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Ur. 255 Drittes Blatt

Gittzener Anzeiger iSeneral-Anzeiger für Gbtrhtssen)

Montag, 51. Oktober J92Z

Tumen, Sport und Spiel.

4. Sporiärzte-Kongreß.

tion Dr. Heitz («letzen). Sieger im olympischen Rwiffmnpt brr Sportäryr.

Sm 23. unb 24. Dftober ragte tm Reichstags- gcMube ta Beritr. her IV. 6 p o r t a r j t e I o n ar efj Seit über 300 BerjJe aus ollen Teilen 7>u: chtande Daren erschienen, um ihr grobe» 3n- leerste an bet jortvnmg der Lteibesübunflrn zu be- fanden. Begterung. -.ir-iLt)* unb fporttiche Ber- bdnöe, sowie bat Hustanb, oor allem die nordischen Jlticbberlanbrr barten zahlreiche Bertreter entfanbt

Dos f)aupttbemc >er wistenschaGlichen Borträge loorDer fltnftafr de» Sporte» cuf dos Oer,. <*rju fciherttn sich beOeurtnbe (Belehne. Wahrend Leh Bot schoss (fttviburg) über ficrurobe und Schwäche oom k»choioq,tcheit Standpuntte sprach, rriürterte Pros. Bruns (Königsberg) bot Thema "Herzgrube und IRustetarbeit". Bros. Mangold (Be tim) umertzichte bee Begebungen ber Atmung zum Äreistoid mabrmb der Hrbci? unb Prosesior Rau tmann (Freiburg) behandelt- die Ueberan- ftrengung der Organe bet tret kaufet durch Äiisfel-

öamUtdx anwesenden Sportärzte vertraten den Skmbpunft, das, unbedingt an ber Sortierung nach Einführung ber täglichen Turnstunde hi den Schuleneftyfr.ltrn werden, datz ober gleich» zeitig auch die 3-igenb m weit gröberem Maste als bisher unter sportärztlicher Aussicht gestellt werden wüste. um Schrdtsssrmen durch zu starke körperliche Anstrengungen rechtzeitig verhindern yt rönnen.

3m llnichlutz an die wistenschastliche Aussprache hmb em o Igm pij*er Fünf kamps im Sta­dion statt, um den Sportärzten auch Gelegenheit zu geben, ihr praktisches Können auf sportlichem Ge­biete zu zeigen. Sieger in diesem Fimskamos wurde Dr. Heist, Sportarzt an der Universität m Liesten.

Oer Miiglieherbestanh her V. T.

3n der ..Deutschen Xumjeihtng". dem amt« lidten Blatt der D X.. wird durch den Ge« schäftsführor txr 3a&re*berid)t 1826 27 ncrif- »entlicht Wir entnehmen ihm folgentsrb über den Mitgliederbestand Die 'Beftanbetbebung der D L. Migte am 1. Januar 1027 wieder eine Zunahme der Mitglieder,zahlen, die daupriüchl'.ch aus Aochnuna der stärkeren Delei- ligung der Stauen und Kinder ging, während die Zahl der Vlänner leider einen kleinen Rück­schritt auhaie*. Insgesamt wurden gezählt: 225 527 Knaben (1026 210 343). 1065 817 Män.

ner (1026 1 069 741). 152527 Mädchen (1926

- 137 612). 206 114 Stauen <1926 173 327). - 173327)

Gau tieften her V. T.

Volksturnen Im Turngau Hessen (V. T.).

Wahrend das Turnjahr 1926.27 für alle übri­gen Zweige des un,fangreichen unb mclfeitigen Ar- . bereits feil Wochen abger

unb mit der ersten (BauDorturnerftunbe schon in bas Turnjahr 1927 28 eingetteten wurde, haben die yolfsturner des (Bauet1 noch eine wichtige Beran- Haltung durchzufuhren. Ls ist der f)crbftmalb- (auf, der unter Leitung von lobertumroart Will (Diesten) und Gauool' art Luck- Hardt (Marburg» am 13. Sooem. In Diesten au-getragen wird (Belaufen werden in der A- tzlasse 6500 Meter, in der 8-Klasse 6500, in ber L-Klasse 3500 Meter, in der V-Klasse 1500 Meter. Auster den Einzelläufen finden in allen Klassen auch Mannschaft »lause statt.

