Einzelbild herunterladen

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Samstag, 26. November927

Nr. 277 Drittes Blatt

Wahlkampf und Außenpolitik.

tUfcrnpoWiidic Umschau

Dem Pro! Dr 01» 8 o c B I 4>. 2A d R

Dem den Ländern, die t>f r Reuwahlen V.ehen, t| nun in Belgien »ucrit die R«g enmgstrrie ausae brache" Die rach men'cht.chem Örn unmlltdbar in den Wchttamp. und die Iteu- wählen bereintühren trnrö. Den.' auch wenn die neue Regierung 3dlpor einige 3:-.t am Ruder bldK Io Ifl daS. W3* Da ehr und worum dabei gekrittcn wird, nicht« al« Teil De« belgikchen Wahlkampfe«. dessen Füh- rung nach mancher Richtung auch für un« irtter- rilant lein wird. Dr. Äoalilion der Reg erungs- t>jrWm, <u den.-n di? Coeialthm unter Ban­de rvelde gehörten, i't an ei.»er miliärisch-n frage not alk-m zerfallen, an der Herab- fetzung Der allgemeinen Wehrpflicht aus dte ,>U vsn 6 Monaten. Der Arietiimin 6.er 6x>r zu Protesten bereit, denen di? C^ial' n» zustimmten Ader dagegen erhob das är W,d?rspruch. und Da» wurde von franlvcio) au» hbr entschieden unterstützt Go entstand eine Krise, die an hd> mchl unenparci kam G.n neue« Kabinett Ifl gc bilde!. wieder unter 3aipar au« den Burgr». l*r.i. d. b den k uhoirich.n Liderakn und, den Lhr,Erichen Demokraten Wie für dielen Fall erwarte' wurde, ift an Otdle De« fo5lahfit- I4xn Auheiunmil'.er» Vandervelde d-r Äb.-ral.' Hyman «getreten. XlnD nun wird brr Kamps um die M i1i t ä r ref or m zum Mitteipunl! der Wahll-ewegung werden. 3n Nehm Falle ist die Situation der Sozialiften günft.g Denn die Herab'eyung der ? enltzeit, die Ärtabkhuna überhaupt der Mttitärlaft ift eine in Belg en populäre Forderung

Da« sind zunächst belgilche Angelege/.hei len. Aber fk haben zugleich ein? wichtige austen- politische Seit«. Schon im September war nor- ouszufeh.n dast da« Kabinett 3afpar-DanD?r- velde sich nicht dauernd würde behaupten können und dast bei einem lLVl>*el der durchaus nicht deuttchlreund.iche HnmansAuftenminister tortbeii wurde. Das ist nun eingetreten. So wird an tich bte'er We'ch'ei schon beitinnnte Wirkun­gen in brr Lustnrpoiitlk z.it.gen Da« Dürfte sich noch n ebr akzentui ren. wenn der Wahlkamps tritt!Idj um die Militärsrage di« Herabsetzung der Dienftzeti in Belgien, geführt wird Denn dann liegt ja nur zu nahe, dast die Gegner rhw Herabfehunz mit dem Schlagwort der deut­schen Gefahr und der frind'chast gegr.t Deutschland atwiten werden und dast da» agi­tatorisch 'ehr kräftig non einem bekannten Teil der Pariser Pre'te unlerftüht werden wird. Wie die Gefamtlaae Im weiteren auf die Haltuirg Belgiens in der jet»t beginnenden Abrüstungs­und Sicherheitsdebatte wirken wird, latm man sich ja auch denken, wenn an Stelle Bande rv:lD?« Hymans als Führer der belgischen Delegation tritt

