu den ewigen Tugenden elementarer Menschlichkeit und tiefster Vergottung, ein Vorbild, ein Dellp'.ei und eine Hoffnung. Schönheit strahlen seine Werke auS. weiter aber auch die Kraft, des Leben in Stolz und Trauer zu meifte.n, um *5 Leben zu bejahen. Sein Denkmal wird stets das Dild des Rei.ers sein, der daS Pferd lernt, liebt und beherrscht. Wenige nur können wir neben ihn stellen, wenige Lebenswerke neben seine wenigen Bücher. Lind alle, die das Recht haben, neben ihm zu stehen, gehören zu den Unvergänglichen, Lurch de.en Schassen uns dir Gewißheit wird, daß die Kunst der höchste Lebensausdruck und daher auch im Wüste heu­tigen Kulturverfalls unzerstörbar ist.

gungt tagen (14 561) bei 30 019.44 Mk. KlinikS- kosten (46 326 Mk.) und 8202,42 Mk. für Ver­band-- und Verbrauch-material (9535.54 Mk); Ortsfremde: 439 Fälle (706) mit 11 683 Der- pflegung-tagen (17 333) bei *38 380,75 Mk. KlinikS- l ost en (57 563.15 All.) und 9225.88 Mk. für Der- bandS- und DerbrauchSmaterial (9538,54 Mk.), Ferner wurden unterhalten in der Provin- zial-Pflegeanstalt in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 37 Pfleglinge (23) bei 7753.40 Mk. P I (gekosten (12 232.40 Mk.). in der Heil- und Pflegeanstalt in der gleichen Zeit 65 Pfleglinge (81) bei 39 925.50 Mark Pslegckosten (95 139.65 Mk ).

Als erste unb zweite Role der W i n t c r b e darf-Versorgung 1 927/28 wurden an Hilfsbedürftige unserer S.abt insgesamt 22 970,80 Mark gewährt. Der Fürlorgekrris umfaßt: 407 Parteien (Familien) Kr.egsb schad gte und Krie- gerhinterbliebcn?, 273 Parteien ÄatMtalrcntncr. 530 Parteien Cojialrent t:r. 195 Parteien Stadt- arme. 299 Parteien önr.i lose und Krisen» unterstühte, 102 Parteien auß rhalb der lausen­den Fürsorge Stehende, insgesamt also 1806 Familien.

Die Zahl der Krisenfürsorgeemp­fänger der Stadt Gießen belief sich 1927 insgesamt auf 455 männliche und 10 weibliche Unterstüyu icsempsänger. Für diese waren ins­gesamt 36 063,35 Mk. geleistet worden. Einen gewaltigen Sprung nach oben kann man hier in der Zeit vom 15. Rovernber bis 15. Dezember feststellen, wo die Zahl ber Krisenunterstützungs­empfänger von 60 auf 103 und die Unterstüt- zungSsumine von 3803,62 auf 8272,65 Mk. an- wuchs. Die Krisenfürsorge wird zu/s a»s den Mitteln des Wohlfahrtsamtes finanziert, die übrigen </ trägt das Reich.

Die Wanderarmenfürsorge kam im Kalenderjahre 1927 insgesamt 6202 W«nderern (4794 Erwachsenen und 1408 Jugendlichen) zugute. Monatsdurchschnitt 517 Wanderer (400 Erwach­sene. 117 Jugendliche). Es wurden verabreicht 1405 Mittagessen, 5348 Abendessen, 5379 Früh­stück und 4949 "Nachtlager. Die Gesamtausgaben für diesen Zweck betrugen 7312.45 Mk., Monats-