Kus dem, 2. Bezirk bes lumgaues Hessen (D. I ).

Dieerste Bezirksvorturner st unde des ürbeitsiabree 1927 28 findet am 6. November in ber Turnhalle des Männerturnoereins Diesten statt. Durchgelurni unb besprochen werden die Uebungen laut lumplan. Die Vorturner werden gestellt für steck vom To. Treis a. b. Lda., für Barren vom Io. Heuchelheim, für Pferd oom Io. flI ch.

Sandball etdNefpiel volle - Skrlm 7:5.

3um brüten Male begegneten sich in Halle vor über 5000 Zuschauern die beiden ftanöball- städtemannschaften von Halle und 'Berlin. Da« Splel endete nach spannendem Derlous 7:5 (3:3).

frupball im Bezirk Main tieften.

wichtigste Spiel der Main-Gruppe war das gelinge Zufammentresfen der beiden Frankfurter Spistenvereine. Gin tracht unb Fustballsportverein. T-er Kamp! sah das groste Frankfurter Stadion etwa 40 000 Zu- 'chauern vollkommen ausverkauft. Eintracht wat in der Gesamtleistung einhe-.:! cher und zeigte sich als technisch unb taktisch besser Ihr L eg non 2.0 Toren wat daher .x-rbtent unb berech­tigt Damit Ist in ber künftigen Mristerschafts- frage eine wichtige Botenrtchc^dung gefallen. Unter den übrigen Kampfergednitten : G Grupve befremdet die Niederlage die lich Aotweist Frankfurt bet Union Niederrod mit I 3 Toren holte Damit verichwinber Aotweitz vorläufig vom 3. Tabellenplan .katastrophal lieht sich die 2 6-0liebttlagc an. die sich der 1F. fl. 1 893 bei ber Sptelveteinigung 1903 Fechenheim, einem Heuling der Oberliga, holte, flirten be-achtenswerken. wenn auch knappen flrfolg errangen die Offenbacher Kickers, die in Aschaffenburg gegen Viktoria 2:1 ge­wannen. Erwartet war das Unentsttzteden zwi­schen dem V. f. A. Offenbach unb Sport 1360 Hanau, wie es mit 1:1 zustande kam. Auch ba» 3:3 zwilchen Viktoria 1394 Ha­nau und Germania 1 394 Frankfurt zeigte zwei gleich starke Gegner.

Auch in der hessischen Gruppe gab es einige nicht den flrtoartungcn gemäfre Spiel- ergcbr.tfe, so hast die Tabelle nicht umnetent- Uwe Berfchiebungen erleidet. W o t m a t i a blieb allerdings an der Spihe. da fle V f. L. Heu- Isenburg mit 5:3 Toren glatt schlug Auch I. Sv. V. 1 005 Mainz behauptete mit feinem ti: 1 über die Sp. Vgg A r h e i I g e n.seinen zwei­ten Plast. Die 3. Stelle wird nunmehr aber von der Sp.-Gem. Höchst eingenommen, trotzdem sie nur mit ihrem 1: 1 gegen den Sp. V. D a r nt - stabt einen Punkt gewann. 2L?cr ihre beiden seitherigenBorbermämtcr. Alemannia Worms unb V. s. L. Aeu-Isenburg er­rangen gar fernen Punktzuwachs. ba erstere gegen Hasfia *B in g c n 2: 5. unb V. f. 0. gegen Wormatia 3:5 verloren. Sehr knapp, mit 1:0 Toren, erkämpfte sich ber Sp. V. Wies­baden den Sieg über den Lokalgegner. Ger­mania Wiesbaden.

Westheutsche Zußbattmeisterschasts Vorenischeihungen.

