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m. 280 Drittes Blatt

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger fflr Gberhessen)

Mittwoch, 30. November 192?

Bücher unter dem Weihnachtsbaum.

Reue Romane und Novellen.

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3dnbri in cbrnlo lotaiairigcit Ueberfetunaen i?eo Tolstoi« groöor.ijen fffceromjn .Qlrtna Äa» rret*a" (2 Uänbei unö Dsltoie® y>ja;t jsr.' ,lMf dritter ÄaramoW (etxnhll» 2 Bänd«'.

Der Ttecteg * B.-dertnC<Wfl bot soeben seiner W>tvr\ neuer. . 5711

Schatzkammer" 25 neue y nbe rtnPrttelbt lieber Band tn Ganzleinen w * ' J(*Tn Oorttrieö Keiler- txninbetfwr.n Rvvrtien .Die Vrute poe Setdwtzla . Huben wir M- berühmten -Meibnachtsaeicht^een von Eharte» SHdeite. Wer avtr Mnfrrfxüurqtlffrafur liebt. greise zu .HatziHo b.r Wv'.s . ÄttHädcrl Hemdatwm In XridnUf", Wilh«lw Schaers * ^Trtnfxr Heimat" unb zu Wert» I*4ftot* g 7- schicht!tcheen Roman .Iwan der Schreck- liche . der jetzt alt 5i!m groh.-O Au kl eben er­regt hat. fftn gan* präQitjrt Grtckteak i<i bte von Karl Quendel herausgegTben« reich illustrierte TBcrf .Antelrn icu r'. ach «In deutscher Maler" bot ilo. eine JäHe der b-rrii^tm Br.«fe bre KünstieM enthält. 3n einer schönen AuS-abr rann man den berühmten Roman »Dir Verlobten bet Italiener» Äe,ander Manzont Iden (2

Der Werwolf. Datertändifcher Ro­man von Willibald Ale,is Auch in die- sem Werte beweist Willlbald Werts. der au* einer Huaenoticn'amilir stammle und mit Recht alt der Schöps er det deutlchen bitte rildxn Ro­man* großen formal* bezeichnet wird, sein« reise Meistert chalt in der Schilderung der nord­deutschen Landfchaft, die g*u besondere Reiz« unö seltsam Intime Kirben besitzt. und In der wie ermüdenden. ftet« temp.rumrt'tvolln Kl in- malern pnn Dharakteren und Zu ständen ver­gangener Zrttläule Lebenswahre und geschicht­lich treue Ai! er aut der Marl Branc^nb-urg. einer der vicheigsten Zellen des zukünftigen Deutschen Reichet, entfalten sich vor den 3u^:i det Üesert und in ben Schicksalen der Menichcn dieser mürlilchen Heide gc taltet sich ein Stuck deutschen Mitteialtert. das für den modernen Menlchen non gan» desmrderem Inierrsse Ist. Das Werl »st btt der Deutschen Buch- gemeinlchast. Derlin SW.61. Teltower Str 29 erschienen Für den vierteljährlichen Mit- glir tbeilrag von 4.20 Ml erchä.i bat Mitglied «inen prächtigen -alblederbanb nach eigener Wahl und vierzehulägig die illustrierte Zeit- schrill .Tie Lesestunde" kostenfrei int Haut gesandt. 682

