Grünberg und den Orten deS Amtgerichtsbezirks Grünberg in den Geschäften in Grünberg einkauft.
->- Reinhardshain, 29. Febr. Dieser Tage wunde das Bau- und Schnittholz aus dem hiesigen Gemeindewald auf dem Submissionswege vergeben. Den Zuschlag für das Bauholz erhielt als Höchstbietenider der Zimmermeister Kutscher von Bersrod. Es sind die Klassen 1b bis 3a. Für Klasse 3b (Schnittholz war von Schreiner M e n z von hier das Höchstgebot abgegeben worden. Bei Lärchenschnittholz erhielt Sommerkorn (Gießen) den Zuschlag. Die Preise waren folgende: Kiefern: Klasse la = 24,10 Mark, Kl. 1b = 25,10 Mk., Kl. 2a = 32,10 Mk., Kl. 2b = 33,10 Mk., Kl. 3a = 34,10 Mk., Kl. 3b = 51,75 Mk.; für Fichten: Kl.la = 33,10 Mk.. Kl. 2a-38,10 Mk., Kl. 2b = 40,10 Mk., Kl. 3a = 45,20 Mark; Kl. 3b = 45,10 Mk. für Lärche Kl. 3b = 46,55 Mark pro Festmeter.
ch Rodheim a.d. Horloff, 29. Febr. Der vor über zwei Jahren gegründete Schützenoer- e i n hat in letzter Zeit einen starken Zuwachs an Mitgliedern erhalten, so daß er unter Leitung des Vorsitzen dev Georg Kröll jetzt insgesamt dreißig Schützen zählt. Im vergangenen Jahre l>at sich der Verein teilweise auf dem Wege der <Älbsthilse neben einem modernen Schießstand ein Schützenhaus am Hasels errichtet. Jeden Sonntag finden unter dem Schießleiter Otto Momberger Uebungsschießen statt für ein im Laufe des Sommers abzuhaltendes Preisschießen. Den Plan, in diesem Jahre ein Schützenfest zu feiern, hat man in anbetracht der Zeitlage fallen lassen.
Beltershain, 29. Febr. Dieser Tage veranstaltete der hiesige Kriegeroer^in im Saale des Gastwirts Hoch einen Vortragsabend. Oberstleutnant von Hagen schilderte in feinem Dortrage, durch gute Lichtbild-Kartenskizzen unterstützt, den Aufmarsch unserer Truppen 1914 in Frankreich und kam dann zu seinem eigentlichen Thema, den Verlaus der Marneschlacht im September 19 14. Hier zeigte er an Hand von drei Skizzen die Stellungen der einzelnen Armeen an den einzelnen Schlachttaoen. Rach Ansicht des Redners waren gerade an dem Zeitpunkt, als der Rückzugsbefehl gegeben wurde, die deutschen Truppen an der Marne in gesicherter Stellung.
* Holzheim, 29. Febr Der Polizeidiener Reitz von hier feierte gestern in voller Gesundheit fein 30jähriges Dienstjubiläum.
K eis Friedberg.
Pb. Butzbach, 29. Febr. Unter dem Vorsitz des Regierungs^a's Dr. Andres von Friedberg fand im Singsaal der städtischen Turnhalle die Wahl der Sachverständigen und Sckie^s- männer für die Feldbereinigung statt, wobei als Sachverständige die Landwirte Christof Wendel und Wilhelm Sauerbier II., als Stellvertreter Landwirt E i s f gewählt wurden. Der 2. Stellvertreter wird durch das Ministerium bestimmt, da keiner der anderen Gewählten von den abgegebenen 175 Stimmen die absolute Mehrheit von 88 Stimmen erreichte. Als Schiedsrichter wurden gewählt die Bürgermeister M ö ck e I von Fauerbach v. d. H. und Wetz von Münzenberg, als Stellvertreter die Bürgermeister Fendt (Hungen) und Mobs (Riedermorlen). Ferner wurden noch folgend« Beschlüsse gefaßt: Die Kosten der Feldbereinigung sollen durch Kapitalaufnahme und Ausschlag aus den Flächeninhalt der Grundstücke aufgebracht werden soweit diese nicht aus einem äleberschuh d?s nach Artikel 28 des Gesetzes zu entnehmenden Geländes gedeckt werden. Don den Kosten des Verfahrens sollen von Zeit zu Zeit Ausschläge auf die in Frage kommenden Eigentümer vor» genommen werden. Falls breite Wegeanlagen vorgesehen sind, wird beantragt, diese Wege zunächst nur in der Breite anzuleaen, wie solche zur Benutzung unbedingt erforderlich sind, d. h. in einer Breite von nur vier Meter. Die über dieses Matz hinausgehende Breite — auf beiden Seiten etwa drei Meter — soll besonders aus- gem-ssen, ausgesteint und dem Eigentümer des anstoßenden Grundstücks vorläufig zugewiesen werden. Weiter soll die Bonitierung nach rein landwirtschastiichen Gesichtspunkten mit entsprechenden Zuschlägen für Bau-- und Jndustriege- lä' de stattfinden.