Diese Abrüftungsdebotte, tie am 30. beginnt wirft Ihre Schatten voraus 6le wird jebt zweifellos nicht zu areisbaren Grgebnifsen führen, da die am 33. Rovern der beginacnXi Tagung der vorbereitenden Abrüftungstennmif ion schon am 3. Dezember enden Dürfte, weil be­kanntlich am 5. Dezember schon die Rats­tagung wieder beginnt. 3tne Reihe non Län­dern Ist ja gar nicht tn der Lage, die'e Vev» rretungen ausreichend und wech'elnd zu bei fixen, so dast schon einfach aus der vho'iichen Hnrnbg- lichkeit. die Dinge nebeneinander zu behandeln, 11^ dieses Programm ergibt Wie nun das mit tci RonimiVion im Zusammenhang stehende Sicherheitskomitee zu'ammenge'etzt wird, h» dem Die ganz« Sich rheitslrage sich wieder ausrollen, welch?» 2rl»eit«programm sich die'es Komitee vvrsey.-n, ober welch.-« ihm vorgesetzt werden wird, ist noch unsicher. Dazu kommt schiiestlich dast Rust land sich beteiligt Ss hat leine Delegailon kfr dedeut'am zufarn- m enget ent Man kann darin ein Zeichen leben, b<ih Austland im besonderen Stalin, dieser Be­teiligung an der Genfer Konferenz und der Be­rührung mit den Genfer Mächten eine grofte Bedeutung beilegt. v*6 ist das zweitemal, dast Rustland in dlefem 3ahr in Gens erscheint, nach der Welttr-irrichastskonserenz Im Sommer, und das Ist natürlich em lehr b.-deutlame« Ereignis.

Aun gehdrt nicht viel Prophet eng abe dazu um oorauszufehen. Dafl Ne ru^i'che Dei g .t on ein­mal seyr lebha't und Io b''entltch rvie möglch ihren Abrüstungsftandpunlt vertreten. und dost sie k-adel 3uf?mmenstoste mit den B ölkerbunds- Dertrrtrm und der Btlkerdundsprlitik in Dieter Frage durchaus nicht scheuen wird Ob fie hier ihre 2lufgcbe nur agitatorisch sieht ober on der v.uwgrit-?: ang des bekannten lehr un­vollkommenen annourie* aus Der ersten vorbe­reitenden Konscrenz. wirklich Mitarbeiten will, vor allem in Dem Sinne, bah Da« für Die Haltung Der Randstaaten von Stnllust ift. kann man noch nicht vorher leben.

Ande.>riett« aber wird s cher diese Drie-atton Rustland« versuchen, mit 9 n g l a n b In Fühlung zu kommen Ratürkich hat auch der Wuwch nach bieler FaUungnahme bei D m Gnt" Mu1) 6til n«. nach Sens zu geben, mitgelprochen. 5>?nn so wenig man cs auch i^ich austen merken läfjt: min will in Moskau r?d>t gern die Verbindung mit Gng- lonb wic!ersinben. schon um daraus Den Druck

aus Die Fortführung Der BerhanDkungen mit Frankreich zu gewinnen.

Sv ergibt stch für de nächste Dens er Zusam­menkunft ein bwitr« Bild, in Dem es von ©egen- sähen und Schwierigke.ten von Prvbiem-n und Krisen nur so trirnm.-it 11 ah wie schon rtvn Da« praktisch gewordene belgisch Ve spiel Migt. die Wahlbcwegungen. in Denen die in Frage kommenden hauptsächlichen Länder heute schon stehen, werten aus die tntmiJt.onolm Rusetn- anber1c<jungen sehe stark Schatten und wirken auf f ie ein. Und was in den VSlkervunDshaupt- länbern Dte pariameiUariiche Wadibewegung tn ihrer Wirkung auf die Rustenpol tik ist, M* ift üt Sowjetrustla-id-er Streit der Rich­tungen innerhalb der bolschewistischen Partei. Stoltn und Trvyk» kämpfen m:te-.nanVr -- genau zur gleichen Zeit we Der Völker bundsvat in Dens beginnt Der 15. Kongrest der Äominini1ri- schen Partei In Moskau v cht nur um Fra­gen bet inneren Politik, sondern um die grundsätz­liche Einstellung zu dem kapttallstilchen RusLandl

Ferdinand Marx.

