Nr. 48 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für tvberheffen-
Samstag, 26. Zebruar 192?
England und Rußland.
Außenpolitische Umschau.
Don Prof. Dr. Otto Hoehsch, W. d. TL
3m chinesischen Kamps rückt eine erste ganz große Entscheidung offenbar nahe — der Üebergong von Schanghai in die Hand de« Süden«. SS ist kein Wunder, daß darüber in England. obwohl eine Einigung mit der Süd- regterung über Hankau soeben zustande gekommen ist, die Nervosität wächst, und zwar in einer doch recht bedenklichen Weise. 3n dem Gefühl, völlig isoliert au sein und der chinesischen Rationalbewegung schließlich machtlos gegenüberzustehen, verrennt man sich in England immer mehr in die Dorstellung, die Schuld für die Derhältnisse in Ehina läge bei Rußland und der bolschewistischen Agitation. Dabei verschlingen sich innen- und außenpolitische Gesichtspunkte. Die Campagne gegen die Sowjetregierung, di« in England geführt wird, geht schon längere Zeit. Wir brauchen nur an den bekannten Sinowjew-Dries zu denken, der bei den letzten Wahlen für die Konservativen als sehr ^schickt benutzte Wahlparole diente, der aber bekanntlich von russischer Seile als gefälscht bezeichnet wurde. Ramentlich der Innenminister Johnson Hiek« machte sich zum Führer einer immer schärferen Bewegung g$gen Rußland, nach ihm der Staatssekretär für Indien, Lord Birkenhead und außerdem der Schotzkanzler Winston Churchill. Es ist der schärfere rechte Flügel innerhalb der herrschenden Konservativen Partei, der aus Innen- und außenpolitischen ®e- lichtspunklen direkt zum Druch mit Rußland drängt. Der Ministerpräsident B a l d w i n und der Außenminister Lhamberlain haben in diesen Monaten immer versucht, im ruhigen Fahrwasser zu bleiben. Dann kam während de« Bergarbeiterstreiks der Konflikt wegen der russischen Unterstützungen. Jetzt spitzen die Dorgänge in China den Streit, der schon feit einer Weile in Deden der Minister und anderen öffentlichen Kundgebungen geführt wird, auf da« äußerste $u. Dabei verliert die gemäßigte Richtung Im englischen Kabinett immer mehr an Boden. Sonst wäre die Rote Thamberlains an Moskau vom 22. Februar gar nicht zu erklären. Sie ist ein Schriftstück, da- eigentlich unmittelbar dem Abbruch der Beziehungen vorangeht mit seiner sehr ernsten Warnung und in einem Ton, dem der andere den Willen zum Bruch anhören muß.
Man fragt sich, waS das englische Kabinett mit diesem Schritt eigentlich will oder praktisch erreichen kann. Jedermann auf der Welt weih, daß die Sowjetregierung die chinesische Ralional- bcwegung mit größter Sympathie begleitet. Und niemand bezweifelt, daß sie ihr an Unterstützung angedeihen läßt, waS in ihrer Kraft steht und wo« die chinesische Südregierung annehmen will. Aber das englische Kabinett weiß so gut wie jeder ruhige Beobachter, daß russischer Bolschewismus und chinesische Bewegung auS dem Süden durchaus nicht in einen Tops geworfen werden kann, durchaus nicht rin und dasselbe sind. DaS englische Kabinett weiß noch mehr, weiß, daß, wenn nicht die eigentliche Kraft in der chinesischen Bewegung ruhte, die russische Unterstützung von außen wirllich »icht diese Schwierigkeiten für England schaffen könnte. Dazu ist daS heutige Rußland Idjledjter- dingS nicht in der Lage, nicht finanziell, nicht militärisch und nicht politisch. Man braucht doch rur die Streitfrage wegen der ostchinesischen Bahn mit Tschangsoiin anzusehen, die Rußland versumpfen ließ und in der e« sich von dem Marschall deS RordenS hat alles bieten lassen, bieten lassen müssen.
WaS hat e« bei solcher Lage für einen Sinn, wenn daS englische Kabinett gegen Rußland mit dem Säbel rasselt? Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Rußlands find nicht gering, aber sie werden auch nicht katastrophal, wenn die ohnehin bisher ergebnislosen Verhandlungen zwischen England und Rußland abgebrochen oder gar die Beziehungen überhaupt abgebrochen würden. Das gewinnt England durch einen solchen Schritt?
