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Aus aller Welt.
Neuer Gülerbahnhof In Debra.
Bahnoerwaltung beabsichtigt, in
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3m Reichstag wird nach Erledigung kleinerer Vorlagen gegen die Stimmen der Demokraten. Sozialdemokraten und Kommunisten ein Antrag abgelehnt, der einen Fürsorgegesehent- wurf verlangt. Hierauf wird noch ein Antrag des Ausschusses für Ostfragen angenommen bezüglich der durch die neue Grenzziehung notwendig gewordenen Dahnbauten.
3m Hauptausschuß des preußischen Landtags fanden Anträge Annahme, der Stabt Hannover sür die zur Vorbeugung einer Wiederholung einer gleichen Katastrophe wie Der Ty- phusepidemie unumgänglich und sofort notwendig erscheinenden hygienischen und sanitären Maßnahmen einen Zuschuß von insgesamt drei Millionen Am. zu gewähren.
DaS türkische LInabhängigkeitstribunal in Angora hat acht Personen wegen Beteiligung an der Ermordung eines Deputierten in Anatolien zumTode verurteilt. Fünf der Verurteilten wurden bereits um Mitternacht gehängt, während die übrigen in contumaciam verurteilt worden waren.
ten unserer selbst werden lieh.
Vornotizen
in China zu finden. 3edoch ist dies wegen verschiedenartigen 3nteressen nicht leicht.
Amerikas Sonderstellung in China.
Der türkische Ministerrat hat die Bildung einer Freizone im Hafen von Konstantinopel gebilligt.
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dozent Dr. Steinhaufen, dankte in bewegten Worten für die Ehrung, und seine Schwester sang zum Gedächtnis des Vaters ein inniges Lied mit Steinhausenschen Versen. 3m Aamen von Thomas greiser Schwester Agathe Thoma und der Stadt Karlsruhe dankte Frau Sophie Bergmann-Küchler. Damit schloß die würdige Gedenkfeier.
Ausbau des Marburger Kunsthistorischen Instituts.
3m Preußischen Landtag ist folgender deutschnationaler Antrag cing:gang:n: Der Landtag wolle beschließen ,das Staatsministerium zu ersuchen, bei dem 3ubiläums- Kun st in st i t u t an der ^lniversi:ät Marburg 1. eine ordentliche Professur für Prähistorie zu errichten, 2. ein prähistorisches Seminar einzurichten und mit 750 Mk. jährlich zu dotieren, 3. ein planmäßiges Lektorat für Photographie zu schaffen, 4. für Assi«
stenzleistungcn im Archäologischen 2400 Mk. einzusetzen.
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Jede neue Ausgabe ist unwiderruflich von der Bedingung der Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes abhängig. Die Regierung kann kein Anziehen der Steuerschraube ins2luge fassen, sondern wird die Politik der Revision gewisser Steuerbestimmungen der Erleichterung und Herabsetzung befolgen. Aufbesserungen sollen erfolgen aber stufenweise. Mißbrauche werden obaestellt werden. Die
— Tagest al ender für Mittwoch. Stadttheater: 7.30 Uhr, „Judith". (Ende nach 10 Uhr.) — Altersoereiniauna 1877—1927: 8.30 Uhr, Gasthof Hindenburg, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bismarck", 2. Teil. — Asto- ria-Lichtspiele: „Sumpf und Moral".
— Der Lichtbtlderoortrag über „Dar Wunderland Ruanda", der auf Veranlassung des Frauenoereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See morgen, Donnerstag, abend 8 Uhr, in der Aula der Universität stattfinden wird, sei allen Freunden des kolonialen Gedankens noch einmal in Erinnerung gebracht. Der Vortragende, Major Köhl, ein alter Afrikaner und Mitkämpfer Lettow- Dorbecks, wird viel Interessantes und Wertvolles aus dem Schatze seiner Kolonialerfahrung zu sagen haben und cs durch das Lichtbild illustrieren.
