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?O. vchankwirtschasten (ohne Beherbergung) Wur­den 1924 4392 gezählt, 1923 = 4490, 1926 = 4576; ohne AuSschank geistiger Getränke waren eS 1924 = 151. 1925 = 163, 1926 168. Zum

Kleinhandel mit Branntwein und Spirituosen waren 1924 1692 Geschäfte zugelassen, 1925 = 1844 und 1926 = 1952.

Oderhessen.

Lnndkrcie Gießen

ff) Lollar, 27. 3an, Am hiesigen Güter- bahnh os besteht sett Wochen reg er Q n t kadeverkehr. Täglich treffen mehrere Eifen- bahnwagen mit Kletnpslaster-unbBorb- steinen «in. um von hier mittels Auto an die Landstrasze Lollar^Giehen befördert au werden, die bekanntlich im Frühjahr mit Kleinpslalter versehen wird. Zur Beschl.-uniguna deS Aufladens hat der Fuhrunternehmer nach eigenen Angaben ein Ladegerät erbauen lasten, das feit Montag benutzt wird. Es ist ein auf vier Rädern ruhendes Cilengeitell, auf das ein besonderer Kasten aufgesetzt ist. der an der einen Seite drehbar mit dein Eilengestell verbun­den ist, während sich an der anderen Seite eine Hebevorrichtung mit Gewinde und Zahnstange befindet. Der Boden des Kasten- ist zur Er­zielung gröberer Haltbarkeit und »laben Ab- rutschsläche mit Eisenblech belegt. Das Gerät ist leicht fahrbar und ermöglicht so die schnelle Bewegung von einem Wagen zum anderen. Mit der Schaffung diese- HllsSlaberntttels erreicht der Unternehmer rasches Beladen seine- Auto- durch Einkippen. ferner aber auch ununterbrochene Beschäftigung seine- Entladepersonal-, denn wäh. renb boS Auto die Steine fortbringt, wird der Kasten de- Ladegerätes erneut angrsüllt, so daß auch der Lastwagen ständig in Betrieb fein kann. Mi« wir hören, hat der Unternehmer diete- Ladegerät zur Patentierung angemeldet. Die an- Ausahrende Menge Kleinpslaster beträgt rund 5003 Tonnen. Für unsere OrtSstraße bedeutet dies neben dem sonstigen starken Lastwagenver­kehr eine bedeutende Belastung, wo» sich von Woche zu Woche In der Beschaffenheit der Strafte zeigt. Zu den genannten Baustoffen kommt später noch der große Bedarf an Kies und Sand, beten Anfuhr die Strafte weiterhin noch auf längere Zeit übermäßig belastet. Die Frage drr Pfla­sterung unserer Ortsdurchfahrt tritt daher mehr und mehr in den Vordergrund ES erscheint notwendig, das; auch unsere Gemeinde- väter sich bald mit dieser wichtigen Angelegen­heit befassen und mit dem KreiS Gießen in Verhandlungen treten, zumal sich, wir wir früher schon berichtet haben, da» im Jahre 1928 an­gewandte Terrung-vecsatzren nicht bewährt hat und der jetzige Zustand nur durch eine Reu- walzurg oder Pflasterung au beheben ist. Dabei kommt noch in Betracht, baß im Anschluß an die Pflasterung der Landstrafte Lollar Gießen für diese- Jahr auch noch die Strecke vom Orts- auSaang Lollar bis Kirchberg gepflastert werden soll. Es würde also gerade unsere Ortsdurchfahrt unberückfichligt bleiben. Für das Jahr 1 928 ist die Pflasterung der Land- strafte Kirchberg bi-AurLandesarenze in Aussicht genommen. Hier macht der tl.'se Sin- fchnitt der Liesenbach, kurz vor der Landes- qcenze, mit starkem Gefälle und entsprechend starker Steigung auf kurze Strecken Schwierig­keiten. die das Kreisbauamt Gießen dadurch bewältigen will, daß die Strafte an ihrer tiefsten Stelle durch Aussüllen um acht Meter gehoben wird.

