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gebiete» nach Berlin zur Ausführung kommen. Sämtliche Hauptftränge werden zu einem Ning- fhsteni vereinigt, scheint somit eine Gewähr vorhanden zu sein, fall- aus irgendeinem Grunde die Gaszuiührung in einem Erzeugungsgebiete auSfällt, bah sämtliche Fernleitungen unter Druck bleiben und eine Gasnol nicht eintreten kann. Berlin mit einem Gasverbrauch von 0.6 Milliar­den Kubikmeter, d. i. etwa der sechste Teil des Gasverbrauches in Deutschland, erhalt sonach vier Ferngaszuführungen. Je nach Bedarf müssen noch Berbindungsleitungen hergestellt werden, die die Gebiete und Gemeinden welche nicht durch die Hauptleitungen versorgt werden könnten, mit Gas zu beliefern hätten.

lieber die Gesamtheit der Fragen. Die sich auf die Ferngasversorgung beziehen, ist eine von dem Deutschen Ttädtetag und der Wirtschaftlichen Bereinigung deutscher Gaswerke gemeinsam ver­faßte Druckschrift in Aussicht gestellt, die die gesamte Materie behandeln soll. Die Druckschrift, zu der die A. G. K vorher eine Kundgebung bringen wollte, ist bis heute nicht erschienen.

Der Deutsche Ttädtetag hat inzwischen fol­gende Pressenotiz herausgegeben: ..Der Dorstand des Deutschen Slädtetoges beschäftigte sich in der Sitzung vom 25. Januar 1927 mit den Fragen der Gasfernversorgung. Bei der Erörterung der technischen wie der gesamtwirtschaftlichen und korn- munolpolitischen Fragen zeigte sich, daß weder die Absichten der A G. K. zur Zeit klar zu übersehen noch die technischen Fragen genügend geklärt sind. - Wie immer, so begrüßen die Städte auch hier jeden wirtschaftlichen Fortschritt, dec die gleichen Vorteile enthält, die sich in der von ihnen herbeigeführten Entwicklung heraus- gebildet haben. Konnnunolpolitische Interessen von größter Bedeutung stehen aus dem Spiele, die es notwendig machen, daß die Fragen der Fernver­sorgung in Fühlung mit den anderen kommunalen Spihenverbänden und Fachorgonisativnen im tech­nischen Ausschuß des Deutschen Städtetages be­handelt werben."

Der vom Deutschen Städtetag eingesetzte Aus­schuß hat darauf mit dem neugebildeten Gasaus­schuß des Deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmännern am 20. und 21. Februar D. 3. in München getagt und eine Erilärung herausge- geben. die imGießener Anzeiger" Ar. 50 1927 veröffentlicht ist. Je eiliger es die A- & K mit der Verwirklichung ihrer Pläne hat. um so sorg­fältiger sollen etwaige Anträge und dergleichen geprüft werden und um so ruhiger sollen die Städte mit Cigengaswerken bleiben. Es darf aber gesagt werden, daß die einzelnen Städte, nament­lich die kleineren und mittleren sich gegen die A. G. K. kaum wehren können und deshalb müssen Berbände. und zwar möglichst große Verbände als Gegengewicht geschaffen werden, die die Ver­handlungen führen.

Unsere Stadtverwaltung verfolgt Die Ange­legenheit Der Ferngasversorgung mit größtem Interesse. Auch Der hessische Staat und Die Pro­vinz Oberhessen stehen nicht beiseite unD wollen durch Zusammenschluß Der Provinzen bzw. Kreise Die Städte und Gemeinden bei Verwirklichung des großzügigen Ferngasprojektes beraten und sich jenen Einfluß sichern, Der ihnen gebührt. Daß auch der hessische Städtetag an dem Problem zum Außen Der Gemeinden mittpirff, kst eine Selbstverständlichkeit. Aur ein fester Zusammen­schluß kann den größtmöglichsten Nutzen der Gas­verbraucher hereinholen. Aber die feste Stellung Der Gemeinden usw. gegenüber den Plänen Der A G. K. besteht nur so lange, als sie eine ge­schlossene Macht bleiben. Es muß deshalb Dafür gesorgt werden, daß Der InteressenstanDpunkt Des einzelnen nicht allzusehr Die Oberhand gewinnt und auf Grund von Sonderkonzessionen etwas für sich herauszuholen versucht.

