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Nr. l?5 Erster Blatt
177. Jahrgang
Dienstag, 51. Mal (927
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P»|1*«tffcBlo: |TOTftino*«ele HiM.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Dnd iwb Dtrlog: Brübl'fAc UuverlilLu Vach irö Sieiibradcrd R. tauge ti Gieren. Schnfiieiisig anb A.jchättrtzelle: $*nl«ffdfle 7.
R»»atzM0 MO l»)ttO€» ftr 6ir lagesnUMmess ?.» $w* «achmmag rorbec.
Preu ftr | ■■ hä he ttr X-ijet.jcn von 27 irre Brette crisi.ch S. aB»wärts 10 BetchspfenRig: ftr Xe- »IcmeewHigte ron TDtrm Breite 35 Xe chepletnug, Platzvsrlchrisi 20' mehr.
•IbdTtboklf-:
verantmensich ftr Dehnt Dr ift. WEH. L'awaf. ftr IrruilKoe Dt H Ikone«; ftr ben übn^tn Icil itrr.h VlBMtchetA, ftr he» Xe« ynaenir'.: Äurt fitümaH», iämtllch te ®testen
Ratlosigkeit im Krem l.
Nach dem Brach mit England.
Bon unteren L.Brnchters tatter (Nachdruck auch mtl Quellenangabe, verboten)
Ä • • f • u . dnDe Stof 1017.
Wan hotte tn Wo »tau den Abbruch der dipto- nonichen Hondet»b,ziehung<-n mit England «r - »ortet, und man hatte chst troy manch gegen- Mlarr Versicherungen g t f 0 r d) l e L Xun aber, do her Kreml vor die vollzogene lotfache gestellt wurde, ft der Eindruck doch grober und nieöerjdjmetiemder. eie man m für wahr haben wollte Dir offiziellen Bertretrr der SotDfrtreaiennw. wie Li winow fcn 'tarnen d e eubrnfammtflarialt unb Doro- fchl 1 o w aie Krieg»tommisfor geben den Grnff brr Doge unumwunden zu. rllorosckstlow erflärte Mar vor einer mstttärtschen ,-s.chorer'chufl. dost der rchnti England» einer Kriegserklärung Ile Id, fArne, und wenn auch keine mlhldnitfcm Operationen fofort stonfinden würben, |o bestehe loch fein Zweifel, dost (f n^ianb an der Schaffung zünftiger vorbedinaungen für einen Angriff arbeite, •e sei deshalb nc • ifetrcpubiif auf ihre Wafitnaiflarfe zu bnngen unb fhh bereit zu Hot! da» ü5
Augenblick»reden, die nicht» weiter als eine entfernte ) crrn. knr mehr Eindruck auf die
4tnnmnng im unionb als aus die Diplomatie des dueUmbf» machen sollen. Man weist tn Moskau ehr wohl, dost England sich gewist nicht mit dem '.Ollen tstedanfen tragt, ähnlich wie im Jahre 1918 ehoa 7 eisk zu landen, oder ime
IBM hn Verein mit Frankreich einen neuen Ärim- föefl zu versuchen, da» such ybamafiegelpenfter. die osriäusig wenigsten» al» solche bewertet werben rnüsien. Aber auch die Lowfetrcpubllk will und kann feinen Krieg führen. E» sehli an Geid an T'.oan-. portmittKn. und die Organisation der roten Armee ist nicht vollendet. Aber — unb do» fühlt man hier mH aller Schärfe — der Sowjetstaat ist aef die Jnterellen seiner Selbst erhol tu ng zurück- eworseii worben, er ist au» der Offensive gegen die i vrgerllche Staatsordnung in die Defensive gedrängt nd er darf sich feinen Illusionen über die Ent- hlosienheH seine» Gegner» hingeben.