: Beuern, 27. 3an. Unter Turn verein G u t Hei l" bot am Sonntag feinen Mit­gliedern einen geselligen Abend, der außer* ordentlich zahlreich besucht war Der erste Bor- sitzende, Schrelnermelfter Wilhelm Arnold, knüpfte an feine kernige Begrüßungsansprache einige Interessante Mitteilungen über den Werde­gang deS Bereins und betonte öle hohen Ideale, denen bet Verein nachstrebt. Turnerische Darbie­tungen, einige flott gespielte Theaterstücke und Lanz bereiteren den Besuchern genußreiche Stun­den. Die turnerischen Hebungen unter der Lei«« Ltung des ersten Turnwarts Otto Linden- st r u th legten bestes Zeugnis ob von der emsi­gen Arbeit Im Verein.

Leihgestern. 27. San. Der hiesige landwirtschaftliche Konsum verein i hielt dieser Tage seine 33. ordentliche General­versammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht des Direktor» T e f t o t II. war zu entnehmen, daß die Genossenschaft unter mustergültiger Führung finanziell gut steht. Dem Reservefonds und der Detricbsrücklage konnten weitere 600 Mk. zu« gewiesen und den Mitgliedern 6 Prvz. Waren- dividende auSg.'schüttet werden 3m abgelausenen Geschäftsjahr sind 36 neue Mitglieder der Ge­nossenschaft beigetreten. Den geschäftlichen Ver­handlungen fchlosfen fich einige gesellige Stunden der Mitglieder mit ihren Familien an.

df. Langsdorf. 27. Ian. Bei der hie­sigen Holzvcrfteigerung war trotz bei erstklassigen Holzes und trotz der guten Absuhr- lage ein erheblicher Preisrückgang zu verzeichnen. SS wurden folgende Durchschnitts- pretse erzielt: 1 Raummeter Duchenscheit 13,50 Mark, 1 Raummeter Buchenknüppel 9 Mark. 1 Meier Duchenreiser 1.70 Mark: 1 Raummeter Buchenstöcke 6 Mark. Wie verlautet, findet die nächste Brennhoizversteigerung in etwa 14 Tagen statt, bei der wieder größere Mengen zur Ver­steigerung kommen sollen.

KreiS Friedberg.

m. Butzbach, 27. 3;n. Unsere Stadt hat hinsichtlich des Verkehrs in der letzten Zeit eine bedeutende Verbesserung er­hallen durch die Schasfung einer ganzen Reihe von Autolinien. So werden täglich nach Rieder-Weisel 8, nach Hochweisel 4. nach Holz­heim 3, nach Meguin 2 und nach Langenhain 3iegenbcrg über Hochweisel, Münster und Fauer­bach 2 Fahrten unternommen. An zwei Tagen in der Woche. MontagS und Donnerstags, totrö täglich zweimal nach Griedelbach über Hausen, cfpa, Weiperfelden und Brandoberndors. DienS- tags und Freitag» nach Kleeberg über Pohl- Göns, Riederkleen, SbersgönS und Oberkleen ge­fahren. ff» wäre sehr zu wünschen, haft diese Autolinien auch im Sommer bestehen blieben. Die Bautätigkeit in unserer Stadt nimmt gegenwärtig einen erfreulichen Aus- ichwung 3n der Landaras-Philipp-Straße hat tue Eigenheiin-Baugesellschaft eine Reihe von Sin- samilienhäufern im Rohbau ausgestellt. Der Dau- Herr braucht nur 1000 Mk. Sigenkapital zu besitzen. Die übrige Dausumme wird zu einem niederen Prozentsatz verzinst und in Monatsraten in der Höhe der entsprechenden Mietfätze abgetragen. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Dau- unb

Siedlung-gemeinschaft. die hier gegenwärtig ca. 60 Mitglieder zählt, wird in diesem Jahre eben­falls mit dem Dau einiger Wohnhäuser be-

unb zielbewußte Arbeit abstattele. wenn das von ihm Erreichte erhalten bliebe. Die Finanz­lage der Landeskirche und der sich immer fühl-

ginnen.

