Hr 122 Zweite; Blati (Siebener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Gderhefsen)^reuag, 27. Mai 1927
ver Berliner Börsenkrach in französischer Beleuchtung. Son unterem Sanier W. S Sfndjtrdtatlrr
Sari« fflai 1VZ7
Sie im 3nhrr V*23 die brut<d>r Währung mioige der v»n den HOiwrltn Teuifchtonb gegen übei »er« leifllra ® awlioolinf «u'^rrrrrnbr^dj. verkünd« le der tzornalige ®mdfrrpro|iL,r: Sointor«. der Urheber de» Siibr,inhrud>o. in fast jeder ferner t<finnifn conniafl»r»tx- daß Schuld an dte|#m .». ammenbruch die deutsch, <r^-z krage. d»e fldi durch ein betrügerische, Manöver >hren fwa»ztellen verpfttchtungen entziehen a>oll, Oii adniicher »eil, nimmt rin großer leU der S*< »"er frril« zu dem Berliner Börsenkrach Stellung.
2<» Zusammenbruch tfi sicherlich rin ichr de bäuerliche» Zeichen Er d>ara?iff .htrf dte U , b e r- I n, d U u n fl de« deutschen wtrt'chofttichen Wieder, oufsf« e» t.r.Ä beweist trotz aller Warnung,n - em. r-e^ndn,,lk,s, zkeii de« Publikum» für den innigen 4u#<Hn'T’.:ti>3ng zwsi-lxn ^«aprtai unb
Senk,' Um derartiger . ammendruch mürbe turl leicht vermieden morden fern, wenn bat Sublifum. a«1löi! blmbtings einer nnlden Haussespekulation W folgen, sich mit dem Studium der Bilanzen ein । rv i mehr befaßt hätte tf e wäre dann von selbst zu der Uinlt-Ijf gekommen daß die Wer!<:,lg< rnngen der Bvrsenpootere in einem Mißoer- haltnia zu den riioidenden stehen, die bir Gesellschosien aueschutten Per Zusammenbruch zeigt aber noch mehr i-r beweist das, der Sesundungr Prozeß der deutichen Wirtschuft keineemeg« hrt. Io rasch ooll.zieht orte er bi, Sachverständigen de» DonkdpIdnM annohmen. und daß vor allem mit Bürksch I d g, n zu rechnen ist Unter den Äit* lausetn der der u'^ mäßigen -prk.Iatian mag so mancher gewelrn sein, der wie ein verzweifelter Spieler sein 6ab und (Mut elnsetzte. um endlich zu einen, ®' blftanb zu gelangen, brr durch di, In- flotton aber flrb,iielofiflf,it verloren wurde Damit lallen kelnretvege diese „<9lürf»|äflfr* verteidigt wer- den. man muh jedoch auch diese pinchologtschen Mo- mente berücksichtigen, um den wirtschaftlichen vor- gong de« Borfenzusammenbruche s verstehen zu tarnen.
