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9 : Der Diktator: von 10 bifl 12 Retson-Revue. Donnerstag, 3., von 5l '2 bis S1 Prinz Friede rich von Homburg: von 10 bis 12. Relson- Revue. Freitag, 4., von 7 bis 9: Vlpff; von 10 bis 12: Relfon-Revue. Samstag, 5., von 7 bis 9. Bluff: von 10 bis 12: Relfon-Revue. Sonntag, 6., von 31/» bü8 5 ? Relson-Aevue: von 8 bis 10: Relfon-Revue.

Oderhessen.

Vom Gemsindeverband Wieseür-Atten-Buseck.

<L. In feiner lebten Sitzung beschäftigte sich der Betriebsausschuh der A u 1 o l i n i e Wie- feck Alten-Buseck u. a. mit einer Ein­gabe einer großen Anzahl Alten-Busecker Einwohner, die wünschten, die Haltestellen dvrtselbst wieder wie früher einzuführen. Aln- zuträglichkeiten führten bekanntlich vor längerer 3eit dazu, die Autoomtzibussc nur bis zum west­lichen Ausgang des Dorfes fahren zu lassen. Der Detriebsausschuh hofft nunmehr, der damals zu­tage getretenen Schwierigkeiten in der Einhal­tung des Fahrplans Herr zu werden und den Wünschen der Alten-Busecker Einwohnerschaft voll zu entsprechen. Bom kommenhen Montag ab sollen nunmehr alle Wagen, die nach Alten- Buseck verkehren, bis nach der Hochburg» strahe (dem östlichen Dorfausgang) durchge­führt werden. Eine weitere Haltestelle wird vom gleichen Tage ab an der Flußstrahe eingerichtet, so daß also Alten-Buseck statt seither einer, nunmehr wieder zwei Haltestellen hat. Die bisherige Haltestelle an dem Dorfausgang nach Wieseck kommt dadurch in Fortfall.

Außerdem machten sich im Fahrplan nach Alten-Buseck einige Aenderungen notwendig. Die beiden seither in Alten-Buseck morgens um 5,55 und 6,15 Ilhr abfahrenden Wagen werden zusammen gelegt; der Wagen fahrt ab Montag um 5,58 Llhr morgens von Alten-Buseck ah. Im Sonntagsplan verkehrt der erste Wagen ab Alten-Buseck 5,10 Uhr morgens nicht mehr, sondern beginnt seine Fahrt in Wieseck wie seit­her um 5,25 Uhr.

Landkreis Gießen

£ Wieseck, 25. Febr Bei der Berfter- gerung der aus der Felpbeveinigung verblie­benen Massegrundstücke wurden für die zum Ausgebot gekommenen 201 046 Quadratmeter ein Gesamterlös von 50 729 Mark erzielt. 3m Durchschnitt entspricht das Bersteigerungs- ergebnis einem Preis von rund 625 Mk. pro Morgen. Dec -Zuschlag zu 30 000 Quadratmeter mit einem Dersteigerungserlös von 2446 Mk., die in obiger Gesamtsumme mit enthalten sind, konnte nicht erteilt werden. Bei der letzthin abgehaltenen H o l z ve r st e i ge ru n g, bei der große Mengen hochwertigen Brennholzes zur 03er» steigerung kamen, wurden folgende Preise erzielt, die sich im Rahmen der jetzt geltenden Holzpreise bewegen: Eichen-Auhknüppel 32 bis 36 Mk., Buchenscheiter 36 bis 38 Mk., Eichenscheiter 24 bis 26 Mt., Buchen-Knüppel 26 bis 28 Mk., Kiefern-Schetter 25 bis 27 Ml., Fichtenscheiter 17 bis 20 Mk., Eichen-Knüppel 14 bis 18 Mk., Kiefern-Knüppel 22 bis 25 Mk., Fichten-Knüppel 14 bis 16 Mk., Buchen-Stockholz 18 bis 20 Mk., Eichen-Stockholz 16 bis 18 Mr., Kiefern-Stock- hvZ 15 bis 17 Mk., Fichten-Stockholz 3 bis 4 Mk. Alle Preise gelten für je 2 Raummeter. Für Reisigholz wurden Pro Meter geboten: Buchen- Reisig 4 bis 4,50 Mk., Eichen-Reisig 1,50 bis 2,50 Mk , Kiefern-Reisig 1 bis 1,50 Mk. Insge­samt wurden im hiesigen Gemeindefoald etwa 1200 Raummeter Brennholz geschlagen.