4- Bab-Rauheim. 27. 3an. Die Ho- tlr. a lHotelindustrle). die seit Jahren um eine Herabsetzung der Bäderpreise und bet Kurabgaben kämpft, hat in e ncr in stark besuchter Dersammluitg gefaßten <S n t f d> lie­ft u n g erneut die Forderung der Preissen­kung erhoben. Da» Hotelgewerbe hat sich in seiner Preisgestaltung berells der geschwächten Kauslrast deS Publikum- angepaßt und hofft, daß nun auch die Badevnwaltung Ihre Preis­politik ändert Man erwartet davon eine Stei­

gerung des Fremdenverkehr- und im Zusammenhang Damit e ne Stärkung de» ge­samten hiesigen Wirtschaftslebens.

WSR. Vilbel. 27.3an. Durch das Ein­greifen de- KreiSomtS in Friedberg ist e» ge­lungen. den f ommuna len Konflikt -wi­schen Bürgerlichen und Sozialdemokraten bet- zulegen. Die bürgerlichen Demcindeverord- neten nehmen nunmehr an den Gemeinderats­sitzungen wieder teil.

WS21. Dortelweil bei DUbel. 27. 3an. Heute vormittag geriet aus der Fahrt nach Gie­ßen da» vollbeladene Möbeltransport­auto der Firma Adler in Darmstadt kurz vor dem Ort infolge S,plofion de» Benzintanks in D r a n b. Der Wagen brannte famt 3 n- ßalt bi» auf bad EhafftS nieder, wäh­rend der Anhängewagen noch rechtzeitig in Sicher­heit gebracht werden konnte. Don dem Fahr- perfonal wurde niemand verletzt.

Mrcie Lchotten.

+ Schotten, 27. 3an. Sin Äommanbo der Schutzpolizei Friedberg In Stärke von 20 Mann hat auch in diesem Jahre wieder die Schutzhütte bei R uding-hain bezogen, um auf dem HvherodSkopf Hebungen im Ski­lauf abzuhalten.

=. = Gedern, 27. 3an. Der ßlefige Orts­gewerbeverein gründete im Februar vori­gen 3ahres für feine Mitglieder eine Unter« stützung-kaffe, die sich bishcr sehr gedeih­lich entwickelte und in Krankheitsfällen wcrtvolle Hilfe leistete. Der Reinüoerfchust des abgelau­senen 3abreS bezifferte sich cuf 540 99 Ml. Man hofft, daß diese Einrichtung immer mehr An­klang unter den Mitgliedern sinden wird. Dl« Vogelsberger Sängervereini­gung ßkit am Sonntag hier ihre Delegier­tenversammlung unter dem Vorsitz de» Präsidenten Lehrer S t r ö ß i ng e r -OberlaU ab. Der Jahresbericht und die R«hnungsablage ließen eine gedeihliche Aufwärtsentwicklung der Vereinigung erlernen. Rach längerer Aussprache wurde beschlossen, am. und 27. 3unl eine Rheinsahrt zu unternehmen. Ein von Hart- mannshatn ausgehender Sonderzug wird die Leilneyiner nach RüdeSheim bringen. Von hier aus Besuch de» RlederwalddenkmalS. anschließend Dampsersahrt von Aßmanmshausen nach Koblenz und Dahnsahrt zurück durch das Lahntal. Als M a s s e n ch o r wurde bet Mozartfche Thor ..Brüder, reicht die Hand zum Bunde" bestimmt. Dem Andenken Ludwig ixm Beechoven» war ein Vortrag be» Lehrers Colmar- Kaulstoft gewibmet. 3m übrigen beschäftigte man sich noch mit einigen tntemenen BunbeSangelegen- beiten. Der GesangvereinLiederkranz 1842 Ge­dern" beschloß die Tagung mit einigen Chor- gesängrn unter der Leitung des Vundesdlrigen- ien <Jinß.

