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Dienstag, 29. November (921

ITT. Jahrgang

Ur. 2T9 Erster Blatt

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GictzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

T>n< mb tktie$: VrKhlsche Uiriverst1Kltz.v»ch. « Strtiöniderd R. tnqt ti »Wen. Schrtfkfett^- ^fchZflrRsl^ 5»«sUraße 7.

linier m le»eilte t*f Bi» legeeaeeieiff bt» »»» 5le*wrtttet rsr^et.

Preis tii I Höhe t*i 1rj«iqrn »W 27 MM vrrist »rtii* B, eiec'ärt» 10 Rrichspsteni^. tBr 5le- Mfl*e*eutge« eoe 70 mm SrttN Jb 9iri**p|c*»ie, PtaHosefchrifi »' . »ehe.

Chefrtvetat», Dr 3ne6t Ch» Ceege. Detaiuwonh* Itr T>olml Di Jr wllh Caeee; ftc TVewilctow Di f) XBonei; ftr bw Übrtgrw Teil fm|l ®lnmVd>««R. ftr bee Le

Leichsrcgieruug und Leparationsagent.

Hon Dr. jur., Dr. rer pol h. c Bernhard Seenbure, ehem. Äolc*nialRaat»Mrti8r unb L«chssi"anzmlnllter. HL b X

Seeenttaiaffrni bet 'Xcixinittontfommtfl®n m Berlin. Heer v Parker ö IIbert ber mm- mrfn f^cr nahezu brrt J : )rv Irtnrtl schwierig.'N 3mlei mit Umsicht unb 4>t »alte«. hat in t*n na* Par « cr'iutirtm halbjährigen Brachten bereits seii einiger Amt aus eine Anttoidluna Mnaebcutcf hinsichtlich der deutschen Leichs- H n a n u n unb der Auslan dverfchul- bung der Sinzelstaaten unb Kommunen, welche er lut die Smx-r als der deutschen Zahlungs- fähigkeit unb der U e b e r t r o g b a r 1 e 11 6er in Deutlchlanb aus>:e-jertrg bnisien emyt- Menen LeparaNons gelber an untere auswar. hgen 6taat*gldubiger abträglich em^anb. Sn Aefchsfinanzminlster hat es für richtig em>- hmbcn Herrn Obilbert um eine Aulamnuitfaffenbe orteOuna seiner Bemängelungen zu ersuchen, unb Herr Silben hat unter dem 20 Oft ober aus dieseJlu'forN-rung sehr vssen. schr präzis unb Die formte ei anders sein etwas einseitig leine Auslassung im Zusammenhang baegclcgt. Sie Be,chsi>gi^rung hat daraus oh.i.- Empftnd- lichkeit lhreni C anbpunhe Ausdruck gegeben, unb der Schnstwechsei ist Im bei beriet-gen Ginver- ft&nfmU vor kurzem der Oesfenllichk-it üb rgeben tvorben.

Man kann von der Dichtigkeit dieser Aus- spräche vollkommen übencuQi sein unb doch meinen, dah eS -'iellelcht ML-r gewesen wäre, wenn sich die beiden Korrespondenten im stillen Kämmerlein auseinandergeseht unb g.'einlgt Hütten wie denn bet ganze Brtck wechsel doch nur einen teil der Unterteilung^ bild t. welche dauernd In einem so engen Berhailnis, tme es die Durchführung der heiklen Leporotionsauf- gaben aus t»eiben Seiten bedingt, no.wendtaer- weise beheben M wären dann einige Begleit- « rschnnungen wie ein 'enlattomller Kurssturz an der Berliner Börse unb eine Anzahl ebenso aus­gemachter Äomnwntorv vermieden worden. Sie Diskussion über die Durchsührbarkeit des Dawes- plans war sa ohnehin ohne wesentliches .Zur um Seutschlands sehr unzeitig wieder in Flo'i ge­bracht worden, insbesondere von Snglanv her, wo sich gewisse Kreise, denen die deutsche Dirtschastsentwickiung unbequem wurde, es sich nicht versagen tonnten. Mihlrauen gyen die im Ausland aus genommenen deut chen Anleihen zu säen. Aber die Oesfentlichk ri der Diskulfwn hat auch, vom deutschen Standpunkt gesehen, ihr ^U,£rT Tenor der beiden Schriftstücke ist durch­aus srrunbiich Beide Parteien sind 'ich dar­über einig, dast. wie Herr Silber! '.ch ausdruckw. .was im Jnter. * e des Dawesplan- liege, ebenso ias Jnlere'ie der deutschen Entwicklung bilde . unb wir tüblen die praktische unb politische Aichtigke t ber von Herrn Hilbert nicht ausge­sprochenen. aber im Unterton deutlich hervor- tretenden Ansicht. Mk =*nn Seutlchland eine Aevision des Dawespianes anitrebe, es ferne praktische Undurch'ührbarkcit soweit an ihm liegt nach keiner Xiotung verschulden bürte und £-en Borwurt nicht aus lid) laben solle, doch es sei es aus SabrtüMlgicit. sei es aus mangelnder Selbstdisziplin, lei es 'chirhiich aus bösem Dillen len Plan zum Scheitern gebracht habe. Denn der Lcparationsagent gibt selbst zu. das», trenn bie ® l i u b i g e r Nm deutscher. Daren, mit tenen schlirhlich allem gezahlt werben kann, ihre Märkte versaaen, sie thc Durch- süheung des Plans schädigen u b er­schweren, wvsür fte dann selbst verantwort­lich zu machen wären Uebe- biek Grundsätze hErr'cht vollständige Siebereinstimmung.

