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fahrts- und Hochbahngesellschaf.cn. Eine Sonder­stellung nimmt die I.-G -Farben Industrie ein. Die übrigen Riesengesellschaften find vereinzelt in ihren (Kruppen (chemische Industrie, Maschinen­bau, Fahrzeugbau, Textilindustrie. Wasserwerke. Gaswerke, Einzelhandel und DersichrrungLwesen).

EL zeigt sich ein« weitere Kapitalkon- zentration. Die Zahl der Gesellschaften ist gesunken, da« Kapital um rund 890 Millionen Mark (davon nur 16 Millionen Mark aus Um­stellungen) gestiegen. Ron den ausgelösten Gc sellschallen entsielen der Anzahl nach 17 Prozent, dem Kapital nach 78,2 Prozent auf Fusionen Verstaatlichungen usw Ron den Aeugründungen entfielen 25,3 Prozent der Anzahl, aber 68,6 Prozent dem Kapitol nach aus Sacheinlagen und Fusionen. Dom Rominaltapital der Reugründun­gen entfällt mehr als */ auf die Umwandlung der Siemens-Schuckert-Werke G. m. b. H. in eine Aktiengesellschaft Don den Kapitalerhöhungen der mit Bergbau verbundenen Elsenindustrie (210,7 Millionen Mark) entfallen 205,7 Millionen Mark auf die Fusionen der Deutsch-Luxemburgi­schen Dcrgwerks-A.-G. und des Bochumer Der- eins mit der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. und auf die Kap ialerhöhungen der Mannesmann- röhrenwerkc-A.-G, der Klöckner Werkr-A.-G. und der Eisen- und Stahlwerke Hoesch-A.-G. 3n der Gruppe Bergbau und Eisenindustrie finden sich unter den Auflösungen die Deutsch-Luxem­burgische Bergwerks-A °G. und der Bochumer Dcrein wieder. Unter den Auflösungen durch Konkurse ist in der Gruppe Sägewerke eine graste Gesellschaft zu verzeichnen- die Gcbr. Himmels- bach-A.-G. mit einem Kapital von 9,6 Millionen Mark.

* Vie Reichstnde xziffer für die Lebens- Haltungskosten im April (Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung undsonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statisti­schen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats April mit 150,7 gegenüber dem Dor- monat (150,6) nahezu unverändert geblieben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913 14 100): für Ernährung 151,0, für Woh­

nung 125,5, für Heizung und Beleuchtung 144,6, für Bekleidung 169,9, für densonstigen Bedarf" einschl. Derkehr 186,4.

Frankfurter Hypothekenbank. Die G.-D. genehmigte den bekannten Abschluß mit 9 Proz. Dividende. Im laufenden Jahre habe der Piandbrie^abfay weitere Fortschritte gemacht. Seit Beginn des Jahres wurden rund 22 Mill. Mark Pfandbriefe und Kommunalobligalionen abqcsetzt: das ist bereits mehr als im ganzen Jahre 1927. Wenn sich der Geschäftsgang weiter so günstig entwickle, sei eine weitere Erhöhung der Dividende möglich.

*E m a g" Elektrizitäts A.-G., Frank­furt a. M. Rach dem Bericht entsprach das Jahr 1927 den Erwartungen, das Unternehmen war dauernd gut beschäftigt. Rach Abzug von 1.187 (1,215) Mill. Mark Unkosten, 0,63 (0,51) Mill. Mort Löhnen und bei 0,24 (0,39) Mill. Mark Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 80 100 (68 000) Mark, woraus 7 (6) Prozent Dividende auf 1,332 Mill. Mark Stamm­aktien verteilt werden sollen. Auch im neuen Jahr seien bis jetzt die Aufträge reichlich ein­gegangen.

* Tellus A.-G. für Bergbau und Hütten-Industrie. Frankfurt a. M. Für die Aktien der Gesellschaft bestand an der Börse gröberes Interesse. Wie der DHD. erfährt, ist ein günstiger Abschluß für 1927 zu erwarten, der nach vorläufig unverbindlicher Schätzung eine Dividendenerhöhung von 6 auf 8 Proz. ge­stattet. Bilanzsihung voraussichtlich Mitte Mai.

