einer Stunde von 4000 bis 5000 Personen Mefit wird, so kann eine derartige Menschenmenge von der Straßenbahn in einer Stunde nicht bfördert ',?rben. Dies ift bei den Gießener Verhältnissen leingleisiger Betrieb) noch weniger möglich al- in der Großstadt, wo eS bei derartigen Beranstal- iungen auch vorkommt, daß größere Menschenmengen längere Zeit auf Beförderung Ivanen müssen.
3m übrigen sei auch noch darauf hingewiesen, daß wiederholt für den Schluß von Vorführungen. >,uley» bei der Genk.ralprvoe am Samstag vor der Ausführung auf telephonische Anforderung, Wagen vor der Volk-Halle bereit gehalten wurden, die -um allergrößten Teil wieder leer in die Halle fahren mußten, wie auch die nach der Ausführung selbst zur Verfügung gehaltenen Wagen ebenfalls nicht voll besetzt wurden
Aus vorstehenden Ausführungen geht hervor, daß die Leitung der Straßenoahn den zweckmäßig- ften Verkehr für diese Veranstaltungen gewählt hat und daß man es ibr daher ruhig überlassen sollte, diejenigen Berkehrsmaßnahmen bei starkem Verkehr zu tressen, die sie für den jeweiligen Fall all zweckmäßig und gegeben erachtet"
Anmerkung der Redaktion: Wir entsprechen der Bitt« um Abdruck der Zuschrift, da wir selbstverständlich auch der Leitung der Straßenbahn Gelegenheit geben wollen, ihren Standpunkt der Bürgerschaft darzulegen. Die Form, welche die DeriSdirektion im zweiten Absatz und am Schlüsse ihres Schreibens uns und allen Ärititem gegenüber anzuschlagen beliebt, finden wir allerdings sehr befremdlich Zur Sache selbst möchten wir bemerken, daß wir und daS Publikum natürlich nicht in die internen Bctriebsdispositionen der Straßenbahn hineinsehen können, daß man als Außenstehender eben nur urteilen kann an Hand dessen. waS man sich abspielen sieht, ilrib da steht fest, daß große Menschenmengen, di« am Montagabend mit der Elektrischen fahren wollten, nicht mitkamen, oder so wundersame Umwege einschlagen mußten, wie sie gestern in den beiden Singesandt-Aeuherungen mitgeteilt wurden, die ~ nebenbei bemerkt — bezeugen, daß w i r mit unserer Kritik vom Dienstag keineswegs alleinstehen. Ob vier Wagen als Standwagen in dieser einen Stunde des angespanntesten Verkehrs notwendig waren? Hätten da nicht ein oder zwei Wagen zu gunsten des DerkHrs zwischen Marktplatz und Volks- Hall« vorüber gehend an anderer Stell« eingespart werden können? Aber angenommen, das wäre nicht angängig gewesen, fo Ift doch zu sagen, daß i'ie Beiriel-Sl itung auf alle Fälle einen großen psychologischen Fehler gemacht hat insofern, als sie die Ginsteilung des Publikums nicht richtig einschätzt«. Die Wagenvechnuna, die in der obigen Zuschrift ausgemacht wird, konnte fein Außenstehender kennen, jedermann muhte die Wagenvorlorae nur nach dem AuS- bleibrn oder Erscheinen der Anhängewagen beurteilen, weil eben jeder nur an dielen Urteil-mahstab von jeher gewöhnt ist. Wären die Anhänger zur Stell« gewesen, hätte niemand etwa- gesagi, weil jedermann mit dieser Verkehr-- bildung vertraut ist. Daß di« Vrfördermw so großer Menschemnassen bei einer starken Häufung des Andrangs in kurzer Zeit seine Schwierigkeiten hat, wissen wir natürlich ebensogut wie bi« Leitung der Straßenbahn: dies« ed)tottrigfeU«n waren auch bei der Aiederschrist unserer Zeilen nicht außer acht gelassen worden. Den Passus über die Vorsorge für die Heimfahrt