Der Bezug von Ferngas seht selbstverständlich wegen Der hohen Anlagekoften Der Fernleitungen eine Bindung der Städte für eine lange Reihe von Jahren voraus. Diese ist allein schon aus dem Grunde bedenllich. weil man nicht weiß, welche neuen Wege die Gasindustrie schon In nächster Zeit einschlagen wird! ich erinnere nur an die restlose Vergasung, an Die Verflüssigung der Kohle usw. Der Verzicht auf ein Eigenwerk ist deshalb gleichbedeutend mit Dem Verzicht auf die Teilnahme am technißOen Fortschritt auf diesem Gebiet, was ebenfalls für die Preisbernel- sung des Gases in Der Zukunft wichtig ist.

Die Städte, Die heute Gas erzeugen, sind meistenteils in Der Lage, Die Entwicklung des

Ferngasproblems in aller Ruhe abzuwaricn. bis man ihnen mit Projekten kommt, die für ihre Gas­versorgung auch finanziell wirklich vorteilhaft find. Es ist nach Der bisherigen Diskussion über Ferngasversorgung noch nicht klar erwiesen, ob Die finanzielle Seite, fei es gegenwärtig oder für die ferne Zukunft, für Die Städte besonders günstig liegt. Es wäre deshalb sehr zu begrüßen, wenn Die A. G. K. klare Zahlenangaben machen unD ihre Selbstkostenberechnungen bekanntgeben würde, Da­mit von sachverständiger Seite Die Nachprüfung ftaUfinDcn könnte. Diese Bekanntgabe wäre für Die Allgemeinheit ersprießlicher, als in die Toges- presse Nachrichten zu lancieren, Die nicht zutreffen und widerlegt wurden. Ts Darf aber keinesfalls verkannt werden, Daß es sich um eines Der größten technischen Probleme der Gegenwart han­

delt. das sicherlich, wenn es einheitlich angefaßt, rationell ausgezogen und betrieben wird, auf Dem Gebiete Der allgemeinen Volkswirtschaft zu Er­sparnissen führen kann. Vorläufig scheint aber weniger an Der Ersparnis gelegen zu fein, als an Dem Gewinn

Es wird noch mancher Tropfen Waffer Die Lahn hinunterfliehen unD vieler Klärungen be­dürfen. ehe das Problem der Ferngasversorgung Derart ausgereift ist. daß es für die Städte und vor allem auch im Sinne Der Gasverbraucher als gelöst betrachtet werden kann. Wenn die Städte Der an sie herantretenDen Aufgabe wirklich gerecht werden wollen, müssen sie Den Standpunkt ihrer Bürger. ihrerGaskonsumenten vertreten, für welche jede Monopolstellung eine Gefahr bedeutet

Turnen, Sport und Spiet.

Aus dem Turngau Hessen.

Die Veranstaltungen des Gaues für dieses Jahr find, nachdem kürzlich Der Gauturntag noch dazu Stellung genommen hat, nun im wesentlichen festgelegt, in oezug auf Die Deranstaltungsorte sowohl als auch auf Die Zeit. Den Höhepunkt der Gauveranstaltungen wird DaS 54. Gau­rn r n f e st in Heuchelheim bilden, das in Den Tagen vom 9. bis 11. Juli stattfindet. Das Gauschwimmen wird damit verbunden. Für das Gaufrauenwetturnen wurde Kirch­hain als Festort erkoren: als Tag Der Ab­haltung wurde der 28. August bestimmt. Die Gau- lurnfahrt führt am 21. August nach Krofdorf. Um das Gausondervolksturnen. für das Gießen vorgesehen war. hat sich Schlitz ge­meldet. Es kann Dem Dortigen Turnverein aber nur übertragen werden, wenn Die Veranstaltung, die u. a. eine größere Aschenbahn erfordert, technisch Dort möglich ist.

