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Ans der Provinzialhauptstadl.

Gießen, dsn 27. September 1927.

Dahlien.

Doch einmal, bevor der Sommer stirbt, gießt er Farben über die Welt.

Müde unb alt ist da- Laubwerk. Sie Sonne hat daS Grün -mn stumpfen Braun verfärbt, Regen und Wind haben Lücken gerissen in die lebende Mauer. Eben durch diese Lücken stiehlt sich das bunte Leuchten der Herbstblumen, der Dahlien.

Wie war das doch damals? GS ist lange her, aber noch lange nicht so weit zurück, daß es der Erinnerung entschwunden wäre. Kam: über­haupt etwas entschwinden, das man recht be­sessen hat? Es kommt ja doch immer wieder, in anderer Sonn, nicht mehr als Besitz wie einst. Aber man besitzt es vielleicht im sinnigen Borübergehen mehr als dann, wenn man sagt: Das ist mein! und damit nur prahlt vor den andern, innerlich aber daran keinen Anteil hat, weil man sich schnell wieder Heuern zuwendet.

Damals ging auch der Sommer, und es kam der Herbst. Es gingen die Sommerblumen vor dem Haus, und die Dahlien leuchteten auf. Wie über Aacht halten sie sich im Garten entfaltet, und neugierige, Wunder schauende Kinderaugen standen vor den rasch erschlossenen Blüten, die in der klaren Herbstsonne doppelt hell leuch­teten. Seine Spinnenfäden glitzerten über den Blüten. Ein Spinnlein turnte auf ihnen, daß das feine Gewebe zitterte. Unwillkürlich suchte der Blick die Wipfel der nahen Bäume, die schwer niederhingen, weil sie Lasten köstlichen Obstes trugen. Damals sah man nur die Früchte, oder die weihen Wolken, die durch das Laub­dach strahlten, und, vom raschen Herbstwind ge­trieben. schnell hinsegelten, über den lichten Himmel. Richt empfand man, daß Früchtetragen immer Last bedeutet. Der Dahlien Farbenpracht und des Baumes Früchtesegen waren nur Glück und Freude. Ein Mann, d ; selbst schon gebückt Ging, sprach auch wie ür: Die Älhlienr blühen! Aber seine Worte hatten einen andern Klang, und man verstand ihn nicht. Hnb man verstand nicht, daß man dabei ernst und sorgen­voll dreinschauen konnte. Denn daS war doch schön und gab zu Freude Anlaß, daß der Garten in sagten, leuch lenden Farben prangte.

Jahre gingen darüber hin. Wo ist der Mann, der damals mit ernstem Blick auf die von ihm «hegten Dahlien blickte? Wo sind die Dahlien, die ein Sugendglück für uns einschlossen? Sn fremde Gärten sieht man. Unb es sind andere Dahlien, an denen man sich freut. Unwillkürlich formt man auch die Worte: Die Dahlien blühen schon!, und besinnt sich plötzlich, daß in diesen Worten jener Ton klingt, den man damals nicht verstand. Auch die Früchte am niederhängenden Zweig sieht man, aber man sieht nicht mehr durch das Blattwerk zu den ziehenden Wolken, sondern man sieht plötzlich nur, daß Lasten ge­tragen werden, und daß sich deshalb die Zweige zur Erde beugen. Man denkt daran, daß man sich damals über das Gebücktgehen der andern wunderte. Und wundert sich heute auch darüber nicht mehr. So vieles ist einem verständlich, selbstverständlich geworden, und man gäbe viel darum, wenn man noch Wunderbares darin sehen könne. Auch das versteht man, warum prächtige Farben ausgeschüttet werden. Farben, die der Frühling nicht hatte, und der Sommer verschmähte. Gewiß freut man sich ihrer Pracht, freut sich auch des Früchtereichtums. Aber man weiß auch daß eS eine schönere Zeit ist, die nicht der Früchte zu achten braucht, sondern über Blumenbeete hinstürrnt. unermeßlich reich durch eigene Lebenssülle, die unabhängig ist von Far^- benpracht und Herbstsegen. 11 nb der Trost: Alles hat seine Zeit! nützt einem nicht viel. O. S.

