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Klauenseuche isr nunmehr erloschen. In der letzten Seuchenperiode sind dieser Krankheit in»- gesamt 1 SStuckD iehzumOpfer gefallen.

-5- Hörnsheim, 26. Ian. In unserem Drw itndel gegenwärtig eine Evangelisation»- aroche flau, in der Missionsinspektor Hofmann oon der Rheinischen Million in Barmen (^.ingeliki- lionsvorträge hält. Die Versammlungen werden sehr ftart belud)t.

<> Niederkleen. 26. Ian. Die Bug. wacher Au to verk« h rsg es ells cha f t hat nunmehr aus der Strecke von Bugbach über Fiederkleen nach Cleeberg vier Fahrten singerichtel. die bis aus weiteres am Dienstag und Freitag jeder Woche ftattfinden. Da» Aura kährl an diesen Tagen hier ab: nach Cleeberg 8.30 Uhr vor« mittags und 2.30 Uhr nachmittag- nach Buhbach 130 Uhr vormittags und 3JO Uhr nachmittags. Die Beni'gung ist nach wie vor gut. Unter den Schulkindern der hiesigen Gemeinde ist die Mumps außerordentlich stark ver­breitet. so daß eine vorübergehende Schließung Der Schule zu erwarten steht. Auch schulentlassene Jugendliche und erwachsene Personen sind von der Arankheit befallen. In ebenfalls starkem Umfange lind Grtppeerkrankungen in der Ge mrinbt zu v'rAeichnen. Die Krankheiten nahmen Arher einen leichten verlaus.

Mainga«.

L_^2L Frankfurt a. M. 26. Jan. Aach Mährtg Ln ärztlichen Wirken in Frankfurt a. M. ft a r b heute der weit über die G.^enzcrn Frank­furt» hinaus bekannte 6anttät«ral Dr. Hanau. <3t war erster Dorsltzender bei Tlerztlichen Ver­eins und hat sich um die städtische Gesunb- hcit-p»ll«g« tzroße Verdienst« erworben. Gegen Den früheren Geschätissührer DeS Miet er - lchuhwereinS Gustav Hammer, der kürz­lich wegen Hehlerei zu einem Iabre Zucht- Hau» verurteilt wurde, ist nunmehr auch Än- tlagc wegen Meineid- erhoben worden. Ham­mer wird zur Last gelegt, in einem Verfahren wegen Erpressung einen Meineid geleistet zu haben.

WSA. Höchst a. M. 26. Ian. Gestern nachmittag wurde in Kelkheim der 15jährige Obertertianer de- Höchster Gymnasiums. Willy Weyrauch, im Hause feiner Sllem erhängt aufgcfunDcn. Das Motiv der Tat ift noch unbekannt. Man nimmt an, Dafi der ivnflt Mann au- Schwermut über ein törper- llcheS Leiden (ec soll an Zuckerkrankheit gelitten haben) in den Tod gegangen ist.

Auszeichnung eines viersachen Lebensretters.

WSA. Frankfurt a. M. 26. Jan. Da# preußische Staatsministerium hat dem Frank- Mirter Kaufmann Karl Feucht für Aettung <iu# Lebensgefahr die Art tungSmedaille am Vande verliehen. Feucht, dec ein be­kannter Schwimmer und Turner ist, hatte vor etwa IahrcSsrist, als er gerade auf einer Aeife Surch Oberitalien begriffen war, in der Aähe »on Udine während eines Hochwassers aus den Fluten deS Torrente Torve, einem Arbenflusse deS noch auS dem Weltkrieg bekannten 3sonz). in stundenlanger Arbeit vierPersonen vom Tode deS Ertrinkens gerettet.

Schwurgericht Gießen.

Gießen. 26. Ian. Unter Dem Vorsitz von LandgerichtSdirektor Cramer sand gestern die Verhandlung gegen den Arbeiter Hermann Jung von Dambach wegen Meineids statt. Die Anllage vertrat Staatsanwalt Schneider, Die Verteidigung führte AechtSanwalt Mendel- fvhn.

