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ltt. 124 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen)

Montag. 30. Mai 1927

Die Aufwertung der Schuldscheindarlehen der Gemeinden und Gemeindeverbande.

2)on 'BiromnctflcT £r 3 61 f t m fl 2UietD

Pult für tht dtanttnDen und ff rede wich- ltge Srage tfl immer tuxfl nicht zur Auhc oe- fernnun Pie Aechtsr rechung brr oberften Ge­richte tn rif<r A.ig.i^genhett noch yim Tett wie Ne kürzlich bcm Itet t-Dger <t t OctTclfenertfcfletDuna bewerft. Me von Dem b - fjnnten Urtet! bei peeuhi'ch^i ffammeraerfl- < ora 18. Aovemder 192t über ben Tiegel H der frginjunltn Verwaltung«rech:! chen Anleihe ab- weicht Tie ganze Staat tft tn letzter 3eit um be»al(I«n »tctx-r für bte (D.ntetnben und Kreit, akut geworden, weil neuerdings btt Heriitchr V«nb,^ht)p0ttrekenb<ml dazu ftbetaeßt D*r von tHr seiner zeit den Gemeinden unb Kreit.n w. währten Parleb.n n ch! al» Lchu!dlchei"dat'epcn im Slime beA ft 30 3h<ar> 3 bei Anleih.aöie-

laHung vertritt bafi bet von ihr le*.nervett aus- grtprvchene schrckil ch<- 2cr«.ch: auf alle weiteren Ansprüche aus der Geldentwertung al« TkWanb- teil eines Vergleichs anzusehen tei unb die Aus­wertung zugunsten einet PeilanflemaUe erfolge !t ferner bei:

Bort ehei sgewckhr ang zugrunde liegende Vertrag Cupalte k.inerlei (Imt1 rgeMcnntni« der schuld­nerischen Ö-emanb# unb fei mithin fein Schulb- schein. sondern lediglich nn sogenaunketDarlchens- vorvertrag. der lut das 3u,unDcfontmen des Darlehen» fetr.<m Vewe s erbring;. Mithin Uepc «tn LchulbkcheinDarlehen im Sinne des ft 30 Ao- fah 3 unb st 40 Ad'an 3 des Anleiheablbsungs- geletes nicht vor. da» Darlehen fei daher al« nicht ht>pni! rkartich gesicherte Vermdgensanlagc g.n ah 8ft t j unb 14 b«s Aut wert ungsgefede« bis auf 25 Prnz be» Goldmartoetrags auhu- werik'' rtefern Standpunkt der Dani kann aver nicht beige: relen werden

Velannlllch hak vor kurzem wie bereue oben erwähnt, do« sttt'chsgr-richt tm Degen tau zuni ffannnergerlcht den St .r.fcpunh einaenommen, Dafl es bet den Schuldfcheindariehen ner Gemeinden auf den mit der PerUder.sausnahme verfolgten nicht dnlommt is« bleibt allo nur noch lediglich zu untersuchen ob nach den Vorschriften den Vßr.i.tlichen Gesetzbuchs eine Schuldtchein- vrrpslichtung aus einem Darlehen voriiegt, über bas cm Schuldschein üu«gcffeflt ist Diese Frage -nutz btt ben Darlehens vernagen bcr^jHi« scheu Lanvesh^r-othekenbank belaßt werden Der Schuldschein t<l begrifflich eine DefMfigung über bat JMt.ben einer SchiRb. die zur Erleichterung des Ikweile« berkl^.n, aber auch zu ihrer Ve- arundung auagcUelll sein kann. (Staubinger W». « Ausl III I. Dem. h zu § 952.) Die früheren Darlchensvertrdge zwischen bet Hessi­schen LandeshstpothekenLank unb Den Gemeinden lind aber doch eigens mit Der Zweckbestimmung au-geftellt unb von dem Gläubiger entgegen» Mw:innen, ba« Dorbandensein bet Schuld Tn der Id eise barzutun. Öafi daraus alle zur Degrün- bung der Schuld erforderlichen Tatsachen bewiesen werden können Der Schuldschein kann in einer einheitl ich en Utfunbe be» ft eben, und es genügt nicht, wenn in der über den Empfang Der Gablung ausgestellten Urkunde (Quittung) auf den Darlehensvertrag Dezug ge­nommen Ist. (Urteil bei Lst-erlandesgerichto ff an«, ruhe vom 23. September 1926). Die Tatsache, bafi die Qanbeebhpotbcknbanf bei Auszahlung der Darleben seinerzeit sich mit einer einsachen Qutt-

