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Aus der provinMhauptftadt.

Gießen, ben 30. August 1927.

Die Hesfl che Apothekerkammer hielt dieser Tage in Darmstadt eine Sitzung ab. Das Ministerium des Innern Dar vertreten durch Ministerialrat Dr. Hehl, außerdem wohnte der Minister des Innern Dr. Ä trü­be r g e r den Verhandlungen bei. Einem offi­ziellen Bericht über die Tagung ist zu entnehmen, bah zunächst der Bericht der Kommission für Schaffung einer Hinterbliebenen­versicherung aller in ben Kammerbezirk ge­hörigen (Apotheker entgegengenommen wurde. Der Entwurf, der den Beteiligten bereits vorgelegen hatte und mit sehr großer Stimmenmehrheit an­genommen war, wurde in voller Einmütigkeit von der Kammer gutgeheihen: er wird nunmehr der 2iegiev<rg zugeleitet mit dem Ersuchen um Genehinigung. Ein weiterer Punkt der Tagesord­nung betraf e ine Bei he von Apotheke rkon- z e I s i o n e n , deren Ausgabe an Gemeinden be­antragt war. Die Kammer beschloß, der Re- gicrung empfehlen, eine Konzession zu erteilen an die Gemeinden Nauheim bei Groß-Gerau, Bischo'Lb im and Kelsterbach! der Ablehnung ver­fielen die Anträge von Aeukonzessionierungen in Mörfelden, Trebur und Ober-Ohmen. (Ober» Ohmen, weil dort nicht die Bevölkerungsziffer vorhanden ist, die nötig erscheint zur Gewähr­leistung der Cxistenzfähigkeit einer Apotheke trotz des in Aussicht gestellten Zuschusses der Ge­meinde). Der Aormalpachtvertrag für die hessischen Gcmeindeapot^eken fand mit einigen Aendcrungen Annahme und wird der Regierung zur Annahme empfohlen. Er sieht eine Progres­sion der Pachtsätze bei steigendem Umsatz vor. Cs wurde Kenntnis genommen von den Maß­nahmen der Regierung zur Bekämpfung des ungesetzlichen Handels mit nicht freige­gebenen Arzneimitteln. Hinsichtlich der Re-, k l a m e einigte man sich dahin, daß diese dem Apotheker nicht grundsätzlich verboten sein di^fe, daß sie sich aber jeder Marktschreierei zu ent­halten habe, selbstredend wahr sei und der Würde des Standes entspreche. Die Kammer sprach sich gegen eine Aenderung des bisherigen Zustandes aus, wrncch den Tierärzten in Hessen das Selb st dispensier recht nicht zusteht. Das von der Aerztekammer an die Regierung gestellte Ersuchen, anuiordnen, daß die Aezeptkopie auf den Signaturen der Arzneien anzubringen sei, wurde von der Apolhekcrlammer einstimmig abge­lehnt. Man solle die hessische Methode des E:n- tragens in ein Rezeptkopierbuch beibehalten und sie wieder auf den Eintrag aller Rezepte, auch der Kassenrezepte, ausdehncn, wie es vor dem Kriege war.

ncv Wochenmarktpreise.

Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Sutter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käfe (10 Stück) 60 bis 130, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe (Küren 10 bis 20. rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25 bis 30, Römischkohl 5 bis 10, Dohnen (grüne) 15 bis 25, (gelbe) 20 bis 25, Erbsen 30, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 100, Pilze 25. Kartoffeln 5 bis 6, Frühäpfel 10 bis 25, Fal'äp^ 6 bis 8, Birnen 10 bis 25, Preifel- b.e en C5. Brombeeren 60, Zwetschen 25, Mira- bel'en 25 bis 30, Reineclauden 25 bis 30, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Eier 14 bis 15, Blumenkohl 130, Sa al 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 40, Einmach- gurlen 4 bis 6, Endivien 10 bis 30, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pfennig pro Stück.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Uhr Gastspiel des Bad-Nauheimer KurtheatersMädel von heute" (Ende 10.15 Uhr). Elsaß Lothringer: 8 Uhr, Hotel Köhler, Monatsver- sammlu.'.g. Palast Lichtspiele:Der Meister der Welt". Astoria-Lichtspiele:Die Banditen von Sandy-Bar".

