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SMDs-EmmeljlWSlilizeiges erfordern heute eine forgfälftge lepiqebunq und Satjaus'natlunq. Gute Satzleiftungen find nur erreichbar, wenn die Anzeigen mm «eaiig onlgegtten werden. Der Annahmeschluß für <He Anzeigen im Siebener Anzeiger entfällt auf den Nach mittag oor der Aufnahme. Smpfehlungs anzeigen miiffen, je nach Umfang und Satz, fchwiertgbeiten, zwei bis drei lagt oorher beftellt fein. Nur mit Sorgfalt und dem not oenblgen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen

Wtt>««»kMULIk» erfolg!

L^ornotizcu

TageAkalenber für Mittwoch. Stadltheater 7- . Uhr. .5he geschiedene öraü. tttnöc acflcn 10 Uhr, Luchtipielhaus Lahn- bcfftraRc .Pal unb Patachon auf ber Wolfs- jagb" Astona-Lichtspiele .DaS Aätsel des Borobudur."

Aus bem S ta btt hea te r b u re au ttnrb uns geschrieben' Herr Turf Wasser­man n front Landrttheatrr. der in Vertretung brt erkrankten Herrn Deleky gestern so er­folgreich ben Mephisto inSauft gcgclxn hat, wirb bieseldc Atolle auch in ber Freitag-Aus- führung des .Faust" spielen.

Bund ber Äolonialfrcunbe. Der Silmfrortrag .Dom Kilimandscharo zum Ail durch das verbotene Afrika, der am 1. unb 2. April in den Palastlichtspiclen veranstaltet wirb, sei auch an dieser Stelle der allgemeinen Beachtung empfohlen. Durch den Dortrag soll der Wert des Kolonialbesitzes jedem Dolksgenossen anschau­lich unb eindringlich durch Won und Bild klar gemacht werben, um dadurch weitere Mitkämp­fer gegen die koloniale Schuldlüge und für die Zuruckgabe des uns geraubten Kolonialbesitzes zu gewinnen. Man beachte die heutige Anzeige.

Der kath deutsche Frauenbund hat für Donnerstagabend 8 Uhr im Katholischen Dereinshaus. Liebigstr.. Sri. Dr. Maria Offen- berg, Leiterin der sozialen Frauenschule Aachen, zu einem Dortrag über .Frauenberufe" gewonnen. Die Ttcbnerin hat In allen gröberen Städten Hessens über dieses zeitgemäße Thema gesprochen. Gerade jetzt vor Ostern, zur Schulentlassung, wird es Titern und Erzieher interessieren, wie die Aussichten und Bildungsmöglichkeiten für unsere Döchter sind. Jeder rann sich auS beratenem Munde hier beraten lassen, oder in der Aus­sprache Delehrung erhallen. (Siehe gestrige Anz.) Der Wandervogel Höhenflug. Dieben, veranstaltet am kommenden Sonntag zu­gunsten der Jugendpflege eine einmalig' Wieder­holung der bereits früher mit großem Beifall begrüßten Aufführung des TheaterstückesWenn bu noch eine Mutter hast" (Aähevrt in der heutigen Anzeige.)

" Mietpreiserhöhung. Das Hessische Gesamtministerium gibt amtlich bekannt, bah die gesetzliche Miete bis auf weiteres aus 110 Prozent ber Frieden smiete festgesetzt worden ist. Hierin befindet sich ein Zuschlag für laufende änstandsetzuneskosten von 17 Pro­zent der Friebensmiete Die bisher geltenden Sonderbestimmungen über die gewerblichen Zu­schläge bleiben vorläusig noch bestehen, ebenso diejenigen über die Umlage des 2.5 v. H. über­steigenden WassergeldeS unb über die Abort- grubenentleerung.

Personalien. AuS dem hessischen Staatsdienst entlassen wurde ber außerordent­liche Professor in ber medizinischen Fakultät und Prosektor am anatomischen Institut der Landesuniversität Dießen Dr. Philipp S t ö h r auf sein Aachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1927 an. Steuerinspektor Metzger- Butz­bach wurde unter Beförderung zum Obersteuer­inspektor an das Finanzamt Osthofen. Steuer­inspektor H ö n i g vom Finanzamt Osthofen in gleicher Dienst ei gen schäft an das Finanzamt Butzbach versetzt. Ernannt wurde ber Lehrer Heinrich Wedel zu Breungeshain (Kr. Schotten) zum Lehrer an der Dollsschule zu Burkhards (Kr. Schotten).

