Montag, 27. Juni (927
177. Jahrgang
Nr. HZ Erster Blatt
Ein Notschrei der deutschen Wissenschaft
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Bella,en:
Gießener FamUienblStter Heimat im Bild Die SchoLe
®anat$«B<je,e»rets: 2 Reichsmark und 2D Beichspsennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen ein; einer Nummern infolge höherer Bemalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112.
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■Beringungen aber immer noch l^eseyt waren so dast er c ne B:rb:n)unfl m t dem (Same Lot du (Kov der bte Mvst filatton durchge'ührt hatte, erlangte. Dieser erklärte ihm. er habe ihm (neben telekhsnirrt und erwarte dringend, bah der Befehl sofort ausgeführt würde. _da er dafür verantwortlich fei. 'Bctnögcrungen dürf-
Eine Pariser Köpenickiade.
Der Royaliftenführer L^on Daudet durch ein Täuschungsmanöver aus dem Gefängnis befreit.
Annahme oon Anzeiarn für die lagesnernrnrr tne rum NachmiNag vorder.
Preis ter l mm hohe fit Sinje, qcn von 27 mm Brette Knilch 8. anttoärtt 10 Reichspfenmg: für Xe- Klomean eigen von 70 irm Brette i5 ‘.Kctdürffnnig, Platzoc-rschnft 20* * mehr.
Ehefredokteui
Dr. Friedr. W'lh Ilona«. Verantwortlich für Voluüi Dr. Fr. UHIb- Lange: für Feuilleton Dr H.Thvriot; für den übrigen leil Ernst Blumschein, für den An- leigenteil flut Hrllmann, sämtlich m Giften.
Innern, um die tefevhonifchcn Teilungen zu blockieren. Der im Ministerium deS Innern befindliche Camelot du Boi verlangte von dort au» eine Verbindung mit dem Strasgefängns und lieh den Ge'ängn-Sdirektor and Telephon rufen dem er mitteilte: 3m heutigen Minister- rat ist die Freilassung von Leon Dau- det. deS GelchäftsiührerS der .Actton Fran- ^aife“ h c Lest und deS Generalsekretärs ter kommunistischen Partei, 6 ü m a r b. beschlossen worden. Ich bitte Sie. um Unruhen zu »ernt et Den. die Inhaftierten sofort auS dem Gefängnis möglichst unauffällig lassen." Der Gesängnisd.reltor gab Wanderung darüber Ausdruck. bah Kommunisten frtilafle. aber nicht darüber, da st Leon Daudet in Freiheit gesetzt werden 'ollte. Der Camelot du Aoi antwortete in energischer
*Z>, 'c. darum habe er sich nicht zu kümmern. Cs liege ein dementsprechender Beschluß der Ttegicrung vor Er erteile ihm den Befehl. D.eftr fei sofort auS^uftihren. Der Defängn.s- direlwr. dem dies: Mitteilung 'uzing. wollte sich doch noch mal vergewi'sem und rief das Minister um des Innern telephonisch an. dessen
Cs war bisher bet Ruhm und der Stolz Deutschlands, bah die deutsche Wissenschaft unter so schwierigen Umständen, wie man sie kaum je l>atte ahnen können, ihre selbstlose Forschertätig- 1 eit im Dienste der getarnten Menschheit fortgekni bat. Im Kriege und unmittelbar nachher durch die Blockade sowohl wie durch den künstlich entfachten Dölkerhah waren wir lange 3eit vom wissenschaftlichen Verkehr mit dem Aue ande fo gut wie abgeschnitten und hatten die Fühlung verloren Trotzdem hat auch in jener Feit die von geradezu unentbehrlichen Hilfsmitteln entblöhte »eutsche Wiffenschaft auf allen Gebieten Gewaltiges erreicht. Trotz der wittschaftlichen Qlotlaae, in der sich Reich, Länder. Gemeinden und alle Schichten des deutschen Volkes befanden, find doch immer wieder neue Mittel aufgebracht worden, um der deutschen Wissenschaft auf ihrer Bahn vorwärts zu Helsen. Es wäre töricht, leugnen zu wollen, dah mandx Länder, besonders Amerika, dank des unerschöpflichen Reichtums, aus dem sie unbegrenzte Mittel ogen. auf verschiedenen Gebieten, auf denen >iS zum Äricgbbeglnn Deutschland die unbestrittene Führung hatte, uns überflügelt haben. Um fo notwendiger war und ist e» für untere regierenden Kreise jeder Art. deS groben Vorbildes eingedenk zu fein. daS Preußen nach feiner furchtbaren Riederlage von 1806 07 durch die Gründung der Berliner Universität und die Förderung der Wissenschaften im allgemeinen ausgestellt hat.
