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Obechessischen LandgememdeverHandes.

die Lady Mahoretz, von einer Wolke glänzender | Trachten umgeben. Auch der Lord Mayor hat. > wie üblich, einen prächtigen, ganz mit Hermelin besetzten Mantel angelegt. Die Aldermen tragen rote, pelzverbräinte Roben. In feierlichem Zuge schreiten wir zur Bibliothek, voran, aus vollem Halse blaset, die Stadttrompeter in feuerroten Kleidern, hinter ihnen die Stadtmarschälle, dann grohe Saaldiener mit Perücken, ein Stabträger und ein Schwertträger. Ich reiche der Lady Mayo- reß den Arm. Pichon, Cambon und Mollard haben Diplomatentracht angelegt, um nicht zu viel schwarze Flecke in einer so farbigen Zeremonie zu bilden. Von brausenden Hochrufen begrüßt, betreten wir die Bibliothek, eine Art gochische Kapelle, die an beiden Enden durch Glasfenster erleuchtet und mit zwei großen Bildnissen Karls II. und Jakobs II. geschmückt ist. Die Gtadträte in blauer Seide, mit einem friedlichen Stabe bewaffnet, stellen sich zu beiden Seiten des Mittelganges auf, und wir schreiten zwischen ihnen bis zu der im Hintergrund aufgeschlagenen Estrade, auf der sich Ehrengäste befinden, unter ihnen ein paar Franzosen im schwarzen Rock, besonders die Pariser Stadträte, lediglich an ihren schlichten Insignien erkennbar. Alle Eng­länder jedoch sind tote schöne Gemälde, die aus alten Rahmen herausgestiegen sind. Selbst Asquith (der britische Premierminister) hat ein goldgesticktes Kleid mit Epauletten angelegt: ein großer Säbel hängt an seinem Gurt. 3n Ruß­land halte ich mich im letzten Jahr in eine halb asiatische Welt versetzt gefühlt. Heute, in Eng­land, glaubte ich mich in eine Vergangenheit zurückversetzt, die Frankreich bei sich zerstört hat, die wir aber trotz allem im flüchtigen Schein unserer Erinnerungen als die unsere erkennen.

Ich nehme neben dem Lord Mayor an einem Tische Platz, auf dem ein ziseliertes Kästchen steht, ein Geschenk der Zunft der Goldschmiede an mich. Rach der Tradition, die in dieser Umgebung alles beherrscht, wird dreimal mit dem Gavel ge­stopft. Der Stadtrat tritt zusammen, er beschließt, mir s ofort im Rainen der Stadt London eine Adresse zu überreichen. Der Recorder in schwarxer Robe und weißer Perücke verliest diese Adresse: dann wird das Pergament zusammengerollt und in das Kästchen eingeschlossen.

Reues Trompetengeschmetter, ein neuer Fest­zug. Mit dem gleichen Zeremoniell schreiten wir in den Speisesaal, wo etwa dreißig große Tafeln gedeckt find. Auch hier umaibt uns gotische Architektur, altes Eichengestühl. Galerien aus Holzschnitzwerk, getäse'.te Decken, und überall zwi­schen den Spitzbögen die farme inroten oder königsblauen Zunstfahnen... Bevor jedoch die Gäste ihr Mahl beginnen, gebiet:t der Zeremo- niemneisbec, der hinter mir neben dem Lord Mayor steht, mit stärker Stimme Schweigen und verkündet, daß der Kaplan das Tischgebet sprechen wird.Pray. be silent! Ladies and Gentlemen!"

Diesmal bringt der Lord Mayor das Hoch auf den König aus. Alle Anwes nden wi der- holen, ihr Glas erhebend:King! King!" Dann setzt man sich wieder. »Pray, be silent. Ladies and Gentlemen!" Der Trinkspruch auf den Präsidenten der Republik. Der Lord Mayor spricht englisch. Da er mir jedoch eine Tlebersetzung seiner Rede hat überreichen lassen, macht er mich durch seine Lobsprüchr verlegen.

