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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger filr Doerhefsen)

Nr. 255 Zweiter Blatt

Montag, 5L Gktober 1927

Fünf Jahre Mussolini.

Eine Bilanz der faszistischen Herrschaft.

Don innerem K. K -Sonderberichterstatter. Dom.

Der kolaente Aufsatz erössnet eine

1 ber R ß Lok derberlchterAatler den Der- luch macht hat f r k e v u h t um I a I 81 - h t |<t f r Herr' ch 4 11 tn seinen poiiti» i4xn. wirtschaftlichem. sozialen und hiltu- reUen 2u»wirkungen zu analyl'eren. 3n trutschen Darstellungen. Interviews mit ten Mtzrenden Persönl'chk« «en der Politik, der Wtrilcha'r und de» De rite »leben» und in seuilletonistilchen Betrachtungen toll hur natürlich keine Monographie de» Fafzis- mu» geboten werden eine Ausgabe die im Rahmen einer Tageszeitung überhaupt nicht zu Idlen ist - sondern lediglich em uerlchnitt durch da» heutig« Italien g«- »->gen werden, da» von dem. FafziSmuS - mannten eurrpällchen Phun.men be­herrscht wird.

Oer Jahrestag.

Am 28 Oktober 1922 werden die Historiker einmal dozieren land da» Italien ildDour» sein unrühmliche» Ende ö» f,nb also fünf Jahre her. daß die unblutigste Devolution der Welt­geschichte mit einer von kraltlosem Liberalismus, unotbdnbiflirm MarrismuS und ganz in Eouloir- politik twrflridtem Äkrilaliemufl zerfetztenor- malen Demokratie aulaeräumt hat Womit nicht» gegen diele drei graften Weltanschauungen be­wiesen ist Alle drei werden den SafolAmu» zweifellos überdauern der «in einmalige» und 'pezisisch italienische» Phänomen barlteiu. Ihr«

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r»ar sretlich für Staat und Nation unerträglich. 2Di« e» keinen 3ufaU un Weltg<lchehen gibt, war e» auch kein Zusoll, daß kein« Macht im Königreich« lich. genau vor füns Jahren, den aus Dom marschierenden Schwarzhemben ent­gegenstellen konnte D>e Bevölkerung Italien» li-ar de» varlamentarilchen Leerlauf», der sinn­losen Streik» und de» kaum mehr zu verhüllenden Ehao» satt. Da wollten sogar die Italiener die Segnungen der Ordnung kennen lernen.

Da» ganz« Land jubeln den anrüden den Schwarz Hemden zu. Gab e» irgendwo doktri­nären Widerstand, so waren RizinuSöl und Sturm aus onderSge'innte Dedaktionen und Klub­häuser rin probate» Mittel, um die Unzwcck- mäßiakctt aller Doktrinen im politischen Leben sinnfällig »u demonstrieren Dvr dem elemen­taren Ausbruch faszilnscher Leidenschaft di« von einem Mailänder DedaktionSzlmmer au» ziel- tetoußt in Szen« gesetzt war und dirigiert wurde - muhten sich die königlichen Ordnung»- iruppen zurückzlehen Der König selbst «stellte 'ich auf den Boden der Tatsachen' Cr begnügt sich seither, bl» aus weitere» an der Spitze «ine» revolutionären Staate» zu figuri«ren.

Giaatssozialisrnus mit verkehrtem Vorzeichen.

Denn der FafziSmuS ist, fooar programma­tisch. die Devolution. Gr ist c» heute noch. Don einer Stabilisierung der Derhältniss« kann noch 'armer Mn* Rete sein. Konsolidiert hat sich da» 2taat»u>«s«n freilich in diesen lüns Jahren ganz gewaltig. Au.'gcbaut und im Sinne leine» Be-

,-iner weiteren Dethe von Jahren sein. Da»

- V*1 V-emu» th der *hn-

dikaliftische Auioau de» Staate» Man fennt diel« Ideen Sie sind nicht vi«l ander» al» 2taat»soziali»mu» mit verkehrtem Borzeichen. Dazu dul eine bewußt chauvinistische Ideologie aufgebaut, wie sie. zum mindest in dieser bru­talen und vielsach naiv anmutenden Aufrichtig­keit. vielleicht nur in der Heimat de»Sacre eguisme ' möglich ist.