Die westdeutschen FuhbaH-VcrbantsfpiLle des gefteigen Sonntags brachten bei mehreren überra'cheiidei, Ariultaten v.-rfchiedene flrgeb- nisse. die auf die Gestaltung der Tabelle von wesentlichem Otnfluft sind. 3m Berg. -Mär k. Bezirk blieb SS. Ofbecfclb durch den 2:1- Sieg über flllor 04 an ber Spille, während Turu Düsseldorf einen Punkt einbüstte. ihr zweiter Plast in der Gruppe R hinter fllbcrfelb damit bedroht wird 3m Ahein bez irr gab es die beinerkenswertefien Befultatc in der Gruppe 3. in ber V s. A. Köln durch denr«g über Bingfl 05 zu S B. Düren aufschlotz, da dies« gegen Bonner F. V. wider Erwarten verlor. Das interessanteste Spiel k»?s Vuhrbezirks endete mit einem 4 0-Siege von Schwarz- Deist Affen über M. B. B. Linden, wonach beide den Tabellenplatz gewechselt haben unb flff en letzt an der Spitze der Tavette in Gruppe 1 steh«, vahrend in Gruppe 2 ödjalfc 04 weiter ungc- Icbiagcn in Führung blieb. 3n West falen Ist jetzt V. f. B. Bielefeld nach dem 6:1-Sieg über S. Bg Herten bet ernsteste Rivale ber Arminia Bielfelb in Gruppe 1. 3n öübtoeftfalen bleibt Hagen 72 trotz bei 0 0-Spiels gegen Hagen 06 Weller klar in Führung.

Destheutschlanh Osthollanh 2:3.

Wohl an 20000 Zuschauer wurden am gestrigen Sonntag in Düsseldorf Zeugen einer bdebamenben Bieterlage der weftdeuts chen Fuhball -Repräsentativmannschaft gegen die osthollänbische. Die Weftdeu'- schen verfagden fast auf ber ganzen Linie unb führten lesonder» in der zweiten Spielhälsie ein überaus mähiges Spiel oor. In Beytnn des

Kampfes waren Ne Destbeurich-m bren Gebern aber.egen. Ne HoLänber tonen kaum über die ngn* Sprethälste büwM I» das) man ichem m.t raum 'iLnen *k*gc der Westdeurtchcn rech- nrte. Doch hieben Ne Zahlbaren flrixge au* ba bi« getpsensche Hin^rrnanuschait mit dem Torwart gut aut dem Kosten umt. Bitt der deit tonen Na Holländer des öfteren gut vor und erzielten auf r:xn piovlichen Vorftotz durch den Mittelstürmer überraschend beit ersten Irri- fer Westdeutschtand führtr kurz tkmruf durch Lücke den Ausgleich herbei. Rach der Paule waren Ne Hclländer zunächst eine xNitlang tm Angriff schon nach Bx-nt^n Minuten amgen sie tTtsbcmri durch det Mitwtstütmer wieder in Führung. Zwar glückte den Westdeutschen nrch- mals der Ausgleich doch konnten sie nicht tvr- binbern, bah Ne?br schnellen Gäste durch einen brüten Treffer einen Steg heraus hotten. In den letzten Sp-.elm.nuten warfen Ne West­deutschen -re ganze Vlannschaft nach vor. aber alle Torbemühungen waren vergeben#

tiomburgir (Sportverein schlöqt O. z. ($. Prag 4:2.

Hamburg hatte nach längerer Zeit wieder einmal einen fraget .lufibaUrrrvin zu Gast. Technisch und taktinh zeigten bic Gäste höchste Buschallkunst. Trotzdem endete das Spiel 4^ tut Hamburg

,3onnl)* schwimmt aftrmal# Seltretor».

Aachbein I Deistmü11er erst in den letzten Tagen bereits über 330 Bards ein« neue Weltbestleistung erzielte, gelang e# ihm auch jetzt die von Arne Borg iS hweden) gehaltene Welthöchstleistung tm 330-Meter-Freistil von 3:33L auf 3:31 zu verbessern.

Preußen.

Ärcie Wetzlar.

=/- Launsbach, 30. Oft In der letzten Ge- meindcratssitzung wurde beschlossen, die '3iachtwachterstrUe neu ouszuschrelben. In Sachen der Ä r a f l e i l u n g der Oberweser-Werke soll von der Erhebung der fllage bezüglich der Uebrr- fpamtung von Aemeindegrundstücken abgesehen werden.

Arcie Biedenkopf.