X Wieseck, 25. Febr. Der 90. Geburts - t a g unseres ältesten Mitbürgers, des Landwirts

Märtyrer der Liede.

Roman von I. Schneide^-Förstl.

10 Fortsetzung. Nachdruck verboten

Unverwandt heftete Hilbertt den Blick auf ihn. In starrem Sinnen suchte er zu ergründen was die Frauen an diesem Manne liebten. War es der her­rische Wille, der durch die hohe Stirne mit ihren icharf vorspringenden Ecken zum Ausdruck kam? Dieser wie in Stein gemeißelte Zug von Entschlos­senheit und rücksichtsloser männlicher Straft, der auf feinem Gesichts lag? Liebten sie diesen herben Mund, der wie eine schmale Linie wirkte und so oft in kühlem Spott sich kräuselte? Konnte der so heiß, jo berauschend küssen, daß ein Weib alles darüber vergaß und nur der Luft des Augenblicks gedachte?

Er sah ein Taschentuch am Boden liegen. Weiß und schneeig. Als er es aufhob, rann eine Wolke von Fliederduft um ihn. Er wußte, es hatte nicht hier gelegen, als er Reichmann zu Bett gebracht. Sie mußte also hier gewesen fein.

Wie war sie hereinaekommen? Er konnte doch unmöglich io fest geschlafen haben! Sie muhte geschlichen sein wie eine Katze. Nur ein Weib ver­mag das? Was hatte sie gewollt? Wohl sehen, ob der Mann ihrer Liebe am Leben war. Arme kleine Elisabeth! Eine Märtyrerin der Liebe würde sie fein mit dieser Rivalin an der Seite.

Leise knarrte die Gartentür in den verrosteten Angeln, Hilbertt erhob sich geräuschlos und schlich mit sachten Füßen hinaus.

Nichts zu sehen!

Mit rascl>em Griff schloß er sie ab.

Er wagte es nicht mehr, sich auf sein Ruhebett zu leaen. AnaeNeidet wie er war, fegte er sich auf den Lehnstuhl neben Reichmanns Bett. Nun sollte sie nur noch einmal kommen! Dann würde er ihr den Weg weisen.

Erft spät gegen Morgen schlief er ein. als die Sonne sich bereits im Osten hochschwang.

Elisabeth von Merken aber stand am offenen Fenster ihres Jungmädchenzimmers und begrüßte den Tagesgott mit ausgebreiteten Armen.

Wilhelm Lotz L. brachte Dem Jubilar eine Fülle von Beweisen der Liebe und Berehrung. Ihrem ältesten Kirchengemeindever­treter ließ die Kirche nach einer Ansprache des OrLsaeistlichen einen Wandspruch überreichen. Pfarrer Sattler verlas und übergab ein herz­liches Glückwunschschreiben des Landes­kirchenamts. Anläßlich der goldenen Hochzeit der Karl Schäfer Eheleute liefen heute nachträglich Lei dem h iesigen Pfarramt in einem Schreiben des Ministers des Innern die Glückwünsche der Etaatsregie- rung und in einem solchen des Kreisdirektors die der K r e i s v e r w a l t u n g ein und wurden von dem Ortspfarrer dem Jubelpaar übermittelt. Ein früher geübter schöner Brauch wurde damit zur Freude Der Beteiligten wieder ausgenommen.