Am 3. April findet in Der Turnhalle des Turnvereins 1846 zu Gießen eine Gauvoc - turnerstunde statt, die eine reichhaltige Uebnngsfolge bewältigen wird

Das 2. Gauauswahlspie l tm Hand­ball findet am 10. April in Wetzlar statt, nicht am 6 April, wie irrtümlich berichtet wurde.

Vom Kinderturnen im Arbeiter-

Turn- und Sporlbund.

Unter Der bewährten Leitung des Bc- zirtsschülerinnenturnwarts, Frau E. Mandler, fand am Sonntag vormittag in Heuchelheim eine Uebungs stunde für Schülerin- nenabteilungen des 3. Bezirks statt. Der gute Besuch bewies die Fortschritte, die das Kinderturnen gemacht hat. Die Uebungsstunde wurde mit Geh- und Laufübungen eröffnet, Denen sich eine gründliche Probe Der Uebungen zum Kreisfest mit Musikbegleitung anschloß. Den Be­schluß machten Singspiele, für Die sich Die Klei­nen ganz besonders begeistern: Der Uebungs- stunde schloß sich eine Sitzung mit Den Abtei­lungsleitern an, in Der in Der Hauptsache der am 9. und 10. April in Heuchelheim stattfindende Kursus für das Schülerinnenturnen besprochen wurde. Eine gieichwichtige Frage war Die Der Beschickung Des Kreisfestes in Frankfurt mit Den Kinderabteilungen. Zur Durchführung dieser schwierigen Frage wurde ein besonderer Ausschuß gebildet.

Meisterschafts-Kreiswaldlaus des Mittelrheinkreises der D. T.

Am Sonntag, 27.3Kän, findet nach­mittags in Bad-Nauheim Der Kreisgeländelauf deS Mittelrheinkreises statt. Aus allen 27 Gauen des Kreises treffen sich die besten Langstrecken­läufer. Unser Hessengau, für Den die Veranstal­tung diesmal geographisch besonders günstig liegt, wird dabei verhältnismäßig stark vertreten sein. Die von der Bad-Nauheimer Turnerschaft ge­troffenen Vorbereitungen versprechen einen wür­digen Verlauf, zumal auch ein landschaftlich reiz­volles Gelände (Park. Aeuanlagen am Großen Teich) gewählt wurde.

Der Laus selbst wird in Drei Gruppen aus- getragen: 1. Meisterklasse (etwa 7300 Mir.): 2. .^-Klasse (Die gleiche Strecke): 3. Ju­gendklasse fettoa 3200 Meter). Start und

Ziel aller Gruppen ist vor Dem Kurhause. Die Laufstrecke Der Meister- und A-Stlaffe führt durch das sehr abwechslungsreiche Gelände der Aeu­anlagen und des Frauenwaldes, während Die Jugend um den kleinen und großen Teich laufen wird. Der erste Sieger und die siegende Mann­schaft in Der Meisterklaffe erwerben den Ehren­namenMittelrheinifcher Meister", die siegende Mannschaft erhält außerdem den Wanderpreis Der hessischen Staatsregierung. Verteidiger ist die Turngemeinde Sachsenhausen.

Es sinD äußerst spannende Kämpfe zu er­warten. Die Turner aus Dem besetzten Gebiet und von Der Saar treffen bereits am Samstag in Bad-Aauheim ein, wo ihnen ein einfacher Begrüßungsabend geboten wird.

' Gleichzeitig mit Der Tagung findet eine Sitzung des Kreissportausschusses statt, die be­reits am Samstag ihren Anfang nimmt

Handball. T. D von 1846.

Für fommenben Sonntag hat sich Die 1. Hand- ballmannftbart die Erste des Tv. 1846 Herborn zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Herborn steht im Lahn-Dill-Gau an führender Stelle und ist ohne Zweifel ein spannendes Treffen zu erwarten. Man darf dein 'Ausgang des Spieles mit Interesse ent- aegensehen, gilt es doch einmal, Die Spielstarke der Vertretung des Dill-Gaues mit einem der ersten Ver­treter des Gaues Hessen feftAufteüen. Die 1846er Mannschaft wird alles daranfetzen müssen, um lin­ieren Gau würdig zu vertreten. Do am Sonntag die Gießener Sportvereine spielfrei find, ist auch den Anhängern des Fußballsportes Die beste Gelegenheit gegeben, sich einmal mit dem Handballspiel vertraut au machen. Hoffen wir, daß ein schönes und flottes Handballspiel vorgeführt wird, welches alle Besucher dieses Treffens befriedigt. (Siehe heutige Anzeige!)