Dem ersten hessischen Landesturninspektor zum 100. (Heburtstaße am 27. Tioü. 1927.

Unler sortschrittliche« Hellenland, bas auf dem öebkte les Schulwesen« Immer sühvenö gewesen ist, hat al« einer Der ersten beuischen Staaten dem geregelten Turnunter­richt Eingang in Den Schulen verschafft Das Minifterium Pagern berief 1 848 mit dem Amt« i el.Cbci Ctulleno e* > Aao '. f 2 piest, einen Sohn untere« Hessenlanbe« (geboren 1810 in Laut.rbach!», von der Scht^iz au«, von wo sein Ruf al« SchLpser des Lchultumer.s bereit« in alle Lande gedr.t"ieii noch Darmstadt. An dem tm Februar 1849 von ihm daselbst ein- gerichtiten 3it'truktlon«kurfu« für Turnlehrer be­teiligte sich auch der damals 19jäbrige Fer­dinand Mart, der nachmalige erste amtliche Tuminspektor Hellens.

Ferdinand Mar» wurde am 27. No­vember 1827 zu Kranichitcin bet Darmstadt al« Sohn eine« 3agdzeug n. ifter« geboren. Seine Dchulausbildung erhielt er auf Der Realschule und anschlichend aus der Höheren ®etrerbc,d)ule zu Darmstadt Später leben wir den jungen Mann, der sich dem Fi/.anzsach zuwandte, al« geschüytcri Zeichn?r aus dem Katasteramt in Darmstadt, gleichzeitig aber auch als eifriger Turner an der Seite de« Darmstäbter Sunt- vater» Heinrich Felstng, bem Die Turner bie zu einem Kreuz i»?reinigtrn vier I al« allge­meine» Turnerzetchen veroanlen, in der 1843 gegründeten Turngefellschast für Schüler, kurz daraus al« MitschZpser und Turnwarl in der 1846 in« Leben gerufenen Darmstädter Turn- gnnclnbe, die ihn später zum Shrenmitgliede ernannte. Rachdem er sich Durch Beteiligung am dem oben erwähnten Sptestsch?it Instruktions­kursu« das Besähigungszeuani« al« Turn­lehrer erworben, folgte Marx, von Spiest empfohlen, einer Öinlabung des Oberfchulrats Im Königreich Hannover, um an einigen höheren Lehransta k-n ber Provinz Ostfrirs.and b e Turn- ansta'.ten einzurichten und den Schultur.mnter- rich: einzuleiten, ging bann im gleichen Auftrage 1852 nach Baden-Baden und war In den 3ahven 1856 57 Lehrer am Der Srziehungsanstalt de« be­kannten Acrbartlantr« 6 t u ö in 3ena.

Bon Dort wurde Marr nach Darmstadt berufen und mit der Qciiung bei Tunnmter- r.chts an der städtischen Knaben- und Müdchen- schaleit und 'päter auch am Gymnaiium betraut Sein reger Umgang mit gleichie irmien Lehrern führte 1863 zur Gründung de« Darmstädter Lehrerturnverein«, der ganz Marren« Schöpfung ist. wie auch in der Folgezeit die Entstehung der Turnlehrervereine zu G i e st e n. Mainz. Worms usw., sowie der Au- sammenschlust beweiben zu einem hessischen Lan­desturnlehrerverein ebenfalls leinen unauigeieb- ten Bemühunge-.i zu verdanken ift.

Aul Crund De* liberalen Bolttschulgeseke« von 1 8 7 4 da« da« Turnen an allen he'silchcn Schulen al« obligatorischen Lehrgcgenstand etn-

sührte, trat War, al« LandeSturn-3n- fpektor in den Staatsdienst über, in welcher Stellung er LI« zu seinem Ableben am 31. Augast 1898 äuherft segensreich w.rlle. hochgeschätzt von ollen hervvriagenden Vertretern de« deutschen Schulturnens, des öfteren geehrt und ausge-cich- rct durch die hefiische Regierung, die ihm noch kurz vor seinem Tode den Xitel ..Schulrat" verlieh.