f ben Darlehens vertrag zugleich auch als Schuld­schein angesehen und gewollt hat. Der Umstand, bah die 'Bezeichnung .Darlehensvertrag" unb

nicht .Schuldschein gewahrt wurd stehl dem nicht entgegen da es auf den Cmn unb ben 3ffed der Urkunde aelo-.mt, den b e Vertrag» fchlirhenden gewollt haben. Diese« ging aber zwei« auch als Schutdfchi gm!en tollte andern»all» bitte <\d> die Dank sicherlich bei der Quittung über Den Empfang der Drrfehensfuminc noch euiro besonderen formellen Schuldchein aut- ßeilen lasten Auch der Umstand baß in der Dar­lehen «Verträgen bi« DcurJunbung der (Tene^ad- gung zur Darlehensauf^''lne durch ne Ge- meindeverirerung und diejenige der Genehmi­gung der Aufsichisdehvrk. zur Rapitalaufnabme aufarnommm u*urb. tprt4)( Dafür käst die Ur­kunde in eiter cin&ett: ch ' Form alle zur Ve ariinftung der Schuld rrforderiichr i Tatsachen beweisen, mithin auch hen Gbaraftcr eines Schuld- schein» haben foPte Liegt aber eine Schuldschein tn Sinne bei 6 30 Ab« t 3 Dee X beabto* fungigde^e» vor. ro tritt bekanntlich tm Gegen- 'atz umi A.':-.7'u!-.a«g^eS eine Xiftt-c-'-ng frat

lehen kann dr.e Aufwertung nur gJtenb ge­macht werden, wenn sich Der Gläubiger bei der Zahlung fdne Aechte Vorbehalten hat 2Beim aber die Hessische Lanberdypc'kckenl'a - k seinerzeit In der Inflation ausdrücklich die schriftNche Der- zichterklürung gegeben hat. dach sie be einer Aückzahlnng mit einem Dufgclb im n.cbdüdben millionenfachen Dtfrag der Schu'5 auf alle wei­teren Ansprüche auS der ®fiDenfr<riunq ver­zichte. so hat he damit auf jeDen Fall sich be« Aechte« dieses Vorbehalic» begeben St: Hin­weis der Dank, dost es sich hier um den Deft.inb- keil eine« Vergleiche« im Sinne be« 5 67 des Aufwertungsges.tzes handele, ist gegenstandslos, da die Darlehen der Dank an die Gemeinde i. Wie oben ausgefuhrt. unter ta« Dnleibcablöfung»- gefeti und nicht unter das Auswerl rngsgetetz fallen Schlirstlich fei noch Darauf htngewielen, dnst das Beftrebcn der Bankinstitute, die öffent» lichen Darlehen der Gemeinden au« dem An- leiheadlösur.gsgesen zu verdrängen und unter Da« Aufwenunasgefctz zu stellen eine völlige Ver­kennung der SntftebungSaeschichte her Vorschrift des st 30 Absatz 3 des Anlethsoblösunasge'ene« bedeutet. 3n der D grünbung zu Dun Gesetzent- Wurf heistt es. .Hine Behandlung des Schuld- scheindariehen« nach allgemeinen Auswertung«. Vorschriften würde gerade die kleinen, leistungs- fchwachen Länder, Gemeinden und G.meindever- bänbe benachteiligen. Denen Der Ani ihrmarkt verschlossen war und die daher auf diese Kredit­form angewiesen waven."