s. W o h n b a ch , 29. Febr. Einen schweren 11 i f a 11 erlitt der Sohn des hiesigen Polizei- dieners, der ledige Arbeiter Adolf Berg, der bei bet' Gewerkschaft „Friedrich" in Trais» Horloff am neuen Bagger beschäftigt ist. Er war dabei, zwecks Verlegung eines Geländers am
Oer tollste aller Balle.
Don Hans Echeffler-Breiienbach.
< Berlin, Ende Februar 1928.
Berlin ist bekanntlich die Stadt des längsten Faschings. Es soll Menschen hier geben, die drei Tage in der Woche dreifach durch Bälle in Anspruch genommen sind — ob sie nun wollen oder nicht. Bis ins Romanische Cafe kommen bei hellem Sonnenschein die maskierten oder doch verkleideten Menschen. Andere Berufe scheint es überhaupt nicht mehr zu geben. Es ist Zeit, daß es schleunigst Ostern wird.
Sitzen da im Cafe zwei Tom Mixe, zum Verwechseln ähnlich. Sie haben ein schweres Problem zu erörtern: auf welchen Ball sie heute zuerst gehen. Auch die Balle der nächsten Aben- oe werden nebenbei besprochen. Da kann einem schon das Gehirn wirbelig werden.
Zwei Pierrvts nahen, im Zivilberuf angeblich bedeutende Lyriker, aber sonst unbescholten und von der bürgerlichen Armut, die nun einmal die Lyrik seit Homer und Walter von der Vogelweide auszuzeichnen pflegt. Sie haben sich für alle Fälle,_ nicht etwa für alle Bälle kostümiert. Es konnte doch sein, daß ihnen jemand im letzten Augenblick ein Billet schenkte, sroh, einen Ball auslassen zu dürfen. Die beiden Tom Mixe, ihnen wohl bekannt, scheinen ziemlich mäzenatenhaft auszusehen.
„Hallo — auf welchen Ball wollt ihr zwo bode denn heute?", macht sich der eine Pierrot an die beiden heran.
Dje gähnen, weil sie noch so erbärmlich übermüdet von gestern, bzw. heute sind. Selbst zum Sprechen scheinen sie zu faul zu sein. Ob sie heute überhaupt noch einmal die Kraft auf- bringen können, immer mal wieder dionysisch zu fein? Endlich antwortet der eine: „Ra — auf den Akademieball!" Wie geistesabwesend hat er das vor sich hingesprochen. „Und ihr?"
„Wir haben zwar keine Blllets, aber — wir gehen auch auf den Akademieball. Versteht sich —: inkognito!" Was besagen will: auch ohne Eintrittskarte. Einen Ball in Berlin ohne Eintrittskarte mitzumachen, erhöht nämlich das in
Gewichtskasten eine Schraube zu lösen, als das Gewicht sich senkte. Dabei drückte ein Dachvorsprung des niedergehenden Gewichts- lastens dem Mann den Kopf so fest auf den Boden, daß der Unterkiefer schwer verletzt wurde und sehr starker Blutverlust eintrat. Ein Hungener Arzt leistete die erste Hilfe, worauf der Verletzt« in das Krankenhaus zu Hungen verbracht wurde.
Kreis Büdingen.
g. O b e r - M o ck st a b t, 29. Febr. Der Schachtmeister Kern von Rieder-Mockstadt, der im Wölfersheimer Werk beschäftigt war, muhte sich am Montagabend außerordentlich stark beeilen, um den Zug zur Heimfahrt noch zu erreichen. Während des raschen Laufens brach er plötzlich zusammen; ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet. Um den fleißigen und soliden Mann, der allgemein beliebt war, trauern als nächste Leidtragende seine Fran und fünf unversorgte Zünder.