Walter von Molo Die Legende vom Herrn. 320 Seiten 8*. Umschlag- und Mnbandzrtchnung pon Prof Dr Wo ter Ti«- marm Seh 5 Mk.. Leinen 7ch0 Wk. Derlag von 'Albert Langen. München. 1927. - Dlet Buch ist lehr versch eden von jenen früheren Wer­ken. mit denen Mow seinen llltronfdwn Ruf und ferne geistige Stellung in Deuifchland begründet dal weit entfernt nom ..Fridericut" wie vom Schtller^Roman. tn innere« und cn.;er Rachbar- Ichas« aber zu der 2od«nmatz-Triiog>«. die zeit­lich vorautgl ig. und aut der heraus Vie Christut- iegende wöhi geistig erwachsen ist. Die verbin­dende Ctn e zwilchen dieser und jener wird )*ben- fallt unschwer ,u bestimmen fein. Mote unter­nimm! mit d e'em jüngsten Werk mchtt Geringe­res. alt freie Teirtung und dichterische Reu- Sestaitung det großen epischen Stof es der vier vangelißen Heimkehr zum Duch der Bucher aus dem (Fedie un < er Oe enwart DaS Gmlgc er­leben. Heist! seiner Zeit Menen", dieses liefe Wort sey: Moto seinem Duche als Matto voran. Aus Swl -em. da- ihm >u innerlichstem Er ebnis wurde, fchus er uns die Frohe Dotschait. das Reue Testa­ment unterer 3eil Heute bat. über neunzehn Jahrhunderte bintrej. Mote in se erischen Visio­nen die Le ende de» Herrn vvn neuem erlebt. Piekä'voll deckt sich fein Bericht über diese in­nere Schau mit den Grulbhmcen der Evangelien, zum größeren Teil aber gibt er darüber h naus öünz'ich Reuet, das durch glänzend« Komposition blitzähnlich erleuchtend ,st für da- innerste Wesen des Heilands, für die Wesensart feiner Jünger und für den inneren Zusammenhang der lose aneinanderpereih en Eviloden der v er Evanx- lien Tie Lehre de» Meisters der Kulturmenfch- heit. wie Melo die Lehre von den letz'en Tinnen versteht. bringt n eie neue Gefichtsvunkte ..Tie Legende vom Herrn" ist io wenig ein .Buch", wie Me ©trtinif*« Madonna ein Gemälde" ist. Geschenk aus dem Hnbetenn*cn. aus dem Mvste» rium erblüht, an untere Zeit. 444

ff r n ft Zah n Brettspiel des Le­bens. Leinen 6 50 Mk. Deutsche Vcriagoanf'.ast. Stuttgart. Bon ,^ihn. den, Schweizer Poeten, sind wir gewohnt. oUiöbrlid) e ne Wabe seiner reifen Dichtkunst auf dem Weihnachtstisch <u finden Im- mer stiller gebt e» in den Romanen seine» Alter» au. Immer schlichter und emfadwr wird ein Men schenschickial aufpebam immer abgeklärter steht der Dichter über leinen Gestalten. voll verzeihendem verfteden und Begreifen für die seltsamen Irrwege menschlicher 9lahir. Ja. gerade die» die Fre,d n de» Dillen» ist Nm- Brodlern (eine» neuen Der ke» und der gewäblte Titel könnte den Anschein er­wecken. al» ob er sie negierte. Dem ist hoch nicht canj so Denn der mnae Bauer, der auf dem stillen väterlichen Hof ohne rechte TfliAlm ein bistchen lei*tf,nnic eitel und nach äusterkichen Din­gen schauend, aufträdtft oerät »war imbt-route aber gewiß nicht ohne eigene» Ta tu tun in schwere Schuld. Au» einer Kette von Kleinigkeiten, au» den Launen und Verstimmungen de» Alltags erwachst bi« tragische Schuld. Der Mann, der den Zwilchen Liebe und Pflicht fnn- und Hergcriflenrn. ballte» Taumelnden mit harter Hand vdammer reiften wollte, der ihm Stütze und ^übre- hätte tein kön­nen. wird das Opfer trcqiftbtn Mistorrständnisies. Psycholoaiich sein arfMtet sind die tr nimm Figuren diese» Romans. Der fiten q der Handlung ist etwas schleppend geführt, ep/mn-mq-momente werdet- ac dämpft und verwi'cht aber um d.-r gut gezeichnet?n Gestalten willen wird man auch diesen Ro-^an Zahns Iwbgeöinntn. 529

Heinrich Zeder«r. Am Fenster. 3ug«nbtrinn.-rung'n (®r?t-f jx S-m-;I mg von Werken zeitgenöss scher Schrift Mekler. Bd. 170.) Tehefte: 5,50 Ml Berlin, t? Srvte. Heinrich Federer hat sein n?r:rS Duch der .trarm-n Erde seiner Jugend". Obu>'.lden dem Herzstück b-r Hchwei.^. geweiht. Sr schreibt zum Eingang? .Es

Bilderbücher und Zugendschristen.