Als Xuminlpchot war Mark mit der Lei­tung und Deaufsichtigitng des Schulturnen« im ganzen Lande und an allen Schulen, höheren und niederen, sowie mit der Ausbildung und Fortbildung der Turnlehrer betraut. 3n zahl­reichen Xumhirkm. die auch auf da« Ter- e i n « » e f e n befruchtend wirkten, führte er die hefsifch<m Lehmr. deren ältere QXIteration sich heute i>och dankbar des ausge.eichneten Schul- tnann« erinn?rt in seine Methode e.n

Xurninfpcltor QU a r j hat al« praktischer Turnlehrer einen weitverbreiteten Ruf erlangt Gr war au» der Spic- 'ste-n Schule berrotgegan­gen und blieb zeitleben« ein eifriger Verfechter de« Spiesischen Xu inen«, Da« er selbständig weiter ausbaute. Ganz besonder« hervorragend war seit Mädchentumunterricht, worin er den Meister noch uxrtraf, und der auf ber Allge­meinen deutschen Turnlehrerversammlung zu Darmstadt 7872 die Tetlnehtner au« allen Teilen Deutschlands und des deutschsprachigen Auslan­des zu lautem Beifall fottrift Als War, noch kurz vor seinem Tode seinen 70. Geburtstag feierte, liefen aus aller Welt Glückwunschschreiben bei ihm ein. die zeigten, welcher Anerkennung sich unser erster Turninspektor auch austerhalb Hes- lons zu erfreuen hatte. So schrieb u. a. der Vor­stand ber Preußischen Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin: ..Stets haben Sie die Fahne Ihre« Lehrers A. Spiest hoch gehalten, fast 4D Jahre in seinem Sinne gcnxrft. und nichts hat Sie in Ihrer Treue gegen ihn beirren lassen. Dte Meisterschaft des ädnterricht« hat sich von Spiest auf Sic vererbt. Lebhaft gebenden wir Ihres unvergleichlichen Turnunterrichts, m ihm sehen wtr den Meister Spiest verkörpert."

Schri tstellerifch war Mar, auf Dem turn- methvdtschen Gebiete äusterft sruchtlmr. Seine Lehrbücher, von denen nur der ^Leitfaden für den Turnunterricht in Volksschulen und .Da« Biädchenturnen in ber Schule" erwähnt seien, fanden in immer neuen Auslagen weit über die Grenzen Helfen« hinaus Verlr itung. Auch auf turn geschichtlichen, Gebiet verdanken wir Mar­tens Feder manch wertvollen B.itrag. Die 1388 zum 25jährigen Bestehen be« Darmstadter Turn- lchrervrrein« erschi neue Iublläumsschrist .Ent­wicklung be« Schulturnen« im Grostherzogtum Hessen" ist heute noch eine unentbehrliche Quelle für alle, die sich mit Schul- und Turngefchcchte befallen. Einen wertvollen B.itrag zur Kultur­geschichte be« 19. Jahrhundert« bildet Marten«

Kameraden.

Roman von Felix M o e f ch 11 n.

Copyright by Carl Duntfer, Berlin W 62.

L2. Fortsetzung. Nachdruck oerd-ten.

Deter (Bninbt schaute ihn betroffen an. ..Da» meinst du damit? Ja, n^llcicht. wir werden nachher Darüber reden.' Und er schaute ihn immer noch ior- ichend an. al» wittere er irgend eine geheime '.le- venadiicht. Georg hielt der schnurzen Br,Ue ruhig stand. Er hatte nicht; zu verstecken. ..Dir werden nachher vielleicht darüber reden", sagte (Brandt und wandte sich wieder den Jeitungen zu.

