Nr 12t Zweiter Blatt
Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen)
Mittwoch, 25. Mai (927
Herkunft (ob Zugewantertcr ober2m-2lnfäfftg«), auch über lein VnhältniS ui tem Orjäblten. ob er e» früher in feiner Jugtnb gd^ört ober neuerteng«, ob von denen. b;e es erlebt beben, ober ob er es feibfl erlebt hat Auch ob bic öagc öfter erzählt wirb ober nur vereinzelt auftrüL
Dach den bisherigen Erfahrungen gebt man bei dem Rachfvrichen am besten von verschiedenen Ausgangspunkten vor, und zwar
1. von Oertlichkeiten aus. indem man fragt nach Hagen, die sich knüpfen an Berge. Selten, Höhlen. Steine — Vorchristliche Grabstätten. — Ruinen, Schlösser. Gutshöfe. alte bürgerliche Bauten. — Kirchen. Kirchhöfe. Klöster. Bilder, Kreuze. (Moden. — Wälder und einzelne Bäume. — Berg- und Hüttenwerke, Wühlen. Hämmer. — Quellen, Brunnen, Müsse, Seen. Moore. — Auffallende Murn amen und andere merkwürdige Ortsnamen.
2. kann man vom Stofflichen, vom Gagentypus ausgehen. Da kann es sich z. B. handeln um: Sauber (Festbannen. Seuerlegen Liebeszauber. Zauberbücher. Wünschelrute. Verwün- schung und Much, Kreuzweg. Sauberkeit, ». B. Shriftnocht). — Einzrine Personen, die im Besitz besonderer geheimer Kräfte und Künste s.nd (Schwarzkünstler. Wunderdoktoren. Jäger. Zigeuner. Juden. Schäfer usw.« — Heren, Nachtmahr (Alp), Werwolf — Die Heiligen, geweihte Dinge. besondere Kräfte der GeifÜrcheii. — Das .zweite Gesicht" (Borschau künftiger, meist unglücklicher Ereignisse. z.B. Toteslälle. Brände uhr.); Vor- bebeutungen. Träume. — Prophezeiungen (3u- kunftskriege, politische Umwälzungen. Tausendjähriges Reich. Himmelszeichcn. grobe Ratur- ereigniffc. Älimaänberung). — Der Tod (<Sr- scheinung ober Anmeldung von Sterbenden, andere Vorgänge in der Todesstunde, ober bei der Leiche usw.». — Wiederkchrende Tote (wie sie zu befragen sind: warum sie umgeben: Erlösung usw.). — Lichripuk. gespenstische Tiere (Katzen,
Ibängiglell nominelle
de» atlantischen Ozean- zogen, feit mehr als zweitausend Jahren, hat da- Rifgeb'et nicht unter Fremdherrschaft gestanden, auch die Ab-
vom Sultan in Fez war eine mehr als wirl.iche. Die Berberstämme des
brln geben, das sich <o ungefähr mü dem Bc- 0nf1 der Tat deckt Ss «elL Man lagt Ss =^r einmal Handeln? 3* uxrb gehandelt ün händlerischen Sinne, es wird verhandelt hiruun, es wird palavert in Koalitionen und 9Uxv sereiizen. Unsere Zeit stete im Zeichen des Imperativs. Reden tut not' Handeln. Taten verrichten. Verantwortung übemebenen — anc amt- guten Wer wollte sich erkühnen, über da» Hau» der rtf«baitereberet in Gen« in gol
denen Lettern das 1reunatige Wort jenes lugenb- lichen Siebzigers zu legen. .Reden »inb überflüssig'.
Reden tut not!
Von Dr Arthur D i |.