Zuerst die Hieberlagc Oer Sowjetpolittk tn Lhlna unb lebt die Haussuchung in der Londoner j'ianbeUrvtl rct unQ und der Abbruch der Begebungen mit England sind harte Schlüge gegen SaO Prestige der vvlfchewistilchen Regierung, die sich nicht durch TDortc unb platonische Proteste allein parieren lassen, unb so ist denn die Ratlosigkeit begreiflich, die sich der führenden Kommunisten MoSfaus bemächtigt hat, denn der Kreml ohne Prestige, ohne die erpantive Wucht 'einer Propaganda ohne daS Bewuhtsein der /hmbt. die er seinen Widersachern einslöstt. ist gleich dem Fell ohne Cötpcn. Snglanb hat bc» Vossen. gegen seinen russischen Heind die Macht- -littrl seine« Weltreiches einzuseben. man befreist. baff es gleichallltig ist. mtl welchen Worten, Jloten ulto. diese Tatsache umgeben wird, denn in diesem Kampfe wird i^rostbritannien jede« Illiitrl. das es für wirksam befindet, sowohl in btr reinen WiNichaft als auch in der Politik, recht fein. Wie immer, so wird auch England diesmal jede -and zur Hilfe werben, sie beichten. oder sie zwingen
iDewisi batte man In Moskau mit der Md^- chkcit de« Äbdruches der Beziehungen mit Eng- L»nb gerechnet, aber man sah ihn tn der Feme men rechnete vorerst mit neuen Protesten, mit Verhandlungen, die die Möglichkeit des Hin- 'chleppens gaben und gleichzeiüg eine verstärkte Propaganda erlaubten Destüht auf marristkche ileüricn rechnete Moskau zu lehr auf die Wider- 'lände der Sitykapitalisten, die das Deschüft mit Rihlanb höher al« alle anderen Erwägungen •teilen würden, unb man vergast über den Qfre- 'chiftsvorteilen für England den Macht- und reibsterhaitui gswil'en d-s britiichen Imperium«, tatsächlich gingen aetoalnge Mengen des ruflt* 'chrn E,Port es nach engliichcn .'Yiicn. und der Kreditmarkt der Litt) blieb dem >>andelsfomm,s. ^iriat bei leinen Ädfchlülsen nicht verschlokfen. -ngland war der beste Abnehmer der raffifchen Bobstosse. für die sich vorläufig kein li<anmartt finden läßt, unb so trifft denn der .'tiefall des ^elchäftes bas kreditbedürftige Mos- lu weit empfindlicher als London. Die ru'silche ■ kluta, der Tlcherwoneh. ist schon seit eim- :er Zeit zur Binnenwährung berabgesun- !-ii, die Stockung im Srpongetchütt droht die bildwirtschaft der Sowjet« noch mehr in Un- «rbnuna zu bringen. Sür England mag der Xbbnufc des rufiifchen Geschäftes ein cmjpfinb- icher Verlust fein, aber nichts weiter, für Rustand kann er ein 2kNhicb an die Wurzel des rirtfchastlichen Systems werden. — Lun haben aar die Buffen mehr al« andere Böller lernen xiffen, in knappen Zeiten den Riemen strammer M ziehen, aber schlicstl'.ch find auch ihrer Dulder- tüßfeit Efrenzen gezogen. G« ist bergab ge- jxigen und ein großer Teil der Wirtschaft ist reste bedrohter al« je zuvor. So werden die Gewalthaber im Kreml kaum die Widerstands- •raft aufbringen können, um heil au« einem sittlichen Katastropbenjahr hervorzugehen. 3n KoAfau und in den ZndustriZentren der Provinz tüflen viele Fabriken aefchloflen werden, andere rvrbcn durch ?ranbftt’tur.gen vernichtet. <o dast Tauf en N* von Arbeitern brotlos find, die es kitt schon wagen, offen ihrer Miststimmung t^fen die Regien, ig Luft zu machen. Berl ert ra noch der Kreml den Rimbus feiner Allmacht.
must er offen feine Ohnmacht bekennen, io Hölle damit bU Ärtft« des Bolfchewismus in Rußland begonnen.
Gleichzeitig macht sich im Lager der Kommunisten feß>h der Rist, der Gegenka» zwischen Stalin unb der Opposition, immer mehr bemerkbar. Vie Opposition verlangt eine Politik des Draufgehens im Verfolgen des kommunistischen Programms, eine verschärfte Propagandatätigkeit. während Stalin unb fein Anhang nicht mehr links al« die Bemunft stehen wollen. Cie wollen mit Wirklichkeiten rechnen unb so konnte denn auch Kamenew der unbelehrbaren Opposition zurufen: Hütet Euch vor dem Kriege mit England k" So beißt es denn in Moskau: Borsicht Zähne zufammenbeisten' Die P rötest- züge mit roten Fahnen, die btltierien Resolutionen gegen bie auslänbifchen Regierungen sind benn auch diesmal wo es cmft get ein Minimum beschränkt 3a. man scheint sich sogar vor diesen ProteftmeetingS im Kreml zu fürchten, da man nicht weist, was man den Protestlern antworten soll Das Fiasko lästt sich nicht vor ihnen verschleiern Auch die Stimmung in der roten Armee ist nicht die beste, sie empfindet den englischen Vorstoß al« eine nationale Beleidigung, bie sie nicht so ohne weiteres einfteden möchte.
