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Zretlag, 29. April 1927

177. Jahrgang

Nr. 99 Erster Blatt

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Petl*e<Heale:

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

SnilH«*> jewrtö^e.

Bella te«: tefcwr 3*»iilwebUtter Mtirst - v«d Dte S*ot*

MtS'irieefWrtb: 1 Reich» «ort, i<6 L»

Frankreichund die Schweiz

Ton unterem ©*to «Tenchetrßarter.

Du bet Schweiz bcrrfdX gegenwärtig<« grilnhrXufregung ,yeantrct4> dal Mordet einmal Dem tletnrn Nachbarn gezeigt w e* heute um den Schutz bet kleinen Hal tonen beleih II, tue ben begannill* bte Entente ben ;dübrt Hal G< t Nj« «rite Mal unb wird licher auch nicht bat letzte Mal bleiben. ZrobbeT;- ifi man bi bet Schweiz baoon immer 6H<bct br*ft unang-tebm berührt ®» flibl eben gtn-ii-. 7inoe. an d.e man sich auch bei Mieter Wiederholung nicht gewohnt

Es handelt sich bte*nal um einen neuen Art in bem alten Spiel um bte Genfer en. Der »lener Äengte* Hal diese w.n- schatelichen 5 reUm.cn auf heute sranzös.Ichern ®.Ud Idnery.i ae'chassen. um der großen Stabt ohne Hinterland Im e genrn Staat wirifchalliche Beti gungsfrriheit zu getoabren 3m Schuhe dies« Slnr chtung ist Vcn| im Okdaut eines ^'vcbunben* grob geworden Der Ausgang d,s "TMtrncgc* erhob Ne Stadt 8um Sitz de» QHlfertninM unb verietzle ihr zugleich einen schweren wirtschaftlichen Lchlag durch bie Auf­hebung ber .innen. Frankreich Hal ja ben günsti­gen RnegsaaKgang auch dazu benutzt, seine särnt- Uchen Wünsche an bie Lchweu im Berfailler Tkrtrag ebcnlall» nach lener Auffassung rtaeln fcu lallen So gelang es auch 1919 durch stärksten Ihruif und Uebemnnpelung bte Schweiz dahin au bringen. zu brr Aufnahme einet Bestimmung in den Fnedensvertrag bte Zustimmung zu geben, bie eine Heute gelang ber denen um Genf durch lieberdnfomimn der beiden Staa­ten borfab 3n den daraufhin begonnenen Der- handlui g.-n brachte Frankr.nch durch seine über- leg ei dipiomati che GelchicklichkeU und volle Ans- nuhung seines politischen GtetmdX» es fertig, daß ein Zonenabkommen zustande kam. da» tat- sächlich nach zehn Zähren die Zonenjum Der- fchwinden gebracht hätte, dum großen Ikrfrrul ber Machthaber in Pari» nertoarf je- bexb da» SchlottAetfr-lk in emer Brlk»abstim- mung dieses Abkommen mit wucht:gern Mehr. Aach einigem Zögern schrill daraus bte Hcnicrung Penmars im Ofinber 1923 einfach zur Gewalt. Sie hob die ganzen durch internationale Dtr- trägc gesichert-N 3or«m einfach kurzweg auf. Lider jeder e.Tc^dgfeit Hohnsprechen^ »ill- Türutl war natürlich der Schweiz gegenüber leicht möglich. bat aber ebenso natürlich hier sehr große Mißstimmung erwedt. 3» kam dann ich eßttch zu neuen Verhandlungen. Die beiden Arg erungen tarnen im Herbst 1924 überein, die ganze Angelegenheit dem Haager Schied»- geeicht zur Entscheidung zu uberneben. Diese» neue Abkommen wurde bereit» im Frühjahr 1925 onn dem Schweizer Parlament genehmigt Frei­lich .irichad das ohne große Freude, da Sranfr rrlch auch diesmal bet der Formulierung der Sircitsrag'' seinen Standpunkt im bollen Um­fang- durchgedrückt hatte , Ä ,

