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X.

6760.) Die vorliegende Novelle entstand im okahre 1850. Fünfundzwanzig 3aßt« spärer nahm sie der Dichter m fein Derk -Die Teuflischen" auf Ss tft eine Rahmenerzählung, deren be­sonderer Reu darin liegt, daß der Erzählende dar (eftte Geheimnis seiner Geschichte fett»ft nicht kennt. Rur Ahnung und Anbeuwng einer dämo­nischen Leidenschaft hinter .verdeckten Karten" bilden den Lpannungsgehalt. Die von byronilchem Geiste erfüllt RoveUe stellt ein Seine« OOrifter- trcrf dar und zählt durch ihr« hinreihende, un­vergleichliche Lprachschönhei: zu Barbry« betten ,Teufel«kinbern^. 274

Marie öugenie delle ®tOAi<: ..Da« Ruch bet Öiebe". (Derlag Ullstein, Berlin). An der Schwelle de« Diener DaldeS. fern von der lärm erfüll rcn Stadt, spielt sich diese« Seelendrama ab, da- wie ein Idyll beginnt. Da« Idyll wird freilich bald genug zerstört. und Lüge und Derttellung beginnen chr grausame« Spiel. Mit satten Farben ist da« häusliche Le­ben gemalt. Die bunten Bilder dieser kleinen Delt mit ihrer Freude an aller Schönheit der Dinge geben gerade den künstlerischen Kontrast, den die Dichterin anstrebte. Wenige verstehen es tote Marie Gugen.e delle Grazie, den Re^ einer behaglichen .Häuslichkeit semfühlig in die Hand­lung zu ver^5echten. D'.ese« Buch der Liebe ttutb Meten Frauen viel br.ngen. 312

W;r i.-ben aus drm Titelblatt de« neuen Hefte« der ..Jugend" 1 927. R r. 2 6. eine farbige Reprodukrion nach dem ausgezeichneten Gemälde von Willi Zeiget: Marirusa Wontea- flu'uo. die Tochter de« ehemaligen Gouverneur- von £uba. Im Innern de« überaus reichhaltigen Hefte- find zu bemerken, eine heroische Landschaft von I. 2. Koch, auherdem vrele andere farbige und schwarz-wechc Bilder. öme Geschichte von Oskar MauruS FontanaDlick in« Dunkel" leitet da« Heft literarisch ein. <$« folgt Margarete Sachse mit der NovelleDer Schwarze", auher- dem finden wir Maurice Decobra und Gathe- rina Godwin mit trefflichen Beiträgen, und noch viele« andere in diesem Heft.

Bücherei für Leibesübungen. HerauSaegeben von Turnrat Dr. W. Schütz, Preußische Hochschule für Leibesübungen ILanoe«- lurnanstalt) in Spandau. Ringe. Schwebe­stangen und Sprungseil. Don Turn- und Spvrt- lebret H Mohr 74 Seiten mit 67 Abbildungen. Gehest« 2 Mk In Leinenband 2.80 Mk. Klottern und Steigen. Don Turnlehrer H. Röcke. 40 Seiten mit 26 Abbildungen. Geheftet 1.20 Mk. In Leinenband 2 Mk. Leistungsmessungen und Leistung-Prüfungen in der Schule. Don Turn- und Sportlehrer H. Moldenhauer. 85 Sei­len mit Abbildungen. Geheftet 2.20 Mk. In Leinenband 3 Mk. LeibeSübunaen an deut­schen Hochschulen. Don Turn- und Sportlehrer Dr. H. Strempel. 83 Seiten mit 28 Abbildungen. Geheftet 2.20 Mk In Leinenband 3 Mk. Der- lag von Quelle & Meyer in Leipzig. - Der

Herausgeber ist in der SUmverteilung und der Gev-.nnung ferner M rardetter fo - rl'icher und sachkundig vorgegangen, daß jede« neue Bänd­chen für den Sportfreund eine besondere Heber» rafchung ist. Gin erheblicher Dorzug dieser Bände besteh: darin, bah sie auch Grnzelgebiete der Leibesübungen beyandeln. die gegentoärtifl we­nig gepflegt werden Da« Werk über die Lei- stun^mesfungen darf al« grundlegender Beitrag zu einem wichtigen Thema betrachtet werden. Der Derfasfer wrrst überzeugend nach, wie not­wendig solche Messungen für eine richtige bu>- logische Begründung und Gestaltung beS Turn­unterricht Z kitb. Da über ba< Defen de« heute ständig wachsenden Stubentenfporr« noch große plnklarhert herrscht, ist ein so wohl unter­richtende« Büchlein wie da« vor. Dr Strempel von Wert. SS macht mit dem heutigen Stand der akadetnifchen ßeibe«Übungen bekannt und geht vor allem auf die fo dringliche Frage de« Üebunq«stü.1enb<nird ein. 268

Amtsgericht Gießen.