tog. Gebern, 27.3an. Der letzte Sonntag war hier alS Missionssonntag auSgestaltet. Mis­sionar Lauk aus Frankfurt a. M, ber Reise­prediger der VaSler Missionsgesellschaft, hielt den Haupt- und KindergotieSdienst und abends einen Lichtbi'.dervortrag über China. Die Kol­lekte für die Vasler Mission betrug 51 Mk., für verkaufte Misfionsschriilen wuroen 35 Marl erlöst.

' Wett er selb, 27. San. Unser Psorrer 6crib a wurde am Mittwoch hier, wo er fast 30 Jahre gewirkt hat, zur letzten Ruhe gebettet. Die Beerdigung fand unter Teilnahme der ganzen Gemeinde und einer großen Anzahl auswärtiger Leidtragender statt. Die Orts- und Kirchenvor­stände von hier und Röthges und die Vereine ge­leiteten den Sarg zum Gotteshaus, wo Pfarrer Rebel-Laubach die Gedächtnisrede hielt. 3n schier endlosem Zug wurde nun die sterbliche Hülle des treuen Seelsorgers seiner Gemeinden zum Gottesacker gebracht, wo er neben der ihm vvr- ausgegangenen LebenSgesährtin seine letzte Ruhe­stätte fand. Am Grabe sprach nach der Einsegnung der Dekan bei Dekanates Grunberg. Dekan Schmidt- Grünberg. Rach dem Segen, erteilt durch Psarrer Rebel, folgte dir lange Reihe der Kranzniederlegungen und Rachrufe. Der Gießener Wingolf- und fein Philisterverband, die Gemeinden, Kirchen- und Schulvorstände von Wetterseld und Rölhge». der Kirchenvvrstand Rieder-Mvos. die lutherische Konferenz, der Psarrvercin. die Psarrersterbekasfe, die der Tote ein Menschenalter geleitet hat, die Vereine von hier und Röthges sie alle grüßten durch Kranzniederlegung zum letztenmal unseren teuren Pfarrer.

-»-Ulfa, 27. Jan. Mit dem Dau einer Wagenhalle für daS Auto der Kraft- wagenlinie UlfaNidda soll in aller Kürze begonnen werden. Wenn auch er'ahrungS- gemäß neuerrichtete Autolinlen in den ersten Monaten die stärkste Tenutzung aufweisen und Ueberschüsse abwerfen, fo ist doch anzunehmen, daß auch nach dem Abflauen des Anfangsver­kehr» dir Linie fich als lebensfähig erweist, selbst aus die Gefahr hin, daß die beiden Ge­meinden sich zu unbedeutenden Zuschüssen ver­stehen müßten.

Eschenrod. 27. 3an. Unserem Pfarrer Lic. theol. Dr. phlk. Franz Stumps wurde dieser Tage, wie schon kurz berichtet, die P s a r r* ste11e in Merlau, Dekanat Drünberg. über­tragen. 3n die Wirkungszeit des Geistlichen in unserem Dorfe fällt der innere Ausbau unserer neuen Kirche, die bereits 1914 begonnen, erst in der Nachkriegszeit fertiggestellt und geweiht werden konnte. Daß unser Gotteshaus im 3nnern trotz aller Einfachheit einen fo gediegenen Ein­druck macht, über ein klangvolle», dreistimmige» Geläute verfügt und eine wundervolle, mit allen Errungenschaften der Orgelbaukunst ausgestattete Orgel besitzt, ist im wesentlichen unsere» nun scheidenden Pfarrers Verdienst. Seiner Arbeit

barer machende Pfarrermangel werden eine Wiederbefetzun g unserer Psarr- ft eile in absehbarer Seit nicht ermöglichen, unb e» ist mit einer Verbindung unterer Gemeinde mit dem Kirchspiel Wingershausen zu rechnett.

