Nr. (00 Zweiter Blau
Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhrfsen)
Samstag, 50. April (921
doch die Aussichten, daß hie künstliche Bildung von Helium doch noch gelingen nwrbc. ganz aubervrdemlich gering Der Versuch war allo, im ganzen gcfeoen. ein Fehlschlage aber wie immer. fällt selbst bei solchen nicht nach Wunsch Dtrlaufenen Versuchen doch manches immerhin nicht wertlose Tebenergebnis ab. De grvhe Dedeinerung des Heliumnachwe f es. Ne 6nt- bedung des merkwürdigen Verhaltens des Glases bet der Ausnahme und der Abgabe des Heliums, tmd tchsießlich auch die grobe wissenschaftliche Ehrlichkeit. m:i der Paneth Ne Möglichkeit eines Irrtums einräumt. ehe er von anderer Seite daraus aufmerksam geworden ist. tonnen als dauernder Gewinn gebucht werden.
Aber mit der Atomverwandiung wird es tpobi lür lange Zeit vorbei fein: denn auch Ne Arbeiten von Wiethe und b.e gletchzeittgen des Javaners A a g a o k a über Ne Derwanb- iung des Quedfilber* in Gold haben zu keinem greifbaren Grgebnis geführt Der Traum, die Clemente nach Belieben ine.nanber verwandeln oder gar die ungeheure in den Atomen ftedrCe Öncrgic nutzbar machen zu tonnen, wird allo oorcrt noch nicht In Erfüllung gehen.
Keyserling-Woche in Darmstadt.
Der vierte Tag der Kevkrling-Woche brachte am Morgen einen zweieinhalb stündigen Vortrag von Professor Dr Mar S ch e l e r - Äoln über die Sonderstellung des Menschen. Dor gebildete Surv- pLer kommt nach Prvfettor Scheier von drei Seiten her zur Anschauung einer Sont-erstellung des Menschen, und zwar durch die Glauben*- übedidemug l Adam und Gv- von Gott ge» schassen), durch den der griechi'chen PhiloSvphre entstammenden rationalen humanistischen Gedanken (der Wenfch vermag Ne außer chm bestehende Wirklichkeit zu begreifen) und durch d.c Äaturwiffenschaft fber Menfch ist d e höchst ent- wickelte Stufe des Tierreiches'. Gegenüber diesen drei Lehren die 'ich gegenseitig aus'ck.l ehen. st eine einheitliche Lehre zu fordern. Scheier stellte außer Meter Forderung Ne Frage, ob der Mensch
in ähnlicher Gegensätzlichkeit zu den Taturreichen stcstt Vie diese i Tierreich. Pflanzettreich. Mineralreich' zueinander, und ob der Mensch eine Sonderstellung zum Grunde aller Dinge einnimmt. Der 2tebner untersuchte zur Beantwortung die For vn. aus denen sich die seelische Welt aufbüul. ör stellte Ne folgende GnttouLungsreihe von der Pflanze über das Tier zum Menschen fest dJtaiifdjer Gcfühlsdramr Instinkt, assoziatives Gedächtnis, praktische Intelligenz und als letztes Geist Scheler weift dem Menschen insofern eine Sonderstellung zu als er Deltofsenheit und Gegenständlichkeit des Denkens besitzt Der Menfch ist gegenüber dem Tier ein aSketifches Welcn. Gr Ucht der Dell kontemplativ gegenüber, vermag sie au ennoidlichen und Ideen zu erfassen, die unabhängig von der Welt sind. — Graf Keyserling bezog sich am Tachmittag in einem Vortrag über das Thema .Der erbgeborene Ge st auf viele Darlegungen der Vorredner, insbesondere auf Ne von Professor Dr Scheler. Cr erläuterte io ment sich Begriffe wie Mythos. Logos Ethos, natura natura ns, natura oaturata und Mag> und wies ihnen eine eigene, vielfach von der üblichen Auffassung abweichende Deutung zu.
Frankfurter Theater.