übergehen wir, da bitter Teil des Betriebs bisher von niemand erörtert wurde. Gin besonderes Dori aber noch dem Schlußsatz: Selbstverständlich bleibt es der Leitung der Straßenbahn »ruhig überlassen", bei starkem Verkehr diejenigen Masmuhmen -u tressen, »die s i e für den jeweiligen Fall als zweckmäßig und geqeben erachtet" Da es hierbei aber nicht alictn auf fie ankommt sondern auch noch das Publikum und damit das Allgemein- interesse eine große Aolle foiclt. die Straßenbahn übrigen- auch ein öffentlicher und städtischer Betrieb ist. wird natürlich lein Bürger daran denken, im Hinblick auf jenen merkwürmgen Schlußsatz sich künftighin des Rechts der kritischen Meinungsäußerung zu begeben. Wir für unseren Teil werden jedenfalls auch der Srraßenbahn gegenüber mit unserer Ansicht niemals zurückbalten. wenn es sich darum handelt, im Allgemeininteresse auch einmal in aller Oessentlichkeit ein kritisches Wort zu sagen.
Giestcner Ti-ochenmarktprcise.
Gs kosteten aus dem heutigen Wvchenmartt. Butter Psd. 1.50 bis 1.70; Matte 30 bis 35; Käse 10 Stück 60 bis 1 40. Wirsing 25 bis 30; gelbe Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15; Römisch- kodl 15; Dohnen 50 bis 60; Spargel 80 bis 1.10; Orbfen 40 bis 50; Milchaemüs« 15; Tomaten 50 bis 60. Zwiebeln 20; Rhabarber 20. Kartoffeln 8. Kirschen 56 bis 60; Heidelbeeren 60;
Reichweite heran, so machte der »lieb« Mutzt" ein paar Sprünge zur Seite und graste weiter; wirklich au-zureißen war ihm nicht der Müh« wert vor diesem Gegner.
Wir genossen dieses Bild aus Herzensgrund. Aber mit eins entdeckte uns Hänschen und kam so sehr betreten auf mich zu, daß di« Ritterlichkeit gebot, ihm zu helfen. So sagte ich denn leichthin, als hätten wir Die unzweideutig« Situation keineswegs erfaßt .Ich habe dir gleich gesagt, fteig nicht ab. Hänschen, da hast du- nunr Oine Frau würde dies« Shanc« sofort erfaßt und eine prima Ausrede zur Hand gehabt haben, aber Hänschen, mit der ui^eschrckten Ghrllchkeit. die Männer so hinveißenb macht, meinte resigniert. .Aber wenn der uerbamrnte Höllenhund mich doch abarsetzt hatl"
3a. da war nun kein« Rettung mehr möglich, und der Arm« sah sich von fürchterlichem Beifall umbraust.
llebrigen- erlebt« er auf dem Heimwea sv eine Art Ehrenrettung — wie er meint« — uiw leider auf mein« Kosten. Mitten in einem schönen gestreckten Galopp must mein Pferd woA mit der ßcrbanb in ein Grchioch geraten sein, kurz, wir überschlugen uns formvollendet. Alles ging gut. Hamll sprang wte ein Gummiball wieder aus die Beim', aber wb blleb sitzen, und zwar weil ich sowohl der Lust als des Lichtes beraubt war
Denn ich war mit dem Gesicht mitten in einen — ich bitte sehr um Verzeihung! — mitten in einen frischen warmen, grünen Kuhfladen ge- icgelt und der hüllt« mich nun zähe etn Da man n''erdi«S im Moment eines Sturzes meist nicht Iweigt. sondern noch schnell .Teufel auch!" oder sonst was llngehöriöes äußert und den Mund möglichst wett aufmftf. so blteb meine Verbindung mit der Hinterlassenschaft des guten Ha.iS-
Srachelbeeren 30; Johannisbeeren 35 bis 40. Erdbeeren 55 bis 90; Honig 40 bis 50; junge Hahnen 1.00 bis 1.33: Suppenhühner 1.00 b'J 1.30; S er Stück 12 bis 13: Blumenkohl 30 bJ 1.20: Salat 10; Salatgurken 40 bis 70: Ober- Kohlrab. 15 bis 20; Lauch 5 bis 10: Rettich 10 bis 25; Radieschen Bund 10 fcA 15.