Aus diesem Punkte ist jedoch die Sache stehen gebln-ben. 3n den vergangenen 3ahren hat Frankreich sich nicht entschließen können, da» Sch,, sabkommen nun auch seinerseits zu ae- nebmtgen. Dieser Standpunkt ist nur zu be- grei'l.ch 3n Wirklichkeit hat sich ja bte Pariser Regierung mit Gewalt ade» vorwegge n o m - men. was sie überhaupt erreichen kann. »eB- halh soll sie nun da» in einen Prozeß von neuem auf» Spie! sehen? Deshalb verichteppi man die Angelegenheit immer weiter und hofft Wohl, daß damit schließlich Gewohnheit# recht ge­schaffen werde. Da» ist ernsach»die Poltlik rück- sicht»! testet Ausnützung der Macht de» vtär- fervn! Sie lohnt sich in diesem düfie noch be­sonder» weil die Schweiz bisher immer noch den doncnbetonb.KF! die «allen Vorteile un­gestört .zukommen läßt während .rruntrci* Mner- fdt» die Zollsperre bi» ins kleinste durchtuhrt!

Dieses Verhalten Frankreichs wurde befon- ders von G c ns au», wo man das »rgednte im Wlrttchaflslebcn deutlich suhlte, mit legen- ber Ungeduld beobachtet, 0» kam dazu, daß Franke. durch ben dian einer hohen fahr- TidKi*. Mop'teuer (60 Mark» auf die in Frankreich lebenden zahlreichen Schweizer weitere Mißstimmung fchu' Dagegen war e» der -Regierung Prnncars sehr willkommen. durch bte

Großbanken immer neue Anleihen auf- legen zu la«en die bei der Währung»! amerung merklich mitdatten. Alle diese Dinge sühnen schließlich dazu, daß man gerade in Dens sehr <char' gegen diese sranzöfifche Politik «üsrvnl machte und mit ber Anrufung des Völkerbundes drohte. Daraufhin entschloß man sich endlich in Pans, wieder etwa» vorwärts zu machen unb da» Schiedsabkvmmen in der riontnlragc nun auch durch den Senat genehmigen zu lassen. Sr- leichtert atmete man bei uns auf und boHte nun. daß jetzt bald einmal der Rechtsweg belchrikteN werden könne, ber ja bis zur Entscheidung noch viele Jahre dauern wird

Da kam nun plötzlich von Paris die Aach- richi. daß die betreffenbe SenaiölommiNion mchr au da» Srickxi't eingehen wolle Deshalb? Man erklärte, daß ein anderes Abkommen mit der Schweiz von bieder auch noch nicht erledigt sei 'S» handelt sich hier um den ebenfalls tm HedaiUer Vertrag vorge'ehenen Verzicht der Schweiz auf bte kintQrd auch vom Wiener Kongreß geschaffene Neutralität Hc-chfavoven». also des sranzöllchen Gebiets unmiitclhir am Sndrand des Genfer Sees. Die beiden Angelegenheiten haben zwar nnteinanber gar nichts ju tun. Aber offenbar möchte man in PanS die Geiegcnheit benutzen, um von ber Schweiz noch rofd) etwas herauszupreffen oder

Strefemann über Weltwirtschaftsfragen.

3m Lause ber nächsten Loche »irb bte erste LellWirlschasfkonferenz in Senf er- öffnet werden Gegen 800 DelrgleNe unb Sachver­ständige sollen dort zu Gehör kommen- auf drei Lochen mindesten» bemißt man bie Dauer ber Ion-

Die Schwierigkeiten dieser Äonferrru liegen in dem Fehlen eine» vorherigen ttinoerfiänbnfhee über die Probleme, bte man tm verlaus dieser Konferenz Hären will, denn die vier großen gragenkomplexe. bie die Summe der Aufgaben barstellen, würben zu einer Klärung bie zu praktisch brauchbaren Ergeb- nissen edensomele Monate ober vielleicht Jahre brauchen, wie hier Lochen zur verfüauna stehen. Sie umfassen der veihe nach- 1. eine Prüfung ber weltwirtschaftlichen L'uae im allgemeinen; 2. eine Prüfung der Verhaltmste be» internationalen Han- bei» und der Hanbelebcziehungen ber Länder unter« einander. 3. bte Probleme ber Industrie und 4. die­jenigen ber Landwirtschaft. In den Vordergrund de» Interesse» scheint sich aber bas Problem ber Lirtschaft»angleichung mit seinen verschie- benen verzweigunaen schieben zu wollen. Hier han­delt t» sich zunächst einmal um den Abbau b e * slehender W i r 1 s ch a s t , h i n be r n t s s e , wie der (Ein- unb tiuefuhrüerbote, ber Paß- und Wie- deriafsung»schtvierigkeiten. der nach rein nationalen Gestchtepunkten betriebenen Verkehr»- und Eisen- babnpolitif usw. Endlich stehl in diesem Spezial- komplex die Frage der Zollpolitik und der Zolltechnik Im Vordergrund Die Wünsche sind sehr verschiedenartig, die hier vertreten werden; sie Jrhen von dem vorichlag de» Vbschlufse» einer uropäischen Zoll-Union oder qar einer vellzoklunion über die Schossung eine» Eu- ropäifchen Zoll verein» mit stusenweisem Bbbau der Zollgrenzen bi» herunter zu der Schaffung eine» einheitlichen Zolltarif-Schema», mit dessen Hilfe vor allen Dingen der Abschluß von Handel»vertrag»- Verhandlungen erleichtert und vereinfacht wer­den soll