Die städtischen Körper chaften im Flughafen.

Der Gießener Flughafen, insbeson­dere das kürzlich fertiggestellte neue Flug­hafengebäude, war gestern das Ziel einer Desuchssahrt, die von den Mitgliedern der Stadt­verwaltung, zahlreichen Stadtverordneten und einer Anzahl anderer geladener Herren gemein­sam unternommen wurde. Sn zwei Autoomni- bussen der Reichspost erfolgte rasch und bequem die Beförderung. Bor dem Flughafengebäude empfingen Beigeordneter Dr. Hamm und das ehrenamtliche Vorstandsmitglied der Luftverkehr- 21.-®. Oberhessen-Lahngau (Oblag), Regierungs­rat Schmidt, die Gäste, die sich bann zunächst vor dem Gebäube auf der Rollbahn versam­melten, um hier einige informatorische Mit­teilungen des Beigeordneten Dr. Hamm über die Reugestaltung des Flughafens und besonders über das neue Flughafengebäude entgegenzuneh­men. Die Darlegungen deckten sich mit den An­gaben, die wir in unserer Rr. 212 vom 10. Sept, in dem ArtikelDas Flughafengebäude inGießen" veröffentlichten. Qleu und von besonderer Wich­tigkeit war die Mitteilung, daß unser Flughafen in seiner jetzigen Gestaltung vollkommen den Bestimmungen des Weltluftverkehrs entspricht. Sm Anschluß an die Erklärungen des Beigeord­neten Dr. Hamm erfolgte ein kurzer Desichti- gungsgang über die Rollbahn, darauf kehrte man -um Flughafengebäude zurück, das nunmehr in allen Teilen eingehend besichtigt wurde, lleber-

Ipvachm t*e Besuch« chve volle Be- friediguna aus über das, was dort dank der groß­zügigen Förderung durch die Stadtverwaltung mck> Stadtverordnetent^rsammlimg geschaffen worben ist. Bei einem geselligen Zusammensein begrüßte Oberbürgermeister Dr. Keller als Hausherr die Gäste der Oblag, wies auf die anerkennens­werte Bereitwilligkeit des Stadtparlaments bei der Förderung dieses großzügigen Derkehrs- unternehmens für unsere Staat hin, und brachte zum Ausdruck, daß auch für die Zukunst alles getan werde, was notwendig sei, um Gießens Stellung im Luftverkehr auf der Höhe zu halten und zu festigen. Weiter dankte der Redner allen an der Schaffung des neuen Gebäudes Beteiligten herzlich für den hingebenden Eifer bei der Ar­beit, wodurch es möglich geworden sei, dieses Gebäude in so kurzer Zeit zu vollenden. Bürger­sinn und Heimatliebe, Sdealismus und Zukunfts­glaube seien die Fundamente des Aufblühens der deutschen Städte gewesen, möge es hieran auch in unserer Stadt bei der Förderung des Luftverkehrs niemals fehlen. Provinzialdireltor Graef begrüßte die Versammelten im Ranen der Oblag, gab einen Rückblick auf die Entwick­lungsgeschichte unseres Flughafens, und hob dabei mit Genugtuung hervor, daß unsere Provinz mit dieser Einrichtung sich die Selbständigkeit inner­halb des Hess. Luftverkehrswesens erhalten habe. Weiter rühmte der Redner das ausgezeichnete Zusammenarbeiten mit der Südwestdeutschen Luft- verkehrs-A.-G. in Frankfurt, die dem hiesigen Hnternehmen in großzügiger und zweckdienlichster Weise mit Rat und Förderung gedient habe. Der Redner wies sodann mit Worten herzlichen Dan­kes auf die hervorragende und bereittoillv'e För­derung des Unternehmens durch die Gießener städtischen Körperschaften hin, die in großzügiger und weitblickender Weise die Erfordernisse der Zeit erkannt und ifjnen in bester Weise Rechnung getragen hätten. Er wünschte dem Unternehmen und der Stadt Gießen, daß alle auf diese Ein­richtung gesetzten Hoffnungen in reichem Maße in Erfüllung gehen möchten, zum Wohle der Stadt Gießen und der oberhessischen Wirtschaft. Sm Laufe des Abends wurden noch manche Reden gehalten, deren Mittelpunkt das neue Flughafen­gebäude war. Hebereinstimmend kam daher zum Ausdruck, daß es allgemeiner Wille sei, diesem Unternehmen auch fernerhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Verlauf des Abends hat gezeigt, daß alle Kre.fe der Bürgerschaft durch ihre erwählten Vertreter voll und ganz hinter diesem Unternehmen stehen, das jetzt durch die Schaffung des neuen Gebäudes eine würdige Krönung erfahren hat, und das in künftiger Zeit noch zu einem der bedeutendsten Teile un­seres kommunalen Lebens werden dürste.

