Arbeit zu teilen. Der Rückblick auf die Vergangenheit hat noch trostlosere Seiten und er sollte wenigstens dazu führen, daß wir der Eigenbrödelei und dem kleinlichen Egoismus endlich entsagen, um eine Neichseinheit zustande zu bringen, die durch ihre innere Ausgeglichenheit das Gebäude nach außen Bismarck Vermochte nur den äußeren Bau zu schaffen, die Innenarchitektur anders zu gestalten, war damals nicht möglich. Heute, wo dynastische Rücksichten wegfallen, sollte ein sinngenmger Ausbau bei einigem Einsehen möglich sein, denn wenn man eine neue Staatsform anerkennt, ist man in keiner Weise gezwungen, gerade das Nachteilige der ehemaligen Form hochzuhalten und weiterzuführen. Werfen wir nur einen Blick auf die poli- tische Karte Deutschlands (siehe Karte 1), so fallen uns jene staatlichen Splittergebiete auf, die sich besonders in Mitteldeutschland häufen. Sie sind als Wirtschafts- und Verwaltungsgebiete zu klein, um beut.' noch selbständig existieren zu können. In dem Bestreben, den Ansprüchen ihrer Bewohner an Verwaltung und kulturellen Leistungen zu genügen, sind sie einem Kleinbetrieb zu vergleichen, dem die Pflichten und Kosten eines Großbetriebes auf- erlegt find. Wohl sind unter ihnen einige, wie z. B. Hamburg, die als Gemeinwesen dieser Aufgabe gerecht werden könnten, aber hier fehlt es der Stadt an Wirtschafts- und Lebensraum. Sie ist als Großstadt frei von einem Hinterland, das evll. Kosten verursachen könnte, cs fehlt chr aber die Möglichkeit, räumlich auszugreifen. Solch territoriale Zerschneidung, wie sie uns zwischen Hamburg und Altona entgegentritt, finden wir ebenfalls zwischen Frankfurt und Offenbach, Mannheim und Ludwigshafen, Ulm und Neu-Ulm. Hier bestehen noch heute verwaltunaswirtschaftliche Rivalitäten, die nicht nur auf das Mittelalter zurückzuführen sind, sondern ihm eigentlich angehören sollten.
Bei den Exklaven und kleineren staatlichen Einheiten, deren ungünstige Lage schon oben gestreift ist, fehlt es besonders an dem Ausgleich, der in größeren Gebieten zwischen finanziell schwächeren und stärkeren Teilen geschaffen wird. Eine Vereinheitlichung ist ja schon aus einigen Gebieten gelungen, so haben die Zeiten aufgeyört, wo die preußischen Bohnen in Konkurrenz zu ondersstaatlichen liefen, die Elektrizitätsversorgung zieht in großzügigen Linien über die innerstaatlichen Grenzen, die Ferngasversorgung, das Rundfunkneß, das Fernkabelnetz, die Großschiffahrtslinicn, Lufthansa, Telegraphenunion und Wolffs Telegraphisches Bureau, betrachten praktisch Deutschland als Einheit. Dabei sind alle diese Einrichtungen nicht rein zentralisiert, sondern partiell zentralisiert oder regional aufgeteilt wie Weitzel (Erde und Wirtschaft 1928, S. 1) das nennt, allo im Rahmen des Ganzen betrachtet, dezentralisiert. Damit kommen wir aus eine der Kernfragen der Neueinteilung: Soll eine Zentralisation oder Dezentralisation stattfinden?