Wester steht das Problem Mittel­europa im Vorder gründ, da» in seiner geacn- värtigen Form au» der Zerschlagung ber öfter- neichitch-ungarischen Wirtschaltsefnheil entstanden ist 3n weiterem Zusammenhang mit der Auf­gabe der Wirtschaft»- und zollpolitischen An­gleichung von Staaten und Staatengruppm wird die Frage der internationalen Kartelle u n b X ru st s behandelt werden, die sa in neuester Zeit burch bas Kalisyndikat. die internationale Aohstahlgemeinichaft, das Glüblampen-.<kartell und andere überstaatliche Organisationen eine aktuelle Bedeutung gewonnen haben und von bestimmten Gruppen der Wirtschaft und der Wirt- schaftswistenschast als bat hanbhdifie Mittel zur Herbeiführung bet Wirtschastsvercinheitlichung. zunächst Suroha», angesehen werden

Die Landwirtschaft, die erst nachträg­lich mit auf das Programm der Genfer Konfe­renz gesetzt wurde, kommt als da» unerläßliche Äorrelat zur Industrie und als ein häufig in r.itgcl-,cngcfeni<m Sinne interessierter Wirt­schaft»'aktvr für die meisten ber vorgenannten Fragen edenfalls in Betracht 3nvieweit sich international rin Ausgleich solcher Interessen- wgenläne zwilchen den einzelnen Zweigen der Produktion und des Handels herbeiführrn läßt, das zu ermitteln, wird schon eine der bemer­kenswertesten Aufgaben der Aonferenz sein. Zur weltwirt'chaftlichen Lage im allgemeinen werden Berichte von Deutschland. Frankreich, der Schwerz. Schweben usw oorgelegt werben, die wahrschein­lich allein schon Material genug für eine große Konferenz abgeben würden

Die Rede Stresemanns.

Berlin. V. April. sWDB) Hei her heu­tigen Eröffnung der dte»,Lhr.gen Xogung be» Tkrein» Deutscher Maschlne7st»auanstalten hielt Hetchsmin.ster Dr. Strefemann et ne Hebe, in der er sich mit modernen Problemen ber Wirtschaft beschäftigte Aachdem er die Gruße be» Reichswinschaftsn-. nister» überm.ttrit hatte, wies ber M in. st er auf die Bedeutung hin. die Nc Zusammenarbeit ber wirtschaftlichen Faktoren rml den Behörden angesichts ber jetzigen Lage habe, in ber wir vor schweren Entlche.bun^en stehen. Dr. Stresemann betonte bann die Notwendigkeit der Erkenntnis, daß nur In der gegenteili­gen Derpslichtung des Staatenver­kehr» unb de» G ü lerausla usche« der Auhen unb Gewinn aller Dollswirtschaflen ge­sunden werden kann. Wir müssen uns. so fuhr er fort, frei machen von dem Gedanken al» gäben Verluste und schlechte Abfatzverhältnlsse Im Er- pvrrhandel den 3ndustrien der Länder ein aus­drückliche» Recht aus den heimischen Markt. Wollten wir die inneren Märkte durch Einfuhr­verbote unb Zollschranken vollkommen abschließen. so würden sich die europäischen Qänbrr halb bi den tiessten und engherzigsten Prvtektionrs- mus verstricken.