Tm muyt lesen: Künstliche Erhöhung der Kauf­kraft de» iiitanbildten Markte» durch verkehrt ge- handhabte Bewirtschaftung öffentlicher Gelder, xu muht leien, wa» der Re:ch»bankprai'.dent sagt. Du mustt lesen, war der Re>ch»wlrt'chait«ninister fc^t. Du nmstt lesen, dast hunderiraufend rhetnischn'.st- falische Bergleute brotlos roerbai. weil anr juo.d Kohlen haben. Tu muht lesen, dast der Bedarf an Lu^u»waren gestiegen ift. und bist eine geistere Nachfrage herrscht nach eeibenftrümpen al» nach Doüstrump'en Du mustt lesen, dast die Konkurie im eriten Halb, ihr zugenommen Diben und dast ihre Aahl d.e entsprechende Labt be» letzten Jahre» um da» Vierfache übertnn'L 2Leistt du. n>j: die» alle» bedeutet? E» bedeutet, dast mir attlid) er­kennen mühten, wie es um un» ftebt. Bt» setzt haben wir immer noch auf etw.» geho Dir haben gehofft auf Amerika aber Amerika legt uns n-.rft die Bedeutung bei. die wir ihm be legen. (Fs hat genug zu tun auch ohne uns und schaut mehr nach Westen ab nach Citen, denn bas e<hr.>erpeiridx der Dell verschiebt «ich vom Htlantri^ < Öjean zum Stillen Ozean. Dtr baren -u' d>e ^ntzwe i von Frankreich und England gebe s s- jubelt, wenn ein (^runb vorhanden war diese Ent- zweiung näherkommen zu sehen. Wir Haden auf -d:e Russen gehofft und die brilchewiftifchen Heere f(ton neben uns gespürt auf dem Dege nach Westen, um Ernst. Wirklichkoitsmenfchen haben da- geho'-t und erwartet. Sie wustten schon den genauen tpur..*i und die sestgeieg* Marschroute, ununer hoben mir

auf etwas gehofft und gewartet das ist früher nicht deutiche Art gewesen, nur nicht auf un» seiber "

3a, auf uns selber." rief Georg, du meinst da» gleiche wie ich.'

..Ich weist nicht, ob ich da» gleiche meine wie hu', sagte Wrunbt lauernd.Vielleicht können a»ir noch darüber reden, vorläufig Hollen wir noch auf die Lu-Ian," !red,te. flkr erwarten nicht» sehnlicher al» Au»laudskredite, die un» wieder auf bie Leine helfen ioller.. Dir oeraellen dabei, dost wir dadurch noch tiefer in» iklend Hinern kommen, denn se mehr axr leihen, umfo weniger brauchen wir uns selber Muhe ri geben und umo fröhlicher können wir urtfere ireste feiern. E» sieht bei un» alle» ganz hüb ich imb wohnlich aus. aber e» ist unterhöhlt. Dir tanzen nicht auf einem Lukan wie am ffnöe de» achtzehnte." Jahrhunderts. Da» wäre zu groß­artig und traoi'd) ourgedrückt, aber wir tanzen auf einen, herzlich schlechten Lretterdoden. über einem recht trüben Dosier, trir tanken während wir andere» zu tun hätten. Weiht du wo, Graf Brockvori zurzeit der Frieden»verhandlungen ge- i ebn eben bat?"

21.

Georg schüttelte den Äopf.

