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Eine Schmährede Zarparr.

Der belgische Ministerpräsident wiederholt die Anschuldigungen von den deutschen Ariegsgreueln.

Ostende, 25. öetot (Belgische Telegraphen- cgentur.) Hier fand heute die Einweichung eines Denkmals zu Ehren des katholischen Staatsman­nes Beernaert statt, der im politischen Leben Belgiens eine führende Rolle gespielt hat und im Jahre 1912 verstorben ist. 3n seiner Ein- toeihungsrede gab Ministerpräsident Iaspar einen Rückblick über das Leben Beernaerts, wobei er u. a. aus führte: Beernaert, der sich so sehr um die Festigung des Friedens in Europa bemühte und von so tiefem Glauben daran erfüllt war, ist der beispiellvse Schmerz erspart geblieben, das Verbrechen mitzuerleben, das ^reinen Herzens" von denen begangen wurde, bie unsere Neutralität verletzt haben. Er hat nicht die furchtbaren Tage erlebt, in denen die Invasion derer »mit Den reinen Händen" unser unschuldiges Vaterland der Brandstiftung, dem Mord und der Verwüstung ausge­liefert hat. Er hat die unentschuldbaren Fü­silierungen von Frauen, von Grei­sen, von Kindern in der Wiege nicht kennengelernt. Sein Herz krampfte sich nicht zu­sammen angesichts des systematischen Raubes unserer industriellen Ausrüstung. Er erlebte weder Löwen noch Visö, noch Tanines, noch Airschvtt, noch Dinant. Er hat nicht mehr mit Augen, die vor Entsetzen brannten, den, langen Zug unserer Mitbürger davonziehen sehen, die wie Sklavenzu Tausenden depor­tiert wurden. Auch die letzte Prüfung blieb ihm erspart, sein geliebtes Vaterland gegen den Hast und die Verleumdung ver- teidigen zu müssen, die beharrlich und unermüd­lich bemüht sind, mit den üblen Dünsten der Lüge und des ^lebelwollens Bel­giens Heroismus und Leiden zu trüben.

Die Autonomiebewegung im Elsaß.

Daris, 26. Sept. (WTD. Funkspruch) Ha- vas berichtet aus Straßburg, dah aus einer Ver­sammlung von Autonomisten die Absicht zum Ausdruck kam, für die nächsten Wahlen eine offizielle Autonomistenparter zu gründen. Der Leiter der Versammlung, Roos, behauptet, dah die Elsässer in politischer Hin­sicht und besonders im Hinblick aus ihre Kultur unterdrückt würden. Die in Bildung be­griffene Partei wolle eine pazifistische Partei sein. Sie trete für den Frieden unter den Völkern auf der Grundlage deS Rechtes, nicht aber aus der Grundlage Vers ailler Vertrages, ein. RooS habe jedoch klar unb ausdrücklich betont, dah diese Partei nicht separatistische Tendenzen haben würde. Eine gegen Frankreich gerichtete scharfe Flug­schrift sei im Verlaufe der Versammlung verteilt worden Die Journalisten seien von der Versammlung ausgeschlossen gewesen was zu einem Zwischenfall geführt habe. Dem Ver­treter des Pariser .Journal" sei es gelungen, In den DerfammlungSsaal zu kommen Als er auf Ane Frage in französischer Sprache antwortete, habe man ihn aufgefordert, den Saal zu verlassen AIS er erklärte, er spreche nur die Sprache seines Landes, hätten ihn die Dersammlungsteilniehrner hinaus- geworfen und Übel zugerichtet.

Das badische Zentrum zum Fall Wirth.