Welch herrliche Zeilen bet Koalitionen und Konferenzen! In eine andere Fremd- spräche übersetzt, tonnte man beides gleichermaßen mit dem einen Wort .Palaver bezeichnen Da der Deutsche bekanntlich unhöflich wird, wenn er nicht lügen will, möchte er versuch: fein, ün Alphabet noch einen Buchstaben weiterzugehen und von der Qual des Quatschens zu sprechen. Lallen wir also lieber das Unterlängen einer deutschen Uebersetzung und bleiben wir bei den altgewohnten Koalitionen und Äcm«rTcn»r-
Das Leitmotiv in beiden Fällen ist die Scheu vor einer «tarnen Verantwortung vor persönlichen Entschließungen vor tatkräftigem Zugreilen. Innerpolitisch bedeuten Koalitionen, baß kein Minister etwas zu unternehmen und zu verantworten ha: sondern ein Ministerrat Kein Ministerrat. sondern ein interfraktionelles Gremium ter Parte,- Inbter Kein interfraktionelles Gremium der Parteiführer, sondern die Kompromiss«»« zsti- ichen den regierenden Fraktionen Kein Frak- tionsbetllust. sondern das Zurückgreisen auf die Kreise der Parieigruppenführer aus dem gan- *<n Lande Herrliche Gelegenheit zu unendlich vielen -X. den. herrliche Gelegenheit zum Hcr- umgchen um einen Haren EntschlichI Sv furcht- bar irftdunlLb ist es ja schließlich nicht, daß hie und da Faschisten und Diktatoren diesem ewigen Herumdrehen ein Ende zu machen und es durch die Tat zu ersetzen suchen Rur soll es auch bei den Faschisten und Diktatoren vvrksmmen. daß der Mund weniger auf dem rechten Meck als in einem weit geöffneten Rechteck liegt
Was die Koalitionen innerpolitisch befer- gen ober meistens nicht besorgen, das voll führen die internationalen Konferenzen außenpolitisch Reden tut not! Rtchls als reden und immer wieder reden. Tage. Wochen und Monate lang Hinter uns liegt die göttliche Komödie der Abrüstungskonferenz die sich befanden» durch den zeitlichen Zusammenfall mit dem seit EpariaS Vorbild im Deinen, weltgeschichtlich Im großen einzig dastehenden Beispiel der französischen Dvlksrüftung vom Baby bis zum Greise, vom Weizenkorn bi- Flugzeug auszeichnet. Und nun lesen wir (ober lesen wir auch nicht) Tag für Tag die Berichte von der Groftrederei der Genfer Welt» wirtschaftskonferenz. Da ist ein weißhaariger Jüngling aufgestanden. Ma» Sering. und bat erklärt Alle Reden seien über- ’lüffig! Wahrlich ein erfreulicher Mannes- nut mitten in diesen Mmmnutgcbilten von hcoretiicheii Phrasen. Auch ein anderer teuf- brr Vertreter hat ein Dort gesunden, da» gerabe in seinem Munde gewichtiger Bedeu- tung nicht entbehrt
Herr S F. von Siemens hat tee Feststellung nicht umgehen tonnen, daß tee ganz großen Konzerne manchmal durchaus nicht rationeller arbeiten als die individuell geleiteten Einzelbetriebe. Da« darf man wohl als lehr erfreuliche« Anzeichen >,für deuten, daß diesem prominenten WiN- scha|t»lübrer weniger Potcmkinsche Dörfer i>ergemacht werden können, als vielleicht selbst m Kreise Ihm nicht gaiw fernstehender Unter- nrbmungen Nsweilen angenommen a>irb. Es r rb bekanntermaßen gerade in den großen Konzernen sehr viel geredet — geredet! — von ter .Rationalisierung der Wirt- Ichast". Und wie sieht es in der Praris bis- weilen mit dieser Rationalisierung aus. Herr 6 i von Siemens hat recht und abermals recht. denn gerade in den großen Konzernen werden die tüchtigsten Prominenten der Wirtschast nur allzu oft produktiver, produktionssördemder Arbeit mit ihrer ganzen Zett entzogen, weil sie nichts zu tun haben, als mit anderen Direktoren uitb Generaldirektoren in Auttickü-räten. in Kartell verbänden. in wirtschaftspolitischen Dereini- $ingen. in internationalen Konferenzen und weiß oft wo noch überall zu sitzen und zu reden, zu reden, zu reden.
Die deutsche Sprache ist eine arme Sprache und eine schwere Sprache Wenn Werner Som- bart den egen,an zwischen Helden und Händlern nmftruiert hat. so muh leider scsi- acstellt werden, daß da« Wörtchen .handeln“ Im Deutschen allzu vielseitig ist. Der Heiulierer bandelt mit alten Kleidern, meine Aussichrungen hanteln von allzuvielen Reden: dann soll es "ach alter Ucberlieferung auch noch ein Han-
Spanien in Marokko.