* Derein für chemische Industrie r.A. - G., Frankfurt a. M. Rach dem Be­richt war das Jahr 1927 stetiger als das vor- Lngegangene: es war möglich, die Umsätze we­sentlich zu steigern. Die relative Gleichmästig- 1c;t und Stabilität der Märkte wirkte sich im allgemeinen auch günstig auf die Produktionslage aus. Aus technischen Gründen sei zunächst die Derkohlungsleistung der Zweigniederlassung Friedrichshütte bei Laubach (Oberhessen) auf die übrigen Betriebe übernommen worden: der Betrieb von Friedrichshütte ruht bis auf wei­teres. Die Preile der Fabrikate hielten sich nur teilweise aus der Höhe des Jahres 1926. Die scharfe ausländische Konkurrenz zwang bei manchen Produkten zu stärkeren Preisreduktionen. Es verbleibt ein Reingewinn von 0,560 (0,292). Hieraus erhalten die 6,5 Mill. Alk. Stamm­aktien bekanntlich 7 (6) Prozent, und die Dor­zugsaktien wieder 8 P.ozent Dividende. Die restlichen 0,097 (0,015) werden vorgetragen.

* Mainkraftwerke A.-G.. Höchst a. M Die G.-D. erledigte die Regularien Danach ge­langen für das Geschäftsjahr 1927 6 Prozent

Dividende für die Dorzugsaktien und 8 Prozent für die Stan.mattien zur Derkeilung

Diskonterhöhung der Schwedi­schen Rcichsbank. Die Schwedische Reichs­bank erhöht vom 1. Mai an den Dis' ntsatz von y/t auf 4 Prozent.

Rindermarli in Gießen.

Auf dem heutigen Rindermarkt in Gießen waren 955 Stück Großvieh und 373 Kälber aufgetrieben. Der Handel war bis zum Schluß schleppend. Es wurden keine wertentjprechenden Preise erzielt. Schlachttühe wurden äußerst billig gehandelt. Es wurden bezahlt: für Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mark, Kühe 2. Qualität 400 bis 500 Mark, Kühe 3. Qualität 150 bis 250 Mark) Rinder ein- bis zweijährig 120 bis 280 Mark, Kälber 50 bis 60 Pfennig je Pfund Lebendgewicht.

Krankiurtcr Börse.

F r a n k f u r t a. M., 1. Mai. Tendenz: überroll gend etwas fester. An der heutigen.je hat sich die Situation wenig verändert. Für Spezial- werte bestand wieder lebh afteres In ter- esse, und Arnar stand heute die Farbenaktie weiter im Vordergrund. Es sollen weitere Kauf­orders vom Ausland« eingetroffen sein. Im all­gemeinen war die Grundstimmung freundlich: anderseits war doch eine gewisse Zurückhaltung nicht zu verkennen, und die Spekulation neigte wieder verschiedentlich zu Abgaben. Es waren bei der ersten Notierung jedoch überwiegend Kurs­besserungen von 1 bis 2 v. H. zu verzeichnen. Mit Ausnahme des Farbenmarktes war das Ge­schäft sehr st i l l. I. - G. - F a r b e n plus 3 o. H., Scheideanstalt plus 1,75 v. H., Holzverkohlung plus 3 v.H. Bon Elektrowerten lagen Gesfürel 2,5 v. H., Bergmann 2 o. H., Siemens 1 o. H. höher, Licht L-Kraft büßten dagegen 1,75 v. H. ein. Rheinstahl zogen 2.5 v. H., Riebcck 2,75 v. H. und Stahloerein 1,5 o. H. an. Mannesmann gaben leicht nach. Westeregeln 3 o. H. schwächer. Am Banken- markt bestand für Danatbank mit plus 3 o. H. stärkeres Interesse. Zellstoffwerte vernachläs­sigt. Deutsche Anleihen geringfügig erhöht. Ausländer still. Ungarische Goldrente weiter fest. Amerikanische Enka mit 78 Dollar «her ange­boten. Im weiteren Verlauf schwächte die Tendenz allgemein ab, da sich das Realisationsbedürfnis ver­stärkte.

Berliner Börse.