Unter der opferungswilligen Mitarbeit von Gelehrten und Forschern, die unter persönlichen Entbehrungen im Dienste der Wissenschaft und der Menschheit ihre segensreiche Xähgle.i fortgesetzt Haden, tft eS seither gelungen, wen.gftenS einen Teil des verlorenen Gebietes zurückzu- gewinnen. Heute bereits erkennt die ganze Welt voll Staunen und Bewunderung die unter den ungünstigsten Verhältnissen vollbrachten Lei- ftungen der deutschen Forscher und Gelehrten an. Es ift auch richtig, daß führende Männer der deutschen Wirtschaft in voller und bemühter Erkenntnis der ungeheuren praltischen Bedeutung der reinen Forfchertätigkeit erhebliche Mittel hierfür zur Beifügung gestellt haben. Tiber so reich ist die deutsche Wirtschaft nicht, dast sie. wie etwa die amerikanische. Hunderte von Millionen Dollars für die Gründung und den Ausbau geistiger Werkstätten hergeben könnte. Das Reich sowohl wie die Länder heben bisher auch die Pflicht anerkannt, wenig- stcns soweit, al- eS ihr- Mittel erlaubten, entsprechende Summen für die Unterstützung der freien Wissenschaft in ihre Etats cimuft eilen. Das; diese Mittel mager genug sind, ergibt sich aus unseren auf» auf;erste beschränkten Verhältnissen.
Nun aber besteht die ungeheure Gefahr, daß im nächsten Jahre sogar die geringe Summe von drei Millionen Mark, die bisher für die gemeinsame Arbeit der Kaiser -Wilhelm-Gesellschaft und der Notgemeinfchast der deutschen Wissenschaft, die mit anderen Forschungs- hätten nach gemeinsamem Plan ihre Tätigkeit aus- üben, ganz oder teilweise a u s f a l l e n. Man sollte meinen, dah sich das gesamte Kabinett und der getarnte Reichstag einhellig mit größter Entschieden- beit dagegen aussprechen würden, wenn tatsächlich ein so ungeheuerlichcr Gedanke Gestalt gewinnen sollte. Aber leider hat man schon bei verschiedenen Gelegenheiten die betrübende Erfahrung machen müssen, das; vielsach das Verständnis für die Bedeutung solcher freien wissenschaftlichen Forschung-;, arbeiten gerade in den führenden politischen Kreisen abhanden gekommen ift. Auch hier sehen wir rote- der. bah bei festlichen Banketten und öffentlichen Veranstaltungen die Wottführer unserer öffentlichen Meinung in schönen Redewendungen sich nicht genug tun können, dah aber unter der Hand sehr gern gerade dort gestrichen wird, wo erhöhte Bewilligungen am Platze wären.
Dast eine solche Gefahr tatsächlich besteht, geht aus einem offenen Brief hervor, den die angesehensten Mitglieder unserer wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Äreife an den Reichskanzler aerichsi-t haben und in dem fte auf die unermesslichen Schäden Hinweisen, durch die nicht nur die deutsche Wissenschaft an sich, ftmbem auch die Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft auf allen Gebieten auf» schwerste bedroht werden. Sin Politiker hat kürzlich da» zutreffend Wort gepräg». das; Deutschland. je ärmer es ist. um so mehr Geld für feine Wissenschaft ausgeben muffe; denn fic fei die wichtigste Quelle, um den Weg zu reuen Schätzen zu erschließen. Und Adolf v. Harnack. der Altmeister der deutschen Wissenschaft und akademischen Lehre, hat erklärt: ,Streicht keinen Pfennig an den der Wissenschaft, der theoretischen und der praktischen, gewidmeten Fonds, denn jede Streichung h-er muh sich an unfercr wirtschaftlichen Lage rächen! Dre Wissenschaft stellt doppelt her. was sie selbst verzchrt. und indem sie mit reichen Imien zu- rückerstattet, was man ihr gibt, befruchtet sie wieder das ausgedörrte Land und fdxmt Sturm aus Wüsteneien." Das ganze Volk wird diese Auffassung des verdienten Gelehrten tollen. In der Tat lxnht es. den Baum der teutfoen. wirtschaftlichen, politischen und Hhgien chon Blltte an der Wurzel absägen, wenn man da mit Sparsamkeit anfängt, wo die Grundlagen für diese Blüte geschaffen werden müssen. Man denke nur I an die kost täglich erzielten Fortschritte auf
Deutschland und die Kolonialmandate Ter Litz in her (4enfer Mandatskommission.