Es ist unwahrscheinlich, bast bie Ranbstaaten oder Polen sich als Vorposten Gnglanbs im Äon flirt mit Moskau ausnuhen lallen werden, denn bie Sowjetregierung ist für fie eine Garantie ihres Bestehen« Gin Shstemwechfel in Rußland könnte nur allzu leicht mit ihrer Selbständigkeit aufräumen, jedoch ist e« schwer gerade hierin den Propheten spielen zu wollen, ba zu
mannigfache Oniereflen dort ineinander spielen und da Gnglanb genug Xrümple in der Hand hat. um eventuell ihren Widerstand zu l»r<chen. Aber das sind Zukunstsfragen' Durch de o Londoner Akt hat ein neues Schauspiel auf bei Weltbühne begonnen: seine Schlußakte lallen sich nicht erraten, aber es ist lehr leicht möglich, daß es in ein Drama auslllngt. Zuschauer gibt <6 bei biesem Schauspiel nicht, alle find Mitfp der 3e ferner sich Deullchlanb von der Bü hnc zu halten vermaa. desto bef’er. desto tt*eni( irr hat es beim Äonflift zu Verlierer
Die Dortrebng Rußlands.
Eigener Drahtdericht de» ..Gießener Anzeiger»^
Berlin, 31. Mai. fll» bie 6oo|etregierting bie Reichsregieruna um Uebemaßme dcc- cdiuy e» ihrer Interessen in England ersuchte und diesem ilrsuchcn — wie eine troden« u d bete — deutscherseits entsprochen wurde, konnte man Stimmen hören, die bann eine de »enkliche Kundgebung zugunsten Rußland» von deutscher Seite erblicken wollten. Die ubri pe Dell bat freilich. Io gern man sonst da und dort (ßdegen- 6eü sucht, Deutschland em» auszuwischen i mb un» irgendwie mit dem Bolschewirmu» in unlautere Beziehungen zu bringen, eine solche Huffafiun g nirgendwo unterstrichen.
3n der Xat handoll es sich bei der Mcbcr- nahme des diplomatischen Schuhes für eine Regierung. deren Beziehungen mit einer .anbervn abgebrochen sind, um einen 2 k t der irter- nationalen Gourtolfle, der allaen-.eIn üblich ist, nicht ober doch nur unter ves mtberen Umständen abgeschlagen werden kann unb in
Der Reichspräsident in Kiek.
Hindenburg grübt die deutsche Nordmark.
Riel, 30. Mai. (Wolff.) Der Aeichs- Präsident begab sich heule morgen bi Begleitung des Reichswehrministers Dr. Deßler. de« Ehef« der Marineleitung Admiral Zenker sowie des Ehef« der Marinestation Vizeadmiral Dr. Raeder zur Lruppenpar ade nach der Wik. Aus dem Äafemenbcf batten die Marineteile der Standorte Äitl unb Friebrichs- horst einschließlich der Besahungen ber ort «anwesenden Schisse unb Fahrzeuge der Reichsmarine sowye die ehemaligen Offiziere. Mannevereine unb Ärtcocroereine Paradcausstellung genommen. Der Reichspräsident schritt die Front ab und nahm den Vorbeimarsch entgegen. Rach der Parade wurde eine Fahrt zur Pnnz-Heinrich-Drücke unb zum Rordosllce-Aanal unu'mrntmen. Hieraus stattete der Rcichsprüsident dem Großadmiral Köster und dem Stationsches kurze De'uche ab und ging dann an Bord der Slationsjacht ,Riee", um eine cmftünbige Fahrt durch den Hasen zu machen. Sobald die ßtanbarte des Reichspräsidenten auf Dem Waller erschien, feuerten das Linienschiff .Schlesien" und die Batterie Friebrichson einen Salut von 21 Schüssen. Die Griffe unb Fahrzeuge im Hafen hatten übet bie Toppen geflaggt. Die Mannschaft paradierte bei der Borubersahrt des Reichspräsidenten, der auch durch eine Ausfahrt der Ruder- unb Äanu- vereine sowie durch eine Geschwadersahrt der Kieler Scglervereme begrüßt wurde. Gegen 11.45 Uhr legte die .Risse" an der U-Boot-Drücke an. Hier erfolgte die Vorstellung einer Reihe von Offizieren unb Marinebeamten. Anschließend sand ein Frühstück im Olliziersheim statt. Rachmittags begab sich der Reichspräsident zunächst nach der Universität, wo er durch den Rektor. Prof. Haseloff, begrüßt wurde, worauf Prof. D. Scheel einen Bortrag über die Geschichte der Rordmark hielt. Der Reichspräsident fuhr sodann nach dem Rathaus, vor dellen Gingang er die Altveteranen besonders begrüßte. 