£ Lollar, 25. Febr. Der Mangel an Bau­plätzen hat dazu geführt, daß nunmehr Ge­ländeAuf dem Stein" zur Bebauung erschlossen werden soll. Siye entsprechende Vorlage hat kürzlich die Zustimmung der Ge­meindevertretung gefunden und liegt gegenwärtig dem Ministerium zur Genehmigung vor. Es han­delt sich hierbei um das Gelände, das begrenzt wird von der Bahnlinie LollarGrünberg, der rechten Häuserreihe der Straße GießenMarburg und der Werkmeisterwohnung der Buderusschen Eisenwerke. Vorgesehen ist die Führung einer Straße entlang dem Bahnkörper und einer Straße mitten durch das Gefäade, ungefähr gleichlaufend zur Hauptstraße. Diese neue Straße wird, da das Gelände dreieckförmia. mit Der Spitze an der Kreuzung der Bahnlinie LollarGrünberg mit Der Hauptstraße, ausläuft, etwa in halber Höhe des Gras- und Obstgartens des Maurermeisters Deibel rechtwinllig in Die Hauptstraße einmün- den. Durch zweckentsprechende Zusammenlegung und Derschleifung einer Hohl werden 3 9 Bau­plätze gewonnen. Man hofft, hiermit unter Hinzurechnung des in Der Lumda- und Stein- straße noch verfügbaren Daugeländes den Bedarf für einen Zeitraum von etwa fünf Jahren decken zu können. Die Durchführung der Vermessung und Einteilung des GeländesdAuf dem 61 ein soll nach Eingang der ministeriellen Genehmigung be­schleunigt erfolgen, Da für dieses Gelände bereits eine Anzahl Baulustige vorhanden sind.

± Daubringen, 25. Febr. Die zweite größere Brennholzpersteigerung aus Den Distrikten Ober- und Rieder-Seilbach des Staatswaldes fand jetzt hier statt. Trotz der verhältnismäßig genügen Holzliebhaber von hier und Der Dörfer Alten-Buseck, Lollar ufto. be­wegten sich Die Preise von Den Geboten auf Buchenreisig abgesehen in normalen Dahnen. So würben bezahlt für: Buchrnscheiter je 2 Rm. 34 bis 38 Mk., Buchentnüppel 28 bis 32 Mk., Kiefernknüppel 18 bis 22 Mf., Fichtenknüppel 15 bis 20 Mk.. Eichenknüppel 20 bis 25 Mk. Buchenreiser 10 Raummeter Durch­schnittlich 45 b i s 52 Mk. und mehr, Eichenreiser 20 bis 25 Mk., Hainbuchen 40 bis 45 Mk. je 10 Raummeter, Buchenstöcke 18 bis 24 Mk., Eichenstöcke 15 bis 20 Ml. je 2 Raum­meter, Derbstangen Der Festmeter Durchschnitt­lich 12 bis 18 Mk. Die hiesige Schäferei­gesellschaft, Deren hohe Mttgliederzahl das rege Interesse an Der Schafzucht beweist, hat ihre Rechnung für 1926 mit Dem ansehnlichen Guthaben von rund 1200 Mk. abgeschlossen: die Summe wird allerdings im Laufe Der Winter- nronate durch Die Gehaltsbezüge Des Schäfers zum Teil aufgebraucht werden. Die Schafherde hat sich Durch Den Ankauf von Schafen aus Der Rhön stark vergrößert unD beträgt jetzt 180 Stück, Die Lämmer mit eingerechnet.

= Lich, 25.Febr. Jrn Verein für Han­del und Gewerbe, der feit dem letzten Jahre eine äußerst rege Tätigkeit entfaltet, sprach gestern im sehr gut besuchten Saale des HotelsZum Löwen" Kaufmann Gustav Wolf aus Bad-Nau-

Morgen war Polterabend, und übermorgen war sie sein.

Wie zwei in schönster Eintracht lebende Ge­schwister liefen die breite, asphaltglatte Straße, die von Eisenbach ins Böhmische führte, neben dem flinken, murmelnden Flusse, der das Tal durch­schnitt, den Hochwald entlang. Jeder Kiesel schien aus der ersteren wie weggefegt, dafür glänzten auf dem Grunde des Flußbettes ihrer Taufende und aber Tausende, Wellen und Wellchen hüpften dar­über hinweg, und in deren nie ruhendes Plaudern mischte sich das Rauschen des Hochwaldes, der das gan^e Tal in seinem Frieden gebettet hielt. Die Wipfel der Weißtannen, die wie Vorweltriesen in den Himmel strebten, schaukelten bedächtig im Mor­genwind. Waldesrauschen! Von Baum zu Baum, von Strauch zu Strauch wob es wie ein holdselig süßes Geheimnis.