Die französische Press«, die den Por- gongen in Berlin lebhafte« Intereste entgegen bring», macht sich ihre Ausgaoe lehr leicht. Die Kommentare sind fast sämtlich auf den gleichen Ion gestimmt. (£» Handei. sich um rin kunst11che « Baissema - nover. das den Zweck verfolge, auf Grund pessimistischer Umdruck, der Au»lanbe» über dt, deutsche Wlrtlchastrlage, »ine Beoifion de« Dawe» planes dulchzusegen. Wenn einige Blätter, wie „Echo he Pari« und „Liberia" diese Autfussung vertreten. Io kann da, bet der nationalistiick»,,i Einslel- Inn i dieser Zeitungen niemanden ubcrraldxn Be- denklicher wirkt jedoch ein ähnliche« Urteil de« ,Petlt Parisien". mell diese« Blatt al« da» Sprachrohr de« französischen Außenminister» Sri- and gilt ’Jlad) Ansicht des Blatte» sucht Deutschland eine Nevlston de» Dawe»plan«» zu provozieren. Por allem wolle man bie ab 1. September l>28 zu leistend, Standardzahlung in Höhe von 2,5 fflillnrben (Bolbmarf vermeiden, um kein, Präjudiz zu Malten und so die Aussichten auf eine Revision ,u vernichten. In diesem Zulamnienhang, seien di, h 'larunflrn de» sAeichrslnanzminisler« Dr. Köhler '.nd der Bärsenzusantnienbruch zu verstehen. Die brutsch, Propaganda suche snsternatisch, oessimistischc Äussassungen des Auslandes über Deutschlands Winschaftsloae beroor.zurusen. Indessen sei. wie die sranzosifch, 3‘ilung weiterhin versichert, Parker 6 11 b , r t keineswegs dieser Ansicht <f r habe an f>onb von Zissern den deutschen zuständigen Behörden nachgewiesen, dafz Deutschland, ohne Schmie- rigkeiten unb ohne Erhöhung der Steuern, in der Lag, sei. ab September 1928 die Zahlung von W Milliarden (stoldmark zu leisten. C» ist durch- au« unwahrscheinlich, daß ein Mann, wie Parker Gilbert, der die Veränderungen de« Wirtschaft»- lebtn« kennen mußte, solche Prophezeiungen aus Grund gegenwärtigen kvirlschastsmaic nalfö macht.» Die deutsche Wirtschaftslage ist, nach Ansicht des ..Petit Ilarisien", weit davon entfernt, ungünstig .zu Irin. Die Z.chl brr Arbeitslosen nehme ständig ab. und zahlreich, Industrien arbeiteten schon mit voller Leistungsfähigkeit. Daß die «ussuhr der deutschen Erzeugnisse zu wünschen übrig lass,, sei hauptsächlich auf die Politik der deutschen Industrie zuruckziifuhren. die e« oorzieht. anstatt den Örport zu verstärken, nach einer Revision de» Dawrsplane» zu uimmrrn Bezeichnend sei hierfür, daß sich die
. len bfn Viiru» eines Zollkrieges
Jr > ui ganz gering, r »ruchteil der deutschen volkswirtschaltler trete d.Lur ein. daß die Zahlungen gemäß dem Dawesplan
gdriftrl «erden die -btrttieflniN Meßend! unb bi« o'fizieven Kreise |<Wn sich für e n« Kewsion 1 n. um. wenn möglich sich ganz von brr. 8rnm br« Dow,»planes zu br’rnrr.
soweit der frsnzösizch, Standpunkt, der. neben den schiefen 2aba-ungrn über d«r tatsächlichen ver- balm,«,. rem tendenziös zu bewerten ist Frank- reich ist do» letzte V nd. do» berechn, wäre. Deutschland wetzen seiner ^Uwfionebrh:, ,'nen Sortnuri zu machen Setzt e, doch > « 1 d st himmri und >'clir in Bewegung, um b < ~leflrn* t,r Mit den Bereinigten Staaten und öngi mb ab p'jchtosienen Schuldenabkonmen . abzufchüt- lein", irvtzdem d,e bann enthaltenen Zahlui ter- p'lichtungen dedeatend -erirwer sind al» Eir D«..t*ch- land» und außerdem, noch übereinst .nmend. .Insicht der Sichreri:o-b gen durch t < dei.iichen .»«hl mehr al« gedeckt werden Abgesehen davcn n ub *ran ,ofhd?rr*rit» xnmrr wieder vergeßen daß der Daweeplan selbst durchou» nicht so flarr unb un- riofliich rti. mir inan e» darzuliellen beliebt Dawes selbst lpnd)i in seinem Schreiben an den Dorsinenden der Keparanovekommilsion von . eioftistben Ambe- tungsnröatichkerten". Der Borichlaa eine« jag.nannten ^Wohlltandrinde^" (Anlage vir. 2 zum Bench! de» Ersten Sachverftandig«n!om,i<ec-, bedeutet eine ständig, S,ol|ien»möfllid)f»it der Iah reslerslungen. die leider sehr etnfeitig zugunsten der Gläubig,riraaten vom Sachverständige.-.^ behandelt tft. Und endlich wird lum Schluß de» ersten leite» de« Gutachten» die Unoeüfomintnhtit de» Plane» Nar zugegeben mit der Bemerkung, daß der Dawesplan keine endgültig, Lösung brr Beparaiionsfraqe bedeut,, flu« all, dem ergibt sich, daß eine Beviswn de» Dawe»plane» wohl dinsdar ist. abgesehen davon, daß dies, zur Notwendigkeit wird, wenn e, sich eben irigt, daß bi, Lasten für Deutschland untragbar sind. Loh n «in starre», eigensinnige» Iesthaltrn an wirtschaftlichen Pro arammrn aus lange Sicht führt, zcigi bi. Behänd- lung der Reparationsfrag, bi» zur Londoner Ron serenz 192-4.