# Königsberg, 30. Okt Die Ernte- arbeiten sind hier jetzt voll ständig been­digt. Die Kartoffel- und die Obsternte war recht zufriedenstellend. Im Durchschnitt wurden auf dem Morgen 60 bis 70 Zentner geerntet, was für unsere Gegend recht viel ist. Der Berkaus der Kartoffeln ist sehr gering, die meisten finden in der eignen Wirtschaft bei der in großer Blüte stehenden Schweinezucht Verwendung. Die Bautätig­keit In Den zwei letzten Jahren erstreckte Nch hier hauptsächlich auf Vergrötzerung der Wirt­schaftsgebäude. Ein Froster Mangel bleibt be­stehen, dem man im nächsten Jahre durch die Er­richtung weiterer Fell)scheunen abhelfen will. Das Bauen von Wohnhäusern dürfte trotz der hier be* hebenden grasten Wohnungsnot auch im kommenden Iayre wohl nur ganz gering sein, denn es fehlt den Baulustigen an geeignetem Baugelände.

Dilttreis.

Lpd. Dillenburg. 30. Okt. In Gegen­wart des Veichsbahnpräsidenten Dr Aofen von der Veichsbahndirektion Frankfurt a. M., sowie zahlreicher führenber Persönlichkeiten des wirtschaftlichen unb öffentlichen Leben« ist gestern nachmittag bas neue Bahnhofsgebäude des Personenbahnhof« in Dillenburg feierlich eingeweiht worden. Der Dillenburger Per­sonenbahnhof darf als eine« ber schönsten Bahn­hofsgebäude im Frankfurter Aeichsbahnbezirk angesprochen werden. An die Feier im Bahn­hofsgebäude schtost sich ein von ber Stabt Dil­lenburg im Städtischen Kurchau« gegebenes Fest­esten, 6ei welcher Gelegenheit u. a. ©tabtrat Dr Dönges in einer längeren An sprach: die Ge­schichte bes Dillenburger Bahnhofsumbaues ent­wickelte.

X 2) r i e b o r f, 30. Ott. Im Jahre 1820 brannte Driedorf bis auf 5 Häuser ab. Auch die schule war dabei nicht verschont geblieben. Da» dann neu er­richtete Schulgebäude wurde mit einer Lehrerwoh-

Kamerahen.

Boman von Felix Moeschlin.

Copyright by Carl Duncker. Berlin W »2.

1 Fortsetzung Nachdruck verboten.

..Sind Sie Historiker?' fragte sie schüchtern.

Vielleicht. Ja. gowissermasten. Jedenfalls Beob- achter Ich will wi"en. mie es sich entwickelt. Ich bin neugierig. Dabet weist ich gani genau, wie es ich entwickelt fls kann sich gar nicht anders entwickeln. (Fs stimmt alles. Untergang, Untergang!"

..Nein!" stiest sie hervor.

,^eine oentimentalität,* sagte er schroff.

Air müssen mit den lada<$rn rechnen."

Ja. mit den Tatsachen." eie raffte sich auf. . Weaen einer solchen Tatsache bin ich hergekom men. Sie machte eine Pause. Lch habe mich schri- den lassen."

Sie hatten wohl da» Siecht dazu."

La, ich hatte da« Recht dazu, nach drei Jahren," 'tohnde sie.

Sr schwieg.

.,llnd bann habe ich einen anderen geheiratet." flt nickte mit bem 9?^.

Und gestern," sagte fle langfam und streckte ihm efn Telegramm hin,ist Georg gesund ge­worden ...

2.

(Brunöt erhob sich, flr ging auf und ab. Lus einmal lachte er: .wrostarng. irr ist gesund, in» Sie sind wieder verheiraxt. Auch da» stimmt, vis ist »m3 natürlich. Man liistt sich scheiden, selbst- verstündtich. Man heiratet einen andern. Darum hatten Sie nid>t heiraten sollen' Darum Treue? xrsue über« Brav hinaus? Da» paßt nicht mehr In unsere Heil, Frau &i|. Pardon. Sie heisten ja setzt wohl anders?"

Frau Dr. Sebröder " sagte sie kife.

Uebrigens", tagte er langsam,nun fallt mir etwas ein. jSabe :ch nicht einen Brief von Ihnen?"

,4)0*." sagte sie.

Bon 1916, wenn ich mich nicht täusche."

da," stammelte sie.

Er must ba sein," sagte er und wandte ich einem Schranke zu.

SMnl" schrie sie. .Letzt nicht diesen Brief.*

. Aie Sie wünschen." Er setzte sich wieder, den Rucken gegen das Fenster.Ich erinnere mich jetzt auch an dos, was in jenem Briete stand."