Freiburg, 25. Sept. Das Zentralkomitee des badischen Zentrums hat heute eingehend den Reichsschulgesetzentwurf beraten lieber die Ver­handlungen berichtet die .Freiburger Tagespost" u. <l, man sei einig gewesen darüber, dah der Entwurf eine geeignete Grundlage für eine annehmbare Regelung des Volksschulwesens entsprechend der Reichsverfassung biete, dast das badische Zentrum die Reichsverfassung, insbe­sondere Artikel 174, schon aus allgemeinen poli­tischen Erwägungen gewahrt und die r e l i - giosenZiele des Volkes unbedingt sicher­gestellt wissen wolle. Im Rahmen dieser Vor­aussetzungen werde es die Hand zur Verständi­gung bieten, falls auch auf der anderen Seite der gleiche ehrliche Wille vorhanden sei. lieber die Stellungnahme des Reichstagsabgeordneten Dr. Wirth gegen den Reichsschulgesehentwurf heißt es in dem offiziellen Bericht wie folgt: Daß der Reichstagsabgeordnete Dr. Wirty der Tagung fern geblieben war, statt mannhaft seine Meinung durch persönliche Anwesenheit zu vertreten, hat allgemein starkes Befrem­den hervorgerufen. Das einseitige Vorgehen des Herrn Dr. Wirth in der Schulfrag« hat einer friedlichen Lösung speziell in Baden nicht mrr nicht gedient, sondern den alten noch neue Schwierigkeiten hinzugefügt.

DeutscherBauerntag in München.

München, 25. Sept. (WB.) Am Sonnabend begann der Deutsche Dauernlag in München mit einer geschlossenen Sitzung der Vereinigung der deutschen Bauernvereine bei sehr starker Beteili­gung aus dem ganzen Reiche unter dem Vorsitz des Präsidenten der Vereinigung Freiherr v. Kerkerinck zur Borg seine Beratungen. Parlamentarier und Führer des Bauernstandes waren sehr zahlreich erschienen. Es wurde in einer Reihe von Entschließungen Stellung genommen zu den Ergebnissen der Weltwirt- schaftskonferenz, zu den Fragen des Zollschuhes, der Gleichstellung der Landwirtschaft mit der Industrie, der Industriekartelle, des Ausbaues der landwirtschaftlichen Statistik, ferner zum deutsch-polnischen Handelsvertrag wobei eine starke Kontingentierung der Fleisch­einfuhr aus dem Osten verlangt wurde zum Steuervereinheitlichungsgesetz, zur Frage der Steigerung der Erträgnisse der Land' Wirtschaft, insbesondere durch Hebung des Dren- nereiwesens und schließlich zur SiedelungSsrage. Am Abend fand in der Kongreßhalle der Aus­stellung eine Begrüßungsfeier statt. Die Sonn­tags-Kundgebung wurde mit einer 'Begrüßungs­ansprache des Präsidenten F r h. v. ' K e r k e - rind eingeleitel, der über die Wichtigkeit des Dauernstandes für Volk und Staat sprach. Leider werde dem Dauernstand nicht das zuerkannt, vms

Die Ursachen der Schleizer zlugzeugkatastrophe

Der vorläufige Sachverständigenbericht nimmt Propellerbruch beim Start an.

Schleiz, 25. Sept. (WTD.) Die an den LlnfallSort &i Schleiz entsandte technische Kom­mission ist zum Teil bereits zurückgekehrt: die anderen Mitglieder der Kommission werden vor­aussichtlich zusammen mit den Sachverständigen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt nach Derlin zurückkehren. Die äleberreste des Flugzeuges und des Motors werden zur Deut­schen Versuchsanstalt für Luftfahrt nach Ad - lershof geschafft, um dort weiter unter­sucht zu werden. Ob sich die restlose Aufllärung der Ursachen des Unfalles erreichen lassen wird, ist noch immer ungewiß: so viel scheint jedoch festzustehen, daß das ilngtüd auf eine Mate­rialbeschädigung zurückzuführen ist. Es wird weiter untersucht, ob die primäre Ur­sache in der Verletzung der Tragdecke n- befestigung oder der des Propellers zu sehen ist. Die Propellerbeschädigung könnte durch eine Derührung mit einem festen Gegen­stand beim Start, wie zum Dei- spiel einem Stein eingcleitet sein.