* Au» dem oberen Niddatal«, 27. 3an. Seit einigen Monaten ist ein scharser Kampf der beiden Landstädtchen Nidda und Schotten um Erhaltung unb Erweiterung be» Käufer ftcllcnben Hinter­landes au beobachten. Dieser .Kamps um8 Dasein" rief z. B die 2lut oltnl en ber Zweck- verbänbe Nidba-Ulsa unb Scholten-Hungen in» Leben, ebenso getilgte er bie sehr begrüßenswerte Erscheinung, baß die Bevölkerung beider Städt­chen. besonder» die GeschästSwelt. .mehr auf die Dörfer gehl". Nachdem Nidda vor einiger Zeit in Ulfa Den Zweckverband N.dda-Ulsa stierte, be­suchte nunmehr ber Schottener Männer- chor 1 83 7 ber. Gesangverein SichelS- bork nicht allein, um gemeinsam einen aemüt» ließen Abenb zu verleben, fonbem auch, um alle wirtschaftliche unb freundschaftliche Bande zu festigen und neue zu knüpfen, lieber Aufstieg und Niedergang der beiden oberhefsifchen Land- städtchen werden neu geschaffene DerkehrSmöglich- keiten. über deren Bestand große Fragezeichen schweben, und der Grab der Dollstümlichkeit der Defchäslswelt eine» dieser Orte weniger ent­scheiden al» bi« günstigere Lage, die Nidda nun einmal bcf.yt. Aber auch der Weiterentwicklung diele» Städtchens finb durch die naßen größeren Plätze Dießen, Friedberg und Franlsurt Grenzen gesetzt, denn die Landbevöllerung gewöhnt sich immer mehr daran, größere Einkäufe nicht ,m Landstädtchen, sondern in der größeren Stadt zu besorgen.

ld. AuS dem vorderen DogelS- berg, 27. 3an. Die andauernden Regen- fälle diese» Winter» haben bie Holzhaue- cei sehr verzögert, benn an vielen Ta­gen mußten die Holzhauer infolge der Rälse die Arbeit abbrechen oder ganz zu Hause bleiben. An den Arbeitstagen ^räumte bie Holzfällerei überdies nicht so. wie bei trockenem Froste, und bie im Akkorb erzielten Löhne entsprechen keineswegs der Schwi.erigkeit der Arbeit unb bem aufgetoanblen Steiße 3n vielen Fällen würben die im Holzhauerakkorb garantierten Minbe st löhne <Waldarbeitertagelohn pluS 25 v. H. Zuschlag) nicht erreicht. Neben ber ungünstigen Witterung wirb bie Beschaf­fenheit unserer CD a Iber, die in ihren sehr licht stehenden Bestäuben nur noch da» Fällen vereinzelt stehender Bäume gestatten, al» lohndrückend bezeichnet.

Starkenburg.

WSN. Heppenheim. 27. 3an. 3n der letzten ©tabtöerorbuetenfinung wurde zur Kennt­nis gebracht, baß ber Abbau b e 6 KreiS- bauamtes in Heppenheim in Aussicht genom­men sei. Die Stadtverorbnrten erhoben bog egen Protest mit ber Degrünbung, baß ein 2lbbau Weber eine CDorminberung ber Kosten beS staat­lichen unb kommunalen Bauwesen» herbeisühren, noch den Bedürfnisfen der Bevölkerung Rech­nung tragen würbe.

Amtsgericht Wetzlar.