Der Dammrutsch bei Lang-DönS. Die Befestigungsarbeiten an der geborstenen Stelle des Sisenbahnbammes der Ma in-Wei er- Bahn, etwa 1 Kikometer nördlich von Lang- Döns. sind nun Io weit von örsolg gewesen, daß daS Drdreich so gut wie gänzlich zum Seyen gekommen ist. Ts wurden etwa 5002 Äubihnetcr Erde aufgefüllt, außerdem wie schon berichtet eine ungewöhnlich starke Steinmauer als Stütze der Erbmassen errichtet. Seil gestern wird die Stelle bet nun endlich behobenen Aullchung mit einigen schweren Dülerzugmaschtnen unb bela­denen Güterwagen befahren, um die Strecke .aus- Aubügeln". b. h sie vollstänbig zu befestigen. Falls keine unvorhergesehenen Treignts'e mehr ein­treten, ist mit ber Wieberaufnahme beS zweigleisigen Zugverkehrs für Enbe dieser Woche zu rechnen.

'* Geistliche Mufikaussührung des Di ebener Lvzeums Diese Deran- staltuna. die am Freitag abend in ber Stadt- linfte stattfindet, soll in ihrem pekuniären Aein- ertrag einem vorbildlichen Wohltätigkeitszwecke dienen Man will aus diesem Ertrag einen Fond schaffen, ber zum Besten bebüdiigtr Schü­ler» tmen verwendet werden soll. 3m Kaufe des Schuljahre- hat bie Schulleitung in vielen Fäl­len Gelegenheit, solchen Schülerinnen m t Geld- ontteln ober Gegenständen zu helfen Zum Bei­spiel versorgt die Schule eine beträchtliche Zahl von Schülerinnen unentgeltlich mit ben erfor­derlichen Lehrbüchern viele Schülerinnen kön­nen sich, der Kosten wegen, an den von der Schule veranstalteten Ausflügen n.cht beteiligen, ihnen soll eine Beihilfe oder auch der gesamte Kostenbetrag gewährt werden Bei Doriührun- gen wird meist für einen Teil ber Schülerinnen ein Zuschuß zu den Eintrittskarten gegeben, ober die Kosten dieser Karten werden ganz über­nommen. Alle diese Beihilfen werden aus dem Unterftühungsfvnd bestritten, der nun durch ben etwaigen Ueberschuß des bevorstehenden Wohl- tätigkeitskonzerts eine bringend notwendige Ver­stärkung erfahren soll. Schon im Hinblick auf diesen guten Zweck sei ein reger Besuch ber Deranstaltung dringend empfohlen.

" Der Evang. Arbeiterverein hielt dieser Tage im Dereinslokal einen Familien- abenb ab Prof. Dr. Koch sprach über das Wirken Pestalozzis. Die interessanten Ausführungen des Vortragenden sanden reichen Beifall. Der Frauen­chor des Dereins trug unter Leitung von Frau Minna Schäfer mehrere Lieder wirkungsvoll vor. 3m übrigen trugen musikalische Darbietungen und Dellamationen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei.

Provinzia'ausschuhsitzung.

Der Provinzialausschuß ber Pro­vinz Oberhessen beschäftigte sich am Sams­tag mit folgenden Angelegenheiten:

Maria Meier in Dieben suchte beim KreiSaml Dietzen um die Erlaubnis zum Klein­handel mit unedlen Metallen nach. 3hr Deiuch wurde abgelehnt, weil sie nicht die erforderliche Sachkenntnis besitze unb ein Bedürfnis für ben Kleinhanbel mit uneblen Metallen nicht nachge- wiefen sei. Hiergegen verfolgte sie Beschwerbe an den Provinzialausschuß mit dem Antrag auf Stattgabe ihres Gesuchs. Der Provinzialaus­schutz bestätigte den Bescheid des Kreisamts vom 29. November 1926 unb wies die Beschwerde als unbegründet zurück.

Der 23jährige Isidor Mayer in Gam- bach hatte beim Kreisamt Friedberg um die Ausstellung eines Wanbergewerbescheins zum Handel mit Dich nachgeluchl. Es versagte am 28.3anuar 1927 den Wanbergewerbeschein, weil ber Antragsteller das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. nicht Ernährer einer Familie ist unb ihm außerdem die Möglichkeit gegeben fei, sich im elterlichen Geschäft zu betätigen. Zudem sei das Wandergewerbe derart übersetzt, datz jede Möglichkeit ber Fernhaltung neuer Händler benutzt werden müsse. Der Antragsteller ver­folgte gegen diesen Bescheid Klage an ben Pro­vinzialausschuß mit dem Antrag, ben Dani>er- gewcrbeschcin zu erteilen. Er halte keinen Erfolg: ber Provinzialausschuß wies die Klage kosten­pflichtig ab.