Berlin, l.Mai. Trotz verschiedener ungünstiger Momente englisch-ägyotische Spannung, Diskont­erhöhung in Schweden, Aussperrung in der schlesi­schen Textilindustrie, Verhandlungen über Kohlen­preiserhöhung, Festigkeit in Neuyork eröffneten die ersten Kurse im allgemeinen b e - hauptet. Spezialpapiere waren sogar wieder be­deutend erhöht. Dröerseingänge lagen wenig vor. Mit starken Steigerungen fielen Rheinstahl, Hapaa, Schubert & Salzer, Polyphon auf, wahrend Ilse, Glanzstoff, Mitteldeutsche Creditbank und einige kleinere und Zellstoffwerte schwacher lagen. A n - leihen uneinheitlich. Ablösungen etwas fester. Ausländer überwiegend schwächer, nur Ungarn fest. Tägliches Geld 8 bis 9,5 v. H., Monats­geld 7,5 bis 9,5 v. H. Im Verlaufe traten die un­gültigen Momente stärker in den Vordergrund. Die Spekulation schritt zu Abgaben, so daß Kursrück­gänge von 1 bis 3 v. H. durchschnittlich zu ver­zeichnen waren. Polyphon minus 4 v. H., Ilse minus 7 v. H., Glanzstoff minus 8 o. H.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a M., l.Mai. Am heutigen Pro­duktenmarkt war die Haltung schwach. Umsätze kamen nur in geringem Umfange zustande, da die Käufer große Zurückhaltung bekundeten. Obwohl vom Aus­lande günstige Meldungen eintrafen, blieben diese ohne Wirkung. Mais hatte lebhaftere Umsätze auf- zuweisen. Auch Mehle weiter bevorzugt. Es notierten (100 kg): Weizen 27,25 bis 27,50 Mark: Roggen 29,25 bis 29,50; Hafer, inländischer, 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 bis 24,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25 bis 25.50; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0), 38,75 bis 40,25; Roggenmehl 40 bis 41; Weizenkleie 15,65 bis 15,75; Roggenkleie 17,25 bis 17,50 Mark.

Frank' rSer Kartoffelmarkt.

Frankfurt a. M., 30. April. Tendenz fester. Industrie, hiesige Gegend, 4,25 Mark je Zentner.

Berliner P. >nktenböt"

Berlin, 30. April. Der hiesige Markt blieb von der aus Ehikago gemeldeten weiteren Hausse nicht nur unbeeinflußt, sondern bei stillem Geschäft zeigte sich hier eher schwächere Stimmung. In der Haupt­sache ist hierfür die nicht mit der Befestigung der

