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nr. 21 Drittes Blatt
Eirßener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Mittwoch, 26. Zonnar 1927
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Vild l. 1 Aufnahmeapparat, 2. Spiegel, 3. Spielfeld, 4. Model!.
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der Filmtechnik bildet.
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dem Menschen gegenüber a.-.- gesät in Tiere dazu zu erziehen, nickt gewisse
lecken ließ. In dem Ufa-Äultur-Fllm „Zum Schnee- gipfel Afrikas" wird eine Szene gezeigt, in welcher mehrere riesige afrikanische Löwen und Löwinnen auf fünf Schritt Entfernung gekurbelt worden sind. Allerdings handelt es sich hierbei um die bloßen Zufallsausnahmen des herzhaften Kapitäns a. D. Karl Donnert, dem — ganz*anderen Objekten nachspürend — urplötzlich die drohenden Lichter eines sich auf fünf Schritt bereits genähert habenden Rudels Löwen entgegenfunkelten. Da gab es nur eine Rettung: Geistesgegenwart! Unentwegt weitcr- kurbeln. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Wehe,
Bild 11. Filmbild Unter der gestrichelten Linie, die r.uiuitid) aul dem Bild nicht vorhanden ist, Aufnahme der wirtlichen Gegenstände 3, darüber Aufnahme des Modell- 4.
Was der geschichtliche Film zu schaffen und zu wirken unstande ist, mag der entschiedene Erfolg
^iarw'l
gebildet, die die verblüffendsten Bilder zu drehen gestatten. So werden z. B. Geister dadurch aus den ftilmftrcifcn beschworen, daß zunächst die Szene mir beit lebendigen Darstellern wie gewöhnlich gekurbelt wird. Tonn wir> der so belichtete Film zurüagedreht, worauf der Geist austritt, der beim zweiten Durch-
„Seine Majestät Lar Kinu".
„Seine Majestät das Kind", daS ist der Titel eines Kulturfilms, der soeben im Emella-Palast in Berlin seine Uraussübrung erlebte und der uefiimmt
Nachwelt zu bringen, eine Entwicklung im Fluß der Dinge, innere Zusammenhänge, Bindungen und go
to eitere Erschließung des neu eröffneten Gebietes wettbewerbsfähig zu bleiben. Die ted}m£d)c:i Möglichkeiten des neuen Verfahrens sind schon jetzt außer- ordentlich groß. Aufnahmen in jeder Landschaft, vor oder in jedem Bauioerk, mögen sie nun in Afrika, Indien oder Amerika spielen, können beute in oder vor dem Glashaus in voller Natürlichkeit und mit vollendeter künstlerischer Wirkung gedreht werden, wenn man nur eine gute Photographie des Gegenstandes hat und daS notwendige Spielfeld aufbaut. Hervorragende Bedeutung hat das Schüfftanrcr- sahrcn auch für Trickaufnahmen und namentlich für phantastische Bilder, wie einige im Metropolisfilm laufen. Hier sind noch lange nicht alle Möglichkeiten erkannt, geschweige denn auSgcnntzt, und es ist durchaus denkbar, daß die Schüfftansche Erfindung des Zauberspiegels den Auftakt zu einer Umwälzung
wenn Tennert ausgebört hätte, als der Film w Ende war. Wehe, wenn auch nut ein Zweig unter seinen Füßen geknistert hätte ... ES war ein richtiger Steppenbrond. der Blutdurst von dem Angst- und Ohnmachtsgefühl gegenüber dem Elementaren überwiegen ließ . . .