Kreis Alsfeld.
fr* Alsfeld, 29. Febr. Stadtvorstands- sitzung. In der gestrigen Sitzung gelangte zunächst die Rechnung für die „Stadt", .^Hospital" und „Armenkasse" vom Rechnungsjahr 1926 zur Vorlage. Die Hospitalrechnung schließt mit 17 843,47 M. in Einnahme uno mit 17 745,64 Mk. in Ausgabe ab, so daß sich ein Rechnungsrest von 97,83 Mk. ergibt. Die Rechnung der Stadtkasse für das Rj. 1926 schließt für den Betrieb in Einnahme mit 593 847 Mk. und in Ausgabe mit 511 608 Mk. ab, so daß ein Rechnungsrest von 82 239 Mk. verbleibt. Die Vermogensrechnung gleicht sich mit 542 721 Mk. aus. Die Rechnung des städtischen Schlachthofes schließt mit 31 613 Mk. in Einnahme und mit 11 964 Mk. in 'Ausgabe ab, so daß sich ein Rechnungsrest von 19 649 Mk. ergibt, von welchem ein Betrag von 10 000 Mk. zur Anschaffung einer Reserve-Luftkühlanlagc verwendet werden soll. Einwendungen gegen die vorgelegten Rechnungen wurden nichc erhoben, die Genehmigung wurde ohne Aussprache erteilt. — Bezüglich des Prä- mienmarktes wurde nach Verständigung mit den beteiligten landwirtschaftlichen Vereinen beschlossen, daß in diesem Jahre das R e i t e r f e ft am Sonntag, 8. Juli, und der eigentliche Prämien markt mit der Bullenauktion am Montag, 9. Juli, abgchalten werden soll. Der Preis der Lose für die damit zu verbindende Lotterie wunde von 50 Pf. auf 1 Mark erhöht und damit die ersten Gewinne entsprechend wertvoller ausgestattet. Der vorgelegte Lotterievertrag wurde genehmigt. — Zu der beschlossenen Abänderung des § 32 des Ortsbau st atuts hatte das Ministerium einen Abänderungsvorsch'ag gemacht, der in der vorgeschlagenen neuen Fassung angenommen wurde. — Die Satzung über d i e Müllabfuhr soll eine Abänderung dahin erfahren, daß die Gebühren erhöht werden, und zwar vierteljährlich auf 1 Mk., 1,50 Mk. und 2 Mk., je nach der Höhe des Brandkassenwertes des bctr. Hauses. Außerdem soll für solche Teilabnehmer der Müllabfuhr, welche diese übermäßig in Anspruch nehmen, ein Zuschlag von 50 bis 100 Proz. der Gebühr erhoben werden. Die Abänderung, die am 1. April in Kraft treten soll, wurde entsprechend den Vorschlägen der Baukommission genehmigt. — Zu der Angelegenheit bctr. die K o st e n der K a » tafteroermcffung teilte der Vorsitzende mit, daß sich etwa 20 Gemeinden in einem Streite m!t dem Landesvermessungsamt bef-nben über die Höhe her angeforderten Katastervermessungskosten und über die Art der vom Landesvermessungsamt vorgenommenen Berechnungen derselben. Die beteiligten Gemeinden sind entschlossen, die Angelegenheit im Wege eines Rechtsstreits zum Austrag zu bringen. Gemäß dem Vorschlag der Finanzkomm llion wurde beschlossen, daß sich auch die Stadt Alsfeld an. den Kosten eines eventuellen Prozesses der an den Katasterverm^sfungskosten beteiligten Gemeinden verhältnismäßig beteiligt. — Ein Gesuch des Vereins ehern Real- und Oberrealschüler wegen Ausstellung eines Ehrenmales in dem Schulhofe her Oberrealschule wurde genehmigt. — Die Gebühren der Feldgeschworenen werden auf ein von diesen e>nge- reichles Gesuch hin von 4 Mk. auf 6 Mk. pro Tag erhebt. — Aus eins Anregung des Kulturbauinspektors Buhl wegen Einpflanzung und Errichtung eines Vogelschutzgehölzes auf dem sog. „Greisch" mu’-be beschlossen, mit der Feldbe- reinigungsgefcHfdjaft in Verhandlung zu treten wegen Ankaufs von drei Massegrundstücken. — Eine Vereinbarung mit einem Anlieger am Lud-
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dubio überhaupt nicht vorhandene Vergnügen um mindestens hundert Prozent. Was Mantel oder sonstige Garderobe anbelangt — das muß man freilich bis zum nächsten Tag im Caf^ lassen, und man kann es getrost lassen, weil sich keiner herantraut.