Der norwegische Storthing lehnte einen Antrag auf Abrüstung und einen weiteren auf Be- schränku g des Militärbudgets auf höchstens 25 Millionen Kronen ab. Dagegen wurde beschlossen, daß die neue He:resordnung, die einen Kostenaufwand von 40 Millionen Kronen erfordert, baldigst ausgearbeitet werden soll.
Kunst und Wissenschaft.
Aranksurl ehrt Hans Thoma und wilh. Steinhaufen.
WSR. (Frankfurt a. M., 24. 3an. Sie Stadt öranlfurt nahm dieser Tage e.ne Ehrung zweier Manner vor. deren Aamen mit dem Kunstschaffen der 6:aöt und ganz Deutschlands unlöslich verknüpft sind. Dem Maler HanS Thoma, der in Frankfurt die glücklichsten und schasfenSrcichsten 3ahre seines Lebens verbrachte, und -dem Frank- fur.'er Maler Wilhelm Steinhaufen wid- me'e der Magistrat der Stadt Frankfurt zwei Gedenktafeln an den beiden Nachbarhäusern in der Wolssgangstraße, wo die Meister in Freundschaft verbunden ihrer Kunst lebten. 3n der s cinhausenschen V.lla, im Kreise der Kinder und Enkel des Frankfurter Künstlers, wo seine Meisterwerke von ben Wänden bl den, fand vor einem auscrwählten Kre.S eine schlichte Feier statt. Stadtrat Meckbach übergab die beiden Tafeln im Aamen des Magistrats der Oeffent- lichleit als Zeichen der Dankbarkeit der Stadt Frankfurt, wobei er in feinsinniger Weise auf die tiefe Freundschaft der be den sich in vielem so ähnlichen Künstler hinwies und als Haup züae ihres Wesens ihre 3nnerlichkeit. ihren Ernst und besonders ihre Menschensreundlichkeit hervorhob. Der Sohn des Frankfurter Künstlers, Privat-
sich nach dei Singen sollt' Augelalltn lo sichtig und n tenö andere in ihr« Zlinte lomm diele Desahr dehals. A hlaunclle, 01 lich sehen, Oft wird a geschossen, v kein T»gell' in Ferien v hatten. Aw Rudolf Fi buch gegen angeführten alS wirksam gen von Tot linqsbrut fei
•* Sie 5 in Obeu&aultt mäne Konrad d;en. Erlösche L.cinbach, 21 (Äteiä lübir feit»; Mhe und D»lssh
** Der neue hessische Oberlandes, gerichtspräsident. An Stelle des kürzlich in den Ruhestand getretenen Oberlandesgerichtspräsi' denken Lang wurde Landgerichtspräsident Dr. Stein (Darmstadt) zum Oberlandesgerichtspräfl, denten ernannt.
** Die Inhaltsverzeichnisse unserer Beilagen „Gießener Fomilienblätter" und „Die Scholle" sind in der heutigen Ausgabe enthalten. Interessenten seien darauf besonders aufmerksam gemacht.
Die Stadtverordneten»Sitzung am kommenden Freitag nachmittag, 5 Uhr beginnend, wird sich u. a. mit folgenden wichtigen Vorlagen zu beschäftigen haben: Gewährung eines Darlehens von 75 000 Ma k an den Dolts- halleverein. Wohnungsbauprotjramm für das 3a hr 1927. Einführung von einheil ichen Sam- melgeiäßen für den Hausmüll. Errichtung der Oberprima in der Studienanstalt. GewerdeauS- stellung 1927.
** D e r Ausmarsch unserer Garnison zu der Winterübung bei Wabern erfolgte gestern nachmittag mit militärischer Pünktlich clt unter Vorantritt klingenden Spiels. Die Bevölkerung wohnte dem interessanten militärischen Schauspiel nur in geringer Zahl bei, da die Nachricht von dem Ausmarsch nicht rechtzeitig bekannt geworden war. Das Bataillon kehrt heute, Mittwoch, abend 9 Uhr,, hierher zurück. Dabei werden unsere Mitbürger sicherlich zahlreicher zur Stelle sein.