..(fr schrieb on Clemencecu. dast bei einer Durch­führung ber Friedensbeding-ngen in Deutschland densvertrag unter zeichne, spreche damit da» Todes­urteil über rtele Millionen deutscher Männer, grauen und Kinder au». Sehnliches bc: Rachenau (fnde 1918 ;n feinem Hufru« an bie Welt .'richr.c- ben. Nur noch starker und lcidenschafrNcher.'Grundt grif in eine rtb-ubtaDe und zog eine Zeitung hervor. Ratdenau schrieb nämlid): Wer in zwanzig fahren Deutschland betritt, dar tr als eines der blä)cnbftrn Länder der Erde gekannt hat wird niedersinken vor Lcham und Trauer. Die grofecn Städte de» Älter- tums. Babylon. Nlnioe, Theben waren von wei- dxm Led-n oebaut. die Natur liest 'ie zerfallen und ifättet Kod.n und Aügd. Die deut'chen Städte wer­den nicht als Trümmer stehen. 'onDem als halb- erftorbene. steinerne Blöcke, noch zum Teil bewohnt von kürnrnerüchen Menschen. Ein paar Stadtvrenel sind belebt, aber aller 6llanz und alle Heiterkeit ist gewichen. T7üde Gefährte bewegen sich auf dem morschen Pflaster. cpeluiVai s«d «teuchtet. Dte

Lundstrasten lind zertreten, die Wälder sind obge* fchtagen. auf den Reibem keimt dürftige SaaL Hasen, Bahnen. Äanule oet1o:nmen. und überall stehen traurige Mahnungen, die hohen, verwittern­den Bauten au» der Zeit der Droste. Bing» umher blühen, erstarkt, ölte und neue Kanter un Glanz und Leden, neuer Technik und Straft, ernährt vom Blut de» erstorbenen Landes bedient oon feinen vertrie­benen Zähnen. Der deutsche Geist, der für die ffirlt gesungen und gedacht hat. wird tkerpangenl>e<t. Ein ik>lf, da» Gott zum Leben gefd)offr:i hat. da» noch heute jung und stark ist, lebt und ift tot.'

. 21ber fo Ist es nickst,' sagte Georg langsam und dichte sich cn do» zu errrvrr., wa, er heute auf brr .' n>rt oon Berlin her ge»<hc" hatte 9. rnfelber und wieder Äomfelber, riesige Fabrikanlagen, himmel­hohe flamme über ruhigen, starken Waldern. Netn. man war nicht tot

Rein, es ist nicht so, ..bestätigte Peter Grundt. während er die .3eil.ir.fl mit einer gewissen oedantt- schen Genauigkeit zusammenfaltete und wieder ein- ordnete.Man kann mit Recht niete» gegen diese Darstellung etnwerchen. Denn '.ftachenau noch lebte, jo wäre er der erste, um die» anjuerfennen. Er üfcke daniol» fo stark al» Deutscher, dast er feine phllriophische Rübe verlor und bw Rolle eine» Pro- beten aus dem allen Testament übernahm. 3n der Tat trifft man heute kein morsche» Pslaskr DerJBer- hner fi phali glanzt und e» fehlt in unseren Städ­ten mcht an ctrahrnarbeium. Huf den Landstrastcn anmmeli e» oon Sutomointen, bie Läkder stehen noch, das florn braucht sich feiner nicht ju schämen. Und auch die Sitenbahnen biben jene Seiten hinter sich, wo man auf verlottertem Unterbau in übel zu- gerichteten Dogen dchinstchr. Was die Nachbar- lander betrifft, io nt zu sogen dast es mit ihrer Herrlichkeit mcht weit her ist. Eie Haden alle ju orgen und genug tu tun. um mit ihren Problemen crttg zu werden. Man kann keinen grosten Unter-

- n d*n uhnen und uns. 'S r jrrere Schulden bezahlen, damit b:e anderen ihrer­seits ihre Lchiilden bev bien können. 59t können ^>-ar sagen, wir hatten beute wieder eine Goldmark, die Franzosen aber lernen ®oio*rortfer. und dte Bolen noch weniger. Die Arbeitslosigkeit in Eng- land ist sechsmal sröfjrr als bei uns.'