Gähnend verschwinden die beiden Tom Mixe — zum Reimann-Dail, wie sie jetzt plötzlich definitiv entschlossen sind. Gähnend beschließen die beiden Pierrots, langsam auf den Akademieball zu gehen und den Kaffee bis morgen schuldig zu bleiben.
Fröstelnd stehen sie im nebligen Abend und werden sich ganz unlyrisch über die Tatsache klar, daß ihr Kostüm so ohne Mantel eigentlich nicht recht In die Berliner Winterwitterung patzt. Sie frieren entsetzlich, vor allem, da sie das Abendbrot vorläufig gezwungenermaßen ausfallen lassen mutzten. Lange Zeit zur Heber- legung, wie man denn ohne Karten in die Akademie komme, bleibt nicht übrig.
„Ratürlich müssen wir versuchen, von hinten herum reinzukommen", meint der eine melancholisch. „Wozu können wir klettern! Ich kenne das Atelier eines Malers dort. Der vergißt des öfteren seinen Hausschlüssel. Dann klettert er hinten über die Mauer, steigt in einem Lustschacht mindestens so geschickt wie ein Schornsteinfeger herauf. Ich habe die Partie schon einmal mitgemacht, als ich Anfang Januar meine Miete nicht bezahlen konnte. So und nicht anders müssen wir es machen! Ein toller Ball wird das werden! Also marsch, Richtung Tiergarten!"
Die Mauer. „Hier muß es gewesen sein, daß wir hinüber stiegen! Oben ist Stacheldraht! Vorsicht!" Zwei Pierrots klettern, haben schon ein wenig blutige Hände, lassen sich auf der anderen Seite wieder herab.
Hundegekläff? Ein Wärter naht? Schnell, schnell zum Luftschacht — klettern, klettern!
Die erste Gefahr scheint glücklich überwunden. Die Treppe, links herum der Gang — zum Atelier. Richt Licht andrehen l Tasten die Atelierwände entlang. Stolpern über eine Staffelei. Das war unnötig, wegen des Lärms. Die andere Tür zum Korridor — ja, die ist verschlossen! Pech. Lauschen: ja, von weither meckert lustig eine Jazz-Bond. Der Ball ist wohl schon
wigsplatz wegen Abtretung von Gelände zur Verbreiterung der Straße bei Errichtung des neuen Postgebäudes wurde genehmigt. Der Preis für das Straßengelände wurde auf 2 Mk für das Quadratmeter festgesetzt — Unter Mitteilungen berichtete der Vorsitzende über das Ergebnis einer am Sonntag in Engelrod stattgehabten Versammlung, die sich mit dem Eisenbahnprojekte einer Eisenbahnverbindung quer durch den Vogelsberg befaßte, und die sich für das Projekt Mücke — Ulrichstein — Rixfeld — Fulda aussprach. Der Vorsitzende bemerkte hierzu, daß der Bau noch in weiter Ferne liege. Weiter teilte der Vorsitzende mit, daß infolge der Verringerung der Baukostenzuschüsse das S a u Programm der Stadt im Jahre 1928 eine w e - {entließe Einschränkung erfahren müsse. An diese öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Beratung an.