Die Aeichsregierung Nest dazu tm Aeichstags» ausfchust noch auSführen ."Denn man Diele De- stimmung aus Dem Gesetz entfernen wurde, so würde Die Folge fein, dah gerade die leistunaS- schwachen kleinen Gemeinden, die im Frieden für den Anleihemarkt nicht kreditwürdig gewesen seien und infolgedessen vor allem für Derartige Schuldschemdarlehen in Dekracht gcfom;nen loaten, auf« äusterste geschädigt und in ihrer Enstenz arsährdet würden. SS müsse daher unbedingt an Vieser Deftlmmung festgehalten werden." , Aus» schustbericht S. 9 ) Daraus erhellt, wie abwegig es ist. fetzt nachträglich mit allen möglichen juristi­schen Kunststücken da« vom Gefehgeber Gewollte wieder zu Fall zu bringen.

Angesichts Dieter Rechtslage Dürfte es Im 3ntercHe der beteiligten Gemeinden und Greife liegen, wenn sie den von der Hessischen LandeS­

Hhdothrkenbarck geltend gemachten Aufweriu-gs- anfpruch ablehnen und es auf eine hdchstr chter- liche S. :'ch^>^ g anfemreen laflen.

Die JuiaHigfr: des »rDe bchen Aechis- weges wäre m Hinblick auf ft 1 Der chc«stich. Drivrdrung über Die XlMung der Start- anleihen Der Hessischen Semeinbei unb Ge- meindeverbände und cii-eter öfsentl ch-rochtlicher ff?r^ertSahen vom 6. 3ufi 192? zu beffrvm

Aus Der Provinzialhauptsta-l.

» irsten. Den 30 2kai 192:

Die Anwarlschast in der (Errocrbslofenfürlorge.

GrwerDslv'enunierst auna sann nur bez ehen Wer in Dc-i letzten zwott Aonaten vor Eintritt der 11 ntrrtüraingabebüdhgfd rnuidesten» Nv. Monate hiedurch .tue krankenverticheri Ispllich- Mar oder angrtzelltendertiL erunesp'l cht s'- D -

.1 h-'

werden nach Der Verordnung zur XMt'Derjng der 4. AuFiuhrungsvervrDnung zur Veroidn^i i c.'vr «Jrwerbsloienfürs arge vorn 27 Ort 1026 bflTlmrrtr Fetten von hir^riWiger Arbeit von Ärar.fbr: nicht eingerechnet, d b Die Frist a-rd um diese 3mten verlängert 3u der Verkürzung tonnen ieibstDerstän: ich aber nur solche Feiler "'rwandt werden die innerhalb der zwölf ?H o natc liegen denn fönst wurde die V.R tat­sächlich so gut wie befeittat, weil wch! feder flriDerbelüfe im Laufe Inner Arde i.sosi tke' Wiederholt Jeittn von kurzfristige XrX- t o>e ff rankbeit durchmacht Die er alsdann fämtlich zur 1'- rlängeruiig de Frist verwenden könnte Gs ist aber klar, dast Di.-S nicht Die Absicht der Verordnung fein kann Vielmehr sollten n.ir solche Zeiten auhcr Anfatz bleiben, d.e in Die />wöll- mrr.atgfrift selbst fallen. Dies ergibt ich schon au« Dem Worte .emrfdfrnen". Ss kann aber nicht Ausgabe her Erwerbelofenfurtorge fein der - fmten m Furforgi zu nehmen, die mit Dem Arveitsmartt zuletzt fo wenig Derühmng gehabt haben, dast sie in zwei Jahren (FwDlfmrnatofrist zugleich edensolanger Dertong.rungc zelt» h nter- eininder oder mit Paulen nicht einmal drei Monate lang eine krankenver'tcherunaspstichlsge oder angestelltenverficherungspsfichtlge Deschölti- gung nachweisen tonnen

Das Minderheitenproblem.

Qinen sehr lnterestanten Donrua über das Minderheitenproblem bot bttffr Tage der Verein für da» Deutschtum im au-, land in Der Neuen Suia Der Unioftfltät. fflt ff eb­ner war Pastor Schmidt - Dodder au» Ton- dem in Nordsch.'erun.i gewonnen worden befannt al» fföneorbnetcr der oeutschen Minderheit im bärri- scheu tVoIhrtjing.