Der Staat da» ist die Allmacht. Heute

ist er e» wohl noch nicht 'o aanz. Zumindest die Hülste der Stznd.katc und Orga- nrsaticnen. die da» laszistilch« Pro- aramm vorsieht. sind noch nicht ge­schallen Domrntlich di« besonder» wichtigen Zwischenglied«r und Sr tzennerdänte fehlen so gut tr c vollständig. 2ll»er auch sie werden zweifellos m» Leden gerulen werben, wenn woran zu zweifeln kein Grund vorliegt der organisatorische Ausbau in dem gleichen Tempo fvnlchreitet 3ir.e formale Schwieriake t m vieler der alten Kammer dar. Aber hier handelt es f»ch wirklich nur um eine Formal.iäi Da» c Italien wird keine zweite d.-mokratische Kammer mehr kennen. Unb alle Probleme, von der dm- stellung zu den großen politischen Fragen bl» zum strikt durchgefühnen Trinkgeldverbcn für Hotel- stubemnädchen werden un nächsten Lust rum. noch mehr al» im vergangenen, allein vom Willen de» einzigen Manne» bestimmt, mit dem da» De- gime steht unb fällt.

Oabei sein, ist alles.

Die Allmacht de» Duce erweist sich, schon formell. :n de' Tatsache, baß er fünf ober 'ech-4 Portes«u :-» > Iber vervx'ttet. llnterstaatssekre- den ab. Den,» auch Mussolini kann schließlich nur an einem Schreibtisch sitzen: der im Palazzo Ehigi, der ehemals österreich-ungarischen Bvt- schult, steht. Heute ist der Palast der Sih de» Außenministerium-.

Der auswärtigen Politik widmet der Ali- nisterpräs.dent schon seit langem den weitau» größten Teil keiner ungeheuren Arbeitskraft. Man kann die Tendenzen, die die' faszlstiscte Außenpolitik beherrschen, in der einen Formel a uSdrücken dabei sein, ist alle» Da­

alte Italien war eine Großmacht. Da» neue muß darum zumindest eine Weltmacht sein. Zu« m-.nMt denn womöglich soll macht kat cxochen werden. Dom Palazzo ll-higi ist c» gar nicht weit zum Palazzo Littorio, dem Sih ber Parteileitung. Do man nicht mehr und nicht weniger vorbereitet, al» die Wiederaus- erstehung de» römischen Imperium».

Zunächst ist man sretlich bestrebt, sich an da» einzige, bereits bestehende Imperium anzuleh­nen. an da» britische. In zahlreichen außen­politischen Llktionen ist ber, zumeist mäßigende, englische Gmfluß unverkennbar. 3n eingeweihren Kreisen versichert man, daß dem jüngsten Kvn- slikt mit Jugoslawien nut durch wiederhol re Aus­sprachen .zwischen Mussolini und dem britischen Botschafter die Spitze abgebrochen weichen konnte. Dem nächsten Ziel der italienischen Außenpolitik, der Erringung der Suprematie auf dem Balkan, setzt Ongiarth keinerlei Wider­stand entgegen. Da» Gleichgewicht der Kräfte soll auch aus dem Balkan <rufrcJ>tergalten bleiben. Unb e» ist nicht gut, daß Frankreich dort allein sei. Frankreich erfreut sich tn Italien gegenwäriig keiner großen Crmuxitbie. Die D«pu- ollk ist einet zu weitgehenden LinkSeinstellung verdächtig. Mit Spannung erwartet Dom den Ausgang der Maiwahlen in der ftattzösischen Kammer. Man ist Im allgemeinen pessimistisch, da» heißt, man befürchtet eine Stärkung der Linken. Unb es tour der Ausdruck des allge­meinen Unbehagen», al» ein der Degierung besonder» nahestehende» Blatt dieser Tage die Frage zur Diskussion stellte: Wa» tun, wenn im Mai gar Löon Blum in die Degierung ge­langt?