Die einzelnen Behauptungen über die „blühende, deutsche Dirtlchaftriage" zu widerlegen, verbietet der Baum E» sei nur daraus hingewirirn. daß so br- grüßenswen die Abnahme der Arbeittlvsenzisser auch ist. man nicht vergessen darf, daß diese» Ab- nehmen in der Irudjahrssaison — «n'orderungen der Landwirtschaft — zum großen Teil begründet ist. Abgesehen davon bedeutet die gegenwartiae Zahl der Arbeitslosen, zu denen noch die zahllosen ob- gebauten Beamten und Angestellten, ferner die durch die Inflation ihre» Bermögen» beraubten Personen »u zahlen sind, für den entkräfteten, deutschen Wirt- schaft»korper noch immer eine kaum tragbare Belastung. Da» endlich die Frage der Ausfuhr an- belangt, so müßte Frankreich, mit feinem ultrapro- tektloniftischen Zolliarisentwurf eigentlich am besten wißen, wo di« Schwierigkeiten für eine starke Ausfuhr deutscher Waren zu suchen sind.
E« wäre vielleicht besler gewesen, wenn man sranzossicherseit« twrouf hingewirien hatte, daß «in Land, verstümmelt, wichtiger Bohstofsquellen und Kolonien beraubt, wirtschaftlich noch nicht überall al» gleichwertig behandelt, sich nicht so rasch erholen kann. Statt deiien hat man e» vorgezogen. wieder einmal der Leidenschaft den Vorrang vor der Er- kenntnl» zu geben.
Indiens Hande?.
Bon unserem nach Indien entsandten Dr A.N.« Sonderberichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten).
Bombay. Mai 1927.
Mit dem buchstäblichen Nrichtum Indiens ist ,» nicht weit der. Die 280 Millionen Inder, welche von der Landkmrlfchift leben, sind arm. Die Stadtbevol- kerung (e» wohnen nur 8 Millionen Menschen in Großstadien und nicht mehr al» 28 Millionen in Kleinstädten) ist in der überwiegenden Mehrheit nicht viel reicher. Insolgedesien ist die Kaufkraft de» Lan- de« gering.
Die Güter, nm denen Indien die Welt versorgt, sind in der Hauptsache Baumwolle, Jute, Nei». Tee, Qetfrüchle. Haute und Weizen. In der Baum- w o l I Produktion wird e» nur von den Vereinigten Staaten übertroffen; ein Fünftel etwa der 39,11. Produktion entfällt auf Indien. Doch entspricht die Güte nicht der Menge. In I u t e gemeßen die in* bischer, Provinzen Bengalen und Assam rin unangetastete» Weltmonopol. Kalkutta ist der Iutehafen. wie Sombxip der Baumwollplaß tft; uni» von Kalkutta geht der größte Teil de» Imeerportes in die deutsch.,, Fabriken. Deutschland ist also für Jute ganz auf Indien angewieicn. Ebenso beziehen nxr unseren Bei« säst ausichiießlich aus Indien. Die Jr) ä u 11 ouefubr ist gleichfalls fiir Deutschland sehr wichtig. Sehnlich steht e» mit Tee.
Das Bahnwärterhaus.
. Bon Alfred Bock.