2n ansprechender Welse wurde der Vortrag von Darbietungen De» Siebener Orchestcroereln» um­rahmt, die zu Anfang die Ouvertüre zu Oberon von Weder brachten und mit dem 2. Sag Andante der S-chaydnichen Symphonie mit Pauken'chiag schlosten. Nach einigen begrüstenden Worten des Borsitzend<n. Etudienrais Dr. M o n i g, bezeichnete ein Vertreter Der Siebener Studentenschaft in begeisterter An­sprache Die chochlchulc als geistige Führerin für da» Deutschtum im nu:lanb und erflärte ihr Eintreten für Die ffultuvgemeinfchaft der deutschen Bruder als Weg zum oorgesieckten Fiel dem einigen Srost-

3n Dem Darauffolgcnben Vartrag gab Pastor SchmiDk-Wodder einige lehr wen volle An regimgcn zur Frage Der Minderheiten Nicht eine nur deutsche Frage ist es, so führte er au», son­dern eine allgemein europöischeo Problem, da» des­halb um so dringender einer Losung bedarf, als c»

Droht ganz a tc*r~ U di ngen Lercht

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htir die- I. > richt nut brr ffneg aller

u< >i« > Der . ubar-eiten reu Dec

prahl .*«! llnmoai^t».« i,.cht zun Senat ähren D e eidliche unb al» Vebenpriement unbedingt not- re 1 c; * .:v ci;..u uns t>.*it würtzr ' -bien 7rotzd.i Xi> b t Idee de» National- - atf. a mj al» LberutunDenee Liandp nrt ab ae T<tben: ton Voll tan-t nd ieinet bergan*

ii Io e» lieg! euiMi» Sroste» tu dem ®< bar.*c n. Dast ein GW'i stch tm u*o<n(u4>cn ausdaut

> i . SlTah nhiVolke», ffur Der kenn Da» Pro blrm Der SR ibrriftetten oan» e iahen, bet e» von Vr Gelich! Nn au» voiachlei 'em slaatt chen unb Dem »jlftüben. Ul» ^orstcheiit laue e» wohl onaf\bcn roerX-. menn Dir otauiea sich al» Bor ; i.iii) Der f r u . »en enden : >lker suhlen abrr e» beöe; i<t * r f Sf' Dr. Die au» den Worten De»

me i er (an Die Deut*chen^inberDelm flnö nur Dazu Da. um aufge*i>*<n u werden', h» ist breDalh nur eine .'nrDcruna bei l.eber nolwei.digkei! wenn DieW Drrhoten uilturel'f tit-ronaoiu verlangen 81# votkrte i u'bt c» tetzoch ubcrfw.ipt trtne Blinder beiten if de. 'chen M ndeeheiten sind Ungehörige De» giof en deuiichen t olfr» und iwr oft beruht ei ' -. . .lut; - er Kultur, -r ner Energie gerade auf solchen fogenvinnten Minderheiten. Man brauchi nur c.i ffu r.jmen und D < £ ehenbucaet Eachlen >u denken. ?<e feinen ,"adeu. Die Die im fl.iei.inD mahnendni Minderheite > immet und immer incDet mi: ihl- r fte mol rerburöen haben, angen letzt nach Dein Sn<a m der an. and rs <i1p früher, stchlvar zu werden Ball früher Nordlchleawig alt- fe nn brach- leier Winket so ist e» jetzt cm gern besuchte» Land Lilin. Tiroler. Bt'naur Schwaden unb Sieben barster «achten kennen e# und st ruhen Die schick^ al» gen asten. (Ein Tirom Deuiichen Heben# rauichi durch alle l'anber bei'scher ,iunge, tiefer und starker al» in Den Seiten b* . Frankfurter Parlament». Sw Frage we inb wir" bringt cm Besinnen auf Die dcuftchc Ge'chichtc and jeiat so reiche und nesc 8n atze Dust e» sich lahr.t. für Die Zukuntt tu leben. Da» deutsche T.'P-.-luO kommt imc><r zur Macht um Lotte, und da» deuische Buch erweckt die im stillen rrnschenden Äröfle ZU neuem L'ebcn. 3t aber Da» Bollsprobiem von innen heran» gelöst, dann Darf man auch Er- schemungen dendach'en. an; die bange Frage der dänischen Beovtterind in 'ffordfchle»wig. Der Ober- chlcfier und Der (Bettete De» polnischen tzarndor». ob Ihre jetzige wirtschaftliche ffot nicht vielleicht ein (Ergebnis der Voolöfung oom reutfdien ffetch tsj. Tic Frage Der Deutschen Lukunft aber ift eine solche De»

Man kann zerbrechen, aber auch wachsen an diesem Glauben Und immer, wenn deutsche Brüder oom ?Tu*lanD in Die deut'che Üuft treten, suhlen ste al» etwas Greifbare» Diesen jesten. stolzen (Blouben an unsere 3ufunft und ba» reiht sic hoch.