Wir kommen aus der Zeit größter Dezeiüralisa- Hon, man kann schon sogen Zersplitterung, und es ist langsam eine partielle Zentralisation unter dynastischen Rücksichten eingetreton. Die Zersplitterung hatte gegenüber einer frühen Zentralisation, wie sie z. B. in Frankreich durch die straffe Königsgewalt geschaffen wurde, den einen Vorteil, daß bei den vielen Hunderten von Staatsgebieten und freien Reichsstätten, deren Entwicklung durch künstliche Grenzen und Zollschranken hochgehalten wurden, diejenigen, die wirklich durch die Natur des Landes und ihre Lage bedingt waren, sich entwickeln konnten, während Hunderte von anderen zu der Bedeutungslosigkeit herabsanken, oder vielmehr auf ihr stehen blieben, die ihnen von Natur zukam. Sie konnten, da sie nur lokal verankert waren, bei der Erweiterung des Wirkungskreises durch Industrie und Weltwirtschaft nicht mit jenen Schritt halten, die nach Lage zu den Verkehrswegen und zu ihrem Wirkungskreis günstiger gestellt waren. Allerdings macht sich bei allen eine latent wirkende Kraft geltend, die früher auch künstlich Gewolltes noch einige Zeit fortdouern läßt, doch sind die geographischen Faktoren in ihrer Wirkung durchaus vorherrschend, wenn sie auch langsam wirken.
Diese Dezentralisation hat sich wirtschafllich von einem Uebermaß zwangsläufig auf ein Normalmaß zurückgeschraubt, und die oben angeführten privaten und staatlichen Wirtschaftsmrternehmen, die sich über das gesamte Reichsgebiet oder größere Telle erstrecken, fyaben in wirtschaftlichen Mittelpunkten ihre Zentralen zweiter Ordnung, besitzt doch' das Deutsche Reich zwanzig Städte mit mehr als einer Viertel Million Einwohner. Durch die industrielle Entwicklung ist überhaupt der Schwerpunkt in einer Landschaft mehr den Städten zugekebrt. Ist doch seit 1871 die Zahl der Städte mit über 100 000 Einwohnern von 8 auf 45 gestiegen und ihre Einwohnerzahl von rund zwei Millionen auf nahezu 17 Millionen und ein ähnliches Wachstum zeigen die Mittel- und Kleinstädte so daß mit einem Wort die städtische wie die industrielle Bevölkerung heute überwiegt. Es ist auch damit der von ihnen benötigte Umkreis landwirtschaftlicher Art ausgedehnter als früher. Schon aus diesem Grunde sind die neuen Einzelstaaten nicht zu klein zu wählen. Dieses Erfordernis geht auch aus Verwaltungsgründen hervor. Eine Ersparnis in der Verwaltung läßt sich nur erzielen, wenn die neuen Einzelftaaten eine gewisse Größe nicht unterschreiten.
Dabei muß auch die Frage gestellt werden, welche verfassungsmäßige Stellung den Einzelstaalen zu- kommt. Wir sprachen vorher von einer partiellen Zentralisation oder regionalen Aufteilung und damit ist eine Dezentralisation in dem Sinne gemeint, daß die neugebilbeten Einzelstaaten oder Länder für ihre besonderen Belange Selbstverwaltung besitzen, ihre internen Fragen söweit alleine lösen, wie dies einer starkgefügten Reichs- rinheit nicht zuwider lauft. Die Gefahr eines Auseinanderfallens des Reiches, die nach Kriegsende befürchtet wurde und einer Neueinteilung Schranken ouferlegte, kann als überwunden gelten. Eine solche Lösung ist möglich, und die Schwierigkeiten, die ihr entgegenstehen, liegen nicht allein bei den kleinen Ländern, sie liegen auch nicht allein in den Süddeutschen Staaten, die dem Anschluß an die Reichseinheit nur bedingte Sympathie cntgeaenbringen. sondern sie liegen auch in Preußen, das sein« Hegemonie gefährdet sieht, wenn es seinen Provinzen oder daraus erwachsenden größeren „Landern" in einem neueingeteilten Deutschland Selbstverwaltung und Eigenvertretung im Reichsrat geben muh, die den Provinzen bis jetzt praktisch nur bedingt zusteht. Denn darüber muß man sich klar sein, daß eine Neueinteilung nur dann einen dezentralisierten Einheitsstaat schafft, roenn Preußen als Zentralstaat sich dezentralisiert. Solange dies nicht geschehen ist. und ein zentralisiertes Preußen weiterbesteht, hat die Selbstaufgabe der jetzt noch bestehenden Länder (der früheren Bundss- itaaten) keinen anderen Sinn als den einer Stär, kung her preußischen Zentralmacht.