— Personalien. Üuf Grund de» Aller;- grenzengrietze» wurden in den dauernden Ruhestand oerfeßt: Lehrer Otto Gör 1 ach, Rektor Valentin Muller und Institutsgehilfe St Hoff
am Anatomischen Institut. sam:;,ch in Gießen, versetzt wurde Kegierungsrat Dr. H. Müller vom .Finanzamt Groß Gerau al» Vorsteher an da» jinaruamt in Hungen.
"Die RettungSmedailleam Bande. Kapitän Schm «hl. ein Gießener und während des Krieges erster Offizier des bekannten H-llS- kreuzers »Wolf", hat für die Rettung von Menschenleben aus der Osts« kürzllch bei stürmischem Dettcr und schwerer Brandung, die die Rettungsmedaille am Bande der Republik Preußen Dttliebcn bekommen. Gs ist dies die siebente Rettung, die der Kapitän unter Dakaiffetzung des eigenen Lebens ausgeführt hat.
•• Straßensperre. Wegen Vornahme von HauSanschlußarbeiten ist die Bahichofftraße von der Wrstanlaae an bi» zur Alicestraße vom 30. Jun ab btS auf we.teres für ^glichen Fährverkehr gesperrt wordcn.
"Sperrung de-Boot-hau-weges am Bahndamm. Anläßlich der am 3. Iuli ftattfindenden Ruderregatta wird der Bootshausweg am Bahndamm vom Boot-Hause der Gießener Rudergesellschaft bis an den Durchgang nach der Sderstrah« (Bahnüberführung) am 3. 3uli für die Zeit von 12 bi- 7 11 br nachmittags für den Durchgangsverkehr gesperrt.
k. Heeresfachschul«. Am Montag fand die mündliche Abschlußprüfung I der 1927 ausscheidenden Reichswchrangehör.gen statt. Von 13 Kandidaten, die sich am 5. Mai der schriftlichen Prüfung unterzogen, konnten nur 4 zur mündlichen Prüfung ^ugelassen werden, die sämtlich bestanden. SS sind dies Berforgung-anwärter Mahnke. Feldwebel Przelowka und di« Obergefreiten B e ck < r und e i b t
l Die Hessische M i ssi o n » k o n s e r e n z Hai ihre Mitglieder und Freunde für nächsten Sonntag und Montag zur diesjährigen Hauptversammlung nach Gießen eingeladen. Im Mittelpunkt der Versammlung stehen vorttög« berühmter, um die Mission verdienter Männer. So wird Univ.- Prof. D. Julius 'st i ch t e r - Berlin sprcchen iiber „Die deutsche Mission nach dem Weltkrieg" und in einem zweiten Vortrag über „Die Aufgaben der orotestantischen Mission bei Anbruch der neuen Zeit in der nichtchristlichen ©eit.' Pfarrer D. Dämel, Dergebersbach. wird in seinem Thema „Da» Werden der Kirche Jesu (Tbrifti in Thina' behandeln. Da die drei Themen von allgemeinem Interesse sind, dürste auch die Beteiligung aus Laienkreisen groß werden. Man beachte die geftrige Anzeige.