Pray, be silent. Ladies aird Gentlemen!" wieder­holt der Zeremvnienm.'ister. Letzt bin ich dran. Leider muß ich ftanzösi ch sprechen. Später sollte ich in der gleichen Guildhall, in der League of Help, in den Universitäten von Glasgow und London mit lahmer Aussprache englische Reden riskieren, ohne es allzusehr zu bereuen. Aber heute, am 25.3um 1913, vollbringe ich ein ganz anderes Wunder. Die Zuhörerschaft ist so nach­sichtig, daß sie mir dröhnenden Beifall zollt, als wäre Französisch ihre Muttersprache.

Abends Diner in der französischen Botschaft. Der König und der Prinz von Wales tragen dm Großkordon der Ehr nlegion. 3ch habe die Halske te d's Diktoria-O.d ns an» ge'egi, den K nig Georg mir am Morgen hat überreichen lassen. Rach dem Cs'en im'erhalte ich mich mit ein gm Gästen, d e Paul Eambon mir vorstellt, mit dm Mitg ied rn d's Kabine'.ts uni) mit Doirar Lato, dem Marquis of Lans- downe, dem Count Roseberry, Mr. Winston Chur- chtll, dem Marschall French...

Rach Bork House zurückg'kehrt, empfange ich dort auf Anraten Pichons und Paul Cambons Sir Edward Grey (den b.i ischen Staats­sekretär des Aeußern). Sir Edward Grey er­scheint mir ganz so, wie ich ihn mir vvrgestellt hatte. Ein hoher Geist von großer Rechtschafsm- heit und von kluger Vorsicht. Er versteht so ziemlich Französisch, spricht es aber nicht, und in den Unter re t>ung?n zwisHen ihm und Paul Cam­bon gebraucht ein jeder feine Muttersprache, ohne daß daraus je das fcc'ngfte Mi'-verst indnis entstünde. Sir Arthur Richo son, der sehr gut Französisch kann, begleitet Sir Edward Grey und beteiligt sich an der Un'erha tung. dir er mehrfach durch seine Dolmetsch rgabe er eiHtert. Bei aller Anhäng'ichfeit an die Eatmte ist Sir Edward Grey bemüht, kein Wort zu sagen, k ine Gebärde zu machen, die das europ ische Ein­vernehmen stören könnte. 3n einer Mit eilung an die Agentur Reuter erllärt Pichon, die beiden Staatskanzleien stimmte r in ihren Ansichten über die allgemeine Politik wie über die Fragen betreffs bet Erhaltung des Friedens überein, und er seht hinzu: »Der Besuch des Präsidenten blldet einen neuen Faktor der Befriedung unter den Rationen der Welt."

Am selben A.eid gibt Sir Edward Grey mir im Foreign Office ei n Diner, zu dem u. a. Prinz Ludwig von Dattenberg, dec Herzog von Connaught und Asquith geladen sind. G eich daraus begeben wir uns nach Buckingham Palace zum H o f b a l l. Aus besonderer Gunst darf ich in langen Beinkleidern erscheinen, obwohl das Zeremoniell, wenn man kein of izislles Kostüm hat. Kaiestrümpfe erfordert. Pichon hat seine di­plomatische Tracht ange eit. Paul Cambon. der in einer Quadrille mit der Königin tanzen soll, hat tapfer Kniehosen angezogen und trägt sie elegant. Vor dem weiten, für die Tanzend.n bestimm!en Raum ist ein Podium aufqefchlagen, auf dem drei Lehnstühle für das Königspaar und für mich stehen. Aber ich sitze dort allein die ganze Zeitlang als etwas trübsinniger Zuschauer. Die Königin tanzt viel, der König seltener, um mich nicht zu lange allein zu lafen; aber obwohl niemand es mich füh'en läßt, kann ich nicht umhin, zu denken, daß die Befürchtung, der Präsident der Republik könne sich, in Frankreich lächerlich machen, ihn in England etwas lächerlich ge­macht hat.