Auf Ne Schlageroperette und Schlagerrevue rst auf der CpcrrJenbübne am Sichendeuner Turm 5tarx Lehars .Paganini" gefolgt Allo nach längerer PauSe urieber ein muflkalifch ernst- zunehmendes Derk. Ss ist die letzte Arbeit welche der allzu früh dahingegangene .Komponist auf die Aachwx.t vererbt bat Paul Knepler und Bela 2 en dach Ne Librettisten, haben sich sreilich nicht al Lau* ehr mit dem Tesst der HanNung an- geftrer.g?. ee ist sehr amourö'es Äatntd aus fx-rr .kapitclreichen" Leben des großen Drigrr- ton.gs welches Nc Handlung zufammentzält. Pa- gar/r.i feil ’.i Lum spielen, der Fürst verbietet das Kon-ett. Ne Fürstin aber, sie hat Paaanirn ou« einem Iagdausflug spielen hören und kennen gelernt ist ihm mit Haut und Haaren verfallen.
besteht darauf, buh da» ftonsen stattsindet. Sie ist Maria Anna Gsisa. Ne heißblütige Schwester Tapolevns. im Lause des Spieles zeigt es sich, bah das Furf'.cnpaar von Lueea und Plomdtn» starke musikalische Qleigunaen hat (Br verehrt Ne ftunft in der Gestalt der Primadonna Bella Gi- rettl sie huldigt der Kunst in der Gestalt des Aicolo Paganini. den sie zu ihrem Hofkaprlk meister ernannt hat So ginge alles ganz schön, wenn nicht Aapeleon. der grobe Bruder in Baris, von den Affären leinet schönen Schwester hörte. Gr beordert Ne (Intferming ober Verhaftung des geigenden (beliebten. Sine von Nr kleinen Bella Gireit,. Ne ebenfalls in Paganini verliebt ist. angezettelte Intngue tut das ihrige: Ne Fürstin ist gewillt, ihren Liebling verhaften zu lassen. Doch fein hinreihendes Spiel besiegt ihren 3om, und zum Schluß folgt Paganini au» eigenem Antrieb dem Aal feines Impresarios Bärtucci. er läht von Fürstin und Sängerin, ssieht mit feiner Geige ütirr Ne Grenze, um nur noch der Äunft zu leben (bis Ne nächste kommt fj. So weit der Inhalt. Ne e was dick auf getragene Liebesfuhlichkeit wird durch Ne Mufck Lehars genießbar. Die eins allreiche Instrumentierung und Ne von starker Musikalität zeugenl-en Duette geben der Operette einen säst opernartigen Ausdruck und umrahmen klangvoll das Werl. DeS der Operette läng# oorangceilte Lied Paganinis .Gern hab ich Ne Frauen geküßt" brach e ber- arttgen Beifall, dah es dreimal wEderhoit a-er- den muhte Die Abführung unter der Leitung Adols Wiesners (Dirigent: Fritz Kehner) hielt sich auf gewohnter künstlerischer HöN Willy T h u n i s - Paga-in, und Inge van Heer- Fürstin tragen da» Opernhasie ihrer Part e vorzüglich. das Ne beiderseitigen Sttmm'tel cus- geze:ch.-.e: zur Geltung brachte. Lisa Aadv war eine kapriziöse, versiebte, kleine Primabvnno und der stets vorzügliche Dustov Aothe-Torey ein eben1» vettievrer fürstlicher XanmerDodle'.;r. Der Abend zog fich oek>euter.d in Ne Länge ohne dah d.es die Beifallsfreudigkeit des Pubsikum» beeinträcheigte. L W. \
iveftetreichs Anteil an deutscher Kunst und Kultur. Bon G. Stiftung*).