Von unterem v. U. - Korrespondenten.
Madrid. OHai 1927
Es geht in Marokko ähnlich Io. e> < es einst tm Balkan zu gehen bürgte Sobald der Früh- Itng in» Land zog. gingen die Gewehre von leibst los. und in einlamen Tälern und in den Bergen begann das Blutvergießen Heute ist Marokko ein zweiter Unruheherd, ter zwar Deutschland nicht mehr direkt berührt, der aber drohend am Horizonte Europa» bestehen bleibt und ter den am Mittelmeer interessierten Mächten viel zu schatten macht Abge- sehen von weltpolUiichen Au-blicken und von in Verträgen und Protokollen srstgelegten -.niet- Spanien und Frankreich durch tee Öfu’tclung des Sherilenreiche- in Protektion-zone-. ganz besonder- in Marokko engagiert Durch den Madrider spanisch-französischen Marokkovertrag vom Jahre 1925 wurde dieses besondere Interesse aus» neue bekräftigt, und ha im Rif und auch in der französischen Zone ter Kamps f egen Abd el Krim tobte. Io wurde eine Waf- enbrüderschaft paktiert und eine strenge Blockade beschlossen um den Wallenschmuggel für die..Rebellen" zu verhindern. Aach schweren Kämpfen wurde Abd el Krim besiegt und er mußte sich mit seinen (betreuen ten Franzosen auf Gnade und Ungnade ergeben. Aach längeren Verhandlungen wurde et als Verbannter auf die Insel Röunton geschickt.
In Madrid herrschte TriiUnphstimmung' Der nie endenwollende Riftrieg hatte durch lange Jahre als finstere Wolke über dem Schicksal Spaniens gehangen Er hatte Tausende von Menschenleben und Hunderte von Millionen per- schlungen Die Katastrophe von Annual bei Me- lilla hatte dem Prestige Spaniens eine schwere Wunde aeschlagen und die ftänbigcn Wistersolge hatten schließlich im September 1923 zum Staatsstreich Primv de Riveras und zur Verhängung ter Militärdiktatur geführt Um ihre Autorität zu wahren, muhte die Diktatur Abd el Krim nicterwersen und ten Rifkrieg siegreich zu Ende führen. Wan empfand e« zwar schmerz- «ich. daß der legendär geworbene Kabyleniührer sich den Franzosen aubgeliefert hatte, und daß man ihn nicht im Triumph zur Schaustellung durch die spanischen Städte führen konnte, man verlangte vergeblich von ten Franzo'en Auslieferung. oder doch die Dehanblung Abd el Krim» ols gewöhnlichen Verbrecher, aber man hoffte nun endlich doch, im Rif Ruhe zu haben und mit einer friedlich aufbauenden Arbeit beginnen zu können Primo de Rivera erklärte, daß Spanien nur noch eine Polizeiaktion zu vollführen habe und baß keine neue Krieg-Handlungen im Ais zu erwarten feien. Größere Truppenkörper wurden aus Marokko zurückgezogen und nur noch die Legion und einige Stammbataillone und leichte Artillerie in Afrika zurückgelatten Rur Ceuta, Tetuan. Alhueemas und Melilla behielten stärkere Garnisonen
Bald aber erwies es sich, daß das Marokko- Problem für Spanien trotz der Aiederwerfung Abd el Krims noch lange nicht gelöst war Spanien, das so viel geblutet und so große Opfer gebracht hatte, wollte auch die Früchte seines Sieges ernten, traf dabei aber auf ten Widerstand seines Bundesgenossen Frank- reich. Die spanische Protektionszone umschließt hauptsächlich nur die wild zerklüftete Dcrgland- schaft tee Rif, die sich zirka 80 Kilometer tief längs der Mittelmeerküste hinzieht. und die das Hinterland ter spanischen Prefidios von Teuta und Melilla bildet. Seit die Phönizier und Römer durch das heutige Marokko an die Küste
Die hessische Zagensammlung.