Sie Acpata:wnszahlung enthält Pro­bleme. Das eine ist d.e innere Aus brin- u n g der Aepara:inns'um«uen durch deut che Steuern, bas anbex dieUeberführun g bie- 1er in Mark cingesam.n.e'.len Beträge an unsere Gläubiger den i-genannten Tra.isser. Sie Aus­bringung ber Summen in Deutschland, bie etoc rcir innere sinanzpolitilche Au'gade darfteltt, ist in bem Maste getA*rt. bahur etne erst ", zwei Jahren eintre.enbe manmale Tklanung von 2', Milliarden Doidmart den Gläubigern deutsche Sinnahmen verpsLndel suid. Ne bereits Im lausenden Iahe nahezu vier Mil­liarden eintragen werben. Beunruhigt wirb Herr Gilben durch das Steigen des Ausgabe­etats unb die Unübersichtlichkeit bet Finanzen eines aus zwanzig Bundesstaaten unb unzähligen Kommunen mit Selbstverwaltung zusammengesehten Landes S.mn nicht nur iür die Gegenwart, sondern für die 3ufunl: hat der Agent zu sorgen unb k-i~e Bedv-iken gehen batm. bar» durch eine überta'ben. AusgavewiNichal! unb daraus resultierende siskalische BclQ!tu.ng eine Schwächung der beutdxn Prvbukiivwirt- schast eintreten !?nne. dir die verpiänder<a Sin- nahmrr-. emplinblich tanaieren unb bie 2uf- rechter!)Altung des für Den beut'chen 6taa:<- betrieb no wendiger. Steuerauskvmmcns in Frage

stellen Brmtcn.

Auch hierin besteht aber zw '±<n Herrn Silben und dem Großteil des deutschen D-lkes Teint grunblärlicht Mernuncs x-rsch-<Xnh.nL S.e Bewegung v<rstärl: sich von Tag »u Lag. den deutschen Föderativstaat in einen Sinhe ts'taat umzuschmelzen und ungeache: einer jahrhanderi- alten Bergangenbeü den kompliziert n unb übtr- mähig teuren Derwaltun.^aoparat zu eercin- kachrn. Side Bewegung ist in Seu: Manb a u s eiacncm in Fluh gekommen und -<rm fit auch durch bie Einmischung eines Fremden bei

Witnakonsliki und Dölkerbundsrai.

Abflauen der Konflikisstimmung. Vorbereitung der Parteien in Genf.

eigener Drahtbericht bet ..Siebener Anzeigers*.

Berlin. 29. Koo Nachdem bie vorige Woche I eine steigende Erregung in|olge ber Dorfange zwi­schen Polen unb Litauen gebracht hatte icheint sich Ne .Innähme zu bewahrheiten, dost es sich von pol- nilcher Leite weniger um bie Vdllchi eines Hand- streiches. als um tue Lchafsung einer möatichsi (tun- ingen Plattform für bie Ixporltebenbe Se- bonblunp ber liwuischen Veschwerden durch den flölf erbunberat handle Dos gewinnt an Wahrscheinlichkeit wenn man bie teil» entrüstete, teile erstaunte polnische Presse verfolgt, die sich ge» aenübtr einer Unterstellung aggressiver Ab- sichten gegenüber Litauen energisch verwahrt.

