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übersteht und peinlichst jede auch nurvralische Grenzverletzung ablehnt.

' SchiHiwechsel bei deir Kommnistei

Thälmann seines Amtes als Kraft,onsvorsihender enttzen

gong ausdrücke, der Deutschlands Zukunft un­mittelbar bedrohe, schloß der Redner seine Aus- führungen.

Eisenbahnunglück in der Pfalz.

Ein Toter. 8 Verletzte.

Al a n u h e i m . 1. Oft. (2BI23. Drahlmeldung.) Die Lisenbahndirektion Ludwigshafen teilt dem DTB. mit: Am Montagvormitlag gegen 5.30 Uhr stieß bei der Einfahrt in den Bahnhof Kaiserslau ternder Personcnzug 1325 mit dem Leerzug 1376 zusammen. Der zweite Wagen des Personenzuges schob sich dabei in den ersten Wagen hinein. Bis jetzt sind festgestellt: ein Toter, zwei Schwerverletzte und sechs Leichtverletzte. Namen sind noch nicht bekannt. Auch über die Ur­sache des Zusammenstoßes wird noch nichts Roheres bekanntgegeben. Beide Signale standen auf Freie Fahrt. Als der Arbeiterzug 60 Meter in das Gleis eingefahren war. kam dec Personenzug vom Bahnhof Saiserslautern-West. der direkt auf die Lokomotive des Gegen- zuges aufstieß. Dabei wurden zwei Wagen ineinandergeschoben. Die auf der Plattform des zweiten Wagens stehenden Personen wurden i n die Wand hineingepreßt. Mit vier Sani- tätsaulos wurden die Verletzten abtransportiert.

Japan und dsr Ilottenstreii.

&vric Bahn zum Wettrüsten.

Lotio, 29. Sept. (LTl.) Die japanische Presse ist im allgemeinen der Olteinnng, die amerikanische2lote an England und an Krant- reich beweise nur zu deutlich, daß keine Rede mehr von der Einberufung einer all* gemeinen Abrüstungskonferenz sein könne. Selbst wenn sich die japanische Regierung a l s Mittler aufwersen unb die Initiative für die Einberufung einer neuen Abrüstungs­konferenz ergreifen sollte, so müßte man ange­sichts der Haltung der mnerikanischen Regierung, wie sie aus der letzten Rote spreche, annehmen, daß sich Amerika an einer solchen Konferenz nicht beteiligen werde. Praktisch bedeute die Rote, daß das alte Washingtoner Abkom­men außer K r a f t g e s e tz t sei, und daß alle Großmächte nunmehr wieder freie Hand für den Bau von großen Schl ach schiff en aller Art hatten. Die Presse legt der japanischen Regierung nahe, den ©epanten der Einberufung einer neuen allge­meinen Abrüstungskonferenz aufzugeben, da der Erfolg dieser Bemühungen mehr als zweisel- hast sei. Mit besonderer Genugtuung stellt sie fest, daß die japanische Regierung in diesen Flottenabrüstungsstreit nicht offtziell hineinge­zogen worden sei, da sie ja auch keine Rote erhalten habe. Die amerikanisch-japanischen Beziehungen blieben daher also unverän­dert.

Notwehr dsr Schweiz.

Der italienische Faszismus hat einen unerschöpflichen Appetit. Sein nationalistischer ilebereifer tobt sich nicht etwa nur gegen Slawen und Deutsche aus, er geht nach allen Seiten und beunruhigt besonders die Schweizer, deren Kan­ton Tessin stark mit italienischer Bevölkerung durchsetzt ist. Es ist wohl auch das geheime Ziel des Faszismus, diesen Kanton gelegentlich über» zuschlucken, um dann auch der Schweiz gegenüber die Grenzen bis zu den Alpen zuruckzuverlegen. Jedenfalls haben die Italiener bereits den gan­zen Tessin mit einem Spionagenetz überzogen, von dem nach außen hin etwas bekannt geworden ist durch die fatalen Umstände, unter denen die Aushebung des ehemaligen üaszisi 2 psühre-rs Rossi sich vollzog. 2m Schwei­zer Rationalrat hat es nun eine Interpellation aller Parteien gegeben. Die Schweiz hat eine ge­harnischte Rote nach Rom gerichtet und um strengste Zurückhaltung gebeten. Die Regierung hat zwar gesagt, sie glaube, daß es sich mir um Versehen untergeordneter italienischer Behörden hand.e, aber Mussolini wird diese Warnung doch n:ch' mißverstehen. Er weiß, daß die Schweiz 'hm letzt mit starkem Mißtrauen gegen»

Ein Anchtragsetat zur Veamtenbesoidung.