Der Anllage lag folgender Tatbestand zu­grunde: 3m Dltober 1922 wurde der Angeklagte Jung, der damals schon in Dambach wohnte, von einem Kriegskameraden W. ausgesucht. Der mit seiner Frau einige Tage dort verblieb. Da Jung in seiner Wohnung keinen Platz hatte, logierte er feine Gäste bei seinem Hauswirt ein, der In­haber einer Gastwirtschast war und einen für die damaligen Zeit wertvollen Jagdhund sein eigen nannte. Als das Ehepaar W. das in Geldver­legenheit war, nach einigen Tagen Dambach wieder verliefi, verschwand mit ihnen auch der vorerwähnte Jagdhund. Vor ihrer Abreise trafen die Eheleute W. sich noch einmal mit dem An­geklagten in Butzbach in einer Wirtschaft, wo sie sich zusammen des näheren über das weitere Schicksal des Jagdhundes unterhielten. W. meinte, wenn er kein Geld bekomme, nähme er halt den Hund mit. Jung stimmte Dem zu. Und so geschah eS auch. Die Folge war. Dafi Die Eheleute W. sich im Januar 1923 vor Dem Schöffengericht Vutzbach wegen Diebstahls des Hundes zu ver­antworten hatten, und beide mit längeren Frei­heitsstrafen belegt wurden. 3n dieser Verhand­lung wurde Jung als Zeuge vernommen und gab unter anderem an, Dafi er Den Eigentümer deS HundeS seinerzeit nicht g:Iannt habe. Differenzen, die Jung Dann im vergangenen Jahre mit Dem D. bekam, führten dazu, Dafi W. Den Jung wegen Meineids anzeigte. Die daraufhin cin- gclcitete Untersuchung ergab so erhebliche Ver­dachtsmomente. Dafi Jung wegen Meineids unter Anklagc gestellt wurde.

Auf Grund der umfangreichen Deweisaus- nähme hielt der Staatsanwalt in längeren Aus­führungen Den Beweis dafür für erbracht, Dafi Jung damals wissentlich die Unwahrheit gesagt habe, und hielt für erwiesen. Daß Jung dieses wissentlich falsche Zeugnis auch mit seinem Eide bekräftigt habe. Zu feinen Gunsten nahm er andererseits an. Dafi Der Fall des sog. Eides- iwtstands" vorliege, da Der Angeklagte im Fall« See wahrheitsgemäßen Beantwortung Der damals an ihn gerichteten Fragen sich der Gefahr der 'trafgerichtlichen Verfolgung wegen Begünstigung bzw Anstiftung zum Diebstahl ausgesetzt hätte. Unter Berücksichtigung dieser Umstände bean- :ragte er gegen Den Angeklagten eine Gefäng­nisstrafe von 9 Monaten auszufprecben.

Die Verteidigung stellte keinen bestim'en An- ttag, führte in eingehender Weise nochmals sämt­liche den Angeklagten entlastenden Momente an und bat. diese bei d.r Urt:iLfäHung in entsprechen­der Weise zu berücksichtigen.

Aach längerer Beratung verkünde'.« Dann das Gericht das auf Freisprechung lau­tende Urteil mit Der Begründung. Daß nrcht mit zweifelsfreier Sicherheit erwiesen fei, ob der von Jung im Jahre 1923 geleistete Eid sich rechtlich als Aacheid darstelle, zumal Da das seinerzeit hierüber aufgenommene Protokoll nicht die er­forderliche Klarheit aufweise, so Daß Damit auch jede weitere Aachprüsung Der Aussage Des Jung entfalle.

Eerichtssaal.

Dcru Kälter Land« »Verräter.