Di eser Betrachtung der einzelnen Zweige unserer städtschen Wohlsahrtcarbrit möchten wir noch einige grundsätzliche Worte anfügen. Die soziale Gesetzgebung ist auch im vergangenen Jahre weiter ausgebaut worden. Das ist zu begrüßen. Wer der Gesetzgeber in Berlin macht es sich leider nach wie

doch der nach wie vor noch große Umfang der Wohl- fabrtssürsorge, nicht etwa wegen dieser Tätigkeit an sich, sondern weil daraus hervorgeht, daß dieser Ver- elendungsfaktor unseres Volkes auch heule noch in unserem Gemeinwesen eine so hervorragende Rolle spielt. Wenig befriedige nb ist ferner, daß die druckende Finanznot die gern schaffende Initiative aus zahlreichen anderen Gebieten der kommunalen Arbeit hemmt und sogar lähmt. Don der notgedrun­genen Hinausschiebung des Schulhausbaues sprachen wir schon, ebenso von dem mangelnden Fortgang des Straßenemeuerungsprogramms. Dazu kommt noch, das hinsichtlich der Gaswerkfrage, der Ratchutsbau- frage, des Diehhofprofektes, der Lahnkanalrsation, Der Bahnhofsfragen, der Straßenbahnerweiterung (z.D. nach Klein-Linden) ufw. auch im verflossenen Jahre keinerlei Fortschritt gemacht werden konnte. Sehr bedauerlich ist es, daß die Entwicklung der Fi­nanzlage die Skvdtoerwaltung sogar gezwungen hat, bereits zur Ausführung vergebene Arbeiten wieder abzubestellen, weil die Mittel yir Bezahlung dieser Ar bellen gegenwärtig nicht verfügbar gemacht wer­den konnten Wenig Zufriedenstellend ist es auch, daß unsere Stadt finanyeU nicht die Möglichkeit hotte.

Gesetzgeber in Berlin macht es , , vor sehr leicht, indem er die Kosten anderen, und ins­besondere den Gemeinden überläßt. Es ist ja auch sehr bequem, das große Wort zu fuhren und Gesetze in Unzahl zu fabrizieren, wenn andere die Arbeit und die Ko st en haben. f)iet ist zu nennen das Gesetz über die B e - schästigung vor und noch der Nieder- 16. Juli 1927. Es verursacht dem Wohl­

geführt werd«« müssen. Auch die erwähnten Ber- io.il hingst oft en ersetzt niemand der Stadt. Swii-H- lich ist noch bamn zu ennnem. welche Belastung die allmähliche Lockerung der Mieterschutz- gesepgebung der oiientluben Fürsorge bringt. .Immer wieder,st die Neiming yi beobachten." wir folgen hier dem Aufsätze ..Der Fürsorgeaufwand im Nahmen der Deutschen Wirtschaft" im Nachrichten dienst des Deutschen Verein- für öffentliche und pri­vate Fürsorge. Jahrgangs, Nr. 11 bi» 12. 6.295, irgendwelche Mängel eines Gesetzgebung»- werke» durch schematisch oorgeschriebene Leistun­gen der Fürsorge auszu(üeichen. Da» führt zu einer Erweiterung des B^-riife» der Hiissbedüritig- keit, die auf die Dauer eine Zerrüttung de» Für- lorgewefens bedingen muß. Das soll man dazu sagen, wenn jetzt bei her Erörterung über Lockerung des Mieterschungesetzes die ^'durch für die exmittier ten Mieter entitcltenben Nachteile lediglich wiederum durch Leistungen der Fürsorge ausgegluben werden sollen? Die Fürsorge ist hier wie seit Jahren

die das Militärische. . ..i5 ..-ieje schs nicht bz der Anekdote, im anekdoti chen Erleben fei) en konnte. DaS Sinnvolle allein konnte ihm den Krieg sinnvoll machen, rechtfertigen, ilnb er erfuhr nun von Anfang an das Fehlen eines Sinnes vor Gott in diesem Kriege. So wu.den

wii über das Irdische hinaus. Darum

formen sich Bindings erste Erkenntnisse. Vi- ' in Legenden-, in Märchenform.