Die russische Politik behandell den Konflikt mit bemerkenswerter Ruhe und Zurückhaltung. Das fiel schon an der Litwinow-Rede auf und soeben ist auch vor dem Zentral-Exekutiv- Komitee eine Interpellation über die Beziehungen Rußlands zu England sehr vorsichtig und versöhnlich beantwortet worden. Welche Mittel hat England, da« sich zu seinen zahlreichen anderen Sorgen jetzt noch eine solche Verwicklung »it Rußland zuziehf, Rußland seinen Willen Lufzuzwingen? K a n n es überhaupt die Blockade de« Krieges wieder aufnehmen, und so in der ganzen Well als Störenfried erscheinen? Sicher nicht. Und die Rückwirkung auf die eigene Arbeiterschaft, auf ein Verhältnis. daS so wie so kurch den beginnenden Kampf um die Reform der Gewerkschaften von feiten diese« Staate« recht kehr gespannt worden ist?
Wir können hier nur eine Nervosität erkennen. die fühlt, daß man dem eigentlichen Gegner, 6er chinesischen Südbewegung gegenüber machtlos ist, daß niemand auf der Welt England ^eisteht, daß allergrößte englische Interessen in Shina auf dem Spiele stehen und gefährdet sind riiü daß man daher nach einem Schuldigen sucht, den man bequem an Rußland findet. SS ist aber keine geringe Gefahr für die Ganz große Politik, wenn in solcher Weise extreme unb radikale Starrköpfe von der Art de« englischen Innenministers die Stimmen der Vorsicht Md Ruhe übertönen. Die kritische Lage, in der tue englische Politik sich im Augenblick befindet, «ird dadurch nur in ihrem Charakter verstärkt.
W i r aber haben durchaus keine Deranlas- ring, in diesem großen Streit besondere Partei » nehmen. Sin Appell zu einem Kreuzzug gegen >aS bolschewistische Rußland im englischen In- •ereffe wird in Deutschland keinen Widerball irden. Indem wir das aussprechen, ist zugleich Jigebeutet. wie und auf welche Weise die eng- ich-russisch-chinesische Verwicklung doch auch an die deutsche Politik rühren und von ihr Snt- 'cheidungen verlangen könnte.
Etwas ähnlich liegen die Dinge im Rahen Asten, im litauisch-polnisch-deutschen Verhältnis. Aus bekannten Gründen sind die Verhandlungen -wischen Polen und Deutschland aus Polens ^huld zum Stillstand gekommen. Grundsätzlich ixb taktisch ist dazu wenig zu sagen: ohne eine Regelung des Riederlassungsrechts, wie sie zwilchen Kulturstaaten üblich ist. ist ein Handelsvertrag auch unmöglich und hat es keinen 6hm,
sich um einen solchen zu bemühen Aber man muß zugleich diese 6oüberfrage in dem ganzen Zusammenhang im Rahen Osten sehen.
Da ist Litauen immer noch ein ganz unsicherer Sator. Seine neue Regierung will die alle Außenpolitik mit Rußland und Deutschland weitermachen. Aber sie steht zu beiden Staaten in einem nicht besonders freundschaftlichen Verhältnis. Andererseits ist bekannt, daß England seit einiger Zeit in Litauen, aber auch fönst im Rahen Osten, eine Aktivität wieder ausgenommen hat, die eS jahrelang dort nicht betätigte. Für England gehört auch daS in da« große Kapitel
fchalllichen und großen politischen Gesichtspunlle gegeneinander abgewogen unb danach die Entschlüsse gefaßt werden. Was draußen im Fernen Osten vorgeht, berührt unS in seinen weiteren Wirkungen nur sehr mittelbar Aber was im Rahen Osten vorgeht, berührt uns direkt und unmittelbar. Daher ist eS in diesen Beziehungen mit der reinen Negation, mit der Ablehnung der Verhandlungen mit Polen, so begründet diese in der jetzigen Situation ist. allein gewiß nicht getan. Unb wir meinen, daß positive Entschlüsse in dieser Beziehung wahrscheinlich recht bald von der deutschen Politik erfordert werden!
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Das Preisausschreiben erstreckt sich über die Ausgaben der Giehener Familien- blätter Nr. 17 bis einschließlich 22 in der Zeit vom 1. bis 19. März 1927.