Ss ist an sich durchaus denkbar, bah Polen ein doppeltes Interesse oersolgt. Dost es zunächst die litauischen Emigranten noch besten Straften ausgerüstet unb finanziert hat. um die un­bequeme Regierung Woldemaros' mit den gleichen Mitteln zu stürzen, mit denen sie sich in den Besitz ber Macht gesetzt holte. Dost baneben aber xu'fttene die Absicht beruorgmg. entweder die sür Polen günstige Liiuolion auszunutzen, die entstehen wurde, wenn ein U m ft u r 3 in Litauen mit jeiner Hilfe gelänge, oder aber die bei den Grostmachten I entftanbenen Bejorgnifk in bezug auf die Cnlwick- | lung der Dinge im Ls len dazu auszunutzen, um eine Ablehnung der litauischen Be­schwerden zu erlangen. Das letztere wurde eine Spekulation auf die Slompromistneigung de» Böller- bundsral die sich bisher stet» bei >,wischenstaatlichen Stonfliften geieigt dal Denn man In Mens mangel» geeigneter Machtmittel nicht sicher i[t, eine gute- jung erzwingen ju können, so begnügt man sich lie­ber mit einer pflaumenweichen, die ohne Anwendung von (Rcroali ober auch nur starkem moralischem Druck durchführbar erscheint. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an do» bei den italienisch- griechischen Korsukonsl tt beobachtete verholten und man kann e» sich als mindestens nxihrfcheinlich au», rechnen, dost die Polen auf einen ähnlichen Verlauf rechnen, wenn sie die Grostmächte eine ausreichende Weile in Besorgnis darüber geholten haben, dost es doch zu einem europäischen Konflikt kommen kSnne. Denn um einen solchen würde es sich zwei­fellos handeln, wenn eine aktive Mitwirkung Po- iens an einem litauischen Putsch, also ein Versuch nachgewiesen würde. Litauen;- Selbständigkeit zu be­enden. Bei den russisch-litouischen Beziehungen und bei dem auherorbrntlidKn Interesse, das Moskau an der Srhollung dieser Landbrücke noch dem Westen bat. ist es kaum anzunehmen. dost sich die Goroietn'aierunQ mit einer derartigen Ausbreitung der polnischen Barriere abfinden würde Deshalb, wenn nicht schon von vornherein, hat Polen heute a-'ch bereit» ein bistchen eingelenkt und verbreitet beruhigende Erklärungen.

Ob es zutrifft, bist mit ZalriN zusammen der polmlche Diktator Pilsudfki selbst an der Aotstogunq in Genf teilne5m<m will, ist einst- weilen nicht mit Gewistheit festiustellen. Aber man müstte den polnischen S'aitsmäTMern schon ein grökieres Mast von .Kurzsichtigkeit 3urrauen, wenn man armohmen wollte, dast sie qseichzeitia rnit einem derartigen Auftreten In Genf unb nach ber c twa» prvvo-ieeenden. ober off mbar mir aut Unterstreichung bei Anlpr-.iches auf Milna in Szene gesellten Aeife Pilludflls nach h.rier rbema'.# litauischen S ak»t sich gcamuber den Grvstmächlcn unb fle enüder den Bestrebungen um den europäischen Frieden Io augenfällig ins llnrecht sehen könnten, ttne das in der ersten Orregirng unb besonders auf Grund von Mos­kauer Nachrichten angenommen werden muhte.

Eine polnische Note.

rtimmuisismachc

für dir (tenier Ratstagung

Marschau. 28. Aov. IDB) 3m Zusam­menhang mit ber von ber lltau.schen Aegieruna an das General'cIrrtariat des Bökkerdandes mit Berufung auf Arrilel 11 des Dölkerburikstertes gegen bie polnische Aegierung gerichtete Be­schwerde ist heute an die Legierungen sämt­licher Staaten, mit welchen Polen bchlomatt'che Beziehungen unterhält, eine Avte ergangen, in ber daraus verwiesen to rb. dast die Angelegen­heit ber polnifch-l.tamschen Dc-u.Hungen auf bie Tagesordnung der demnächst stattfindenden Ta­gung des B olke r bun d s ra tes grfctzt wor­den ist. Die polnische Legierung hege keiner­