Volkstümlich grrh und schlicht in der Geschichte vom Pcitscchhen. Der Wille zum Herausarbeiten der endgültigen Klarheit und Form ftrafft Stil, Sprache, macht Fleisch und Farbe der Erzählung __. ______ sehnig wie an dem wohlausgebildeten Körper unsere Zeit [o feiten | eines Griechen im Altertum, bringt Klassisches

txnbe Rückiichtnah ne auf die wirtschaftlichen und so- zi.ilen Zustande erkennen läßt Man muß bürd' ent­sprechende Lchutzoorschristen der einzelnen Gesetze vermeiden, daß neue Rotstande bervorger Jen den, die zu einer Inairspnichnahme ber Fürsorge führen." Manche wichtigen Dinge gnindsätzstchcr Art mußten der allgemeinen Finanzlage weoen zurück- gestellt werden. Co der A u s b a u des Jugend­amts im Sinne des Reichsjugendwohlfahrtegesetze^, die Befchafsung geeigneter Räume für den st ä d t i schen Volk»kin der garten und das Säug- li n g sh e i m u. a. m.

Schlußbctrachtung.

Wenn man auch eine gewisse Genugtuung emp­finden kann über die Ergebnisse der Verkehrsw-?r- bang und über die gesteigerte Tätigkeit unserer städ­tischen Werke, so verstimmt auf der anderen Seite

Anstalten unb Heimen 89 (102). Im Rj. 1926 wurden 72 Unterhalts klagen gegen die Väter von unehelichen Kindern angestrengt, unb zwar mit Erfolg 62. obgetoiefen wurden 6. es schweben noch 4 Klagen. Im Rj. 1927 wurden bis heute angestrengt 43 Klagen (26 mit Erfolg. 3 ange­wiesen, 14 schweben noch). An Ferderungspsän- düngen tourl'^n auf Veranlassung des Jugend­amtes vvrgenornmen: im Rj. 1926 = 43. im Rj. 1927 (biS heute) 60. Die Wochensür- sorge war 1927 biS jetzt in 25 (1926 = 60) Fällen mit einem Gesamtaufwand von rund 2750 Mk. (4444,77 Mk.) notwendig. Dis 31.März 1926 leistete der Staat hierzu 35 Proz. Zuschuß, teitde.n nur noch 30 Proz. Dir restlichen Kosten muh die Stadt tragen. Die Aufgaben deS G e - rneindewaisenrats mußte das Jugendamt, kraft reichsgesegllcher Vorschrift, ab l.Mai 1927 übernehmen. cS wurde bis heute in 151 Fällen beschäftigt. Die nach dem Jugendgerichts» gesell vorgesehene Mitwirkung des Jugend­amtes in anhängigen Strafverfahren gegen Ju­gendliche erfolgte im Rj. 1927 bis heute in 22 Fällen.

VorzugSrentenversahren: 3m Ka­lenderjahr 1927 gingen bei der Dezirkssürsorge- stelle Gießen-Stadt 67 Anträge auf Gewährung einer einfachen ober erhöhten Vor^ugsrente ein. Von dein Ausschuß für Dorz ig6rcntcn wurden, einschl. der aus dem Jahre 1J23 noch unerledig­ten, insgesamt 83 Anträge beraten,, bei 62 wur­den die Voraussetzungen für die' Gewährung der Vorzugsrente anerkannt, bei 24 verneint. Gegen die Ausschuß-Entscheidung wurde in fünf Fällen Beschwerde ver'olgt. daraufhin hat der Ausschuß in drei Fällen seine erste Entscheidung aufgehoben.

Für das Versicherungsam t ist nur zu Tagen, daß ihm ebenfalls durch die neue Ar­beitslosenversicherung neue Aufgaben zugewach- sen sind, da es als Spruchoehördr für dte Dei- tragspslicht eingesetzt worden ist. Auch die neueren Ausgaben der Doarbeituiig des Ver­hältnisses zwischen Aerzten und ^ranknlafTcn haben eine rege Täigkett des Amtes erforberi.