Am Freitag, dem 27. 3uni, morgens, verlasse ich London, stets mit Beifall und Hochrufen be-

Am gestrigen Freitag hielt der Provin­zialverband Oberhessen des Hessi­schen Landgemeindetages im Saale des Katholischen Vereinshauses" in Gießen seine 2. ordentliche Mitgliederversammlung ab, die von nahezu 300 Bürgermeistern und Ge­meindevertretern aus ganz Oberhessen besucht war. Als Vertreter der Provinz Oberhessen war Provinzialdirektor Graes erschienen, ferner waren die oberhessischen Kreisämter sämtlich ver­treten.

Rach einleitenden Degrüßungstoorten des Vor­sitzenden. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g (Als­feld), erstattete dieser zunächst den Bericht überdieTätigkeitdesVorstandesim abgelaufenen Geschäftsjahr, ausdem zu entnehmen war, daß der Vorstand sich mit einer Reihe wich­tiger gemeindlicher Angelegenheiten zu befassen hatte, bei denen es sich insbesondere auch um oberhessischc Angelegenheiten der Gemeinden han­delte.

Das erste Referat erstattete Direktor von Stadler vom öleberlandwerk Oberhesfen über

Tie Elektrizitätsversorgung der sberhessischen Gemeinden".

Er gab zunächst einen kurzen äleberblick über die Entwickelung d?r Stromversorgung der Provinz Oberhessen, die nicht nur eine technische, son­dern auch eine wirtschaftliche Frage sei. Zur Zeit tonne die gesamte Provinz Oberhessen, abgesehen von einigen kleinen Hofgütern, als mit Strom versorgt gelten. Direktor von ©taktier gab sodann Aufklärung über die einzelnen Energie­quellen der Provinz und deren Reserven, die in dem Anschluß an verschiedene umliegende große äleberlandwerke bestehen, und die eine ungestörte Stronrbelieserung heute ermöglichen. Er verbrei­tete sich sodann weiter über den Umbau und Ausbau des Strom verteilungs- Netzes, das man allmählich von 5000 Volt aus 20 000 Volt umbauen werde. Dieser Umbau sei sehr kostspielig, aber notwendig im 3ntereffe des wachsenden Betriebes, um allen Ansprüchen ge­recht zu werden. Ebenso sei der Umbau des Ortsnetzes auf die erhöhte Spannung von 227 Volt notwendig gewesen, welche der Provinz Oberhessen rund eine Million Reichsmark kostet. Es seien damit auch die modernsten Einrichtungen für die Stromversorgung geschaffen worden. Rot­wendig sei aber, daß der Stromverbrauch eine bedeutende Erhöhung beiden Abnehmern erfahre, denn dies fei die einzige Möglichkeit, die Strompreise noch weiter herabzusetzur 3m Zusammenhang hiermit gab der Redner interessante Ausschlüsse über die Aus­wirkungen des neuen Grund- und Arbeitsgeb ührentariss, dessen Rotwen- bigfeit er eingehend erläuterte. Dabei war von Interesse die Mitteilung, daß 85 v. H. aller An- schlüsse im Stromverforgungsgebiet der Provinz für landwirtschaftliche Zwecke erfolgt seien, die aber nur 1.5 v. H von dem gesamten Stromverbrauch entnehmen. Dieser Ausfall müsse auf andere Weise wieder hereingebracht werden. 3n der Provinz Oberhessen sei im Vergleich zu anderen öcmbedteilen der Stromverbrauch außerordentlich gering. Während in Oberhesscn der Stromverbrauch aus den Kopf der Bevölkerung 25 Kwst. betrage, mache er in ganz Deutschland 200 Kwst. auf den Kopf der Be­völkerung aus, in der Schweiz sogar 800 Kwst. Diese Tatsache müsse bei den vielen Beschwerden, die immer noch über die Strompreispoli ik der Provinz Oberhessen erhoben würden, berücksichtigt werden. Zum Schlüsse seiner Ausführungen streifte der Redner auch die Gasfernversor­gung, die zu begrüßen sei, sofern sie wirtschaft­lich fei. Die bis jetzt vorgenonnnenen Ermittelun­gen von Grupp eng asw Dicken batten aber hinsicht­lich der Wirtschaftlichkeit ein sehr ungünstiges Re­sultat gezeitigt. Es kämen manchmal noch nicht die Kosten der Verzinsung des Anlagekapitals her­