WSA. Darmstadt, 25. 3an. Der Straf­senat deS hiesigen OberlanbeSgerichtS verurteilte den Schneidermeister Aeinhord aus Freien­diez wegen Landesverrats zu 5 Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Die Verhandlung fand un'er Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt.

Dl« Gehrtrnnisse einer Wurstküche.

WSA. Essen. 27. 3an. Vor Der hiesigen Strafkammer wickelte sich dieser Tage ein Pro­zeß ab. in dem allerlei übelriechend? Dinge anS Tageslicht kamen. Der 52 Jahre alte Weyger- mcister und Inhaber einer Wurstfabrtk in Buer, Ailolaus König, versorgte Die Dortige Dergarbeilerbevölkerung m.t einer .prima- prima" Wurst zu konkurrenzlos billi­gen Preisen. D:r Mann ocrflanD sein Hand­werk. Aus dem Wochenmarkt in Buer hatte er mit seiner Ehefrau zwei Stände, in denen er die in Aorddcutschland viel gegessene Grützwurst. daS Pfund zu 30 Pennig, verkaufte EineS Tages kauften zwei Bergleute von Dieter billigen Wurst. Aach Dem Genuß Der Wurst. Die faulig und entsetzlich schmecite. erkrankten Die Kinder eine$ Bergmanns schwer, mußten sich erbrechen und längere Zeit DoS Bett hüten. Der Bergmann benachrichtigte DaS DefunDheit-aml, DaS ebenfalls von der Wurst erstand und dabei allerlei un­glaubliche Feststellungen machte. Die Wurst war vollständig mit Maden durchsetzt. Als ein Sachverchändiger aussagte, dah in einem etwa 20 Zentimeter langen 61 ü d Wurst über 1 00 Maden ihr Dasein fristeten, verfie­len einige Zuhörerinnen in Ohnmacht. Die Unter- suchung Der Wurstlüche ergab, Daß die Dort stehenden Schüsseln mit Fett undSchrie- ben nur fo von Maden wimmelten. In Der Wurstküche wurde nicht nur di «schmutzige Wäsche gewaschen, sondern sie Diente überdies auch a l s Baderaum. Der geschäststüchtige Mehgermeister, Der gegen Das erstinstanzliche Ur­teil von einem Vierteljahr Gefängnis, ebenso wie der Staatsanwalt. Berufung eingelegt hatte, erlebte eine böse lleberrafchung. Das Gericht erkannte auf «ine Gefängnisstrafe von einem Jahre unter sofortiger Verhaftung unD ordnete außerdem die Veröffentlichung b-tti Urteils in der westfälischen Presse und öffent­lichen Anschlag an.

Tagung des Reichskohlenrates.

Der Aeichskohlenrat hielt am Diens­tag in Berlin eine Vollversammlung des Sach - verstänbigenausschusseS für Brenn- st o f f v e r w e n b u n g ab. Der auch Der Reichs- kohlenkommissar Geheimrat Stutz beiwohnte.

Der Geschäftsführer. Diplominge..ieur zur Aedden. er|lat.«;G Bericht über Die Arbei en Ausschusses. Er führte u. a. aus. die Kohle werde immer mehr auS einem Brennstoff ein Rohstoff. Mannigfache mechcmifchc und che­mische Verfahren zur Deredeiung dieses Aoh- stoffeS vor Der Verbrennung Der VereDelungs- produtte, sowie die synthetische Gewinnung von Oelen und Stidstofsverbindungen stunden heute Dem Kohlenbergbau in Verbindung mit der Ma­schinentechnik und Der Gasche nie zur Verfügung, so Daß er eine fast unbegrenzte Anpassungsfähig­keit an Die Bedürfnisse des ^inzelfalleS und Die jeweilige zeitliche und örtliche Marktlage er­lange. 2n Dieser Steigerung der Elastizität liege eine starke Gewähr für Die geDeihliche Entwick­lung Der Kohlenindustrte und Der Energiever­sorgung.