==ö. Städtische Holzver steige- rung. Bei der gestrigen Drennholzversteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchschn tls- preise erz el!: Eichenscheiter 10,50. Eichenlnüppel 950, Kiefernlnüppel 8.20, Fichtcnknüppel 7, Eschenknüppel 10, ällmen.nüppel 10.40, Eichenstöcke 6,20, Kiefernstocke 5, F chlendeckreisig 4 Mark je Aaumme.er, Eichenre.sig 18. Kiefernreisig 12. Wermuthsiiefernreisig 12. Fichtenreisig 10,50, Eschenreisig 20 Mark je 100 Wellen.
—D i e Autoverbindung Steinbach— AlbaL — Gießen wird sic.) nun nach langwierigen Verhandlungen mit der ReichS- bahn-Gesellschcft verwirklichen. Die Reichsöchhn verlangt nämlich, daß daS Auto den Ort Steinbach nicht nur mit Gießen, sondern auch mit der Station Garbenteich verbinden soll. Die Firma Aßmann und Schneider-Gießen will mit einem 34°Siher den Verkehr übnehmen.
*• Eine beachtenswerte Anregung zur Schaffung von Kleingärten gibt ein aufmerksamer Dwbachter in der nachstehenden
Aus der Provinzialhauptflaöt.
Gießen, den 25. 3anuar 1927.
Feierstunden.
Das Leben unserer Zeit ist eine ewige Hetzjagd. Vom frühen Morgen bis zur Mitternacht ist die Zeit hinter uns her, peitscht sie und von Stunde zu Stunde. läßt uns um die Minute kämpfen. Kaum baß wir uns einmal auf uns selbst besinnen, ausschwingen, in einer inneren stärkenden Auhelage für eine Zeit verweilen können. Tempo? Tempo!
Das öffentliche Leben der Gegenwart kennt alles mögliche an Zerstreuung, nur j nen ruhenden Pol nicht mehr, wie es brr Abend fein müßte, öie Tageszeit, in der sich der menschliche Gefamt- organismus naturnotwendig durch ein physisches und Psychisches Abklingen auf einen gefunden Schlaf einzustellen hat. Viele stürzen sich mit abgewirtschafteten Aerven in abendliche Vergnügungen (an denen eS ja nirgends mangelt) oder sitzen irgendwo mit Gleichgesinnten in nicht gerade der gesündesten Luft beisammen, nur die eigenen vier Wände haben für sie nicht mehr jene magnetische Kraft, dir früher das abendliche Heim zum 3ungbrunnen für den neuen Tag werden ließen.
Die Menschen von heute sind meist Massengeselligkeitsanbeter. Jener feine Hauch des gegenseitigen Gebens und Rühmens. jene seelischen Zwiesprachen in engem, aber verstehendem Kreis, die die Geselligkeit vergangener 3ahrzehnte zu einem wertvollen Kulturfaktor erhoben, ist heute vielfach im Materiellen erstickt. Meist hat man sich nichts oder nur wenig zu geben und desto mehr zu nehmen.
Gemütlichkeit und Behaglichkeit sind für die meisten veraltete Begriffe geworden unb durch laute Ersatzmittel verdrängt. Man will sich amüsieren, jeder für sich und nach seinem Geschmack. Das Gefühl für ticsmenschliches V?rbundensein. mit Familie, mit Verwandten oder Freunden, die man hin und wieder am Abend bei sich zu Gast hatte, ist leider allzu stark ver'andet. Wenn schon, dann trifft man sich gelegentlich in öffentlichen Aäumen. llnö geht, ohne sich innerlich bereichert zu haben, wieder auseinander.
Der Zauber deS Abends, in dem unsichtbar und kaum erfühlt etwas von dem Geheimnisvollen des Weltalls schwingt, drinnen und draußen. daS uns Zu unZ selbst zurückfinden, an unS selbst nicht verzweifeln läßt, ist etwa- Unschätzbares, um das es sich verlohnt, dem Begriff Häuslichkeit wieder eine lebendige Seele einzuhauchen.