Berlin 1. Oft. (Priv.-Del.) Rach einer Meldung derDeutschen Beamtenbund-Korre- spvndrnz" empfing Reichsfinanzminister Dr. 4 i l f e r b i n g eine Vertretung des Deutschen Beamtenbundes, die die Wünsche der Be­amtenschaft wegen der Durchführung der l f « 0gcnt^Ie^un9fn zum Be- amtenbesoldungsgesetz vortrug. Der Reichsfinanz- nnm,ter erklärte, daß er die Absicht habe, die Verabschiedung der Entschließungen durchzusüh- ren. Wahrscheinlich werde noch ein Rach*

Don unserer Berliner Redaktion.

'Bei den Kommunisten ist wieder einmal Palast­revolution. Eigentlich der Rormalzustand in einer Partei, die im wesentlichen auf gebaut ist auf der Ausnutzung der menschlichen A n zu frie­de n hei t, die sich deshalb auch nicht wundern kann, wenn diese Unzufriedenheit sich sehr rasch gegen die jeweilige Führung richtet, und daß dann unmittelbar an der Tür schon wieder andere stehen, die gern selbst Diktatoren im kleinen sein möchten. Auch das ist ja weiter kein Wunder. Der Verbrauch an Spitzen ist denn auch in der kommunistischen Partei in den letzten Jahren sehr groß gewesen, meistens auf einen Wink von Moskau hin, das den Kurs etwas weiter nach rechts ober nach links drehen wollte, je nach den politischen Bedürfnissen des russi­schen Kommunismus. Tatsächlich gleicht die Kom­munistische Partei stark den Schaufenstern eines veränderungssüchtigen Kaufmannes, der zur An­reizung der Reugier womöglich jeden Tag seine Auslagen ändert. Da aber bei den Kommunisten noch weniger als bei anderen Parteien Talente gerade wild wachsen, ist es unvermeidlich, daß der Durchschnitt, ja sogar weniger als das ans Ruder kommt, um schlecht und recht nach den aus Moskau verschriebenen Rechten die Partei vonErfolg zu Erfolg" zu führen.

Jetzt hat man Herrn Thälmann ge- ftüflgt, der sich beinahe drei Jahre an der Spitze gehalten hat, der sogar Hindenburgs Gegenkandidat bei der letzten Präsidentenwahl war. Fällig war er eigentlich schon seit langem, toeiil die andern auch einmal zeigen wollten, was sie konnten. Man hat es deshalb zunächst

fragte tat zum Personaletat dem Reichstag unterbreitet werden. Im Zusammen­hang damit solle dann die Durchführung der Reichstagsentschließungen erfolgen. Die Ent­scheidung. ob noch ein solcher Rachtragsetat beim Wiederzusaminen tritt des Reichstages im Ro- vember vorgelegt werde, unterliege zwar dem Reichskabinett, er hoffe jedoch, daß auch das Kabinett die Einbringung eines Rachtvagsetats beschließen werde.

Professor A c e b 0 e

sprach übetDie Bedeutung der Steuer frage für die Gesundung der Landwirtschaft."

