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Aurüdguerfraltert, sieht daS FrrfgaVegeseh vor, daß entsprechende Bareinzahlungen *ur Ablösung der Sachwerte vorgenommen werden können.

Die Abteilung Amerika des Bundes der Aus­landdeutschen stellt sich den Interessenten für sämtliche der oben bezeichneten Fragen zu kosten­losen Auskünften zur Verfügung. Sie hat außer­dem durch geeignete Vertrauensstellen in Neu- York und Washington Vorkehrungen getroffen, um die erforderlichen Verfahren durchzuführen oder zweckdienliche Erhebungen anzustellen.

Oie präsidenffchastskandidatur in Amerika.

Washington, I.März. (WTD. Funkspr.) Washington Post" will erfahren haben, daß Präsident Coolidge den älnterstaats elretären Mills und Lvafman, die in den letzten Wochen offen für eine "Nominierung Hoovers als Präsidentschaftskandidaten eingetre en sind, größere Zurückhaltung mit der Begrün­dung auferlegt habe, daß sich die Regierung den verschiedenen republikanischen Präsidentschafts­kandidaten gegenüber neutral verhalten müsse. .,Neuyork Herald and Tribüne" zufolge be­steht in mehreren Staaten die Absicht, gleich zu Beginn des republikanischen Kong.esses im Juni Coolidge als Präsidentschaftskan­didaten vorzuschlagen, um festzustellen, ob die Mehrheit der republikanischen Partei für eine Wiederwahl ist, und in der Hoffnung, daß der Präsident, falls die Abstimmung eine große Mehrheit für ihn ergeben sollte, sich doch zur Aufstellung bereitfinden werde.

Der Cavell-Kilm.

Eine Borführung vor geladenen Gasten in London.

London, 1. März. (WTB. Funkspruch.) Der Cavell-Film wurde gestern privatim den Film­kritikern der englischen Presse vorgeführt. Aus den Berichten geht hervor, daß die historisch falschen Vorgänge bei der Erschießung der Miß Cavell (erst die Erschießung eines Soldaten, der sich weigert zu feuern, und dann die Erschießung der ohnmächtig gewordenen Miß Cavell durch den kommandierenden Offizier) zwar nicht direkt dargestellt werden, aber durch die Gebärden und den Gesichtsausdruck der handelnden Personen unzweideutig zum Ausdruck kommen, also der von Chancherlain im Unterhaus ge­gebenen Darstellung entsprechen. 2m übrigen sind sich die Kritiker darin einig, daß der ganze Film die Deutschen in dem sympathisch »n Lichte zeige, lieber die Frage der Zweckmäßigkeit einer öffentlichen Vorführung sind die An­sichten geteilt. Der Korrespondent der

Daily News" meint, der Film sollte

gezeigt werden. Gleichviel, ob die Er>cyiehungs- szene der historischen Wahrheit entspreche oder nicht, so enthalte weder diese noch der Rest des Films irgend etwas, was den Angehörigen irgendeiner Nation verletzen könne. Der Korre­spondent des Arbeiterblattes »Daily Herald" dagegen meint, bei allen ehrlichen Bemühen nach Gerechtigkeit müsse der Film doch die bit­teren Gefühle der Kriegszeit wie­derbeleben. Der Korrespondent des konser­vativen »Daily Telegraph" verhält sich neu und meint, der Film sei im allgemeinen wc inspiriert noch inspirierend, aber bemerkenswert durch die wundervolle Darstellung der Miß Eavell.

Marschall Oiaz f.

Dom, 29. Febr. (WTD.) Marschall Diaz. der während des Weltkrieges Führer des italie­nischen Heeres an der Jsonzofront gewesen ist, ist gestorben. Seit zwei Tagen war er an Grippe erkrankt. Marschall Diaz ist 67 Jahre alt ge­worden. Er war in Neapel geboren, als Sproß einer alten Soldatenfamilie, die schon Napo­leon!. gute Offiziere geliefert hatte. 2m 2ahre 1881 trat er als Offizier in das italienische Heer ein und kam später in den Grneralstab, dem er 17 2ahre hindurch angehorte. An dem Krieg in Tripolis beteiligte er sich mit Auszeichnung als Kommandeur des 93.2nfanterie-Regiments. 2n dem Ge echt bei Zanzur (1913) wurde er leicht verwundet.