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In einem vorläufigen Bericht der Kom­mission der Sachverständigen wird angenommen, daß derPropeller bereits beim Start in Leipzig durch die Berührung mit irgend­einem Gegenstand beschädigt wurde. Daraus entwickelte sich dann offenbar eine einseitige Splitterung des Propellers, die auch den Rumpf in Mitleidenschaft zog. Jedenfalls wurde das eine Tr a g deck durch diesen Defekt be­sonders beansprucht, und hieraus würde eS sich auch erklären, dah dieser Flügel ab» brach Ob der Flügelbruch bereits in der Luft erfolgte, ist auch jetzt noch nicht sicher. Sollte daS der Fall gewesen sein, so geschah es jedenfalls in -geringer Höhe. Alle diese Dinge aber gehen nach der Ansicht der Sachverständigen mit größter Wahrscheinlichkeit auf den .prüng- llchen Prvpellerdefekt zurück, der natür­lich beim Start nicht bemerkt werden konnte.

Wenigstens eine von den Streben, die die rechte Tragfläche gehalten haben, scheint sich los­gelöst zu haben. Diese Strebe hat dann die Trag­fläche durchstoßen, wodurch Luft inbieTrag- fläche gelangt ist. Durch den ungeheuren Wind­druck beim Sturz wird dann wohl die zweite Strebe ebenfalls gebrochen sein. Di? beiden Stre­ben haben, als sich das Flugzeug kopfüber über­

schlug, heruntergehangen, unb als eS abstürzte, wurde es auf die beiden herabhängenden Streben sozusagen aufgespießt. Im letzten Augenblick überschlug sich die Maschine noch einmal unb erreichte dann erst so den Boden, wo sie vollkom­men zertrümmerte. Es hat auch den Anschein, daß der Pilot C h a r l e t t schon seit einer ganzen Weile gewußt hatte, dah er knapp vor einem Absturz steht. Der Pilot legte, nachdem die ersten Anzeichen eines Defektes beobachtet wurden, noch einen Weg von mehreren Kilometern zurück, und es wäre ihm auch zweifellos gelungen, ohne Schaden den Boden zu erreichen, wenn nicht in den letzten Sekunden sich die Teile losgelöst hätten. Es scheint, daß auch die Fluggäste bemerkt haben, was vorgeht. Die Stellung, in der der Eisenbahnobersekretär Röll aufgefunden wurde, läßt darauf schlichen, dah er abspringen wollte.

Botschafter von Maltzans letzte Fahrt.

Berlin, 26. Sept. (Wolff.) Nachdem Frei­frau v. Maltzan, die in Begleitung ihres Vaters im Kraftwagen von Plauen aus in Schleiz eingetroffen war, in stiller Trauer an der Bahre ihres verunglückten Mannes gewellt hatte, fand ein Trauergottesdienst in der Derg- kirche statt, an dem Legationsrat v. Kaufmann vom Auswärtigen Amt, die Spitzen der Kreis- und städtischen Behörden unb die Vorsitzenden verschiedener Korporationen und Vereine teil* nahmen. Nach dem Gottesdienst wurde die Leiche in feierlichem Zuge nach denr Bahnhof über» geführt. Auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin traf die irdische Hülle des Botschafters am Sams­tagabend um 11.07 Minuten in einem Sonder- toagen des aus München kommenden fahrplan­mäßigen v-Zuges ein, einige Herren des Aus­wärtigen Amtes, der Reichstagspräsident L ö b e und Staatssekretär Kumbier von der Reichs­bahnverwaltung waren anwesend. Der ©oni)er­tragen ist noch in der Nacht nach dem Stet­tiner Bahnhof toeit er geleitet worden und an den am Sonntag früh von dort abgehenden Per­sonenzug angehängt worden. Auf der Bahnstation Vollratsruhe wurde die Leiche von den Angehörigen des Verblichenen übernommen und nach dem Gute der Familie von Maltzan, Groh- Luckow, gebracht, um dort beigeseht zu werden. Der Beisetzung werden Rcichsaußenrninister Dr. Stresemann, Staatssekretär Dr. v. Schu­bert und der Botschafter der Vereinigten Staa­ten Dr. S h u r m a n beiwohnen.

Hindenburgs Dank an den Präsidenten Coolidge.