Stimmen wurden laut. Nicht Menfchsnftimmen! Nur Dogellehlen setzten zum Morgengruß an. Don den Bergen, die der Hochwald in kühnem Satze hinaufsprang, kamen die Glockenstimmen weidender Herden. Zu weichen Tönen gesellten sich Baß und Mittelstimme, so daß das horchende Ohr ein präch­tiges, in Moll abgestimmtes Geläute in sich auf­nahm.

Höher hob sich die Sonne und höher! Trium­phierend schwang sie sich über die Wipfel. Ein Goldregen riefelte zwischen den Stämmen in das Moos. Glitzernde Lichtpünktchen hüpften um Farn und Heidekraut, tanzten und schmeichelten um Glockenblume, Spätanemonen in feinster, blaß- blauer und zartrosa Toilette. Die öffneten verwun­dert die Augen. Sie hatten Holdseliges geträumt, von einem Prinzen, der gekommen war, ihre Blumen feelen zu erlösen.

Waldquelle plauderte vergnügt und neckte sich mit der Amsel, die so spät erst die Augen sich helle wusch. Aber die pfiff dazwischen hinein. Ein bißchen aus Spott? Noch einmal tauchte sie ihr Köpfchen in das Quellwaffer.Hab' Dank!" Und dann saß sie mit einemmal zu höchst oben auf dem Gipfel einer Blautanne im Regenbacher Parkrevier und Jang einem Kinde, das die peinlich sauber bekiesten Wege entlang eilte, ein Pfeiflied.

Und Kind und Vogel hielten urplötzlich still, horchten, sahen sich an und fanden, daß sie die gleichen hellen Augen hatten.

beim zu ikm Thema Was «ordert her deutsche Einzelhändler vom Staate, non den politischen Par; teien und von sich selbst?" Der Referent sprach von überparteiifd)er Warte aus und fand mit feinen sachlichen Ausführungen die allgemeine Zustimmung der Versammlung, die in Kaufmann W. Hahn einen umsichtigen Leiter hatte.

- Lich. 25. Febr. Wie wir Horen, hgt Prinzeß Marie von Solms-Hohe n- solms-Lich, Die dem kqtholischcn Glaubens­bekenntnis angehört, zu ihrem 9 0. Geburts " t a g auch ein persönliches Glückwunsch­schreiben des Papstes erfüllen.

ch Trais-Horlosf, 25. Febr. Seit einigen Wochen herrscht in unterem Dorfe der steuch h u st e n. Er befällt vor allem die schulpflichtigen Kinder, aber auch viele kleinere Kinder werden von der Krankheit heimgesucht.

Kreis ß-ricDbcrg

WSN. Friehbesg, 25. Febr. Ein hiesiger Bankbeamter, der sich ein Motorrad ge­kauft hätte, ist vor einigen Tagen auf feiner ersten Ausfahrt schwer verunglückt. Bei Odcr-Rosbach erlitt er einen Kettenbruch: dabei geriet die Maschine in Den Chausseegraben, und der Fahrer wurde herausgeschleudert. Mit schweren Prellungen und Wunden an der Kniescheibe wurde er bewußtlos im Felde liegend aufgefunden.

!?! Friedberg. 25. Febr. Die Kraft- wagenverbindunq Friedberg Sta- Den erfreut sich im Wrntcr eines überaus star­ken Zuspruchs, so daß Die Wagen meistens stark überfüllt finD, währenD in Öen Sommermonaten ein großer Teil Der Bevölkerung Den Weg mit Dem FahrraD zurücklegt, was Den Ausfall von Wagen zur Folge hat. Infolgedessen sah sich Die Betriebsleitung genötigt, Durch Anschlag bekannt­zugeben, Daß Der jetzt gültige Preis für Wochen­karten nur für Die Leute Gültigkeit hat. Die auch in Den Sommermonaten mitfahren. Die Bedin­gung gilt als erfüllt, wenn in Der Zeit zwischen 1. April und 1. Oktober mindestens 22 Wochen­karten benutzt worden finD. Im anderen Falle tritt für Die Wochenkarte ein Zuschlag von 1 Mk. ein.