..Dann nt es al»o oar nicht fo 'chlstmm in Deullch- ianö,* sagte Georg, getröstet ane etn ÄinD, dem man

Abhandlung .Die Gteftener sogenann­ten Schwarzen^, Ne sich au« grünblstches Studium Der vom beglichen Mtntfterium über* lasten en Akten stutzt und 1881 verössentlicht wurde Ger't^ge!chtcht'.,ch wertvell tti auch bie um«astende Schilderung de« Lebensganges eine« der .Schwarzen". De« nach Amerika enflohenen Shrlftian Sartorius. Dast «ScrNnanD Mar» etn gesuchter Mit irbciter an einer Reihe bei Der Bedeutung De« ertabienen Schulmannes felbstverftändllch wie auch «eine Beiträge zu Juler« .Handbuch De» gesamten Turnwesens" Erwähnung verdienen. d.

Oberheffen.

Ltindkreiö Wirte*

OO <(tin-flinben, 25. Tiov Um schreck- l, d) e r U n a l ü <f (a 11 errlanete fich beute ibend in unterem ßne an der (kcke ,iranf ur.er L estiarer -trotze. Dort wurde der etuxi 711 5ibre alte Land­wirt Johanne» Weder von hier von dem Anhangewagen eine» au» der Richtung Grotzen-Lmden kommenden Lastauto» der Gie- Dauhrma We , mer u 6 f r f a h r # n tmb *.1 ichwer verletzt. Hotz Der I ob auf der Stelle eintrflt lieber tue Schilldfosge must erst Die gericht­liche Untersuchung nähere» ergeben.

<j D a u b r I n g e n. 25. Rov Der hiesige Zrauenvereln hat sein« Wiitterardeu auf­genommen. Bei Der ersten Zufammeitkunft gab einleitend der VorliyenDe. Dekan G u st m a n n iKirchberg), einen kurzen älederblick über das verflollenc Verelnsjabr Besonder« erinnerte er nockunals an die gemeinsame .rohrt des Ver­bände« Oberchesfischer Frauenvev» ine zu den Luthersestipielen nach Marburg. 3m tommenD?n 3cbrc wird voraus'ichtlich eine Verbands fahrt ausfallen unb Dafür den einzelnen örthdi-n Frauenvereinen überlasten bleiben, nach u*tlch7n Stätten sie ihre Ausflüge machen wollen. Die R«ch-rung«ablage ergab einen lleberschust von etwa« über 100 Mk.. Die zu mllDtähflcn Zwecken inner- und austerhalb be« Verein« llV-noendung finden fallen. <^ür bie Folgezeit werden regel­mästig wieder jede Woche einmal abwechleinD Fctftunbx* unb ein Unterhaltung«abend in btt Kleinslnderschule stattsinden. Rach dem gestchull- lichen Teil De» ersten Abends wurde, tote sei» » Jahr üblich, von Dekan G u st m a n n ein Licht- bildervortrag gehalten. Die Zufchiaer tourben im Geiste in die Alpen geführt und ihnen der Lharakter De» Hochgebirges und feine Qtotur» ichönchetten ge»etgt. Reizvolle Ausnachnren vom VierwalDstättersWe wechelten mit Bildern von wichtigen, lehenswertei, GebäuDen und Denk­mälern, insbesondere hiftorifcher. kunstvoller Kir­chen unb bem Leben und Treiben In den Schwei- 5r Städten ab. Die Anwesenden waren bem ort ragenden für das Gebotene recht dankbar.

Grasten-Bufeck. 25. Koo Fu der am 7. November von bter gebrachten Mitteilung über eine BetrieboeinfteUung einer metallurgischen tflrma in der früheren Locksobrik wird un» oon der Ge we r ki cha f tvorwärts' folgende» mifgeteilt: Die ffadrik in Grosten-Bufeck gehört der mit un» In ÄntereffengMnelnfchost kiehenber, »anfa" Ühemilch-Metallurgifche Detelftchaft m. b H unb 4* noch nicht In Betrieb genommen worden Vuch hat bitter nicht Die Abstcht destorrden. fte fetzt fchon tn Betrieb zu fetzen, denn in unserem Hchwesterwerf l^arbemeich farnnteln wir erst alle nötigen Erfah­rungen, um auf Grund Derselben dann Do» Derk (tzrosten.Buseck einheitlich mit den modernsten Ma» 'chinrn unb Einrichtungen au »zubauen. Der L'aae vr 3jdx n.ich ruckt brr ' der flnbet