to$ Alsfeld, 29. Febr. Der Verkehrs- und D e r s ch o n e ru n g s ve re in Alsfeld hielt im „Deutschen Haus" seine erste Mitgliederversammlung unter dem Vorsitz von Forst- rot Schäfer ab. Aus dem von ihm erstatteten Jahresbericht ging hervor, daß der Vertzin im ersten Jahre seines Bestehens ein? erfreuliche Entwicklung genommen hat. Die Mitgliederzahl stieg von 78 auf 282. Es wurden insgesamt zehn Dorstandssitzungen und mehrere Ausschußsitzungen abg-chalten. Die Rechnung des abge- lau'enen Jahres ergab einen Kassenbcstand von 925 Mk. Für den Verkehrsausschuh berichtete sodann Obertelegraphcnbauführer Emmerich, der feststellte, daß der Verein auf dem Gebiete der Verbesserung des Fahrplans besonders tätig gewesen sei und auch befriedigende Erfolge durch Einlegung mehrerer neuer Züge erzielt habe. Für den Werbeausschuh des Vereins berichtete Kaufmann Ludwig, der mitteilte. dach ein sehr wirksamer Werbeprospekt in einer Auflage von 10 000 Stück und ein Kennwort für Alsfeld als Sieaelmarke für den Briesverschluß im vergangenen Jahre hergestellt worden seien. Es wurde beschlossen, jedem Salz- schlirser Kurgast in diesem Jahre ein Exemplar des Werbeprospektes zu übersenden. Für den Verschönerungsausschuh berichtete Stadtbaumeister E g n e r, der über die Mah- nahme zur Verschönerung des Stadtbildes und der Gemarkung sprach. Aus allen Berichten ging hervor, dah reges Interesse innerhalb des Vereins im abgelaufenen Jahre bestanden hat. Es wurde beschlossen, daß der Verein In diesem Jahre einen Wettbewerb für den Fensterblumenschmuck veranstalten soll. Es wurde auch das' Verhältnis zum Hessischen Derkehrsverband be prochen und b sch'o- fen, diesem vorerst nicht bcl’utreten, da der Verein bereits Mitglied des Verkehrsbundes O b e r h e s s e n ist. Der Iah e.b t rag wurde auf zwei Mark festge etzt. für korporative Mitglieder auf mindestens fünf Mark. Mit Worten des Dankes für die geleistete Mitarbeit und Aufforderung zu weiterer eifriger Betätigung schloß Forftrat Schäfer die anregend verlaufene erste Mitgliederversammlung des Vereins.
Kreis Lauterbach.
=r. Engelrod, 29. Febr. Am Sonntag fand hier, wie schon kurz berichtet, eine große Kundgebung statt, die sich mit der Verkehrs- elsch 1 ießung des Vogelsberges durch den Bau einer neuen Bahnlinie beschäftigte. Zu der Versammlung waren über 600 Personen erschienen, und zwar aus der näheren, wie auch aus der weiteren Umgcaenb: u. a. waren zugegen Vertreter der Städte Gießen und Fulda, des Landratsamtes Fulda, der Industrie- und Handelskammer Fulda, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g (Alsfeld) und Dürgerineifter M e n‘g c I (Schotten). Der Versammlungsleiter. Bürgermeister Appel (Ulrichstein), gab zunächst dem Vorsitzenden des Ausschusses fiir das Ohmtalpröjekt, Ücevierförfter H a n ( u 11 (Ober-Ohmen), das Wort zu einer Beleuchtung des ganzen Fragenkomplexes. Der Redner untersuchte die M glichke'ten der verschiedenen Projekte und kam dabei zu dem Schluß, daß nur da? Ohmtalprojekt sowohl hinsichtlich seiner leichteren Dermirkl'chu"gsm^glichkeit, wie auch seiner größeren Wirtschaftlichkeit wegen das aussichts- re'chfie und deshalb in erster Linie erstrebenswerteste sei. Der Standpunkt des Referenten fand bei der großen Mehrzahl der zahlreichen Versammlungsbesucher volle Unterstützung. Allgemein wurde mit besonderem Nachdruck hervörgehoben, daß eine schnellere Verbindung zwischen den Städten Gießen
längst auf dem bekannten Siedepunkt angelangt.
Luftschacht wieder hinab? Da kann ein sehr bissiges, ganz besonders auf Pierrothosen versessenes Hündchen stehen. Dennoch — es muh sein, um einen anderen Luftschacht zu gewinnen.
Alles geht gut. Man gelangt in den ersten Stock in ein anderes Atelier. Hier versperrt kein Schloß die Tür. Der lange Gang herunter — eigentlich mühte er doch festlich erleuchtet sein — und man steht mitten im Dalisaal!
Ja. — das ist ja doch der Dalisaal, aber ohne Ball, ganz dunkel, ganz ohne Musik und ohne kostümierte Gestalten, bis auf zwei zerknirschte, zerknickte Pierrots, die auf ein gedankenlos dahingesprochenes Wort eines Tom Mix hereinfielen, der jetzt auf dem Reimann-Dall herum- tollt.
Nichts anderes bleibt übrig, als heimliches Zurückschleichen in das Atelier, als Hinunter- flettem des Lustschachtes, der — abgeschlossen ist. Der mißtrauisch gewordene Wächter hat das getan, so dah man wohl oder übel den Schacht wieder herauskriechen muh, im Atelier gemeinsam müde auf die schmale Chaiselongue fällt . . . den nächsten Tag zu erwarten und die Stunde der Freiheit.