Als 1914 der Krieg ausbrach, wurde er als General wieder im Generalstab verwendet, wo er unter den Generalen Cadorna und Porro die Vorbereitung Italiens zum Krieg betrieb. Mit dem Eintritt Italiens m den Krieg wurde er Chef der Operationsabteilung des Generalstabes. Später wurde er Divisionskommandeur, dann Befehlshaber des 23. Armeekorps, mit dem er auf dem äußersten rechten Flügel der Italiener am Isonzo focht. Nach der großen Niederlage der Italiener Ende Oktober 1916, durch die sie bis an die Piave zurückgeworfen wurden, wurde Diaz an Stelle von Cadorna zum Ober­befehlshaber ernannt. Es gelang ihm, die schwer erschütterte Armee innerlich wieder her­zustellen und den Widerstand an der Piave- Linie und im Gebirge zu einem dauernden zu machen. Hierfür wurden ihm allerdings auch, 6 französische und 5 englische Divisionen zur Verfügung gestellt. Einen ersten großen öster­reichischen Angriff auf die Piave-Linie konnte er Mitte Juni 1918 abweisen. Der Ende Oktober 1913 schließlich erzwungene Liebergang der Oester­reicher über die Piave war infolge ihrer großen Verluste der Anfang vom Ende des alten Oester­reich. Im allgemeinen Gegenangriff und Nach­stoß auf der ganzen italienischen Front konnte Draz die Oesterreicher endgültig werfen. Diese D))erahon nennt die italienische Kriegsgefchichts- schreibung den Sieg von Dittorio Veneto und Ge­neral Diaz wurde'1921 zum Herzog von Vittorio ernannt.

Oie Phoebusaffäre.

Angeblich über 25 Millionen MarkBcrluste

Berlin, 1.März. (Priv.-Tel.) Der heutigen Dechrechung der Phoebus - Angelegenheit im Haushaltsaussc^ des Reichstags wird von den Blattern größtes 2nterepe entgegengebracht Wie derVorwärts" mittcili, we dest die sozialdemo- krairschen Vertreter die Veröffentlichung des Berichtes des Reichssparkom- missars verlangen. Rach demD.T." sprach man gestern in Reichstagskreisen davon, daß die Gesamt Verluste aus den Geschähen des Kapitäns Lohmann von der Seetrani'voriabtei- lung des Reichswehrministeriums nicht 20 Mil­lionen, sondern über 25 Millionen betra- |

Rheinhessens Not.

Staatspräsident Adelung über die bedrängte Lage des

besetzten

D a r m st a d t, 29. Febr. In der heutigen Sitzung des Finanzausschußes machte Staats­präsident Adelung bei der Etatsberatung zu Kap. 19 (Staatspräsident) längere Ausführungen über das hessische besetzte Gebiet. Er sagte etwa folgendes: Die hessische Negierung weiß sich einig mit den nachhaltigen Bestrebungen der Reichs­regierung, die baldige Räumung des be­setzten Gebietes zu erreichen, da nach Lo­carno und dem Abschluß des Dawes-Abkommens eine innere Berechtigung für die Besetzung nicht mehr vorhanden ist.

Im Hinblick darauf, daß die Räumungsverhand­lungen nur langsam vorangehen und ihrer Schwie­rigkeit wegen auch nur langsam vorwärts kommen können, ist die zweite Frage der Rheinlandpolitik von besonderer Bedeutung, die Frage der Ver­minderung der Besatzungstruppen. Es ist bekannt, daß im vergangenen Jahre die Her­absetzung der Besatzungsstärken um 10 000 Köpfe nach langwierigen Verhandlungen erreicht werden konnte. Die Herabsetzungsaktion hat für Hes­sen eine große Enttäuschung gebracht, weil insbesondere die in dem bekannten Uebermaße unter der Besetzung leidende Stadt Mainz über­haupt keine Erleichterung erfahren hat. Alle er­forderlichen Schritte waren rechtzeitig unternom- men worden, um dem Gedanken Gellung zu ver- schaffen, daß die Verminderung der Truppen da cintreten muß, wodieLastenamschwersten sind. Leider haben aber die militärischen Belange den Sieg davongetragen. Mainz ist der Mittel­punkt der französischen Besetzung und wird es bleiben, so lange die Besetzung überhaupt dauert. Die Verminderungsaktion hat sich in Hessen im wesentlichen nur für Worms ausgewirkt, wo die Besatzung um 800 Köpfe vermindert wurde. Es sind dort insgesamt 20 Wohnungen und neun Teilwohnungen, ferner sieben Einzelzimmer freige­geben worden. Ferner wurde das Munitionsdepot in Wörrstadt aufgehoben, dadurch wurde eine Wohnung und rund elf hessische Morgen Ackerland frei. Wenn weiter erwähnt wird, daß in Alzey eine Lazarettbaracke und eine Feldscheune freige­geben worden sind, so sind die Auswirkungen für das hessische besetzte Gebiet erschöpfend aufge- führt. In negativer Hinsicht ist noch zu sagen, daß auch die Vororte von Maknz, Gonsenheim und Weisenau, die durch Beschlagnahmen stark in Mit- leidenschaft gezogen sind, keine Erleichterungen erfahren haben. In Bingen sind zwei Schulsäle von der britischen Besatzung erneut beschlag­nahmt worden.