als Veisviel tue Szene nut der großen xamvsbahn (Bild 2), die man aus deutsai „Stadion" nennt: Tatsächlich erbaut war nur das Spiet,'eld mit der Seitenbahn, wie wir dies in Bild 1 bei 3 »ehen; wir finden es in unserem Bild 2, dem Filmbild, unterhalb der gestrichelten Linie. Ter ganze sich darüber erstreckende Aufbau war nur ein kleines Modell, das wir in unserem Bild 2 über der gestrichelten Linie durch den Scküsstanschen Zauberwiegei unmerklick über das Spielfeld gesetzt sehen, Kulisse und Modell müssen natürlich ein Spiegelbild sein, da ,a durch den Spiegel rechts und links vertauscht iverben, wenn man nicht noch einen zweiten Spiegel zu Hilfe nimmt. Voraussetzung für die völlige Bersckmel'ung der beiden Ausnahmegegenstände ist peinlichste Berechnung aller Größen und Entfernungen, sowie richtige Abgleichiing der Beleuchtung. Trotzdem sind die Kosten un Vergleich zu wirklichen Bauten so gering, daß die Ge- san.tkosten nur ein Tuttel bis ein Fünftel betragen. In diesen wirtschaftlichen Vorteilen liegt die Hauptsäliste Bedeutung der Erfindung. Ter dcut'chen Filmindustrie, die schwer gegen den ausländischen Wettbewerb — besonders aus dem Weltmark — zu kämpsc:: hat, ist damit die Möglichkeit gegeben, durch Verminderung bet Filmherstellungskosten und durch
und 5}ajcn“ z. D. war der beste Beweis dafür, dah der Film den künstlerischen Gesetzen des Romans nicht gewachsen ist, oder dah er, wenn er gleichwertig zu sein versucht, sich einer jener groben Grenznberschreitungen schuldig macht, von denen eben die Rede war.
Die grosten Erfolge des historischen Films hingegen, wie wir sie in den letzten Jahren oft genug erleben konnten, sollten gezeigt haben und immer wieder zeignr, wo der Film noch ein weites Neuland nuobringend. aufbauend. Volks- erzieherisch und mit eigtnen Kunstmitteln erschließen kann. D.e grünt kg :n2e Dramaturgie — sie heiße nun nach Aeubabelsberg oder Holly- wood — ist wohl bis heute noch nicht geschrieben. Mir brauchen sie aber als ein kritisches, klares Gesetz, das die Lehren aus der Vergangenheit zieht und den Weg in die Zukunft weist.
dieses historischen Dokuments „Bismarck" bewiesen haben, das gegenwärtig im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße zu sehen ift; nicht die Publikums-
essor Dr. Z i e h e n ist erfreulich knapp, sparsam auf >as Allernotwendigste bedacht: der Text gibt die be- cheidenften Gedächtnisstützen, die man zur inneren Binduntz braucht: aber jedes Mehr würde schon
Wenn man eS recht verstehen will: dieser Film „läuft“ eigentlich nicht im Sinne fließender „Handlung" — er „steht" in bewegten Gruppen, in Bildern mit wechselnder Beleuchtung, von verschiedenen Standpunkten aus — fast gleäfjaeitig — gesehen.
Des drückt sich auch im Schauspielerischen ganz deutlich aus, wobei der Ton durchaus auf der ersten Silbe Legt „Gespielt" wird gar nicht viel: aber auf die Maste und die Figur lammt es sehr an. Lind die Masten s.nd durchweg glücklich ersaßt. Lleberzcuzend der markante Bismarcklopf, die wuchtige, überlegene, beherrschende Erscheinung Franz Ludwigs, der die Titelrolle trägt Glänzend der Napoleon (de 2oigt>, die beiden Frauengestalten hüben und drüben: die fanatische Eugenie der Annenkosf, die liebreizende Anmut der Erna Mo re na (Fürstin Bismarck). Weiter, nur die wichtigsten: Klein (Wilhelm I.), Zimmerer (Friedrich HI.), Leffler (Roon), MoebiuS (Molrke): die vielen anderen kann man nicht alles einzeln auszählen.
Aus dem großen Regiestab sei nut noch Winfried Wolf namhaft gemacht, der die musikalische Begleitung zum Bismarck-Film zulam- menstellte: sie ist vortrefflich: ein psychologisch sehr zu beachtender Helfer zum Erfolg. — r —
Der Iaubersp'regel.
(Eine technische Erläuterung zum Metropolisfilm). Bon Wilhelm Buchmann.
Nachdruck verboten.
Ter Film hat für viele etwas Geheimnisvolles, nicht nur weil er aus einer Welt komm,, deren gan-.e Lebensart und -^tuffaiiung scheinbar leichter tu als bei den meisten Sterblichen, sondern auch, weil durch eine verfeinerte Bildteainik Aufnahmen zuwege gebracht werden, deren Zustandekommen uns oft rätselhaft erscheint. Lolche Trickaufnahmen sind ein wichtiges Hilf-mittel in der Hand des Spielleiters — zu deutsch: de) Regisseurs—, der sich ihrer zur Tat- stellung von Traum- und Gei>'kererschemungen, von Doppelgängerrollen und überhaupt von mehreren Szenen auf einem einzigen Biloc gern bedient. Die
Raubtier-Kilmausnahmen.