In jeder dieser Nummern der Gießener Familienblätter werden je zwe Ausschnitte aus den Werken und Briefen deutscher Dichter und Denker bet Vergangenheit veröffentlicht werden.
Das Ziel der Teilnehmer am Preisausschreiben soll sein,
die Namen der zwölf Verfasser möglichst lückenlos zu ermitteln und in der Reihenfolge der Veröffentlichungen aufgeführt schriftlich bei der Redaktion der Gießener Familienblätter, Gießen, Schulstraße 7, einzureichen.
Die Anrahmezeit für die Lösungen beginnt am 20. März 1927. Der Schlußtag ist auf den 26. März festgesetzt. Spätere Eingänge bleiben unberücksichtigt.
Sämtliche Lösungen müffen an der Spitze Namen, Stand, Wohnort, Straße und Hausnummer des Einsenders tragen. Die Beifügung der Mürzquittung über den Bezug des Gießener Anzeigers ist Bedingung.
Die Teilnehmer erkennen die Entscheidung über die Preisverteilung als endgültig an.
Preise
Die Preisträger werden nach Vollständigkeit und Richtigkeit der etnlaufenden Lösungen ermittelt. Es kommen zur Verteilung die nachstehend aufgefühtten Werke zeitgenössischer Schriftsteller:
Theodor Fontane, Effie Briest Theodor Fontane, Stechlin Bruno Frank, Trenck Gustav Frenssen, Otto Babendiek Ricarda Huch, Der große Krieg in Deutschland Ludwig Huna, Der Kampf um Gott Bernhard Kellermann, Das Meer Hans Leip, Godekes Knecht Hermann Löns, Der Wehrwolf Thomas Mann, Buddenbrooks Thomas Mann, Der Zauberberg Walter von Molo, Der Schiller-Roman Walter von Molo, Roman meines Volkes Alfred Neumann, Der Teufel Wilhelm Raabe, Der Hungerpastor Albrecht Schaeffer, Helianth Jakob Schaffner, Das große (Erlebnis Hermann Sudermann, Der tolle Profeffor Jakob Wassermann, Das Gänsemännchen Ernst Zahn, Die Hochzeit des Gaudenz Orell.
Die Bücher werden nach auswärts Verpackung«- und portofrei zugestellt.
Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers.
eines Gegensatzes zu Rußland. Den Druck, bei Rußland auf Englands Position im Fernen Osten wenigstens nach englischer Vorstellung auSübt. glaubt man entlasten zu formen, indem man im Nahen Osten auf Rußland einen Druck aus übt. Das Mittel dafür wäre eine Verständigung zwischen Litauen und Polen unter englischer Führung, womöglich etwa eine Angliederung Litauens an Polen in irgendeiner für beide Telle erträglichen Form. UnS ist kein Zweifel, daß dergleichen Vorstellungen in den Köpfen englischer Politiker vorhanden sind und verfolgt werden. Ihre Gefahr für Rußland wie für Deutschland liegt so auf ber Hand, daß jedes Wort darüber überflüssig ist.
Man soll hier die Ruhe nicht verlieren. Einer Verständigung zwischen Litauen und Polen m solch englischem Willen liegen ganz große Schwierigkeiten im Weg - c« fei nur an die 5rage Wilna erinnert. Unb noch mehr: Was England denen bieten könnte, die es so auf seine Seite gegen Rußland ziehen möchte, das tst im Augenblick fo riesiger Engagement« ber englischen Außenpolitik blutwenig. Man möchte keinem Politller des Nahen Ostens, welchem Staate er auch angehöre, raten, in solchen Kombinationen sich auf eine wirkliche und ernsthafte Hilfe Englands irgendwie zu verlassen. Aber gleichwohl müssen diese undurchsichtigen Vorgänge mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt werden.
Rur in diesem Gesamtzusammenhang ber deutsch-polnisch-lllauischen Verhüll- niffe auf dem Hintergrund der bekannten und für uns dauernd für notwendig gehaltenen deutschrussischen Beziehungen dürfen diese Fragen betrachtet werden. Nur in ihm müssen die tritt-
Landeskarlell Hessen des Deutschen Beamtenbundes.
OO Am Sonntag fand in Frankfurt a. M. eine Sitzung de« G e s a m t v o r st a n d c s deS Lan - deskartell« Hessen de« DeutschenBe- amlenbundeS statt. Verhandlung-lriter war der Vorsitzende Dr. E l a ß.