aus. Für Licht- und für Mittel- und Klein­betriebe sei die Elektrizität die einzig rrchtige Energiequelle, die das Feld hier behaupten müsse.

An den sehr interessanten Vortrag schloß sich eine ausgedehnte Debatte an, in welcher ins­besondere von einer Anzahl von Bürgermeistern die jetzige Regelung der Bezahlung der Sttaßen- beleuchtung scharf bemängelt wurde. 3m Ver­laufe der Debatte machte Provinzialdirektor Graes die Mitteilung, daß die Einführung des neuen Grund-und Arbeitsgebüh- r e n t a r i f 3 für die Provinz jährlich eine Mindereinnahme von 600 000 Mark ausmacht. welches Opfer die Provinz im Interesse der Gemeinden bringe. Auf Antrag von Bürgermeister Stamm (Eudorf) wurde ein einst immiger Beschluß gefaßt, wonach der Vorstand des Oberhessischen Landgemeindetages beauftragt wird, mit der Provinz in Verhand­lung zu treten wegen Aenderung des der- »eiligen Stromtarifs unter besonderer Berücksichtigung der landwirtschaftlichen Verhält­nisse und der sich ungünstig auswirkenden Re­gelung des Tarifs für die Straßenbeleuchtung.

Alsdann folgte ein Referat von Regierlmgsrat Grein (Friedberg) über

Die Durchführung der Fürsorgepflicht» Verordnung".

Der Vortragende erläuterte die hauptsächlichsten Bestimmungen des neuen Rechts, im Vergleich zu dem früheren Rechtszuftand. Er verstand es, an Hand praktischer Beispiele eine lehrreiche, flare und übersichtliche Darstellung des ganzen Gebietes des Fürsorgerechtes zu geben. Die Ver­sammlung banite für den interessanten Vortrag mit lebhaftem Beifall.

Hierauf hielt Bürgermeister Alexander (Gonsenheim) ein Referat über

Die Haftpflichtversicherung der hessischen Gemeinden",

deren Rotwendigleit er eingehend begründete. Wie aus seinen Ausführungen %u entnehmen war, hat der Hessische Landgemeinoetag mit der Rassauischen Land:sversicherungsbank in Wies­baden einen Vertrag über die Haftpflichtver­sicherung der Gemeinden abgeschlossen, der all­mählich an die Stelle der Kollektivversicherung treten soll, welche durch die Kreisämter in den einzelnen Kreisen vorgenommen worden war. Be- zirlsdirellor Walz von der genannten Dank erläuterte die näheren Bestimmungen noch in technischer Hinsicht. Die Prämie betrage 1 Mark pro 100 Einwohner, der Mindestsatz 5 Mark. Der neue Vertrag gewäh.e den Gemeinden einen weitgehenden Versicherungsschutz.

Linier d:m PunktVerschiedenes" der Tages­ordnung führte Bürgermeister Fendt (Hungen) lebhafte B.schwerde über dieGeruchsbelästi- gung, welche durch die im Entstehen be­griffenen

neuen Schwelwerke in Wölfersheim und Trais-Horloff

sich jetzt schon bemerkbar mache. Es bestehe die Befürchtung, daß diese Geruchsbeläftigung der­art stark sein würde, daß sie für die benachbarten Gemeinden geradezu unerträglich werde und unter llmständen sogar den Besuch der Bäder Bad-Ran he im und Salzhausen ungünstig beeinflussen könne. Die Bevölkerung verlange, daß dieser Zustand bese i t i g t werde. Landtagsabgeordnrtec Dr. R i e p o t h (Schlitz) erklärte dazu, daß man dieser Angelegenheit auch im Landtag die erforderliche Aufmerksamkeit schenke.