Die Deputationen und Ausschüsse hatten auch im Kalenderjahr 1927 wieder viele Sitzungen mit stets sehr umfangreichen ArbeiiZ- brogremmen zu erledigen. Die Arbeit stellte an die Mitglieder der Deputationen und Ausschüsse hohe Anforderungen, benen weitgehend eirtspro- chen wurde.

eine höhere Aufwertung des Anleihealtbesitzes als die 125proAcntlge gewähren au können.

Selbst toerni man nicht allzuviel übrig hat für eine übertrieben pessimistische 'Betrachtung der Dinge, maß man doch zugestehen, daß unsere Kommunalbilanz 1 927 wenig befriedigend ist. ES mag dabei nur ein fAtuu cher Trost fein, daß andere Städte die glrifen Erfahrungen Im ve llossenen Jahre ma­chen mußten. Wenn wir unter diesen Umständen auch ntch' mit allzu großen Hoffnungen an die kommunalpoli Ische Arbeit des neuen Jahres 1928 Herangehen, so wollen wir unfl dennoch den Mut nicht rauben lassen durch da- Trübe, mit dem das verflossene Jahr uns belastete. Wir wollen unS gern und freudig der Erfüllung unserer Ausgaben widmen, müssen dabei aber der Erwartung Ausdruck geben, haß tm neuen Jahre vor allem seitens des Reiche- und deS Landes mehr Rücksicht alS bisher auf 'die Gemeinden genom­men wird. Die ReichSgefetzgebung, wie auch' die GcsetzeSmaschine do- Londes mögen sich be- sleißigcn, nicht nur Geietze zu. Lasten der Städte zu machen, sondern sie mögen auch für eine Entlastung der Gemeinden sorgen, bei neuen Gesetzen mit finanziellen Auswir­kungen aber die Mittel hierfür auf den be­treffen den Gesetzgeber r,tv* n bm tl Auf anderer

menden Donnerstag im Goethe-Bund aus eigenen Werken; Dr. Hanns Martin Elster spricht zuvor über die deutsche Dichtung der Gegenwart.

In einer Zeit, da die LlnterhaltungSschrift- steller Jahrzehnte hindurch jedes Jahr einen Band nach dem andern auf dem Buchmarkt auSbieten und Hunderttausende von Lesern finden, muh eilte Erscheinung wie die Rudolf G Din­ding- doppelt auffallen: äußerlich wie innerlich steht dieses Dichter- Werk und Wesen gegen das ausiagenwütige Roinanschreibertum. Des Sechzig­jährigen literarische- Gepäck unifaht nur vier schmale RoveUenbändchen, drei noch schmalere Gedichtsammlungen und eine auS dem Eigenleben erwachsene theoretische Schrift über das Reiten; dazu da- Erinnerungs.. Dries- und Tagebuch aus dem Kriege. Keine dickleibigen Romane, keine aktuellen Themaia keine Sensationen noch erfolg­gierigen Stoffverarbeitungen. Dazu das Wenige zusammengedrängt auf die Zeit von 1909 bis 1926; vorher also bis zum 42. Lebensjahre kein Duch und auch dann nur spärlich mit mehr­jährigen Zwischenräumen nach den ..Legenden der Zeit" von 1909 eine Novelle ..Der Opfergang" 1912. die erste Gedichtfammlung 1914. wieder eine Rovellenfammlung ..Die Geige" 1919, das Jahr darauf die ..Keuschheitslegende ", zwei Jahre später die wenigen Verse aus dem KriegeStolz und Trauer" und die Ho DelleUnsterblichkeit",

in Ton, Haltung, Ausdruck dieser Prosa, dieser Verse.