Am 15. September 1927 befanden sich von 75 443 Desahungsangehörigen fast 20 000 auf hessischem Loden. Das sind 26,5 Prozent, während die Be­völkerung des hessischen besetzten Gebietes nut 13,1 Prozent der Gesamtbevölkerung der be­setzten Gebietsteile ausmacht.

Da sich die Verminderung der BefahungStruppen in Hessen kaum ausgewirkt hat, ist der Anteil Hessens an der Besatzung, der im Jahre 1925 noch 25 Prozent betrug, unterdessen noch weiter gestiegen. Wenn man die Beschlagnahmun­gen betrachtet, so kommen die schwierigen hessi­schen Verhältnisse noch deutlicher zum Ausdruck. In Mainz waren Ende Januar d. 2. noch 1224 Wohnungen beschlagnahmt mit 3367 Zim­mern. 2n 117 Fällen bestand gemeinsame Küchen- benuhung. Weitere 59 Wohnungen mit 199 Zimmern waren in staatlichen und städtischen Gebäuden beschlagnahmt, ferner 857 Wohnungen mit 3058 Zimmern in reichseigenen Gebäuden. Das sind insgesamt 2130 Wohnungen mit 6624 Zimmern. 2n Worms waren Ende 2anuär dieses 2ahres noch beschlagnahmt 115 Woh- nungen mit 338 Zimmern bei der Bevölkerung, 67 Wohnungen mit 190 Zimmern in staatlichen, städtischen und reichseigenen Gebäuden, das sind insgesamt 182 Wohnungen mit 528 Zimmern. 2n Gonsenheim sind zur Zeit bei der Be­völkerung beschlagnahmt 16 Villen mit 26 Woh­nungen, ferner 58 Wohnungen mit 160 Zimmern und 48 Einzelzimmer: in Gebäuden der Gemeinde 18 Wohnungen mit 54 Zimmern und in reichs­eigenen Gebäuden 148 Wohnungen und 52 Ein­zelzimmer. Das sind in einer Gemeinde von 6000 Einwohnern 250 Wohnungen!

Aber nicht nur die möglichste Beseitigung der durch die Wohnungsbe'chlagnahmungen geschaf­fenen Verhältnisse muh für Hessen gefordert wer­ben, sondern auch die sonst durch die Besetzung entstandenen schweren Belastungen müssen von den Schultern des Landes und des besetzten Ge­bietes soweit irgend möglich aus die stärke­ren Schultern des Reiches übernommen werden. Dabei ist zunächst die Forderung Hessens zu betonen, einen Ausgleich für die durch die Besetzung des Lande entstandenen Einnahme­ausfälle vom Reich zu erhalten. Die dahin zielenden Verhandlungen werden hoffentlich bald zu einem befriedigenden Ergebnis kommen. Wei-

Gebiets.

ter ist aber auf die Notwendigkeit hinzuwnsen, den besonderen Schwierigkeiten Hessens auch durch Mas. nähme, die unmittelbar dem besetzten Ge­biet zugute kommen, Rechnung zu tragen.

wir fordern eine stärkere Beteiligung des hessi- schen besetzten Gebiets an den für kulturelle und wirtschaftliche Zwecke bereitgestellten Rcichsmil- teln. 3n kultureller Hinsicht muh uns das Reich die Mittel so ausreichend zur Verfügung stellen, daß wertvolle Kulturinstitute auf der bisherigen höhe gehalten werden können.