Rach Erledigung verschiedener Heiner Anfragen schloß der Vorsitzende, gegen 2 Ahr die in allen Teilen anregend und sachlich verlaufene Ver­sammlung mit der Aufforderung, die Sache des Hessischen Lc.ndgemeindetages auch fernerhin tat­kräftig zu unterstützen.

grüßt. 3n Dover beste'ge ich d nPas de Calais" und sage dem englischen Boden Lebewohl. Die dichte Menge am Strand und auf den Molen sendet mir Hochrufe nach. Badende Männer und Frauen umringen unser Schiff, und bewimpelte Barken geben ihm das Geleit. Die Forts und das britische Ge chwader. das zu Ehren Frankreichs auf der Reede ankert, schießen Salut. DerPas de Calais" verläßt die Kaste, von einem fran­zösischen und einem englischen Torp:doboot2ge- schteader umrahmt und von den d ei Pan er chiffen Gloirc", ..Condä" undMarfeillai e gefolgt.

Gegen Abend traf ich in Paris ein. Eine be- weg'e Menge umlagerte den Rordbahnhof. An­gesichts ihrer frohen Stimmung konnte ich nicht bezweifeln, daß sie g'eich mir von meiner Reise nach England neue Bürgschaften für die Eintracht Europas und die Sicherheit erhoffte.

Turnen, Gpori und Spiel.

V. f. B.

Am nwrgigen Sonntag trägt die Liga- Mannschaft ihr letztes Spiel der Vorrunde der diesjährigen Verbandsspielserie aus. 3hr Gegner ist die Liga von Rieder-Girmes. Es steht noch in Frage, ob das Tressen auf dem dortigen Platz stattfinden kann, da dieser durch Heber* schwemmung zur Zeit noch nicht spielfähig ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte dann als Austragsort das Wetzlarer Stadion gewählt wer­den. Rieder-Girmes tritt in verstärkter Auf­stellung an und darf al£ Gegner nicht unterschätzt werden. Seine im letzten Spiel gegen die hiesige Spielvereinigung erlittene knappe 4:5-Rieder- lage beweist, daß die Mannschaft zu kämpfen versteht. V. f. D. wird den Kamps in der best­möglichsten Besetzung bestreiken, wird aber gut tun sich vor lleberraschungen zu schützen. Wenn die Mannschaft ihre Spitzenstellung weiterhin be­haupten und befestigen teilt, muß sie von vorn­herein alles aus sich herausgeben und das Spiel so früh tote möglich zu entscheiden versuchen, da Rieder<-Girmes als zähe und energische Mann­schaft bekannt ist. *

Die Ligareserve hat ebenfalls auf dorti­gem Platz die gleiche von Rieder-Girmes im fälligen Verbandsspiel zum Gegner. Rach ihrer hohen Riederlage gegen die Ligareserve des Wetzlarer Sportvereins sollte man von ihr er­warten, daß sie diesmal die Gelegenhett ergreift, die Scharte wieder auszuwetzen. Wenn sie sich einigermaßen findet, kann sie Sieg und Punkte

mit nach Hause bringen.

Die dritte und vierte Mannschaft sind spielfrei.

Die erste Jugendmannschaft hat auf eigenem Platz die gleiche des Wetzlarer Sportvereins zum Gegner. Ihre Leistungen waren in letzter Zeit alles andere denn über­zeugend. Wenn sie sich nicht sehr anstrengt, dürste sie um eine Rieder läge kaum herumkommen.