PaD-Rguhesm. 25. Febr. Einer Der letzten Veteranen von 1870 71 in unserer StaDt, Der LanDwirt Georg LangsDvrf 11.. ist im 8 0. Lebensjahre gestorben. Er machte Den Feldzug Bei Den hessischen Dragonern mit.

Bad-Nauheim, 25. Febr. Heute früh um 2 Uhr ertönte F e u e r l ä r m. In der Haupt­straße (Altstadt) war in dem von der Schuhmachers­witwe Mink bewohnten Hause im D a ch st o ck Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr war sehr rasch an der Feuerstelle und griff mit der vorzüg­lich arbeitenden neuen Motorspritze den Brppdherd an. Die gefährdete Nachbarhofreite blieb so unver­sehrt. Das Haus sechst aber wurde durch Feuer- und Wasserschaden stark mitgenommen, so daß auch die unteren Räume nicht mehr bewohnbar sind, lieber die Ursache des Feuers hort man nych nichts Be­stimmtes.

pb. V u tz b a ch, 25. Febr. In der gestrigen ersten StaDtverorDnetensihung im neuen Jahre wurde zunächst an Stelle Des Durch Wegzug ausgeschiedenen Stadtv. Dreller (Soz.) der Modellschreiner Hans Ruppel in sein Amt eingewissen und verpflichtet. Dann beschloß die Versammlung, Die auch gleichzeitig Armenfonds- vorstanD ist, Den Verkauf von 67 QuaDrat- meter Land an Herrn. Bartel, Teichgasse, zum Preise von 5 Mk. pro QuaDratmeter: weiterhin Den Berkaus von 532 QuaDratmeter Land in Der Taunusstraße an Lehrer Anton Bach zum Preise von 6 Mk. für Das QuaDratmeter; ebenso Den Verkauf von 749 QuaDratmeter WeggelänDe an Gebr. Gerhardt zum Preise von 0,75 Mk. pro QuaDratmeter. Ferner tourDe Der Erwerb Der BenDerschen Scheuer am Kirchplatz zum Preise von 6500 Mk. beschlossen. Die Scheuer soll später

Pfeif wieder! Bitte!" sagte, die kleine Anne­marie inbrünstig.

Aber die Amsel hatte sich längst mit ihresgleichen verabredet. Ach Gott, wie konnten Menschen ver­stehen, was ein Vogel sang.

Annemarie sah, wie er davonflog. Schade! Ein Zucken ging um das Kindermäulchen. Dann lachte es wieder.

Ein weißer dtuffenfittti1 umschloß die zierlichen Formen des etwa achtjährigen Mädchens. Unten am äußersten Saum des Röckchens, das kaum die Knie i^rbarg, waren königsblaue Tupfen einge­wirkt. Der schmale, geknüpfte Gürtel lief durch zwei Qssen und fiel in schweren Trollen an der rechten Seite herab. Im Springen schlugen diese luftig gegen die Schenkel, ebenso luftig flatterte seiden­weiches, hellblondes Haar in dichten, langen Locken um das liebreizende Kindsrgesicht. Große dunkle Augen bsickten lebhaft in die Runde, leuchteten auf, und im nächsten Augenblick bog sich das schlanke Körperchen, daß der feuchtrote schwellende Kirschen- mund mit seinen schönen weißen Zähnen die Erd­beere, welche aus dem Grase blinzelte, mühelos er­reichen konnte.

Gut!" Die Kinderhände lagen ganz in Andacht auf der Brust gefaltet.

Noch einmal spähten die hellen Augen, aber es ließ sich keine mehr entdecken.