Vie wrltwlrischast ist ein einheitliche» Ganze», unb c» ist eine ««»Wirkung dieser oou wirt- schafUichrn ©riehen beherrschten 3roang»gemrin- fd)»lt aller Glieder der heutigen lDellmlri|Aali. baß ein »ebe» an dem n>irl|«ha,llid)cn Gebetben be» anberm rin Interesse und Anteil hat.

Dr. Stresemann skizzierte dann einen Abschnitt aus ber DenNchrist. bie brr Verein sür die Dritwirtschaftskvnserenz vorbereit.l hat und worin gesagt wird, .daß der gegenteilige Aus­tausch der maschinenerzeugenden Länber imter- einanber wrientlich wichtiger ist al» die Aus­fuhr nach ben sich industrialisierenden Ländern . Leider Hai sich, fuhr bet Minister fort, btricr Gedanke der internationalen Verflechtung und Arbeitsteilung noch nicht überall bei der Indu­strie Europa» durchgesctzt. 3m Gegenteil schzine eine große Anzahl, insbesondere junge © t a a t e n durch hohe Zolltarife ihren Markt abschließen zu wollen, um neue Industrien groß- zuzießen, zu denen ihnen die Grundlagen fehlen. Der bekannte französische Wirtschaftler und Staatsmann Louchcur habe unlängst einmal griagi. baß die politische Befriedung ber Welt erst burch bie wirtschaslliche Befriedung ihr- wahre Festigung erhält Sr Stresemann Pofst, baß man diesem Ziel durch di? Wellwirt­schaftskonferenz ein gut 2eil näherkommen werde Die di-utsche Sach^-rftändigcngruppe ist feine Vertretung der deutschen Otegierung. viel­mehr gehen ihre Mliglieder als Effponenlen ber deutschen Wirtschaft nach Genf. 3n diricm Gedanken des internationalen Meinung», austaufches zwilchen ben hervorragendsten Ver- trriern au» Handel, 3ndustrie unb Landwirtschaft aller Länber liegt ein großer Fortschritt Wenn bic Äonfcreni gewiß auch nur ein Anfang ist. so kann sie doch helfen, bte Schwierig keilen bte heute bestehen, burch ein besseres Verständnis für die gegenseitigen Höte unb Wünsche zu be­seitigen.

Dr Stresemann beschästigte sich bann auch noch mit unserer wirtschaftlichen Vage. Er führte hierzu u. a aus

Da» Kernproblem ist bie Beschaffung her Arbeiternöglld)felt selbst.

Die ist außerordentlich schwer, da wir uns. ver- glichen mit der Derknegszeit. unzweNelhati auch beute noch in einet Periode wirtschaftlichen Nie­dergangs und starker wirtschaftlicher Deprrifien befinden Es ist mir unbegreiflich wie man bei irgendeinem Vergleich unterer einstigen Vage mH der gegenwärtigen mit dem Schlager von einet deutschen Prosperität oder einem wirt chafilichen W»«beraulftieg kommen kann Sinnbild unterer wirischastUchen Vage ist die mangelnde Fun­dierung an Hohstossen. ist die man­gelnde finanzielle Fundierung unte­rer ganzen Wirtschaft. Und die schweren so - »laten unb steuerlichen Lasten, die aus ihr ruhen Es werde brt allergrößten Anstren­gungen bedürfen, um diejenige Ausbalancierung unserer Bvikswittschasl wieder zu erreichen, die uns einst auch im Verhältnis von Ein'uhr zur Aussuhr die Stellung gab. die Deutschland vo> den, xriege aus bent Wei.markt eingenommen bat Er ist bekannt, daß diese wirlschaftliche Weltmachtstellung aulgebaut war aus bei .deutschen vc rar bei lenden 3nduslrie. und qeflatlm Sie mir. dies als meine versöniiche Aussassung hinzuzufügen. daß sie aufgebaut war aus bet

gesunden Situation ber Cln)rigri<Mfte unb Einzel Persönlichkeiten.

die das Veste dazu beigelragen haben, um uns diele Stellung zu schassen 3ch mochte wünschen, daß der durch die Hol der Aachkriegszett vor Nck> gegangene Prozeß der Verstärk ng des Veibän e treten» in ber deutschen 3nduftrle uns noch Pla> läßt sür diese Form deutscher Unternehmung

Die deuisch-sranzöfilchen Handelsverlragsverhandiung

Eigener Drahltzerichl hesGießener Lnzetgers'