Er ging von der Tatsache aus, daß die tiefste Ursache allen städtischen Wohnungselendes die Landflucht ist, und daß eine noch so erfolg­reiche städtische Wohnungsreform wenig nützt, wenn auf dem Lande krankhafte Zustände be­stehen. An dem Rückgang der Landbevölkerung ist nicht nur der Landarbeiter, sondern auch der Bauernstand beteiligt, denn bi? Rentibilität der großen Landgüter ist gegenüber der Dauernwirt- schäft auf gleichem Boden überlegen. Ansiedlung von Kleinbauern vermag auf die Dauer wenig, wenn die wirtschaftliche Äeberlegenheit den Groß­grundbesitzern Aufkauf der Kleinstellen gestattet. Auch durch das landwirtschaftliche Kredit­wesen wurde die Besitzverieilung ungünstig be­einflußt, ebenso durch die baucrnfEndliche Zoll­gesetzgebung, durch die die Erzeugnisse der Großwirtschaft einen stärkeren Zollschuh erhielten als die Produtte der Heinen Landwirte. Um die Landflucht und das ungesunde Anwachsen der Städte zu hemmen, ist vor allem eine soziale Aus* und Reugestaltung der Grund­steuer, die der Bund der Bodenreformer for­dert, notwendig. Heute wird der tüchtige Landwirt durch hohe Steuern be­straf t, und der untüchtige, der gleich gute Er- tragsobjekte hat, durch niedrige Steuern belohnt. Die heutige Einkommensteuer wirft auf die Klein­landwirtschaft verheerend, weil der buchführende Großgrundbesitzer sich der Steuer weitgehend entziehen kann, während der nicht buchfüh­rende Dauer nach Rormalsätzen eilige» schätzt wird. Für ihn wird die Einkommensteuer zu einer reinen Vermögenssteuer. Bei der Reugestaltung der Grundsteuer ist vor allem eine Progression notwendig, die den Ertrag stei­gert und den Großgrundbesitzer um so mehr zu einer rationellen Wirtschaft zwingt, je größer und fruchtbarer sein Besitz ist. Erreichen die großen Güter nicht einen hohen Ertragszustand, so werden die Besitzer gezwungen, einen Teil ihrer Besitzungen zu verkaufen. Die notwendige Aufteilung der großen Latifundien vollzieht sich so ohne Zwangsmaßnahmen. Hinzukommen muh eine Reform der Hhpothekenordnung und eine Reubonitierung der Grundstücke. Die Grundsteuer ist zu ergänzen durch eine Erb­schaftssteuer. deren Sätze nach der Kinder­zahl zu bemessen sind. Die gründliche Reform des Steuerwesens wird eine dichte, kaufkräftige Bauernbevölkerung schaffen.

Aus aller Wett.

Start desHindenburg-Läufer

Am heutigen Montag früh um Illhr wird Franz D z i a d e k, der im vergangn Jahre eine Botschaft der ostpreuhischen ^völkerung an den Reichspräsidenten überbrachtzu seinem Lauf um die Welt" am Brdenburger Tor starten. Der Weg des Hinderrgläufers (die Führung dieses Titels erfolgt it Geneh­migung des Reichspräsidenten) )rt über Potsdam und Magdeburg sch Thü­ringen nach München. Die teeren Etap­pen sind: Wien, Budapest, Konantino- P e I. Kairo, Jerusalem, Teheran, fghani - st an. Zu Schiff wird Australn erreicht, zu Fuß durchquert und von Spdnedie Lieber- fahrt nach San Francisco angeten. Rach Durchquerung des nordamerikanischeKontinents erfolgt die Rückreise von Reuhorbis Hol­land zu Schiff und von Holland tt)er zu Fuß nach Deutschland, wo der Hindenbuäufer etwa im Oft ober 1929 wieder in Derliieinzu treff en gedenkt.

Das FlugzeugMarino biiifa* hn Rhcmelal venmglii«.

Die Heimfahrt des italienischei Wasserflug­zeugesM arino di Pisa", dasn den Rach­forschungen nach Amundsen und (itfbaub teil» genommen hatte, und bereits ein verunglückte Rollandung auf dem Rhein bei Stßburg hatte vornehmen müssen, rft unheilvoll rlaufen. Es toar in der Gegend von Straßbur wieder auf­gestiegen. Im Rhonetal, zwei iometer von Valence, wollte es einem Sturme wweichen und machte eine halbe Wendung. Hibei stieß eS mit der Hochspannungsl<tung einer D.ebevlandzentrale zusammen und irztc i n d i e R h 6 n e ab. Der Propeller ur der Motor lösten sich. Von den fünf Insass, wurden die beiden Fliegeroffiziere und ein llerofsizier, die sich im vorderen Teil des Appaites befanden, mit in die Rhone gezogen und rt ranken. Die beiden Maschinisten konnten in Zuschauern gerettet und mit leichten Derleyrgen nach dem Krankenhaus geschafft werden.

Schwerer verkehrsunsall in?-remen.

Sonntagmittag fuhr ein vom Lahnhof kom­mender Straßenbahnwagen infrge Aussetzens der Bremsen so heftig auf einen vrausfahrenden Milchwagen, daß er vollständig in die vordere Plattform der Straßenbahn hineiyedrückt wurde. Ein Radfahrer, der sich zwihen den beiden Wagen befand, wurde t v t g e q re t s ch t. Wäh­rend es dem Kutscher des Michwagens und dem Führer der Straßenbahn gäang. sich durch Abspringen zu retten, wurde der Schaffner schwer verletzt. Das Pferd ce3 Milchwcgens wurde ge­tötet. Der vordere Teil des Strcßeabahnwagens und der Milchwagen ist vollkomnen!zertrümmert. Fahrgäste der Straßenbahn find nicht verletzt.