Josephine Siebe Sech» Bären» b rüber. Ib2 Seiten <*. SHU vier fertigen voll- bildern und 35 Testbildern oon ffrnit Kuyer. In Ganzleinen mtl farbiger Deckenpragung 6L0 Mk ' Leon ts Müller. Saittgan iZüt Krnder von 6 bi» 12 Iabten > Die deolliaen sich» Bären-Vrüder Bum. Bam. 8am. Bem. Bim unb 3ufluflle sind wied.r für einige Zeit lebendig geworden ihr ..See- lenfaftel* ist wieder einmal aufgesprungen. Diesmal treiben f< in dem allen Schioh eine» reich gewor­denen conbertina» mit dem schonen Namen Kraut- wurst ihr ll:iwe,en und g«i<tim don herum wie richtige Zchiohgespenster Den Heinen Lesern werden die Äugen leuchen bei so viel Lustigkeit und bei all den broUiflrn streichen der sechs Baren-Brüder. 524

Toni Schumacher: Heut Befte Zeit! Die (kteschichte einer Fomiiie. Zwei Teile in einem Bind. Teil I FräuleinRur noch" Teil II: Da» Apothekerle. 2SO Seiten 8". Mit zwei Dollbil- bem von umft Kuner. In Ganzleinen mit farbigem Deckenbite 6 Mk. Levy & Müller. StuJtgart. (öür Knaben und Mädchen von 9 bi» 16 Jahren ) In der porm einer spannenden, in zwei Abteilungen einen starken Doppelband umfassenden tkrzähluno. der Tont Schumacher ihren eigenen alten Wahl- spruch..Heui Beste 3#it!' zum likl gegeben hat, nwbet sich die Verfasserin in ihrer stebeoollen. zu Herzen gehenden An gegen ein« sehr schlechte mensch- liche Angewohnheit: die Unpünktlichkeit. Da» zwölf- s-ihrige Apolhekerstöchterlein Miezi, besten Heine» <>erz doch so voll Liebe und guten Willen» ist. kann sich leider nie pünktlich nach der Zeit Nehlen, möchte mriften» geschwindnur noch" die» ober jene» vor­der tun unb versäumt dadurch manch wichtige Dinge. An hen oft recht unangeneh <m iZalgen ihrer Un- Sünktlichkeil hat unser Fräulein ..Nur-noch". wie liezi von ihren Bekannten genannt wird, aber auch ihre Umgebung häufig bitter zu leiden. Im zweiten Teil der ilrzählung lieft man. wie au» dem ifräulein Rur noch" ein gewissenhaftes, tüchtige»Apothe- fertc" wird, das dem Vater in der Apotheke und ta neben der Muller im Haus hall in arbeitsreicher Zeit eine rechte Hilf« ist. 522

Heidl-Heida! Froh« Ktnbcrreima. B.ider von Harte Schrvedter. 12 Selten 4° mit lauter bunten Bildern. (Scholz Kun stier-Bittter- stücher Rr 24M Mainz 1923, Jos Scholz, Der- laft. In Halbleinen gebunden 2 Mk. - Haus unt Hof, Gan en unb Feld, Wald unb Wies«, die Jahre»zciren unb bi« Iahressest« werfen ihren Glanz farbig unb formschön über bte Seiten dieses hübschen Bilderbuches. Kmderluft unb Kinderfreuben mitzufeiern, sind bte schönen Silber da dEH

