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offenes Spiel liefern, bei dem man Frvnhausen ein geringes ßluä zusprechen fann. Dir Tücken des Leuner Platzes lassen allerdings auch des Gegenteil wahrscheinlich werden.

Oberhessen.

Landkreis Gietzen

X, Wieseck. 24. Febr. Zu einer eindrucks- vollen 5 e i e-r ft u n b c versammelten sich am Mittwoch die Hörer der D o l k s h o ch s ch u t e Wieseck, um fcamit ihre diesjährige Winter- arbeit abzuschliehen. 3m ersten Teil des Abends führte ein Lichtbildervortrag in das Wunderland um Salzburg-Berchtesgaden-König- ?ee. Selbsterlebtes und -geschautes des Dortra- qenhen machten den Vortrag besonders inter­essant. zumal Entstehung und Geschichte von Landschaft und, Städten eingehend gewürdigt wurden. 3m Anschluß hieran gedachre der Leiter der Volkshochschule. Rektor Dr. Rein, rück­blickend der in diesem Winterhalbjahr geleisteten gemeinsamen Arbeit. Er konnte für Wieseck ein sehr starkes Anwachsen der Volkshochschulbewe­gung sestsrellen: hier habe sich eine recht zahl­reiche Anhängerschaft im Laufe der Jahre her­auskristallisiert. die dem Gedanken der Volks­hochschule auch in Zukunft die Treue halte. Aus dem Hörerlreis wurde Dr. Rein herz­licher Daul ent gegen gebracht. Manche wertvolle Anregung und sehr viel Verständnis für ferner- liegende Dinge vermittelte er in leichtverständ­lichster Weise Dem Umstand, daß er die ge­samte Dozent en-Tätigkei» unentgellltch ausubre, verdantte die Volkshochschule Wieseck hie Mög­lichkeit. sich einen der modernsten Lichibildappa- rate anzuschaffen Ihrem Dank an ihren Leiter und Lehrer gab die Hörerschaft durch Heber- reichung eines Bild-Werkes »Deutschland" Aus­druck Dem akademischen Teil der Schtußfeier schloß sich, wie üblich, ein kurzes Beisammensein an. bei dem Geibe Ische und andere Dialekt­dichtungen zum Vortrag tarnen, und manche recht netten Pläne für die Zukunft geschmiedet wurden.

ck. Heuchelheim. 24. Febr. Nachdem die Gemeinde in der letzten Woche mit dem Grund­eigentümer einig geworden ist. konnten nunmehr die Arbeiten zur Reuanleg ung der ver­längerten Heine st raste vergeben werden. Die Ausführung wurde der Firma Wilhelm RinnVIII. als Demgstnehmender übertragen, die mit den Arbeiten schon begonnen hat. Gleich­zeitig hat die Gemeinde auch das Gelände erwor­ben. das zur Vergrößerung des Sport­platzes bis zu der neuen Straße nötig war. Wenn diese Vergrößerung bis zum Gausest. das bekanntlich auf dem Sportplatz und dem dahinter- liegenden Gelände abgehalten wird, fertig werden >oll. dann must ungesäumt mit den Planierungä- arbeiten begonnen werden. Zu begrüßen ist, daß die Heinestraste endlich angelegt und fertig aus- gebaut wird, denn seither führte keine feste Straße gach dem Sport- und Festplatz

v G ro h en - L in den. 24 Febr. Die Frühjahrs-Ausstellung des hiesigen Kaninchen- und Geflügelzuchtver­einsV o l k s w o h l am vorigen Sonntag hatte sich eines äußerst regen Besuches zu er« freuen. Sie war unter Leitung des Vereins­vorfitzenden Philipp Zimmermann in dem geräumigen Saal des Gastwirts Phil. Schaum IV. aufgebaut und ließ aus Menge, Auswahl der Rassen und Beschaffenheit erkennen, daß Züch- tung und Pflege 6er Tiere auf beachtlicher Hohe stehen. Aus der Wertungsliste, die von den Preisrichterin Ulrich (Gießen) für Kaninchen und Rern (PohlgönS) für Geflügel aufgestellt wurde, geben wir im Auszug die Ehren­preise und ersten Preise. In der Abtei­lung Kaninchen (6 Rassen) erhielt für Weiße Riesen" Will). Stein den Ehrenpreis, für .Graue Silber" Hch. Würz den Ehrenpreis und Philipp Raumann den I. Preis, für .,Schwarz­loh" Wilh. Sommerlad den 1. Preis und für .Hermelin" Hch. Stein den Ehrenpreis und I. Preis. 3n der Gruppe Geflügel (Hühner, 16 Rassen) errang fürBrahma" Wilh. We­der IV. den Ehrenpreis und 1. Preis, für .Plymouth Rocks" Wilh Weber IV. den 1, Preis, für ..Schwarze Miuorka" Frau Sp ruck, Bauermnühle. zwei Ehrenpreise und den 1. Preis, fürGespeicherte Italiener" Eduard Rosen­baum den 1. Preis, für .Redhuhnfarbige Ita­liener, O. Hoffmann den 1. Pr. fürSchwarze Italiener", Karl Schupp den Ehrenpreis, für ..Schwarze Rheinländer" Philipp P i c r V. den Ehrenpreis Gustav Schrader einen Ehren­preis und 1. Preis, Hans George einen Ehrenpreis und 1. Preis und Hch. Schaum einen 1. Preis, für .Homburger Schwarzsack"