Auch die z w e i t e 3 u g e n d hat in der ersten Jugend Heuchelheims einen sehr schweren Gegner. Von ihr ist dasselbe zu sagen wie von der ersten 3ugenb. Sie dürfte wenig Aussicht auf einen Sieg haben.

Die dritteJugend tritt in Leihgestern der dortigen neuaufgestellten zweiten Jugend gegenüber und sollte ein günstiges Resultat er­zielen können.

Einen schweren Stand wird auch die erste S ch ü l e r e l f im Pflichtspiel gegen die Schüler des Sportvereins Aßlar haben, gegen die sie im Vorspiel die einzige Riederlage in der diesjährigen Saison erlitt. Allerdings war Aß­lar damals durch eine ganze Anzahl Jugend­spieler verstärkt und wird, wenn es diesmal nur mit einer reinen Schülermannschaft antritt, trotz körperlicher lleberlegenheit den technisch besseren V. f. Bern den Sieg überlassen nrüssen.

Vermischtes.

Der Jestungsplau von Port Arthur.

Vor mehreren Jahren diente der russisch-japa­nische Krieg und der Fall von Port Ar­thur einem Schwindler in der Schweiz zu um­fangreichen Betrügereien. Ein Baron v. Zie­linski spiegelle vielen Leuten vor, daß er von der japanischen Regierung 4 3 Millionen V e n zu bekommen habe. Dieser Betrag sei ihm zugesichert worden dafür, daß er den Japanern den Zestungsplan von Port Arthur verschafft habe. Viele trauten auch den angeblichen japa­nischen Gutscheinen und gaben viel Geld her. Enküich wurde der große Schwindel ent­deckt, und Zielinski erhielt in Zürich 6 Sabre Kerker, die er noch verbüßt. Diese Geschichte war schon so gut wie vergessen, da tauchte in der Schweiz neuerdings der Kaufmann Kurt Mahler auf, der ebenfalls Forderungen an die japa­nische Regierung stellte. Wie Zielinski, so hatte auch er guten Erfolg. Eines Tages aber ver­schwand er mit 70 000 Schweizer Franken. Die Züricher Staatsanwaltschaft erließ einen Haftbefehl gegen ihn und wandte sich auch

an die Berliner Kriminalpollzei. Diese errett» teile Mohler in einer Fremdenpension im Westen der S.adt, wo er mit einer Freundin Wohmmg genommen hatte, und nahm chn fest. Die Schwei­zer Regierung beantragte die Auslieferung, der jetzt entsprochen wird.

Die größten Männer im Wanoel der Zeilen.

Rach einer Zusammenstellung der Ergebnisse von Zeitungsrundftagen nach dem größten Mann der Gegenwart haben sich auf die Rundfrage eines Düsseldorfer Blattes im Jahre 1900 von 150 000 Antwortgebern 110000 für Äa if er Wilhelm II. entschieden. Eine große Anzahl von Stimmen wurde im Westen für Papst Leo XIII., Virchow, Mommsen, Zola, Warconi, Krupp, Edison; im Osten für Tolstoi, Ibsen und Hauptmann abgegeben. Im selben Jahr ver­anstaltete die LondonerDaily Chrvnicle" eine Rundfrage über dasselbe Thema: von 700 000 Antwortenden entschieden sich 500 000 für die Königin Viktoria, an die zweite Stelle trat der Philosoph Spencer, dann folgte der Gründer der Heilsarmee Booch, Warconi und der Schöpfer des antiseptischen Verfahrens. Lord Lister. 1911 ergab sich bei einer Rundfrage einer Dresdner Zeitung Richard Strauß als größter Mann der Gegenwart, bann folgten Hauptmann, Wedekind und Shaw. Als 1921 die Chicago Tribüne" auf eine Rundfrage 4 000 000 Antworten erhielt, entfielen 1,5 Millionen aus Ford, eine Million auf Rockeseller, der Rest: auf Carnegie und Morgan und nur Leine Stimm* refte auf Madame Curie, Shaw und Richard Strauß. Im Dezember 1918 ermittelte die Wotld" auf diese Weise mit 4,5 Millionen von 5 Millionen abgegebenen Stimmen den Präsiden­ten Wilson als den Heros der Zeit, während bereits ein Jahr später bei einer Rund­frage der Reuhorrer .Times" nur mehr knapp 1000 Stimmen sich für ihn entschieden, an der Spitze standen diesmal Einstein und Stei­nach, auf dessen Derjüngungsmethode man da­mals überschwengliche Hoffnungen setzte. Die Heerführer des Weltkrieges erhielten mir wenige Stimmen. 1922 entschied sich die überwiegende Mehrheit anläßlich der Rundfrage derReu- Yorker Post" für Len Boxer Dempsey: danrv erst folgten Ford und Stinnes.