3m Rathaus bot Oberbürgermeister Dr Cuelen dem Reichspräsidenten einen herzlichen Willkommengruß und hob hervor, wie schwer die Stabt Kiel unter ben veränderten Rachkr,eg«verhälrnis|en zu leiden habe. Hieraus trug sich ber Reichspräsident in bas Goldene Buch der Stadt ein. Rach einer Besichtigung der Fest räume des Rathauses, wo der Tee gereicht wurde, trat der Reichspräsident auf den Ballon, um die Huldigung der auf dem Ratbausplatz versammelten Scoölfcrung entgegenzunehmen. d-.e da» Deut'chlandlted anßlmmlc. Zu Gßrcn deS Reichspräsidenten veranstaltete bann bie Provinz um 8 Uhr abends ün Hause der Segler- Vereinigung e.nen Smpsang mit anschließendem Offen, zu dem etwa 150 sühnende Persönlichkeiten geladen waren.
ObcrpräRbent Kürbis begrüßte den Reichspräsidenten namens ber Staatsregierung und der Beamtenschaft unb führte dann u. a. aus
Schleswig-Holstein ist auch heute noch Träger und Mittler deutscher Äullur unb Wirtschaft gegenüber ben norbgcnr.anifdben Staaten sowohl wte anderen, durch lahrhundcNe alte Beziehungen mit ihm verbundenen Landern des Osiseegebictes. Wirtschaftlicher unb kultureller Austausch können nur gedeihen zu Zeiten des Friedens und her Gerechtigkeit. Dies cs Gebiet gilt es zu höchster Wirkunge'ähigkeit als Sam- melpunkt wirtschaftlicher Kraft zum Wohle des
deutschen Dolles zu entwickeln. Der OkErpräfi- bent schloß mit dem Gelöbnis, baß bie Ubrbmarl ihre Pflicht erfüllen werde.
Der Vorsitzende de« Provinziallaerdtages, Oberbürgermeister Dr. Tobsen wies barauf hin. baß es ber Vorfahren höchstes politische« Gebot gewesen sei. bie Sonderstellung S-dleLwig- Holstein« gegenüber Dänemark zu bebau pten unb ba« ganze Schleswig-Holstein in lelmir Selbständigkeit unb deutschen Ausprägung . u p ewig ungebeelt“ zu erhalten Dl^ Schleswig-Holsteiner würben nicht aushören. zu Hollen, daß der Tag kommen werde, an dem die durch eine aufgezwungene Dreiizziehung voo uns getrennten deutschen Dolksgeitossen durch einen ber Gerechtigkeit unb Vil.igkeit entsprechenden AiS- gleich der Qlationalltäten mit uns wieder vereinigt würden
Hierauf erwiderte
der Reichspräsiderit
mit einer Ansprache, in der er u.o. fol genbe» au»» führte: Sie haben, meine Herren, von l*r beutscheu Sendung Schleswig^iolsteiN» gesprochen unb damit in meiner Erinnerung bie gro^c Bewo^ng wieder lebendig werben lasten, die in meinen Äugend- jähren die Seele ter Deutschen mHtßti'i erfaßt bat. „Schleswig Holstern meerumfd>Umflen" war ber Ausgangspunkt bes Weges, ber über bie Losung der deutschen Frage zur (Brünöunn bes Reiches hinaussührle. Der Rückblick auf diesen Abschnitt deutscher Geschichte ist uns audg eine Lehne für Gegenwart unb Zukunft. Er zeigt .ms. beß ein gespaltene» und zernsienes Lolk ohnmö.chtig z-.isehen muß. wenn grofje Teile trotz der Betonung ihrer Zugehörigkeit unb ihre» Zusammenhat «ges mit bam Mutterland von ber