# Der Republikanische Lehrerbund, Boron Gießen, versammelte am Mittwochabend im Vingsaal des Realgymnasiums seine Mitglieder. Freund« und Interessenten gern dritten Vortrag von Oberschulrat Univ.-Pros. Dr. Messer über „Die StaatSaussasung Hegels und ihr« Beziehung zur Gegenwart". Bei Hegel läßt sich eine starke Entwicklung seine- staatS- philosophilchen Denkens beobachten. Sr beginnt gleichsam mit Kants sittlichem Individualismus unb mit seiner Hochschätzung der Ideen der französischen Revolution, er geht dann aber nach dem Dorgang Fichtes zu der Schätzung des nationalen Kulturstaates über; er steigert schließlich die schon bei Fichte stark hervortretende un.iX'tlnüfiifdK Tendenz noch bis zu einer religiösen Verklärung des Staates, di« in ihm den ..präsenten Gott" auf Erden sieht und verehrt. Eben damit wird auch der Staat nicht mehr lediglich al- Hüter des Recht- gefaßt, der im Grund« dem ethischen Streben der einzelnen zu dienen Hat. vielmehr wird in ihm eine Verwirklichung höherer Sittlichkeit" gesehen, der sich die foa. ..Moralität des Individuum-" und fein Gewissen zu beugen hat. Wi« der Staat selbst und feine Macht, so wird auch die gewal- tiflfte der staatlichen Machtäußcrungen der Krieg, oon Hegel geradezu religiös verehrt und ihm eine bedeutsame sittlich-religiös erziehend« Bedeutung zugesprochen. So vollzieht sich von Kant über Fichte biS Hegel in dem staat-philosophischen Denken ein« Bewegung zwischen den beiden Polen des Individualismus und Univer- sali-mus. Grundanschauungen treten in abstrakt- philosophischer Formul.erung hervor, die auch heute noch die Geister bewegen und scheiden. So kann die Vertiefung in jene philosophischen Lehren dazu dienen, auch heule innere Klärung und Dertiesung zu schassen und zum gegenseitigen BerständniS und der gerechten Beurteilung der einzelnen Richtungen beizutragen. Am Schluß seine- Dortrage- sprach der Redner
von der Bedeutung dieser drei Vorlesungen für untere gegenwärtige Zeit. D.e aus der ’Jer'airm« hing gestellten Anfragen wurden von Proseffor Messer beantwortet. Unter dem De.sall der Zuhörer dankte der Vorsitzende der Ortsgruppe. Proleftor Hüter, m herzlichen Dorten dem Vortragenden für feine Ausführungen. Die Dor- rräge waren im ganzen von etwa 200 Hörern besucht.
" SonnenwendfeierderDurscheu- schafter auf dem Hoherodskopf. Auf Veranlassung der V. A V Alsfeld-Lauterbach waren Burfchenlchajrer Oberh: senS und der angrenzenden «Gebiet« am Samstag zu einer Son- nen wend sei er auf Heften- höchstem Berg«, dem Hoherodskops, zusammengekommen. GS war r.n wunderbares Bild, als ' ucht hen. tenfte, und der Schein des inzwckchen angefatfi» ‘.en Holzstoßes wc.thin leuchteie über d.e benachbarten Hbhen und das schlafend« Tal. wo ferne Lichter herauf grüßten. Markig« und scharf durchdachte Worte sand Dr. Bruchhäuser über Zweck und Sinn der Sonnrnwendfeier mir ihrer großen Wirkung auf das deutsche Gemüt. Anschließend daran sangen ble Teilnehmer das Deutschlandlied. Im weiteren Verlaus des Abends sprach etubxenral Bro unewell über Burschen- schast und Politik, insbesondere über die Stellung der Burschenschaft von heute zur großdeutßden Frage. Roch Absingen des Burschenichafterlledes dankte Amllgerichl-?rat H e u ß n e r Vorsitzender der B.AB Heröfeld. der D. 2. B. Aloseld- Lauterbach als Deranstallerin des Abends im □tarnen der Anwesenden für die wohlgelungen« Feier. Bis zu den ersten Morgenzügen blieben die Teilnehmer zusammen
WSR. 8.Bundestag des Hessischen BeamtenbunbcS Am 9. und 10. Iuli hält der Hessische Beamtenbund in seinem SrholungS- heim in Iuaenheim seinen 8. Bundestag ab. anläßlich besten in einer öffentlichen Bearnten- verfammlung am Sonntag. 10. Iuli, Landgericht-rat Dr. Bernhöst - Rostock, der 1. Vorsitzende des Mea'ft-nburgischen cde.
einen Vortrag über , Degen warts fro gen der deutschen Beamtenschaft" halten wird.