Adel« Elkan: Im Drei-Engei- haue, ff ine Erzählung für junqe Mädchen au» den Tagen pon Fran; Liszt und 'Richard Wagner. 260 Seiten 8*. Mit 6 Vollbildern und 40 Scherenschnit- kn im Text von Eli so de ch Lörcher. In Kanzieinen mit farbigem Schunurnschlag 5 Mk. Levy & Müller, Stuttgart. (Iungmädchenbuch.) Die Iterfaftertn schildert In der beschaulichen Weise der damaligen Zeit den Derdegang der Heranwachsenden Kinder eine» guldürgerlichen weimorischen häufe» In der Mitte bet oorioen IohchundeN» Drei Mer.schen- (Beneratlonen ziehen an un» vorüber, immer In engen Beziehungen zu den Titanen der Literatur

und Kunft bi« in Weimar» Mauern lebten und deren Schaffen und Wirken der kleinen 5-laöl wie der ganzen damaligen Kulturweit ihr Depragr gaben. Die Erzählung klingt jj» in einem hohen Vteb auf deutsche» Handwerk und deutsche Kunst ..ffhrt eure Meiller so bannt ihr flu*e Leister." Adele Elkan hat hier nn B ch von daue-nd<m. auch kullurgeschichriichen Wen für |unge Mädchen ge­schrieben Da» in beschaulichen stillen Stunden gerne

König Drosselbart Sczeichne: von Prvs. Lev Put». 16 S.nton mit 8 f rb nrn B.lt-ern und vielen ^ert^-ichnungen. iLcholz Kuaftler- Bilberbücher Rr 19 > Main» 1427. Ivi. Scholtz. Derlag In Halbleinen gebunden 1.75 RN Unter den etwa 20 Vrim-ntchen Märchen. Me der Scholz'ch« De Nig mi: Üllbrrn er'ter k-eu: cher Künstler ycrausgebrach! hat. ist das neue Bänd­chen vom .König Dro'telbart" unüra tg nicht bloh eines der inhaltli^ und lymbolisch wert­vollsten, sondern auch bUdlich eines der schönsten Leo Puh bat mit seinen schwarzen und farbigen Bildern durchaus den Märchcnton getro ten. der die Pbantasie anregt und zum Welterdenken veranlagt, wie auch den Inhalt Dar und glaub­haft ousdeuiet. 092

PutIpuIs Abenteuer. Bilder oon 6. O. Pcleren Bede von Hans Probst. 16 Seiten 4 mit Dic.cn bunten Bildern. «Scholz' Künstler-Bild«rbüchcr Rr. 452.) Mainz 1927. Jos. Scholz. Derlag. In Halbleinen gebunden 3 Mk. Das ist eine ganz luftige Fainlliena»' chicht« von fünf Küchlein und ihrer MuNer Widiwanne und dem Dater Pu'.erich. fo^vi« der 3icbianie Perlch-n. Das Re' häkch«n P l put ist ei.i forsches, eigenwilliges Kerlchen, fast ein ungehrr amer Tunichtgu Mrg.xJttet alixT Rtehn.ing n-st er der Mutter kick davon und gerät zunächst in Gang und Höhle des Maulwurfs. De'chmunt kommt er nach Haufe zurück Ave.' bald verläuft er fich wieder, fällt einem Geier in die Krallen, bet Ihn in fein Rest trägt. Beim verunglückten Fiugveriuch fällt er einem Marder zur Baue, wird aber vorn Ballonhändler gerettet, dessen Rucklack durch die DallonS In die Höhe ge­tragen wird und zerplant zur Erde sällt. Aus Was'ersnot rettet ihn ein Hol^chuh, in dem glücklich er nach Hause segelt. 695