Berlin, 24. Sept. (Wolff.) Reichs­präsident v. Hindenburg hat folgendes Telegramm an Präsident Coolidge ge­richtet:Für die warmherzigen Worte der An­teilnahme, die Sie, Herr Präsident, anläßlich deS so jähen Ablebens des Botschafters Frei Herrn v. Maltzan an mich gerichtet haben, bitte ich Sie, meinen tiefgefühlten Dank entgegenzunehmen. ES ist mir ein besonders wohltuendes Gefühl, daraus zu ersehen, dah der Präsident und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika dem Verstorbenen, dessen ganze freudige Tatkraft in den letzten Jahren bet Vertiefung der deutsch-amerikanischen Beziehun­gen gegolten hat, die gleiche Wertschätzung ent­gegen bringen, die er in der Heimat genoß. Ich habe nicht verfehlt, Ihre und Ihrer Frau Ge­mahlin Anteilnahme der Freifrau von Maltzan zu übermitteln.

er mit Recht zu fordern habe: die Achtung feiner sozialen Stellung, der Schuh seiner Produkt:ons- grunblagen und der gerechte Lohn für seine harte Arbeit.

Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Schiele,

überbrachte Grütze des Reichspräsidenten v. H i n d e n b u r g, des Reichskanzlers D .Marx und der gesamten Reichsregierung und sicherte der Landwirtschaft den Schutz des Staates zu. Der Staat wisse, dah die Voraussetzung jeder gesunden Staatspolitik die Freiheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Landwirtschaft sei. Reich und Slaat hätten die ernste Aufgabe, die Arbeitsenergie und die Freiheit des Äauern zu schützen. Minister­präsident Dr. Held führte u. a. aus, nur ein gesunder Bauernstand verbürge die Wohlfahrt des Volkes und des Staates. Es sei nur zu wünschen, daß alle Berufsstände das llar er­kennen. Die Tagung dürfe die Versicherung mit nach Haufe nehmen, daß eine Staatsregierung, die sich ihrer Pflicht bewußt sei, keinen Augen­blick zögere, dem Bauernstand zu helfen. Es sprachen noch u. a. der österreichische Ackerbau- Minister Dr. Thaler, der Präsident des öster- veichischen Reichsbauernbundes, der Direktor des schweizerischen Bauernbundes, ein Vertreter der ungarischen Landwirtschaft, ein Vertreter des Deutschen Landwirtschaftsrates sowie Vertreter der Bayerischen Volkspartei, der Deutschnatio­nalen Volkspartei, des Zentrums unb der Deut­schen Volkspartei im Reich.

Die Hindenburg-Amnestie.

Berlin, 25. Sept. Die Vorbereitungen für die preußischen Einzelbegnadigungen an­läßlich des 80. Geburtstages des Reichspräsidenten sind beendet. Wie eine Korrespondenz berichtet, steht eine große Zahl von Beanadigungen für politische utjb kriminelle Delikte in Aussicht. Die Begnadigun­gen für politische Delikte erstrecken sich auf Ange­hörige aller Parteien. 'Die Beanadigungen krimineller Delikte umfassen vorwiegend Rot- und Affekthandlungen. Die amtlichen Publikationen der j ' lßischen Gnadenakte dürfte am 1. Oktober erfolgen. In die Reichsamnestie find voraussichtlich die im Jahre 1922 zu je 10 Jahre Zuchthaus ver­urteilten Scheidemann-Attentäter, H u st e r t und Ochlschläger, einbegriffen. Scheidemann selbst bat zu dieser Amnestie die Initiative ergriffen. Die Reichsamnestie bezieht sich ausschließlich auf Urteile des Staatsgerichtshofes und des Reichsgerichts, wäh­rend die Begnadigungen in anderen Fällen aus­schließlich Sache der Landesregierungen sind.

Die Todesstrafe in Hessen.