Der Entscheidung entgegen.

c. Der Sportplatz an Der 'Jlouborner Straße in Wetzlar wird am kämmenden Sonntag Der Schau­platz eines Großkampfes sein. Die Spielvereinigung 1900 Gießen tritt im letzten Meisterschaftsspiel Der Saison dem Wetzlarer Fußballklub 05 entgegen und muß dieses Treffen unbedingt siegreich gestalten, wenn sie am 3. April d. 9. das Entscheidungsspiel um die Lahnkreismeifterschaft gegenGermania" Marburg bestreiten will. Marburg hat Die Spiel- ierie bereits beendet und hat momentan zwei Punkte Vorsprung gegen Gießen. Nur ein Sieg der Gieße­ner kann die Partie im letzten Moment nochmals remis gestalten. Wenn auch die Vereinigten im Vorsviel mit 3:1 nach überlegenen Spiel die Partie zu iyren Gunsten entscheiden konnten, so hat man nach Den Niederlagen in den Spielen gegen Ockers- Haufen und V. f. B. Gießen nicht mehr das Zu­trauen zu der heimischen Cif, daß sie das Endziel dennoch erreichen wird. Ein Formruckgang ist un­verkennbar. Man gewinnt den Eindruck, daß die Elf 1900s, die aus vorwiegend jungen Leuten zu- sammengeftellt ist, überspielt ist, denn tatsächlich ist die Mannschaft seit Mitte August v. I.. mit geringen Ausnahmen, Sonntag für Sonntag aus dem grünen Rasen tätig. Auch der Wetzlarer Fußballklub wird für die Blauweißen aus Gießen eine barte Nuß sein. Die technisch besieren Spieler hat 1900. Kör­perlich härter und reicher an Wettspielerfahrung ist Wetzlar. Traditionsgemäß waren ja in den letzten 3 bis 4 Jahren die stetigen 1:0- bzw. 2:1-Siege der 1900er in Wetzlar. Die Möglichkeit einer Wieder­holung dieser Resultate ist auch diesmal nicht aus-

Die Frauengestalten um Beethoven.

Don Anna Schwabacher-Bleichröder.

Vicht Dem. wohl ewig unentschieden bleiben- Den Streit, wer Die Unsterbliche Geliebte" Beet­hovens war. soll diese Betrachtung gelten. Ob Giulia Guiccardi oder Therese Bruns- w i ck oder gar Therese Malsatti. Wir wol­len heut auch jene Frauen vor uns erstehen lassen, Die, zwar weniger genannt. Doch himm­lische Vosen in Des Meisters irdisches Leben flochten.

Die erste ZrauengestaU, Die uns Da begegnet, ist seine von ihm heißgeliebte Mutter. Die sanfte, ost IränfcInDc Dulderin an Der Seite des trunf- unD streitsüchtigen Galten. Frau Maria Magda­lena. geb. K e w e r l ch aus Ehrenbreitstein. In Der stillen Zuflucht einer Dachkammer, wo auch Beethoven Das Licht der Welt erblickte, hegte und pflegte sie ihren LieblingSsohn. den nicht nur Begabtesten, sondern auch Besten von drei Söhnen. Diese Lichterscheinung in seinem ärm­lichen Clternhause. von keiner Mozartschen Schwester Vannerl erheitert, vergötterte 'Beet­hoven so. daß er an ihr Sterbebett (1787) von Wien bis Bonn eilte. Und was wissen wir von Eäcilia Fischer? Eie gab seiner Kindheit un­endlich viel. Sie, seine kleine Spielgefährtin und Hausgenossin, stand neben ihm tröstend am Bänkchen vor dem Klavier, wohin ihn Der ruhm­süchtige. strenge Vater von früh bis spät, ja oft in Der Nacht. gebannt hielt. Um wieviel trüber wäre Beethovens Jugend noch gewesen, ohne Frau Helene von Breuning. seine zweite Mutter". Ihr schöngeistiges und fein­sinniges Heim bietet ihm Anregung und seelische Ausrichtung in Nöten. Denn .in Röten schrieb ich Noten, war ein Wort des Meisters, das sich in seinen Briesen manchmal wiederholt. Eleo­nore und Stefan Breuning, die Kinder dieses Hauses, werden ihm treue Freunde. Eleonore Die er in seinen Briesen an sieVerehrungs­volle Eleonore 1 meine teuerste Freundin" nennt und von Der er sich Handarbeiten als Talisman erbittet, betratet später FranA Gerhard Wegeler