Dies gilt z. B. für das Stadttheater Mainz, dessen Erhaltung unerläßlich ist, zumal Rationalp ierungsmaßnahmen, soweit man es heute übersehen kann, kaum noch möglich sind. Insbesondere wird die Zusammenlegung der Mainzer Buhne mit einem b.r benachbarten Theater aus technischen, künstlerischen und poli­tischen Gründen nicht in Frage kommen. Gerade an einer so gefährdeten Stelle, wie dem h solchen besetzten Gebiet, dem Zentrum der franz. Besat­zungszone, müjen die kulturellen Einrichtungen unterstützt und gefördert werden. Cs muß aber auch den wirtschaftlichen Belangen eine größere Förderung zuteil werden.

Selbst wenn alle Wünsche des besetzten Gebietes auf wirtschaftlichen und kulturellen Gebieten erfüllt werden könnten, die schwerste Last, die auf der Be­völkerung liegt, kann ihr damit nicht abgenommen werden, das ist der psychische Druck, der in­folge der Auswirkungen der Besatzung auf der Be­völkerung lastet.

Es muh vor allem auf das bekannte System der Ordonnanzen hlngewicsen werden, die das Leben und Treiben der Volksgenossen im besetzten Gebiet auf das tiefste berühren.

Die Verhandlungen des Reichskommissars mit der Rhein! andkommission, das Ordonnanzensystem den durch Locarno veränderten politischen Verhältnissen anzupassen, haben bisher zu einem Ergebnis n i cht ge s ü h r t. Ob und inwieweit die Rheinland­kommission den zahlreichen Vorschlägen des Reichs- kommisfars entgegenkommen wird, die auf dem Ge­biete der Militärgerichtsbarkeit, des Vereins- und Derfammlungswefens, der Presse- und Filmfreiheit, der Ausweispflicht, der Luftfahrt, der Verwaltung usw. Erleichterungen bringen sollen, bleibt abzu­warten. Besonders leidet die Devölkerung bekannt­lich unter der Tatsache, daß jede unbedachte Aeuße- rung oder sonstige Kleinigkeiten die Gefahr mit sich bringen, verhaftet und vor das Militär­gericht gezogen zu werden. Es bleiben weiter zu erwähnen die vielen Schwierigkeiten, die die mi­litärischen Hebungen insbesondere für die Land­wirtschaft mit sich bringen. Hierbei sei erwähnt, dah Ende 1927 in Hessen über 3100 Hektar Kulturgelände für Schießplätze und fast 376 Hektar für Flugplätze beschlagnahmt waren.

Vor allem aber muh auch hier wiederum auf die unerträgliche Ordonnanz 64 hingewiesen werden, die die Besitzer von Fahrzeugen und Zugtieren aller Art zwingt, in regelmäßigen Zeitabschnitten sich einer Musterung zu unterwerfen. Diese Musterung, die den Betroffenen höchst zeitrau­bende und unangenehme Verpflichtungen auf­erlegt, hat den Zweck, ,schon in Friedens­zeiten" den militärischen Bedarf an Zugtieren und Fahrzeugen sicherzustellen, d. h. sie bedeutet die Vorbereitung einer Mobilmachung. Der Kampf gegen diese Ordonnanz, die mit Recht als höchst unmora­lisch bezeichnet wird, hat einen Erfolg noch nicht gezeitigt. Die deutschen Stellen werden nicht aufhkren. die Aufhebung dieser Ordonnanz zu fordern. Schließlich noch ein Wort zu der

Arcmdenleglonswerbung im befehlen Gebiek.

Es muß festgeftellt werden, daß die Anweisung der französischen Regierung, die den Ve'ahungs- truppen eine Mitwirkung bei der Zuführung von jungen Leuten in, die Fremdenlegion unterlagt, in der Praxis nicht befolgt wird. Noch immer finden d'e Legionsanwärter im besetzten Gebiet in den Äaferncn Ausnahme, sie werden dort untersucht, um im Tauglichkeitsfalle, mit Fahrgeld und Weisungen versehen, der Grenze zugeführt zu werden. Die Abwehrmaßnahmen der deutschen Behörden sind bekanntlich nicht ohne Erfolg geblieben. Solange jedoch die Besahungs- truppen ihre Anwesenheit auf deutschem Boden I dazu benützen, um der Fremdenlegion immer junge Leute zuzuführen, muß Deutschland die Beseitigung dieses auf die Dauer unerträg­lichen Zustandes mit aller Entschiedenheit for­dern. Die diplomatischen Schritte werden fort­gesetzt. Wenn man die vorstehend nur beispiels­weise angeführten Auswirkungen der Besetzung überbilckt, so wird man den Wunsch der Volks­genossen im be'e< ten Gebiet ber' ehen, den Wunsch, der auch der unsere ist: Möge bald der Tag der Freiheit kommen!