Es fehlt uns in Hessen immer noch tee Sagensammlung, die mit ten Vlltteln moderner Forschung alles vorhandene und noch erreichbare Sagengut erfaßt, sichtet und ortetet. und zwar ortetet nicht nach einem Sammlerschema, sondern nach inneren organischen Zusammenhängen, so daß ein lebendiges Bikd hessischen Bollstums entsteht und damit zugleich das Kernstück einer hessischen Stammes künde. Eine umfassende und aueUenmäfüge Sagensammlung also. Me sie die mitteldeutlchen Landschaften von Schlesien bis Thüringen, wie sie das Rheinland und Westfalen bereits besitzen, und ter Harz sie jetzt bekommen wird. Der Herausgeber des deutschen Sagenwerks, das ün Verlage von Eugen Dieterichs in Jena erscheint. Paul Zaunert. hat nun auch für Helsen diese Arbeit in Angriff genommen. Es hantelt sich hier nicht um ein» non jenen allzuvielen Büchern, die dadurch zustande kommen, daß aus zwölfen ein dreizehntes acmatte wird. Es soll, soweit es bei einer •? igcn’ammlung möglich ist, etwas Endgültiges geschaffen, ganze und gründliche Arbeit getan werten.
Dazu brauchen wir tee Mitwirkung aller, tee irgendwie Ne Möglichkeit haben. Sagen- quellen zu erschließen. Es ist bo uns in Hellen darin bisher viel zu wenig geschehen, es ist bereits viel verläumt worden Mit jeder Sage, die verklingt unb vergessen wird, geht ein Stuck Volkstum verloren
Die Sagen müssen wörtlich, so tme man fie erzählt bekommt, ausgeschrieben werden unter möglichster Beibehaltung des Mundartlichen besonders ter Bezeichnungen für die Wesen und Vorgänge ter Sagen und sonstige Dinge des Dvlksab-erglaubens. Richt zu vergelten sind dabei Angaben über ten Ort. wo die Sage her .st. wesentlich sind solche ferner über die Perlon des Erzählenden, nach Alter, Stand. Geschlecht und
At». Ne Rachko-.mcn ter allen Vandalen Ue- ben die Makhzen nie tu ihrem Ocbxt herrschen Gerate dte'e» wilde Ge.-.et, da» le ne Verkehrs, ferchen te'ch: das ledern Kullureinlluh tremb geblieben und dessen Bewohnern da» Krtegfüh- ren gegen tee Sdnsten und gegen d.e Spa:..er. dem Erblemte ün be'vnderen, eine geheiligt.- Pll.cht ist wurde Spanien zaze'prochcn. unt- Span.en sah 'ich in einen Kamp» verwickelt, au» dem es niemals euren fernen Opfern ent sprechenden Borte ! ziehen tonnte. Denn bie sogenannten R fmincn an denen auch e tilge spanische Kapitalisten, tote 4. B manones und ter GroßindustneUe Schevarr eta, beteiligt Itnb. haben einen mehr als ptobiema* ttfchen Den. und sollten <k leib« tn kommenh-n Jahrzehnten ausgcteute: welle, tönr.en sow. d chr Be ttz niemals dte surchi.aren Anstrengu-.gen rechtsrrngeo, die Spanien ständig in Mariko zu machen gezwungen ist
Will Spanten seinen internationalen Der- pflichtungen Nachkommen, die es tm Ri'geNet übfTiwmmen hat. fo muß chm Ne Möglichkeit gewährt werten, die unruhigen, kriegerischen Ka- bplen nicht nur mit Waffen zu bekriegen, fentern fie auch zu befrieden Da» aber ist i.-ch: möglich, solange Tanger, dessen natürliches Hinterland die spanische Zone ist. ter spanischen Kontrolle entzogen bleibt und von einer internationalen Kommi'ttvn. die die berechtigten spanischen Wünsche maiorifiert. verwalt-i wird. Tanger ist das Zentrum der antispanischen Verschwörungen im Ris. ein Herd von aller i ge- sährNchen Intriguen, und vor allem wird der Dassenschmuggel für die Äabbla-, unter den Augen willfähriger oder bestochener fran- zöfifcher 'Beamter hauptsächlich über Tanger geleitet. So versuchte denn Spanten nach ter Unter- werfung Abd ei Krim- diesem Grundübel aut jede nur mögliche Weile ein Ente zu machen und die Einverleibung Tangere m seine Zone, ober doch zum mindesten eine überwiegende Äontrolle in der internationalen Verwaltung zu erreichen In Dens lieft es durchblicken, daß es bereit sei, Protest los aus einen ständigen Ratssitz zu verzichten, salls seine Forderungen auf Tanger erfüllt würden, und da es nicht» erreichen konnte, zog es sich grollend au« dem Völkerbünde zurück. SS erfolgte darauf eine diplomatisch ungewöhnlich schrotte Rote an die in der Tangerfrage interessierten Mächte, in ter Spanien seine Ansprüche wiederholte und durchblicken lieft, daß es sich andernfalls aus Marokko zurückziehen würde. Dadurch aber müßte ein unabsehbares Emrogliv unter ten im Mittelmeer interessierten Mächten entstehen, da keine der anderen die spanische Srbschast gönnen würde. England kann das Vordringen Frankreichs an die Gibraltar gegenüberliegende Küste nicht zulassen. als dritter Rivale tritt Italien auf ten Plan. Spanien aber, gegen Frankreich verstimmt würde sich Italien anschliehen. mit dem es durch einen besonderen Freundschast-verirag verbunden ist. und mit dem es bezüglich Tangers zu einem Einverständnis gelangte.