AachDem sodann Geheimrat Professor Dr. Fischer Den Bericht über Die internationale Kohlentagung in PittSburgh Im Aovember 1926 erstattet hatte, ergriff Generaldirektor Dr. ing. Pott von Der Aktiengesellschaft für Kohlenver­wertung daS Wort zu Dem Hauplvortrag Der Tagung, Der das Ziel hatte, eine Aeihe Der Irrigen oDer schiefen Auffassungen über Die Ferngasversorgung richtig zu stellen, r führte u. a. auS: Es ist nicht bezwedt, anDerc Kohlenbergbau-Aevtere mit Der Fern­gaslieferung von Der Auhr her auszuschalten oDer zu beeinträchtigen. Es ist weder Absicht, noch wäre es prattijch, wirtschaftlich arbeitende Gasanstalten zu schließen und Dafür Ferngas zu bezlebeii. Das gegenseitige Verhältnis Der beiden Dersorgungsarten muß von Fall zu Fall auf Grund rein wirtschaftlicher und sozialer üeberlegungen entschieden werden. Es ist im all­gemeinen nicht Die Absicht, Die Städte nur an einen Gassern versorgungsst rang anzuschliefien, und es ist nicht richtig, Daß Die Ferngasversor­gung wettbewerbsun'ähig sei. Die Gasfernver­sorgung ist stets billiger als Die billigste Gaser­zeugung an Ort unD Stelle. Bei Ferngasver­sorgung slnd für Die Deckung Des Mehrbedarfs an Gas lein« GaSwerlserweiterungen oder Aeu- bauten und Daher keine neuen Kapitalinveftie- tungen für Gemeinden nötig. fonDem die Hähne Der Ferngasleitungen werDen etwas weiter auf- geDreht. Der Ferngaslieferer ist ohne Einfluß auf Den Gaspreis, Den Der letzte Verbraucher zahlt und Der nach wie vor von Der Gemeinde feftgelegt wird. Allerdings Dürfte Der Gas- preis für Den Groß- unD KleingaSverbraucher eine stark sintenDe TenDenz erhalten.

In Der an Den Vortrag sich anschließen Den Aussprache erklärte Der VorsitzenDe Des 5cm- gasversorgungsauSschusses und Des Vraunkohleir- inDustrievereinS, Dr. 2 u t e. u. a.. Die Braunkohle habe ihre Konkurrenz­fähigkeit mit Der Steinkohle in Der Gasfern­versorgung bereits bewiesen. Zweisellos habe sie Anspruch auf Berücksichtigung bei Dem neuen Projekt. Direktor Lern pelruS vom Deutschen Verein von Gas- und Wassersachw.ännem warnte vor einer Lleoerschähung Der mit der Gassern- uerforgung zusammenhängenden Fragen

Wettervoraussage.

Aach kurzer Erwärmung und weiteren leich­ten Aiederschlägen (meist Schnee» Temperaturen weiter fallend, doch meist beDedt.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: mi- nus 0.2 Grad Eelsius, Minimum: minus 2.3 Grad Eeistus. Aiederschlüge 0^2 Millimeter. Heu­tige OBorgentemixratut: minuS 0L Grad Eek- sius.

Die Wetterlage auf Dem Hohe- rodskopf. WinDrtchlung: toeft WinDstärke: schwach. Lufttemperatur: minus 6 GraD Eelsius. Höchsttemperatur in Den letzten 24 EtunDen: minuS 6 GraD Celsius. Gesamtschneehöhe: 50 cm. Höhe des in den letzten 24 StunDen gefallenen Aeufchnees: 2 bis 3 cm. Sportmöglichkeit: sehr gut.

Aus aller Welt-

tic Grippe im Deutschen -icich.