lei Absichten gegen die pvllrische älnabhängigkeit unb die territoriale Integrität der Lepudlik Litauen. 3bt einziger Dunich fei. mit ber litau­ischen Legierung .m Geiste der höchsten «xne- densliereitschast normale nachba rl IcheBe- zlehungen an^uknüpsen. Sie se. hierdri stets auf die kategorische Absage sämtlicher Legie­rungen Litauens gestosten. die behaupten dast ihr Land sich im Kriegszustände mit Polen befindet aIn solcher Zustand birgt in sich Ge­fahren für die friedliche ßufammenarhrtt der Dblker. 8r fei auf die Dauer unhaltbar. Die polnische Legierung fei übetyuflt. dast sämt­liche Legierungen alle in ihrer Macht siegenden Mittel anwenden würden, um durch Beendi­gung eines mit solcher Zähigkeit verkündeten Kriegszustandes den einzigen Dun sch der pol­nischen Legierung zur Berwirllichung zu dringen.

Litauens Klagen.

Kowno, 28. Lov. (Wolfs.) Die litauische Telegraphenageruur ixrfyteitct nachstehendes Kommunique Jm Auslande werden sorigcletzi Gerüchte verbreitet, dah in Litauen radikale Aenderungen eint tri en werden unb dast tolche Aenderungen am Freitag. 25 llotKmber. bereits eingetreten seien Diese Gerüchte stellen eine breit angelegte polnische Her­ausforderung bar. die den Zweck frit, die öffentiiche Meinung im Auslande und xum Teil in Litauen irrezuführen Die Polen kam Wert darauf, als Geg^mzug gegen die litauische Beschwerde beim Dölkervund in Litauen eine Srregung hervorzurusen. Deshalb verbreiten ihre Agenten diese beunruhigenden Gerüchte. Die Le­gierung weist darauf hin, dah diese Gerüchte jeder Grundlage cnibvbrrn und bürgt für die Aufrechterhaltung der Luhe im Lande. Gs ist die Pflicht eines jeden, sie bei der Bekämp­fung der polnischen Heraussorde- rungtn zu unterstützen.

In einer Unterredung mit Vertretern der in- unb ausländischen Presse bezeichnete D o I d t m a rat wiederholt die Meldungen über Porbereitun- am gegen Litauen Im Wilnaaebiet als polnischen Bluff. Ls exiftieNen feint Vorbereitungen. Die Hauptquelle de» tflarm» sieht der Ministerpräsident in Moskau^ die Berliner Presse habe hier mehr al» Echo gewirkt Nach der Auffassung ber litaui- schon Rrgur. ng fei die «Befahr eine» «u»bruche» von polnsich-litauischen Feindseligkeiten nicht grost. Weiter bestände allerdings noch die Muglichkeil dervrganisierungvonDanden.um einen sog. Busstand herbeizusühren. Da man die ge­ringe Zahl der litauischen Emigranten kenne, werde bie» Polen jebenfaU» wenia nützen. Dem eigent­lichen Zareck dieser Manöver komme man aber näher, wenn man bedenke, dast Plksudski er­klärt habe, er werde noch in diesem Jahre den pol- nisch-liiauischen Streit beenden, nun aber in btt jetzigen litauischen Legierung einen Gegner ent- deckt habe, den er erst mürbe machen müsse. Die Ein- fall»drohungen stellten also einen E i n s ch ü ch t e- rungsversuch bar. um Litauen noch vor bem Eingreisen de» Völkerbundes zum Verzicht aus Wilna zu bewegen. Der URinifterpräfibeni kündigte die bemnachstige Derössentllchung der Schristwechlel zwischen ber litauischrn Regierung unb den D.st- mädjten anlählich der von dielen im Februar un- ternomn.rntn und im April wiederholten Demarche an. hinsichtlich einer Beseitigung de» Kriegszustandes zwischen Polen und Litauen.

Englands Politik.

Mein direkled Etnizreiftn in brn Cflfonflih.