Aun hat Frankreich durch den Besin des eigentlichen Marokko und durch sein Protektorat über ten Sultan den größten machtpolitischen Einfluß in Tanger, denn Tanger ist nicht nur international, sondern untersteht gleichzeitig ter Souveränität des Sultans: feinem Vertreter, der den Titel .Mendub“ führt, sind die mohammedanischen unb israelitischen Einwohner Tangers unmittelbar unterstellt, und er führt den Vorfih in der gefctzgebenten Versammlung. (Hm bic Ausschaltung Deutschlands recht auffällig zu gestalten, hat man dem Mendub al- Residenz den früheren Palast ter deutschen Gesandtschaft zu» gewiesen.) Frankreich ist selbstverständlich nicht geneigt, zugunsten Spaniens auf seine Vormachtstellung zu verzichten, die ihm durch da- Tangerabkommen, das auch Spanien unterzeichnet bat. garantiert worden ist Die spanische Avte stieß also in Paris, auch in London, auf recht taube Ohren, und mehr aus Höflichkeit gegen Spanien alS au- Heberzeugung erklärte man sich schließ- lich am Quai d Orsai bereit, erneut eine spanilch- französische Tangerkonferenz in Pari» abzuhalten, um endlich eine Kompromißlösung zu finden. Die Pariser Tangerkonserenz dauert nun schon über zwei Monate, sie wird von tiefem Geheim- vis umgeben, hat aber bisher zu gar keinen Resultaten geführt Al» auf ter ersten Sitzung die spanischen Forderungen verlesen wurden, erschienen sie derart übertrieben, daß ein weitere» Verhandeln überflüssig erschien. Um ten Bruch zu Dermctten. entschloß man sich in Madrid
Hunte. Hasen usw.) Reiter. Jäger und Kutschen — Vergrabene Schätze (Deldseuer. Spuk bei solchen Stellen: Goldgeld, vergrabene Wafsen. letztere» mit Vorsicht). — Geschichten vom Teufet (wie er geprellt wird: unerklärlicher Reichtum: Begebenheiten mit Trinkern. Starten’bWern. Freimaurern):
3 von ter Reich»-, Lande»- und O r t» ge f d> i 4> t e au», solche Sagen knüpfen sich z. B. an: KrieaSzeiten (Schweden, Franzten, Kolaken. Weltkrieg. Revolution» — Religiöse Bewegungen (Reformation. Sektierer. Propheten). — Einzelne geschichtliche Persönlichkeiten (Landgrafen und Kurfürsten, ten Alter. Fritz. Napoleon, Jerome. Dörnberg. Rothschild». -- Gut-Herrn, Barone. .Originale“. — Berüchtigt« Räuber. — Seuchen (ten schwarzen Tod ufw.l Entstehung von Ortschaften. MerkwürNgfeiten ter Ortsgefchichte. —
Mitteilungen, möglichst auf einseitig beschriebenem Papier, und mit genauer Angabe deS Absenders werten erbeten an Dr Paul Zaunert, Kassel - WilhelniShvhe. ßanbgral - Karl- ftraße 58.
Hochschulnachrichlen.