Im Neich»geiundhcit»amt sand eine Sachoerslän^ bigenberatunti statt, die sich mit dem Luf.reten der Gnppe und Den etwa gebotenen Adwehrmay- nahmen beschäftigte. Es mürbe ubereinftimmenb feftgefieUt, daß der verlaus Der Erkrankunaen all« gemein als gutartig zu bezeichnen i|L Äm stärksten betroften ist verhältnismäßig ber Süb- meßen de» Reiches. Das (Brippcmerfblatt des Re>chsgt|undheit»amts mürbe gulgeheißen und emp­fohlen. die Bevölkerung über bie besondere Gefährlichkeit bes r ücksI cdt»los en Ä n- hustens und Annie lens aufzuklaren. Beion- bcrc bchörbliche Maßnahmen, mic flnylgepflidjt oder Derkehrsbeschrönkung. mürben ali nicht trfor- berlich erachtet.

Die Grippe in Cnglanö.

AuS 105 der größten S.ädtc in England und Dales find in der vergangenen Woche infolge Grippeerkranlung 6 6 7 Todesfälle zu ver­zeichnen. In der Vorwoche war die Zahl Der Todesfälle 328.

Lin Nachspiel zur Muggeifee-Iragödie.

Die derLokalanzeiger' berichtet, hat die älteste Tochter des Krimii^alassistenten Weber, dessen zwei jüngere Töchier gemeinsam mit einer Freundin im Müggelsee Selbstmord ver­übten. bei der StaatSanwaltschast Strafan­zeige gegen ihren Dar«r toejen schwerer Körperverletzung und Beleidigung erstattet. Sie begründet die Anzeige Damit, daß durch ihren Vater die Schwestern schwer mißhan­delt wurden und ihre Schwestern wohl nur au# Angst in« Wasser gegangen sind. Wie das Blatt weiter meldet, schwebt zur Zeit gegen Weber auch bei seiner vorgesetzten Be­hörde eine Disziplinarvoruntersu- chu n g. ES wurde ihm vorgeworfen, daß er ?cm trinkt und in diesem Zustande zu Tätlich- ciicn neigt. Diese Angaben werden auf ihre Dichtigkeit geprükt.

Aamtlicntragödie.

In 6f f en wurden in Der gcmti.nl amen Wohnung eines 55 Jahre alten CDurcauangcfteil­ten Dessen 84iährige Mutter unD seine beiden 45 unD 42 Jahre alten Schwestern in ihren Betten liegend t o t aufgesunden. Ossenbar liegt Gasvergistung vor Er beging Selbstmord durch Erhängen. Der Marrn sollte zum 1. Ok­tober abgebaut werden. Er befürchtete Aah- rungsforgen und war schon in Den letzten Tagen vollständig verzweifelt. BiS jetzt tonnte noch nicht sestgestellt werden, ob er mit oder ohne Einwilligung feiner Angehörigen gehandelt hat. Tic Vorgänge im Neuköllner Finanzamt.