Die bringt gegen neun morgens ein Maier, der Herr dieses Ateliers, der vom Reimann- Dali kommt und sehr erstaunt ist, hier zwei elend verkaterte Pierrots vorzufinden und ihr gestammeltes Märchen kaum glauben will. Auch der Ober im Cafe ist absolut ungläubig; und meine Leser mögen es getrost ebenfalls fein, wenn ich ihnen versichere, daß diese Geschichte vorn tollsten aller Balle wirklich wahr ist. Sie soll in der Berliner Bali-Chronik des Jahres 1928 nicht fehlen.
Kann man seine Schrift verftetten?
Es ist nicht nötig, dah der Versuch, die Handschrift zu verändern, aus verbrecherischen Gründen unternommen wird. Oft spricht die liebe Eitelkeit das entscheidende Wort. Wer durch Erfahrung gelernt hat, oder sich einbildet, dah er im Leben nicht vorwärtSkommt. well die Menschen seinem verschüchterten Wesen kein Vertrauen entgegenbringen, versucht oft. In der
und Fulda, über Mücke—Ulrichstein-'Rixseld direkt nach Fulda, den beiden genannten Siebten bedeutsame wirtschaftliche Vorteile bringe, darüber hinaus aber auch eine wesentlich verbesserte Eisenbahn. Verbindung für den Verkehr zwischen Westdeutschland und Mitteldeutschland herstelle. Das Projekt Schotten —Alsfeld fand nur geringe Für- spräche, und zwar seitens der Bürgermeister der beteiligten Städte. Bei der namentlichem Abstimmung erklärten sich von den Vertretern der 33 in der Versammlung vertretenen Gemeinden 27 für das Projekt Mücke — Rixfeld — Fulda, 3 Vertreter stimmten dagegen, drei weitere enthielten sich der Stimme. Schließlich rouflbe nach Maßgabe dieses Abstimmungsergebnisses folgende Entschließung zur Weiterleitung an die zu- ständigen Stellen angenommen: „Die heutige große Versammlung im Schäferschen Saale in Entzelrod, beschickt aus den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten und dem preußischen Kreise Fulda, sowie besucht von Vertretern der Städte Gießen, ^ulira und des Landratsamtes Fulda, tritt mit über* wältigender Mehrheit der Auffassung bei, daß die B a h n l i n i e M ü ck e—O h m—F e l d a— T a l — U l r i ch st e i n — Engelrod — Rixfeld über Stockhausen nach Fulda Entschieden den Interessen des Dogelsberges <im meisten dient, am billigsten gebaut und unterhalten und am leichtesten finanziert werden kann. Die beteiligten Gemeinden beantragen das alsbald VeL> Handlungen eingeleitet werden, die den Dau dieser Bahnlinie sicherstellen."
Preußen.
Kreis Wetzlar.
XX Krofdorf, 29. Febr. Kaum hat die Sonne die Feldraine etwas abgetrocknet, so erscheinen auch wieder die Klagen über das Verbrennen der Hecken. Wie sehr sie begründet sind, lehren die Rauch- und Feuerfäulen, die am Samstag vom Südabhang der Haltestelle Krofdorf-Gleiberg und weiterhin am Fuße de- Wettenberges aufstiegen. Richt immer find es Kulturzwecke, denen das Verbrennen der Hecken dienen soll, oft ist es nur die Lust. Hecken anzu- »ünden oder das auf ihrem Grunde befindliche Sürre Gras zu verbrennen. Oft genug ist auch an dieser Stelle auf den Ruhen der Hecken hingewiesen worden. Das Heckenverbrennen ist sogar polizeilich verboten, aber geholfen hat dies auch nichts. Es sind durch die jüngste Verheerung nicht nur die Wohnstätten vieler Vogel und niederen Tiere vernichtet, sondern sicherlich auch die angrenzenden Obstbäume in ihrem ferneren Wachstum gehindert.
WSR. Wetzlar, 29. Febr. In der Gießener Klinik verstarb am Dienstagabend Pfarrer Otto Lühl. der zweite Seelsorger der evangelischen Gemeinde Wetzlar, nach längerem Kranksein. Pfarrer Lühl war wegen des Ernstes seiner Berufsauffassung und der ganzen Art seiner Amtsführung sehr beliebt und geschäht.