(Fortsetzung folgt )
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
(D Watzenborn-Steinberg, 30. Slov. Als Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Leh- rers Bausch wurde Lehrer Zimmer, früher in Wisselsheim (Kreis Friedberg) tätig, ernannt.
00 Klein-Linden, 30.Nov. Das Forst- i n ft i t u t der Landesuniversität Gießen, das die Jagd in unserer Gemarkung als Lehrjagd vom hessischen Staat übernommen hat, veranstaltete in diesen Tagen seine Treibjagd. Von rund einem halben hundert Jäger wurden 62 Hasen und einige Hühner zur Strecke gebracht. Das Jagder- qebni-3 der früheren Jahre war bedeutend geringer.
• Grohen-Llnden, 30. Rov. In stark besuchter öffentlicher Versammlung sprach am Donnerstag auf Einladung der Gefolgschaft Grohen-Linden des Iungdeutfchen Ordens Hauptmann a. D. S t ö ß n e r über den „Kampf und Ziele des Ordens". Der Redner verstand in sehr überzeugender Weife, den Kampf des Iungdeutschen Ordens um den deutschen Dolkssiaat darzustellen. Er erntete für seine Ausführungen reichen Beifall.
f Treis a. d. Lda., 30. Nov. Die seit einigen Jahren übliche Gedächtnisfeier auf dem Friedhof fand dieses Jahr wegen der Unbill der Witterung in der Kirche statt. Der evangelische Kir- chengesangverein und die erste Schulklasse trugen durch ihre Chöre zur Vertiefung der tfeicr bei, die sehr zahlreich besucht war.
bau im Siedlungsgelände in der Rombach wurste die Bedürfnisfrage bejaht. Hierzu lag eine Eingabe des Sastwirtevereins von Alsfeld und Umgegend vor. in welcher gegen die weitere Errichtung von Wirtschaften in Der Stadt Alsfeld Einspruch erhoben wird mit der Begründung, daß genügend Wirtschaften vorhanden seien. — Ein Gesuch um weitere Gewährung. eines Zuschusses zu den Kosten der Drucklegung für die Gemeinde- orchive im Kreis Alsfeld wurde abgelehnt mit der Begründung, daß die Stadt bereits zweimal hierzu Beträge bewilligt habe, zumal auch der Krrisausschuh eine weitere Erhöhung seines Zuschusses abgelehnt hat. — Für die Ilmpflasterung der Kaplanei- gaffe ist von den Anliegern ein Geländeerwerb notwendig zur Herstellung eines beiderseitigen Bürgersteigs. Die mit den Anliegern hierüber getroffenen Berei.ibarungen wurden genehmigt. Soweit die Anlieger das Gelände unentgelllich an die Stadt abtreten, werden sie von der Zahlung der sahungsgemäßen Anteile für die Kosten der Herstellung der Bürgersteige mit Mosaikpflaster befreit. 3m übrigen wird für das abzugebende Gelände 2 Wk. pro Quadratmeter bezahlt auf Grund eines allgemeinen Beschlusses. — Die Gemeinde-Hundesteuer für das Fahr 1 929 wurde in derselben Höhe, wie früher, festgesetzt und betragt, wenn der Beginn des Hundebesitzes fällt in die Zeit vor dem 1. Juli bis 12 Mk.. pom 1. 3uli ab 6 Mk. für
siCpluflrierte des Siebenen Jtiassei^eis
erscheint von heute an als zwölsseitige, im Tiefdruckverfahren hergestellte Samstags - Beilage
Oie Äezugsgebühr für den Gießener Anzeiger einschließlich seiner vier regelmäßigen Sonderbeilagen wird in der Folge alle zwei Wochen erhoben in Höhe von 1 Mark nebst 15 Pfennig für Trägerlohn
f Alle ndorf a. d. Lda., 30. Nov. Der G c« flugelzuchtoerein Allendorf und Umgebung wird am 8., 9. und 10. Dezember seine diesiähriae Geflügelausstellung im Saale des Gasthofs zum Bahnhof dahier abhalten.