in Bonn. Der ebenfalls Beethoven nahe steht I und einer seiner Biographen wird.

Eine Der markantesten Frauensiguren um Beethoven ist Die geistreiche, schöne Gräfin von E r d ö d y, Die. gleich Lotte von Stein, ver­heiratet unD Mutter mehrerer Kinder war. Meine liebe Gräfin", redet er sie in einem seiner Briefe von 1809 an. worin der leicht Ge­reizte sie um Gewährung von Verzeihung bittet durch ein Wort,ich leide unendlich Dadurch, wenn Sie dies nicht tun." Auch die Schriftstellerin Elisa von Der Recke stand Beethoven geistig nabe.

Run zu jenen Frauen, von denen wir genau wissen, Daft auf sie Dies Wort feiner Freunde gemünzt war:Beethoven war entzündlichen, feurigen Herzens und nie ohne Liebe." Gleich Dem Bild von Sais umwebt undurchdringlicher Schleier Das BilD derUnsterblichen Geliebten". Einige Biographen des Meisters erkennen der Gräfin Giulia oder Giulteiia Guiccardi Die ro­mantische. blaue Märchenvlume zu. Daszaube­rische Mädchen" gewesen zu fein,mein Engel, mein Alles, mein Ich. wie er sie in Dem Briefe vom 7. Juli 1801 nennt. Der mit Den Worten schloßt:Ewig Dein. Ewig Mem. Ewig uns" Giulia Guiccardi. Beethovens Schülerin am Klavier, war damals siebzehn, er einund- drelßig Sie. jchön anmutig, schwärmerisch, in­spirierte ihn au seiner wie aus Zaubermärchen­strahlen gewobenen Mondscheinjonate. Aber zwei Jahre danach vermählt Giulia sich mit Dem Grasen Eulenberg und geht nach Neapel mit ihm. Ein Wiedersehen Beethovens mit Dieser seiner Jugendliebe war kein WieDersindentoenn ich", so schreibt er nach dieser Begegnung, .meine Lebenskraft so mit dem Leben hätte hingeben wollen, was wäre für das Edlere. Bessere ge­blieben?" Therese Brunswtck tritt in sein Leben. Ihr sprach er feine Gefühle aus in dem Lied:Ich liebe Dich". Während eines threr Besuche bei ihm entstand Die ihr gewidmete bi>-Moll-Sonate (Herbst 1801). Sie erwiderte auch seine Liebe und aus Briefen Beethovens an Wegeler aus jener Zeit geht hervor, daß et sich ernstlich mit Heiratsgedanken trug. Aber fein Gehorleiden, Das damals fein Leben zu verdüstern begann. Familiensorgen und andere Konflikte lähmten seine Kraft zu solchem Entschluß

Ein neuer Stern ging an seinem Himmel auf, Therese Malfa11i. Sie war neunzehn Jahre alt, die Tochter eines Arztes und viel­seitig begabt. Musikalisch so sehr daß Beet­hoven ihr im Briese täte, ihr schönes Musik­talent Doch ja zu pflegen,ich wünsche Ihnen alles, was gut und fdjon. Diesmal verdichten sich des Künstlers Heiratsgedanken bis zu einer Werbung. Aber et erhält Durch ThereseS Schwa­gen einen zwar schonenden, Doch abschlägigen Bescheid UnD wie Der fällt ein bitteres Beet- hovenwon:Für dich, armer Beethoven, gibts fein Glück von außen. Du mußt dir alles selbst schassen." Ein warmherziges, schalkhaftes Men­schenkind schmeichelt sich nun in Beethovens Herz Amalie Sebald, eine junge Berlinerin, die er in Teplitz kennen gelernt hatte. Sie war sehr musikalisch. Solosopranistin Der Berliner Sing­akademie unD auch von Weber geschätzt.Liebe, gute Amalie", nennt Beethoven sie in seinen Briesen unD .waS träumen Sie, daß Sie mir nichts sein können? Mündlich wollen wir Dar­über. liebe Amalie, reden, immer wünschte ich nur, daß Ihnen meine Gegenwart Ruhe und Frieden einslötzte und daß Sie zutraulich gegen mich wärenAuch diesen Faden schnitt bald eine unbarmherzige Parze ab Amalie hei­ratete einen Juristen.