Sie hob abwehrend die Dände.

Er übersah die Gebärde und fuhr fort ,5te schrieben damals, das, Eie eine alte Mutter bäten, und dast Sie mich bitten möchten, für diese alte Muller zu sorgen, fall» sie stürven. Ich war banale gerade Im Lazarett, ein Schutz, ber nicht gefährlich war. Nun, Sie baten mich, al» Freund Ihres Man- nes für Ihre Mutter sorgen, wenn (fleora stürbe, denn dann wollten Sie auch nicht roh ter leben. Ich versprach es Ihnen. Ich must gestehen, der Brief machte mir einen gewissen Eindruck Miteinander leben, miteinander sterben, das hört sich 'ehr schön an. Patzt aber nur fürs Theater nicht für die Dirk- lichkett. Der Beweis ist wteder einmal erbracht."

See hielt den Kops gesenkt.

..Die ist Georg übrigens auf einmal gesund ge­worden?" fragte er.

Der Blitz hat in einen Baurn geschlagen", jagte sie langsam, das scheint die Ursache gewesen zu sein."

..Das verstehe ich nicht recht."

..Man kann das wobt auch nicht so recht ver­stehen," sagte sie lebhafter. .Georg spazierte im Park, ffr must immer noch ein stiller Äranter ge­wesen sein, mit damals. Er ist gerne brausten ge- tvestn Bei |ehern Detter. 9m .^nrmer wurde er unruhig. Er hat sich weder vorn cebnet, noch oom Regen adhalten lassen. Man bat ibn oft mit (Be­malt hereinholen muffen. So bat er sich auch gestern vormittag nicht um ein heftige- Gewitter ge­kümmert ..."

,.Gs wird das gleiche (Beimuer gewesen sein, das ooraestern nacht bei uns in einen Fabrikschornstein ge«(fragen hat."

..Blelleikfr," gab sie zu.Er bat sich also nicht um das (Bemuter gekümmert. Er scheint ganz allein gewesen zu fein. Zehn ober fünf^ebn Meter von ihm entfernt hat der Blitz in einen Baum geschlagen. Der Luftdruck, vielleicht auch ber Schrecken, hat ihn zu Boden geworfen, ill, man ihn fand, glaubte man zuerst, der Blitz hätte chn erschlagen. Er lag da wie ein Lebloser. Dann ist er erwacht. Cs jeifte lich, daß es sich dlost um eine Be:äubung gehandelt hatte. Und dann zeigte sich das andere, das lieber- rächende, das Ungtaubllche. Er fragte nach fernen

ftameraben. er sagte, er müsse ihnen helfen ... Und dann begriff er, datz er nicht mehr im Schützen- graben sei.'

..So hatte also gewissennasten der eine Mitz ihn getötet grob gesprochen, unb der andere ihn von neuem zum Leben auferweckt?"

,,(£s ist möglich, ich kann es leider nicht besser erklären, der Profeslor hat mir am Telephon einen großen Dortrag g< halten, aber es ist nicht so leicht ;u oerfteben, ein solcher Professor hat aar viele la- teinische Ausdrücke, man muh viel miffen, um das alles verstechen zu können. Und vielleicht versteht man es auch dann noch nicht. Doch das braucht mich nicht ui quälen. Ich habe an dem anderen schon ge­nug: Er stehe wieder da wie ein Gesunder, sagte ber Professor, und frage nach mir!"

Ich begreife, dast das für Sie keine angenehme Situation ist. obwohl man Sie oon einer gewrilen Selbstoerschuldung nicht freüprechen kann.'

BertdpiLöung', tagte sie und fhafftt sich,wer ist an altem schuld? Ker hat den Krieg gemacht?"

..Rein« Politik, bitte," sagte er scharf.

,JD. nein, keine Politik so mein ich es nicht", sagte sie mit bitterem Lächeln,ich will nur sagen: Der har uns hinringestellt in dies alles, uns Men­schen? In fliehe und Krieg, in Sterben wollen unb Leben wollen? Georg ist am ersten Ihiegstage oon mir »gangen. Dreimal habe ich ihn wiedergesehen. Wir hatten kein Sind. Man bunte nicht wagen, ein flinö zu haben, hatten wir ein Kind gehabt'" Eie lchwieg. Dann schüttelte sie den Kops und fuhr 'ort: .vielleicht hätte auch das nicht geholfen, wabriche n- lich hatte ich Ihnen geschrieben, sie sollten sich die­ses Kindes an nehmen, wenn er stürbe."