-j- Aus der Rabenau, 30. Nov. Das frost- freie Wetter des diesjährigen Spätherbstes brachte es mit sich, daß die Feldarbeiten fast zu Ende geführt werden konnten, was als eine Seltenheit bezeichnet werden kann. Die Winterruch t steht durchweg saftig grün da. Wenn einer- eits das günstige Wetter dem Auslaufen der Frucht ehr förderlich war, so konnten sich anderersells auch die Schädlinge, die sich an der jungen Saat gegenwärtig sehr stark bemerkbar machen, vortrefflich entwickeln. So sieht map an besonders feuchten Stellen auf den Fruchtfeldern, wie die Schnecken die zarten Spitzen des Korns und Weizens in immer größerem Umfange abgefressen haben. Sehr viele Stellen, gerade tiefer gelegene Ackertelle, stehen infolge der starken Niederschlage der letzten Wochen unter Wasser, sv daß schon an diesen Plätzen die junge Saat als halb verloren gelten kann. Auch hat die günstige Witterung die Vermehrung der F e l d - mäuse sehr gefördert', an besonders geschützten Stellen in der Nahe ausgestellter Aecker sind sie sehr zahlreich vertreten. Hauptschaden richten sie natürlich an dem jungen Klee an. In verschiedenen Gemeinden ist zur Bekämpfung dieses schädlichen Nagers Giftweizen, mitunter auch in Form der „Zelio- Eörner", ausgelegt worden. Vereinzelt wurde auch das Veroasungsoerfahren mit großartigem Erfolge angewandt. Im Vorherbst wurden nicht in dem Umfange an den Bäumen Klebgürtel angelegt, wie es im Jahre zuvor nach der Rekordobsternte der Fall war. Nur vereinzelt sieht man solche an Gemeindeobstanlagen. Sehr merkwürdig empfindet man es, daß bis jetzt kaum Frostspannerweibchen, infolge des verhältnismäßig warmen Wetters, daran zu finden find.
Kreis Schotte».
e. Ulfa, 30. Tkov. Bei den hiesigen kirchlichen Wahlen wurden als Kirchenvorsteher gewählt: Bürgermeister Hofmann. Frredr. Jüngling. Rechner Döll, 3ohs. Ludwig HL, Lehrer Ludwig Magnus, Heinrich Karl Lenz. Die Kirchengemeindevertretung setzt sich zusammen aus: Gg. PhiL Döll, Georg Ludwig Hl.. Phil. Ludwig HL, Georg Gerhardt HIL, 3oh. PhiL Fuchs. Karl Lehr, Georg Ludwig I-, Karl Rau, Konrad Schmidt V„ Phil. Karl Möser, 3ohs. Heine. DiehL PhiL Döll UL, Heinr. Konr. Döll, 3oh. Ludw. Zimmer, Lehrer Schön- beit, Karl Krchbast, Phil. Bach H-, 3oh. Gust. Ludwig. Gg. Heinrich Krahl IL, Karl Krahl. Otto Krahl I. Heinr. Döll HL, 3oh. Konrad Jäger IV.. Heinr. Dipp L, Heinr. Lotz IV., Karl Ludwig IL, Heinr. Knobloch I. Otto Bach L. Phil. Fleischer L. PhiL Reitz. — 3n dem Filialort Stornfels wurden in den Kirchen- Vorstand gewähll: Bürgermeister Schneider. Wilh. Dang. 3ohs. Christian Schneider, Friedr. Lauster, Ludwig Schneider IL, Wilh. Weisinger.
Kreis Alsfeld.