Deutsche Bau- und Siedlunos- yemeinschaft.
• Darmstadt, 28. Ium. Die Deutsche Dau- und Siedlunasgemeinschaftz, das Dielumftritterw llnternchmen. hat am Sonntag eine Generalversammlung abgehalten. Daraus wird jetzt in der Oefient!ichkeit be- kannt, daß die vorgelegte Bilanz einen Der - l u ft von rund 30 000 Mark aufweist. Längere Zell nahmt die Aussprach« übet bi« Geschäftsführung des bisherigen DvrftanbeS. de- Architekten H e i l m a n n und Dr K l v h , in Anspruch; eS wurde scharf« Kritik an ihr geübt. Dem Vorstand wurde die erbeten« Entlastung nicht erteilt Im Verlaus der wetteren Verhandlungen trat Dr. Klotz von seinem Amte zurück (Heilmann rft schon früher zurückgetreten).
Don dem Vorsband her Ortsgruppe Gießen der Bau- und ^iedlungSgeuietn schäft geht uns über biefe General verkomm limg ein Bencht zu. in dem nach Beftätigung des Rücktritts des seitherigen Vorstände- Heil- mann-Klvtz. »da ihre Geschäftsführung n Beanstandungen Anlaß gab weiter mitgeteilt wird
In der am 26. und 27 d. Mi-, in Darmstadt statt gefundenen Genevalderfatchnlun g der Deute schon Dau- und Sieblungsgemeinschaft, wurde der seitherig« Vorstand Heilmann-Kloh nicht wieder gewählt. Die vorgelegte Bilanz ergibt einen Verlust von 77 799 Mark, dem jedoch ein Re- servesondS von 11 638 Mark und eine Rücklage für Derwaltunasspesen in Höbe von .270 525 Mark gegenübersteh. Der Auf- s i ch t s r a t wurde biS auf eine Ausnahme wiedergewählt. Rach cingeheirder Aussprache wurde Herr Philipp. Generalsekretär der Reiffeisen-Genossenfchaften in Ludwigshafen, sowie die Bankprokuristen Lehmann und Griebel vom AufsichlScat zur Vorstandswahl vorgeschlagen. Diese Wadi erfolgte «instim- m tg. Herr Griebel ist Gießener und war lang« Iahre Prokurist bei der Gommerz- und Privatbank in Gießen
Krach In der Wetzlarer Volksbank.
WSR. Wetzlar. 29. Iuni. Die hier bestehende. hauptsächlich von Kreisen des gewerblichen Mittelstandes getragene Volksbank hat durch ungebührlich hohe, einfeitige Kceditgettxid- rung des geschästSsührenben Vorstandsmitgl iedeS Drescher erhebliche Verluste erlitten. In einer fünffhtnbigen Generalversanmilung am Dienstag erklärte daS geschäftsführende Vorstandsmitglied Drescher seinen endgültigen Ver
zicht auf fern bisher-. geS Amt. Die oft tehr erregte 5:r.ttc gipfelte in scharfen Angriff« auf die Iekipäl r^'ü^-rur-.z. 34 fern der Wille zum Ausdruck. daS Institut ^uft'echtzuerhalt« Die Bilanz 192 6 wurste nut dem ausdrücklichen Vorbehalt genehmigt und die Gnt- laftj ig von Vorstand und Autsichtsvat un: der Ginschrärckurg erteil, bah mit der Genehvngung die eventuell noch festzustellende fzmfrigt Verantwortlichkeit von Vorstand und AuftichtO«s für die entstandenen Verlust« unberührt bktbc.