Der Bibliothekar Dr. phil. War Zobel von Zabeltitz an der Hniversitätsbibliothck In Marburg ist zum Bibliochersrat ebenda ernannt worden. — Der ordentliche Profettvr und Direktor des Botanischen Garten- und Botanischen Muieums an ter Hniversität Breslau Dr. Peter Stark hat einen Rus an die Hniversität Frankfurt a. M. als Rachfolger von TL Moebius erhalten. — Das durch bae Ableben te» Professors Franz Muncker an der Universität München erledigte Ordinariat für neuere deutsche Litereturgrich-chtc ist dem ortentlichen Profettor Dr. Walther Brecht an ter Universität Breslau armeboten worden. — Her durch
Niju. den Außenmn-. stcr Sr Danguas-Mefsia »e.len zu lassen obwr-hl nicht er. sonteen General Primo te Rivera selbst, d e Tangerfortenrngen au!gestellt hatte, ater ein Sündenbock ttxir gefunden und d:c Konferenz tonnte, trenn auch rriultatlos. weiter tagen Ihor Bedeutung wird von den drei gm Wen uterhol:
Wahrend in Pans die Verhandlungen schweben. brach plötzlich wieder im Ris ter bewaffnete Auf stand gegen Spanien au* Aöd el Krim bat in ter Per'on eines feiner Stnmmhäupi- linge einen Ikachfvlgcr gefunden. In den fast unzugänglichen Bergen von Targuist wurden die fpanischen Posten übetsallen. und wie e* fchnnt. niedergemetzelt. Da- Otertommando H.N d,c Verbindung mit ten Steilungen in der westlichen und mittleren Zone verloren, und arvße Adte.lungen ttnd vorn Feinte belagert und befinden ttch in einer sehr geiätzriichen Vage. Ein böses Schutt al wollte e». das, ein furchtbarer Sturm mit Schne. - wehen im Hochland das Ent lenden von Verstärkungen unmöglich machte. Io daß die Schlappe zu e.ner nationalen Katastrophe auskr^chfen kann. Spanien f,eh? ttch gezwungen, srilche Truppen in da- Rifgebiet zu entfernten und von neuem an Marokko au verbluten E- liegt aus der Hand, daß tnterelherle Kreise oder gewittenlofe Schmuggler die Kabtzle« mit neuen Krieg-wasfen veriehen haben, da» kann ater nur im Trunlit durch die französische 3one oder durch da- Tangeracbiet ge'dxten sein. Ss ist da» gute Recht Spaniens. Sicherheiten zu fordern und Ne würde Spanien nur besitzen wenn es eine Vormachtstellung in Tanger erhält
Oderhesflsche Antwort.
Der Ncke Doktor 2. in A. hatte die Grundlage zu seiner Leibesfülle In seiner Studienzeit Oricgi Als er stark in die Fünfzig kam. maß sein Schmerbauch — um die Taille gemefkn — über zwei Meier Verglich man seine Körperiünae mit besagtem Umfang, so waren beite Maße wohl gleich
Fuhr da eines Tage» unser Freund mit seinen, .Shaisewägelchen“ über Land und füllte dessen Rücksitz aus. Aus dem Kullchbock saß. wie stets, fein getreuer Hannes AI» sie am Guts- Hose de» ?!achbardorfes vorüber kamen, stand ter neu ausgezogene Pächter in ter Psorte des Hostores, diese von oten bis unten und von recht- nach links einnehmend. Dollvr und Pächter kannten sich noch nicht nickten sich aber ohne besonderen Gruß verständnisinnig zu
Rach der nächsten Straßenecke 1 ragte unser Freund seinen getreuen Rosselenker:
.Run Hannes, Wiel Der oder ich?“
Rif sor u’flut, Herr Doktor.' animoriete der ausrichlige Getreue, .vo Euch zwo seid Ihr doch noch ter U flat ter grißt."
Rundfunk-Programm
deS frankfurter LeuderS.