Alsfeld, 30. Rov. Aus ber Stadt - vorstandssitzung: 3n der am Dienstag stattgehabten Sitzung wurden zunächst verschiedene kleinere Vorlagen über Vergebung von Arbeiten und Lieferungen, sowie verschiedene Rechnungen, die voranschlagsmäßig nicht vorgesehen waren, entsprechend den Beschlüssen brr Daukommis.ion, erledigt. Dec Bürgermeisterei wurde die Ermächtigung erteilt, Arbeiten und Lieferungen bis zum Betrage von 200 Mk. freihändig zu vergeben. — Zu einem Gesuche des Landwirts Karl Arnold um Erteilung von für feinen Reu
jeben Hund. Es wurde grundsätzlich beschlossen, einen Hof- bzw. Wachhund von dec Gemeindehundesteuer für solche Gehöfte zp befreien, die außerhalb des Ortsbauplans der Stadt Alsfeld und mindestens 200 Meter von dessen Ende entfernt liegen. Diese Regelung soll, sofern keine gesetzliche Aenderung eintritt, auch für die folgenden Jahre gelten. — Eine längere Debatte entspann sich über den Punkt: Erlaß einer Ortsbaupolizeiverordnung für die Stadt AlSfeld. Der Vorsitzende begründete in längeren Ausführungen die Rotwendigkeit einer derartigen Verordimng. einmal um das Stadtbild vor einer weiteren Verunzierung. insbesondere durch den immer mehr zunehmenden Schilder- und Reklameunfug zu schützen, sodann aber auch seien praktische Gesichtspunkte für den Erlaß ausschlaggebend. Rach dem Inhalt der Verordnung werden künftig genaue Vorschriften über die Grötze. Form und Anbringung von Firmen- und Rellameschildern. über die Aufstellung von Reklametafeln auf unbebauten Grundstücken, über Anbringung von Lichtreklamen usw. erlassen, ebenso über die Mn- friedigung von Vorgärten und Bauplätzen an größtenteils bebaute Straßen usw. Bei der Beratung wurden mehrfache Abänderungsanträge gestellL Rach längerer Aussprache wurde der Entwurf der Verordnung in der von der Dau- tommif.ion durchberatenen Fassung mit den in der Sitzung Dorgenommenen Abänderungen angenommen. Wie der Vorsitzende dabei mtteilte, sei auch der Einzelhandel mit der vorliegenden Fassung einverstanden und habe seine zuerst gegen die Verordnung geäußerten Bedenken fallen lasen. Der Entwurf der Verordnung geht nunmehr an das Kreisamt zwecks Erwirkung der ministeriellen Genehmigung. Innerhalb eines Jahres nach seinem Inkrafttreten müssen die in der Verordnung erwähnten Vorrichtungen entsprechend deren Vorschriften geändert werden. — linier Mitteilungen gab der Vorsitzende ein Schreiben des Landwirtscya.tZkammeraus.chusses für die Provinz Oberhes en bekannt, wonach im Januar eine Zuchtviehs er st eigerung in Alsfeld abgehalten werden soll. Hierdurch wird einem aus Züchterkreisen mehrfach geäußerten Wunsche Rechnung getragen, da sich erfahrungsgemäß die ZuchlDiehauttionen in Alsfeld eines guten Absatzes erfreuen. An die öffenlliche Einung schloß sich eine nichtöffentliche Beratung an.
L Ober-Oh m.e n, 30. Aviv. Heute ereignete sich gegen 13 Uhr zwischen hier und Ruppertenrod wieder ein Automobilunglück. Durch das heftige Schneetreiben war die gut geteerte Ohmstraße sehr glatt. Ein Auto kam, von Ulrichstein kommend, in einer Kurve ins Schleudern. Der Wagen sauste mit großer Wucht in den etwa einen Meter tief liegenden Straßengraben. Zuerst nahm er einen starken Apfelbaum mit, ihn einfach ans der Erde reißend. Durch die Splitter der Windschutzscheibe und der Fensterscheiben wurde einer der Insassen, Herren aus Elberfeld-Barmen, an ©e- sicht und Händen stark verletzt: auch wurden ihm eine Reihe Zähne eilige stoß cm. Der Wagen wurde stark demoliert. Reben abgenssenem Trittbrett zeigte er abgerissene Kotflügel und einen Federbruch. Das Lastauto der Firma Keil (Ober-Ohmen) schleppte den schweren Wagen ab.