Nation le» »gerissen werden. Und sie lehrt uns, daß nur tin einiges und geschlossene» Volk stark genug ist, bns Recht auf feine ßcimalerte zu wahren ur.b buneb- zuleyen. Schleswig-Holstein hat seit feiner W eher Vereinigung mit bem Reiche an beni großen poli- tischen urtb wirtschaftlichen Aullchr^unge unseres Volke» besonderen Anteil gehabt. Um so schwerer bat dafür die Rordmark gelitten E» cxir nicht nur politische» Erbe ber Vergangenheit, nicht nur zos winschailliche 5)imeckand ber Nordmeirk. das bar p!; oertoren ging; es war ein werto olles Sluck deutschen Mutterboden», besten Einle.-ß< bei allen Deutschen schmerzende Wuntten hmterluisen mußte. Aber trog btr schweren Schicksalcsckia:e blieben die Manner unö Frauen, bie birs l!an|« bewohnen, aufrecht unb treu. Dafür ihnen unb allen Bewohnern ber meermnschiu ny nen Vn-win; hier heute namens be» Reiche» her?^,ch zu bo tfen, ist mir eine freudig erfüllte L sicht. Möge Schier- wig-cholstein in fester Dertrundenh«it mi: Po rußen unb betn Reich nun wieder einer neuen dnttoK^.una, einer glücklichen Zukunft entgegengeßen. Tkn >s: mein herzlicher Wunsch.
Um 11 Ußr abend- begab ' ich der I^nchs- Präsident durch ein Spalier vor« Fackellr l^ern. gebildet von den Alubmitgliebern und 3unq- rnannschaften der Alder Seglervereine, r at h dem Hafen und fodann an Bord be« ßisien- schisse« .Schlesien" zur Fcchrl nach Mürwik. Gine große Menschenmenge bereit esc dem Reichspräsidenten jum Abschied herzliche Ovationen. Vor dem Gmplang rm Cericrßebn war dem Reichspräsidenten eine Huldgunc des Reichsbanners durch einen Voäteirnars^, dargebracht toerbau
keiner Weise eine Stellungnahme iu gunsten des betrfessenden Landes e iuchli.. .! Co haben im Änegt dte Schwelt und Span», n teilweise auch Holland den Schuh der bcut'len 3ntereksen in denjenigen Ländern ube.noinincn. mit weichen wir im Kriegszustand lebten fo Haden die Vereinigten Staaten bis zu ihrem Rneaseintritt die Giuentcrnächte in Deut ch- land und sogar bis zum Snde des .Krieges in der Türkei vertreten, und in der gleichen Weile hat jetzt Deutschland die Venretung der russischen 3nterellen in London übernommen. L ;si,nd seinerseits überträgt, wie heute oetiauiit hie WahrTtehmung feiner 3n ter cf1 en In Mossiu der norwegifchen Gesandtschaft. Auch das s.i nt nicht unlogisch Denn von den vier Großmächten, die mit Rußland dlplomalische Beziehungen a ll- recht erhallen. ist Frankreich felbfi zur Zeit in ziemllch scharfen Auseinandersehung.n ult Rußland verwickelt. 3t alten durch <e(n besonderes Regime uni» vielleicht auch wegen feiner
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land nicht tn Betracht gezogen worden: Deutschland wurde durch die Doppeleigenfchall einer beiderleiliaen Vertretung schon rein lech lisch cr- hebllch belastet, und 3apan kommt wegen b.r großen Entfernung und der Verfehrsfä».. erig- tdten nicht In Betracht. Unter den kleineren Mächten, die regelmäßige Beziehungen tu Moskau unterhalten, schieden die Tlanb ft aalen vermutlich wegen ihrer vielfältigen regionalen Schw,erigkeite,t mit Rußland aus: unter den skandinavischen hat Schweden selbst eine X Konflikte mit Rios kau, während Norwegen . einerseits mit Gnglanb eng liiert, anberet1 4 mit Rußland m geordneten Beziehungen lebend, für bl« Uebemaßnx ber Vertretung besonder« geeignet schien.