Uns 3nl an DD cutfd)en aber lagt da» (sirenz- und ÄuslanUcutichtum. wa» eigentlich Volkheit Ist, und Darum danken wir ihmi

IBiebetbelebun g her Vauwiri­sch a s t durch steuerliche Veaünstiaun- g e n. Der Hessische Finanzminister Hai auf Grund de« bestrich.n AuSsichrungsgesct'es zum Finanz- ai^aleich-Lesetz vom 27. ?!Tiiri 1924 bestimmt Doynung-neubauieii die im ffaler.öcrjuhr 1927 begonnen werden, bleiben für ba« zur 3eit der e i d für die näd)ltlolgai- ben fünf Aechnungsjahre auf Antvag grund- steuerfrei. entsprechende« gilt für ben verhülttiis- mühigen Dell der Grundsteuer von solchen Neu­bauten. die nur zum Teil Wohnzwecken Dienen. Sin Vau gilt in diesem Sinne als begonnen, nenn mit der Ausführung be« Mauerwerk« nn- gefangen würbe. Das bebaute Grundstück wirb wckhrend Der Dauer der Steuerfreiheit des Aeu-

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Copyright dy Äugust Scherl (B m. b. f).. Berlin.

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<>dn*n Sie sich auf!" rief Der andere gereizt ..cie kosten mich sowieso sthon genug! Venn Sie nicht Inifer auf 3hr Geld arfxoeben, so oerttenen Sic nicht, welche» zu besitzen. Jeder Dolbrocg» intelligente Mensch hätte erkennen müsien. datz es sich um einen Scherz handel»!"

..Einen Scherz?" wiebetcholte VNtz mit unsicherer Stimme.

Der Herr oom Theater ober ging, seinen Stock schwinge id. von dannen.

Blitz erwachte froitelnd nach etner Nacht oft unterbrochenen schlechten Schlafe». Seit zwei Da­chen hatte er nur hier und da eln paar SchiUmoe oerttent, und Die einundllinfzia Tage. Die noch Di» zum Jahrestag feine» Besuche» bei Dr. flldrovd fehl­ten. schienen ihm eine unüberbrückbare Kluft.

(fr litt setzt nicht nur selbst, sondern auch für France». Sei! längerer Zeit halte er sich nicht mehr in ihre ffähe aewagi. und Die kleinen fröhlichen Brie e waren Ihm inuner schwerer geworben Cr ballte Die Fsufte in ohnmäck,tigern (Brimm Da hörte er feinen Namen, und unbewutzt lauschte er.

Seine Nachbarin im Nebenzimmer, Die draa eine» Dertmeüter» in einer Druckerei, sprach mit feiner chiuswirtin.Wenn ich nicht Da» andere Zim- mer Haden kann Frau f>eath. Dann mutz ich Ihnen eben kündiaen. Mit Dem unb Den grotzercn Mmbern habe ich hier nicht Platz genug. Der |tinge BltJ nebenem kann doch leicht wo anhers unter- tommen."

Er horte auch Die Antwort seiner chauswirnn '-hrc ruhige, müde Stimme schien ihm einen neuen Ilana ju haben.Ofa tut mir leib, Frau Mapvin. vielleicht warten &.< doch noch eine Woche Der junge Mensch hat keine Arbeit gehabt unb ist nur etrrm Geld lckuckdia. Ich möchie ibn nicht vor Die Tür fetzen. Er ist sicher für etwa» Basiere» erwgen worben jeder kann Da» auf Den ersten Bück

sehen, und mein seliger Mann hat immer gesagt, ein junger Mensch Der einmal obdachlos war. ist nie mehr ganz Derselbe."

. ..E» ist mir ganz gleich, wa» Ihr seliger Mann 'gesagt hat. Wenn ich Do» Zimmer nicht bekommen kann, so ziehen wir am Samstag au»."