Gebt zur Hindenburgspende!

Am 2. Oktober wird der Reichspäsident von Hindenburg 80 Jahre ali. Soweit die Deut­schen daheim und draußen sich über alles Schwere der lehien 13 Jahre hinaus den Sinn und das Ver­ständnis für feste, tiefe Vaterlandsliebe bewahrt haben, werden sie an diesem Tage in Ehrung und Dankbarkeit dieses Mannes gedenken, dessen ganzes Leben selbstloser Dienst an Volk und Vaterland war. So wie Hindenburg stets nid)t Morte, sondern Taten zu Zeugen seiner Gesinnung gemacht hat, so möge auch das deutsche Volk seiner Verehrung für den 80jährigen Reichspräsidenten Ausdruck durch die einheitliche Tat verleihen.

Hindenburg hat nie etwas für sich gewünscht. Auch zu seinem 80. Geburtstage hat er nur den u n - eigennützigen Herzenswunsch geäußert, daß ein gutes Ergebnis der von Reichsregierung und Länderregierungen in Uebereinstimmung mit großen verbänden der wirtschaft, der Arbeitnehmer­schaft, der Kommunen, der veamtenschaft usw. Ins Leben gerufene hindenburgspende ihm selbst die Möglichkeit geben möge, Rot da zu lindern, wo sie an ihn als letzte Zuflucht heran­tritt. Jeder Deutsche, der sich durch Dank und Ver­ehrung Hindenburg verbunden fühlt, möge nach seinen Kräften zur hindenburgspende geben? Zeigt durch eure Beteiligung, daß das deutsche Volk einig fein kann und einig ist, wenn es gilt, in seinem greifen Führer alle guten und großen deutschen Eigenschaften zu ehren.

Die Anmeldung vsn Auswerlungs nsvrüchen.

Amtlich wirb mitgeteilt: Rach § 16 bes Auf- werttmgsgesehes findet Die Auswertung auf Grunb des Vorbehalts der Rechte ober kraft Rückwirkung nur statt,wenn ber Gläubiger ben Anspruch auf Aufwertung bis -um 1. Samiar 1926 bei ber Aufwertungsstelle aninelbet". Bei unverschuldeter Versäumung dieser Anmeldung gestattet bas Ergänzungsgeseh vom 9. Suli 1927 für die Aufwertung ber persönlichen Forderung die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand,wenn der gläubiger die Anmeldung der Forderung bis zum 1. Oktober 1927 nachholt". Dor kurzem hat ein Senat des Kammergerichts ent­schieden, daß, wenn die Anmeldung nicht gänz­lich unterblieben, sondern nur verspätet, d. h. nach der.« 1. Samiar 1926 bewirkt sei. es einer Wiederholung der Anmeldung nicht bedarf. Das Schrifttum steht, soweit bekannt, auf einem an­deren Standpunkt. Wie die übrigen Gerichte und namentlich auch das Reichsgericht entscheiden werden, steht dahin. Bei dieser Sachlage werden die Beteiligten zu prüfen haben, ob es zur Vermeidung von Rechtsverlusten nicht vor -

sichtiger ist, unter dem alten Recht verspätet bewirkte Anmeldungen rechtzeitig, also bis zum 1. Oktober 1927 zu wi eder hvlen.

Gi. >. p. .cnn:a..tprelse.