Hahns Kinder- und Märchen- Kalender. ffin Abreich-Kalender für das Kin- derz immer Her aus gegeben von Johannes Geb­hardt. Alsred Hayite Derlag fDietrich d Sell). Leipzig C 1. 1928. Gin reichhaltiger und Sil ausgestatteter Bogleirer durch das kommend« ahr. in Wort und Bild, vorwiegeird heueren Inhalts, ganz dem Andlichrn Gmpsinden. ftiu'u licher Phantasie angeMfy; man findet hier «me Süll« von hübschen Äärchen, Gedichteir. ernst- hasten und heiteren Gefchichten. alle- mit zahl­reichen schwarzen unb farbigen Bildern vielfältig und anschaulich illustriert. Unter don Autoren, die sich su dietem Kalenderwerk lulammengetan haben, finden sich z. B. Dictve Dlüthgen. Kober- fteln. Koch^otha. Olle Weng-Diclvr. K Hoist. Grnst Küher. Margaret« Proele. Gustav Schmer. Dvikmomr-Leander. Gertrud Lalpari. Arthur Rehbein und andere. 663

bedarf keiner Entschuldigung, weil ich. weder I General, noch Diplomat noch sonst eine boch- i»efchrieene Person, dmnvch auS tauserrd gewöhn­lichen Leben eines, das mnmg?. erzähl- Denn das gewchnliche Leben ist das wahrhalt.gfte Leben, da os fern von Schein und Seltsamkeit wirklich nur W.rklichket geben kann Di« unge­wöhnlichen. so groste Spuren sie hintertesscn. staben am Sn de dock) wenigstens im literari­schen Sinne mehr für das Archiv. daS Museum und den Spiegeifaal der GTfchichte gelebt. Wo sie sürs Leben leben, sind fie gleich uns schöne liebe Gewöhnlichkeit. ha<s«n und verchran. trotzen und tergen und lachen wie wir. Ob einer Dörfler oder Großstädter Klausner oder Wei'flieger. Minister oder Briefträger ist. was verichlägi das. wenn er nur auch wahrer Mensch ist, dessen große und kleine Leidenlchoiten im Puls der Mensch­heit m» klopfen, im Rerv der Menschheit mit­beben. 3a. wenn er nur recht persönlich und treu leinen Kram aus packt, finbr. er immer Kunden wtrli nie zu neu und nie zu alt und so ttxrmg verbraucht ul» unter tausendmal erlebtet stiller Mond am Himmel." 632

Alfred Bock:Die Ob etwa id er'. tDeulsche Landbuchstandiung, Berlin Sw 11 I (Finte der psychologisch feinsten unb glücklichst ge­troffenen Stoma ne Alfnd Bock» ist zum Weihnachts­fest in neuer Auflage erfchienen (7. bi» 11. Tausend) Der neue Lerlag hat für eine außerordentlich ge­schmackvolle und druckttchnisch saubere Ausstattung Zorge getragen. So wird der Boman, den unsere Lescr au» dem vor einiger Zeit erfolgten Abdruck imGießener Anzeigers kennen, in der neuen schö­nen norm gewiß neue nreunbe finden. 708

Diedrich Speckmann: ßübtng- b o 1 f. Roman. Ganzleinen 5 Mk. Derlag Mar­tin Warn eck. Berlin W. 9 Cord Lüding ein Prachtjunge. Sohn eines kinderreichen Bmmtcn. gewinnt auf einer Familientaaung der Lüding- 'chrn Lippe das Hetz des alten Jan Lüding. eines niederdeutschen Bauern von echtem Schrot und Korn, der ihn mit nach Haufe nimmt, in der Hoffnung, an ihm den würdigen Erben für .Lüdingdoff das Stamm gut der Familie, zu fm2-en. Aber die Gegensätze von Alter und Jugend, von alter und neuer Zeit, von Stadt und Land, ron Autorität und Selbstbestimmung. :rctcn einander so schroff entgegen, die sich er­hebenden Schwierigkeiten äußerer unb innerer An lind so groß, daß es jahrelanger schwerer Kämr^e bedarf, um das. was zunächst so einfach 'chien. glücklich durchzu^ühven. fröhlicher Ernst liegt über dreiem retzvollen GrtnÄde. das kernt«