Karl Krombach in Dietzen hatte beim Kreisamt Dietzen die Ausstellung eines Wander­gewerbescheins zum Handel mit Labak. Tabak­waren. Seisc unb Kurzwaren beantragt. Da er vorbestraft ist. versagte ihm daS KretSaml auf

Gründ des § 57 Ziffer 3 der Gewerbeordnung den Wandergewerbe schein. Antragsteller verfolgte Klage an den Provinzialausschuy mit dem An­trag. (einem Gesuch stattzugeben, da er Ernährer von neun Kwdern sei unb sich in sehr schlechter wirtschaftlicher Lage befände. Zudem sei thm ein Teil ber St rase im Gnadenwege bedingt erlassen. Der ProfrinziakanStchuß gab ber ÄToge statt

Die Berufung der Gemeinde Dauernheim gegen das Urteil des KreisauSschusseS des Ärei- «es Büdingen vom 6. Ur»Dember 1926 betraf die Besoldungen des Bürgermeisters und des De­iner n berechn ers zu Dauernhetm. Der ®cmetnöc- rat hat bei Beratung deS DvranschlagS für 1926 beschlossen, daß vom 1 Aprll 1926 an die Der- gutung des Türgcrm et fiert fron 2664 Am auf 2200 Am. und die des Gemetnberechnert von 2 300 Dm. auf 1100 Rm herabzusetzen ist. Da dieser Beschluß dem Ärciribireltri des Kreises Büdingen, der nach § 138 Abs. 2 ber Land- meinbeorbnung darüber zu wachen hat. daß bie Besoldungen der Demeinbebeamten angemessen festgesetzt werden nicht begrünkvi erschien, hat er den Veranschlag beanstandet unb das Ver- waltungsstreitverfahren eingelellet. Der KreiS- ausschuß zu Büdingen setzte auf Grund der münd­lichen Verhandlung vom 6. Ao fremder 1926 die Vergütungen wie folgt fest Für den Bürger­meister auf eine Pauschale von 2400 Am. für ben Aechner auf eine solche von 2200 Am Mit ben Kosten bes Verfahrens wurde bie Gemeinde be­lastet Gegen diesrt Urteil frerMgte die Ge­meinde Berufung an den Provinzialausschuß mit dem Antrag, die Besoldungen dem Demeinderais- beschluß entsprechend festzusetzen. Die Gemeinde zählt 827 Einwohner. 179 Haushaltungen. Sie hat umfangreichen Drundbesitz an Wald unb Feld mit vielen Obstanlagen; außerdem ist von der Demcinbe ein Dreschunternehmen begründet worden. Der ProvinAialausschuß stellte Ermitt­lungen über die Beschäftigung des Bürgermeisters unb des Demeinderechnert an unb erkannte zu Vecht. daß die Berufung, insoweit sie sich auf bie Besoldung des Bürgermeisters bezieht, als unbegründet zurückzuweifen ist. insoweit fic die Besoldung des Demcinberechners angeht. ihr in­sofern statlzugeben sei als dessen Besoldung ent­gegen dem Kreisausschußurteil von 2200 Am. auf 2000 Am. herabzusetzen ist Die Kosten des Dersahrens wurden zur Hälfte ber Gemeinde, zur Hälfte der Staatskasse zur Last gefetzt.

Amtsgericht Gießen.