Da» BahnwärlerhauO liegt an einem der . .lensiränge, die den 'Norden und Süden des "Vaterlandes miteinander verbinden; ein nüchterner Backsteinbau, von zwei Holunderbüschen eingesaßt. die weive. Duftenbc Dolden traaen An der Stinikitc klellert rin alter Wein- «lock m,t vielverzwrigt«n Banken bi» zum Firft hinauf Da iw vorübergebe, weht der beiße Atem der Nachmittagssoime über die Aiederung. Dor mir das leuchtende Hellgrün der Wiesen, rin Meer vor Blumen und Blüten, di« griben Breiten fruchttragender Felder Gen Osten türmen ich waldb. deckt, Höhen auf
ckin Mädchen von zwölf oder dreizehn Jahren hütet vor dem Bahnwänerhaus au> grasiger Dölchung rin halbes Dutzend Gänse, dte in «in Häuflein zusammen gedrängt, mit gerokten Hälfen ir entge^entchnattern
Dcm Frieden der jungen Seele, so scheint es. tat rauhe Wirklichkeit noch nicht geßön In Miene und Haltung, in jeder Bewegung der Kleinen braut sich vollendete Anmut aus. Ich pmm« mit chr ins Gespräch Sie ift btc Tochter Vf Bahnwärters. Ihr Baler, «rzählt sie. hat chrend der Kneasseit sein ^-rben eingebüßt. Glicht draußen in: Feld Als er in einer stürm,- chen Winternacht pslichtgemäß seine Strecke ab» Hritt. ward er von der LokoTnotive eines Laza- eitzuges erlaßt, der ohne Lignallaterne fuhr St vor losort tot Seitdem waren lechs Jahre ver- langen Die Mutter trug an ihrer Trauer furcht- vr schwer Das ein frohes Herz war. wußte sie icht mehr. Aachts schreckte sie im Schlaf atri :4zte und stöhnte, es mochte einen Stein er- 'armen. Zitternd vor Angst hörte es die Tochter nebenan An Leuten die der Mutter Mut #ifbrad'cn fehlte es nicht. ,3etit. wo ich ihn ver
loren habe." ging ihre Rede, .fühl ich erst, was er mir gewesen ist?"
.Wer versieht den Dienst deines Balers?" fragte ich die Kleine
.Zuerst", versetzte sie. .war ein Anwärter da Der ist an der Arippe gestorben Bun Haden sie einen andern geschickt. Sr ist tüchtig fpndbt her Herr Bahnmeister. ,st ein Mann in den vier Sckcn. Die Mutter und ich. wir bleiben nicht mehr lange hier. Wenn sie in der Stab: eine Wohnung für uns ausgemacht haben, ziehen wir fort. Hebert Jahr schloß sie. kam sie aus der Schule. Dann wollte sie Kleidermachen lernen. Ihr Onkel, der Osenputzer. sag:c Kannst du was als Schneiderin, hast du dein Brc-t. Mag di« Armut immer dünner, Suppen kochen die Frauenzimmer tragen lieber neue Kleider als alte Lumpen. Unb lassen s sich was kosten. Ihre Aech- nung ist richtig ein schönes Kleid ist em guter -mpfehlungsbnes! So plau'chte die Klein« imb zeigte lächelnd ihre blanken Zähne
An der Tagesnrige von meiner Wanderung heimkehoend ging ich wieder an den, Bahn- wärt er hau» vorüb«. Sm kühler Wind hatte sich aufgemacht Die hohen Halme der Kornfelder fchwankim: hm und her. Aas dem luftigen Gcwoge leuchtete «euerroter Klatschmohn hervor Dic sernen Kuppen hatten sich in Welken gehüll:
Bor der Tür des Bahnwärterdaufes bei lebendigem Spiel von Licht und Schatten saß eine junge Frau, der man dreißig auch e r paar Jahre mehr geben konnte Ihr fchmale» bleiches <Dri,cht war von üppigem blonden Haar um- Hoflen Sie hatte de Hände auf dem Schoß gefallet faß in sich versunken Da Um den fetn- grichniUcnen Wund fpannte sich rin herber Zug Gramfalten furchten ihre Slim. 35t gegenüber an den Lattenzaun gelehnt, der das Gärtchen umschloß. stand der neue Bahnwärter rin kraftvoll gebauter Mann eher häßlich als schön, aber von frifchem natürlichem Leben «riüllf Seme Blicke
Birie Länder brauchen abt: ür ihr, Kohsto- ,r>mgunc fn: folglich muß bat Be
ftveben frin. auch v >ketzrt bonhin u rrponurm. -■ -Irichtam b:r tz_rch bt, lau*t enviant^ n< Äau»- kraft roieber für bie r gme SatfesNrt'duh ., t ^nutzen
r* 8Irtuen» ,si c5ki inri geringer al» b< B »fuhr WiefK-1 ließ, Indien bei new stark aktiv, mt 2k, rnerfirn t'anbrr mit
r-och unrnteurfriter Wrrtichz't. Der chi-ß muß zu rnrm Teil <ri» Pension.i rikbäitrr Zinler K, gwrung»rink*r en oigtanb soeben nrrt,: (bp* Icheini e ich dies, c imm, n dn Io aroß zu Irin roi, man gemnnbln annmm nt. irivn* .vi* bm Men ran i (»olbmiOiarbr.n in Sljrf mdx u ubrritfign.) Um - nberrr Teil und Da» tft der -rößrr, wird unclüd- lichrrwnle ibf'auricrt bzw txrflraN unb kommt auch dem eigenen Land, nicht z.gui,' Da» is' k,i M ,m Unglück für Da, Land c*eti dx n'.itzr in brr lat Piel zu flenna ist. oent^rr „»wnsalli a’.» e» Da» Sebur*m» ,rh,ischi, Di, indisch, VanbmtrtfdKv! bris»lri»wris, Hebi auf rtrim htwr Stuf, Landwirt Ichafttich, $S jfO) n#" 8 Jnflbünar: :,nb Pf-vjfk- rang»an(dfl,n täten bitter not. Kapital.,nnut M m pd an Oknofi,n*d>.T!,n. defonder» ubr. d,, rhr niedrig, Stand d,r Bildunp rerbtnbrrn d„r deute noch und wahrichrinliib auf Jahr, hinaus, „o, mod,rn, Cntwicklunfl. ommerbm bemüht sich itbon nord, sein, Traktoren tn Indien emzusuhren. Sicher lich wird Indien einmal einen pcmaltigen Bedarf an landimrL--östlichen Aa'ch,nen haben - tn’br schrinlich zum '.stutzen Englands
Dw Malchinrneinfuhr Indien» ganz allgen,em kommt von England, rislletcht ein .Zehntel ron anderen Ländern Für bir Bahnen ist da» urrsiandkickz. Die ctrerfenlänar der vadncn Briti'ch Indien» cni- spricht der Deuti-Irlands Die BahngeirUIchaften sind, wenn nicht rein staatlich jo doch bnti'di. D-e Iqpen und Normen sind natürlich auch britisch. Di, Sut- schre,düngen und Bestellungen gehen über London. Mit dem Hu «bau her Indischen Selbstverwaltung wird bi, Aussicht ander,r Lander <tn Betracht kommt neben Amerika auch Deutschland) In» indvche (Rr- fchäft zu kommen, bester werden
England besitzt aber beute noch eine Monopolstellung auch in anderen 'Sa rem gruppen Leßthin betrug brr englische Anteil an der vinsrchr von Baumwollwaren 8-1 Prozent, bie Stahier Zeugung Indien» hat sich England durch b\t einseitige Zoll- pslicht für fonhnentalrn Stahl für die nächst, Zeit gesichert. Deutschland hat stark,» Inter,ste sur bi, Einfuhr von Farbstoss,n. Arzn,ten. pbotographtschen Lrtikrin (wichtigster flonfurrmt ift der om,rikanische Kodak». Spiel zeug. Bier. (Bla» unb verschiedenen Älflneifenartifein. Daneben noch für bie Soll- unb ftunfricibrneinfubr. Fast überall bai hier Deutschland weniger mit englischer al» mit anderer europäischer. amerikanischrr unb japanischer Konkurrenz ju rümpfen — ein wichtige» politisch?-- Moment.