gen, vielleicht an 30 Millionen heranreichen, lieber die Quellen, aus denen die Mittel zu diesen Geschäften geflossen sind, verlautet mehreren Blättern zufolge: Minister ©coener hat von Mitteln aus der Liquidation des Krieges gesprochen, Reichssparlominissar Saennsch von Mitteln aus dem Auhrfond. Drittens ist bekannt geworden, daß Einnahmen aus im Etat nicht verbuchten Ver­käufen entstanden find, und dah Gelder aus Etatmittel verwendet worden sind, die für andere Zwecke bewilligt worden waren. DieTägl. Rundschau" bedauert es, daß die amtlichen Stellen bisher eine gänzlich falsche Verschwiegenheit in dieser Angelegenheit gezeigt haben. Eine offene Darlegung wäre zweifellos angebrachter gewesen, als der Zustand, daß die Mißstände brockenweise von der Opposition ans Tageslicht gezerrt werden, und dadurch immer neue Beunruhigung he, vorgerufen wird. Man dürfe annehmen, daß diese Auf­fassung auch bei den Verantwortlichen Stellen, namentlich bei dem Reichswehrminister selbst, Platz gegriffen hat. Die Ausschußverhandlungen, so schließt das Blatt, werden hoffentlich die nötige Klarheit in diese Vorgänge bringen.

Oie Wirtschaftshilfe für die Studentenschaft.

Berlin, I.März. (Priv.-Tel.) Die Frak­tionsführer des Reichstages, mit Aus- nähme der Kommunisten und Völkischen, hielten

heute im Reichstage eine Besprechung ab. Es wurde vereinbart, d.e Wirtschaftshilfe für die Studenten­schaft in der bisherigen Höhe auch in den Etat für 1928 einzUstcllen.

Oerperfonaletai".

Ern Kompromiß zwischen Zentrum und Deutschnationalen?

Berlin, 1.März. (Priv.-Tel.) In der Aus­sprache über die jüngste Regierungserklärung hat der Frattionsvorsitzende des Zentrums, Abgeord­neter von GuSrard, van einem Personal- etat gesprochen, der in Vorbereitung fei, dessen genauen Inhalt er aber noch nicht kenne/ jedoch in kategorischer Form hinzufugt. das Zentrum werde weder für neue Beamten st eilen noch für höhere Einstufungen zu gewin­nen fein. Mit der Besokdungsreform seien die Be­amtenfragen für das Zentrum abgeschlossen. Die Voss. Zta." weiß heute mitzuteilen, daß die Deutschnationalen sich mit dem Zentrum in Verbindung gefetzt und mit ihm Verhandlungen auf der Basis eingeleitet haben, daß das Zentrum den geplanten Veränderungen im Personal­etat, so weit sie von den deutschnationalen Kabi- ' nettsmitgliedern gewünscht werden, z u st l m m t. Dafür soll dem Zentrum angeboten worden lein, daß eoll. von ihm geäußerte Personal- wünsche in jenen Ministerien, die von Zentrums- miraftern geleitet werden, berücksichtigt rom den sollen.

Aus aller Welt.

Schweres Grubenunglück.

Bisher 13 Tote gemeldet.

Recklinghausen, 1. März. (wTv. Junf- spruch.) heute morgen gegen 6 uhr ereignete sich auf der ZecheEwald" in Erkenschwick bei Reck­linghausen ein schweres Grubenunglück. Zwei jör- derkörbe stürzten infolge des Reihens eines Seiles in die Tiefe. Eine Anzahl von Toten wurde bereits geborgen. Das Ausmaß des Unglückes läßt sich noch nicht übersehen, nach vorläufigen Angaben befanden sich in den Förderkörben 43 Mann, von denen 13 tot fein sollen.

Todesstur; von der fahrenden Lokomotive.