' Dießen. 25. März. Aicht zum ersten Male saßen heute zwei einander verschwägerte Personen auf der Anklagebank, die feiner,1,:iL die Zeitverhältnisse und die schwankende Deschäs's- läge benutzend, sich zu einer offenen Handels­gesellschaft zufammentaten. um irgendeinen kauf­männischen Betrieb ohne jedes Betriebskapital, ohne Lager und Geschäslsraum zu beginnen. Sie bestellten Waren und zwar aus nahokiegenden Gründen bei weitab von Dießen wohnenben Ge­schäften: diese ließen sich täuschen und sandten den Angeklagten Waren aus Kredit. Die An­geklagten hatten es durch allerlei unlautere Mani­pulationen, namentlich durch irreführende Vor­drucke auf den Bestellkarten und durch einen ge­wandten kaufmännischen Stil, fertig gebracht, hei den Firmen den Glauben zu erwecken, als handle es sich um durchaus reelle und kreditwürdige Kaufleute. 3n Wirklichkeit waren sie alles andere als solche, sie hatten auch schon eine Aeihe gänz­lich erfolgloser Pfändungen hinter sich, unb es beflanb für bas Gericht kein Zweifel, daß die Angeklagten von vornherein die betrügerische Ab­sicht hatten, die Waren sich lediglich zu dem Zwecke zu verschaffen, um durch deren Veräuße­rung Mittel zum Lebensunterhalt und weit dar­über hinauf zu erhalten. Heute stand nur ein derartiger Fall Bestellung von Zigaretten im Werte von ca. 120 Mk zur Verhandlung Dleichliegende Fälle, bei denen die Angeklagten beteiligt waren, sind schon früher abgcurteili worden, und die dieserhalb erkannten Strafen zum Teil bereit- verbüßt. Der eine der Angeklagten erhielt 2 Wochen Gefängnis, ber anberc unter Einbeziehung einer bereits früher gegen ihn erkannten Gefängnisstrafe eine Gesamtstrafe von 6 Wochen Gefängnis. Es würbe her- vorgehoben. baß bas Gericht ben reellen Kauf- mannsstand vor betarligcn Elementen schützen unb nach Möglichkeit bazu beitragen müsse, daß sie

aus bem Kausmannsstanb gänzlich ausgeschalict werben.

Gegen einen Krafrrabsahvee. ber beim Dor- übersahreu an einem mit zwei Pf erben bespann­ten Fuhrwerk durch das Geräusch seines Aades das Durchgehen der Pferde verursacht hatte, wurde heute ein verurteilendes Erkenntnis auf eine G e l dstrafe von 20 M k. ed affen. Das Gericht war auf Grund der neuen strengen Fassung des einschlägigen Gesetzes der Ansicht, daß zu einer VeruNeiluna in solchen Fällen lediglich der Beweis der Gefährdung^ des Fuhr­werks . durch Geräusch' genüge, so bah auf bie Beweisanträgc beS Angeklagten bahingehcnb. baß die Pferbe sehr leicht scheuten unb zum Durch­gehen neigten, nicht weiter eingegangen zu werben brauchte, ebensowenig aus den Antrag auf Zu­ziehung eines Sachverliandigen. Daß es auf die Feststellung ber Vermeidbarkeit bes Geräusches md)i mehr ankvmmt. ist an bldcr Stelle schon früher getagt tnorben. Der Fahrer halte zubem offensichtlich bas Fuhrwerk von weitem gdeben. und einem Fahrer kann in derartigen Fällen, wenn er ganz vorschriftsmäßig und frvrfichttg Han- dein will, nach Ansicht des Gerichts recht wohl Augemutct werden, vom Aade adzusteigen und dasselbe eine kurze Zeit neben sich her zu filhren.

Gerichtssaat.

Sdjanrc Bluttat im Rausch

DSA. Frankfurt a. QU.. 29. März. DaS Schwurgericht veruneilte den Kohlenträgei Alb Bender auS Aiededchelden im Dillkreis wegen Körperverletzung nut Dodesfolge zu fünf Jah­ren Zuchthaus Bender, der 39 Jahre alt ist und aus Aiederschelden bei Herborn stammt. Halle in einer Wirtschaft in der Allstadt den 22jährigen Sohn feiner ßogUnxrtm Müller erstochen. Bender, der sonst recht sleißig war. neigte stark zu Gewalttätigkeiten und war auch früher schon mehrnials deswegen bestraft worden. Früher lebte er mit der Frau Müller, die Witwe ist. eng zusammen und hatte auch die Absicht, die Frau zu heiraten. Später kam es jedoch häufig zu Mißhelligkeiten zwischen beiden, und die Frau zog sich vor dem in angetrunkenem Zustande sehr brutalen Mann zurück. Aach einem Zu- tanuuenfem in ber Wirtschaft mit bem Sohn, wo rt recht frieblich herging, stach Dender plötz­lich ohne jede Veranlassung auf den jungen Mann ein: der Lod trat infolge Verblutung kurz daraus ein. Aach den Saa)verständigengutachten ist Bender chronischer Alkoholiker: die Strafausschließungsgründe des § 51 lägen jedoch nicht vor. Das Gericht versagte dem 'Bender in dem Urteil mildernde Gründe, da er nicht sinnlos betrunken gewesen fei. Die bürgerlichen Ehren­rechte wurden ihm jedoch nicht aberkannt. Bender nahm die Strafe sofort an.

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