Schlaglichter auk eine Ougendgeneration wirft, die erfarmi fein will und das herbe Leben auf eigene Weise anpackt. 672

Dorrte-, Freiherr von Münch­hausen Idyllen und Lieder. 67 Seiten S». 3n Letnen geb. 3 Mk. Deutsche Derlags- anftalt. Stuttgart, Berlin unb Leipzig 1928. Beim Blättern und Seien in dietem neuen

Bande des Dichters und Barons auf Windisch­leuba fällt einem ein. waS er in feinnn Dor­won zur Feldausgabe der .Balladen und rilter- lichen Lieder" über den Sinn und den ver- pilichtenden Wert einer .Auswahl" von Ge­dichten geschrieben hat. und wir glauben oief'tf Dorwort, freilich unaufgezeichnet, auch tn bleiern schönen schmalen Bande wiederzufinden, tn dem Münchhaulen eine Handvoll Lyrik unb etliche Idyllni 5utemmer.fldügi hat: denn cs ist ein reifes, besonnenes und abgeklärtrs Gedichtbuch darin gewiß ein jedes Stück ernstlich' gewogen wurde, ehe es Gnad« fand, in den Rngen mit- einzutreten. Richs mehr vom klirrenden Bal­ladenton. der die Weise des Grafen oon Strach­witz tn unser Jahrhundert hineingenettet hat. Ganz stille, tiefe, klingende Derle, geschlossen utte geläutert In der Form tret lend um da« etrige Geheimnis des menschlichen HerzenS. cinbrtngmt) ins innerste Ich unb oft von einer so lief» melancholischen Leidenschaft, daß man betroffen innehält. weil man bleien Ton bei Münchhausen zuvor kaum je vernommen haue. Aber dann 'ind bte Idyllen da. ein licher. heilerer, tröst­licher Ausgleich und ®egentlang zu jenen ein­leitenden Berken: DersTrzählungen. in denen je- des Wort einen Schimmer Don der stillen Welt frosten unb kleinen GlückS mit iich zu tragen chcint. da- dem Dichter fein Schloß In Wielen umschließt. RichS Entzückenderes kann man sich denken, als die Defch^ch« vom Eulenfederchen: Und wenn man die heimlich« unb hmige IDylle Dem Weihnachs'est gelegen hat. bann be'tnnr man sich mit einigem Staunen darauf, daß man auch heute noch ganz ernsthaft unb ohne die lei teste Ironie von Meter schönen unb gütigen Gab« Iprechen bad. bie nun schon lange auS- gefierben glaubte: vorn deutschen Gemüt. 689

Aus fremden Literaturen.

Walter A Berendfohn. Selma üa- ge r I ö f (Heimat und Geben. Kunst!-dchaft. Werte. Wirkung und Werf. Mit 19 Dlldbet- gaben in Kupfertiefdruck In Lernen gebunden 14 Mark. Derlag von Albert Langen in Mün­chen, Obwohl Srtma Lagcrlöfs Er^hlungen in dreißig Sprachen überfetzt unb n v-.clen Milllo- nen Bänden über aller Herren Cdnbtr Derb re- tot Hab. fehlte in der Weitfteratur bisher ein Bach über sie daS ihrer Bedeutung angemtften tfL Hier schafft Prof elf or DerenMohw einer der besten deutfchen Kenner kchwedilcher Kultur, ein für allemal Abhilfe mit feinem Buch über die große Dtchlerin. Er führt uns in thre Umwelt unb Herkunft ein und zeichnet bann hr Leben alt den Weg zu ihrem Wert, oon den frühesten DertucheTU durch dreißig Jahre einsamen Rin­gens MS zu dem ersten großen Erfolg, bann durch wettere dreißig Jahre h ngebenden Dien­stes am seelischen Leben der menschlichen Getnetn- ichafl bis zu höchstem Ruhm und fürstlicher Stel­lung. Wer die große Erzächtertn liebt, wer