(Eigener Drahtbericht des „(Biefcener Anzeigers"
'Berlin, 2t. Juni. In Genf tagte zurzeit die Mandatskommission, die nämliche Körperschaft, in die Deutschland in der nächsten Tagung des Völkerbundes ausgenommen werden folL Richt, wie von manchen Leuten angenommen wird, um uns in die Streitigkeiten der Großmächte mit ihren Schutzbefohlenen anderer Rasse hineinzuziehen, vielleicht auch nicht so sehr um der Gerecht igkit willen, die es verlangt, bah die fogenanntc ko - Ionia le .Schuldlü ge". jene Mär von der kolonialen Unfähigkeit und von der Grausamkeit der Deutschen zurückgenommen wird, sondern deshalb. weil man uns in diefer Körperschaft recht gut gebrauchen kann. Ursprünglich sollte sie nach dem Willen des Bundes eine AN Auf- s i cht s i n st a n z für die Verwaltung überfeeifcher Mandate sein, und deshalb logischerweise nur auS Vertretern von Mächten bestehen, die nicht selbst solche Mandate verwalten. Auf bidc Weife sind Holland und die Schweiz und andere hineingekommen.
Aber die Bedenken der eigentlichen Man- dalSmächte gegen da» Funktionieren dieses Aus- fichtSapparates haben es verhindert, dah er sich in solcher Reinheit herauSkristallisieren konnte, und es ist schsietzlich eine gemischte Kommisiion auS Interessenten und öbieftiwn zustande gekommen. deren Wirksamkeit al- Aufsichtsstelle sehr stark von der jeweiligen politischen Konstellation, von der Abhängigkeit ihrer Mitglieder, von dieser oder jener grohen Mandat »macht bceinfluht wird. Deshalb werden die Arbeiten der Mandatskommission, besonders waS die Frage des Eingeborenenrechts anbelangt und ihr Verhalten gegenüber den Petitionen und Beschwerden der Bewohner von Mandatsgebieten und anderes im allgemeinen ziemlich skeptisch beurteilt Da es aber andererseits die höchste bzw einzige Instanz ist. die für die Regelung solcher Fragen zur Verfügung steht, so wird der Beitritt Deutschlands. daS sowohl koloniale Ersahrung wie auch eine vollkommene Dbjeltioität gegenüber den augenblicklichen Man- dalsfragen mitbringt, lehr zur Stärkung der Autorität der Mandatskmnmi'sivn besonders gegenüber den Eingeborenen beitragen.
DaS scheint uns der eigentliche Zweck und die Absicht au fein die bei der etwas spontan in Genf erfolgten Anregung auf alSbald:ge Ausnahme Deutschlands verfolgt wurde. Und wenn wir auch ke nesweg» die Bedenken teilen, dast wir dadurch in unerwünschter Weise in die Konflikte der groben Kolonialmächte mit den so- genannten unterdrückten Völkerschaften einbezogen würden, fo scheint unS ein ganz anderes Bedenken aereajtfertigt: beteilig’ nämlich, ob die Möglichkeit einer W i e de r be t e i l i g u ng Deutschlands an den kolonialen Ausgaben der Kulturmächte nicht eben dadurch an Chancen einbüht. dast die übrigen Grolzmächte ein aufwrvrdentlick.es Interesse daran haben, Deutschland eben als Bertrauen^altor der Mandatskommission in diesem Zustande völliger Ob- jeftiodät zu erhalten, der nur durch das Fehlen eigener kolonialer Interessen gewährleistet wird. •
Die Genfer vreimächtekonferenz-
Amerika und die Leeabrüstung.