Und sie erreicht denn auch klassische Voll­endung in den späteren Rovellen, in manchen Gedichten. In der SammlungSic Geige" hebt sich das MeisterwerkDer O/ergang" mit dem Anspruch aus Dauer innerhalb un erer Rational­literatur heraus ebenso wie später die Kriegs­novelleUnsterblichkeit". Dort jenes Abwägen de- einen Opfergangs mit dem andern und da­durch die reine Offenbarung, wo denn die große Liebe sei. Und hier das Verwachsen des mcnsch- lichen Ge'ühlS mit dem Elementaren deS Alls, wundervoll in der Durchslutung des ZllegerS durch den Raum und in der Durch.lutung der Liebenden durch das Meer, in dem der Flieger versank. Hier ift jene unsagbare Kraft wieder schöpferisch geworden, die auch Goethe bestimmte: die Reinheit, die der letzte Adel, die letzte Zartheit. Keuschheit. Innigkeit. Tiefe. Liebe und Gesülltheit des Leibes und der Seele ist. Din­ding schrieb aus dieser Kraft des ReinheitS- strcbens heraus naturnotwendig seineKeusch- heitslegende" mit der Erhabenheit über daS RichtS-alS-Irdische. mit jenem "Adel, der letzten Deseelung, letzten Geistigkeit auS bedingungsloser Wahrhastigkcit und Konzentration. Diese Rein­heit füf)Vte zum kompromißlosen Erkennen der Lebenskräfte: Liebe und Tod. In ihnen vollendet sich das Leben sinnlich und geistig. Und die Gestaltung dieser Vollendung ist immer wieder das großartig geschaute, männlich durchgehaltene Thema von Dindings Dichtungen.

Lieh^ und Tod sie lösen Stolz und Trauer. Glück und Leid aus. Und lle sind auch das bis in höchste Männlichkeit, ja statuarische Kälte hinaufgesteigerte Material der Lyrik, die ihre Empsindungswelt in die Form eisklarer Erkennt- nisse gießt.

Solche Persönlichleit, wie Dindings Prosa und Vers sie enthüllte^ konnte den Krieg nicht dumpf miterleben, nichtmassengerecht" mit» kämpfen. Er. der das Soldatenhandweri in jun­gen Jahren schon als Reiterosfizie: gelernt hatte, besaß nun, bei Kriegsbeginn ein Siebenund- vierzigjähriger, von vornherein jene Distanz,

II. (Schluß)

Die öffenMche Wohlfahrtspflege erfuhr im ixtr. lollenen Jahre leider keinerlei nennen-wcrte Entlastung. Wer etwa der Mei­nung fein sollte, die günstigere Konjunktur der Wirtschaft habe doch auch auf dem Gebiete der Wohllahrtspflege eine Erleichterung bringen müssen, der berinbet sich in einem Irrtum. Die Ursachen des gewaltigen Ui. angeS der öffent­lichen WohllahrtSpslege sind eben in den all- reinen Folgen de- verlorenen Krieges und den tiefareifenben Verheerungen der In­flation gegründet aber nicht etwa in wechseln­den Äoniunlturlogen. Wir müfien unS allgemein daran gewöhnen, daß wir diese bedauerlichen Folgen leider wohl mindesten- noch ein Men­schenalter mit schwerem Drucke zu spüren haben werden Das mag vom Standpunkt der öffent­lichen Finanzen auS al- harte 'Belüftung er­scheinen. demgegenüber stehen aber die selbst­verständlichsten Pflichtei der Menschen- und Dachstenliebe. deren Erfüllung ein sittliche- Ge­bot ift. 3m einzelnen ist auS der städtischen Wohlfahrt-arbeit. Die zum größten Teil durch reich-gesetzliche Dorschri ten feftgelcgt ist. folgen­de- au« dem Jahre 1927 zu berichten:

In der Sozialrentnersürsorge stan­den insgesamt 9134 Personen; davon waren 6634 Parteien (Familienmitglieder), 2006 Zu- sch lag-empfänger. 494 AnftaltSinsa'sen. Der Monatsdurchschnitt bezifferte sich auf 761 Per­sonen. davon 553 Parteien. 167 ZuschlagSemp- fängcr. 41 Anftaltsinfafsen. Der "Betrag der Arp- Wendungen machte im ganzen Iadre 214 267.15 Mark, im Monatsdurchschnitt 17 855.61 Mk. aus.