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* Endlich! Rach der langen Regenperiode der letzten Wochen hat es nun seit einigen Tagen den Anschein, als ob uns endlich doch ein wenig von dem lange entbehrten, lange ersehnten und uns so notwendigen Sonnenschein beschieden sein sollte. Man darf nur herzlich hoffen, daß die gute Witterung auch anhält, und uns nach dem zweifelhaften Sommer wenigstens ein schöner und warmer Herbst beschert wird. Der Landwirtschaft tut Sonne, Wärme und Trockenheit dringend not.

** Ausgewachsene Weizenähren. Mit der heutigen Morgenpost wurde uns vom Hofgut Utphe bei Berstadt eine Anzahl Aehren des noch auf dem Halm stehenden Weizens übersandt, die dichte, zum Teil fingerlange grüne Keime angesetzt haben. An solchen Aehren wird erschreckend deutlich, wie es im heurigen Jahre um einen großen Teil unserer Ernte bestellt ist, und was viele Landwirte infolge der Ungunst der Witterung als Frucht eines mühevollen Arbeitsjahres heimbringen müssen.

Der Wahlkreisvorstand der Deut­schen B o l k s p a r t e i für die Provinz Hessen- Nassau, Waldeck und Wetzlar versammelte sich am Sonntag im früheren Hotel Großherzog zu einer äußerst stark beschickten Tagung, in der die im Vor­stand vertretenen Gruppen, Kultur- und Schulaus- schuh. Beamtenausschuß und Frauenausschuß zur Besprechung besonders aktueller Fragen Stellung nehmen sollten. Die Versammlung begann bereits vormittags und währte mit einer einstündigen Mit- tagspau'e bis gegen 7 Uhr abends. Wohl der wich­tigste Pi.nkt der Tagesordnung bildete der zur Be- ratur1 gestellte Reichsschulgesetzentwurf, der ja be­kannt' cb besonders von der Lehrerschaft teilweise sto ck beiämpft wird. Das Referat hierzu hatte der bekannte Landtagsabgeordnete D. Sch u ft e r ° Han­nover übernommen, der den großen Fragenkomplex in klarer Weise behandelte. Äußer diesem Abgeord­neten nahm ferner Landtagsabg. Schw'arz- Haupt- Frankfurt an den Beratugen teil. Die an Referat anschließende mehrstündige Aussprache en­dete in einer einmütig angenommenen Resolution, in der nochmals die Forderungen der Deutschen Bolksvartei, besonders auf Erhaltung der in vielen Gebieten bis heute vorhandenen christlichen Simul- tanschule, der Schulaufsicht durch den Staat und der unbedingten Erhaltung der Staatshoheit über die Schule festgelegt wurden. Am Nachmittag tagten bann der Wahlkreisfrauenausschuß und der Be­amtenausschuß gesondert. 3n letzterem hatte das Re­ferat der Vorsitzende des Ausschusses, B e e r e s . Frankfurt, übernommen, der besonders auf die in Aussicht genommene Besoldungsreform hinwies und sich mit den einzelnen Systemen eingehend beschäf­tigte. Auch hier wurde eine Resolution angenom­men, in der die Forderungen desA usschusses zum Ausdruck gebracht wurden.

Der Goethe-Bund Gießen nahm, wie man uns berichtet, ben vergangenen Sonntag zum Anlaß, um an Goethes Geour slag die Geburtsüad. des Dich ers uitb bei d e,er Geleg.n- heit auch die Frankfurter Internationale Musik- ausstellung zu besuchen. Eine stattliche Anzahl von Mitgliedern hatte der Einladung Folge ge­leistet. 21m Abend wurde die im Rahmen der Richard-Strauß-Festspiele gegebene Feslverstel- lung im OpernhausDie Frau ohne Schatten" besucht, die vom Komponisten periönlich geleitet und allen Besuchern zum tiefsten Erlebnis wurde. Der Goethe Bund will bei genügender Beteili­gung auch in Zukunft seine Mitglieder mit ben markantesten Werken ter klassischen und modernen Opernliteratur durch GechllschaftLfahrten zur Frankfurter Oper bekannt machen, in die von geschätzter musikverständiger Seite an vorher­gehenden Mitgliederabenben eine musikalische Ein­führung und Verbreitung erfolgen soll.