DerKamps um die Geldwährung.

Die außenpolitische Aktivität de» Fa'zismus von der Ginstellung zu Deutschland unb allen deutschen Problemen soll betonter» gesprochen

Herbstlicht.

Don Maß Jungnickel.

Svnntagnachmittag im Dors«. Da» Herbst- licht ist lo gelb unb warm. Die Häuser sitzen verschlafen in ber Sonne Au» den Ställen llingt ab und zu da» Aufschlagen von Pserte- dufen und da» Knallen einer Peitsch«, die «in Knecht probiert. Au» den geöffneten Fenstern klingt da» Klappern der Kaffeetalsen. Dach e uer Delle zieht eine bunte Schar zum Tore hinaus. Sie Bauerniungen sind S. Die Hüt« haben sie ich verwegen n» Genick geschoben. Keck bau« mein ihnen die Zigaretten im Mund« In den barten, erntebraunen Händen tragen fit leicht­fertige Spazierstöck«.

Dom Feldrain, baßer flattern und schweben >nb rufen, weiß gekleidet, die 'Bauernmädchen Sie wollen alle tn die Stadt, dir hinterm Walde .ieat unb rumort In ber Stadt st heute Tanz­musik. Al» bte Schar vorüber ist. fchläft ba» Dori weiter: sommersatt.

3m Garten, hinterm letzten Bauernhaus teflt auf ber Diele ein kleine» Mädchen. G» nmg wohl ein Jahr alt fein. Dor dem Kinb kauert bie Mutter S e ist noch 'ehr jung. Ihr Mann ist vor einem Jahr dort unten In d« Fabrtkstabt verunglückt.

Unb sie fitzt vor ihrem Ätnbe. Ihre Seele chmeichelt sich in die Heinen Augenstern« hin«in h» hinunter in» Kinderherz. Da» Nein: Mäd- h«n lächelt. Unb jetzt verzieht e» da» Gesicht- hen unb--niest. Die Mutter lacht unb macht

M» Diesen nach Unb jeht hebt ba» Kind Me Händchen, al» wollte e» n den blauen Himmel greisen, unb lacht ganz laut ein strab- enbe», herzliche» Lachen.--

Die Mutter weiß nicht, tote ihr geschieht. 31« hört ba» Lachen zum ersten Male heute. Unb ihr ist auf einmal, al» ob die Sonnen- unfen, bie durch die Blät^r au' sie hernieder- rieseln, an ,u Ningen anfangen. Ihr ist», al» >b bie Rosen an der Hecke sich blühend tn Hren Schoß legen toofien.

öin große» Glück kommt über sie.

Sie springt aus, läuft aus dem Gatten tmb kri glückgejagt ums Hau» herum: .Wenn ich einen träfe, dem ich» sagen wanke!" Sie

legt bie linke Hand schützend über bi« Augen unb sieht bie Dorfstraße hinunter.

Keiner läßt sich bilden. Unb sie möchte doch so gern erzählen, wie ihr Kinb zum ersten Male laut gelacht hat.

Aber ba» Dors 'chlätt. Manchmal blitzt ein Fenster schnell auf. schließt sich aber gleich wie- der tote bie Augen einer alten, schlasenben Frau, bie von einem Deräu'ch geweckt werden unb bann mietet langsam zusallen.

Oie Kastanien rösten.

Don Ankon Schnack.

Jetzt werben lie schon tm Säten gebraten, bie Kaftan en aus den schwe.^nten Tälern um Fielole. au» der brütenden Pvebene, die Ka­stanien von Tosco! aito und Sa!" am Garda'ec die Kastanien au» dem üppigem Sarcatal, die Kastanien von den We:nhügeln te. Meran, die Kastanien von Siena unb au» den grünenden ter Bergfeste von San Miniato öluhten und reiften, der Süden fchüttet mm verschwenderisch biete herrliche Gteckruchl auf taufend Brat­öfchen und in taufend Gänsebrüsten au».