(Aus der.Radio-Umschau''.) Donnerstag, 26. Mai:
8 bi» 9 Uhr. Morgenfeier, veranftoUfl vom Wartdurgvercin Frankfurt a. M. 13.30 bi» 14.3<i Uhr: llcbcrtrafluny oon Kassel: M,ttaaskon;.rt brr Kasseler HauskapeUe. 16.30 bio 17.45 Uhr »onjfrl bet- J)au»orrf)lfters: Italienische Opern. 17.45 bi» 18.05 Uhr: Die Lesestunbc. 18.15 bis 18.45 Uhr: Vortragszyklus de» Bischöflichen Kommifsariats. 19-30 bis 20.00 Uhr „Gespensterdichtung“, Lorirag oon Dr. Arno Schirokauer. 2O..30 bis 21.15 Ubr Än- spräche an da» gesamte Auslanddeutschtum, gehalten oon Reichsaußemninister Dr. Ctresemonn. 21.15 Uhr Heiterer Abend oon Engelbert Milbe. Anschlie- ßend: -Späi-Konzeri des Hausorchefters: Mendel», sohn-
Freitag, 27. Mai:
16.30 bi» 17.45 Uhr Haussrauen Nachmittag. Programm u. a.: „Die Bedeutung de» Obste» für die menschliche Ernährung", Bortrug oon Pfarrer Th. Weidner. 18.15 bi» 18.45 Uhr: „Eine Unglücksfahrt de» Paris—Rom-Efpreß“. Vortrag nach einem Eelbfterlebnis von Dbtringenieur Waldemar Schey- rer 18.45 bi» 19.15 Uhr: Funkhochfchule: „Alldeutsche Tafelmalerei“, 2. Teil, Äortrag oon Dr. Oswald Öo?„ Assistent am Städelschen Äunftinftdut. 19.15 bi» 10.45 Uhr „Die neuen Bestimmungen brr Arbeitszeitverordnimg“. Hort rag oon ennbifit» Dr »ebner. 20.15 bi» 21.15 Uhr: Shopin-Adriid. 21.15 bis 22.15 Ubr: Urbrrtraflung oon Kassel (!me romantische Stunde in Lied und Ton.
da* Ableben de» Prof. H. Schulze an b<r Universität Halle erledigte Lehrstuhl ter pharmazeutischen Chemie ist dem a. o. Professor und Abteilungsvorsteher am chemischen Laboratorium ter Universität Freiburg i. V. Di. Earl August Avjahn angebot en Worten Pr-sessor Dr. Paul Trendelenburg in Freiburg i B bat den Rus auf ten Lehrstuhl der Pharmako- logie an ter Universität 'Berlin al» Rachfolger 2L Hettter» angenommen. - Der durch den Rücktritt te» Geb Rats Pros. Dr. F. von Luschan erleb''te Lehrstuhl der Anthropologie an der berliner Universität ist dem Ordinarius ter Anatomie Dr. Eugen Fischerin Freiburg t B. anaeboten Worten. — Zur Wiedertesetzung dcS Lehrstuhls ter Kirchengrichichte an ter Hniveriität Äiel (an Stelle von Prof. E. Kohlmeyer» ift an Ruf an ten a. o. Proseffor an ter Hniversität Halle. Pfarrer an der Kirche H. L. Frauen, Lic. Hermann Dauke ergangen. — Mit der Ver- toaltung teS durch Ne UcbcTfieteluTg von Prof. T.c.Lbtuä) nach Heidelberg frrigeworvenen Lehrstuhls für Strafrecht. Strafprozeß und RcchtS- phllofophie an der Universität Kiel ist vertretungsweise Dr. jur. Srik Wolf, der sich soeben In der Heidelberg« juristischen Fakultät hablli- ttertc. beauftragt worben. — Der Lehrstuhl ter allen Geschichte ter Universität Greis »wald (an Stelle von Prof. W. Kolbe) ist dem Wiener Umveriität-prosefsor und &ike<är deS Orster- rrichischen Archäologischen InstllutS Hofrat Dr. 2osef Keil angeboten worden. — Zum Rach- fvlger des Geh. Rats Prof. Dr. Johannes Hari- mann auf ten Lehrstuhl ter Astronomie sowie in ter Leitung ter Sternwarte ter Universität Göttingen wurde ter a. o. Professor ebenda Dr. HanS Kienle in Aussicht genommen — 3um Tlachsolg« des verstorbenen Pros Friede. Göppert auf dem Lrhrstuhl ter Kinderheillunde an der Universität Göttingen ist Professor Or- weck. Hans Beumer in Königsberg L Pr. in Aussicht genommen worden.