Darmstadt, 25. Sept. Der gesetzge­bende Ausschuß des hessischen Landtags hat in seiner letzten Sitzung den Antrag der Abg. Kaul und Gen. (Soz.), die Regierung solle im Reichsrat gegen die Aufnahme der Todes st rase im neuen Reichs- strafgesehbuch stimmen und für den Fall der Beibehaltung der Todesstrafe Todesurteil Hess. Gerichte grundsätzlich nicht mehr bestätigen, mit den Stimmen der bürgerlichen Parte:en. gegen Sozialdemokraten und Kommunisten ab ge­lehnt. Ein Negierungsvertreter gab indessem bekannt, daß im Reichsrat die hessischen Stimmen auf einstimmigen Kabinettsbefchlutz gegen die Todesstrafe abgegeben worden seien.

Aus <tHer Welt.

Neberschwermmingskatastrophe in den Alpen.

Nach Meldungen aus der Schweiz und aus Tirol haben die Regenfälle der letzten Tage dort zu einer Hochwasserkatastrophe geführt. In Tirol ist besonders das Zillertal sowie das W i v p t a l yeimgesucht. In der Schweiz sind alle Verbindungenvon Bellinzona und von Chur (am Rhein) u n - terbrochen. In Taoanasa wurde ein großes Doppelwohnhaus und ein Bahnwärterhäuschen von den Fluten mitgeriffen. Acht Einwohner find er­trunken. In Bergsll find die Verbindungen mit dem Enarrdin unterbrochen. Der Wildbach in C a f a c c l a hat das Dorf überschwemmt, so daß die Einwohner sich nur mit knapper Not retten konnten. Am Abend begann in der Höhe Schnee zu fallen. Der Rhein ging um etwa einen Meter zurück, so daß man hoffen kann, daß die größte Gefahr überstanden ist. Auch im oberen Lavcntina richtete das Untoetter an i er Gott­hard Hin ie großen Schaden an. Auch die Arve ist an mehreren Stellen über die Ufer getreten. In der Stadt Genf sind einige Keller unter Wasser gesetzt. Im Bündener Ober­land gingen gleichzeitig mehrere Steinschläge nieder, die auch- Opfer an Menschenleben for­derten. Der Luftkurort Schiers im Prätigau ist gefährdet. Der Verkehr auf der Rhätischcn Bahn ist unterbrochen. Mehrere Drücken wurden forr- gerissen. Aehnliche Nachrichten kommen auch aus der Ostschweiz. Die Rheintallinie der Bundes­bahnen ist an zwei Stellen unterbrochen und zwar bei Trübnach und zwischen Rüti und Salez. Die Rheinbrücke zwischen Buch an der österreichischen Grenze und Schaan ist eingestürzt. Auch der Verkehr der österreichischen S'aatsbahn von Feldkirch nach Buch ist unter­

brochen. Auch tm unteren Tessin hat der starke Regen der letzten beiden Tage große Heber- schwemmungen hervorgerufen. Am See von Lu­gano richtete ein Siroccv in der Nacht zum Sonn­tag großen Schaden an. Der Dampfer .Ticino" wurde gegen den Quai geschleudert und ging unter. Der Quai selbst wurde an einer Stelle durch die Wasiermassen stark beschädigt, so daß er abgesperrt werden mutzte. Auch einige Barken gingen auf dem See unter.

Aehnliche Nachrichten kommen auch auS Ita­lien. So ging in der Provinz Toscana ein Gewitter mit sintflutartigem Regen nieder. In Florenz richtete ein Platzregen lleberschwem- mungen an. In der Provinz C a s e n t i n o wurde ein Dorf überschwemmt, wodurch großer Sach­schaden entstand.

Wirbelsturm und Windhose bei Graz.

Ein Wirbelsturm hat in einigen Orten der Umgebung von Graz ungeheuren Schaden an- gerichtet. In St. Ruprecht wurde ein auf dem Acker arbeitender Bauer von der Windhose z w e i Meter hoch empvrgewirbelt und dreißig Meter weit getragen; er erlitt dabei eine Gehirnerschütterung. Fünf Personen wurden durch umherfliegende Dachziegel verlieht. In Hn- t^rrohr wurde ein Dauernbursche getötet

Neues Erdbeben auf der Krim.