Unter.einem kleinen Tor, aus dessen Mittel­stem «tn vmezianifcher Löwe mit zerbröckelnden Konturen springt, hockt die Signora hinter ihrem Sckenöschen. da» aus ter Straße steht, glüht, raucht, und wie eine Op'erichale ein 'chwrlge- r.fches sattes Aroma verbreitet.

In einem hohen Stroh korb liegen die braunen Früchte. Gs sind nicht die kugel runde-i unb glänzenden Bubensrüchre ter Heimat, die füb­lich? Kastanie ist slacher geformt, scharfkantiger und leichter. Cie ist schmäler, feiner unb von einem gleichmäßigen satten Braun: ce find nicht die abenteuerliche unb derben Wuriae chofl« ter Knatenlpiei« an den nebelige, i öttoverr»ach. mittagen.

Die lüdlichc Kastanie rellt tn einer bürsten- attifl besetzten Schale. Starke grüne Haare mit ter Spiye einer Radel umpel^en ihren Manrel. Zu Hunderte:', und Aberhunderten hängen He tote kleine putzige Tierköple an dem riesenhaften dekorativen Baum. 8» ist gefährlich, mit teeren Bällchen zu werfen: wo sie auf d e Haut treffen, entstehen boarfehw brennente Dlutpünktchen

werten wirb freilich durch die wtrffchaktliche Depte^ion tz»m.ich tehtnden Man ist inxir durch die'e unlcitjbare Depression angeblich Mnc»tMg| tepr mim Grsten». wci! ter Ita­liener in unb für sich zu einem aewis'en Opti­mismus ne:gt, und zwei tetr» weil S ch w - r z - sehere i ach berühmtem Muster nicht ge bie loden Svmpton e einer kleinen Konjunktur- befferu na get ltfsentNch terocr. unb dem atz: sich, um k»e Taiiachk herumzukvmmen. bah dieZah 1 ber Arbeitslosen selbst i m Som- mer über zweibunderttausenb und die ter Äonfttrfe über neunhundert m Monat be­trägt

T.e Wurzel de» Uctel» liegt, außer in der Störung ter n^rwirtschaftlichen Beziehungen, un­ter denen ein vollständig auf die Ginsuhr von Rohstossen angewiesene» Land, wie Italien, be­sonder» leitet, vor allem in ter rafchcm Reval­vation ter Währung Italien macht die typische D es l a 11 vn » k r i s e mit. Di« Reg'erung ist entschlossen,ne Lira aut ihrem a^TcntoArtiaen Stand zu halten und meint, daß fi: trotz ter ar.dauermten Passivität von Hantel»- unb Zah­lungsbilanz dazu imstande sein wird Die staats- finanzielle C-ge ist ja fetnc»ixKg» unguning. Wenn auch die Dudgetüterschü'': Heuer nicht nur zisfernmäßig, sondern auch in Gold weit hinter denen de» Borjahre» zurückble.ben im Budgetjahre 1025 26 betrugen fit 2268 Mll- lior.cn Lire, im Jahre 1026 27 nur noch 405 Millionen so konnte d.r Staat doch in diesem Budgetjahr 500 Millionen zur Dückzah^ung ter Schuld an bie Bank von Italien nertoenten und, erst vor zwei Wochrn, Aufträge zur Grbauunq vom G'.fenoahnen im Derbe von 250 Uttnionrx ^ergeben.JUif staatSsinanziellem Gebiet haben tidi die TlTounntrnen ter 'afzistifchen Pontik ztoeiselio» bewährt. Mau erkennt diese Tatsache vor allem, wenn man da- landesübliche, in die vielen Milliarden gehende Des^zit der ersten Rachkriegsjahre berücksichtigt