w a s h 1 n g I o n . 25. Juli. (IDB.) 3n hiesige» politischen Kreisen Hl man nicht geneigt, ©roh- brilannlen in der auf der ©rnfer Drei- moditifonferrui erörterten Kren,erfrage n a dj j u - geben. <£» wird bclont, dir Beben hing der Bereinigten Staaten in der öeltpolitif verlange eine vollkommene pari töt aller Waffengattungen mit ©rohbrittmnicn. Lvgtands Argument, dast die Iranoportivtge zwischen dem britischen TTlutterlapb und liebericc gehdxrt werden mühien, wird hier mit der Begründung abgelehnt, dast ünalanb überall Flotten slühpunkie habe, also nicht so viele Kreuzer benötige. Ulan hat hier den Eindruck, dast die Bereinigten Staaten aus Brfligcgrunben und In Ucbereinflimmung mit der überwiegenden Mehrheit der BolkrMeinung eher die Dreierkonferenz a b b r e dj c n , als in irgendeinem wesenllichen punkt nachgeben werden.
Paris. 26. Juni. lWTB.) Samstagnach- mittag sind die im Gefängnis La 0 a n t 6 zur Verbühung ihrer Strafen untergebrachten L6vn Daudet, der Geschäftsführer der .Aclion Fran<;aise" de Lest und der Generalsekretär der kommunistischen Parier. Semard. aus Grund einer Mystifikation des Gefängnisdirektors entlassen worden. In der .Actton Fran^aise" sitzen die Anhänger Leon Daut-ets beim Champagner, um die Befreiung Leon DaudetS zu feiern. Ueber die 21 rt und Weife, wie die Mystifikation im Gefängnis durchgeführt wurde, w.rd folgendes angegeben: Gegen 1 Uhr mittags begab sich ein Camelot du Roi in baS Ministerium des Innern. Elf andere Mitglieder der royalistischen Jugendorganisation verteilten sich auf eis Eafts. die in unmittelbarer Rähe des Minister.umS gelegen sind, und verlangten telephonische Verbindung mit dem Ministerium des
dem Gebiete des drahtlosen Verkehrs, der Ver- flütsiaung der Kohle, der Stickstosserzeugung aus der Luft, der Vitaminforschungen, der Bekäurp- fung von Tuberkulose. Krebs- und Zuckerkrankheit, der Saatgutzüchtung in der Landwirtschaft, der Wärmetechnik ufw. usw.. um zu ermessen, was uns bevorstehen würde, wenn dieser Betätigung deutscherr Fseihes und deutscher Gründlichkeit durch eine unangebrachte Spariamkeit der Boden entzogen würde. Wir wollen der knin- aenden Hoffnung Ausdruck geben, dah dieser Rotschrei der deutschen Wissenschaft und der deutschen Forschung genügen werde, um unserer Qessentlichkeit wie ihren Vertretern in Regierungen und Parlamenten daS Gewissen zu schärfen und weiteren Gefahren vorzubeugen.
die Hauptversammlung der llaiser-wilhelm-Gefelsichaft.
Dresden. 26. Juni. (TU.) Die Hauptversammlung der Kaiser-Wilhclm-Gejelttchast nahm heute den Hauoftahresbericht ihres Vorsitzenden, Eil» zellen; von Harnack, entgegen. Daran anschlie- k.end wurde einem Telegramm an den Rcichsfinanzminister yigcftimmt, in dem der Wunsch zom Ausdruck gebracht wurde, dast die Wissenschaft weiter wie bisher vom Staat genügend unterstützt werde. Generaldirektor Dr. Blum konnte mit Genugtuung erhören, das; das Dahlemer Haus für ausländische Gelehrte, das charnack-ftaus, seiner Vollendung entgegen- sehe. Prof. Dr. von Baur forderte in feinem Vortrage über „Die experimentelle Erzeugung leifhings- fähiger Kulturpflanzen", daß besonders die Kultur der deutschen Getreidearten weiter gehoben werden mufft, denn eine Ertragssteigerung des Getreides um 10 Prozent bedeute für das Reich eine Mehreinnahme von jährlich 500 Millionen Mark.