Frau chealh» Entgegnung war nickst mehr w ver­stehen. Blitz erhob sich. Balo Daran» trat die Wirtin ein unb brachte ihm mit freundlichem Krüh das Frühstück. In ihrem Gesicht schienen die Spuren ihre» langen LcDei,:kämpfe» deutlicher sichtbar al» sonst

.Alben Sie mir nicht» zu sagen, Frau cheach?"

.Mahrfchrinlich haben Sie alle» gehört? ff ein, ich hohe Ihnen nicht» yi sagen."

..Ich werde Ihnen h<u:. bezahlen, was ich Ihnen schuldig bin, und er wird besser fein. Sie geben Den Leuten Das Zimmer. Ich kann leicht ein passendes Unterkommen finden "

.Al» tut mir so leid, eie zu verlieren, Herr Blitz. Aber" Ihre Stimme sickerte ein wenig.

(fr nickte ..Ich verstehe' Sicherlich ivtrt).* ich später einmal wieder zu Ihnen zuruckkehrrn können.'

fll» sie «gangen war stand er einen Augenblick piij fliU. Dann cerzehrte er (ein Frühstück, holte

hinein unb Die wenigen Toi'etteartikel, Die er brtatz, und stieg mit Dem jfvss.'rch.n in her chand Die Trepp- hinab Aus Dem Gang begegnete ihm Frau f)eaih

- eie haben doch keine Angst, Detz ich Ihnen Durchgehe'" fragte er lächelnd.

..Nicht im geringsten."

Wieviel bin ich Ihn« eigentlich schuldigJ"

»flchrundzwanug Schilling und feehs Pence. Und wenn ich keinen t'-enn» mehr D?..,on (ehr, so mach! e» auch nicht». Ich will Sie nicht weg'chickcn, Aerr Bhtz. aber wenn ich Die Mappins pcrliere, so form Ä meine eigene vNete nicht «ifbringen E» sind echte .Seiten", schlotz sie mit einem ceu»vr.

Blitz streichelt.- ihr Die chand unb umg wortlos hinaus Cr mn:i zur nächsten Vfandieihanstalt und versetzte all« ferne armselig« -ade mit flusnattr e Der ffleider. Die er am Ueibe trug, für Dveitzia Schilling Dann kehrte er in ferne bisherige Wohnuna zurück

(Beben Sr« mir butt achuehn fleuce zurück. Frau chcath Und machen Sie sich ferne Sorgen für Die Zukunst. ich habe so eine flhni rq Do* das neue Jahr 3ffnen Gluck bringen wird "

Sie löchette matt, wühren) sie Das Geld nach- zahlte.ÄUes, was ich mir noch erhoffe, ist, datz ich cs nod) ein paar Jahre aushalten kann, bis ich Die Kinder so weit habe, Datz sie selbst etwa» verdienen tonnen. Und Dann werde ich wohl zu müde sein, um noch an mich ober an irgendwen ju denken. (fs tut mir leid, datz Sie gehen, .'Herr Blitz ich kann Ihnen nicht lagen, wie leib!"

..Ich komme ja vielleicht wieder", versprach Blitz. Er schüttelte ihr Die -and unb schritt lächelnd Du Strafte hinunter. (Er war erfüllt von dem (Hedanken. diese verhärmte, gucherzige Frau von ihren Sargen ju befreien. Darüber oergatz er ganz, wie schwer seine Fütze waren.

Dann überdachte er seine Lage (Fr hatte einen Schilling und sechs Pcnre in der Tasche unb keinen t'Ioji, wo er schlafen konnte. (Fr versuchte es in einem Sreilenoerrntttlungsbureau unb verbrach!, anderthalb Stunden mit einem oer,geblichen Wen. Der flbend kam. er hatte eine unzureichende Mahl- Jtit gehabt, aber tro' öem hotte er nur mehr einen Schilling übrig unb «ühsle sich sterben-matt. (£r bitz Die x3ahne zu'a nmen und ging m ein fjcim für Obdachlose, zahlte sech» Pence, nahm seine Scksta' farte und warf sich auf eines Der Seiten in einem langen, labten ffaum, besten flnblick ihn schaudern machti-, warf sich nieder und hn"t.' zu schtaf-m. , Sin oder zwei Stunden gelang es ihm auch Dern- erwackstc er und blickte um sich. Die Lutt war un­erträglich. 6r kleidete sich mit Nam.nen Warben an unb eilte hinaus. Der Kontrolleur vlickle hm voller SenDunbcrjnq nach.