* * Motorradunfall. Heute nacht gegen 1 LIHr fuhr ein von Klein-Linden kommendes Motorrad gegen feie Absperrung in der Frank­furter Straße. Stne auf dem Soziussitz mit­fahrende junge Dame wurde durch den Anprall von ihrem Sih geschleudert und blieb mit einer Gehirnerschütterung bewußtlos liegen. Die herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz brachte die Verunglückte in die Chirurgische Klinik.

' 9. Hessischer Kolonnentag. Am Samstag und Sonntag fand in Budenheim a. Rh. der 9. Hessische Kolonnentag des 'Verbandes Hessischer Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz statt. Die Bevölkerung nahm lebhaften Anteil an der Tagung und zeigte dies durch reichen Flag­gen- und Blumenschmuck in den Straßen und an den Häusern. Die Tagung brachte den Teil­nehmern manche Anregung. Es war die erste Veranstaltung dieser Art nach dem Krieg, die im besetzten Gebiet abgchalten werden konnte. Die ^nächstjährige Tagung wird in Gießen stattfinden. v ** DerStädt e-A ch t e r Gieße nW e tz- l a r. Der im vergangenen Jahre von den Städten Gießen und Wetzlar, sowie Freunden des Ruder­sports gestiftete Wanderpreis für den Städte- Achter-Wettkampf GießenWetzlar gelangt am nächsten Sonntagnachmittag hier auf der Lahn 8um zweiten Male zum Austrag. Die Durch­führung, die in jedem Jahre unter den drei beteiligten Vereinen (Gießener Ruder-Gesell­schaft 1877, Wetzlarer Ruder-Club 1880 und Ver­ein Rudersport Gießen 1913) wechselt, liegt in diesem Jahre in den Händen von Wetzlar. Ver­teidiger ist die Gießener Ruder-Gesellschaft.

* ' Reue Kraftpostlinie im Schl i h e r- land. Dom 11. September ab wird zwischen Schlitz und Fulda eine Kraftpo ftneu eingerichtet, die über Aellershausen, Hartershausen, Hem­men, Lüdermünd, Kämmerzell, GläseTzell und Horas verkehrt. Cs sind werktäglich zwei Fahrten in jeder Richtung vorgesehen: ab Schlitz 5.25, an Fulda 6.40, ab Fulb.o 7.05, an Schlitz 8.20; ab Schlitz 13.45, an Allda 15.00, ab Fulda 17.05, an Schlitz 18.20. An Sonn- und Feiertagen werden folgende Fahrten im Bedarfsfälle aus- geführt: ab Schlitz 11.20, an Felda 12.35, ab Fulda 13.20, an Schlitz 14.35; ab Schlitz 19.30, an Fulda 20.45, ab Fulda 21.05, an Schlitz 22.20.

Personalie. Der Zollpraktikant R i ck e I vom Hauptzdllamt Gießen ist zum Ober» zollsekretär beim Haup'zollamt Lörrach (Baden) ernannt worden.

* Llnterrichtskurse in der Ein­heitskurzschrist. Die 1. Reichskurzschrift- GesellschaftGabelsberger" und Damenabieilung eröffnet am Dienstag, 6. September, in der Pestalozzischule <Rordanlage) unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie einen Anfängerlehrgang in der deutschen Ein­heilskurzschrift. Ferner gibt der Verein in sei­nen Forlbildungs-, Redeschrift- und Diktatkursen Gelegenheit zur weiteren Ausbildung. (Siehe gestrige Anzeige.)

"Die Vorträge amPvlytechnikum Friedberg beginnen am 18. Oktober.

Autounfall

des hessischen Staatspräsidenten.