'ch mtl chr bdchäfl^r« will, wer Aufklärung über lautend Einzelheiten w'.li. muß iu kn «fern ausgezeichneten I'j4x greifen, besten Wert k-urch Mr schönen BU^e gaben in Kupf.-rti es druck und Mr :*omcbme .;ui'iattung. M. chm ber Derlag zuteil werden Heb. noch erhöht w.rd 5M

Sigrid Undfet: JD I a e Audun»- söhn' |Prri» grv.vMk, Beriag 9iütten & Lor ninjt Franksur« a Mi Sigub ilndset. deren neueste» W.ik soeben herauetommt. ist tont über ihre nordische Heimat bekannt geworden durch die aroßc Komantniogie Jtrifhn Cdoraneii^Kr'. Da» Intncste lur den historischen ?

pom Batrr, der rin brfonntrr norwegischer Archäo- logr unb später Direktor de» Rotionalmuleum» In O»lo war, geerbt hat, bleibt ihr auch tn bem neuen Roman treu, der im großen und gonun do» mann- liche Gegenstück zu dem früherrn großen Werk dar- stellt Auch hier dir Behandlung ganz moderner pivchologischer Prot lerne in bem historischen Rahmen bei frühen norwegischen Mittelalter», reich an mensch. liebem Erleben und menschl chen Schicksalen, die in bunt wechselnden Bildern am Auge de» interessiert folgenden Leser» oorüderziehen. 714

D« ng I Derg Die letzten Adler. lBengt Bergs illustrierte Lierbücher. erste Reih«, vierter Band.) 143 Setten 8° mit zahlreichen Ab­bildungen. Dietrich Rrtmer (Ernst Bohlen). Geo­graphische DerlagshanMung. Berlin 1927. Preis 8 Dlark - Wir haben srüber schon an tne'er Stelle Me schönen Tierbücher oon Brngt Berg brtprochen. und eS ist uns eine Freud«, auch se-.n neues.«) Wert hier anzeigen zu können, da« jenen trüberen, vom R-genps ifer und von Abu Markub. dem seltenen Wun"^rvog l. Däflg clxm« bürttg ist. Obcnbür tg Im St l e ner Rrturbe- schreivung, die nicht wie e n Bericht, sondern wie ein ungewöhnlich spannender Roman zu lesen ist als Me heroisch-traur g- Erzählung von den letzten großen S-cadlem In Schweden, ebenbürtig auch tn der wunderbar lebensnahen Klarheit und Mir'Nhkeit der v eien Photogra­phien. Me den Te,t b'gHt.m, unb die oft ebenso sabulös unb unwahr chrinsi b anm ten. w:e jene srüheren Illustratioart, ^um .Regenpf ifir". Mit welch einer hinreißenden Dramat.k - um e n ge* au» b.m reichen Inhalt herauszugreifen Die end'ole H.-tzlaaö eines Adi ro über hem M ere aus ein unaolüHig auf- und untertauchendes Entenpärchen geschildert werben kann, w rd nur ermessen können, 'wer s Cbfl das schöne BKrt zur Hand nimmt Man wird dann auch begrd.leu. wieviel Lieb«, wiev.el G duld. Ausbaut Todes­verachtung unb unendli^muhiesige Arbeit not« ux.-t-ig waren, um dieses Buch zu schreiben: tyon muh beben!en, was es h«tht. viele S unden lang 4>i em. t himmelhohen Baumkrone verborgen auf Mc paar Minuten ober gir S kund^m ,u luurni Me ein brauchbares Bild von Den scheuen unb wachsamen Raubvögeln auf Me Platte bringen .. ober was es heißt, tn ein Flugzeug zu steigen und mit der Kamera den Adlern nachzusliegen, um ein paar Meter entwicklungsfähigen Filmstreifens daS Leben zu riskieren beim Abtturz ins Meer .. te ist dtefes Buch oon den lebten Adlern. Man braucht es kaum zu empfehlen, es wird au« eigener Kraft feinen Weg machen, wie Mr .Zug­vögel". wie der .2egenp| etter" und .Aou Markub" 641