(s) Lützellinden, 29. Febr. Gestern abend fand im Saale der Gastwirtschaft Franz ein Un> terhaltungsabend der hiesigen Ortsgruppe der Kreisbauernschaft statt, der sehr zahlreich besucht war. Die Veranstaltung wurde eröffnet durch den Vorsitzenden Friedrich Schäfer. Anschließend fand ein Ge-dichtoortrag von Frl. Katha- rine Allendorfer statt. Der bekannte Bauernschriftsteller und Heimatdichter Wilhelm Reuter (Dornholzhausen) sprach in einem längeren Vortrage über die heutige Notlage der Landwirtschaft und die damit im Zusammenhang stehenden Fragen. Weitere Ansprachen hielten Dberftieutnant v. Loß - berg (Wetzlar), der 2. Vorsitzende der Kreisbauernschaft, Gemeindevorsteher a. D. Droh (Katzenfurt), Hauptlehrer Frölich (Lützellinden) und Gemeindevorsteher N o r s ch (Lützellinden). Im übrigen wurde der Abend durch den gemeinsamen Gesang oersch'e- bencr Lieder, Klaviervorträge des Hauptlehrers Frölich und Gedichtvorträge ernsten und beiteten Inhaltes von Wilhelm Reuter verschönt. Bei Kaffee und Kuchen feierte man ein gemütliches Zusammensein.
Kreic s'^rbnrg.
sch. Marburg. 29. Febr. In der gestrigen Stadtverordnetensihung e fiat eie Oberbürgermeister Mueller Bericht über den vom Magistrat ausgearbei eien Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 192 8. Oberbürgermeister Mueller bezeichne e zu Anfang seiner Ausführungen die Lage der Stadt Marburg als ziemlich günstig. Dem Vermögen der Stadt, das sich auf 12,5 Millionen
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Handschrift den Energischen zu spielen. Aber es geht ihm wie im Leben: er vermag die angenommene Rolle nicht folgerichtig durchzuführen. Hnb es ist die Aufgabe der Wifsenscha t, diese theoretisch einleuchtende Erkenntnis durch systematische Experimente als richtig zu beweisen und in allen ihren Einzelheiten bif erenzi"rt zu belegen. Die Durchführung eines solchen Versuches ist so einfach und sein Ergebnis so beweiskräftig, daß sich ein jeder Leser selbst an einen solchen Versuch wagen mag. Robert S a u d e k, einer der wenigen wissenscha'tlich einwandfreien Graphologen, fordert im Märzheft von Velhagen & Kla- sings Monatsheften dazu auf: „Bitte, sehen Sie sich Ihre eigene Handschrift daraufhin an, ob sie klein oiVer groß, steil oder schräg, druckbetont oder druckschwach, in den Buchstabenformen durch Schlingen und Hinzufügungen verziert oder vereinfacht ist, ob die Buchstaben innerhalb der Worte getrennt oder verbunden sind, und versuchen Sie nun bei einer schnellen Riederschrift von sagen wir zehn Zeilen. daS Gegenteil Ihrer natürlichen Schriftmerkmale zu erzeugen. Es ist oollftaVibig ausgeschlossen, daß auch nur einem einzigen! von Ihnen diese Ausgabe vollständig gelingt, aber einige Leser werden es immerhin fertiglsringen, einzelne dieser, ihrer Wesensart widersprechende Schriftmerkmale zu erzeugen. So wenigstens wird es Ihnen auf den ersten Blick erscheinen. Wenn Sie aber gründlich nachsehen, werden Sie bemerken, daß 'Ihnen auch jene Teile nur zu Beginn des Schreibaktes gelungen sind und daß Sie, je länger und schneller Sie schrieben, desto» mehr in Ihre alten Schreibgewohnheiten zurück^efallen sind. Eine willkürliche Schriftveränderumg kann nur eine Zeitlang durchgeführt werden, bei längerem Schreiben (ja häufig schon dpi Ende der ersten Zeile und später sogar gegen Ende der einzelnen Worte) fällt der Schreibende in seine ursprüngliche Schreibart zurück. Auf $runb dieses Gesetzes kann der Graphologe zwischen Sein und Schein unterscheiden. Rur wcwn Beginn und Ende des Schrcibaktes einheitlich sind, haben wir es mit einem durchaus aufrichtigen und habet auch in seinen Handlungen konsequenten Menschen zu tun."