Der erste Punkt der Tagesordnung: .Richt- linien für die Ortsklasseneinteilung 19 2 8“ wurde, seiner Wichtigkeit entsprechend, auSgiebig besprochen. Die Vertreter der Land- beamten wiesen nach, daß das jetzt beftehenbe Orisklassenshstem eine große Ungerrihtigkeit diesen gegenüber darstelll: sie forderten für ganz Hessen eine Ortsklasse, und zwar den Verhältnissen entsprechend die höchste. Die von dem DesoldungsauSschuh de« Deutschen Beamten- bundes vorgelegten Richtlinien gingen ihnen nicht weit genug, well darin gerade die abgelegenen Orte, die am meisten benachteiligt sind, am wenigsten berücksichtigt werden. In dieser Ansicht wurden sie von einigen Vertretern auS Städten, die daS Land kennen, unterstützt. Als Ergebnis der Besprechung stellte der Vorsitzende fest: Die neue Vorlage kommt den Forderungen der Land beamt en ein Stück entgegen, indem die Zahl der Ortsklassen von fünf auf drei verringert werden soll, außerdem soll der geldliche Unterschied zwischen der höchsten und der niedrigsten Ortsklasse innerhalb derselben Tarif- klasse vermindert werden. Bei der Berechnung der Wohnungsmiete soll von einer Normalwohnung auigegangen werden, und schliehlich will der Entwurf einen Ausgleich nach zusammenhängenden Wirtschaft«- und Teuerungsgebieten.
Für Hessen wird, da eS im 'Bereich bet großen Industrie- und Fremdenftädte liegt und zu den teuersten Reichsgebieten gehört, durchweg gleiche Leben«- und Preisverhältnisle hat. die höchste O r t s k l a sfe gefordert. Diese Aus- sührunzen wurden einstimmig gutgeh ei* b en und al« Bcschluh angenommen.
Der nächste Vertreterlaa wird am 11. und 12. 3uni in Bingen abgehoben.
Weiter ber.chtctc der Vorsitzende noch über die Richtlinien für die neue Besoldung«- reforin und die Erziehungsbeihilfen. An diesen Bericht schloß sich eine ausgiebige Aussprache an. Sie hatte nur informatorischen Charakter, da die Fachoerbände in dieser Angelegenheit zu entscheiden haben
Gbethessens Hahrplanwiinfche an die Reichsbahn.
Am Montag und Dienstag haben wir eine umfangreiche Eingabe des Derkehrsbunbe« Oberhesfen an die Reichsbahndirektion Frankfurt über die oberhesfifchen Fahrplan wünsche veröffentlicht. V« ist ein großer Wunschzettel, der mit dieser Eingabe der Reichsbahndirektion überreicht wurde. Wer aber die EisenbahnvcrkchrSverhältnisse in unserer Provinz kennt, wird dem Derkehrsbund zu seinem umfangreichen Schriftsatz die Zustimmung geben Denn nicht nur auf den Strecken Gießen—Frankfurt, Gießen—Fulda und Gießen Gelnhausen bestehen nach dem gegenwärtigen Fahrplan große Mängel In der Zugfolge, sondern auch die verbindenden Neben st recken weisen derart weiträumige Lücken im Fahrplan auf, daß es höchste Zeit ist, auch hier die bessernde Hand anzulegen. Ein Gradmesser für die Dringlichkeit der Abhilfe kann wohl in dem starken Aufschwung des Automobilverkehrs erblickt werden. Wenn die Reichsbahndirellion der bisherigen Abwanderung von der Bahn zum Auto in Oberhesfen weiteren Vorschub leisten will, so möge sie den Fahrplan in der allen, außerordentlich mangelhaften Weise beibchaltcn; ist ihr aber daran gelegen, ihrem Unternehmen eine steigende Frequenz zu verschaffen, so wird sie um eine erhebliche Verbesserung der Zugfolge auf allen Strecken unserer Provinz nicht herutnlornmen. Auch wenn man keine übertriebenen Derkehrsansprüche stellt, muß man doch sagen, daß Zug pausen von 6. 7 oder 8 Stunden, wie sie auf oberhessischen Strecken jetzt bestehen, vorn Standpunkte des öffentlichen VerkehrSinteresses aus eine Ungeheuerlichkeit sind. Wir wollen unS nicht die vielfach geäußerte Ansicht zu eigen machen, die ReichSbayndircktion Frankfurt habe aus gewissen Gründen für Oberhessen kein besonderes Interesse, wir mochten aber der Reichsbahndirektion dringend nahelegen, im eigenen Interesse und zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung der eben angedeuteten Ansicht gute Taten bei der Ausarbeitung deS neuen Fahrplans zu vollbringen, an denen die Bevölkerung Oberhessens ersehen kann, daß auch ihre berechtigten Derkehrswünsche bei der ReichSbahndirek- tion gebührende Beachtung finden. Den Weg zu diesen Taten zeigt die Eingabe des DerkehrS- bunde« Oberhessen, die gestutzt wird von der einhelligen Zustimmung der ganzen Provinz.