Darmstadt, 29. Aug. Auf einer Fahrt von Darmstadt nach Wiesbaden hatte an der Zuckerfabrik in Groß-Gerau Staatspräsi­dent Ulrich einen Autounfall. Der Ko­lonialwarenhändler Konrad Cezanne XI. von Walldorf fuhr, als er mit seinem Auto aus dem Fabriktor kam, gegen das Auto des Staatsprä­sidenten. Der Zusammenstoß ging ohne ernste Folgen vorüber; sowohl der Staats­präsident wie auch seine Gemahlin blieben un­verletzt. Der Wagen des Kolonialwarenhänd­lers soll in scharfer Fahrt aus der Fabrik ge­kommen sein, was schon aus der Tatsache hervor­gehe, daß er nicht sogleich gebremst werden konnte und daher mitten auf das Auto des Staatspräsidenten auffuhr. Dieses hatte seitlich ein Reserverad, gegen das der Wagen stieß; nur diesem Umstand sei es zuzu­schreiben. daß ein großes Unglück ver­hütet wurde.

Oberhessen.

Kreis Schotten.

o Schotten, 29. Aug. Von dem großen Schaden, ter der Getreidernte im hohen Vogels­berg durch die schlechte Witterung erwachsen, wurde schon berichtet. Dazu ist no-ch zu ergänzen, daß auch die Heuernte in den höheren Lagen des Gebirges noch nicht beendet ist. Auf den Bergwiesen des Oberwaldes sieht man hier und da immer noch Heu an der Breite liegen oder auf halbversaulten Haufen llhen. Vereinzelt kann man nod) Grasflächen beobachten, die noch des Schnittes harren. Es kann sichniemcnb ent­sinnen, daß die Heuernte sich auf io viele Wochen, ja Monate hinzog wie in diesem ver­regneten Sommer, der dem Dozelsbergbauer seinen an sich schon harten Existenzkampf be­sonders schwer macht.

5 Schotten, 29. Aug. Den Heimatfreund erfüllt es mit Stol», daß wöchentlich mehrmals Ausflugsautos von Bad-R auheim nach de in Vogelsberg kommen. Seither wurde unser Heimatgebirge etwas stiefmütterlich behandelt; die fast täglich stattfindenden Bad- Rauheimer Gesellschaftsfahrten führten fast aus­nahmslos in den Taunus. Man kann hier regel­mäßig die jedesmal vollbesetzten Wagen zweier Dad-Rauheimer Unternehmer auf der Durchfahrt beobachten. Einmal einen großen (neuesten) Wa­gen der Reichspost, mit dem die Bad- und Kur­verwaltung ihre Autogesellschaftsfahrten aus­führt. Der Wagen fährt jedesmal die folgende lohnende Linie: Bad-Rauheim, Echzell. Ridda.