Der Raubüberfall des angeblichen Finaazbeamien.

Der Raubüberfall in einet Wohnung am Ber­liner Reichskanzlerplatz ist a u s g - k l ä r t wor­den. Die Aufwärterin gab in einem eingehen­den Verhör zu, aus Furcht vor 6er Rache des Räubers und der Entlassung den' wahren Tat­bestand verschleiert zu haben. An dem ileberfate selbst ist sie unAuldig. Der Räuber, ein 26 Jahre alter Produktenhändler Artur Wi- wiorra. war der Frau bekannt. Am Freitag kam. tote öfters mal, Witvwrra wieder, und als die Aufwärterin ihn durch das Kuckloch erkannte, öffnete sieihm, nichts Böses ahnend, die Tür. Jetzt ließ er aber die harmlose Masre fallen und verlangte von ihr Geld. Dabei toar er schott in den Korridor Hine in gekommen' und hatte -ie Tür hinter sich zugezogen. Als die Frau seinem Begehren nicht gleich folgte, schlug er brutal auf sie ein und bedrohte sie schwer. In ihrer Angst sagte sie ihm schließlich, wo sie Geld vermutete. Üm ungestört suchen zu können, warf er ihr Pfeffer in die Augen und streckte sie durch einen wuchtigen Hieb vollends zu Boden.

Durch Explosion von knallquecksilber gelötet.

In Troisdorf wurden durch explodierendes Knallquecksilber zwei Arbeiter getötet. Der Arbeiter Schwarz hatte aus der Zünd» hutchenfabrik der Rheinisch-Westfälischen Spreng­stoffwerte in einer Büchse Knallquecksilber geholt auf dem Rückweg den Arbeiter Hildemann ge­troffen, mit dem er sich in ein Gespräch einließ. Man vermutet, daß das Unglück dadurch ent­standen ist, daß Schwarz stolperte und die Büchse zu Boden fallen ließ.

mit politischen Mitteln versucht, und ntann auf dem letzten Kongreß in Moskau in Zange genommen, aber Stalin stützte ihn. ©ufjten leine Widersacher $u Kreuze kriechen, gaben aber dos Spiel nicht verloren und h nun eine Formalität benutzt, um Thälmc abzu­sägen: in ihrer Hamburger Organisat haben sich llnterschleife gezeigt, die an dem Bürger Führer Höngen blieben. Thälmann hat helfen wollen, diesen Skandal zu verdecken, igstens bis über die Wahlen herüber. Ob i zweck­mäßig war. darüber kann man txebener Meinung sein. Im allgemeinen sind biommu- nisten mit her Zudeckung solcher Michen Irrungen nicht gerade kleinlich. DeFührer aber wurde jetzt plötzlich der Bort eines schweren Disziplinbruchs gemacht. Eat an­geblich den großen Fehler auch ringen und sich entschuldigt. Trotzdem ist er f e i n <5 u n f - Honen enthoben und nach Moau zur Verantwortung geschickt worden. Au>as ein Kennzeichen des ganzen Systems, daß Führer einer deuffchen Partei von dem oskauer Richterspruch abhängig ist. Inzwisck werden die Zurückbleibenden dafür sorgen,lß von seinem Einfluß und von seiner Stellofür den unwahrscheinlichen Fall, daß er Mehren sollte, so gut wie nichts mehr übrig bl< Wenn er wieder!oinmt, findet er alle PI besetzt. Vielleicht richtet sich Herr Ewert, in der Reichstagsfraktion schon eine Rolle spielen begann, einstweilen in der Deherrftg einer Partei ein, solange bis auch er wieder er neuen Intrige zum Opfer fällt

Das Spargutachlen für Hessen.

Die Erklärungen des Finanzminifiers vor dem Landtagsansschutz.

D a r in st a d t. 29. Sept In der letzten Sitzung des Finanzausschusses gab, tote wir berichteten, Finanzminister Kirnberger zu der Frage deÄ Spar gutachtens Erklärungen ab. Rach- dem diese auch uns vertraulich nritigeteilten Er­klärungen in einer Zeitung veröffentlich t werden, tun wir das gleiche.