Ernste zähe Pflege ihrer geschichtlichen Ätd- f«Mteteü*6a|l gehört heute zu den dringendsten Ausgaben ;m Derlehr Deutschlands und Ortet- reich» Di< Grkenntnis. dah w.r uns immer wechft.Siüig ad örter: haben und dah bu eigen* tstmliche. durch ihre Vielgestaltigkeit reiche Kultur des deutscher- Volkes ohne dieses Iusammen- etrfen nie hätte entstehen nie ihre Te.thellung hätte errtagen können muh Immer mehr vertieft werk-ei. Auf N~m Boden dieser Äultur- gemeinfcha't »ar stets ein Geben und Aehmei
Zu allen Zeiten bat bet deutsch? fterreichischr Ctaai.T Güter von bleibendem Wette dem Äul- turbesi» der Aation zuadührt gerade deshalb Dell toter das Künstlerische n cht Auswirkung de» Getstiaen Grtzßeils einzelner, sondern Gabe des mits «ha ff en den Volles war. dellen Individualität, durch ununterbrrnchenk Aufsaugung anderer Gle- »ente entstanden das ursprünglich batuvarifche Voll »tum veränderte und Tlewi mit Altem verbindend dem Beharrnngs- und Anpasfungsver- mögen immer reiche Ideen und Gefühle aus Landschaft und Völlerrettehr zu strömer, lieh. Deiche die ererbten Fähigkeiten erst recht zur •nifaltung brachten
Durch seine geographische Grenzstellung und pvllttsche Sendung war der Ostmarkdeuttche ge- iBningm. Fremdes dem eigenen zu verdinkan. es zu nationalisieren und dem ge.stlgen Vesitze des ganzen Volles zu vermitteln. Ist Ne öster- teichifche künstlerisch« Kultur allo immer eine Erscheinung durchaus persönlicher Att gewesen, so war sie doch stets in allen ihren bobenstän- big en Aeuherungen ein wesens verwandter Teil des Ganzen So in der skhöpierisch aufstrebenden Babenberger»« ii in ihrer bildenden und Hand- Detkllchen Kunst, in ihrer vollstümsichen Dichtung der Sänger und Vpielleute. Vie in Be- Dahruna und Bearbeitung der alten nationalen Poesie In der großartigen Grscheinuna Wallers von der Doaelweide mit feinem Berhältnisie zu Ta tut und Menschentum und tm politischen und eatlonalm Kampse Oder in der Lokalkunst Salzburg». die weil in die Alpenländer eingriff und in der guanitlattp und qualitativ außerordentlichen Leistung bet göttlichen Gvoche Der starke Anteil Oesterreichs an ber blühenden Donau- schule Ne heute Ne vissenfchastt che Forschung so lebhaft beschäftigt. zeial wie lebendig und von welchem Ginsiuß das Kunftleben ber Donau- dentfchen gewesen ist Ist Oesterreich auch nicht eben statt bedacht mit Werker, der Renaissance, so darf doch nicht übersehen werden, Vie in Waffimillans. des Geistesverwandten eines Durer und Burakmair Auseinandersetzung »wischen Altem und Timern das Amgen der Ittt ftzm-
bvllsiett ist.