In verheißungsvoller Weife hat die Reich«- bahndirektion Frankfurt im September vorigen IahreS auf einer F a h r p la n k o n f e r e n z in Gießen persönliche Fühlungnahme mit den sachkundigen Vertretern der oberhessischen Bevölke- rung hergestellt. Jene Konserenz hat bei allen Teilnehmern einen guten Eindruck hinterlassen. Die Reichsbahndirektion wird wohl- beraten fein, wenn sie auch diesmal wieder in mündlichen Verhandlungen, auf einer Konferenz in Gießen, gemeinsam mit den oberhessischen Vertretern sich bemüht, für den neuen Fahrplan eine Regelung zu finden, die sowohl dem öffentlichen Verkehrs int ereffe Oberhessens, wie auch den Bedürfnissen der Reichsbahn gebührend Rechnung trägt. Nicht an schönklingenden Worten der Reichsbahn wollen wir in Oberhesfen unS erfreuen, sondern gute Ta - t en wollen wir jetzt sehen, auf die wir lange genug gewartet habens
Gerichtssaal.
Drei „schwere Jungen“.
WSR. Frankfurt a. M.. 24. gebt. Wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls in mehreren Fällen verurteilte das Große Schöf- sengericht den Gärtner Heinrich Würge« zu 1I a h r e n, den Hllssarbeller Heinrich Mett und den Schuhmacher Willi Bauern- schmidt zu 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis. DaS Einbrechertrio hatte im Dörgen 3ahre in zahlreichen Wirtschaften nachts einge- brochen und größere Mengen Lebensrnittel und Tabakwaren in erheblichem Werte gestohlen.
Amlsunlerfchlagung eines Beamten.
WSN. Frankfurt a. M., 25. Febr. Da« hiesige Schöffengericht verurt-llte den 39jährigen Bureauassistenten beim Grundbuchamt Fritz Paul wegen Amtsunterschlagung in sieben Fällen. U r lu n be n f ä I f dju ng, Betrugs in drei Fällen, mehrerer Urkundenunterdrückungen und einfacher Unterschlagung zu zwei Jahren Zuchthaus und 450 rm Geldstrafe, sowie fünf Jahren Ehrverlust. Der Angellagte hatte in 31 Fällen bei der Briefannahme Gelder unterschlagen. Ferner eignete er sich Kostenmarken und sonstige Gelder an. Das Gericht sah das Verhalten deS Angeklagten als sehr frivol an. well et wissen mußte, daß die von ihm beseitigten Urkunden einen großen Wert haben
Lpiclplau Der frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag. 27. Febr.. von 8 bis 9<4 Uhr: Elektra. Montag, 28., von 7 bis 9. Hansel und Gretel. Dienstag. 1. März, von 7 bis nach 10: Eine Rächt in Venedig. Mittwoch. 2^ Don 7 bi« gegen 10: Der Freischütz. Donnerstag, 3m von 6 bis nach 10Vt: Tristan und Isolde. Sreitag, 4.. von 7 bis 10: Othello. Samstag, 5., Don 7 biS 10: Der Golem. Sonntag, 6.. von3 1x8 6: Mignon: von 7 bis gegen lOVri Carmen. — Schauspielhaus. Sonntag, 27. Febr.. von 31/* bis 6: Alt-Frankfurt: von 8 bis 10: Ein besserer Herr. Montag, 28., von 8 biS gegen 10: Der Diktator. Dienstag, 1. März, von 8 biS 10: 20 Jahre Rellon. Mittwoch. 2., von 6 bis gegen