Q Unter der Anklage be» schweren Dieb­stahls, sowie be» versuchten schweren Diebstahl» faßen ein Arbeiter aus Wetzlar unb eine Witwe von ba auf der Anklagebank. Die Ver­handlung, zu der zahlreiche Zeugen geladen waren, ergab folgendes: Bei einem Zeugen war in einer Nacht im November 1926 eingebrochen worden, wobei 1 Paar Schuhe, 2 Pfund Butter, Wurst, sowie ein Rucksack mit etwa 12 Pfund Aepfel gestohlen roorben waren. 3n ber gleichen Nacht würbe ber Keller eine» in ber nächsten Nähe wohnenden Zeugen ebensall» durch Ein­brecher heimgesucht. Dec Keller war mittels Diet­rich geöffnet und etwa 30 eiugeleate 61er und Aevfel entwendet worden. 3n einem dritten Fall, ebenfalls in derselben Straße, blieb eS bei dem Versuch. Anscheinend wurden Ne Täler hierbei gestört. Hierbei ließen sie in ber Eile einen Rucksack mit ein Paar Schuhen am Tatort, waS ben Angeklagten zum Verhängnis würbe. Dieser Rucksack gehörte nämlich einem Zeugen, ber mit ben Angeklagten in einem Hau» wohnte unb ben Rucksack schon einige Zett vermißte. Beide Angeklagte leugneten hartnäckig. Das Gericht sah aber beibe al» überführt an, billigte ihnen jedoch, ba ber Werl ber gestohlenen Gegenstänbe nicht sehr erheblich ist, mllbembe ilmftänbe zu. Der erste Angeklagle, der schon mehrfach wegen Diebstahls vorbestraft ist, er­hielt ein 3ahr vier Monate, die noch unbestrafte Witwe drei Monate ®efäng» n i» unter Auferlegung ber Kosten auf bie An­geklagten.

Buntes Allerlei.

Die blind« Frau im Beruf.

Die Arbeit»zentrale be» Vereins blinber Frauen Deutschlanb», Sitz Berlin, gibt eine Handarbeitszeitung in Blindenschrift heraus, die Beschreibungen und Anleitungen zum Nacharbei­ten enthält. Der Briefkasten dieser Zeitschrisl wird von den Blinden rege zu Anfragen und Mitteilung von Erfahrungen benutzt. Die Mo­natsschrift »Die Frauenwelt" des gleichen Ver­eins unterrichtet in der Hauptsache über bie mit Hauswirtschaft zusammenhängenben Arbeiten ber Blinben. Die Blinbe Ist durchaus in der Lage, ihren Haushalt (einschl. Küchenarbciten) ähnlich einer Sehenben zu pflegen. Sie betreibt mit Er­folg Hanbarbeiten wie: Stricken, Hackeln. Okki, Klöppeln. Filieren und Webearbeiten. Sehr gute Erfolge erzielen blinde Frauen auf der Schreib­maschine. am Telephon und in der Musik (Gesang, Geige, Harfe). Auch dem Studium haben sich manche blinde Frauen mit bestem Erfolge An­gewandt. Achtet die blinde Frau! Und helft schon bem blinden Kinde, sich auf einen ernsten Be­rus vorzubereiten, durch Stärkung de» Willen» zur Unabhängigkeit l

an der Vervollkommnung des Choralgesangs und bet Bereicherung und Vertiefung de» mufikali- schcn Teiles der Gottesdienste, sowie seinem Ringen um schöne, gottesdienstliche Formen war voller Ersolg beschieden. Unser Dors wird sich stet- dessen bewußt bleiben müssen, baß e» bem Scheibenben ben schönsten Dank für feine treue

Was die 8lenen leisten.

2lu» ber beutschen Bienenzucht kommen jähr­lich burchschnitt!ich 35 Mill. Mark Honig unb Dachs. Dagegen betrug x. D. die gesamte deutsche Xabalemete nur 16V* Will. Mark, bie preußisch« Äubfererteuaung 32'/» Mill. Mark unb ber preußische Kalisalzerttag 28 Mill. Mark.