Gießen. 28 Juni. Gin Ardei'r. au« Gießen ging kurz vor Weihnachten mit feinem 11 Jahre alten Jungen an die Wieseck und schoß in den Gemarkungen Trohe und Wre- s e ck drei auf dem Bach schwimmende zahme Gnten. Zwei davon nahm er an sich und steckte sie in eine Tasche, die dritte dagegen ließ er auf dem Wasser Hegen da er merkte, daß er von einer Frau beobachtet wurde. Gr machte sich deshalb auch sofort auf den Hermweg. wurde aber von zwei jungen Leuten au« Trohe ver­folgt. Al« diese ihn im Wald au« den Augen verloren, eilten ftc nach der Kaiserallee und beobachteten von da au« die Ausgänge au« dem Dhilosophenwald. Schließlich sahen sie auch den Arbeiter mit seinem Jungen au« dem Wald herauSkommen. AIS dieser die beiden jungen Leut« bemerkte, veranlaßte er seinen Sohn, die Tasche mit den beiden Guten hinter einem Hause in der Kaiserallee zu verstecken, und ging dann nach Hause. Rach kurzer Feit erschien jedoch die Polizei, die durch die jungen Leute benach­richtigt worden war. bei ihm und sagte ihm seine Schießerei auf den Kops zu. die er nach anfänglichem Leugnen auch zugab. Die Schuß­waffe. angeblich einen französischen Revolver, will er im Wald weggeworfen haben. Da der Angeklagte bei Begehung des Diebstahls zum Zwecke der Erlangung de« DebstahlSobjektS eine Waffe bei sich führte und sich diese« Besitze« zweifellos auch bewußt war. mußte er wegen schweren Diebstahls verurteilt werben. T»eS Wilderns konnte er nicht überführt wer­den. da chm nicht nachzuweifen axtr, daß er gejagt hat Da« Gericht nahm mildernde Um­stände an und verurteilte ihn zur gesetzlichen Minde st strafe von drei Monaten Ge­fängnis

Kirche und Schule.

Liturgische Konferenz in Jugenheim.

hr. 3n dem herrlich an der Bergstraße odrgrner. Jugenheim war vom 27. bi» 29. Juni die litur- gische Arbeit,gemeinschast für Hessen Schoer 3. Jahrestag ung vereinigt. Diese Ar- rtsgememlchatt rft nicht in einer befthnmten litur- gischen Richtung f-rfigeh;:. vielmehr (teilt fw eint landest» rchstchen Gruppe von hessisch« Th<otogen bar, die in den mannigfaltigsten liturgischen t)?- weg» ngen her Jetztzeit berinfteben; e» in nicht e\,nc e.nzelne befttmaue Form leaalisien. Diese Bestre­bungen innerhalb Deuflchland» hatten auch m un­serem Hesse niand ihren Riederschfag gefunden: um einer oerhangn.»vollen Verzettelung oorjubeegen und eine Begegnung der oer?d)iebtnen otrbmur. .rn anyibabncn. trafen sich die Vertreter dieser Kreise Im Januar 1925 m Gießen, am den $(an für bie erste gemeinschaftliche Tagung feftyilegen; sie fand in Iuaenhenn cn der Beraftra&t vom. 4. bi* 6. Mai 1925 Hat:; ihr folgte bie 2. Jahrestagtma in (Jlibba im Mai 1926; eine Heinere Konferenz, besonder» für Rheinhessen bestimmt, fand am 3. Advent 1926 in Mainz statt.