Zu den merkwürdigen Schicksalen Oesterreichs Cött. dah ein so tt es aufwühlendes schmerzliches ignt», wie die Gegenreformation war, welche fo viele Werke der Kultur vernichttt hat. zu- aleldb zum Ausgangspunkt einer auch Im nationalen Sinne unerhört fruchtbaren Spoche künstlerischen Schassen», der Gpoche des Barocks. wurN. Oesterreich war es. das durch feinen todesmutig fanatischen Widerstand ata en bl« Türken damals die gesamte deutsche Kultur vor den, Untergang rettete; es baute sie neu auf und schuf unvergleichliche Vorbilder. Volksgcfühl und stverlieiette Kunftübu,^. Ahythmus und Sinnenfreude trafen hier zufaimnen in der alten Gin- Helt von Farben. Formen u;tb Töven. Auf- nehmend und verarNilend. was von außen kam, aenalteten Fischer. Hildebrand. Donner. Kranbauer sowie zahlreiche FreSkvmaler und Kurst- randverler das Barock zu einem deuttchen Kunst- ll von außerordentticher Kraft. Gröhe. Tiefe und Gigenart
Auch in der Zeit der Aomanttk, Nr Aeu- renalffance und in der modernen Kunstbewe- gung ftlar.gte Oesterreich höchste Bedeutung: Ne alle Wacht ber Tradition. Gefühlsleben, musikalischer Sinn, pvttifche SrfaSsung von Tahir und Volksleben, die instinkttve Gegnerschaft gegen Spekulation. Dialektik. Aattonelismu». die Sehnfuchl nach dem TranfzenNnten empfängt
e) Der .Deutfchen Einheit". Mitteilungen btt Oesterreichifch-Deuttchen Arbeitsgemeinschaft entnommen
hier neues Leben. Gs ist Um Zufall dah brr. grvhen strengen Weistern Bach und Händel in >rt erreich Wozatt Haydn Schaben «oigten. Beechoven hier zur höchsten Or.r altung Inner tttomichen Kraft gelang:«, dann hier Lanner und Sttauh lebten und etrtlen. Gnllparzcr Tai- munb. Sttller Trttoo. Anzengruber Ao'egg.r Moritz Schwind. Josef Fuhnch Tubol« Alt. Wa'TmrüUer. Wakatt rrflanbe Tut ganz na- rurgemähe Auswirkung ursprünglicher ererbter Fähigkeit ist es. dah Ne Teubelrbung der Kunst und ein gut Teil der Führung Nr roNrnen Werkkunst bei Oesterreich ist. auf dessen Toben Otto Wagner Gustav Klimt. K. Moser. A Boiler und I HoSsinann als kühne Erneuerer de» Schassens auf traten und wo die letzteren mit Hanak und Stmaö noch heute wirken Und ist es ein Zus all baß so vielt Künstler aus dem Südwester, und Torben Deutschlands tm Dien bes 1Ä. und 19 Jahrhundert» erst <ur vollen Gnttallung gelangten wie Füger. Krallt. Fern
war dah sie alle geistigen Potenzen. Nr Hermat hätte voll ausnützen können. T*rie wcttvolle Menichen ginge ins trttndlprach.ge Ausland, wo 'w nicht .-Tuner Nm nct onaUn Leden erhalten werden konnten. Sehr vrele glu^ . chcrwe.fr in das stammverwanktc Teich wo man sie srtr norwenkig brauchte. Aus btm Gebiete der Willen^chatt fand immer ber regste Dech'ei- verkehr ':att D.e Zahl hervorragender Gelehrter. bk vom Deutschen Reiche nach Oesterreich kamen. hat sich vor dem Kriegt le großen und ganstn mi: jener Nr von dort übernommenen östtevrichischen Äräht bw Wage aehasie, Seil bem Kriege nimmt die Ab- und TÄd- wanderung von Oesterreich nach Deutschland freilich IdNr immer mehr zu. neue Ginwanderung stände Ort erreich» De Abfchsiehung Oester- reiche vom unmittdh^ten geistigen Verkehr mU Deutschland nimmt beN-nll,che Formen an. zum Schaben der Gesamtkultur Tur die Künstler von
Stützt das Deutschtum im Ausland!
Reichspräsident von Hindenburg:
..Du Pflege de» Volkstum» und der kulturellen Zusammengehörigkeit eit bcu Dolfegrnofkn im Uu»land Ist ein unoeräuhettlche* Recht und hohe pssichi jeder Tlafion freue mich. fefWrten zu können, dah da» ftbcrpartrlUdx ftulturrecrf N» »Verein» für da» Deutschtum Im Ausland" bei unseren Volksgenossen immer mehr tlnflang und Unlerfhißang findet, und hoffe, dah Nr Verein noch weiter wachsen und gcflärft werden wirst. An der schönen Aufgabe N» Schutze» der Deul- scheu Im AuolanN und Nr Pflege deutscher Kultur mllzuhefsen. ist Pflicht aller Deutschen?" (
Reichskanzler Dr. Marx:
„3n richtiger Crfennlni» von ber Bebculung der KufgaN. da» deutsche PolfMum In allen Idirn Nr Welf ju erhalten und fdne kulturelle Zu- sammengehärigkeit mit dem TRulterlanN zu p legen, hat Nr Verein für da» Deukfchkum Im klurland seif langem vorbildliche» geleistet. Wöge diefer tlrbeit auch weiter Erfolg und Segen und immer weitere» Drrfläubnl» in allen Tellen de» deutschen Volke» befchieden sein."