Eine besonders liebenswerte Frauengestalt in Beethovens geistigem Leben war Bettina von Arnim ober, wie sie damals noch mit ihren Mädchennamen hieß. Brentano. Sie, die Goethesreundin. die tm lcidenschastlichen Kamps für alles, waS ihr hoch, schön, gut erschien, selbst vor Fürstenkronen nicht Hall machte, wie ihr Dem ihr geneigten Kömg FrieDrich Wilhelm IV. geweihtes Buch bewies: Dies Buch gehört dem König. Sie hat das Verdienst, die Mittlerin zwischen Beekhoven und Goethe gewesen zu fein. Mit heißem Bemühen, wenn auch nicht glückhaft.

Eine Frau, deren Auswiicking auf Beet­hovens musikdramatifches Schaffen entscheidend war und die wir gleichwohl fast nie in Beet­hovens Umwell erwähnt sinden, war Wilhelmine Schröder-Devrient, eine der größten Opernsängerinnen des vorigen Jahrhunderts, über deren Leven wir viel von ihrer großen Freun­din Klara Schumann hören Sie ist es. die als Urbild feiner Leonore den Fidelio kine viel

geschloßen, vorausgesetzt, daß Die Gießener Monn schäft einen ganz anderen Eifer ^nD Siegerwillen zeigt, als in den beiden letzten spielen, und vor allen Dingen komplett, d. h. in bester Besetzuim, am tritt. Leiter des Spieles ist Schiedsrichter N u p p e l - Kassel, der auch in Gießen nicht unbefannt sein durfte.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporlbund.

Vie kreisklasfe.

L Am kommenden Sonntag beginnen Die Spiele Der Kreisklasfe. bei Denen aus Dem Dritten Bezirk Gießen unD Heuchelheim mit ihren ersten Mannschaften beteiligt sind, auf Deren Plätzen auch die ersten Spiele ftattfinDcn. Au' Dem vorderen Trieb fDitit Gießen nui Frank- furt-Praunheim. Jedenfalls gibt dic'ro erste Treffen für Gießen ein Minusfpiel. den Praunheim gilt mit als eine Der besten Krci» Mannschaften.

Heuchelheim hat ebenfalls infofern Pc»- als es fein erstes Spiel mit einem besonders be­fähigten Gegner durchführen muß. Franksurv Bockenheim gibt den Gegenpai^, ab. Zu­dem liegen in diesem Fall die Aussichten noch ungünstiger, als Heuchelheim zwar einen recht guten Fußball spielt, aber über die erforderliche Spielerfahrung solchen Gegnern gegenüber kaum verfügen Dürfte.

1. Klasse, 1. Mannschaften

Gießens Ib-Mannschast tritt Den Mar­burger Männerturnern in Marburg gegenüber und wird die Heimreise jedenfalls mit einer Niederlage antreten.

In Lollar treffen sich zwei Sieger des ersten Spielsonntags Lollar und Wetzlar. Sei Kamps wird hartnäckig werden, der Ausgang ist ungewiß.

Alsfeld hat zu feinem ersten Spiet Wieseck als Gast, das nach heftiger Gegenwehr am Sonntag zwei Punkte abgeben muhte. Ob der Schaden nächsten Sonntag wieder gutgemacht wer­den kann, hängt von der Spielstarke der Alsselder ab. die noch unbekannt ist.

1. Klosse. 2. Mannschaften

Marburg II und Gießen II treffen sich in Marburg, hierbei hat Gießen Aussichten, aber­mals die Punkte zu erringen.