1916?" tagte er hämi'ch.

-Ha, 1916. Ich verstehe den Vorwurf. Ich nehme meme Schuld auf mich. 1916, ja, und dann tarn 1917, Sie willen, was das heitzt.

Ja, ich weist es." Er deutete wieder auf seine Schränke. Ich habe das be^ügfitbe Material sorg­fältig gesammelt."

Sechzehn, siebzehn, achtzehn," sagte sie wie in Äedanken. Ich arbeitete fm Lazarett. Zuletzt in einem Blindena^yl im Maria 2?ic!9ria.Src7iksnhous. Denn ich arbeitete, oon morgens bis abends, dann war es tu erragen. Senn ich die erften Schritte der Bünden leitete, wenn ich notwendig war, bann ging es. Ich hatte d-e Minden gewählt, wett -'ch ihr

nung unb vorsorglich mit zwei fl.hriälen bedacht. Durch 3unab<ne ber Unbegabt wurde spater auch Le vwiie öd ei beansprucht Jetzt tft neben biriem Gebäude auf dem ttarhplape em neues Schul- haus erstanden Dte Notwendigkeit einer dritte n Lehrperson fand ichon bei Beratung be* Bau- planr BerücksutNtgung (Jm Led.'Mlttelzimmer ist deshalb als vierter L*ebr|aal gedacht. Der erste Stock wird für zwei Lehre:Mahnungen heruestellt Weitere freundlich« Zimmer wird das^achge^ri^st enthalten. R e u z e i 111 ch e 0 i n r > ch 1 u a g e n in dem Schul- Haus. wie Bad ulro bebürfrn besonderer Erwäh­nung. De tnr di. hilqeme nbeit gedachte Babege- legende! gehört iedoch wodl zu den Seltenbeiten. Der ,etzi fertige '.Robben macht einen guten Eindruck. Bi tur Gebrauchsabnahme w rd wohl noch einige 3««t vergehen

EbcvtvcifcTrvnlMmo.

Lpd Hachenburg 29. Olt. Vach Aus­sagen der Aunrode h ber Bestand an Ha - I«n auf bem Deiterwalbe trod be* natz- kalten Oonanet# diesmal gut Vamentltch der Atr>«üe Wurf scheint sich aut behauptet zu haben, vereinzelt machen sich 'ch.-'n die Wild sauen bemerkbar uni' haben Itellenwei'-c der jungen Saat empfindlichen Schaden zuaesugt. Juch der Fuchs scheint eine grobe 2lachkomm«n'chaft auf- gezogen zu haben. In den Westerwälber Ber­gen wird tamit vvrausfichtltch bald ein sesbliches Jagen anheben.

Samilitntrcodbie in Sranlfurl.

W5V Frankfurt a. M U Okt. Am flrlentzruch in der Alederival^ksionie fand fr.* Polizei Die Frau des flisendahnarbeiters Decke r t mit ihren beiden a ch t und an­derthalb Jahre alten Ldhnen unb ihrem dreijährigen Tbchterchen am Boden liegend tot auf. Den Hausbewohner:, war starker Gasgeruch aufgefallen Die be­nachrichtigten bic Polizei, die durch das Kuchen- f en (ter in die Wcchnun.i eindringen mutzte und dort In einem Iimmer die Leichen vorfand. Aach Feststellung de« Sachverhaltes brachte man die Leichen nach dem Haupttriedhof. Die Ursache für die schreckliche Tat ist in zerrütteten Sa- mtlienverhältniffen zu suchen Geftrnden? Briefe besagen, datz Frau Decken des Ledens müde war und den Tod einem solchen Leben vor­gezogen hat.

Amtsgericht Gießen.

* Oieften, 24. Okt flin Arbeiter von hier und dessen geschiedene flhefrau hatten einem alten fl he paar erzählt, eine andere Frau von hier, zu der die alten Leute aar feine Beziehungen haben und die sie gar nicht kennen, habe schwere Beleidigungen gegen sie ausgestotzen Der alte Mann, ein ehrenwerter Arbeiter im Auhestand, erhob daraufhin Privatklage gegen die angebliche Beleidigerin, nahm Ite aber heute wieder zurück, nachdem diese erklärt hatte, sie habe niemals derartige Aeuherungen getan und halte den Pr,- vatllager und seine Frau für brave ehrenwerte Leute. Die beiden Ieugen. der Arbeiter und leine geschiedene Frau waren nicht erschienen.