Dorothea Angermann".

Gerhart Hauptmanns neues Drama.

Es wurde schon wochenlang vor der Premiere geräuschvoll angeiiinbigt, dieses neue Schauspiel des Dichters Gerhart Hauptmann, es ward auch viel und geheimnisvoll davon gemunkelt, und eS war ein Ereignis, als das Stück an zahl­reichen guten deutschen Bühnen gleichzeitig die Feuertaufe erlebte. Ein Ereignis, obschon nach »ast allem, was man darüber lesen konnte, diese» Feuertaufe ziemlich schlecht bestanden wurde.

Run ist es ein wenig still geworden. Wir haben keine Aufführung gesehen, aber wir haben das Buch gelesen, das inzwischen (140 Seiten 8°. bei S. Fischer in Berlin. 850) erschienen ist Der Eindruck einer Aufführung kann täuschen; der Eindruck der Lektüre selten, da« Buch ist Ieiner ganzen Art nach viel weniger dazu an­getan, den Aufnehmenden zu bestechen, ihm seine Arbeit wenn man so sagen darf zu er* Ittchtern. ihm Hilfen und Stützen zu geben; und es ist in diesem Zusammenhang sicherlich iiicht ohne Interesse, daß die einzige kritische Betrach- mng (soweit wir sehen können), die öem Drama treuöig zustimmte und überall mit dem Dichter mitging, die Bemerkung nicht unterdrücken tonnte: dem Regisseur sei die Streichung von zweieinhalb Fünfteln des Ganzen sehr au empfehlen. Mit kurzen Worte,': die Hälfte ist überflüssig? Eine andere AuSleging ist doch wohl auch bet einem Sühnenwerk nicht zulässig.

Dies ist aber das Stichwort für eine kaum >u vermeidende Feststellung, gegen die eben jener Beurteiler den Dichter hartnäckig und mit er­staunlicher Beredsamkeit verteidigt die Fest­stellung, daß Hauptmann mit diesem Stück zu einer Form zurückkehrt, die er. wie viele glaubten, längst verlassen oder überwunden hatte, zum Stil des Raturalismus. Man fommt obschon es gröblich klingt vielleicht auch nicht immer qc-

Wilh Sommerlad einen Ehrenpreis, für .Weiße Zwerg-Wyandortes" Wilh. Weber IV. Den Ehrenpreis, für Zwerg-Langschans" Phil. Pirr V den 1. Preis, für ..Schwarze Barn am" Hch. Schaum den Ehrenpreis und für ..Japa­nesen" Wilh Weber IV den Ehrenpreis. Bei Tauben Hl Rassen! wurden ausgezeichnet ..Altdeutsche Kröpfer" (blau) mit einem Ehren­preis an Hch. K r a h l. Hessische Kröpfer" weiß) mit einem 1. Preis an Karl Meier, 'schwarz! mit einem Ehrenpreis und 1. Preis an Richard Dem, (saht) mit zwei Ehrenpreisen an Hch Wagner. ..Steiger Kröpler" (tot) mit einem 1 Preis ar Richard Dem und Brünner Kröpfer" (weiß' mit einem Ehrenpreis an Hans George. Für Enten. ..Weiße Peking". erhielt Frau S p r u ck. Bauernmühle, den 1 Preis, fürIndische Laufenten" iweihi Karl Schupp einen Ehrenpreis. Die ganze Ausstellung umfaßte 12 Äummern und war so­wohl von Landwirten als auch aus Arbeiter- kreisen beschickt.