B e r l i n , 28. April. 3m verlauft ber h c u 11 d> französischen 1) a n b e l o r r t r a a 6 o e r honblungen haben nunmehr bie Besprechun gen de» deutschen B 0 11 ch afi » raIe » in Pa­ri» mit bem französischen Hanbelsmimster Voka­nn w s k g ftniiflelunben, über deren Ergebni» unb Inhalt zur Zeit noist nicht» an hiesiger Sielte vor- liegt. Ob biefe Bespt,chui,«ii bie augenblickliche Situation in ben beutsch-iranzvs'schen Wirtfchasi»« Verhandlungen wirNich erleichtern werben, steht noch sehr bahin. Iebensall» ließ bie Hebe de» Heid)»- außenminister», die er heute bei brr Qr6ff« nuna der bie»|dbrlflen Tagung be» Verein» Deutscher Maschinenbauanstalten hielt, erkennen, baß auch et noch ketne»weg» optimistisch über ben Au»gang bieser Wili chalteoethanblutigen benfi. Dr. I r e fern a n n bofli leboch. baß bie Weliwi.t- schastekonseren, nicht unmeifniltdi dazu b<Hingen wirb, bie politische unb unn chaftliche Bestiebung der Ltelt herbe,zufuhren. E» ist aber unzuttef- f e n b , daß, wie (*eruAte besagen, in ö r n f bie Ab­sicht beftunbf, die beutschsranzSstschen Handelsoertragsoerhanblungen hort roeiterjufuhrtn Angesichte be» Programm» ber Lteltw>rtschas»»konterenz und ber borfiflen außer- orbenllid) schwierigen Situation bürtir bie» auch allerblng» nicht ohne Einfluß auf bie d.ut'ch fran­zösischen Hanbel»«rlrag»oerhanblungen bleiben werben, bürste zu erwarten sein. Immerhin laßt sich trog be» v elsach geäußerten Dpilmitmu» auch in der sranzößlchen Presse noch keine»weg» lagen, wann die Verhandlungen zu einem positiven Abschluß ge­langen werben.

dann in der Zvncnsrage eine neue Verschleppung auf ganz unbestimmte Zeit zu «reichen. Es ist wohl kein Zufall, daß dies« Stre.ch gerade unter der neuen Minifterpräfidenrichast Poin- carss erfolgt, der ja schvi früh« in der Jonen- ftuge zur offenen Gewalt und »um Aechtsdruch gegriffen ha: Die Entrüstung über dieses Ver­halten ist bearriflich. Wa» wird fie ab« nützen? Entweder schluckt Ne Schweiz die neue bittere Pille und hoste daß dann Frankreich endlich ge­ruhen wirb, da» Abkommen zu genehmigen. Ober e» wird wieder einen unabsetzbaren Stillstand in der Zonensrage geben, währenddem Frank­reich ruhig rm Besitze des umstrittenen Gegen- ftandes bleibt. Das eine wie das andere ist wenig erfreulich unb muß zu allerlei Betrach­tungen über die wunderbare Lage der kleinen Staaten gegen über den immer cttel mutigen und hilfsbereiten s.egreichen Großmächten anreizen!

Strefemann - Briand.

ein relcgrammivcchsel.

Paris. 28. April. (SS) Hridtsaufeenminrfter Dr. Stresemann hat ü-i her. 8uynmmrftfr Brionb anläßlich kmes- 25jährigen par­lamentarischen Jubiläum»» folgende Glückw irvchtelegrsrnm gendtict:

..Sehr geehrter Herr Srianb! Sn dem heunaen Tage, an dem e» Ihnen bkfch.eden Ist. auf 25 3?hre eine» an Ehren reichen pollNlchen Leben» yirüdju- blicken, überienbe ich Ihnen -eine ausrichtig. sten Glückwünsche unb spreche bie Hof'nung au* daß Ihnen nocd viele Jahre sruchtbringender Tängfn: belieben fein mögen.'

Außenminister Briand bat Srichsaußenrnmi- fter Dr. 6 t r r f e m a n n mit folpenbrrn Telegramm geantwortet:

eefar gerührt über Ihre Dünsche barfr ich Ihnen dafür sehr ausrichng. Denn ich den während

25 Jahre politischen Leden» durchlaufenen weg zurückblicke, z-hie ich bie letzten beiden Jahre zu den teuchtbrmgendsten meiner Tätigkeit, wäh­rend welcher wir im Intereste unserer beiden Län­der und be» Brlhriebm» in gprneinsamer Verftanbigung da»felbe Ziel versolgt haben.'