Aach des TageS Arbeit soll Der Abend erquickende Feierstunde sein, losgelost von dem Schreckgespenst Zeit, daS uns zu ruhelosen Schat-
bahnhoses in Bebra in Angriff zu nehmen. Es handelt sich um ein gewaltiges Projekt. Die Anlagen werden sich bis nach Meckla, eine Strecke von etwa 80 Kilometer, erstrecken. Es sollen eine Eilgüter« und eine Stückgutumladestelle gebaut, sowie umfangreiche Gleisanlagen geschaffen werden. Die Erdarbeiten erfordern schätzungsweise eine Bewegung von etwa einer Million Kubikmeter Erde. Die Fulda muß von Meckla bis Blankenhain verlegt werden.
Der vergrabene Geldschah.
In Wiesbaden entdeckte man, daß aus einem von Köln gekommenen P o st b e u t e l ein Geldbeutel mit 1500 Mark Inhalt verschwunden war, und es war unerklärlich, wohin das Geld gekommen war. Einiae Tage später wurden der Post aus einem Dorfe im Westerwald 700 Mark anonym zu- geschickt, und die Postkriminalisten entdeckten, daß die Schrift Aehnlichkelt mit der Handschrift eines Obcrpostschaffners in Wiesbaden hatte. Als die ein- gezahlten Geldscheine nachgeprüft wurden, fand man auch Bodenreste an ihnen hängen. Der Oberpostschaffner gestand die Unterschlagung ein und führte die Kriminalbeamten unter einen Apfelbaum, wo er einige Meter unter der Erde ein Käst« chen ausgrub, das den Rest des veruntreuten Geldes enthielt. Der ungetreue Beamte, der schon 40 Jahre im Dienste war, wurde sofort suspendiert.
Ein Jubiläum des Kaffees.
Das Jahr 1927 bringt für den brasilianischen Kafseebau ein Jubiläum. Vor 200 Iah- ren wurden die ersten Kaffeesträucher von Westindien und Guyana nach Brasilien gebracht. Zu Ehren des um die Kaffeekultur hochverdienten Dr. Deaffert soll im Landwirtschaftlichen Institut von Campinas eine Bronzebüste aufgestellt werden.
Die Moabiter AklendiebstShle.
Rach Informationen des „Derl. Tagebl." werden sich die Behörden mit der Aufklärung von weiteren 50 neuen Fällen von Aktendiebstählen zu beschäftigen haben, die jedenfalls noch eine ganze Reihe von Verhaftungen zur Folge haben durften. Zur Zeit prüfe man in den einzelnen Gerichtsschreibe, relen der Staatsanwaltschaft 1 die dort liegenden Aktenbände nach. Dabei hätte sich schon jetzt ergeben, daß über 50 weitere Strafakten in Moabit verschwunden sind.
Den Nebermul mit dem Tode bezahlt.
3n Paris trank ein ILjähriges Mädchen, dem man bei einem Gelage den Vorwurf machte, daß es angeheitert fei, um baS Gegenteil zu beweisen, eine Flasche Aum aus und schickte sich Dann an, zu tanzen. Kaum hatte sie einige Schritte getan, als sie vom Herzschlag getroffen tot auf am - menbrach.
Der höchste Schornstein Europas.
3n Bochum wurde für Guhstahlfabrlkation der wahrscheinlich höchste Schornstein Europas in Betrieb genommen. Der Schornstein dient zur Abführung von Gasen und ist 141 Meter hoch, erreicht also fast die Höhe des Kölner Doms. Der Oberdurchmesser de<> Riesen mißt 5 Meter, der Durchmefser der Fundamentplatte gar 19 Meter.
Tin perfonenjug von einer Lawine verschüttet.
3n 3apan ist ein Personenzug von einer Lawine begraben worden. Sämtliche Reisende find wahrscheinlich umgekommen.
Raubüberfall.
In Hamburg überfielen zwei Männer den 75 Jahre alten Inhaber eines Zigarrengeschäftes, warfen ihn zu Boden und fesselten den lieber, fallenen. Dann raubten die Verbrecher 450 Mark und verließen das Geschäft. Der alte Herr konnte sich aber bald befreien und Anzeige erstatten.