Das große Problem ter italienischen Finanz­politik ist ter Kampf um die G i n f ü b r u n g der ® ol t»to ä h rung Finanzminister Gras Dvlpi getom nächst Dkussolini der bc- teutendste Krps in der Regierung ist ihr gewiß nicht abgeneigt. Or steht hier vielleicht ein wenig unter dem Ginsluß seiner amerikanischen Freunde, die ihm ent­schieden raten, zur Goldwährung auf der Basi» vvn fünf, vielleicht fünfeinhalb Lire für daS Pfund zuräckzukehren M u f 1 o! i n i freilich kann lich zir einer derartig einschneidenden Maßnahme nicht oder noch nicht «ntschlieheTi. 3r meint, daß die psychologischen Dorbebingungen nock nicht gegeben feien Man härt übrigen», daß diel: Memungzverscßlcdenhcit nicht bl? einzige zwischen tem Ministervrä'itenten und feinem Finatizminikter fei. Unb e» ist ein öffentliches GeheirTnris, daß Gras Dvlpi sein beschwerliche»

3r;: gern mit dem 'Pariser Bot ich.-.' lerpostwi ver­tauschen mdchie. auf tem ein kluger unb fkrr terfenter UMtmann vo i leinen: Tnc* auch gewiß fehr am Platze wäre fforünft.g hi*i! ter

' ter Fina'izminlftrr allerdings noch n.ch, zieh« DKl leicht bi» M« Gvldwaorung dvch c.ngefübr: und bannt bie D " ru -plstabid- l'.erung cidgüln.'. vollzoztei i'ü Ob u-nmn He t»-. kwt-: w.rd bur*? ub.igx* » nicht mir in nntem cbenfoel>T in Paris ent-

ick eten werten. Auch Mu'soltni nnrb f»ch uir Goldwährung bekennen wenn d.'.- von ter franzöfifche- Kammer beschloss nv.ten tollte. Fünf Minuten früher wirdie wohi n Rom durchgriührl sein.

Quousque tandem?

3ir.e Frage fefvrl bei ter Srbr: -nmg tiaHen4- Icher Probleme immer wiedn Dir^ und wie lange wirb der FasziSrnu» 'ich an ter .llachk holten? Aach hin, Jahren, in tenen er nun un­umschränkt regier! Ist bie Antwort «ich: 'chmer: S» hat sich erwiesen daß da» fallt-

perIment mehr, sondern eine Selbst­verständlichkeit bedeutet Der aufrich­tige Anhang, den die herrscheiide Partei hat ist

der OHänner, die mit tem Parieiadzricchrn g,-- schmü.kt sind. J» gibt em- gewiffe Kritik, Die sich freilich niemals ans Tag.»licht wagt, unb sehr vnl Skeptizismus S» gibt aber !einerlei t?ppohtton Und e» gibt keinen Menschen, ter

aufbauarbeit, bi* der Duce für lein Ba ter land geleistet ha: und täglich leistet, wird von feiner Seite teslri'ten Rach ihm käme das ist h.a allgemeine U-Erzeugung da» Lhate. Auct» da» Schicksal des Hiuse» L.ivctxrn ilt untrennbar mit dem de» Faszismu» verknüpsr. Sine Aus­nahme macht vtellelch' der Kron»

rate, bie ihn hschieben Italien, gewöhnlich am Morgen, nachdem sie au*geliebt imirben. schon wieder ;>erunlcrgerisscn sind

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lich, wie jede Autokratie, eine ungeheure Macht für da» Regime unb ferne Schwache zugleich. Reben dem Duce kann keine andere Pcrsonlichkrit sich längere Zett behoupicti. Die beliebtesten Dolkstribuncn werden zu Unterstaatssekretären oder Provlnzpräsekteii bdorteri und auf bicle ehrenvolle Weife kaltgestellt. S o l a n g e M n s f o- lini noch lin Begriffe feiner über­menschlichen Kraft und seine» über­menschlichen Dillen» ist, besteht sur feine Herrschaft gewiß feine Gefahr. Gr ist vielleicht der einzige .''kensch auf b r Welt, der wirklich unersetzbar ist. Womit das Schicksal de» Faszismu», wie er sich heute darstellt, hin­reichend gekennzeichnet erscheint.

Das deutsche Kapitalproblem und die deutschen Banken.

von Dr. dmft Wich. Schmidt (BtrUn).