Reisauhenminister Dr. Stresemann:
„Da» deutsche Mutterland und da» kiu»Iand»drukschtum find kulturell >. unlrranbar miteinander verbunden und aufeinander angeroiefen; da» Schicksal N» einen Ist da» Schicksal de» anderen. Daher verdienen alle Begebungen, die darauf hin,leien, da» bdbe vereinigenN kullurellt Band fester zu knüpfen, die J6tbtrung aller Idle de» deutschen Volke» 3n diesem Sinne begrüße ich auf» wärmste die Arbeit N» Ber ei n» f ü r da» Deulfchtuni Im Ausland, insbesondere aus dem (b.bkle Nr Schule, um so mehr, al» ihm fatzungsgemah politische und kou- fesstonelle Zwecke fernliegen."
körn. Fr. Schmibt, Zumbusch. William Unger, dah Hebbel, Laube Brahms und Tichard Strauh hierher kamen? Und das gvraN aus Wiener Vodei, in den Zdten. als das Kleinhandwerk zu Manusaktuven zusammengefaht wurN und die ersten Ansätze zu industrieller Gnttvickdung sich zdgten. in ber Gpoche von 1740 Ns 1792 und bann wieder nach den Btfrdungslriegei, und sodann in Nn Fünszigtr und Sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts rdchsdcuttche Techniker und Äau Heute sich tat Oesterreich n«eNr- siehen und mit chrer strengeren Schulung und Oraanisationsgabc die heimischen Ärä'te zu geschlossener grohjügigcr Arbeit emkergehoben. auch bat ist kein Zufall. lonNm dne aanz ncnürl'.che Sache Die Organisierung der Arbeit in Oesterreich bebudte oft Nr Mifchung bes weicheren pbantafievollen kunstlerifchen Glementes. bas aus diesem Toben wächst, mit kühleren, strengeren, härteren Taturen. wie sie Nr Torben hervor- bringt, ober mit Angehörigen ber begabten, toe- senSverwand!en Talle bei rheinischen Westens.
Dafür aber gab Oesterreich reichlich ab von Nr Fülle unb Uebedülle seiner Talente, ba |dn< WinschaSt nicht stark unb tragfähig genug
Schaubühne. Ober und Operette, bk Konzert- arohen unb bk Gesangvereine halten Ne Der- binbung mit bem Teiche Nrmalen noch aufrecht. Gin interessante» Beispiel bes wechsdfeittgen Gebens unb Tehmens bot Immer bas Theater. Wie viele Nr größten Künstler des Burgthea- tcr» stammten aus Nm Teiche Das Turg- iheoter war ihnen Sehnsucht und Ziel unb hier sind sie zu ihrer Bedeutung emporgewachsen. Oesterreich hat hierfür an das Theater bet Nutschen Stäkte. q:i Oper unb Operette und überhaupt an DciltsckUairbs Wusilleben reichlich Tüd- edüO geldftet. Unb ebenso war es gebend aus bem Qkbtete ber bilbenden Kunst. Schwind und Dejregger waten Oestetrdchet. Bei vor kurzem gab es keine rdchsdeutfche Kunstschule, an bet nicht Lest erreichet In maßgebenber Steilung gewirkt hätten ober noch wirken fieberet unb Metzner. Koloschka. Orlik. G-e'chka kamen au» Altösterveich hinaus ins Te d). Das österreichische Kunstgewerve. daS heule im eiflt e.i fianbe den schwedten Dafdnskamps sühr: wirb im Teich als eine Herzensongelegenhdf betrachtet, bie Cr- halttrng t-er Äulrurßcllunq Wiens bereitet ben BrüNrn im Tdche die gleiche Gorge wie uns
Co fetze» Dir üb Wechsel der Zeilen unb Menschen immer das gleiche Bild ball» In ieuchrrnden. bald lr. Ni'krcn Farveu Oesterreich» Schicksal unb gcüL.chit.ch« AufgaN ist es. Gveuzwach« zu hatten. Nc Nutsche Kultur durch Aufnahme imb Berartzettunz frrmNr Oin- ttufse zu bereichern bodenständige Kräfte zu höchste-.-. Leistungen anzulpornen. andere Deutf-pe m fdne Witte aufzunetzmen und zu IbrNrn Orterveich das viel verkannt« dt gefd-mähte, seiner eigenen Fätzigkttien nicht immer Iwrnußt