Der erste Atemzug. Den er in Der ff achrtühte tat. sdsten ihm Der herrlichste Dufi. Den er je genoRer Dann überkam ihn Die Müdigkeit. (Er letzte sich in den Anlagen auf eine leere Dank, umiaftte Die ff I mit ben Armen unb schlief auf der Stelle ein

Ä19 er erwackste, waren seine (Blirt.r steif vor I Kälte. Mechanisch ging er wieder zur Steaenr<rmm ! lung. 20» er Dort an kam. schlug ein I^nge eben eine frische Änfünhigjng an ein Brett Blitz las, und sein Herz begann rcridxr zu pochen Sieben Dmnibu Lchauiieure wurden g. ucht man sollte sich unoer zügstch an Das ^crfonalbureeu her ße^eU chist we.i Den. Wann Der hinter ihm ftenb. machte 'chleu nigi't kehrt uni> rannte davon. Spornstreichs »olgtt ihm Blisi. E» waren Fünf Rom vor ,hrn. ast rr Das Bureau erreichte.

Der Äu'seher sah seine Zcugnisie durch und zögerte.f)abrn Sic je einen Ömntbus gelenkt?"

Noch nie. Aber ich bin mit allen Alten von Personenauto» vertraut und würfle es, glaube ich, gani gut können."

?cr fluiseher füllte einen Zettel aus.Da» ist für Ihre Probefahrt. Der Probe-Omnibus ffum-

Oreen und zu ruck und erstatten Sie mir Bericht'" hilft sand Den Dnmibu» und einen iympachisch aussehenden Instrukteur. Seine Hönde vebten, al» er Den Führersitz bestieg.

./.'für nicht nervös sein, junger Monn!" hörte er Die freundliche Siinnne seine» Begleiter».Er ist leichter xu lenken, als er au »sieht. Man Darf nur Die i^.rr chait über ihn nicht vertieren."

Hilft blickte ihn dankbar an . Die Straften waren noch halb leer, und er fahr nach (8older» Green und zurück ohne Lwsichenfall. Der Instruk­teur unterschrieb Den Schein, und er brachte ihn dem Ä.ifieher zurück. Um neun Uhr war seine Lizenz aus- QrfleUt, und er fuhr sofort mit einem Dmnibu» Io», seine ffoute war von Golders (Brent nach Da- frrloo, eine Entfernung. Die er sechsmal an Dielem Ta. e ordnungrgema'-, zurucklegte. fll» er nach der letzten Fahrt rom Wagen stieg, war er glücklich, nenn auch seine Augen angegriffen und seine Fin­ger steif waren.

Er ging zum Aufseher .Ich habe oergesten, zu fragen, was ich an Lohn bekomme "

Sei Mann lachteÄlle bas gleiche Sech:unb- Dreiftia Schilling. Die (Bekbstra'en sehen Sie dort anne'chlagen."

Wurden cie mir wohl em paar Schilling oom Lohn Der ersten Woche oorschletzen?"

Der Huhebtr sah ihn nachdentlich an. Schi'eftlich giftVr in Die Tasche. ,Da haben Sie fünf Schilling, jt-ngrr Mann! Die mutz ich Ihnen von mir au» I hen. Es ist gegen Die ffeqrl. L'rrichiisie zu geben."

4 werde e- Ihnen nickt oergesten "

. Ich far.D e:n kleinem nmer tm lenlen Stock wer! fme. hc rir» tn er .'tul e Der OrtorMtrafte, und Dieie Nacht schlief er so gut. haft er am Margen Den «nzen Weg im Lauflchr'i zu rücklegen mutzte, tun -acht zu spat zu kommen. Wieder führte er denselben Dn r bu» unb betrachtete bte Straften von London mit ganz anderen flogen als je zuvor.

florttefcuno fGlat.1