Der beutig« ®elflpartog will. aNt ber Äanw an* deutet, fci« ganze Wett tn d«n Bereich seiner Prvpo- gandawirkung elTweziehen. Asten Landern soll an Meiern Tage die BedenNmg eindringlich vor Augen tzeßchn werden, oretche di« Kapnalbildung durch Sparen für ten Ginzeinen wie für bie Gesamtwirt- Ichast unb bamit auch für Wohlfahrt und Kultursort* ichriit jeder Dolksgemeinschaft Hal.

Ueberall In der Welt enistcht ständig neuer Ku- pitülbebarf mit ber 'nrücni'enden Ergänzung unb Ausgestaltung des großen Produktion», und Ser- teilungsapparates, den sich bie Menschheit zur Be­friedigung ihrer mannigfaltigen Bedürfnisse geschus- fen Hut. Aber bie TfotUMmbigfrif. diesen Apparat zu ergänzen unb neu zu gestalten, ist tn den einzelnen Ländern oerfchieden groß. Da» reiche Amerika ist darin viel weiter al» ba» verarmte Deutschland. Deutschlapb ftefct noch mitten in feinem großen Ra- tioualisierungsprozeh. dessen Ziel e» ist, ok gesamt-

Zwei, drei, vier Hand voll von ten getrock­neten, entMxUtcn Früchten wirft die Sigiwra prasselnd in die auSgebrannte unb 'chw-rrze Pfanne. Langsam glüht ter Holzbrand ten Ofen durch Schale und Fleißh fange i an zu rösten. Ueberall, fast in jedem Kramladen, an jeder öteatenblegung in jeder $ornlfd>e wird ein Röstofen entzündet. Aus dem pkoenten Fruchü- flei W) steigt ein angenehmer und verlockender Dult Da» Aroma schwimmt auf einer dünnen Nauen Rauchwolke durch die enge und ineinander gefthachtelte Kleinstadt. Gr ist unwiderstehliche Gr lockt die Gentesirni aus ter Tasche: mit einer Handvoll brotwarmer und schmackhafter Frück)ie geht man unter ten Kolonnaden ipaziere. Au» tem Geruch kocht noch <inmal -j» glühende Del ich« de» Sommer», ba er auf ten Pinien­hügeln lag. auf ten Kfostermauem brann* über ten Skallgertürmeil L>!aule unJ in ten Wein­gärten mit Feuerkraft fchmorte.

Alles knabbert hier Kastanien, die Schiffer bu über ?en Soe kommen, die G'eLtrciter und bi« 2SaHerträge« innen, die lärmenden Gaffern- buben, die Lehrerin unb ter Pfarrer

Bald werlen die Kastawen auch in Deullch- lant fein. Freut euch und laßt He each 'chwecken, gebraten oder im Gänsebauch versteckt 1...

Mi mir uns noch 50 Pfenn g pumpten*.

Gmc originelle Umfrage hat Hans Ta­ft e m k a veranftaltet unb ihre Gtgebntffe in der neuesten Dummer der .Literarischen Welt" ver­öffentlicht. Gr wandte <id) an einige hervorva«nde Dichte. Schauspieler und Kriliker mit der Bitte, ihm etwa» au» der Zeit ihres Leben» zu er- äfilr.. da ß« sich .noch 50 Pfennig pumpten". DrionBers inlcreffan: ist die Antwort te» crfNfl- rcichcn Dramatiker» ®arl Zuckmaher, denn diese Zeit der Röte reichte bei ihm bi» dicht an den Triumph leine» . Fröhlichen Weinberges". Er hatte damals bei einem Fmairzmann In dessen Dilla Untetfur.ft getunten, war aber völlig mittellos. Dachtem er den . Fröhlichen Weinberg" beenbe: harte, muhte er nach Berlin hineinfahren, um mit tem Derieger za »erhan­deln. Der Diener des Hausherrn finanzierte die DillettS 3. Klaffe von Wann'« nach Berlin. .Hätte ich damals gsahrü". schreibt der Dichter, .welche natürliche Gofd^r-rte tm Sinne ter peo-