Viel größer sind aber die nrlrtetbarei Derk» aus ber Bienenzucht. Leistet doch Ne Bien« ber Landwirtschaft unb Gärtnerei unentgelt­lichen Heimchenbienst bei ber Befruchtung vieler unserer Ra turpf langen. Pros. Dr. Sander be­rechne: ber. 3jßrr»crtraj dieser Rutzpslanz«» auf 630 Mill. Mark und setzt den Anteil der Bienen bei der Beleuchtung aus -wei Drittel bii drei FÜnstel ses: Die deutsche Bienenzucht ist also nkht nne nutzlose Spielerei, sondern sie be­deutet für die VollLwirtfchaft einen sehr be­achtlichen Goldpfemckg. der es verdient, pfleglich behandelt zu werden.

Rach 30 3obren ba» Gcbächtni» ölebergcfunbee.

Sine Geschichte, wie sie bie kühnste Film» phanlafi« nicht rcmantifcher erdenken konnte, wird au» Toronto berichtet. 3n Ontario lebt« ein Mann namenS Frank Burgeß, der elwa 55 3ahr« alt ist, aber über feine Vergangenheit nicht- aus« lagen konnic, da er feil etwa 30 Jahren sein Gedächtnis verloren hatte. Frank, ber als Holz­fäller in ben Waldungen in der Nähe von Truro arbeitete, hatte nun daS Unglück baS fich dann als Glück hcrauSstellte, von einem fallenden Vaumftamm aetrvffen zu werben. Er lag zuerst bewußtlos: als er dann zu fich kam. war er blind, lag mehrere Stunden lang hilflos da unb fand bann fein Augenlicht toi ober unb zugleich fein Gebächtnis. Sic Bilder feines Lebens vor drei Jahrzehnten traten plötzlich wieder lebendig vor fein inneres Auge, unb er erinnerte sich daran, wie sich bie Nacht ber Vergessenheit aus seinen Geist gesenkt hatte. Gr war vor 30 Jahre« Kapitän unb segelte von Neu-Schottlanb fort, um feine Braut aus Neu-Sübwales heirn-u- sühren. Alle« war zur Hochzeit vorbereitet, fein neue- Haus erwartete ihn mit feiner jungen Frau, aber er kehrte niemals zurück, unb bie Mutter von Burgeß erhielt einen Brief, tn bem ihr mitgeteilt würbe, ber Sohn fei an Fleckfieber ge­storben unb in Longlev-Island begraben worden. Tatsächlich hatte Frank auf ber Fahrt Schiff­bruch erlitten, war nach furchtbaren Entbehrun­gen gerettet worben unb hatte fein Gedächtnis verloren. Nunmehr erinnerte er sich daran, Daß er nach dieser Zeit auf verschiedenen Schiffen alS Matrose tn australischen und südarmr koni­schen Häsen gewesen war. und wußte als feinen ursprünglichen Wohnort tn Reu-Schottlanb Hantsport anzugeben. Nach 30 Jahren Ist er jetzt zu seiner Mutter unb in das Haus zurückgekehrt, das er zur Aufnahme feiner jungen Frau aus­gerüstet hatte.

verzwcislungskampf mit einem CÖroen.