Diese Konkurrenz ist oirisach künstlich von England selbst großgezoam worden. Bi» Mitt, vorigen Jahres ließ bi, englisch, N^l,rung krinen Deutschkn in» Land: da, ist so rigoros gehandhabt worden, daß oerschiebtnllich Deutsch, In Indien seftgescftt worden sind. Auch heute noch wirb bcr Deutsche reichlich schikanterl. In Bomben rnüsten Deubch, und veslerreicher, um rin Transitvisum durch E.ylon für Colombo (Bombaii wird von deutichen 'Bastagirrdampfern nicht angelaufen) zu erhalten, enw polizel- lidK Beschrinigung bei bringen — eine Ausnahmebestimmung. welche Hoffentlich bas in Bomban wieder neu eingerichtete beut,.he flonfukit schnell zu beseitigen vermag (bem deutschen Konsul in (folombo ist das für Ceylon bereits gelungen» Die Folge bcr Ausschließung der Deutschen war. daß Japan sich in oirien. früher deutschen Importwaren (Splrizeug. Papier. Messer, Steingut. Mas. Schrribwaren oiH- Textilien) In den Vordergrund gedrängt bat
Daß die japanische Hanbristatigkeit in Britisch- Indien den Engländern angenehmer al, die deutsch, ist, kann man wol)l kaum annebmen — sie ist poli lisch aus jeden Fall unangenehm, denn die natio- nalisUsch, Bewegung in 3nbi,n i-erehrt in Japan den Borkämpser asiatischer Freiheit und Emanzipa Hon von Europa.
Durch bie künstliche Ausschaltung her Deutschen wurden deutsche Firmen oirisach gezwungen, sich sür die Vertretung ihrer Anikri srember Hauler zu bc- bienen. Schwrizer unb bollänbifche Kaufleute sind baburch in den Borbcrarunb gekommen Langlam icßt hier rin, Nuckbilbunq rin. Deutich, (ltesellscha ten schicken wieder ihr, eigenen Leute heraus
Damit find wir bei einen, wichtigen Punkt,: bi, toifbrroufbrnjarbrit des deutschen H.inbris. Au rinm, bedauerlich großen Teste gehen biri, Bemühungen in einer dilettantischen Wriie vor sich. Wieviel Geld Ist von deutschen Firmen in den letzten beiden Jahren verloren worben' Der Inder mmmt es zwar übri. wenn man seine kaufmännische Ehrbarkeit rlch- tig kenn^ichnet. Aber zum Schutze btulfcber Arb,it
umfingen Die schlanke Gestalt Der jungen .Frau, redeten rin, deutlich»- Sprache .Hin ist bin! 'IDic lang willst du den Kopf noch hängen lasten? Ich schütz, du fällst bei mir nicht in Hahnenkrallen Ich hab dich gern. In Gott« Hamen sag jaF
Die junge Frau als ob sie die stumme Werbung spüNe. erhob sich Die Lippen zufammen- gepreßt die Hand auf dor Brust geballt «chritt sie ins Haus.
Nur ein Blatt.