Terminpreise in Einklang stehende nur mäßige Er­höhung der Etsofferlen maßgebend, außerdem wird mit stärkeren Maiandienungen gerechnet. Inland- weizen ist ausreichend angeboten, bei kaum veränder­ten Preisen halten sich die Umsätze in engsten Gren­zen. Lieferungsware stellte sich per Mai schwächer Am Rogaenmarkt fpteit das gute Wetter eine maß. gebende Bewertung von Iuliroggen, der 1,50 Mark niedriger eröffnete. Auch Mai und Septemberroggen war leicht rückgängig. Promote Ware ist in nach Berlin und zum Export nach Polen schaffenden Par tun eher reichlich e angeboten, von Exportverkäufen ist nur ganz vereinzelt etwas zu Horen; die Inland- mühlen verhalten sich angesichts des schlechten Rog- genmcblgeschafts allgemein reserviert. Roggen- und Weizenmehle haben bei unveränderten Offerten sehr ruhiges Geschäft. Hafer liegt völlig luftlos, die im Konst ,i erzielbaren Preise halten sich beträchtlich unter den Provinzforderuiigcn. Gerste still, aber be h.iuptet. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5 kg Hl-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 270 bis 273 Mark, Mai 284 bis 283,50, Juli 296 bis 295, September 276 (matter); Roggen, märkischer (69-kg sil-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 285 bis 287, Mai 303,50 bis 304, Juli 276,50 bis 275 (schwächer), September 253,50 bis 252,75; Som­mergerste 254 bis 290 (behauptet); Hafer, märkischer, 263 bis 269, Mai 268,50 bis 269, September 225 (ruhig); Mais (.zollbegünstigter Futtermais) 273 bis 241 (etwas schwacher); (100 kg): Weizenmehl 34 bis 37,75 (ruhig); Roggenmehl 38,75 bis 40,75 (ruhig); Weizenkleie 18 (behauptet); Weizenkleie-Melastc 16,75 bis 17,25; Roggenkleie 18,75 bis 19 (fest); Biktoriaerbsen 52 bis 62; kleine Erbsen 36 bis 39; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 24 bis 24,50; Ackerbohnen 23 bis 24. Wicken 24 bis 26; Lupinen (blau) 14 bis 14,75; Lupinen (gelb) 15 bis 15,80; Serradelle 24 bis 28: Rapskuchen 18,80 bis 19; Lein- kuchen 23,50 bis 24; Trockenschnitzel 15,75 bis 16; Soyaschrot 21,70 bis 22,30; Kartoffelflocken 27,50 bis 27,80 Mark.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 27. April. Ein Ehepaar H. aus Annerod gab einem gewissen I. von hier General­vollmacht zur Beitreibung von Geldern und zur Verhandlung mit Gläubigern. I. machte auch ver­schiedene Reisen und nahm vor Gerichten eine Reihe von Terminen wahr, vereinnahmte auch Geldbeträge, die er jedoch nicht an die Eheleute H. ablieferte, sondern für sich verbrauchte. Den Eheleuten H. gab er in der Regel an, er habe das Geld für sie auf die Bank getragen. In einem Falle lieferte er auch einen Betrag von 40 Mark, den er an eine Firma in Mar­burg schicken sollte, nicht ab. Auch behielt er von 24 Hosen, die ihm zur Verwertung übergeben worden waren, fünf Stück für sich, die er angeblich verschenkt hat Schließlich hat er den Eheleuten H. noch eine gestrickte Kinderweste im Wert von 10 Mark ent­wendet. Frau H. beauftragte ihn auch, mit einer Zigarrenfirma in Wieseck wegen der Verlängerung eines verfallenen Wechsels zu verhandeln. Er spie­gelte der Frau H. dann vor, die Firma sei mit Teil­zahlungen einverstanden, wenn 20 Mark sofort ge­zahlt würden. Da Frau H. kein bares Geld hatte, gab sie ihm 300 Zigarren mit dem Auftrag, sie zu verwerten und den Erlös an die Firma zu verab­folgen. Der Angeklagte behielt das Geld jedoch eben­falls für sich. Endlich ließ er sich von einem hiesigen Zigarrenfabrikanten, dem er erklärte, er wolle bei einem Kinderfest des Roten Kreuzes In der Volkshalle Zigarren verkaufen, und dem er Zahlung binnen drei Tagen ober Rückgabe der Waren versprach, 450 Zi­garren Im Werte von über 40 Mark verabfolgen. Diese verkaufte er alsbald an eine hiesige Laden­inhaberin, ohne den Erlös an den Fabrikanten ab- zuführen. Erst gestern hat er feine Schuld bezahlt Seine Einwendungen, er habe sich zur Zurückhaltung des Geldes für berechtigt gehalten, weil er an die Eheleute H. Forderungen für Auslagen und Spesen gehabt habe, konnten nicht beachtet werden, well er den H. gegenüber erklärt hatte, er habe das Geld an die Bank bzw. Gläubiger abgeliefrt. Mit Rücksicht darauf, daß die Eheleute H. ihm fein Verhalten durch ihre kaum glaubliche Vertrauensseligkeit sehr leicht gemacht hatten, und daß der Angeklagte sich in schlech­ten Verhältnissen befindet, erkannte das Gericht auf verhältnismäßig niedrige Strafen und sprach wegen Betrugs in zwei, Unterschlagung in sechs und Dieb­stahls in einem Falle eine Gesamtgefängnis­strafe von zwei Monaten aus, die der An- geklagte sofort anerkannte.

*

* Gießen, 28. April. Gegen «inen Samen- und Gemüsehändler von Garbenteich wurde ein Strafbefehl erlassen, weil bei der allgemeinen Revi­sion der eichpflichtigen Maße und Gewicht« unter feinen Gewichten mehrere vorgefunden wurden, die nicht nachgeeicht waren. Auf seinen Einspruch kam die Sache heute zur Verhandlung. Dabei wurde fest­gestellt, daß am Tage der Revision die Gewichte sich

nicht in dem Raum feiner Wohnung befanden. In dem er seinen Gewerbebetrieb ausübt. sondern auf dem Speicher. Der Angeklagte behauptet, er habe dort Weizen für feinen eigenen Beban nachgewogen und dazu die nicht nachgeeichten Gewichte benutzt. Diese befänden sich niemals in dem Verkaufs­räume und würden auch niemals in seinem Ge­werbebetriebe benutzt, sie hätten jetzt nur zufä 1 - l i 9 mit den vorschriftsmäßigen Gewichten zu­sammengestanden. Diese Angaben konnten nicht widerlegt werden und erschienen an sich auch durch- aus glaubhaft, weshalb der Angeklagte mangels ausreichenden Beweijes freizusprechen war.