Amtsgericht Wetzlar.
Q Gin Händler aus Garlsberg halte sich wegen Diebstahls und 'Berrugsdersuchs zu veraTttworren. Der Angellagte kam im März dieses Iahves, al- er in Hörnsheim teta Häuft eraer erbe ausüb re. dort in dte Wvbrama eines Landwirts, in der gerade menunb anwesend war. In der Küche lagen auf bcni Tisch 17.35 Mk. in einem Zehn- und envm Fünfmarkschein sowie 2.35 Mk. Hartgeld wovon der Angellagte sich den Zehr.marftcde.n aneignete und eJigft banrt verfa^oand. Von dem Hose aus bemerkte der Sohn des Wohnunas» inhaders das auftallenb hastige Verschwind«» des Angeklagten, der tun vor Großen-Linde« erwischt wurde. An demselben Tage war der Angeffagt« bei einem anderen G-iuvohner erschienen. dem er Anzugstoff anbot zum Prelle von 19 Mk.. bis man schfteßlich sich aus 7» Mk. einlate. Als ihm etn Zwanzigmarkschein gezahlt wurde, steckte er diesen in bi« Tasche uaijm einen Zehnmarkschein in die Hand und verlangte 50 Pfennig damit er 3 Mark hrruus- geben könne. ®r erhielt darauf auch 50 Pietmia und aab statt 13 nur 3 Mark zurück, was sich der Käufer natürlich nicht kneten lleß sonderte seine Ansprüche geltend machte. Der Angeklagte bebavptete nun. er habe nur 10 Mark erhalten. Sch.ieß!tch gab er bem Käufer die 20 Mark zurück, worauf er feinen Stoff wiederrrhielt und weg- ging. Gr kam jedoch wieder und verkauft« nun den Stofs für 5 Mark. Bezuatich des D-edstahlH war der Angeklagte geständig, dagegen bestritt er den ihm zur Last gelegten Bettugsverktech, sondern will damit nur einen Scherz gemacht haben. Das Gericht sah btn «lngeklagten durch die eidlichen Aussage.-, als überfuhrt an und erkannte wegen des Diebltahls auf 50 Mark Geldstrafe an Steil« von 10 Lagen Gefänani» und wegen Betrugsversuchs auf 20 Mark straf«, hilf-weil« 4 Lage Gefäng?tts.
Kunst und Wissenschaft.
Lin« musikpädagogifche Tagung in Jraeffid a 1k
Anläßlich d«r Internationalen Mufikausstest» lung kn Frankfurt a. M. veranstaltet das Zentra l i n st i r u t für «Irxiebuna und Unterricht gemeinsam mit den Dereiniaten Mufik- pädagogischen Verbünden während Der Festtagung deS Rctchsve: van Deutscher Ttmfünftlet vom 17. biS 20. Auaust 1927 eine muffkpädaav- gische Laaung V.'.mha'te Vertreter der TTulif- roisseTschaft und der Musikerziehung werden Fach- res «rate halten. AlS Besonderheit dtefeS Kon- greffes wird am Samstag, den 20. August fite die Glternsthaft Franffurts c-rn öttetttllcher 7stw» trag über .Mufiterziehunq' gehalten nwrben — Pom 26 bis 29. 3uli finden Vollsmufiktag« statt, die vvrauztichtltch vom prtefr.1*>en Kultusrntei- ster, Proselsor Dr Becker, eröffnet werden und für die PoTtiAge zugcfagt haben Staatssekretär a.D. Heinrich Schultz, Pros. De. Han» Fr eh« r - Leipzig. Pros. Dr. Hans Joachim Moser-Heidelberg Pros. Fritz 35b« Du Konrad Ameln. Dr Fritz Re a f ch. Pros. Müller- Paderborn. Gehettnrat S m « n d - Münster. Kantor Stier- Dresden. Dr. R v <?. ck - Franffutt, Dr. Müller-Bla 11 au-KönigO- berg. Prof. 3.9. TR filier-Köln. Außerdem inerben Vorführungen ftatfhnbm, bte uni- r Leitung von dädhe Geis die Mufikpslegc im Kindergarten und in Iuqendgruppen zeigen Geistig« und weltliche Konzerte werden unter Leitung von Georg Götfch durch di« märfffche Sptelgenreind« veranstaltet Oine Oper von Monteoervi. unter Leitung von Hermann Scherchen. wirb zur Aufführung kommen
3meifrr Deutscher flatorschutztag hi Kostet.