London. 28. Lov. (XU.) Der ständige Unterstaalssekrriär im Fvvelgn Office. Locker Lampion gab im Unterhaus eine Erklärung über den litauisch-polnischen Konflikt ab. in der er betonte, dah die Legierung die Spannung ztrllchen Polen und Litauen mit grober Sorge verfolge. Ihre Zur-äckhaltung ki durch die Tat­sache bedingt das» der Bölkerbundsrat in der näck»sten xboAe sich mit dem ganzen Problem be'chäftiaen werde. Gngland vertraue daraus, d-ast diesen Berhandlun jm ein Abkommen folgen werde, durch das bk freunbichallluchm Beziehungen Zwilchen den beiden Ländern wie­der her gestellt würden Die Legierung besitze keinerlei Bestäsigung bet alarmierenden Gerüchte, die in der Prsfk verbreitet wurden unb sie

vertraue zuversichtlich, dast weder Polen noch Litauen so unbesonnen sei. sich zu einer über* hitzten Aktion htnreihen zu lassen

Die in London erwanete Aktion des Böiker- bundes besteht to'.c berichtet, in der Ginfctzung einer Äommifflon. die den ganzen Streit- sali gründlich untersuchen soll. In der Zw.'chen- zcit ist den Grohmächten Gelegenheit ge­geben. in einem arundfätzlichen Mei­nungsaustausch bie ganze Frage von po­litischen Gef.chttpunkien aus zu erörtern. ES erscheint in diesem Zusammenhang nützlich, darauf hinzuwcifen. dah die von einigen konservativen Organen und zum Teil auch von der ..Times" eingenommene kindselige Haltung gegen die Sowietregierung nicht mit der oflizkllen engli'wen Politik übereinflhnmt. Die englische Legierung bestreitet Luhland weder das Locht, in bem gegenwärtigen Streitfall ein aktives In­teresse au nehmen, solange bie Moskauer Aktivi­tät auf dir örbaltunfl des Friedens hlnzicle. noch überiuht man, dah fowohl Deutf chland wie Luhland an der Le- oelung dieser Frage erheblich intereffiert sind und eine Sntschei>una gegen ihre bersch- tigten Inieresfen unmöglich ist. 8Ine gewifse Sorge wegen der Möglichkeit des deutsch- russischen Zusammenarbeiten« in Genf hält weiter an, doch mach man sich auch in diesem Punkt keineswegs die französischen Beden­ken in vollem Ausmaste zu eigen. Aus ver­schiedenen Gründen rechnet man damit, bafi die Aussen diesmal in Genf sich nicht zu öiria- iergänzen verleiten lassen, die weder der Lösung des ssiaui'ch-polnischen Konsliktes, noch der Wiederbelebung der englisch-russischen Beziehun- nen nützlich fein könnten.

In ber Abrüstungsfrage erwartet man nicht direkte Gegensätze zwischen ber deutschen unb rogiischen These, da England hierbei einen Staab- pinrfi einrnmmt, brr nach hkllprr Ansicht feinen Konsliktsltoff bietet Bemerkenswert Ist bie Tat- iache, datz man auf englischer Seite ziemlich Ober« <in,timmen6 für Polen rintritt. Es hat stark den Anschein, als ab sich dkse Haltung mich In kom- nwnben Verhandlungen bl» au einem gewsien Grad cw»wirken wird. Der von französischer Sf[lr sebr deutlich gegebenen Anregung, England mühte In den litaui ich-ort nischen Konflikt vermitteln, mitt von London kaum Folge gelrlstet werden, da i:d) gerade im Zusarnmeiihang mit der gegentnar- ugen Kose tm Osten, aus bem Balkan und dem Ab- ichiui-, de» itallemsch-olbaniichen Vertrages erneut die Tendenzen verstärken, die weitere Bin- düngen England» auf dem Kontinent ent« *ä)i eben ab lehnen. Man argumentiert In tnekn Streifen so. doh grradr der Rest von Freiheit, der England noch gelassen sei, eine stärkere G>irantie ab alle» andere dafür bleiet, dah es seinen Emslah hn Sinne de» Friedens geltend machen forme, ohne | e I b ft beteiligte Partei za fein.

Der polnische Handelsvertrag

Minister Hermes

Führer ber beukfchen Trkflatton.

Eigener Drahtbericht des Giehener Anzeigers*.