Das Polizeiamt Gießen hat eine Polizei- Verordnung erlassen, wonach Bekanntmachungen, gewerbliche Anzeigen usw. vorbehalllich einiger Ausnahmen nur an den von der StadtGießen errichteten Anschlagsäulen und ange­brachten Tafeln durch die von dem Oberbürger­meister dazu berechtigten Personen angeschlagen werden dürfen. Das Anschlagwesen ist seitens der Stadt an eine Firma in Dresden nach vorheriger öffentlicher Ausschreibung verpachtet worden. Der Inhaber einer hiesigen Firma, die in früheren Jah­ren das städtische Anschlaawesen gepachtet hatte, hat nun an eigenen Anschlagtafeln Anzeigen an­fleben lassen. Da behauptet wurde, daß er hierzu nicht berechtigt sei, erfolgte Anzeige gegen ihn, und es wurde «in Strafbefehl gegen ihn erlast?», aegcii den er Einspruch erhob. Er focht heute die Gül­tigkeit der Polizeioerordnung an, weshalb die Sache vertagt wurde und zwecks Anstellung von Ermittelungen, auf welche Gründe der Erlaß der Berordnung zurückzuführen ist.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Derantwortuno '

Liebes Postamts

Jede kleine, kleinste Stadt Mittagspostbestellung hat. Nur in Gießen, nicht zu glauben, Will man uns das nicht erlauben. Wetzlar, das gewiß nicht groß. Schickt die Briefe dreimal los. Wir in Gießen sind noch heute Schlechter dran als andre Leute, Denn nicht jeder Bürgersmann Schafft sich gleich ein Postfach an. Liebe Post, noch eine R u n b e Schenke uns zur Kaffee stunde, Denn was man in Wetzlar hat. Ziemt sich auch für unsre Stadt! H 6.

Kunst und Wissenschaft.

Gemäldeoersteigerung in Frankfurt.

Auf der letzten Versteigerung von Gemälden aller und neuerer Meister durch das Auktionshaus Rudolf B a n g e l in Frankfurt wurden u. a. folgende Höchst geböte erzielt. Alte Bilder: Gooaert F l i n ck (Herren- oildnis) 5550, Pietro Longhi (Venetianifche Mas­ken) 3500, Jan v a n Kessel (Der Garten Eden) 3150; neuere Gemälde: Lenbach (Bismarck) 12 950 und Corot (Flußlandschaft) 5150 Mark.

Vermischtes.

Industrielle Kraft auf drahtlosem Wege.

Die Sau« Gurkenzelt und di« Zeit der Zei­tungsenten pflegt im allgemeinen erstimHoch- f vmm er zu kommen. Trotz alledem weiß heute eine englische Zeitung davon zu berichten, daß der bekannte Physiker M a r c v n i zur Zeit mit Hertz-Wellen Experimente mach«, durch die es möglich sein solle, industrielle Kraft auf drahtlosem Weg« zu übertragen, so z. B. die Kraft der Niagarafälle bis nach Eng­land. und ähnliches. Mit dieser Meldung stem­pelt sich ..Daily Herald" zu einem Jules Derne der Reuzeit; es scheint ihr wohl mehr bei der Derbreitung dieser Meldung der Wunsch der Dater des Gedankens gewesen zu sein. Don drahtloser Energieübertragung kann nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft und Technit'd u r ch a u s noch keine Red« sein, und auch mit Dersuchen in dieser Richtung wird nach Ansicht der Techniker wohl kein po­sitives Ergebnis erzielt werden können. S o weit, wie das englisch« Blatt es glauben machen will, sind wir denn doch noch nicht. Die drahtlose Liebertragung industrieller Kraft bleibt die erste Ent« im großen Blätter­wald. Ein« Ent« macht noch keinen Sommer. Darum werden wir wohl auch in der nächsten Zeit nichts weiter über Marronis Experimente erfahren.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozents LombardzinSsuh 8 Prozent.

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