Vom 1. bis 6. August 1977 findet tn Kastel der -weil« deutsch« RaiarlchuMag statt, der llch vornehmlich mit her gesetzlichen Regelung des Raturfchuhes sowie mit feiner sozial« und erzieherischen Bedeutung beschistn>-n wtrt». Der preußisch« Kultusminister Prvtefsor Dr. Becker bat lein Erscheinen zu gesagt. Unter den Rednern finden wir 5>o*ral 91 anowi aus Wien, der über die auch für uns jetzt so bedeuttMgsvoll gewordene Frag« der Bergbcchnen sprechen wirst. Die Tagung wirb von zwei Ausstellungen .Raturschutz unb Schule' mtb .Rattrrfchutz unst Kunst beglettet.
ttereS nicht rein äußerlich; ich dachte also gar nicht anS Aus stehen, ich sah und spuckte.
Mein« erschrockenen 'Freund? enthielten sich zunächst jeder BeisallSäusterung. sie zogen ihr« Taschentücher und reinigten mich. waS nötig war. Aber als ich mich schließlich von der Spinatbemalung wieder einiqvrmaben befreit lab. ba setzten sie sich um nnch herum, und wir lachten, wie man, glaube ich mir vor bem Kriege und seitdem nie mietet gelacht hat.
Aber HänSchen war für lange Zeit moralisch hoch Seine unreiterliche Seel« hatte fein Verständnis für den tiefen Unterschied, der zwischen meinem fairen Accident und seiner Schufterei bestand — Sturz mit und 6tturz von dem Pferde war ihm alles eins — und noch nach Wochen, wenn er sich mal wieder seßr von seinem erstaunten Gaul getrennt hatte und der lang« Rols ihn voll Mißachtung anbrüllt«, pflegte er beleidigt zu saaen. Oh. bitte, der GtxteSofte ift neulich ganz dasselbe passiert r
HänSchen. lieber, alter Freund, hoffentlich bist du In einen Himmel ein gegangen, wo du nicht zu reiten brauchst
tragen und in einem handlichen Dünndruckband heraus gebracht au haben, dessen äußere Form schon die bestrictendste Gigenschaff eine- Buches besitzt, daß man «S gerne zur Hand nimmt — (342) Was sich in tnefer sehr leichten und ge- ffllUgen deutschen Ucberframmg und hinter dieser überaus angenehmen Buchform verbirgt, wußten wir als ötfunbanrr nicht zu werten — beute ernennen wir es mit Staunen und Shrfurcht: wir haben hier das erste große historisch« Buch vor uns da- in griechischer Sprach: geschrieben ward, feine chronologische und unkritische Sammlung von Geschichten, sondern bewußt ausgebaute und gealiederte Geschichte, eine strömende Füll« alten Kulturlebens eine Fundgrube oon verschollenen Sitten, eine farbige Darstellung aus dem Leben und Werden alter Völker eine ehr
würdige Geschichtsguelle die bis tn die ältesten Zeiten hinabreicht, eine Sammlung von Rovellen- ftoffrn und symbolischen Handvnrgen — wir haben in dem allen Herodvt. der tn Meter schönen verjüngten Form erscheint, ein nruev ein modernes Huch erhalten, da- wieder Gegenwart geworden ift und Mr Gegenwari töricht. P V
Der alte Herodot in neuer Farm.