Berlin, 28. Rov. Mit der Ernrnni.ng de» sich dem Zentrum zuzählenden früheren Leichs- hnaiummifter» Dr. Herme» -um Führer ber d. utschen Delegation In den deutfch-polnischen Han- debvertragroerhandlungen sind alle Grundlagen für die baldige Ausnahme dirser Verhandlungen ge- geben. Wann die deutsche Telegaiion nach Vsirrschau reisen wird, steht zwar noch mcht sest. E» ist jedoch anzunehmen, bah die Verhandlungen in aller Kurze beginnen werden. Mit der Brlrauuna von Dr. Herm,» zum Führer ber Delegatton. hat sich De lid; land für einen au »gesprochenen Kenner lanboirt- ld>D«i!id)er Fragen entschieden Rach 2aae der Dinge dürsten |a schlxfüich auch bie landwirtschaftlichen Fragen bie letzten sein, die e» zwischen Deutschlrad und Polen noch zu bereinigen gibt. tr. Hermes hat schon seil früher Jugend den landwirttchafttichen Fragen ein grohe, Inter,he entgegengebrechr. Im zweiten Kabinett Llrth üvrrnahm er da» 'Hfi^Mmanimindtmum. nachdem er t m ersten Kabinett Dr. Wirch» das Porirtruille des Reichs- ernähr-ung»m>nisters inne hatte. Mit Reichskanzler duno trat auch Dr. Hermes von seinem Posten al» Leichssinanpntmsler zurück und unternahm m den (rtgenben Jahren verschiedene Reisen in» Ausland,

den deutschen Pariikulariftcn kaum gefördert wird, fo erhalt sie anbererki 6 bet allen Ber- ständigen einen erneuten Auftrieb, weil gezeigt wird, dast nicht nur innerpeli:i>che. sondern auch austcnposf.ische Gefahrenpuntte durch die Leichs- verrinheitlick^lng zu be*eiligen fmb. Aber bie Leichsregierung hat mit Locht darauf hinge- triefen, dah hier pftzchologilche Momente in erheblichem Umgang millp'dcn. die einen Svstemwochktl von einem Tag auf den anderen nicht möglich machen. So wird man zu anderen Äonlrrucn greifen, für die die Unterlagen zur 3cii beschafft tmtm. 3m übrigen hat die Leiche reg ieru-ig mit Lech: daraus hingewiesen, dah ein Teil unteres Budgets sich Awangs- läufig erhöbt, weil die Aufrechrerhaltung der 3n: 't&t dcs deutschen Bramtemums grivi'fe Qfaifbefkrungcn der Gehälter unvermeidbar macht und weil ein anderer Teil der drohenden ein­maligen Ausgaben sich auf die Bestimmungen des Berfailler Vertrages gründet, bie bei der

Jlatur des Dawes Plans unberücksichtigt geblieben tind. Im ganzen kann hinsichtlich b.ries Xr« gesagt werden, dah bet brr grundsätzlichen Lieber» einstlmmung die Sinzellölungeu rechtzeit.g ge­funden werden.

Mit bet Transferfeile k-e» Prrbfems Hal die Kritik der AnleihepolUtf der brüt- fchen öf entsichen Körperichaf en zu tun Hier kann man Herrn Gilderi nicht folgen. Die q c - ckietnnütztgen Betriebe, v.e Da»-, ttld- trizi.äis- urb Waffervertorgung^ Seehatenanlagen und dergleichen sind ün ©rgenfag zum He mat- lanü des Agenten in Deutfchlwid in der ö f jentlichen Hand. D e nottoert: < La isnali- l.erur.g. die auch der Agent fordert und die doch im we enlsichen tm Ersatz mnnud.er 2lrb..i durch 2Haf-,inen und motorische Kräf e be teht. ver­langt eine starke Ausdehnung d.e'er öf entliche« industriellen Betriebe. Ohne buk kann nicht rationalisiert, d. h. die deurfchc 3ndüstr e auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähiger gemacht

werden. Würde man diese, ihre Berzinsung in fich tragenden Anlethen abstoppen, fo wäre der reichste Qifclg ein Lückgang der deutschen Beschästiaung. die gerade aus Grund der kommunalen Bestellungen in ber Lage war. den gröhlen Teil der Arbsttslosen wieder einzuslellen und die nächste, dah durch Lückgang dec Kon­kurrenzfähigkeit die Translermöglichkit ver­kümmert - ütbe. Das wird der 2ljenl auch ein- k$<n; tielleiht bedarf es auch nur einer Ben­dern n g oer Forml

3m ganzen kann man fagen, dast der Brief- wechfet nur wieder den starken Willen Deutsch­lands zu loyaler Erfüllung seiner Der- pfrihtunaen im vertraglichen Lahmen za erkennen gegeben hat und dah über die Ziele, wenn auch nicht überall über die Mittel, eine Uebetein- st immun z in so grobem Umfang besteht, dah lei c le. Te.rn^ssimg vv l eg; zur Beim u .i^ung, noch weniger zu einer fensationellen Aufbau­schung des .Zwischenfalls".