Es kosteten auf dein heutigen Wochenmarkt: Butler 200 bis 210, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 130, Wirsing 10 bis 15, Weiß­kraut 8 bis 15, Rotkraut 12 bis 20, gelbe Rüben 12 bis 15. rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 10, Bohnen, grüne 20, gelbe 25 bis 30. Unter-Kohlrabi 8, Feldsalat 80, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 40, Kartoffeln 4 bis 5, Frühäpfel 10 bis 15, Dirnen 5 bis 20, Brombeeren 40 bis 50, Preißelbeeven50, Zwetschen 10 bis 15, Rüsse 50 bis 60, junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 130 Ps. das Pfund: Tauben 50 bis 60, Eier 16, Dlumenlohl 20 bis 130, Salatgurken 10 bis 70, Einmachgurken 4 bis 6, Endivien 10 bis 20, Ober-Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Ps. das Stück: Radieschen Dd. 12 Pf.

Bornotizen.

Taaeskalender für Dienstag. V. f. B.: & Uhr: Vereinsheim Waldsportplatz, Monatsversainmlung. Palast-Lichtspiele:Mein Heidelberg, ich kann dich nie vergessen." Aftoria- Lichtspiele:Der Zusammenbruch".

Der Turnverein 1846 Gießen veranstaltet am kommenden Donnerstagabend ein Dereins-Wett- und Werbeschwimmen, Sn der kurzen Zeit, seit 1922, wo dem Verein eine S chw imm - Ab teilung angegliedert wurde, hat sich diese, wie man uns schreibt, in glänzender Weis« entwickelt. Sn zwei wöchentlichen Hebungsstunden werden Turnerinnen und Turner zum volks­tümlichen Schwimmen herangebildet. Einige haben sich als Wettkämpfer herausgeschält, die sich heute mit an die Spitze der Turner-Schwimm­bewegung stellen können. Der kommende Don­nerstag soll zeigen, was die Abteilung heute leisten kann. Es finden Einzelwettkämpfe im Schwimmen für alle Stufen statt, außerdem Staffeln und Scherzspiele, Springen der Besten, ein Reigenschwimmen der Darmstädter Muster­riege, sowie ein Wasferballfpiel. Der Besuch dieser Veranstaltung dürfte lohnend fein. (Siehe heutige Anzeige.)

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' Die Tätigkeit deö Gießener Reichswehr-Bataillons. Das Bataillon war am Mittwoch, 2, September, nach über 24stündiger Bahnfahrt in Paderborn cingetroffen und hat hier in 6er Kaserne des Snfanterie- Regiments 18 Unterkunft bezogen. Arn 22. und 23. fand das gesamte 15. Snfanterie-Regiment bei den Hebungen der 3. Kavallerie-Division rings um das Sennelager als motorisierter Verband Verwendung. Am 24. wurde das Regiment in das Manövergelände des Gruppenkommandos 2 auf Kraftwagen abtransportiert. Die zahlreichen Lastkraftwagen-Kolonnen erregten bei der Durch­fahrt durch Lippstadt-Soest und den anderen Ortschaften erhebliches Aufsehen. Am Rordufer der Möhneta'fperre entlang fahrend erreichte das 1. Bataillon Snfanterie-Regiments 15 nach über 100 Kilome.er Kraftwagenmarsch die Gegend um Rüthen, wo es vom 24. abends bis zum 26. Sep­tember gastliche Aufnahme fand. Am 26. früh begannen die großen Manöver der Gruppen­kommandos 2 unter Leitung des Generals Rein­hardt. Sie spielen sich in der Hauptsache in der Gegend Brakel-Lichtenau-Warburg ab. Das Bataillon wird nach Abschluß dieses Manövers am 29. früh in Kassel verladen und trifft nach­mittags 15.04 wieder in Gießen ein.