War teS Herodvt große- Geschichtswerk nicht einmal di« Blage armer Sekundaner? Brach!« bi« Erinnerung an feinen unförmlichen Band griechischen Testes nicht noch oft bedngfUaenbe Träume? Hatten wir überhaupt damals auch nur dne blaffe Vorstellung davon welch «tn Werk uns da in dir Hand gedruckt wurde, damit wir an ihm unser« matten, am Satze klebenden ^leberfetzunaSkünste versuchten? Drr Inselverlaa hat das Verdienst, nach dem Thukhdides auch den Herodvt durch Theodor Braun neu über-
Hochschulnachrichtcn.
D«r 0. Professor der llass. Philologie in König»- berg Dr. Ioh». M « w a l d t bat einen ’Jtuf nach I ü« bl na en anaenommen. — Da» preußische mimftfrtum hat bte oon der Preußischen LkadenNe der Disienschi^ten in Vettm vollzogene 'Datzl de- orbeettllchen Profestor» an der llnioersttät Vettm Dr. Han« L i e tz m a n n zum ordenMchen Ttitgfteb ihrer schilosophiich-dfftoriichen Klass« vestättat. Der al» ffircherchrstoriker Bibelforscher unb Archäologe gleich hervorragende Sefehtte ift der Koch»olger Adolf 0. Harnack». — Profestor Dr. Adrss Sie»
v e r t» in Frankfurt a. M. hat den an chn «raanffr- n.*n Rus auf da» Ordinariat der Cheente m 3m a al» Nachfolger oon Professor (ftutbier ongemmunen. — Professor Dr. Dildelm Irendelendurg m lübingen hat den itn ihn »rgongmen Äuf auf den Lehrstuhl der Phtzsinlon- an der UnmerfHät Berlin an Stelle de» TOe0t,unolral» Rran* Hofmann angenommm — Der Professor der Vachenmffk' <m der Univetsttät Münster Dr Kadett König wtttz einer Benrfuna nach TÜbtnaen FoSge leisten. — Professor Dr.«rwin Schrödinger theoretische Pbnhf) an der Umn«rfrtdt ?. ir'ch erhielt einen 9lu< an die amerikanische Universität Mttmor«. P-oiessor Schrädinaer, rin aeborener Wiener mar früher an der Technischen Hochschule in Stuttgart, 1921 an der Universität Brettau al» Kachsoiaer txm C'.en'en» Schaefer von wo er einem Kufe noch Zürich folgte. 6r ist besonder» bekannt geworden durch (eine neu* Weitmechanik. — Am N Iuni oersterb tn Wünfler der ordentliche Prafestor der Philosophie an der dortigen Universität Dr 71 l'red Brunswig im ttter oon 90 Jahren. Okcorri w TUm In Aeckleninivg. wurde er 1910 Privat» doqent in München und wurde nn Jahre 1916 all Tlachkolaer llnch Becker» nach Pkünster berufen. Seitw Peräfsentllchunpen lieaen auf dem Gebiete Ser Pjochologie, <jrfenntnisH>«on< und Lchik. — Der Prioatdownt für koemisch, Physik an brr Wiener UnioerfiW Dr. Hrtur »aan«r, Dbkrtxrtixr erster Kiafse an der Zentnstonftalt für 9S logte und '^eobrynarmf. wurde unn aufirrottwnte lichen Prokestor an der Unioersttitt Innsbruck ernannt. Die venia legendi an der Deutschen Universität m Prag haben erhalten: Der Drosestse <*m deutschen ctoctsreolgtymnofuim ra Prag Beruf Weigel für Pädagogik, der Siftftnrt Kornel Twm für pathologisch« »natomie und der »Wtem v«. Joies Pffftner für mittefostettiche» Wisten