Schotten. Feldkrückerhöhe, Oberwald. Taufstein, Hoherodskcps. Hartmannshain. Gcdern, Hirzen­hain. Lißberg, Ortenberg. Seltets. Ranstadt. Friedberg, Bad-Rauheim. Den Fahrtteilnehmern wird eine Slizze mit kurzer Fahrtbeschrei­bung in die Hand gegeben, in welcher ein Freund und Kenner des Dogelsberges warm und eindringend für unser Heimatgebirge wirbt. Hier in Schotten und auf dem He herodsiopf finden längere Cinkehrrasten statt. Der noch größere Wagen einer Privatfirma, der auch wöchentlich hier bei der Rast zu sehen ist, fährt vorn Bad- Rauheim über Butzbach. Lich, Laubach, Schotten nach Gedern und von dort zurück nach Bad- Rauheim. Wenn ein direkter geschäftlicher Ruhen durch diese Derkehrsfahrten im Augenblick auch nur wenigen Orten zugute kommt, so darf aber doch die ideelle Seite der Neueinrichtung nicht vergessen toerben, genau wie bei der im Vorsommer veranstalteten Pressefahrt des Oberstes s. Verkehrsbundes. Denn solche Fahrten machen einen besonders inter­essierten Kreis von Kurgästen, darunter häusig Leute der Feder und der Prelle, mit den land­schaftlichen Schönheiten unseres Gebirges bekannt. So werden solche Fahrten Werbefahrten im besten Sinne des Wortes. Wir hatten mehr­mals Gelegenheit, während des hiesigen Aufent­haltes mit Teilnehmern der Fahrten, auch mit Ausländern, über die Eindrücke der Autoreise zu sprechen und hörten dabei immer das gleiche günstige Urteil. Die Leute waren überrascht und entzückt von dem Geschauten und gaben ihrer Verwunderung Ausdruck, daß das Gebirge nicht bekannter fei, und daß nicht mehr für den Besuch der eigenartigen, reizvollen Landschaft geworben werde. Aus dem Munde verschiedener Gäste hörte man sagen, die Fahrt habe in ihrem reichen Wechsel von landschaftlichen, geschichtlichen und wirtschaftlichen Bildern viel mehr geboten als die weniger-abwechslungsreiche Taunusfahrt, die die Fahrgäste meistens vorher schon gemacht haben. Die Fahrten beider Unternehmen sind Halbtagsfahrten. Wie wir hören, bestehen fürs nächste Jahr auch Pläne für ganztägige Dogels- bergfahrten. U. a. will man dann auch Lauter­bach, Cisenbach und Schlitz berühren.

Laubach, 29. Aug. Eine befonbere Ehrung wurde am Samstag Oberreallehrer Gerhard von der hiesigen Realschule zuteil, der 29 Jahre (bis Ostern d. I.) den hiesigen Kirchenchor dirigierte und seit 1905 den Schüler­chor der Realschule leitet. Der Geehrte, der am Samstag fein 64. Lebensjahr vollendete, wurde frühmorgens überrascht, als er die Klassen­zimmer reich mit Blumengewinden geschmückt sah. Unter Leitung von Studienrat Dr. Dort fangen die SchülerLobe den Herren." Sodann gratu­lierten Studiendirektor Dr. Hainer und die übrigen Kollegen herzlich. Besonders die Quarta, deren Ordinarius der Gefeierte ist. hatte ihr Zimmer prächtig geschmückt und überreichte einen reizend gewundenen Kranz. Rach Deenl igung der Schule ließen die Schüler es sich nicht nehmen, dem verehrten Lehrer in geordnetem Zuge singend die Blumenspenden in das Haus zu bringen. Am Nachmittag begaben sich Dekan Dolp und die übrigen Mitglieder des Vorstandes in das Haus des Geehrten urtd überreichten ihm ein sinniges Geschenk:Die Gleichnisse Jesu", mit einem Vor­wort von Dr. theol. David Koch und Er- flärungen von Dr. theol. Hesselbacher, illu­striert von Eugene B u r n a n b. Dekan Volp hielt eine warme Ansprache, worin er dem frühe­ren Dirigenten für die treue, mühevolle Arbeit dankte. Öberreallehrcr Gerhard dankte herz­lich und sagte, er würde auch In Zukunft nach besten Kräften für den Chor toirlen. Eine wei­tere Feier, die beabsichtigt war, lehnte er ab.

Kreis Lauterbach.

=.= Herbstein, 29. Aug. Die hiesige Apotheke (Inhaber Apotheker Hermann Rosenthal) ging durch Kauf in den Besitz des Apothekers Haußmann in Köln-Lindenthal über. Die Uebernahme durch ben neuen Besitzer findet am 1. Oktober statt. Es fst dies die erste Apotheke in Hessen, die seit berl Inflation ihren Besitzer wechselte,

Preußen.

Kreis Wetzlar.