Vom Bauernbund toar die Frage nach dem Stand der Qlrbeiten des Sparkommissars in Hessen gestellt Worden. Der Finanzminifter zeichnete darauf den bisherigen Gang der Arbeiten. Be­kanntlich wurde nach dem Ersuchen an den Reichs- sparkommissar S ä m i s ch um ein Gutachten über Ersparnismaßnahmen in Hessen von diesem zu­sammen mit hiesigen Regierungsstellen eine ge­naue Rachprüfung der Verwaltung in allen Zweigen vorgenommen. Es sind auch bereits Tellgutachten soweit fertiggestellt, die der Regierung zur Aeußerung übermittelt wurden. Die in Darmstadt tätige Lokalkommission, die für den Reichssparkommissar das Material sichtet und sammelt, wird in wenigen Wochen mit dem Rest ihrer Arbeit fertig sein. Die hessische Regie­rung wird dann Gelegenheit erhalten, sich zu dem Gesamtergebnis der Arbeiten der Kommission zu äußern und Gegenvorschläge oder Ergänzun­gen zu machen. Die endgültigen Feststellungen werden dann von einer Kommission getrof­fen, in der die hessische Regierung, der Spar- tommissar und das Reichsfinanzministerium ver­treten sind. Von der hessischen Regierung wird daneben an einer Denkschrift gearbeitet, in der alle die angeschnittenen Probleme der 'Verein­fachung, Zusammenlegung und Rationalisierung behandelt werden. Bekannt ist außerdem, daß noch aus der Amtstätigkeit des früheren Fi­nanzministers Henrich ein Sparprogramm vor liegt, das ergänzt oder abgeändert wahr­scheinlich schon in einiger Zeit dem Landtag z u g e h e n wird und von diesem verschiedene Sparmaßnahmen verlangen wird.

Die Verhandlung über Reichszuschüsse an das Land Hessen wegen seiner bedrängten Finanzlage durch die Besetzung gehen weiter und führen hoffentlich zu einem günstigen Er­gebnis. Don der Regierung wird dem Landtag wahrscheinlich vorgeschlagen werden, das lau­fende Finanzgesetz um ein Jahr zu verlängern und keinen neuen Etat auszu- ftellen. Selbstverständlich werden die notwendigen Ergänzungen borgenommen; es wird wahrschein­lich trotzdem zu einer Etatdrbatte kommen, die aber wahrscheinlich viel kürzer als gewohnt sein wird. Die Gründe für diese Maßnahme liegen einmal in den noch nicht abgeschlossenen Ar- beiten des Reichssparkommissars. den Verhand­lungen um den kommenden Reichssinanzausgleich und dem noch unerledigten Steuervereinheit- lichungsgesetz, die vom Reichstag noch erledigt werden müssen. Die noch ausstehenden Ausfüh­rungsbestimmungen zu den Reichssteuergesehen werden vom Finanzminister für das Frühjahr angekündigt Der Stellenplan wird dem Landtag im Rovember zugehen. Voraussichtlich wird aber hier durch rasche Beratung versucht werden, die vorgesehene Ausmerzung von Härten im Besoldungsgesetz baldigst auszugleichen.

Durch ausffrSmenbc Gase getötet

Auf dem Terrain der Hamburger Gaswerke in Tiefstaak wurden vier Arbeiter, die m i t dem Teeren einer unteri rdischen Rohrleitung beschäftigt waren, durch aus» strömende Gase getötet. Bei den Rettungs- arbeiten erlitten drei Feuerwehrleute schwere Gasvergiftungen.

Ein Lastkraftwagen von einem Eisenbahnzug überrannt.

Bei Corio, unweit der australischen Stadt Geelong, wurde bei einem Bahnübergang eilt Lastkraftwagen, in dem sich eine größere An­zahl von Personen befand, von einem Eisen­bahnzug überrannt und vollständig zer­trümmert. Fünf Personen wurden getö­tet und sechs verletzt. Die Opfer des Anfal­les hatten an einer kirchlichen Feier teilgenom­men, die in Werribee von dem päpstlichen Dele­gierten Kardinal ©errette geleitet worden toar.

Ein angeblicher Vetter Achmed Zoghus wegen Schwindeleien verhaftet.