Räisel-Ecke.

Auflösungen,

kranzrölsel.

Iris Nelke Tulpe Rose Edelweisz Usambaraveilchen Efeu Myrte Geranie Ehrenpreis Dahlie Erika Narzisse Kamelie Enzian Nachtviole. In treuem Gedenken.

Kreuzworträtsel.

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Pflaslersleinrätfel.

Scharade.

Wildfang.

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Die Rätsel, die bisher regelmäßig am Samslag an dieser Stelle veröffentlicht wurden, werden unsere Leser von jetzt ab in der heute zum erstenmal er­scheinenden illustrierten Beilage finden.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 2. Dezember. 1. Advent.

Stadtkirch«. 9.30 Uhr: Professor Dr. Schmoll: Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Mar- kusgemeinde: 11.15: Kinderkirche für die Markus- gemeinde: Pfarrer Becker: 5: Pfarrer Mahr. Oohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfcld: Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde: 11.15: Linderkirche für die Johannesgemeinde: Pfar- rer Ausfeld; 5: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibel- besprechung im Johannessaal: Pfarrer Lenz. Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz. Elisabeth - üleinkinderfchule. 9.45: Pfarrverwalter Dotzert. ülein-Linden. 11: Kindergottesdienst; 1.30: Hauptgottesdienst. Wieseck. 9.30: Beichte; 10: Prc-- digtgottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abend­mahls; Opfer für den Verband Eoanael. Frauen­vereine. Alten-Luseck. 10; 1. Sirchberg. 10: Kirchberg; Konfirmandenchor; Verpflichtung des neug:wählten Kirchenvorstandes; 11: Feier des hl. Abendmahls für die Fugend von Ruttershausen; 1.30: Mainzlar. Hausen-Garbenlelch. 10: Hausen, hl. Abendmahl: 1: Garbenteich. Watzenborn-Stein- berg. 10: Predigt; 11: Kinderkirche. Lich. 10: Stiftspfarrer Lic. Schorleminer; hl. Abendmahl; Kol­lekte für Traubibeln; 12.45: Kindergottesdienst; 2: Stiftsdechant Kahn.

Dienstag, den 4. Dezember.

Kirchberg. Abends 8.30 Uhr: Bibelstunüe in Lollar. Mittwoch, den 5. Dezember.

Cid). 8 Uhr: Bibelstund

Katholische Gemeinden.

Samstag, den 1. Dezember.

Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte.

Sonntag, . en 2. Dezember. 1. Adoeiüsonntag.

Gießen. 6-30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Manner; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre­digt; 11: Messe mit Predigt; 5: Christenlehre und Andacht. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 18: Adventsandacht. raubad). 10: Messe mit Predigt. Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

Donnerstag, den 6. Dezember.

Gießen. Abends 5.30 Uhr: Beichte.

Freitag, den 7. Dezember.

Gießen. Vormittags 6.30 Uhr: Segensamt. Samstag, den 8. Dezember.

Gießen. Vormittags 6.30 Uhr: Segensamt.

SonuranSdreutt ler-.ten. llöotb-fen am 2.12.28 Dr. Mocb. Dr. W. Siem. PeUkanavolheke.

Zahnarzt: Dr. Adam. 0