* Der Blumenschmuck-Wettbewerb des Verkehrs-Vereins. Mit Genug­tuung konnte, wie man uns mitteilt, von der Be­wertungskommission festgestellt werden, daß in diesem Sahre der Anregung des Verkehrs-Ver­eins zur Schmückung der Häuser und Vorgärten in sehr reichem Maße nachgekommen wurde. Be­sonders erfreulich ist, daß alle Devölkerungs- schichten ihre Freude an Blumen durch die Schmückung der Häuser zeigen und damit das Stadtbild verschönern heften: leider fehlen aber auch solche nicht, die weder am Haus, noch im Garten irgendwelche Blumen angepflanzt haben. Es war der Bewerttnrgskommission infolge der Menge des Gebotenen die Prämiierung nicht leicht gemacht. Festgestellt wurden 17 erste und 117 zweite Preise, sowie 228 lobende Erwähnungen und lobende Anerkennungen. Die mit dem ersten und zweiten Preis Ausgezeichneten erhalten Gegenstände, die Rainen sämtlicher Preisträger werden in unserem heutigen Anzeigenteil ver­öffentlicht. Sm Laufe des Sahres haben zwei Besichtigungen stattgesunden, bei denen sich er­gab, daß auch Schmückungen, die nicht zum Wett­bewerb angemeldet waren, mit Preisen bedacht werden konnten. Hm jedoch zu vermeiden, daß eine schone Schmückung übersehen wird, oder Srrtümer in der Ramensfestftellung erfolgen, liegt es im Sntereffe jedes einzelnen, der Ditte des Derkehrs-Dereins zu entsprechen und die Anlagen, die er prämiiert zu sehen wünscht, im Frühjahr jedes Sahres im Verkehrsbüro. Sel­tersweg 93, anzumelden. Besonderer Erwähnung bedarf die Bemühung der Stadtverwaltung (Stadtgärtner Müller), die städtischen Anlagen und Plätze mit Blumen und Grasbeeten zu ver­sehen. wodurch immer mehr die Bezeichnung Gartenstadt" ihre Berechtigung ftndet. Die zum Teil sehr schönen Anlagen der hiesigen Gärtner

feien gleichfalls mit Anerkennung bedacht, wäh­rend eS bedauerlich ist. daß einige andere nid t das für den Blmnenschmuck-Wettbewerb gc.an haben, was sie gut und gern hätten tun können.

* Abänderung derTageSordnung für die Stadtverordnetenvcrsammlung am 30. September: Punkt 9 der Tagesordnung,Die Errichtung eines Finanz- und DersorgungSamts- gebäudeS", wird als letzter Punkt nichtöffentlich verhandelt.

** Die Gießener städtische Obstoer­st e i g e r u n g erbrachte einen Erlös von 2186 Mk. für Aepfel und 265 Mk. für Frühobst, meist Birnen. Von feinem Tafelobst kostete der Zentner 8 Mk. am Baume, Wirtschaftsobst 6 Mk., geringere Aepfel 2 Mk., Birnen 2 Mk.

S Der Verband der e v. Frauenver- eine in Hessen, Dorsitzende Fürstin Eli­sabeth zu Erbach-Schönberg, will zum erstenmal die Dorsihenden der OrtSveveine und die Kreisvorsihenden zu einer besonderen Kon­ferenz zusammenrufen. Sm Laufe der Sahre haben sich, sowohl von feiten der Vereine, wie auch bei der Derbandsleitung fo viele FragLn und Wünsche angefammelt, daß eine besondere Dorständekonferenz nicht nur für nötig gehalten wird, sondern man der festen Heberzeugung ist, daß man mit dem Plan, trotz der Fülle sonstiger Tagungen, auf freudigen Widerhall aus den Reihen der Dorsihenden rechnen darf. Diese Tagung, eine rechte Arbeitstagung, soll vom 18. bis 20. Oktober in Darmstadt abgehalten werden. Zur Besprechung stehen u. a. Fragen über Organisation, Freizeiten, Satzungen der Ortsvereine, die Rotwendigkeit eines einheit­lichen Liederbuches und Müttererholungsheime. Shre Mitwirkung für die Tagung haben bereits zugesagt Prälat D. Dr. Diehl (Darmstadt) und Ober(ird)enrat Zentgraf. Sn der eigent­lichen Herbstversammlung hält Ol-erkirchenrat Zentgraf einen Vortrag überKirchliches Amt und Frauenvereine".