Erdrutschkalastrophen In Italien.
Die Ortschaft L a g h i t e l l o in Calabrien muhte geräumt werden, da Der Lehmboden, auf dem Die Ortschaft aufgebaut ist, infolge der Regengüsse ins Rutschen gekommen war. 20 Fa- mll en wurden obdachlos. Auch aus Campiglia bei Spezia wird ein Erdrutsch von zwei Quadratkilometern Ausdehnung gemeldet. Große Me n- und Ollvenplantagen wurden verachtet. Das seismograph.sche 3nstltut in Dendanti Faenza meldet heftige Erdbeben. Die Apparate blieben drei Stunden lang gestört. DaS Zentrum des Bebens liegt 10 000 Kilometer In östlicher Richtung.
Riefengeldstrafen für Autoschmuggler.
Wegen verbotswidriger Einfuhr von 15 Kraftwagen und Zollhinterziehung wurden ein Autohändlcr aus Offenburg und ein Mechaniker zu je 180 000 Mark Geldstrafe bzw. einem 3ahr Gefängnis und ein Berliner Ingenieur wegen Anstiftung zu 90 000 Mack Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurde Die Beschlagnahme von sechs fichergestellten AutoS cerfügt. Für neun nicht ermittelte Wagen wurden die Angeklagten zum Werterfatz von 51 000 Mark verurteilt.
Lin „Bund der evangelischen Kirchen" in der Tschechoslowakei.
Am 2. Februar wird d.e Gründung des ..Bundes der evangelischen Kirchen" in der Tschechoslcwakci Dorgenommen werden. Der Bund wird die Angehörigen der in der Republik bestehenden sechs evangelischen Bekenntnisse — zur Ze t 600 000 Seelen — umfassen. Die deutsche evangel sche Kirche. Die Reformierte Kirche in der Tschechoslowakei und die Freie Reformierte Kirche verbleiben Dotläufig außerhalb dieses VerbandeS. 1
■ Neuyork, 25. Jan. (TU.) Im Weihen Haus wird erklärt, daß die Vereinigten Staaten ein von den fremden Mächten unabhängiges Vor- .gehen in China vorbereiten. Der amerikanische ' Standpunkt sei deshalb von dem der anderen Mächte grundverschieden, da diese große Konzessionen in China besäßen. Der Auswärtige Ausschuß des Abgeordnetenyaufes faßte eine Resolution, nach der die Regierung unverzüglich Verhandlun- aen mitChinaaufderBasisderGleich- berechtiguna aufnehmen soll. Staatssekretär Kellogg beabsichtigt, innerhalb der nächsten 48 Stunden eine hochwichtige Erklärung über Amerikas China-Politlk abzugeben.
Pomcars vor -er Kammer.
Die Erfolge der Ltabilisierungspolitik.
Paris, 23. 3an. (WT2.) Dor dem Finanzausschuß der Kammer hat Finanzminister Poin- care heute Die angekündigten Erklärungen über seine Finanz- und Währungspolitik abgegeben. Die von feiner Regierung getroffenen Maßnahmen hätten durch normale Mittel und ohne Erhöhung der öffentlichen Schuld dem Schatzamt die wünschenswerte D^wegungSfreiheit gegeben. Außerdem habe der Staat zum ersten Male seit dem 31. Dezember 1921 d?r Bank von Frankreich zwei Milliarden Vorschüsse zurückzahlen tonnen. Der Dörsenwert der sranzosischen S aats- papiere und Renten sei durch die getroffenen Maßnahmen so gestiegen, daß er gegenüber Dem 3ahre 1926 für Die 3nhaber von Staatspapieren einen Mehrwert von 17 Milliarden Frank dar- stelle. 3m übrigen habe das Schatzamt feit Beginn dieses 3ahreS keine Devifenkäufc mehr vorgenommen. Die Dank von Frankrrich habe die Äeberwachung des Devisenmarltes übernommen und es sei ihr gelungen, eine Stabilität des Kurses für den Frank auf Dec Grundlage eines Sterlingkuries von etwa 122 zu erzielen. Rach Ansicht aller zuständigen Persönlichkeiten fei eine legale Stabilisierung des Franken nur nach längerer Dauer der tatsächlichen Stabilisierung möglich. Die Dank von Frankreich werde olles tun. um Den Franken auf der Par.t.it von 122 £ zu halten, um der Industrie die Möglichkeit zu geben, sich auf dieses Dert- verhältniS einzustellen.