»ene. ergänzt das Wesen Nr anderen deutschen c : ■ : ' r 'tz war H xv. al'.cn
unb wird es bleiben weil er feiner ganzen Tahir und Anlage nach nicht ander» kann als immer aufs neue zu gestalten Das an Wall!. Farbe und Formen, sinnvollen Ideen und unverwüstlicher Ledenskuntz in ldm ist. wirkt ,ns Weite Aber auch in Wissen Schaft und Lehre In Cozialrdvrm un*' TNUbilbung hat es Gutes und Gröhes geleistet and wird noch ganz neue Selsen seines Tk »xi zur Geltung bringen wenn es. als engtxrbunNnet tätiger Teil fee Ganzen der Tatton. wieder »um klare,, vewuf t- sdn und zur vollen Ausvdfung fdnet sell'st gelangt ____________
Mus der Provinziaihauptftadt.
Gießen, den SS. April 1927
Jur Werbewoche des V. D. A.
Aufführung des Dramas „Lothar" von Walter -lex.
Wan schreibt uni: Das Teich Karls Ns Großen ist in bie Hände des schwachen Ludwig des Frommen üNrgegangen. Gr hat vier Söhno den jüngsten von der Welsin Judith. Der Zwist der Kaiscdöhne verdüstett N< letzten Jahre des alten Kaisers und zerrüttet das Teich Wie so ost im späteren Ablauf der deutfchen Geschichte. stehen sich auch |e&t schon der zentral.- sche L,nhci!»gedanke und der W.lle pattlkalarer Gewalten. Ne dgene Souveränität zu errichten entgegen. daS ist der tiefe STn des KEmpses zwischen Lothar und fdnm Brüdern, des Kampfes auch, ben Lothar mit feinem Tater unb feiner dnft fo heiß gesiebten Stiefmutter Iud.th auö- zukämpfen hat. Gs ist erstaunlich, wie lehr es Fler verstanben hat. Ne fernen Greign sse au* bem heißen Blut lebendiger Menschen m l schicksalhafter TofwenNgkeit hervorwachfen zu lallen An sich, ihrer ßiebe und ihrem Hatte gehe" Hefe Menschen zugrunde, mit ihnen aber gehl das Teich Augrunbe. Wie Gunther und Kr e--. Nto im Tibdungenlieb, so stehen hier am Gnd- Lothar unb Iubith sich geaenüber. Gdchüttett müssen sie edennen. baß all das Unheil über sie unb bk Welt nur deshalb hat kommen müssen wdl sie. die zur Führung Geborenen. dnanNr an Pedönlichlcsisaetzalt unb Stärke M Willen» ebenbürtig, ben Weg nicht »udnanbtr gesunNn baNn Schuld unb Schicksal ber Führer zerstört bas Teich .Kads bei Großen. — Lothar hatte ben Glauben, baß er ber Berusene fei; äbrV) wie in Ibsens .Krcksiprätendentci," ist fdn T. ilc unb sein« Kraft gebrochen, als er an Nm dnen Menschen, auf ben er baute und ben er Freund nannte, zweifeln muß Das pvlit fche Weltgeschehen wächst so aus bem 'seelischen Grieben Nr sührenben Dedönlichkeiten heraus, ihre Krast ist bie Kraft des Ganzen, ihre Schwäche führt Nn Zerfall herbei
Da» Drama fplelt Im Jahre 833 unserer Zeitrechnung im Slfaß. das so gar manche große Sntfcholduna aus seinen Fluren hat fallen sehen. UntPdt Colmar lagert des greifen Ka fers Heer Terrat schleicht durch Me Telhen unb bereitet Ne Katastrophe auf dem ßügmfelN vor. die Nn Kaiser in bie Hand feiner Sohne geben tollte. Die Sprache von Walter Flez Ist ungemein lebendig, sie schrne chdt sich nut ihrem rhtzth- mischen Wohllaut ins Ohr unb läßt Ne Gestalten plastisch vor einem erstehen.