Mit der ttu»Übung dieser diptornotischen Gefälligkeit ist fteilich ein ziemliche» Maß von JlrtKit und Muhe oerfnüph; In der /»uptlache ergibt sich ba» au» ber Lsirhrnehmung oon Per|onalangettgen- heiten (Heiraten, TÄtessälle. Erdschollen usw i au» ber Verwahrung oon Archiven unb au» dem komplizierten beiderseitigen bchriftwechsei. 3m besonderen Falle Rußland kommt noch die verquick.iuq der öi|Homali|d)en Sowjetoertretungen mit heil staatlichen J)anb«l»oertretungen hinzu: hier wird im vorliegenden Falle dadurch einigermaßen Abhilfe gefchaften daß die russische Hand, i»- Vertretung Arco» zunächst mit einem Teil be» Personal» nach Berlin übersiedelt un) in London Adwickiung»per|onal zurückiäßt. Daß bi. <» letztere auf 17(> stopfe beziffert wird, zeigt den Umfang der geschäftlichen Angelegenheiten, um die es sich bei solchen Vertretungen handelt.
Ein Berliner 6patobenbblaft wetß zu berichten, daß die russische Botschaft inzwischen offi*.teil bei ber deutschen '.Regienma den Antrag aus C i n • reiseertaubnls für die Angestellten ber Arco» gestellt habe. Die GinretfeberoiUiflung sei erteilt, unb Zwar nicht etwa aus begrenzte Zeit, fonbeni in sehr unbestimmter ir o r m. Hierzu ist zu be- merfen, daß bie Nachricht in allen Punkten unju- treffen b ist. Da es sich bei btr (Ertötung der Aufenchaltserlaubnis für die Arcos-Angeftellt. n um bie Ausstellung von Pa ßoisa handelt, ist hierfür die Deutsche Botschaft in London zufian- big, an die Denn auch die entsprechenden Anträge von den Angestellten der Arcos gerichtet rorrbtn. Diese Anträge werben, wie wir von zuständiger -teile hören, bi» zu einer HSchstzahl von 120 bewilligt werden, unb zwar wird den Antragstellern ein Visum für einen Aufenthalt b i 6 zur Höchstdauer von sech» Wochen erteilt werben. Neben diesen Visa werben noch Durchreisevisa für diejenigen Nüssen cusge- stellt werben, bie ihren Wea nach Rußland ufcrr Deutschland nehmen wollen. Diese letztere Erlaubnis wird selbstver ftänblich m unbegrenztem Umfange erteilt werden.
Verdächtigungen.
Äuffenlmifüft und SIheinlandrüumttng. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeiger»-.
Berlin, 31. Ma.. Die englische Presse hat sich uns gegenüber bisher au'faltend zurückgehalte», woraus allerdings nicht ges^Ios- kn werden darf, baß fie mit unterer Leutrasität im englisch-rusi 'chen Äonflift restlos einversian- den ist. Sie würde auftubeln. wenn wir ansingen. etwa die gleiche Tonart gegen bic Bolschewisten anzu'chlagen. wie das Frankre t gegenwärtig tut Für un« besteht aber n chk der geringste Anlaß, uns nach der einen oder anderen Seite hin festzulegen. 3n Gnglanb ; vch möchte man uns zu gerne ineineant^ruffi« i che Front hineinzwängen. man fängt a^ch schon mit leisen Drohungen an. um irrte zu bestimmen, in da« englische Fahrwa'fer einzu- fchwenken So läßt der diploman'che Mitarbe:rr des .Daily Telegraph- durcholicken. boß un’ere Haltung den englischen Geldmarkt ter- anlaffen könnte, sich uns gegenüber reserviert zu verhalten Das ist nichts als eine leere Drohung. die bei uns Denrnrrung ßeroornnen foIL Ebenso könnte nach dem englischen Vorbild Rußland auch Rotwegen in die Zange nehmen, das doch das glc-.che wie wir tat. 3)er ..Daily Telegraph" geht aber noch toe ter Er fängt an, urt Verdächtigungen zu operieren. Do behauptet er. unser Steter über die Hinauszögerung bet Rheinlandfrage würde den Moskauern eine vorzügs'.che Gelegenbeit geben uns au’ ihre öc-jc zu br.ngcn. Daß das Unfug ist. braucht nuht erst hervor gehoben zu werden. Wenn aber