Auf dem Hauptoahnhof in Breslau wurde der von den Staatsanwaltschaften in München, Betten und Hamburg gesuchte angebliche Detter des angeblichen albanischen Königs Achmed Zogu. der 22 Jahre alte türkische Student Mu st a ph a Said Razim Beh aus Konstantinopel, ver­haftet. Der Verhaftete entstammt einem bekannten türkischen Hause. Sein Vater toar Oberst im os­manischen Heer, Fkügeladjudantvon Ab­dul Hamid und Kominandant aller türkischen Häfen. Der Onkel des Qtubenten ist der frühere Kriegsminister Enver Pascha. Rach dem Türken wurde wegen Paßfälschung, Scheck» schwindeleien und Kreditschwinde­leien gefahndet.

Aus hoher Ser von Piraten ausgeraubt.

Auf dem Loiidoner Dampfer2l n I i n g der China Ravigation Co., der sich auf dem Wege von Singapur nach Hongkong befand, mit 1400 Passagieren an Bord, warf plötzlich am Mittwoch ein Teil der chinesi­schen Passagiere ihre Verkleidung von sich unb entpuppte sich als eine Gruppe mit Re­volvern bewaffneter Piraten. Rach einem erbitterten Kampf mit den Offizieren und der Mannschaft des Schiffes, wobei der Erste Ofsi- zier und her Erste Ingenieur sowie der chine­sische Obersteward getötet und der Kapitän schwer verletzt wurden, ergriffen sie von dem Schiff Besitze Die Giraten steuerten das Schiff nach der Honghaibai. nördlich von Biasbay, einem bekannten Piratenunterschlupf. Dort raubten sie den Dampfer aus und begaben sich sodann in Booten an Land. Wie ein Radiotelegramm von Bord des Schiffes mitteilt, befindet sich dieses wieder unterwegs und hofft, Samstag in Hongkong einzutreffen.

Levine bleibt die Telephonrechnung schuldig.

Der amerikanische Ozeanflieaer Levine hat t n Prag nach seinem Verschwinden nicht die befielt Erinnerungen zurückgelassen. Ihm trauert der Portier des Hotels, in dem Levine wohnte, we­gen Richtbezahlung der Telephvn- rechnung in Höhe von einigen tausend Kronen nach. Alle Versuche des Porteers. wieder zu fei­nem Gelde zu kommen, sind ergebnislos geblieben. Runmehr hat sich das tschechische Außenministe- rhtm der Angelegenheit angenommen und sucht im Sammelwege das Geld zusammenzubekonimen.

Oie Wetterlage.

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Sonntag,- >t. 1928. 8hmgs.

©vromenros. o nener nan> veoecxr. 9 worxig. e otaecia itegeA * Schnee a graupeln, e nehel H de*/itter.(§)WinMtilie.«O-. sti» cicnte» Ost massiger Südsüdwest *£) stürmischer nordwest Oie Pfene fliegen mit dem winde. Die oei den Stationen stellenden Zaft- fen geJcn die Temperatur an. Die Linien eerDmden Orte mit gleichen» «xi n-eresniueau umaereehneu» Luftdruck

Wettervoraussage.

An der Rückseite der nach Rußland abziehenden Störung kommt es in Gemcinschaft mit dem not­westeuropäischen Hochdruckgebiet zur-maritimen Po- larlust'Derfrachtung nach Mitteleuropa, die beson­ders in Süddeutschland innerhalb 24 Stunden einen Temperaturrückgang bis zu 9 Grad Celsius ver­ursachte. Die Kolllust bringt gleichzeitig hohen Lust- druck nach dem Kontinent, unter dessen Einfluß wie­der allmählich Wetterberuhigung einsetzen dürfte, wenn auch zunächst noch unter wechselnder Bewöl­kung einzelne Regenschauer nicht ausgeschlossen sind. Die Temperaturen werden nachts um null Grad, in Bodennähe sogar bis unter null Grad zu liegen kommen. Auch tagsüber beibt es kühl.

Wettervoraussage für Dienstag; Teils wolkiges, teils aufhesierndes Wetter, nachts leichter Bodenfrost, auch tagsüber kühl, vorwie­gend trocken.

Witterungsaussichten für Mitt­woch: Ruhiges, auf heiterndes und trockenes Wet­ter bei wenig veränderten Temperaturen wahr­scheinlich.

Lufttemperaturen nm 30. September: mittags 9,8 Grad Celsius, abends 6,4 Grad Celsius, am l.Dtt.: morgens 5,8 Grad Celsius. Maximum 12 Grad Cel­sius, Minimum 1,6 Grad Celsius. Erdtempera­turen am 30. September: abends 10,4 Grad Celsius; am 1. Oktober: morgens 7,5 Grad Celsius. Nieder­schlag 2,7 Millimeter.