Zwischen einem früheren Angehörigen der Aeichswehr A. und einem Dienstmädchen A. aus dem Vogelsberg bestand längere Zeit ein Ver­hältnis, das später jedoch von 22. wieder gelöst wurde Die A. behauptet nun, 21. habe ihr die flhc versprochen und sei mit ihr verlobt ge­wesen und hat deshalb Klage aus Schaden­ersatz gegen ihn erhoben, dte in der ersten In­stanz dem Grunde nach für aerecht- fertigt erklärt wurde. 21., der ein flhever­sprechen und da« öertiegen eines Verlöb­nisses bestreitet hat Berufung gegen dieses Urteil eingelegt. Die 2t.. die sich durch da« Er­halten des 21. aus« tiefste gekränkt fühlt, hat sich nun dazu hinreltzen lassen, dritten Personen gegenüber zu erklären, sie wolle überall hin- gehen, um den 2L schlecht zu machen unb au sagen, wa« er für ein schlechter Mensch fei. flr habe sie um viel Geld und um noch viel mehr gebracht. 2D«gen dieser 2leutzerungen hat 2l. Privatklage argen die A erhoben, dte in Anbetracht der ge­samten Umstände au einer Geldstrafe von 2 0 Mark verurteilt wurde

Schicksal am schlimmsten fand. Sie hotten es nicht einmal am schlimmsten! Es gab Blinde, die lächelten unb behaupteten, sie sähen. Zuerst meinten Ile, es könne keine Freude mehr oeben für sie, und bann landen fle doch wieder (Befallen an der Welf."

So, bns gibt es?"

Dort lernte ich meinen Kann kennen."

.Ist er blinb?"

.Ja. auf beiden Augen, (fr war Stuben! gewe­sen. Philologe. IRan mutzte darum kämpfen, dast ble^e Blinden wieder zu ihrer Ärbeft kamen I^e Direktoren der Bünbenanfialten wollten zuerst olle zu Korbflechtern und Bürftenbinbem machen. Das aab einen hartnäckigen stampf Unser Professor sagte mehr als einmal: die Bhnten sind fefrnb, bie Sehenden 'ind blind. Schiietzlich haben wir gesiegt. In einem gewissen Matze wenigstens." Sie nxirbe lebhafter.Man darf die blinden Männer nicht wie st Inder behandeln. Sie müssen Meder ins Leben (jefteUt werden als Manner. Nie vergesse ich einen schlosser, der sich mit Händen und Fützen dagegen wehrte, als er in eine Blindenanstalt geführt wer- den sollte. Ich muh wieder mit (Elfen yi tun haben, tagte er. Ich kann keine Stühle liechten. Ich mutz (Eilen in den Händen haben. Ich bin ja yor nicht blind. Ich sehe bloß nichts mehr. Ader tch weist ganz genau, wie alles ist. Den Mann haben wir bei Siemens und Schocker! untergebracht. Und wir haben letevhonisten. Tischten' Schneidern. Schuh nxtchern, Plätze oerlchaisi Und den (fabevnifem haben wir juni Weiterstudium oerhoisen. Ts war gut, datz man biete Arde.t hotte."

Und ein kleines Liebesverhältnis mit einem Blmden als Ersatz. Es war ja die Zeit ber Ersatz- ffoffe."

, Jlein!" schrie fie unb stampfte mit bem Futz. Deist Golt, es hat Standen gegeben, wo ich ge­dacht habe, gibt es denn feine Arznei, um birit wilde Sehnsucht los zu werden. So oerücki mar ich. Ich liebte iyn, unb ich liebe ihn heute noch.

Den Blinden?"

Stein, Georg."

Dann können 6-e sich ja wieder scheiden lasten. Die Bltrauasetzungen, unter denen diese zweite ^he geschtollen eerben ist, sind ja hintällig geworden, wie ich annehme, unb ba Sie chn immer noch lieben .e

(Fortsetzung folgt.)