Bon Erwin Wolfgang Nack.
Beschäftigen wir uns mit der „Entwicklungsgeschichte der Raubtier-Filinaufnahmen", so dürsten es toicber einmal die Amerikaner gewesen sein, welche — im Jahre 1909 — allen filmbegeistertcn Kulturvölkern mit „leuchtendem Beispiel" voran- gegangen sind. Sie begannen also allerlei Gelier vor dem fturbcllaftcn zu postieren und in allen nur er- deutlichen Stellungen zu verfilmen. Immerhin jedoch kam man nicht recht aus den Anfangsversuchen heraus, bis im Jahre 1915 ein besonders gewitzter Kopf zur Gründung einer Tramatischen Schule für vierbeinige Filmschauspieler kchritt und diese der Filmstadt Umversal-Eity in Kalifornien einverleibte. Schon der Prospelt auS den Gründungsjahren weist auf die sich dort befindliche reichhaltige Tiersammlung hin. Hier eine kleine Auszählung: Löwen, Tiger, Elefanten, Büffel, Dromedare, Wölfe, ganze Rudel edelster Pserderasjen, dazu Hunde, Wölfe, Schakale usw. Daß sich der Unternehmer keineswegs an den Begriff „Dramatische Schule für Vierfüßler" gebunden hielt, beweist auch das Vorhandeniein von Schlangen aller Art und eine erstaunlich reichhaltige Sammlung großer und kleiner Vögel.
Bei welchen Tieren immer ein „Anstandsunter- richt" dem menschlichen Partner gegenüber von voraussichtlichem Erfolg begleitet sein konnte, ergab eineArt„Jntclligenzprüfung". Grundgedanke war also: Blutdürstige — ober zum mindesten aus der Zoologie
ehe 'erkauf ar 1927 en Preisen lli 3X4 Mb.
- 160.- etc.
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n 40.- 1
aufnahme allein, sondern vor allem auch der künstlerische Erfolg. Wenn es — nach unferm heutigen Stande — überhaupt möglich ift, Weltgeschichte in großen, lebendigen Bildern ^usammenfassend auf die
heute noch nicht die technischen Hilfsmittel dcs Films erschöp't haben und ihre kommenden Möglichkeiten nicht zu übersehen vermögen.
3m allgemeinen wird aber di s festzuhalten sein: wemi man einmal jene Filmmanuskripte außer acht läßt, die ganz oder überwiegend aus eigenschöpfertschec (nicht nachgestaltender) Phantasie geboren worden sind, so wird man vor allem zwei Kategorien zu unterscheiden haben: den historischen und den literarischen Film; von ihnen scheint jener eine große Zukunft zu haben, während dieser nur in b.n seltensten Fällen („Die QUbclungcn“) Anspruch darauf erheben kann, als eigenes Kunstwerk für unsere Zeit berufen zu fein. Bei der Verfilmung von künstlerischen Schöpfungen, an deren Wert kein Zweisel gestattet ist (.Soll und Haben". .Mariä Magdalene", „Faust". „Wilhelm Seit“) wird und muß der Film notwendig hinter der Kunstform dcs Dramas oder Romans zurückbleiben, er wird im besten Falle ®eftait?tcd mit andern — unzu-
Atso schön! Mundusvultdecipi—will durchaus die Welt betrogen werden, gut, so laßt sie uns betrügen! Und so mühte man sich nicht länger mit langwierigen Dressuren ab, sondern filmte die Menschen zusammen mit Tieren in ihrer ganzen ursprünglichen Wlldhett. Ta dies mit Hilfe von Doppel-Photo- graphre'n geschah, b. h. erst der Mensch und ba*nn das Tier unter genauem Zahlen bet Umdrehungen beim Murbein, wobei das Äiederzurückdrehen deS Filmstreifens eine große Rolle spielte, so war nur am etwaigen Nicht-Uedereinstimmen naturgemäßer Bewegungen „der Schwindel" erkennbar. Statt per- lönlichen Mutes der Darsteller — ein kümmerlicher Behelf durch allerdings oftmals sehr schwierige photographische Tricks.