J Lützellinden, 29. Aug. Dieser Tage san­den auf dem hiesigen Schulspielplaye die Reichsjugendwettkämpfe für sämtliche Schulen der Bürgermeisterei Rechtenbach - mit Ausnahme von Reiskirchen, welches sich an den Wettkämpfen in Oberweh beteiligt - - unter Leitung des Bezirksobmannes, Lehrers Jung, Münchholzhausen, statt. Als Gäste toaren er­schienen: Kreisobmann Lehrer Gaß, Dutenhofen, Schulrat D e i ß, Wetzlar, DürgermeisterS ch n e i= der, Großrechtenbach, GemeindevorsteherN o r s ch, Lützellinden sowie die Mitglieder des Gemeinde­rats Lützellinden. Die Wetttäurpfe fanden in zwei Altersklassen statt; sie beftanben in jeder Klasse aus einem Dreikampf, der sich aus Weit­sprung, Weitwurf und 100-Meter-Lauf zusam- mensehte. Die Zahl der Teilnehmer betrug etwa 200. Das Ergebnis war folgendes: Altersklasse I: 1. Friedrich Hepp, Münchholzhausen, 63 P.; 2. Hermann D a t f e, Großrechtenbach, 58 P ; 3. Kqrl Müller, Großrechtenbach, und Otto Ludwig, Vollnkirchen, je 56 P.; 4. Ernst Schi efe r stein, Hochelheim, 54 P.; 5. Wil­helm Watz, Dornholzhausen, Karl Braun, Hochelheim, Richard Kurz, Vollnkirchen, und Erwin Hahn, Hörnsheim, je 52 P.; 6. Hein­rich Engel, Lützellinden, Friedrich B r ü ck e l, Großrechtenbach, und Wilhelm L u d w i g, Hörns­heim, je 50 P.; 7. Heinrich Bechtold, Münch­holzhausen, und Karl Kreiling, Kleinrechten­bach, je 49 P.; 8. Richard Klös, Domholz- auf en, 47 P.; 9. Heinrich Gath, Lützellinden, 46 P.; 10. Wilhelm Grimbo, Hörnsheinr, 45 P.; 11. Erwin List), Lützellinden, 44 P.; 12. Wilhelm Zörb, Großrechtenbach. 43 P.; 13. Wilhelm Schneider, Weidenhausen, Friedrich Martin, Hochelheim, und Friedrich Schuster, Hochelheim, je 42 P.; 14. Wilhelm Rehorn, Kleinrechtenbach, Friedrich Hofmann, Münch­holzhausen, und Wilhelm Dem, Vollnkirchen, je 41 P. Altersklasse II: 1. Wilhelm Schnorr, Münchholzh aus en, 55 P.; 2. Otto Knortz, Münchholzhausen, 52 P.; 3* Walter Schmidt, Ebersgöns, und Willi Schuchmann, Lützel­linden, je 47 P.; 4. Karl Lisy. Lützellinden, 46 P.; 5. Wilhelm Grumbach, Münchholz­hausen, und Wilhelm Lang, Hochelheim, je 45 P.; 6. Wilhelm Loh, Llchellinden, Otto Lang, Hörnsheim, und Walter Jakobi, Hörnsheim, je 42 P.; 7. Wilhelm Sauber, Dornholzhausen, 41 P.

KrciS Marbura.