Auch bie Stabt Locarno hat Sußenminisler Briand ju jemem Jubiläum (Blutfrounldje über­mittelt.

XationaüNifdfr «rschichtslliiterung.

B a r i » , 28 Sprit. (»TB.) Zu bem Telegramm, ba» Außenminister Briand an stteichraußen- Minister Dr. 6 t r e le m o n n richtete unb in brm er bu tep.ten beiden Jahre seiner Tätigkeit al» die fruchtdringenbsten bezeichne, hat. wa» be- beulet baß er sich glücklich schätzt, im Interesse be» europäischen Fneben» mit dem verantwortlichen Vetter der brutschen Außenpolitik unter g!e-chrn Bebingungen arbeiten zu können, glaubt ba» Journal be» Debet»* seststellen zu müßen, ans welche Schwierigkeiten « bei Fort­setzung birsrr Politik stoßen werbe Da* Blatt schrubt namlid} Der Fehler Brionb» 'st. mit ber Begründung zu arbeiten unb so zu hanteln.^L» wenn Deui'chrind sich im gleichen Gc steszustanbbe fände. Der F riebe ist für Deulschlanb nur ein ®,ttcl « onzessionen zu erholten, ein »it< tcL feine S«ar.tn>ortlid3fi: unb fein Unrecht in vergef fenheil ;u brmger. ein SRitleL ferne Riederla.e ju c-erwiichen. cd wünschen»wen auch lonefif SezÜbungen mit Deulschlanb sind, so be- daurrluh find Abkommen, bet benen wir alle 6 oft t n tragen'ter. Die Ereignifle haben un» feit einigen Wochen Gelegenheit gegeben, unsere Be­lnif zu revidieren. Der von Bnonb unternimmt ne Beriudj bat nur zu lange gedauert. E» ist bemon strativ: Deutschland ist keineswegs zu der Annäherung bereit, die Bnant ins Buge gefaßt hatte. Alle unsere Interesten unb unsere

Geschichte in ben letzten zehn Jahren zeigen un», daß ber Friede im Westen mn durch eine eng­lisch-französische Verständigung mög­lich ist, wa» ai'dq brr stampf gegen be? Bolschewi»- mus unb die Möglichkeit einer eingehenben Nach- orüsung unterer auswärtigen Loge gebietet Der Supenbbif ist allo nicht geeignet, sich dem Deutschen Gleich zuzuwenden, da» mit wowjetrußland ein dunk­le» Spiel treibt, dessen Absichten un» keine«w,g» aünltigt sind unb besten Folgen für un» unhrif- bringend sein können

Der Kamps um bie Rheinland» räumung.

Die französische Linkspresse harte es bieder vorgezogen, «ufr an der wiederaus geflammten De­batte über das Thema der Ahonlandräu- mung nicht allzu stark zu beteiligen. Sie üb«- ließ es in ber Hauptsache den rechtsstehenden TI Altern, uns den Standpunkt der maßgebenden politischen Kreise Franfrrichs auseinankter zu setzen Jetzt ab« «greift plötzlich die links Orient irrte ,Ere Houoelle das Wort, nutzt um unt zu lagen, daß sie unsere Fvrb«ung nach Zvrück- i.ebung der Bef atz ungs truppen für berechtigt halte, sondern um festzufteLen daß b-t Räu­mung von der rrhloten Erfüllung der Sicher « he', tsklausel abhängig sei Wir haben in tr.riem Punkte nicht LnerhÄHche» geleistet, Haber tr.e griamte Rüstung zerstört, bie Locarno-Ber- trägt abgeschlossen unb un# auch w-ri<chaftli: und finan-'eU so festgelegt, daß Ärieasvorber. hm gen unlereritits auf 3ahr^eßntt heraus t Ding der Unmöglichkeit lind Da» alle» w jedoch tr.e Ere Houodle nicht geilen lasten. L bringt vielmehr die Ahrinlandräumung. die dock, erne rein dcutfch-franzö'ilchc Ange­legenheit ist. überrollenbertorte mit der europäischen Entwaffnung m Dkrbtn- dung Weirn ein französische» blatt so weit