Beim Festessen, bei dem Exzellen) von ftarnack den Dank der Wisienschaft für die staatlichen Unterstützungen den anwesenden Regierungsoertrclern ausjprach, überbrachte der sächsisckie Minister Dr. Kaiser der Kaiser-Wilhelm Gesellschaft die Grütze seiner Regierung. Reichsminister von Kcudell feierte die Mitarbeit der Gesellschaft an der Wle- dererringung der deutschen Weltgeltung. Der preu- tzische Kultusminister Becker trat in seiner Rede für die innige Verbundenheit von Forschung und Vehrt ein, die kein anderer so unterstützt habe wie Erz. von fjarnarf. Die Versammlung brachte auf ihren greifen Präsidenten ein begeistertes Hoch aus. Als Ausländer fand Dr. Fischer, Kopenhagen, begeisterte Worte für die in der Kaiser- |
ten auf keinen Fall eintreten, da auch die Pr He schon über die Angelegenheit unterrichtet sei. Darauf begab sich der EtefängniSdireltor sofort zu Leon Daudet, der vv-r Ueberraschung in Xräncn ausdrach. Der Direktor forderte ihn auf, möglichst rasch «und unauffällig das Gefängnis z u verlassen. Lcftm Daudet umarmte den Gefängn.sdkrektor vor Freude. Der Direktor benachrichtigle auch b.e anderen frci- zulafsenden Gefangenen. Inzwischen war eine
Ro: hatten requirieren en. Der Direltor begleitete ßctm Daudet bi* an die Schwelle des Gefängnis'es. Dort beflieg' b.efcr daS Automobil und fuhr um 12.45 Uhr :n der Richtung leS Boulevard d'Arago. ß6on Daudet ist seitdem unauffindbar.
lieber die Befreiung Daudet» erklärt die L'ti- Unig der „Action r a n q a i f <" d<r ch^iuas- agrntur: „Lson Daudet hat heute vormittag 1: Uh'' das Gciängnis oettasien. (j r wurde von den (£<i. meloic du Roi beireit. 2)iek Pfeudocoasion wurde a u i durchaus friedliche Weife durch- geführt. Die Camelots du Roi haben sich des Romens des Inn e-tt Ministers bedient. Für den Augenblick hat U6on Daudet Paris verlassen, ohne sein Ziel enjugeben Der Ehe'redok- teur der „Action Francois^', '< u • f , hatte i h<m Unicriuchungsricher eine e inständige Unterredung, nach deren 5”lauf er auf freien Futz belassen u Rach bem „Mattn" Hot ec auf die Frc>?e, ivc'ä-e -J läne Daudet und Delest hätten, erklärt: „Be- c haben wieder Geschmack an der Freiheit ?ewonnen. Welche Motznakhmen man auch flccen ie treff« n mag, sie werden sich nicht ergc - n. Unsere beiden Freunde sftrd in Sicherheit." Die Haoas-Aaentur stellt äbripetns ''est, datz Daude: mb der Ge'chäftsiährer der . Acktton Fran^ajie" in einer Kraftdroi^ke, die be r G-e.f ä ngnisdlrektor für f i e holen lieh unöi die in den Gefängnishof hineinfuhr. das Gefänqriis unbemerkt verlassen konnten.
Die Unleemchung.
Paris. 26 Juni. tT3B.) Die Slaatsinwalt- schäft hat be'chlofsen. wez-rn Befreiung GnudetS und «Titer ar. er er Ge' a^ene au» de.a ’g- nis Le 6anle ein Ermittlungsverfahren wegen Amtsamnatzum^ g'gr.i Unbekannt ein- zule.ten. Der Ministerrat fiat den Be'öluh y 'atzt. Den Direktor deS Gefau^isseS La Santeeinstweilen feines Amte» zu entheben und
Stockholmer Tagung der Handelskammeril.