Belgiens Finanz- unb Wirtschaftslage.
Brüssel 25. Jan. (WTD.) In der Kammer gav Miniiterpräsident Jaspar eine Erklärung über Die Finanz, und Wirtschaftslage des Londes ‘ab. Er erkannte an. daß die Entwertung des Franken Auf. befierungen der Pensionen unvermeidlich mache, betonte aber, daß vor allem das Gleichgewicht des Staatshaushalts und die Flüssigkeit des Staatsschatzes aufrechterhalten werden mühten.
bebienfteten ist gegenwärtig im Gange. Das Hauptproblem besteht in der Befolgung einer großzügigen Sparpolitik. Wir müssen erzeugen und ausführen.
Die Not Memels.
fruchtlose Borstellungen in Äowno.
K o w n o, 25. Jan. Die in Kowno zur Zeit an- wesenden Mitglieder der memelländifch- deutschen Fraktion des litauischen Landtags wurden heute bei Ministerpräsident W o l d e m a « ras vorstellig, um mit ihm aktuelle memellän- dische Fragen zu besprechen. Die Abgeordneten fragten den Ministerpräsidenten zunächst, ob die Auflösung des memelländifchen Landtage zurückgenommen werden würde. Der Ministerpräsident gab der Ansicht Ausdruck, daß das nicht möglich fei, do die Auflösung schon be- kanntgemacht worden sei. Es müsse daher bei Der Auflösung bleiben. Die weitere Frage, ob in Anbetracht der bereits ausgeschriebenen Wahlen der Kriegszustand aufgehoben imb die Presse- und Versammlungsfreiheit wicderhergestellt würde, beantwortete der Minister« Präsident ausweichend, indem er erklärte, es könnten Wahlversammlungen abgehalten werden, und auch die Presse werde schreiben können, „wie es nötig wäre". Die Frage der Bildung des Landesdirektoriums wurde sehr ausführlich besprochen, ohne daß jedoch eine Uebereinftim« mung der Ansichten erhielt wurde. Der Ministerpräsident blieb bei seiner Auffassung, der Landtag habe nicht gewollt, d. h. er habe die Verständigung nicht gewollt. Auf die Frage nndi der Ursache der Auflösung antworicte der Ministerpräsident, es wäre Pflieht der Abgeordneten gewesen, zu der von dem Gouverneur des Memelgebietes auf Grund der Memelkonvention einberufenen außerordentlichen Landtagssitzung zu erscheinen. Die Abgeordneten hätten in dieser Sitzung Ja Dem neuen Direktorium ihr Mißtrauen ausfprechen können, wenn sie mit ihm nicht einverstanden gewesen wären. Das Fernbleiben von der Sitzung sei aber ein offener Boykott, der sich um so schärfer aus» wirke, da, wie er gehört habe, an dem betreffenden Tag ein Teil der Abgeordneten des Landtags in Pogegen zusammengekommen sei. Das wäre ein revolutionärer Akt, der noch Folgen nach sich ziehen werde. Die Abgeordneten erwiderten, daß es dem Ermessen Der Abgeordneten überlassen bleiben müsse, an den Sitzungen teilzunehmen oder nicht. Es stehe ihnen durchaus das Recht zu, den Sitzungen fernzubleiben, und sie hätten keinem Befehl zu gehorchen. Zum Schluß erklärte der Ministerpräsident, daß Neuwahlen schon deshalb erfolgen müßten, weil bei den letzten Land» tagswahlen nahezu 8000 Optanten mitgewählt hätten. Es sei aber nicht angängig, daß deutsche Staatsangehörige Vertreter im memelländischen Landtag hätten. Im übrigen habe Der Landtag gezeigt, daß er gedeihliche Arbeit nicht leisten wolle.