Der Lokomotivführer Ludwig Baumeister stürzte beim Einfahren einer elektrischen Loko­motive in den Münchener Hauptbahnhof von der Maschine ab. Ob er von einem plötz­lichen Unwohlsein betroffen ober durch eine Er­schütterung hinausgeschleudert wurHe, steht noch nicht fest. Die Lokomotive fuhr mit 30 Kilo­meter Geschwindigkeit führerlos in die Halle, durchriß die rückwärtige Mauer, über­querte ohne Gleis die Drehbühne, riß eine weitere Mauer ein und kam in einem Raum zum Stehen, in dem zwei Schl osfer an­wesend waren, die schwer verletzt wurden. Der verunglückte Lokomotivführer ist nach dem Unfall gestorben.

Lindberg erhält den Woodrow-Wilson-Preis.

Dem anuruaniicjen Ozeausckeger, Oberst Lind­berg, ist eine weitere Ehrung zuteil geworden. Die Treuhänder der Wilson-Stiftung gaben heute abend bekannt, daß sie einstimmig beschlossen haben, dem Flieger im Hinblick auf feinen .Flug des Wohlwollens' nach Mittel- und Südamerika und die dadurch herbeigeführte bessere Stimmung zwischen den Vereinigten Staa­ten und den lateinischen Nachbarn den W o o - drow-Wilsvn-Preis zuz..eckem.en. Der Preis besteht in einer Medaille und einer Geld­summe in Höhe von 100 000 Mark.

Meuterei an Vord eines Fischdampfer«.

Das Hamburger Secamt beschäftigte sich mit eigenartigen Vorgängen, die sich am 9. Februar an Bord des FischdampfersSenator San. d e r s" in den norwegischen Schären abgespielt haben. Auf dem Dampfer war es nach der Abfahrt von Tranoe zu Streitigkeiten gekommen. Der zweite Maschinist stoppte darauf die Maschine und verwehrte unter Drohungen den Zugang zum Maschinenraum. Der zweite Steuermann wurde dabei von ihm so schwer verletzt, daß er 14 Tage im Hospital bleiben mußte. Die Verhandlung ergab, daß die Meuterei lediglich auf übermäßigen Alkoholgenuß zurückzuführen sei, von dem sich lediglich der zweite Steuermann ausgeschlossen habe. Dem Kapitän sowie dem ersten und zweiten Ma- schinisten wurde durch Beschluß des Seeamts das seemännische Berufspatent aber­kannt.

llnierschtaaungen bei einem Slmnes-Werk.

Nach einer Mitteilung derVosi.'Ztg." aus Essen sind bei derGlaswerke-R-uhr-A. - G." die zum Stlnnes-Konzern gehört, umfangreiche U n - terschlagungen zweier Prokuristen aufgedeckt worden. Die beiden Prokuristen wollten die Abwesenheit des Generaldirektors, der zur Zeit in Amerika weilt, dazu benutzen, um die Akten 3u beseitigen, die ihre Unterschlagung ans Licht bringen konnten. Die Akten waren auf einen Lastkraftwagen verladen worden und sollten ab­transportiert werden, als di e Polizei er­schien und die Landung beschlagnahmte. Die beiden Prokuristen, die zu einer polizeilichen Vernehmung geladen waren, gingen flüchtig.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der Einfluß des östlichen Hochdruckgebietes auf die Wetterlage von fast ganz Deutschland hat weiter angeyalten. Nur in Westdeutschland (Aachen) und in Frankreich führten die Rand- ftörungen des westlichen Druckfallgebietes bereits zu Niederschlägen, Unserem Gebiet wurde bis jetzt nur Bewölkung zugeführt. 2m Bereich der westlichen Störung wird zunächst das wolkige Wetter fortbestehen. Dabei ist weiterhin mit vereinzelten Niederschlägen zu rechnen.

Wettervorhersage für Freitag: Wolkiges Wetter, Temperaturen zunächst etwas ansteigend, vereinzelt Niederschläge wah sheinlich.

W i tterungsaussichten für Sams­tag: Wolkiges Wetter mit stellenweiser Auf­heiterung, Temperaturen schwankend.

Lufttemperaturen am 29. Februar: mittags 4,9 Grad Celsius: abends 3 Grad Celsius: am 1. März: morgens 1,4 Grad Celsius. Maximum 5,4 Grad Cel­sius, Minimum2,6 Grad Celsius. Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe am 29. Februar: abends 2,8 Grad Celsius; am 1. März: morgens 1,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 2% Stunden.