Stockholm, 26. Juni. (TU.) Die Teilnehmer der vierten internationalen .ftandelskammerkontc- renz find heute fast vollzählig in Stockholm ringe- troffen. Als Delegierte find über 800 angemeldet. Die stärkste Zahl an Delegietten stellen mit ISS die Bereinigten Staaten, an zweiter Stelle Deutschland mit 151 delegierten, alsdann folgt mit 90 Teilnehmern die Landesgruppe Schweden, mit 79 England, 39 Frankreich und Italien, 29 Holland. 22 T'chechoflowakei. Insgesamt haben oon den 43 Mitglied-ftaaten 33 Vertreter entsandt. Unter ihnen befinden sich die hcroorragendsten Wirtschafts, vrtreter. Das Arbeitsprogramm des Stock holmer Kvngresies knüpft, wie es sich von selbst versteht, eng an die Arbeiten der W e 1 t w irisch a ft s k o n f e r c n z an. Die Intemattonale Aan- delskammer hat durch ihre Vorarbeiten weicntlich zum Ergebnis der Weltwirtschaftskonferenz beigetragen. Eine der Hauptaufgaben der Internationalen Handelskammer liegt in der Beseitigung der Handelshemmnisse.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
t)n<r MHÖ Ikrlag: vnihl'sche U,tverfitStr-v»ch' tutö Steinbruderei R. Lange tu Sieben. Schristleitung Ukd Seschästrstele: 5chv!Arabr 7-
Wilhelm Gesellschaft besten» verkörperte deutsche Kultur.
Das Jubiläum der Universität Innsbruck. Innsbruck. 25. Juni. ,WV ' Heule begannen die osfiziellen <v iliebfeiten aus Anlast per 250-Iahrfeter der Innsbrucker Unioer t.ät mit einem Pontifikalamt, das Bischof Dr WalH in der Llniversitätskuche In Anwesenheit des Bundespräsidenten SVa i n i I <b . des deutschen Gesät 'en in W.ev. Grase Vor- chenfeId. Vertretern der österreich.'^en Regierung sowie der Landes- und akademi'cheit Vebörden zelebrierte Rachher fand im allen llniversftätsgebäude die leierliche Ve.'.echung oon Ehrenzeichen der Republik Oesterreich an den Rektor, den Prorektor sowie verschiedene Professoren der Universität durch den Bunbci-rrä- sidenten statt. Hieraus bogaben sich die Teilnehmer an der Feier zu dem oftizieilen F e st - >' in der Aus>tellungst><ille Auster falt sämtlichen deutschen älniversitäten haben auch die älniDerfitälcn Agram, Bern, Buenos Aires, Dublin. Rom. Helsinglors, Kopenhagen. Lund. 2leu- Oslo. Prag. Prestburg. Stockholm, Tokio, älpsala. v'.ürich u. o Vertreter entsandt. Bun- deSpräs ident Hainif-ch berührte in feiner Glückwunschrede u. a. auch die 6 . ir e .c, eiten, mit denen die älniversität zu kämpsen batte und bei deren Ucbertoinbuna auch d i e Deut- iirdem sie zahlreiche Studierende nach 3nri • brück cntfanbtin Dadurch werde auch dazu au- getragen. dast sich die dcsitschen Stämme in ihrer Eigenart besser kennen und verstehen lernen. Der Deutsche Gesandte in Wien. Gras Lerchenseld. begrüßte die Alnioerfität im Ramen deS Reichspräside»len v. Hindenburg und der Reichsregteiung Die llniocr- fität Innsbruck fei Allgemeingut aller Deutschen Deshalb nehme auch das Deutsche Volk ohne Rücksicht auf politische Grenzen Anteil an dem Jubiläum der 3nn$brurfer llniperfifäl als einer Hochburg deut sch en Geistes und deutscher Kultur. Dor österreichische Un- terrichtSminister Schmitz rrlchtete an alle akademischen Bürger einen 2^)pell, bereit zu 'ein. die akademische Freiheit g<gen jeden Druck von aufkn zu verteidigen Vufttags vereinigte ein B a nf c 11 die staatlichen «und akademischen Vertreter. AbendS fand eine Fest Vorstellung statt, bei welcher Schauspicj-r deS Wiener Burg- I theaters HebbelS „Ghges und fein Ring' zur | Aufführung brachten.