Bon Mar 3ungnideL
Bestem sah ich in Der Auslage eine» Anti- quitätenlabcn» rin, wunDerschone Mönchshand- schrist liegen: rin zauberhaftes Pergamentblatt aus einem latrinifchen ®ebctbu(h Jeder Buch- stabe jede Initiale war mit solche Liebe und Andacht hingeletz: Daß ihr Auchlick tmc eine warme Welle durch mein Herz schlug
Zwischen Den Zeilen, vor Den Zeilen und hinter Den Zeilen hatte Der Mönch seltsam, Ornamente gemalt Dann wieder rin Bufchwindrös-chei Dazwischen geworfen, einen Aofcnkopf. eine Puste- blumc W-c hingebaucht wie hingriächrit. wie hingefungen. Wie nn HvchzeitS'chlricr war das Blau, wie «ine ÖHrianSr. Die Di, MüDchen an Frühlingsabenberi winden wenn s,, im Mond- fchrin auf den (Beliebten warten. Und da' Zuf Dem Wort faß rin Bogel und fang, verfang tick» fo leTta. als wollte er Den Dlaiuz <einte sinnen Kehl, in Diefrt latrimfche Wort auf efo- wal Hineinschülke,
Ein himmlifchrt Blatt
Wenn ich Grid gehabt häUe weih Gott, mit klopfendem Herzen hätte ich Dieses 'Blatt nt-ch Haufe getragen und hätte es immer angriehen fo lange angriehen, bis meine Seele ganz davon *rtflnt gewesen wäre UnD hätte es gehütet wie
muh e» au^i r;.'it>cn werben äußerste Bochch: >m t«a»Ui4ten Äerckehr mit Sabw.' D,i Prozentsatz deuvchte Waren. d»e unbezabU nach Indien gegangen sint. und nie beZahlt werben ift i-ch« flroh '.loch g:öße.' ist btt Menge der Waren, bu im guten ÜU den von Deutschland orrianb; werden und dann -ui de.-. Besteller nut einem nicht voraustzefehenen Pre,»erlaß aegeben werden müßen Die -nd 'chen La rate b : en ui btdftn Zw^k lehr ra’ ntrrte - r,ltrmr autgetnlbr! c.f batten Xi» lut tuchi-akril — in Wuklichkeu Iß diese» (Sebarrn eine der Ursachen der wirt ck», itichen S<t»walbe 3nbern».
Um ju oerb',dem. daß (tme ro.-»b. in den letzten Jahren» der deutf-be Crpori nach Ind»,7' «en Penüft- ge'-daft ist. iruhr» Ne drustchm Firme», welche ri<bt aerobe SoncpoHlrDung haben, mit außer!ter Ifot- s"b! i Werke geben nie ohne abfalute .«erbest ' rren versenden, sich nicht aus den Schied»'pruch sicher J>anbel»|dnunmi wr!a|kn und sich v-m,,* lästiger Vertreter (am besten Deutscher) bedienen
Mit dem Oberhessischen Geschichtsoerein nach Alsfeld.
Der Dies jährige Sommerauiflug führte die Mitglieder des Oberhestischen Gefchichtsverer>is nach AlsselD. LriDer war Die Trilnchmerzahl geringer, als man hätte erwarten Dürfen
Zum Smpfang hatte sich eine Anzahl Mit- t'.heDer des rührigen Ilsfelder Gefchichtst er>ins am Bahnhof einge'unden und begleitete Den Cber- heststchen Geschichtsverein aus dem Gang durch die Stadt. Die Führung auf Dieser Wanderung hatte Der Kunsthistoriker unserer Universität Pros. Bauch, übernommen. Der aus» hefte über die (beschichte Der Stadt und ihre Denlmaler unter- rhblet ist Er begann seine Aussührungen auf hem MarktplaN mit allgemeinen Bemerkungen über Die Gründe die Die hohe Blüte der .Bur- ger"--Stadt AlsselD beNnaten Dazu gehören u. a. hu politischen Berhältniste im Mlttelalter und bie gco^rapbifdK Lage der Stadl an der politi'ch und wirtschastlich bedeutsamen großen Straße von Thüringen nach Hesten. In seiner Gefarnt» heil gehön Alsseld wenn auch von der Besesti- fluna fo gut wie nichts erhalten ist zu den he« J4xn Städten, die sich durchaus mit den viel westen können. Don gan.z befonbrrer Bedeutung für Die AlsfriDer Geschichte ift da» ausgezeichnete Archiv, das von vielen ncrl»reuen Urkunden wrnigstenS Abfchriften enthält und
Erhaltung Iich der Dirri
rin großes Verdienst erworben hat. Durch da» Archiv sind eine Seltenheit säst alle Damen der Künstler bekannt, die sich tn Alsseld mit ihren Bauten selber Ttenkmäler gesetzt haben.