Berlin. 25. Jan. (Priv.-Telll Wie be­reits gemeldet, ist Der 12jährige Aolf Ha ck bufch an Den Folgen Der Schußverlehung. Die er auf Dein Finanzamt Aeukölln von feinem Vater er­hielt. gestorben. Der Vater. Der unter Der BefchulDigung DeS MorDverfuches verhaftet toor- Den war. ist Im übrigen inzwischen aus Der Haft entlassen worDen. Da kein Flucht- verDacht vorliegt. Obgleich von Der Leitung Des Finanzamtes bei Der Polizei Der Antrag aus WieDerverhaftung HackbuschS gestellt worDen war. ist Dieser aus freien Fuß gefetzt worDen. GS ist inzwifchen erwiesen worDen, Daß Hadbusch bereits vor längerer Zeit versuchte, sich eine Waffe zu kaufen, um Damit einen Beamten DeS Finanzamtes beifeite zu schaffen. Die heutigen weiteren Llnterfuchungen werden ergeben, ob Hackbusch in eine Irrenanstalt überführt werden soll, da stark an feiner Zurechnungsfähigkeit ge­zweifelt wird. 3m Zusammenhang mit dem Ae° volveranschlag nimmt Der Verband Deut­scher TreuhanD- unD AevIfionS - gesellschaften zu Den Maßnahmen bei Der Steuerkontrolle Der Finanzämter Stellung unD betont. Daß aus Der Tat Hadbuschs tiefer liegcnDc GrünDe hervorgingen Die Den Be­triebsleiter zu feiner unglüdfeligen Tat veran­laß len. Diese GrünDe, betont Der BerbanD, liegen Darin, Daß DaS System Der amtlichen Buchprüfung bei Den Steuerzahlern als ein schwerer, saft unerträglicher Eingriff empfunDen wird. Dies käme schon allein daher, well Die amt­lichen Buchprüfer stets nur. einseitig Das 3nter- esse DeS Finanzamtes wahrnehmen unD bemüht sinD. auf jeDen Fall Steuerhinter­ziehungen fest zu st elfen. Der DerbanD be­merkt weiter, Daß trotz Der wiederholten Erklä­rungen des Aeichsfinanzministers Dr. Reinhold die Schärfen und Härten, die durch Die Einrich­tung Der amtlichen Buchprüfung entstehen, nicht gemilDett worDen feien. Zum Schluß wirk) erklärt, Daß Die Verzweiflungstat Hadbuschs bercDte Worte Dafür spräche. Daß DaS RtichSfinanzmini- fterium schleunigst Die vom Reichs?inanzmlnister angdünDlgte Reform Der Steuerkon- t roll en in Bearbeitung nehmen müsse.

Der Kaufmann Hadbufch tourDe übrigen# am Mittwoch auf AnorDnung Der Staatsanwaltschaft wieDer Dem P olize lgewa hrf am zuge- führt Er soll Der heute vormittag statt! inDcn- Den O o D u 11 i o n Der Leiche feines Kinde# bei­wohnen. Aach Beendigung Der ObDuktion werden der Untersuchungsrichter und die Staatsanwalt­schaft darüber beraten, ob nunmehr gegen Had­busch Haftbefehl zu erlassen ist. ob er auf freien Fuß gefetzt oDer als gemeingefährlicher Geisteskranker einer geschloffenen Irrenan­stalt zugeführt WerDen soll.

Gegen die Aegertäuze.

Das Wiener Divezesan-Blatt erinnert daran. Daß die österreickische BischofSkonfe- r e n z neuerdings ein Verbot Der moDemen internationalen Tänze erlassen hat. Die Be- schosSkonserenz verbleiet nach wie Dor alle mo­Demen Tänze, Die erotischen Ursprung haben unD Dem ausschließlichen Zweck Dienen, Die Sinnlichkeit zu erregen unD zwar offen» funDig Durch Die Haltung Der Tänzer, Durch Die KltiDung Der Tänzerinnen und Durch einzelne Tanzfiguren. Unter Da# Verbot fallen nicht jene Tänze, Die frei von solchen Figuren finD unD Die ohne aufrtizenDe Jazzmusik al# vornehme Ge­sellschaftstänze bekannt werden.

Das Aschaffenburger Schloß als Museum.

DaS vor 300 Jahren Dura? Den Straßburger Georg Rid.nger am Mainufer im Renaissancestil errichtete, früher kurfürstlich Mainzer Schloß von Afchaffenourg, DaS auS Dermal# Wittels- bachlchein Besitz an Den Staat Bayern gelangt ist, soll wieDer eine feiner historischen unD archi­tektonischen BeDeutung angepaßte VerwenDung finDen. DaS SrDgeschoß am Schloßgarten wird für Kunstausstellungen heraenchtet. und Die altberübmie Schloßbibliothek, Die u.<l Schiller# AieDerfchrtft DeSWilhelm Tell" ent­

hält. neu geordnet und mit AuSfirllungOrävm«tt verbunDen werDen.

ft ein« Aachricht < n INiiiclholzer.