• Rieder-Ohmen , 30. Rov. Der Geflügel- und Vogelzucht-Verein für Rieder-Ohmen und Umgebung hielt dieser Tage Im Saale des »Hessischen Hofes" seine diesjährige Lokalgeflügelschau ab. Unter der rührigen Geltung des 1. Vorsitzenden, Karl Fihler, dem keine Mühe zu groß war,
Bezirkssparkaffe Büdinge
lauf. Sb Am der versciedei
nahm bi< Veranstaltung ehrten recht schönen Der- *"£ Ar‘-a6 dlung, die mit etww200 Tieren m Rassen beschickt |Dar, wurde
3|t hier und hn auswärts feljr jgut besucht Preirichteilwirkte Otto Soedkr, Rieder- ^Wünben Stefcreife verteilten stz wie folgt: t.?,^au^reiT&cr Tchau, Dcrtzmdsrnedaille, ert)i0L Otv Hatznann, Rirder-Öhricm. ©leget- prelle ank Blumhof, Walau, Rouen» Ente: ^to yartiuxn, Rieder-Ohmyr, gelbe 3t» liener, MZ. Bow^s, Laubach, «ss. Kröpfe« blau; H^. Wohr, ^jeder-Ohmen. Brieftauben blaugeh.. W. Dock-Äteder-Ohmev. Kanarienvogel, geLEK Harzer, ^ppreise. ‘Bewertung sehr ^tArCr^lCtt& 21 Rieder-Ohmen, Stamm Italiener, schvarz: K. Stockhausen, Rhode» Janter. derse^: LanE weiß? Ad. Maus, Ruppertenrod Rheinland- $ Theiß,
©toefbaufen, 3 Wiener, rc.,far6i6 Q Äraudf Rieder-Ohmen, Italieners G Hchudt. Rieder-Ohmen, desgleichen q steift Stockhausen, Hamburger SUderla^ Plumhof, Mer- lau. Leghorn, weih-, K. M Rieder-Ohmen, Zwerge WyandotteS, weitz» < Zwerg- Bantam. schwarz-, Alb. Don^sew^. n
Kröpfer: Karl Braun, ßaubad,^Lnßcracr Lerchen: W. Böck, ÄanarlenDögCße Sarget; Ad. Maus, Ruppertenrod. ZS^yandolles. rebhuhnfarbig. Hieran anschlie. tQnt> hqz diesjährige Wlntervergnüg Auch hier kamen die ‘Besucher voll und aut qjTC Rechnung. Der Abend wurde öurl Ten Digen Marsch der Feuerwehrkap, eröffnet. Dann hieß der 1. Vorsitzende im^^^ Vereins alle herzlichst willkommen. tÄ[le6enb folgten zwei Theaterstücke „Der ®Vquft zu Breslau" und ..Sie kriegen sich". bv~n t>en Milfplelenden m bester Form wi^geben wurden.
• Büdingen, 30. Rov. Gestern fon oberen Rathaussaal unter dem Vorsitz be^par- kassenbirektors Kmlet sch und in Anw^hel-? des Kreisdirektors Dr. © a h n e r als Der^rs des Hessischen Kreisamts Büdingen die ocn> liche Mitgliederversammlung devz«, zirksfparkasse Büdingen für das 1927 statt. Aus dem Verlauf einer größer Tagesordnung konnte von ben Vertretern 33 ©arantiegemeinden mit Genugtuung ein y treulicher Aufschwung der Kasse festgestellt w^ den. Die Rechnung für 1927 weist einen G <» samtümsatz von nahezu 21 Mlllione auf. Der Gesamteinlagebestand weis, für Spareinlagen rund 1 Million Mark nachj hinzu kommen an Scheck- und Giroguthaben 250 000 ML Die Steigerung des Retto- zugangs an Spareinlagen beträgt 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch für das zur Zeit lausende Geschäftsjahr kann ein Retts- zuwachS in gleichem Ausmaß erwartet werden. Es konnte sm Rein er t rägn is von 13527 Mark erzielt werden. Die Entlastung für die Geschäftsführung und die Genehmigung der Rechnung wurde erteilt. Eine durch die Kreditsicherungsverordnung des Reichsfinanzmlnrsters notwendig werdende Satzungsänderung wurde be- fchlofsen, ebenso eine Erweiterung der Besngnisse für den Direktor zur Uebernahme von Avalbürgschaften usw. für die Sparkasse. Die anregend verlaufene Versammlung konnte nach anerkennen-' den Worten für die erfolgreiche Tätigkeit der Kasse aus dem berufenen Wunde des Vertreters der Aufsichtsbehörde geschlossen werden.