Superkluge kamen und kommen leider auch heutzutage auf den Einfall — ausgerechnet Glasscheiben zwischen Tier und Mensch zu setzen. Selbstredend — sofern nicht bet Vierfüßler mittels eines Sprunges burd) bie gläserne Wand sich „bie Ehre seines Besuchs" bei den wohl entsetzt auSeinanbcrftiebenben sonstigen Glashausinsassen gibt, genügt schon bas leiseste Reflektieren bet Beleuchtungsquelle, sowie die unvermeibllche Spiegelung im Glas, um auch einem weniger technisch geschulten Publikum später im Mino ben Betrug zu offenbaren.
Einsatz her ganzen Persönlichkeit, Zielbewußtsein, bis Mim gewissen Grade vorangegangenes Studium der Tierpspche, bas alles ist unbedingtes Erfordernis, um mit Raubtieren gemeinsam künstlerisch wertvolle Arbeit zu leisten. Nur ganz wenige Darsteller haben sich dabei bewährt. Nicht vergessen sei der wirklich mutige Carl de Vogt, als er fidi beim Drehen einer Szene zum Hagenbecksilm „Allein im Urwald" unbesorgt im angeblich fd)Iafcnbcn Zustand (in einem durch Urwaldszenerie verdeckten Käfig) von zwei ekelhaften riesigen Hyänen beschnuppern und Fräulein Sergyl im „Mirakel der Wölfe" sich das — mit
Reicksanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kindersterblichkeit in dem von Professor Langstein geleiteten Kaiserin-Augusia-Bittona-Hause ausgenommen unter Mitwirkung namhafter Künstler, sowie der Acrzte und Pflegerinnen der Anstatt, führt bet Film in die Wett deS Kindes und zeigt, wie der Säugling gepflegt unh betreut werden mich, bamit er gesund an Leib und Seele auswachsen kann. Professor Langstein begrüßte die Gäste. An die Vertreter der Reichs- und CtaatSbehörden, der össentlichen und freien WvhlsahrtSpslege, der Versicherungsanstalten usw. richtete er seine Werte, mit denen er Sinn und Ausgabe deS FilmS erläuterte. Professor Langstein betonte, daß alle die, die sieh die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit zur Ausgabe gemacht hätten, immer wieder aus Hindernisse und Schwierigkeiten stoßen, ba die Massen ben Bestrebungen verstänbnislos gegenüberftänben. Der Film solle lebendig vor Augen führen, was dem Kinde fromme und waS ihm schabe. Der Titel beS FilmS solle nicht etwa auSbrücken, baß bas Äinb der tyrannische Herrscher seiner Umwelt sein soll, fonbem er wolle besagen, baß wir uns alle beugen vor bcu Werbenben, bie einmal berufen sind, zu ernten, was wir heute nur säen könnten. Ter Render gab bet Hoffnung Ausdruck, baß der Film segenSreick wirken möge, nicht nur in Deutschland, sondern audj in anderen Ländern.
wider die nun einmal bestehenden Gesetze des Films als eines selbständigen Kunstwerkes verstoßen. Beide, Regisseur und Textgestalter, halten sich im ganzen an die großen und dekorativen Höhepunkte der abgeschlossenen Historie, die gleichsam das Grundgerust des Ganzen bilden. Und sie streuen dazwischen, sehr glücklich, das ftimmunggcjcnbe, vertraute Beiwerk, Episoden von geringer Bedeutung und Anekdotisches geschickt ausnutzend; z. B. das historische Eckfenster — das Attentat — die Königgräyer Zigarre — das Varziner Idyll.
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10.- etc.
traulich nähernde Zwei geheim: ohne weiteres nieder- zuscklagen, zu 5enleiid.cn und eventuell mit Haut uno Haaren zu verspeisen. Daß eS aber auch keineswegs immer mit der Trciiur gemac-.it ist, zeigte sich nur zu bald bei den „auft Ganze gehenden" Filmaufnahmen. So lehr war nämlid) bie Bestie systematisch an bie Umgebung (Dekoration) und den Atelier- ikandat (Schreien, Hammern, Singen und Zischen der Lampen, Geräusche beim Bedienen des Murbel- lastens) gewöhnt, daß Uc phlegmatisch alle» über sich ergehn ließ und auf den leisesten Wink, jedem halblauten Zuruf gehorchte. Das wieder mit anzusehcn, näßte dem Publikum keineswegs. Cin Löwe, der scheu und den Winken seines Herrn gewärtig mit ungeflemiii- tcm Schwanz umherschlick, wurde glatt ausgepfiffen. Ha — meld, ein anderes Bild, wie cs sich bie glühcnbc Phantasie ausgemalt;
jener mit unoänbiger Wildheil auf den zweibeinigen Störeniried loS- stürzende Äönig der Wüste!
fungen aus Ursache und Wirkung vor dem Auge bar- zustellen (bei sparsamster Verwendung des Wortes und nur stimmiingsmäßiger Hilfen für das Ohr) — dann hat der Bismarck-Film das (vorläufig) Möglichste erreicht.