** D-Zugbcnutzung mit Sonntags- karten. Für die Dauer des Winterfahrplans (ab 2. Oktober d. 9.) werden alle D-Züge auf den Strecken FrankfurtGießenMarburg, Frankfurt- GießenHagen und GießenKoblenz zur Benut­zung durch Reifende mit Sonntagsrückfahrkarten gegen Lösung von Schnellzugszuschlagskarten frei- gegeben. Reisende mit Sonntagskarten 4. Klasse, die ausnahmsweise D-Züge benutzen wollen, haben außer dem Schnellzugszuschlag noch eine lieber- gangskarte für die betr. Klasse zu lösen, in die sie überachen.

W ie groß darf eine Postkarte sein? Gemäß den Beschlüssen des Weltpost- kongresses in Stockholm, der im Sahre 1924 stattgefunden hat, dürfen auch im inneren deut­schen Verkehr vom 1. Oktober 1927 an Post­karten mit Abmessungen, welche die für die amtlich ausgegebenen Postkarten vorgesehene Größe von 14,8:10,5 Zentimeter überschreiten, zur Postbeförderung gegen die Postkartengebühr nicht mehr zugelassen werden. Derarttge Postkarten um» terliegen dann der Driefgebühr.

** Sungdeutscher O rden, Bruder­schaft Gießen. Für Samstag, 24. d. M., hatte der Sungdeutsche Ord-.n seine Schwestern und Brü­der zu einem Familienabend eingeladen. Sn großer Zahl fanden sie sich < i, um tn Gemein­schaft mit zahlreichen Gästt einige Stunden fröhlicher Geselligkeit zu ver. ben. Der Abend sollte geselliger -Unterhaltung dienen, in w-cher der Sungdeutsche Orden ähnlich wie in her Politik auch nach neuen Formen strebt. Sn meh­reren Einzelvorträgen schielten Ernst und H- rror in erfreulicher Abwechslung. Gesangvorträge mit Lautenbegleitung der Gefolgschaft Klein-Linden zeigten, wie diese Form der Musikpflege tn Dorf und Stadt reich zu lohnen vermag. Caunige Lichtbilder von einer jungdeutschen Wanderung gaben fruchtbare Anregungen, diesen Zweig der körperlichen Ertüchtigung besser zu pflegen als seither. Auch der junge Spielmannszug stellte sein Können freudig in den Dienst der Gesamt­heit. Vortreffliche Vorträge der Kapelle Hil- gardt umrahmten den Abend in wirkungsvoller Weise. Auch durfte der Tanz nicht fehlen. Sni solcher Durchführung war der jungdeutsche Fa- milienabenö ein schönes Beispiel einfacher aber gemütvoller Geselligkeit.

' Wieviel Bücher gibt es in den hessischen Bibliotheken? Rach den Mit­teilungen der Zentralstelle für Landesstatistik war der Bücherbestand am Ende des Sahres 1926 in der Stadtoücherei Darmstadt 32 394 (Zugang 2588), Stadtbücherei Offenbach 31'421 (Zugang 986), Stadtbibliothek Mainz 280 000, Stadtbiblio­thek Worms 160 000, Lesehalle-Perein Gießen 7000 (Zugang 200), Volksbibliothek Friedberg 2024.

Berliner Börse.

Berlin, 27. Sept. (W. S. D. Funkspruch.) Angesichts der hohen jüdischen Feiertage fanden im heutigen Frühverkehr von Bureau zu Bureau nennenswerte Hmsähe noch nicht statt. Die Ten­denz kann als kaum behauptet bezeichnet werden. Die Meldungen, nach denen die Auslegung der preußischen Anleihe am Reuhorker Platze Schwie­rigkeiten begegnet, mahnen zur Zurückhaltung. S.-G.-Farben hörte man mit 290/291. Am De­visenmarkt nennt man LondonParis 124,02, LondonKabel 4,8670, MailandLondon 89,25 und BrüsselLondon 34,945.

W gehl über Städte und Berge kfihn?- Das i$t der Flieger mit seinem Benzin; Was gebt über DeKt-Massary. mein lieber ? .

Unnötige Trage r .

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