Einen furchtbaren Kampf m t einem Löwen hat ein Beamter der Station Chipirga In Rho­desien glücklich burchgefährt. Löwen b unrußigtrn die Nachbarschaft feit einiger Zeit, unb man ver­giftete daher die Leich« eines Esels, ben sie ge­tötet hatten, und legte fie in die Niste, um bl« Löwen zu töten, wenn sie zuruckkehrien. Al« Hoare, der Beamte, mit einem eingeborenen Schutzmann Mokwlrl und sechs anderen Einge­borenen am andern Morgen hinkam, sand er einen Löwen von dem Gift getötet. AlS fle aber bann ber Spur eines andern Löwen 8 Kilometer weit durch den dichten Urwald folgten, konnten fie nichts weiter entdecken, als das zeitweise Aufleuchten feines Schwanzes. Die Bestie hielt sich sonst ganz gedeckt. Hoare feuerte schließlich auf eine »Stelle, an der er einen lebenswichtigen Seil be» Tieres zu treffen hoffte, aber Die Kugel traf ben Löwen nur in ben Fuß, unb brr Schmerz machte daS Tier so wütend, daß e» ben Beamten angriff. Dieser schoß ben Löwen in das weitgeössnete Maul, und als er bann sah, baß er alle Kugeln verschossen hatte, riß er ben Revolver hervor unb feuerte, al« ber Löwe ihn bereits nlebertoarf und ihm Arme und Beine zerfleischte. Hoare behielt noch die Kraft, bie fünf Ladungen de- Revolver- in den Körper be» Tieres *u feuern. Der Schuhmann rannte mit einer Axt herbei unb versetzte bem Tier ben Tobesstreich, all eS. von seinen CDunben er schöpft, neben Hoare nieb.raefunfen war. Die Wunben bes 3ägers finb schwer, konnten aber von einem Missionar verbunden werben, ber in 68 Stunben ben 250 Kilometer weiten Weg bi« zu bem Platz zurücklegte, an bem ber Besieger b?» Löwen lag.

Eingesandt.

(Für Form und 3nbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion bem Publikum gegeni:h- (einerlei Verantwortung.) lieble DerfaHung

de» Dege» nach bem Elektrljltätsmerf.

Die Klagen über schlechte Wegeoerhältniss« meh. ren sich. Doch sollte man glauben, daß die Zugang», weae zu den städtischen Betrieben, an Deren Ge­deihen die Allgemeinheit sowie die Stadt Gieße» selbst sehr interessiert ist, einigennaßen passierbar wären. Bei einigen Besuchen auf dem Elektrizi­tätswerk mußte ich icdoch die Erfahrung machen, daß gerade dieses Wert bei schlechtem Welter kaum 3U erreichen ist. Der an und für sich nur 0L0 Meter breite Plattensteg, der den Zugangsweg von der chammstraße bis zum Elektrizitätswerk darstelll, ist durch die nebenan vor sich gehende Errichtung eine» städtischen Lagerplatzes für Pflasterstein« sowie durch den dadurch entstehenden (fuhroerkehr bet vem anhaltenden schlechten Welter total oerfchlammt. Bei der Unmöglichkeit, ouszuweichen. gerät man In G« fahr, im Schlamm der schmalen, nebenher laufenden Fahrstraße xu versinken oder über und über mit Schmutz beivritzt w werden. Für älter«, schlecht sehende Personen scheint mir der Gang nach dem Elektrizitätswerk überhaupt ein lebensgefährliches Wagnis. Der lange Weg vom Derwaltungpgebäude nach der Inftallationsobteilung und Lageroerwab tung ist bei schlechtem Wetter gleichsalls unpassier­bar, und man kann von Glück sagen, wenn man an dunklen oder nebligen Abenden nicht in Die Lahn fällt. Es bedarf m. ff. wohl nur dieses öffentlichen Hinwelfes, um andere Verkehrsverhältniffe herbei- zuführsn. M.

Rundfunk-Programm

deS frankfurter EenderS.

(Aus der.Radio-Umfchau*.)

Samstag. 29. Januar.

3.30 bi» 4 Uhr: Di« Stunde ber 3ugenb. 430 bi» 5.43 Uhr: Konzert beS HauSorchesterS. G. Derbi. 5.45 biS 6.05 Uhr: Der 'Brieftaffcn 6.45 bis 7.45 Uhr. .Reugriechifche Mufil". Dor­trag von Dr. Heinitz. 7.45 bi« 8.15 Uhr: .Die Struktur bes DöllerbunbeS." Vortrag von Direk­tor W. Beckmann. 8.18 biS 9.15 Uhr: Mozart- Konzert. 9.15 Uhr. Heberttagung von Kaffe! Konzert be« Kasseler Sinsonie-Orchester». An- schließenb biS 1230 Uhr: Tan-muslL