Da» Gebäude, das auf Dem Marktplatz zuerst den Blick frflelt. Ist das Aa thau» Mefco bemerkenswerteste Denkmal des Geistes alter Bürger-Kultur und -Macht Es ist 1S12 errichtet unD gilt als eins der herrlichsten Baukenk- ntfller in deutschen Landen Auf Dem spätgotischen strinernen Unterbau — Der Markt- baiie - erhebt sich ein zweigeschossiger Fachwerk- Einzrihriten Des Im ganzen einsachen Baues, der wie alle Bau- und Kunstdenkmäler des Mittelalters in prächtigen lebhaften Farbei, prangt«, kinn hier natürlich nicht ringegangen werden
Beben dem Aathatrs steht Der wuchtige S'-in- bau des IDeinbaufr» ans dem Jahre 1 }38 Schot, seit 1414 besaß Alsseld das Priv legium. Wein zu schenk-n Gelegentlich eines Umbaue in der Mitt, th vorigen Jahrhunderts hat man lctder di, spätgotischen Fenster mit ihren reichen Verzierungen durch plumpe romanUitrenbe ersetzt Dem Weinbaus schräg gegenüber erhebt sich rin Prächtiger Renailsance-Bau. daS Hochzells- boui (1565 bis 1571). in dem Me bürgerlichen Festlichkeiten abaehalten wurden. Im zwecken und dritten Stockwerk ist heute das Museum des Alsselder Defchichtsverrin» samt dem Archiv ausbewahrt Don den anderen etwa 140. brionherc Beachtung verdienenden Dürgerhäusern. die in ben verschiedenen Straßen Alsselds zu sinden sind, seien nur das Deurathschc und das M.n- nigerodefche Haus in der Bckt.-rgalfe erwähnt.
Hinter dem Dathaus absichtlich ohne .Zusammenhang mit dem Marktplatz liegt der Kirchplatz mit der Walpurgisklrchc Als Denkmal der Dereinigung kirchlichen Sinnes unD bürgerlich-stolzen Geiste« ragt der gewaltige Turm empor Der einerseits Kirchturm anderseits Stadtturm war und al« solcher der Hauptpunkt Der ganzen stüDtischen Des,stigung«anlage Die Walpurgiskirch« stammt aus verlchiedenen Bauzeit der älteste basilikale Teil der Mitte
<,'■ f.ohl.ckxs Altarblat, r au« dem Bilderbuch« Gottes
Wie sah der Mönch aus. als er dieses Wunder schuss Wo faß er? Und wann bracht« er diese fromme Schöpfung ans Licht?
Sr war wohl noch jung, saß in einer Sri le. an einem Fenster. DaS an au funfein sing voll jubelnDer Lenzsonne Dogelfchattei, am Fenster vorbei. UnD daS Grün Der Bäume ist noch ganz keu'ch Wie lilbertn Strahlen spritzen unD fDringen Dogeltöne in Die Mönchszelle und umwickeln Di, See!, de« Mönches und wollen sie heraus- z-.rixn. in da« Licht, wollen die Swle hoch- schleudern, m da» ewige Angesicht der Sonne. —
2lber der Mönch sitzt und sinnt und mall. Um ihn her vergeht die Zeil. Und alle« was ihn noch an den Fahling bindet was ;r »einem Herzen noch dem Menschmfrühiing zu'chlügt da« alles zaubert er in die Seite rinrt Gebet- buchrt
*3r mall seine Sehnsucht nach einem anderen Herzen, Da« er nicht kennt. Da» er nicht kennen will und bas doch für ihn lebt unb auf hn wartet Und al« er diese Sehnsucht malt, tft da« Herz da draußen in der Welt verwaist S- ist nicht mehr für ihn da Sr denkt an ein Grigen» fe«t an einen Tanz unter blühenden Baumen und al« er daran denkt, verzaubert er Fest unD Tanz in eine jubelnde Initiale, in einen imdg umschlungenen Buchstaben. Gemalte Sehn'acht gemalte Freud«, das alles ist diries Blatt -
«in Blättchen «rftenluh ntedergriea' am Thron Gottes
UnD während Der Mönch Dieses schöne Geschenk Demütig vor Ne Füße Gottes legte ging vielleicht rin Wanderer mti leuchtendem Gesicht unter den Kirlchbäumen dahin, fang ein Lied hob jubelnd beide Hände und berührte mit bieten beiden Hän^n das große Herz des Unendlichen. — Und wußte es mcht Aber er fühlte es bi« in die gvbetmften liefen feiner Serie