Die Kleine lief sodann eine Strecke Weges zu­rück. bis der breite, poesievoll« Dau des Regen, bacher Herrenhauses vor ihr lag. Ihr Blick flog die Fenfterreihen entlang, erst über die Im Erdgeschoß, dann kamen die der oberen Etage an di« Reihe! Ein großer Teil der dunkelgrün gestrichenen Jalou- sien war noch Herabgelaffen. Man schlief also noch'

Aus einem der Fenster des Hochparterres bog sich eine weibliche Gestatt. Dürr, mit fdjarfgeboaenei Nase, das Haar straff zurückgekämmt. Graue Äugen mit einem harten, herrischen Blick, suchten die Weg-' des Parkes entlang.

Annemarie!"

Die Kleine [prang eilig vom Rasen aus den Weg, knöpfte hastig den gelosten Gürtel und ent­fernte einen Grashalm, Der an ihrem Kleidchen hängengeblieben war.

nieDergclegi unD ein Teil Der 6taDtmaucr und Des Wchrgangs nach hem Herenturm zu frei» gelegt unD begehbar gemacht werben. Zur Er­richtung Dec neuen Kläranlage würben von Moritz Bender 5000 Quadratmeter Wielen- gelänbe auf Der Albohn zum Preise von 0,80 Mk. für Das Quadratmeter erworben. Von David Grünebaum wurden 175 Quadratmeter Ge­lände zur Erweiterung Der Wallgasse ertootben. Rachträglich genehmigte Die Versammlung Die Wei hnachtsbeihilfen an Die städtischen Beamten unp Arbriler in gleicher Höhe, wie sie Den Reichsbeamten und Arbeitern zugcsprochep worden sind. Weiterhin wurde Dem A u t o - betrieb G. m b. H in Butzbach, Inhaber Gustav Freitag Die Ilebernahme einer Ausfallbürgschaft gegenüber Der Bereins- bank für eine Sicherungsbypolhek von 20 000 Mk. aus Das in Gießen. Plockstp. 10. belegens Wohn­haus Der Ehefrau Anna Freitag gemrhmigt. Die Uebernafome erfolgt, um Der genannten Firma es zu ermöglichen, für Den Butzbacher Auto­verkehr einen, zweiten Autobus zu be­schaffen. Die Firma verpflichtet sich anher Dem. diesen zweiten Wagen, soweit er ihr Eigentum ist, Der Stadt Butzbach zu oerpfänDen. lieber den mit Gastwirt Riefer vorläufig abgeschlosse' nen Vertrag über hie Verpachtung hei Schankbetriebs in Der Festhalte am Diehmarktplatz entspann sich eine längere Aus­sprache, Die sich schließlich zu einem Antrag IoutzLinkmann. es bei Dem seitherigen Zustand zu befassest, D. h. oen Vereinen die Wirtschafts- Verpachtung zu überlassen, verdichtete. Diesem Antrag stimmte Dann die Mehrheit Der Versamm­lung zu Für Den diesjährigen FaselmarIt, Der am 17. März ftattfinDct, bewilligte die Ver­sammlung zu Prämiierungszwecken einen Zuschuß von 700 Mt., wovon 500 Mk aus Pserde, 100 Mk. aus Schweine und 100 Mk. aus Ziegen entfallest. Für Rindvieh ist im Voranschlag bereits ein Zuschuß von300Mk. vorgesehen. Weiterhin wurde Der Beitritt zum Ter» kehrsbunD Qberhessen. Sih Gießen, be­schlossen. Zum Schlüsse wurde Dem Antrag her Stadtverwaltung auf Einrichtung h e 6 un­unterbrochenen Ferns prech- und Telegraph-ndienstes beim hisigen Post­amt zugestimmt, nachdem bereits über 1 ,t Der An- schlußinhaber Den Antrag unterzeichnet hat. Anläßlich Des am 17. Martz ftattfinhenben Fasel- Marktes findet gleichzeitig ein Saatgut­markt. her von her LanDwirtschaftSkgmmer ver­anstaltet wird, statt. 3m Schulgebäude hielt der Verein ehernas. Schüler her l a n h - wirtschaftlichen Schule, her aus rund 170 Mitgliedern besteht, seine diesjährige Haupt-