Die Kapitalrentnersürsorge galt ins­gesamt 4779 Personen; davon waren 3462 Par­teien, 996 Zuschle^empsänger. 321 AnstaltSin- fassen. Im Monatsdurchschnitt waren es 393 Per­sonen. davon 239 Parteien. 83 Zuschlagsempfän- ger, 27 Anstaltsinsassen. Die Geldaufwendungen für diesen Zweck beliefen sich im ganzen Jahre auf 167 072.77 Mk.. im Monatsdurchschnitt aus 13 922 73 Mt.

Der Iahre-aufwand des Kriegerfürsorge- amte« bezisserte sich für Zusatzrente auf 151 416.55 Mk. Hiervon erhielten Zusatzrente 919 Kriegsbeschädigte. 1604 KriegSbcschädigteickinder, 1746 Witwen, 1213 Eltern, 35111 Halbwaisen, 466 Vollwaisen, 118 sonstige Hinterbliebene. Der Aufwand deS DezirlSfürsorgeverbandes (Stadt Gießen) für 1346 Parteien belief fich auf 30 261,81 Mark. Die Zusahrente wird vom Reiche in voller Höhe erseht, von dem Aufwand des Deziris- fürlorgeverbandes ersetzt der Staat 50 v. H., wäh­rend die andere Hälfte von der Stadt zu tragen ift. In beiden Fällen ift aber von dem städtischen Deamtenapparat die Arbeit zu leisten, die natür­lich nicht knapp bemessen ist.

Für Mietunter st ützungen, an Stelle der früheren Rachlässe der Sondergebäudesleuer hilfs­bedürftiger Mieter, mußten insgesamt 145 533.80 Mark gewährt werden, oder durchschnittlich wö­rtlich 12 127,82 Mk Davon entfielen 28 579.75 Mark auf 3211 Personen allgemeiner Fürsorge, 30 628 60 Mk. auf 3783 Personen der ErwerbS- losenfürsorge. 20 676.90 Mk. auf 2212 Kapital- rentner, 26 359,55 Mk. auf 3868 Sozialrentner, 5894,05 Mk. auf 601 Vorzugsrenriier, 12 677,95 Mark auf 1681 Staötarme und 20 717 Mk. auf 2945 Kriegsbeschädigte und Kriegerhinierbliebene. In dieser Abteilung unsere- Wohlfahrtsamtes kamen monatSdurchfchnittlich 1524 Parteien (Fa­milien) in "Betracht.

DargeldunterftühunaenfürSladt- a r m e wurden im Kalenderjahre 1927 insgesamt 101 066,60 Mk. (im Vorjahre 125 218,80 Mk.) auSgezahlt; der Monatsdurchschnitt belief sich 1927 auf 8422.21 Mk.. dagegen 1926 auf 10 434.90 Mark. Die Unterstützung mußte 1927 gtvährt werden In 2646 laufenden Fällen (1923 in 2917). und in 1136 (2947) einmaligen Fällen. Der Monatsdurchschnitt betrug 1927 an laufenden Fällen 221 (1926 -= 243). an einmaligen 91 (245).

In Klinik-Pflege unterhi.lt das Wohl­fahrtsamt in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Ok­tober an Stadtarme (die cing?nammcrten Zahlen beziehen sich auf die gleich' Zeit des Dor'aßres): 483 Fälle (728) mit 9362 Verpfle-

So sind denn seine Rovellen von Anfang an erhoben zum elementar Ueberpcrsönlichen. Schon in den lyrisch lieblichen .Legenden der Zeit" blüht diese Freiheit vom Alltagssubjekiwlsmus köstlich-blumenhaft. spielerisch-frei empor; ein Engel verliert sich auf die Erde, und auch Gott kann ihn nur retten, indem er fein Herz zur Liebe erweckt; die elementare Kraft des Her­zens ist auch Gottes Gesetz. Ebenso erhebt sich St. Georgs Stellvertreter, der ritterliche Ritt­meister, in seiner Todesstunde über alles Erden- gewimmel unb rettet sich durch die Kraft seine- Seelenadels in die ewige Freiheit: das Mannes- hier seinen jubelnden Triumph, ift diese mythische Denkweise, über