?u letzt« Rachrich: >MCitteU)O(jwr» von letneot großen Trans-Afritaflug ist vor zwei Wo­chen aus Iinja In Zentraiafrtka tingetroffen. Scitbem fehlt jede Mclbung. DerB. Zrg. zuiolge berechtig! das lange Stillschweigen jedoch nictzi zu Brsorgnisten, ba t« durch Schwierigkeiten ber Bre,nstoffverforauag txrurfattit sein kann. Di« nächsten Tage muhen aber ®erolfib«it über den Dcrbieib ber Expedition bringen.

Beim Spielen erdrosfett.

Ein tragischer UngludsfaQ ereignete sich in Leipzig-Lindenau. Die beiden Kinder eine» Arbeiter», Knaben im Atter von em bi» zweieinhalb Jahren, spielten in Abwesenheit der Eltern mit einem Bindfaden, den sie an ein Bett geknüpft hatten. Es bildete sich eine Schlinge, In bie der allere Knabe den Kops siedle Ai» die Mutter zu- rückkehrte, fand sie ihr Kind tot vor.

Line Westindier!reife Jlosft».

Oberpräßbent Noske bot von Hamburg au» «ine Rette nach Westinbien angetreten. Als fein Vertreter führt Vizepräsident Dr. ftneger die Ge­schäfte.

Aufführung derWalküre" in Madrid.

In ber Königlichen Oper In MadrIb fanb in Anwesenheit der königlichen Familie vor ausoerfauftem Hause die erste Vorstellung des beutschen Overnensemble» mit ber Ausführung derWalküre" statt, bie einen großen Erfolg für bie beutfebe Musik bebeutete. Die Haupt­darsteller, Gertrud Binbernagel, Bella Forthner Halbert, Lydia Slinbcrmann, Martin Hbenbrotb, Erik Enberlein, Arthur Fleischer unb ber Dirigeni Szenkor (Köln) erhielten vorn Publikum he geisterten Beifall.

Eine (Ehrenrente ber Stabt Hamburg.

Auf Antrag des Senats bewilligt« der Bür» gcrausfchufi der 7 7jährigen Enkelin des russischen Generals v. Tettenborn. d«r am 24. April 1813 nach ber 'Befreiung Ham­burgs von der Franzofenherrfchafl zum ham­burgischen Ehrenbürger ernannt wurde, eine Rente von 100 Mark monatlich. Die Greisin, hie wie ihre ganze Familie völlig verarmt ist. lebt in Leningrad

Zusammenschluß her postbeamlenorganisatioaen

In einer gemeinsamen Tagung des Verbände» Deutscher Poft, unb Telegraphenbeamten und bes Bundes der Post- und Telegraphenbeamten (Zivil­anwärterbund) wurde einstimmig der Zusanimen- schluß ber beiden Organisationen beschlossen. Der neue Spitzenbund wird den NamenDeutscher D o st b e a m t c n b u n b" erhalten unb sich aus den Mitgliebern der bisherigen Verbände zusammen setzen.

Lin jeltfames Glockenspiel.