][ Marburg, 29. Aug. Am Samstag und Sonntag fand hier die erste Wiedersehens­feier nach dem Weltkriege der ehemaligen An­gehörigen des nassauischen Infanterie­regiments Nr. 8 7 sowie dessen Äikgdfcrnia- tionen statt. Etwa 1500 Kameraden der Infan­terieregimenter 87, Landwehr 87. Reserve 87, 186, 223, 253, 349, 365 und 458 waren in dem festlich geschmückten Marburg cingetrcffcn. Man hatte Marburg besonders deshalb ciI5 Tagungs­ort gewählt, weil die 14. Kompagnie deä hiesig.n Auslildungsbataillons Inf.-Regt. 15 die Tradi­tion dieser ruhmreichen Regimenter, die auf allen Kriegsschauplätzen im Weltkriege über 8003 Tote verloren, übernommen hat. In dem Festkommers, der am Samstagabend in den S'adtsälen statt- fand, hielt Oberleutnant Dr. de Haan (Frank­furt) die Begrüßungsansprache. Oberftleifnant a. D. Michaelis (Frankfurt) überbrachte die Grüße des wegen Erkrankung v rhinderten Gene­rals Hoffmann. Besonderen Anklang fanden u. a. die alten Armeemärsche der durch den Musikchor des Siegener Krieg er Vereins verstärkten Kapelle des hiesigen Ausbildungsbataillons. Die Sie­gener traten dabei in der Fried msuniform der 87er auf. Für das in Mainz noch zu errichtende Ehrenmal der 87er wurde eifrigst geworben. 3in Laufe des Abends sprachen ferner Ob:rst a. D. Immanuel, Ober leutnan* Iungermann und Stadtbaurat Hilmer aus Marburg. In dem Feldgot'esdienst am Sonntag auf dem Kämpfrasen hielt der Divisionsprediger a. D. Pfarrer Veit (Herborn) die Ansprache. An­schließend fand ein Regimentsappell und Parode­marsch statt, bei welchem auch der ehemalige Kommandeur der 87er Landwehr, Generalmajor Schramme (Detmold) die Front abschritt. Mittags durchzog ein stattlicher Festzug die S: ra­ßen der Stadt, in dem die vier alten Regiments­fahnen der 87er mitgcführt/ wurden. Ein Konzert im Stadtgarten bildete den Ausklang der Wieder­sehensfeier, die in allen Teilen einen würdig, n Verlauf nahm.

Berliner Börse.

Berlin ,30. Aug. (W. T. B. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigt das Bild voll­kommener Geschäftslosigkeit; es herrscht allgemein! Zurückhaltung, da man über die weitere Ent­wicklung des Geldmarktes im Unklaren ist. Man hört nur einen Farbenkurs von zirka 290 bis 291. Am Devisenmarkt hört man ParisLondon mit 124.02, Mailand 89.50, Madrid 28,87, Kabel 4.8620 und Brüssel 34,91.

Rundsurk-Programm.

Mittwoch, 31. August.

13 bis 14 älljr: Neue Schallplatten. 15 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16 30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Engelbert Humperdinck. 17.45 bis 18.15: Die Bücher­stunde. 18.15 bis 18.30: Hebertragung von Kassel:Stunde Haus und Garten". Sprecher: Garteningenieur Karl Hinze. 8.30 bis 19:Die Selbstverwaltung der deutschen Kleinstadt", Vor­trag von Dr. phil. Alfred Werner. 19 bis 19.30:Zeitungsdeutsch", Vortrag von Dr. C. F. Daberadt. 19.30 bis 19.35: Wirtschaftet- Meldungen. 19.35 bis 20:Ausführungs­bestimmungen zur Verkehrsordnung", Vortrag von Polizeileutnant Bender vom Verkehrs­kommando. 20 bis 20.15: Denckenbergviertel- stunde:Don der Wünschelrute", Vortrag von Dr. Franz Michels. 20.15 bis 21.15: Violin- Sonaten. 21.15 bis 22.15: Vortragsstunde. Dr. Erich Fortner:Ludwig Anzengruber als Erzähler".

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Wetterlage hat eine weitere Stabilität er­fahren. Ganz Deutschland war heute morgen frei von Niederschlägen. Die Temperaturen haben tags­über einen sommerlichen Stand angenommen. An der Südseite des umfangreichen Hochdruckgebietes, dessen Kerngebiet einen Barometerstand von über 770 Millimeter zeigt, kommen östliche Winde auf. Im weiteren Bereich der Hochdruckwetterlage bleibt der herrschende Witterungscharakter fortbestehen.

Wettervoraussage: Nachts stellenweise Nebel, tagsüber heiter, warm und trocken.

Witterungsaussichten für Donnerstag: Keine we­sentliche Aenderung.

Lufttemperatur: Gestern mittag 23,2 Grad Cel­sius, gestern abend 14 Grad Celsius, heute morgen 10 Grad Celsius; Maximum 23,2 Grad Celsius, Minimum 8,8 Grad Celsius. Gestrige Sonnenschein­dauer 11% Stunden. Erdtemperatur in 10 Zenttmetr Tiefe gestern 21,1 Grad Celsius, heute morgen 13,9 Celsius.