Die Halbinsel Krim wurde heute abermals von einem Erdbeben heim gesucht Die Erd- erfd>üttenmgen waren am heftigsten in Se- bastopel und Balta. Sie dauerten sieben Sekunden. Es wurde wiederum großer Schaden angerichtet. Einige Personen wurden schwer ver­letzt. Die Landstraße nach Sebastopel wurde bei Oreanda von einem Bergsturz verschüttet

Tödlicher Fallschirmabsprung.

Bei einer Flug Veranstaltung aus dem Flug­platz Paderborn war der in Fllegerkreisen gut bekannte Fallschirmpilot Kleinenberger in etwa 700 Meter Hohe abgesprungen. Der Fallschirm öffnete sich aber nicht. Kleinenberger stürzte zu Boden unö war sofort tot. Die Gattin des Verunglückten befand sich in dem­selben Flugzeug. Bevor das Flugzeug noch landen konnte, erlitt sie einen Nervenschock und fiel in Ohnmacht. Kleinenberger hat bisher 110 Fallschirmabsprünge glücklich ausgeführt

Eine ganze Familie an Tollwut gestorben.

3n dem serbischen Dorf Gorcice ist eine fünfköpfige Familie, die Fleisch von einem an Tollwut verendeten Ochsen gegessen hatte, an Tollwut erkrankt und im Krankenhaus gestorben.

Explosionskalastrophe bei Baltimore.

In einem Munitionsdepot bei Baltimore ereig­nete sich ein schweres Explosionsunglück. Mehrere Millionen Kilogramm Explosivstoffe, darunter zahl­reiche Granaten, flogen in die Luft. IN der Nähe liegende Baracken gingen in Flammen auf. Getötet wurde niemand. Ein großer Geländestreifen ist von Truppen geräumt worden, da die Gefahr weiterer Explosionen besteht.

Gesesielt aus dem Zug gesprungen.

Tin von einem Kriminalbeamten transportierter schwer gefesselter Gefangener bat, als der Zug aus Der Strecke Gaswitz Zwinkau durch die Hardt fuhr, den Abort aufsuchen zu dürfen. Der Be­amte löste einen Teil der Fesselung, und der Ge­fangene suchte den Abott auf. Während der Beamte aus dem Fenster fah, um einen Entweichungsversuch des Gefangenen zu bemerken, gewahrte er, wie dieser durch das Abortfenster auf das Trittbrett des Wa­gens stiea und a b | p r a n g. Der (Befangene erlitt dabei so schwere Verletzungen, dah er von dem Be­amten, der den Zug durch Ziehen der Notleine zum Halten gebracht hatte, in ein Krankenhaus gebracht werden mußte.

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-e<{ v.^raiiQi'itße.

Das Nordseetief flacht sich ab und bewegt sich nordostwärts über Skandinavien weiter. Unter dem Einfluß der Kaltluftzufuhr an seiner Rückseite nimmt auch über Mitteleuropa der Luftdruck stark zu. Der Wittcrungc-charakter wird sich im Laufe des morgi­gen Tages ruhiger und freundlicher gestalten. Lor allem führt der zunehmende Luftdruck zur stärkeren Auflösung der Wolkendecke, so daß mehr aufheitern- des und etwas wärmeres Wetter eintritt. Trotzdem ist noch mit strichweisen Regenschauern zu rechnen.

Wettervoraussage: Wolkig mit Aufheiterung, all­mählich etwas wärmer, nur vereinzelte Regenschauer.

Witterungsaussichten für Mittwoch: Bei zeit­weiser Bewölkung meist trocken.

Lufttemperaturen am 25. September: mittags 14 Grad Celsius, abends 10,6 Grad Celsius: am 26. September: morgens 10,2 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 25. Sep­tember: abends 13,6 Grad Celsius; am 26. September: morgens 11,2 Grad Celsius. Maximum 14 Grad Celsius, Minimum 8,5 Grad Celsius. Nieder­schläge: 2 Millimeter. Sonnenscheindauer: drei Viertrlstunden.