Paul BaI - ry. Herr Tt 11. 121 Seiten 8*. Uebertragen von Ma, Aychner. Im Infel-Derlog. Leipzig 1927. Das Buch d«S großen srcn-,Lfifchei'. D.chterS enthä.t den Roman eines ®c st«s. Fragen von Erken tnt« und Seel«, von Geist und Sinnen find Hintergründe unb Untergrund tiefer im Urfntn keceutenden Profa. Der sorgsam au«gehaLc e Band wird der ständig im Anwachsen bcari' c «n deutschen Gemeinte de« Paul Dalöry lehr willkommen sein, e) enthält tuertooll« Auslchlüsi« über die geistigen Be­mühungen und Strömungen im gegenwärtigen Frankreich 402

Kunst.

ff m U Ludwig: Kunst und Schick­sal. ffrnfl Rowohlt Derlag, Berlin, ö. 35. Ltelnen 10 Mk. Emil Ludwig» Kunst ist otelleichl am größten, wenn sie sich an die Zeichnung oon Por­trät» wagt, die niiht umstritten von der Borrrien Haß und (Bunfl keine Möglichkeit geben, Dünsche und Stimmungen der Gegenwart auf die Historie zurückzuprosizieren. Leuchtende banale In der Gei- ilerg,schichte der Menschheit find sie alle, diese Rem­brandt, Beethoven, Weber und Balzac, so ver­schieden in menschlichem Schicksal, In Gestaltung und aurstrahlender Wirksamkeit sie waren Die Zusam- menstellung gerade dieser vier ff"ay» mna sich äußerlich leicht au» den Zeitumftänden erflären. Der beiden Thifiter gedacht, bie Weit au» beten- beren Anlässen in diesem Jahre. Die Bolzac-Re- natOance, ä "ßerlich bofumrntiert durch die groß, Gesamtausgabe des Roivoblt-Berlag,» unb oerf(Sie­bener Biographien wird bie Ursache biese» ffstay» oemefen fein. Stembronbt mag sich zu ihnen gefunden beten in merkwürdiger Uebereinftlmmunp seine» Schicksals mit bem de» großen Franzosen. Sie all, wurden Opfer der Dämonie be» Gelbe». Dunkel unb kchwer laftet bie Tragik de» Künstler» auf ihnen. Mit einer gewißen naiven Heiterkeit, mH einem erftaunlichen Frohmut und dem Im Elend gereisten Dillen zur SHbftbebnuptunp, leben wir Rembrandt um d e Gestalt' ng feine» Schickfal» ringen Fakt hämonifrt) grandios, wie feine Appofsionata und die l7.Moll-Svmphonte brauft Berthanen» Kampf zwilchen Kunst unb Schicksal bab-n In raftloier. nie ermüdender Arbeit, in nächtefüllendem Konzi­pieren ,agt Dakzac, in enblofer Reihe einen Band nach dem anderen seine» Riesenwerke» der Dell schenkend, dem nie erreichten Ideal feiner Leben»- crffn!*ung nach Kart Maria ron Deber, der an« mutiofte unb man kann vielleicht lagen auch ber D." t<chefte der deutfchen Mu'iker. ist arb-r» wie diese drei arvsten Kämpfer. Aber ein k<ß cktef hat ci'-t er, diese» seltsame Gemisch von Toa-'h'»nb unb Kavalier, ein Schicksal, bem er seine K»rnst f'bfron.en m ß in starkem, entfrf*irb?rem Dollen Man h'-t roch richt lange vergeffen. über ihn. ber uns ben ..Frerich»').' unt- ber Cberon" schenkte, in falscher Ueb-rschätuing einer Ipäteren Musikperiobe bie Rase zu rümpf»n. Ader mit Sturm erobert sich Kart Maria von Weber bas beuifche Hous unh bie biutfch-n R'bnen »urürf lieber bie inneren Gründ« werben, als hier von Lubwig geschehen. 532