An der Küste Kaliforniens findet sich ein eigenartige# Glockenspiel, und zwar auf Der Insel Catalina, saft hunDert Meter übet Der schönen Avalon-Bucht. Die wie Orgelpfeifen auSsehenDen röhrenförmigen ®loden flnD in einem turmartigen Bauwerk untergebracht. DaS Die ecbt amerika­nische Eigenart besitzt. In Der Dunkelheit zugleich als Leuchtfeuer für Die Küstenschitfahrt zu Die­nen. Die 20 Glocken ftnD natürlich sorgfältig abgestimmt unD auS einem befonDerS wetterfesten Material, einer Stahllegierung, hergestellt. Sie lassen nicht nur In jeDer Viertelstunde musikalische Akkorde ertönen, die bi# fünf Meilen hinaus auf Dem Meere zu hören finD, fonDem mit Dem Glockenspiel WerDen auch täglich befonDeve Kon­zerte veranstaltet, Die von Der nächsten Rund­funkstation verbreitet werden, mithin ähnlich wie mit Zeit an jedem Mittwoch ba# Glockenspiel Der Berliner Parochlalkirche. Dem Antrieb Des Mechanismus Dient ein in Den Glockenturm ein­gebauter Elektromotor von Drei PferDekrästen für Die VetblnDung zwischen Den Glocken und Der unten Im Ort ausgestellten Klaviatur wurden etwa zehn Mellen Draht verbraucht. DaS merk­würdige Instrument bilDet naturgemäß eine große Sehens- und sozusagenHbrenSwürdlakeit" für bi« vielen Sommergäste der 6atalina-3nfel.

wie schnell der Mensch spricht?

Der Franzose spricht bekanntlich swneller als der Deutsche. Kommt der Deutsche nach England, so wundert er sich, hört et beispielsweise einen her Dolksredner vom Hydepark, über dessen lang­sames Zeitmaß im Sprechen. Bei politischen Reben ist in Deutschland die Geschwindigkeit im Reden seit der Staatsumwälzung bedeutend ge­stiegen. Bemißt man die Schnelligkeit nach Sil­ben, so beträgt das DurchschnlttSmaß der Reden in den deutschen Parlamenten rund 250 Silben In der Minute. Dabei sind alle Pausen eingerechnet und das Mitt«! auS lang­sameren und schnelleren Rednern genommen. Del manchen Rednern steigt Die Geschwindigkeit aus weit über 330 Silben; darüber hinaus wird her Redner freilich schon schwer verständlich. Bei stenographischen Wettschreiben wird im. Folgen" wenn auch nur für kurze Zeit zuweilen noch eine höhere Geschwindigkeit erreicht. Der freie Wettbewerb Der Systeme hat Defchwln-lg- ktiten von 400 Silben unD Darüber gebracht Unter Den VlerhunDertfllbcnschrtibem finDen sich Anhänger Der verfchleDensten Systeme; Leistun­gen von 500 Silben gehören Dagegen inS Reich der Fabel schon auS Dem GrunDe, Da dann Die Möglichkeit Deutlichen Sprechen- aufßört

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Semeivdea.

Oft.Henglongqemeln")-1. ?ottesö. t. ».Synagoge (Sübanlagc). Samstag, bei- 2) Ion. 1927.Vorabend: 5 00, morgen#: 9.00. Predig'.. AbendS: 5.25 unb 605.

Gottesdienst ber isr. ReltgtvnSgesellschaft Sabbatfeier, Den 29. Ian. 1927. Freitag abend 4 50, Samstag vormittag 8.30, nachm. 3.30, Sobbataus- gong 6.05. WochengvtteSbiensl: morgend 7.00, abends 5.00.

Rundfunk-Programm.

3re'tag, 28. Jan.

3,30 biS 4.00 Uhr: Die Stund« der Jugend 4,30 biS 5,45 Uhr: HauSfrauen-Aachmittog. Pro­gramm u. a.:HauSbrandfrag«n", Dortrag von Ing. R. Knobllch. 5,45 bis 6,05 Uhr. Funkhoch- fchu.«Wilhelm Dilthey", Vortrag von Pri­vatdozent Dr. Heinemann. 6,15 bi# 6.45 Uhr: .,D.« Angestellten bewegung". Vortrag von Her­mann Hempel, Vorsitzenden des AsabundeS; 6,45 bi# 7,15 Uhr: Stenographischer Fortbildungs- hirfu# für Ansänger und Fortgeschrittene (Dik­tat von 80 Silben auswärts» 8,15 Uhr:Warta Magdalena", ein bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Hebbel Anschließend bl# 12J0 Uhr Tanzmusik.