Zwei große Teile; der erste ist Austakt und Vorspiel: der werdende Bismarck — Bismarck, das Kind, der Schüler, der Göttinger Korpsstudent. Sann: Bismarck als Referendar in Berlin, als Gutsherr auf dem Kniephof. Endlich: der Deichhauptmann — das Jahr 48 — diplomatische Anfänge und erster Austtieg. (Man kann nur die Stichworte geben.)
Auch für den zweiten Teil, der von 1862 bis 1898 reicht, der den Höhepunkt bringt, die starken brama- tischen Akzente, die unerhörte Erfüllung und den tragischen Austlang eines Menschenlebens von übermenschlichem Maß in Bilder faßt. In die stUechten, schwungvollen Wechselbilder von sieben Akten. Die Stichworte lauten hier etwa: Der Ministerpräsident und das diplomatische Präludium zu den drei Eini- gungskriegen. Alsen und Königgrätz, Varzin und Ems; Romen von gewichtigem Klang, die das B i l d fast schon in sich tragen. Mars la Tour — Sedan — Donchery. Versailles und der Truppeneinzug, den Fontane so prachtvoll zu deuten versuchte. Auf die mitreißenden Klänge des Pariser Einzugsmarsches folgt gleichsam das Cargo des Schlußaktes: Berliner Kongreß — Entlastung — der Sachsenwald. (Rur Etichworte.)
Der Regisseur D l a ch n i tz k y bringt selten Szenen oder Szenengruppen, fast überwiegend anein- andkrgerelhte Bilder, die großen, sinnlich greifbaren und wirksamen Momente. Das Manuskript von Pro-
lauf des FdmS ausgenommen wiro. Durch geeignete Einstellung der Pc Achtung undderBelichtungLzett lassen sich so buru au 5 „naturgetreue" Spukerscheinungen erzeugen. Raa, einem anderen Verfahren, daS man ;. B. für Doppelgängerrollen benutzt, roub ein Teil bcks Filmstreifens bei der Aufnahme dcs Doppelgängers Nr. I durch eine vorgesetzte Blende vor Belichtung geschützt, auf den bann beim nochmaligen Durchbrich en bei Films bet Toppclgänger Nr. 2 unter Abblenbung des schon bcliditetcn Teils ausgenommen wird. Man crrcidjt bie gleiche Wirkung, wenn man jebe Szene wie gewöhnlich brcljt und bie beiden Negative unter entsprechender Abblenbung ober auch unter Nachttischen auf einen Filmstreifen nacheinander kopiert. Es bedarf bei solchen Aufnahmen natürlich großer Umsicht, bamit bie Silber lückenlos znsammenpassen und die Spieler im vorgeschriebenen Aufnahnu-feld bleiben. Wievicle Kilometer Filmband mögen dabei schon nutzlos „verdreht" ivorben sein.
Zu biefen Lichtbilbkünsten ist neuerbingd ein Verfahren ß«-»igekom'^ien, vaS nackt seinem Erfinder, dem beutf-.oen Ingenieur Schüfstan, das Schüfs- tanfdje Spiegel- ober KombinationSversahren genannt wird. Es ist in fernem Grundgedanken so einfach, daß man sich wundert, weshalb man das nicht schon lange so gemacht hat. Aber dasistnuncinmal beim menschlimen Schassen meist so: Erst auf Umwegen wird der kürzeste Weg gefunden!