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16*/2.

billiges Baugeld zu nur 5° Uns wurden von der Bausoaikast« der 6)tmcinj<6oft der Freunde, Luftkurort ®üft«nTot, in tnap» zwei yabren a» 1022 Baufporer zum Bau von Eigenheimen und gemein­nützigen Bauten veraeden. Wer noch einem Eigrnhei« strebt, verlange alle Unterlagen. Sofortig« Darlehen wer­den nicht gegeben. Diesbezügliche Anfragen zwecklos. Du Gfincinschaft der Freunde ist die erst,, älteste, leiltungS- fähigste und kapitalkräftigste Bausparkasse Teutlchlanb»

Hier, Fräulein Gerhard!" Sie sah Dabei etwas furchtsam nach der hageren Gestalt am Fenster.

Du sollst nicht so weit Weggehen vom fiau|el* gebot eine strenge Altstimme.In den Hochwald darfst du nickst! Auch nicht über den Fluß! Wenn du nicht folgst, mußt du eine doppelte Lektion Franzö. fisch übersetzen, auch werde ich Sorg« tragen, daß du keinen Nachtisch bekommst. Ueberdtes seh« ich Gras­flecke an deinen weißen Schuhen. Pfui! Und an der einen Wade sitzt ein Riß! Der war heute mor­gen noch nicht! Eine Dame muß immer exakt ge­kleidet fein, Nun kannst du noch eine halbe Stunde spielen. Ich werde dich rufen, wenn es Zeil zur Stunde ist!"

Das Fenster schloß sich wieder, unD die Klein« atmete aus. Gottlob, das war noch glimpflich ab* gelaufen.

Wieder glitt der Blick nach den noch immer geschloffenen Jalousien. Vie nur Mama |e Ian« schlafen fqnntc. Die Mama wußte ja nicht, wie h«v die Sonne am Morgen schien, hörte nicht, wie feien lich der Wald rauschte und wie lustig unten der Flutz plauderte. Wenn man sie wecken dürste! r- Abel Mama wecken, das war gesährlich. Einmal hotte Annemarie es getan und seither nicht wieder.

Nein, nein, Mama durfte nicht geweckt werden.

Eine unbestimmte Sehnsucht wurde In dem Kin» verhetzen wach Jemand haben, jemand, den man liebte, nur liebt«! Nicht fürchten mußte wie Fräu­lein Gerhard, daß man feine geheimsten Gedanken verschloß. Jeinand, dem man alles sagen konnte roie dem Papa. Daß Thessa, die große Doggenhündin. seit gestern vier kleine, drollige Putfcherchen an ihrem Leibe nährte, daß in der Dornhecke nahe am Fluh drei Eierchen in einem Nest lagen und ein kleiner Vogel ganz ängstlich zu werden begann, wenn man der Stelle zu nahe kam. Und bau am Waldrande drüben allmorgens zwei Reh« gasten. Ob die wohl Mann und Frau waren f Ach, es inter- efsierte sich ja niemand für das alles! Da» Fräulein hatte nur ein spöttisches Lächeln, wenn sie srug, und die Mama schalt schon über die Kindereien, welche ihr aus die Nerven fielen. Der Papa aber war fo viele läge von zu Haufe fort. Er war der einzige, der nie spottete, nie verächtlich lachte, man konnte fragen, was man wollte, der fchatt und drohte nicht, der hatte immer Zeit für fein Kind.

(Fortfetzung folgt.)

1 Würtei für Z Teuer ZJ Pf.

VTf.

Was koche ich morgen ?

Das Zusammenstellen des Küchenzettels macht Jhnen. verehrte Hausfrau, mitunter Kopfzerbrechen. Deshalb wird Jhnen ein guter Rat für die Einleitung der Mahlzeit willkommen sein. Wählen Sie unter den vielen Sorten von MAGGI*Suppenwürfeln zunächst eine gute MAGGI-Suppe