Kleine politische Nachrichten.
Reichspräsident v. Hindenburg empfing Den preußischen Ministerpräsidenten Braun.
(Einigung Chinas?
Gegen die britische Expedition.
London, 25. 3an. (WTV. Funrsvruch.) Der Sonderberichterstatter Der ,Ch.cago Tribüne meldet aus Schanghai von D^enstagmitternacht: „Die Entsendung britischer Truppen nach Schanghai Deutet auf Die W^lichkeit einer baldigen Bereinigung aller Parteien gegen England hin. General Tschang-3u- Siang, der Sohn des Marschalls Tschang-Tso- Lin, etllärte in einem 3nterview: „Wenn die En§länder Gewalt anzuwenden suchen, so bin ich sicher, daß alle Ehinrsen, gleichviel ob aus dem Rorden oder aus dem Süden, Schulter an Schulter zur Derteidiguna des Landes ausstehen werden. Das Vorgehen der Rattonaiisten in Hankau und Kiukrang war sehr unvorsichttg, aber die Ehinesen haben lange unter ungerechter Behandlung gelitten. Wenn ti? Engländer ein großes Geschwader nach China schicken, so glauben sie anscheinend, daß sie uns die Kehle ^uschnüren können, aber wenn es zu weiteren Mißhandlungen fomrnt werden die Engländer den Rorden upd Süden geeinigt finden. Der General schloß: »Wir müssen die Souveränität der Ration ausrechterhalten. Die Zeit ist gekommen. Dem Bürgerkrieg ein Ende zu machen, die streitenden Parteien zu einigen und das ganze Land zu verteidige n."
Eine weitere Meldung des gleichen Tericht- erstatters aus Schanghai besagt: Hiesige ame- riranische Beamte sind ausgesprochen betümmert . über die Lage und glauben, daß die Absendung brittscher Truppen nach China einen gefährlichen Zustand in den Beziehungen Chinas zu allen fremden Mächten schaffen wird und daß ein Boykott des ganzen ausländischen Handels sicher herbeigeführt werden würde.
Die englische Aktion in China.
London, 25. 3an. (WTD.) Rach Dem „Evening Standard" erklärte Generalmaior Duncan, Der britische Reichsgeneralftab ljalie vorläufig nicht Die Absicht, einen „Oberbcfe^ld- haber" in China zu ernennen, da eine solche Ernennung einen Kriegszustand bedeuten würde, Der nicht bestehe und auch nicht erwartet werde. — Die nationalistischen Zeitungen 3ndienS wenden sich scharf gegen Den Transport indischer Truppen nach China. ^Bombay Chronicle" und andere Blätter geben ihrer Sympathie für die chinesischen Rationalisten und die Kantonregierung „in ihrem Kampf zur Befreiung ihres Landes von der Fremdherrschaft" Ausdnick. Die in Kalkutta erscheinende Zeitung ^Patrika" begrüßt die Erklärung des Arbeitsausschusses des Rationalkon- gresfes. Die sich gleichfalls gegen die Verwendung indischer Truppen In China ousspricht.
Starke Zurückhaltung Japans.
Tokio, 25. 3an. (WTD.) Aus verschiedene an ihn gerichtete Fragen erklärte Der japanische Minister des Aeußern Shidehara im Parlament zur japanischen Politik in China: Obgleich 3apan nicht in allen Punkten der britischen Politik in China folgen kann, so bleibt Doch Die japanisch-englische Freundschaft unverändert bestehen. 3apan erblickt nur geringe Anzeichen Dafür, Daß Die Kantontruppen bolschewistisch gesinnt sind. 3hre Haltung gegenüber Den 3apanem i st nicht unfreundlich. 3apan sucht mit Den anderen Mächten Die gemeinf ame Plattform