nähme unfere» Werke» Grofzen-Bufeck In greifbare '-'iahe. 3n der Zwischenzeit Irt Die Firma einzelne Räume an da» Chemische Laboratorium Dr. Eisenach ;'nt> (Fo. oermietet, welche Firma unabhänaig oon un» ist unb nach wie vor weiter defteht Datz dte Räume in Grasten Buteck für unsere Ipätere i}tb» nfahon nicht geeignet feien, kann nicht behauptet werden.

' Grüningen, 25. Rov Glück in der Lot­terie hatten zwvi hiesige ßantnmrte. Se Iptelten zum erstenmal gemcinschaftllch ein ganze» Los in der Pveustilch-iSüDdeutschen Klaffenivtterie unb gewannen daraus bei der Rov-mberziehung mit ihrer Glucksnummer 361958 Den Betrag von

em fchöne» Märchen erzählt, nachdem man ihm mit ernsten, Gestcht fo viele traurige Geichtchien berichtet Hot.

Es Ift nicht fo fchllnun, wie Käthenau geschil­dert bat. aber e» ift immerhin oiet fcMtenmer, al» re sich im Gehirn de» gewöhnlichen Bürger» Dar- »teilt. 8i» fetzt haben wir aewüiermosten bie Welt für un» zahlen lassen. 3n Aukunst werden wir fei- her zahlrn muffen, unb Da» nohgt uns. dem 'icöanlenio'en Schtendnan zu entsagen und der Dirtttchkeil offen und rückficht,lo» in bie Augen zu ichouen Da» wollen dte Leute nicht. Weil fie e» nicht wollen wird man demnächst einen anderen Weg etrridjlcpee müffm, al» $u jener Zeit. Do man diese lehr richtigen unb punkto Li.?örh-ilsprixüt nicht ?i bestreiten den Plakate an die Wände hing, bie in

-igem Trucke oerkurcheten. .Rur bie Arbeit kann un» retten ... Lebensmittel können nur durch unser aller Arbeit billiger werden.' Da- mal9 lind Dte Lebensmittel allen Plakaten zum Trog teurer geworden, und Darum wird man heute tu einem anderen Mittel greifen, wenn man will, dast e» ander» werde.'

Du sagst also auch, e» wüste anders werden ' ,/3a. tote du. unb rar sind sicherlich nicht die einzigen, De Das sagen, ich glaub, blost. dast wir über dte Art und Seife de» lZiorcrf>er; nicht ganz gleicher Meinung sind.' Er schaute ihn prüiend on. flenn man offen mit dir retten?*

»Ich wünsche mir nichts Besseres, als oi en mit Dir zu neben. Da» ift doch flamkradichaft. Habe ich e» nicht unterschrieben?' Er legte die Hand auf Die Brust

JTm hast Recht, in diesem Sinne waren wir fla- rraben. (Es ift also melleicht ganz gut. bah wir cne» Schriftstück untcr^ichnet haben, und man kann es demnach etn nützi- che» Pa girr nennen, nicht em ge ährliche».' Er dachte eine Weile nach, während er tm Zimmer auf unb ab schritt, seine Schranke prüfte, irgend etwas vergessene» Denotate, eine Tchublade. die nicht gon; jchlotz. hineinschob, auf bem Bücherbrett ein Buch, das jchef stand, gerade 'teflie. ^T» ist nämlich etwas sehr Wtchtiges, was ich dir zu sagen habe/

Auch ich hätte Dir etwas zu fapen, was : kehr wichtig ist,' jagte Georg osfenherPg.

- (Forifeftung loUttJ