wirtfchatt'.ich, Criftaniflffflbffjfrü fo wett zu steigern, daß wir hn interna!tonalen Ikknbeainbefanipf UNS voll behauoten unb darüber binau» neuen Boten gewinnen können. Ausbau unb vjrmollftnTwrmma der industriellen Anlagen unb de» Verkehrswesens, Stärkung der landwirtschaslUchen Broduktionskrätte, Wohnungsbau unb viele andere wirtschaftliche For­derungen müfkn zur Erreichung diefe» ^ele» eriultt werden. All da» nxid)t Kapilaluufwanb in arößtem Umfange erforderlich. Anterersett» leidet Deutlch- land Immer noch stark unter den Folgen der Ka- pitoloemichtung au» der hinter um liegenden Krieg», unb Inslatton»veriobe. Endlich Hai Im lau­fenden Jahre ter allgemeine Konjunkturuufftieg neuen Kapitachunger in dem Maß« a gelöst, wie die Bergrößcrung der Produktion unb Steigerung der Güternmfäte sortgeschrilren ist.

So sehen wir von allen Seiten rirw liürmifd)# Kapitalnachsrage Herundrang en. der gegeniißer sich

dukliven Landwirtschaft ich mir mit dem We n» berg angelegt hatte, bann wär? ich natürlich zweiter Klasse gefahren. Wenn ich -khnen jetzt noch berichte, daß ich mir den schwarzen Anzug, ten man zur Premi re des .Weinberg" für angemessen hielt, am Tag vorher unter allerlei Machenschaften auf Ärvbi verschickt«, allerki 4» In der festen Ueberz uguna, daß ter Pr-i» für diesen 2::zug und die nächsten paar Flaschen Wein auf all« Fälle bei ter Sache herauskommen müsse bann sehen Sir, wie da» Schicksal spielt, und wie die schlechtcstcm Filme der Wahr­heit am nächsten kommen." O.ne lustige Geschichte aus dieser Zeit, da man sich 50 Pfennig pumpte, gibt der gr Schauspieler .Fritz Kortner zum Besten inhardt in'^cni r Im damal g n Zirkus Schumann den .König OrtUr.18", und wir. die wir tchon zwei Jahre bei ihm waren, sp!:-n die Chorführer Wähvend die .Ginjährigen" wenig oder gar Nichte zu fi­

ten wir mi Stentoriiünme ganze lang Sätze ins Publikum chm.t erii. Dachten, un'.-r kunst- lerilcher Ehrgeiz aeftlUt war und tu Ple.tr immer großer tourte, kamen toir au< Me Id«, dem künstlerischen Ehrgeiz ter Gin:ähr g r. geg n bare Münze enlgegenzukommen. Si? buriien gegen Gnigel! von einer Silbermarf dir großen Sätze brüllen, während wir uns still vergnügt au» dem Staube machten..Hennn Porten erzählt von einem Pompadour für 05 Plennkg, den He durchaus hatei wollte aber e» dauert« sechs Tage bi- sie sich eine Mark zufammen- gepumpt hott« stolz zog sie mit tem Pompadour ab. um ihn nach zwei Wochen beim Zahnarzt Hegen zu lassen. Ernst Lu bi t sch, heute eine amerikanische Filmgröße, erinnert sich an ein großartige» Schnitzel, das er durch die Der» mittlung von I a n n i n g s. al» er tn ten'en Krieaszeiten ganz verhungert war. .auf Pump" erhielt. Melanchcstilch ist bie .Bilanz" des Maler- Willi Jäckel. Bei einem MonatSwechsel von 4-0 Mark muhte er 25 Mark für di? .Bäte" und 5 Mark für Malmaterial ausgeben. Mit tem Restbetrag von 10 Mark bestritt er 20 Mal ein Xarckchc» Mittagessen zu 23 Pfennig. .Dia

*n 5 Mart aber wurden für 10 T g? zu Käsekuchen lchwarzen Kass«. 1-Psennig-ZiAi- retten, als Erlay für Mittage'fen verwendet. Manchmal gelang ein Pump, ter die fw ale Lag« verbellerte. Gewöhnlich gelang er daneben."