Aus Odel ruht Walter Jlez. ein Opfer des Weltkriegs t»er die Menschen In ähnlich schicksalhafter, schuldhafter TerwvrrenhZt gegen- «inanbcrstehen llesi. we es Ne Helden fr.nes Drama» tun. Wieviel edle Frucht mag mit dem jungen Dichter ins Grab gduntrn fdn?
Wenn am 2. Mai junge deutsche Menschen tm Gedenken an all Me Volksgenossen. Ne bremsten im schweren Sekdstbehaupttmgskampse
Kein Helium aus Wasserstoff!
Von Professor Dr. Weilburg.
Vor einigen Monaten geritten Ne Ghennker und noch mehr die Phv'iker in höchstes Gr- ftaunen. als zwei Berliner Zachgenossen. Professor Paneth unb Dr Peter«, meldeten. Niß .hnen eine wirkliche Atomverwandlung, nämlich die von Wasserstv's In Helium gegluckt sei. Trotz der großen Zurückhaltung, mit der grundsätzlich und mit vollem Techt jede Tachrich, üNr Atomverwandlung von Nr Fachwelt ausgenommen wird. fanNn die Niben Forscher doch Glauben. benn au» Nr Att ihrer VerMfentsichung war fofott zu sehen, mit welcher großen Sorgfalt und Gewiffenhafilgke t sie aeartzr.tet hUtten.
Unb doch lind ’ie htzchstwahdchetnlich r.ner Täuschung zum Older gefallen. Wie Prvfellor Paneth si-rilich mltgete.lt hat. tst zwar das Helium dcht.g aufgefunben und nachgewiesen worden aber fdn Tut treten läßt sich auch anbers erklären als durch ÄtomVerwandlung. Helium Nsindet fich näml ch auch in unterer Luft, ist infolgedeffen stets im Glas gelöst, unb es nmrN nun durch Grh,tzung aus dem Glas ausgetrteben. Selbstverständlich hätten Paneth unb Peters auch hieran gedacht unb zu Metern Zweck einen Vergleichs versuch angestellt. Sie erh.tz»en nämlrch das Glas ohne ben in Helium zu verwandelnden Wasserstoff, und es zeigte sich kein Helium. Darauf glaubten sie ihrer Sache sicher zu fein, daß das Helium nur au* Nm Wasierstatt stammen könne. Genauere llnteduchungen haben mir. aber gezeigt, dast das Glas die — man lann tagen: niederträchtige — G gentchaft bat. ba* in idm gelöste Hel.um nur bei Anwesenheit von Wa 'erstoff adzvaeben. Da nun hieran nicht ohne weiteres denken konnte, war es kein Wunder, baß Nr Wasserstoff, um ein etwas kühnes V.ld zu gebrauchen, von der Tolle E>ct Hebamme Me er Tn Wahrheit bei der Geburt dos HeUums fNdte. lälfchlich zu der der Mutter befördert wurde
Wem, sich auch Professor Paneth «t nochmalige genaue Untersuchung vorbehält, so sind