Starkenburg.
WSN. D a r m st a d t, 30. Nao. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung, die zeitweise einen recht lebhaften Charakter annahm, iftble geplante Errichtung eines städtischen Milchhofes gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Frak- tion 'abge 1 ehnt worden. In der erregten Debatte machten sich die Meinungsverschiedenheiten häufig durch persönliche Aeußerunaen und Zwischenrufe Lusc. Auch die Galerie beteiligte sich zeitweise durch Beifalls- oder Mißfallsäußerungen an der Verhandlung, so daß Oberbürgermeister G l ä s s i n g ehigreifen mußte.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
CO Wetzlar, 30. Nov. Die im Jahre 192 9 hier stcutfindenden Märkte find wie folgt festgesetzt worden: 16. 3anuar Viehmarkt, 27. Februar Kram- und Viehmarkt, 13. März Vieh- marit, 27. März Kram- und Viehmarkt, 17. April Kram- und Viehmarkt, 1. Mai Kram- unb Viehmarkt, 19. 3uni Kram- und Viehmarkt. 17. 3uli Fohlenmarkt, 31. Juli, 14. August. 25. Scplember, 16. Oktober. 13. Rovember, 27. Ro- vember und 11. Dezember Kram- und Diehmärkte.
ch Hochelheim, 30. Nov. Bel einem gestern in ber hiesigen Feldmark abgehaltenen K e s s e 1 t r e l - b c n wurden 31 Hasen zur Strecke gebracht.
<> Dornholzhausen, 30.Noo. DieBau- tätigt eit in unserer Gemeinde, die in den Nach- kriegsjahren fast vollständig lahmgelegt war — es wurde in den ganzen Jahren nach Dem Kriege nur ein Wohnhaus erbaut —. hat in diesem Jahre eine außerardentlicheBelebung erfahren. Fünf neue Wohnhäuser sind in diesem Jahre errichtet war-- den, davon drei am Dorfausgange nach Niederkleen, wozu in zwei Fallen die Gemeinde das erforderliche Baugeläiche zu verbilligtem Preise zur Verfügung gestellt bat Zwei weitere Wohnhäuser sind am Dorf, ousgange nach Klein-Rechtenbach erbaut worden, davon eins nach modernem Stil und mit ollen neuzeitlichen Einrichtungen durch den bekannten Bauern- schriftsteller und Heimatdichter Wilhelm Reuter.
Kreis Limburg.
WSR Limburg, 29. Rov. Aus dem 3. Stockwerk eines Hauses stürzte heute vormittag das 22jährige Dienstmädchen Margarethe Stahl aus Frickhofen, das mit Fensterputzen beschäftigt war, rückwärts ab und schlug auf den äußeren Staketenzaun auf. Durch die ungeheure Wucht des Aufpralls wurde die Ungückllche von einer dreizackigen Spitze des Gitters völlig durchbohrt und buchstäblich auf gespießt. Da die Eisenspitzen als Widerhaken wirkten, gelang es den herbeigeeilten Männern erst nach längerer Zelt, die Unglückliche auS dem Gitter zu befreien. Kurz barnach ist bas Mabchen seinen schweren Verletzungen erlegen.
Aus dem Amtsverkündigungsblati.
• Das AmtSverkünbigungs blatt Rr. 86 vom 30. Rovember enthält: Die Ausstellung von Wandergewerbeschemen. — ©e- werbeägitlmationskarten. — Statistische Erhebung über die Zahl der Lehrlinge.