Schüfstan setzte in geringe Entfernung vor dem ?lusnahmeapparat 1 einen Spiegel 2 unter einem Winkel von etwa 45 Grad (Bckdl). Dadurch ist es möglich, Gegenstände 4 aufzunehmen, die fick) seitlich vom Apparat befinden. Nack) Entfernung eines Teils deS Spiegelbelages kann man durch die so durchsichtig gcmaditen Stellen hindurch aber auch in gerader Richtung die Gegenstände 3 vor dem Apparat photographieren; es lassen sich also zwei räumlich getrennte Szenen zu gleicher Zeit auf den gleichen Filmstreifen bringen. Nun läßt sich aber der Spiegelbelag fo entfernen, daß srch zwischen Spiegelbild und Durchsicht keine scharfe Tremtlinie ergibt, sondern daS eine Bild vollkommen unmerklick) in das andere übergeht. Tiefe Möglichkeit erschließt dem neuen Verfahren nicht nur weite Gebiete des Filmtricks, sic gibt ihm vielmehr ein unenblid) viel größeres Anwendungsgebiet gerade für den gewöhnlichen Spielfilm, für den die Erfindung geradezu umwäl- zcnd gewirkt bat; dies haben einige neuere Filme, ganz besonders der große Metropolisfilm der Ufa schlagend bewiesen. Nehmen wir aus diesem Film
Der Bismarck-Film.
Lichtspielhaus.
Der sehr umfangreiche Probkmkomplek. der sich bei der Vorstellung des in den Ictjtcn Jahren — insbesondere technisch — erstaunlich vervoll- komm.eien künstlerischen Films als einer ©c- sanric, cheinung auftut, läßt sich vielleicht am ehest : kritisch überschauen und programmatisch betocii .n, wenn man von vornherein die schwerwiegende Frage der Stoffwahl ins Auge faßt.
3hre Bedeutung wirs) fofoti erkannt, wenn man sich klarmacht, daß ste von dem zweiten — entscheidenden — Grundprobkm gar nicht zu trennen ist: dem der ästhetisck>en Abgrenzung dcs Filmkunst Werkes. wie wir eS bis heute technisch bewältigt haben und als eine neue darstellende S~onn mit eigenen ®ef:<en zu gestalten vermögen, s wird für die Entwieilung des Films — wir sprechen nur vom Film als reinem Kunstwerk! — von ausschlaggebender Bedeutung sein, ob man die Grenzen achten wird, die ihm gezogen sind, und nur den Weg weiter ausbaut, wo der Fllm seinen Grenznachbarit überlegen ist :einmal nämlich dem Theater der lebendigen Menschen und dcs gesprochenen Wortes — zum andern aber dem Buch, alfo etwa dem Roman, der Rovelle. der Ehronik.
ZieineswegS hat in den letzten Jahren immer ein llarer Sldwille die Filmproüuklion bestimmt, oft genug h^t man die fragwürdigsten versuche an- gestellt. Die einerseits auf eine Verschmelzung, anderseits auf ein fruchtloses und verfehltes GegeneinanderauSspielen von grundsätzlich getrennten kän'.l.r.schcn Formm Sti.'e.ementen und AuSdrucksmöglichkeiten hinzielten. Es würde zu Weit führen, auf Einzelheiten einzugehen. Beispiele vorzuführen (man denke etwa nur an den aussichtslosen Versuch einer ^Fllmoper") — oder ein Programm zu entwerfen. Ein Programm kann übrigens (bei aller Vorsicht) schon deshalb kaum entwickelt werden, weil wir wohl auch
wo bleibt -er sprechenbe 8ilm?
Don Prof. Tr. F. Lampe,
Leiter der Bilbstelle beS Zentralinstituts für Erziehung unb Unterricht.
Die Bilbstelle bcs Zentralinstituts für Erziehung unb Unterricht hat bie Aufgabe, Bilbstreiscn auf ihren Lehr- ober volkSbildenben Wert hin zu prüfen unb amtlich zu begutachten. Tie Anerkennung, Uc sie auSfprickt, bedeutet für öffentliche Vorführungen bet Bildstreifen Ermäßigung, unter Umständen Erlaß der Lustdarkeitssteuer. Freilid) kann nicht die Art der Vorführung des Bildwerks geprüft werden, obwohl sie feine Wirkung oft sehr wesentlich beeinflußt. Sie ist von Ort zu Ort so abhängig von bet Besonderheit des Vorführungsraumes, von der Güte der Projektion, von der Borführungsfolge, Begleitmusik und anderen Umständen, daß nur die — übrigens aud) nicht mit Sicherheit als unveränderlich anzusehende! — Substanz beS Bilbstreifens in bet
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