Wetzlar empfängt als Gegner Leun und Dürfte als Platzverein sicherer Sieger bleiben

2. Klasse, 1. Mannschaften.

Burkhardsfelden I und Rodheim I werden in Burkhardsfelden die fpielerfohrenen Rodheimer als überlegene Sieger sehen.

Ein interessantes Spiel werden sich Daub« ringen und Fronhausen in Daubringen liefern. Zwei gleichstarke Gegner treffen hier auf­einander. bei denen die Aussichten geteilt sind

Vie Jugendklasse.

3m Spiel Wetzlar gegen Leun in Wetzlar werden die erprobten Wetzlarer Sieger bleiben. - Heuchelheim beabsichtigt, die Naun­heimer, zumal aus eigenem Platz, abzufertigen Dies wird allerdings Mühe kosten. Klein- Linden geht im Spiel gegen Gießen einer sicheren Niederlage entgegen -- Ebenso wird cs F r o n h a u f e n gegen Lollar gehen, die ßollarer stellen eine sehr energische Mannschaft Marburg wird sich die Punkte in Hach vorn holen, während sich Steinbach und Oppenrod ein Spiel mit unbestimmbarem Aus- gang liefern toerben.

Vie Schüler

Sie Kleinsten Wetzlars muffen nad.' Lollar, beide Mannschaften haben Siegesaus­sichten -- Saubringen hat Gießen als Gast und dürste nach dem guten Abschneibc gegen Heuchelheim den Gießenern eine bart. Nuß geben. Heuchelheim hat im Spiel gegen Wieseck kaum Aussichten auf Gewinn

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umstrittene, anfangs oft abgelehnte einzige Oper zum endgültigen Siege führt. Sie fang das Hohelied von der erlösenden Frauenlieb« so er­schütternd. daß da Werk von da an unsterb­lich ward.

Sa auch das Häßliche sein Anrecht auf Oft- stenz besitzt, sonst wäre es eben nicht da. müssen wir. flüchtig nur. zwei Frauen streifen, die auch in Beethovens Leben eine Nolle spielten, wenn auch keine erfreuliche. Die eine, seine Schwägerin Mutter seines Messen und Adoptivsohnes Karl, die er dieKönigin der Nacht" nannte, nicht um sie mit der Mozartschen zu vergleichen, sondern um anzudeuten, daß dieseintrigante, übel­beleumundete Person" ihm das Leben ver­düsterte. Das gleiche geschah, wenn auch harm­loser, durch seine Haushälterin, Frau Schnaps. Zum Glück nahm er diele mehr komisch. Auch hatte ein gütiges Geschick grabe diesem häus­lichen Nachtalb ein Wesen lichter Natur ent- gegengesetzr QTannette Streicher, Gattin einet» Klavi erfahrt kanten In Wien. Sie war sein guter Hausgeist. Die lange Zeit ihre schützenden, sorgen­den Hände über den Alternden hält der auch sie, wie so oft feine besten Freunde, tief verletzt durch feine, gegen seinen guten Willen infolge Der ererbten Reizbarkeit abstoßende Art: .ver zeihen Sie mir," schreibt er an sie.wenn ich Sie vielleicht durch meine heutige Mission b." leidigte. Meine Kränklichleit, meine wirtlich fr traurige Lage lassen mich nicht, wie sonst, alle* erwögen ... ich hoffe, Sie bald zu sehen. Ihr Freund Beethoven. Ich bitte Sie um daS Bett­zeug. Verzeihen Sie einem Erschöpften." So gehts durch etwa fünfzig Briefe. An sie tnenbor er sich in all den vielen Irrungen und ODirrui. gen seines Haushalts doS nie einHeim" war Wo sind meine Bettdecken." und scherzhaft fügi er die zwei in Musik gefetzten Worte hinzu Wo. wo?" Sie war feine letzte gütige Fee Und es ist nicht aufgeklärt warum wir diesen guten Hausgeist in BeethovcnS letzten Lebens­jahren schmerzlich vermissen müllen.

Beethoven starb in einer schlcchtgeheizten Wohnung, infolge mangelhafter Pflege und Nichtbeachtung eines alten Leibens am 26. März 1827 zu Wien