Die diesiährige Tagung dehandettc em Thema, da» schon immer im Mittelpunkt lebhaften Inter- eße» stand, nmnlich da» kirchliche Gebet»- leben. Den grundsätzlichen Bortrag über da» Hefen be« Gebet»" hickt Unloerfität»profeflor D. Cordier-Gießen. Cr ging von dem Unterschied zwischen der philosophischen Betrachtung, der das Verständnis für Die ..Urlame' de» Gebets völlig abgebt und der religiösen Betrachtung aus. bie ge rode diese Urlaute des Kinde» hat. Dies ..prophetische" Gebet (Heiler) ist kollektivistisch im Gegensatz zum rem rnöstischen Gebet, dem e» um den Gegenwarts­genuß der Göttlichkeit geht; diese Behauptung warb durch Beispiele au» der Geschichte zu stützen versucht Da» kirchliche Gebet ist unmittelbare Aussprache mit dem Vater im Himmel, ist Glaubensakt; das Recht dazu gewinnen wir nur auf dem Boden der Ge­meinde. Die beiden Vorträge der Pfarrer Knodt- Bad-Nauheim und Knodt-Wimpfen führten in die Praxi» ein und behandelten dos liturgische Beten" und diekirchliche Gebets- erziohung". Der erste Dottrag yiate, daß liturgische» Beten prophetisches, nicht mystisches (Bebet ist, ftrö- menbe Gotteskraft, bie sich in allen Stücken des Gottesdienstes auswirken muß. Der andere Dottrag forberte die bewußte Pflege des Kultusgebets und behandelte einzelne sehr intereffante Fragen der (9ebet»päbaqogif, von denen in der Aussprache be­sonders lebhaft die Forderung nachoffenen Kirchen" erörtert ward.

Der Nachmittag de» zweiten Arbeitstages führte bie Teilnehmer hinaus auf den Heiligenberg, wo Stiftspfarrer Schorlemmer-Lich über da» Kollekt-ngebtt" sprach; seine bi» m» einzelne genau

I 1 II. -V 1-M

d^rchg.rübtten und begründeten Darlecmgen feilen in der Forderung, zum aiuechrtnalotticha» Gut z^rückzu kehren. Den letzten Dottrag hielt Pro- e'lor Gerstenmeier-Friedberg: er sprach über da»allgemeine Kirchengebet" und zeigte wie besonders hier da» Vettangen nach wahrhaftigem Beten erfüllt werden kann. An alle "Sonrüge schilotz sich eine lebhaft» Au »spräche an.

Zwstchen durch goto Pfarrer Lic A11wohn. Pnoatdozeni an der Universität Gießen, emert rochintere^anlen lieber bild über bie mannigfache Literatur, die im letzten Jahr auf dem !:rjrgvd>en Büchermottl eichenen ist: au» der Uebettülle konnte er etwa 60 Schritten kur; besprechen.

In der Sitzung de» Arbeit»au»schu warb der alte Scnianb wiedergewähst und ergänz:: an ihr nahm al» Vertreter der liturgischen Arbeit»- tcnumfdyrt für Niedersachsen der verdtemwolle Mstherm geber der ,JRjnat»id)nft für Gottesdienst und kirchliche Kunst", P arrrr Paul G r a f f Klem- Freden teil oahrend andere firbettegeeneinfdxriien an der Entsendung vor Delegierten Dcdbinbert, freundliche Schreiben übmanbt hatten; man beichlotz. roeiterhin enge Fühlung mit den Bestrebung« hror» gifcher Hrt innerhalb Deutschland» zu nehmen.

Am ersten Abend berichtete der Vorsitzende. Uni- oerfrtät»proieflor D. Dr. Frick-Gießen anlaß- llttz eine» gemütlich« Beiiammemein» über Ein­drücke vorn 1-turgischen Leb« in (Sngkmb. während am SoäMachmittag de» zweiten Tage» Pfarrer Lic. Dr. Stumps-Merlau ein Drgeifpiei in der Kirche oemnstcütte.

Abend und Morgen wurden durch besondere An­dacht« in der Iuaenheimer Kirche begangen um deren Aufstellung sich Stiftspfarrer 6 d>o r-ltm* mer verdient gemacht bat. und die durchsPsastno- vier«, adwechittnd zwischen P'arrer und (Bemeinbe, der altkirchlich« Stücke ausgezeichnet waren.

Ein öf'enHidKt Abendgottesdienst mit Predigt von Pro elsor D. Dr. Frick sollte zuglttch ein Zei­chen der Tkinfbarfett an die evangelische Gemeind« Jugenheim sein, die wiederum unter Leiluna de» Pfarrer» Offenbädjer in freundlichster Seif« die Gaste auf genommen hatte

Die 3. Jahre»tagung war eine rnchgestasttte. viel- feitige; e» bleibt zu hosten daß die mannigfachen Anregung« sich nun weiter auitrHrten in der pro ft- tischen Arbeit de» Amte».

verantwortlich

für da» Feuilleton: LB. Dr. fjr. ®. Gange.

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