A Wirderg. 24. Febr. Zn Reinhards Hain wurde letzte Woche der Obcrlinfilm p rechen de Hände" vorgeführi. Der Be- ind) des Films war in beiden Orten gut. Die Ve- l'umer waren alle befriedigt von dem Film, der die Arbeit an den Taubolinden gut veranschaulicht. Als (Ertrag tonnte eine schöne summe an die Evange­lische Bildkammcr in Berlin-Steglitz abgeführt uerben.

D tiid). 24. Febr. Rach langer Pause, ver­ursacht durch Sperrungen wegen Seuchengefahr, findet am kommenden Montag. 28. Februar, wieder der alljährliche Fastnachts­markt in Äch statt. Er besteht aus Schaf- marft, Schweine- und Krämermarkt. Die hie­sigen Ferkelmärlte erfreuten sich bisher allge­meiner Beliebtheit, auch der Schafmark: ver­spricht gut zu werden. Zum Markt zugelassen sind nur Tiere aus unverseuchten Gemeinden der Kreise Gießen, Friedberg und Schotten.

Steinberg, 24. Febr. Der Gesang­vereinEintracht" beging am vorigen Samstagabend fein diesjähriges Winterfest. 3m ersten Teile her Vortragsfolge wurden unter Der Leitung des Chormeisters Harnisch einige Chorgefänge und Musikstücke in schöner Weise zu Gehör gebracht und von den Zuhörern mit leb­haftem Beifall ausgenommen. Der zweite Teil des Abends brachte die Aufführung zweier Theaterstücke, die gleichfalls eine beifällige Auf­nahme fanden. Gegenwärtig rüstet sich derSängec- chor zur Teilnahme an dem Gesangwettstreit in Hochelheim.

I Hungen, 24. Fedr. Die hiesigen Schul­kinder haben am 100. Todestag Pestalozzis im Schulhose eine Peftalozzi-GedächtniS- linde gepflanzt.

"f Hungen. 24. Febr. 3n derTraube" hielt der Kriegerverein seine diesjährige Generalversammlung ab. Es wurde be­schlossen, das Dezirkskriegersest in diesem Jahre zu übernehmen. Dabei wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, das Fest im Rachsommer zu veranstalten, damit es der Stadtverwaltung mög­lich gemacht werde, noch vor dem Feste das geplante Gefallenendenkmal seiner Voll­endung entgegenzuführen. 3m Laufe des Som­mers soll innerhalb des Vereins ein Preis- schießen veranstaltet und auch das Klein- taliberfchießen gepflegt werden. Auch an der von der Hassia für die Provinz Oberhessen geplanten Rheinfahrt wollen sich Mitglie­der des Vereins beteiligen. Der seitherige Präsi­dent und die ausscheidenden DvrstandsmitglieLtzr wurden wiedergewählt.

: tltphe, 24. Febr. Eine Abwechslung in das dörfliche Leben brachte am Sonntag der Gefangve reinLorelei", der im Saale der Wirtschaft Tag einen Theaterabend veranstaltete. 3m Mittelpunkt stand ein gutes Bauernstück, das von allen Darstellern mit vollster Hingabe gespielt wurde und deshalb auch seine Wirkung auf die Zuschauer nicht verfehlte. Weiterhin gelangten zwei flott gespielte Ein­akter zur Ausführung, die humoristischen 3nhalts waren. Zwischen den einzelnen Ausführungen trug der Verein mehrere Chöre vor, ferner er­freute ein ausgezeichneter Komiker durch feine Vorträge. Da in letzter Zeit die Erkrankun­gen an Grippe und bösartiger Halsent­zündung unter den Kindern stark zugenommen haben, mußte auch hier der Schulunterricht für acht Tage geschlossen werden. Mit wenigen Ausnahmen nimmt die Krankheit aber einen raschen und gutartigen Verlaus

Kreis Friedberg

y. Wölfersheim, 24. Febr. 3n der jüngsten hiesigen Gemeinderatssihung wurde zunächst über die Besoldung des

recht sein mag. kaum darum herum: dieses Schau­spiel wirkt nicht wie aus nächster Gegenwart, sondern so, als ob es vom Dichter aus alten, vergessenen Manuskripten spät ans Tages- und Rampenlicht gebracht worden sei; man hat das Gefühl, als ob Hauptmann dies alles, oder Aehnliches schon vor langer Zeit einmal vor uns ausgebreitet hätte, etwa in den vergessenen Ta­gen der »Rose Bernd"; ja »och mehr: es ist un£ oft zumute, als ob die ergreifende Gestatt dieser frühen Tragödie hier, fdtfam verwandelt, zu einem neuen, flüchtigen und trügerischen Leben erweckt worden sei.

Gewiß, vieles ist anders, vieles ist neu; aber das Eigentliche, der innere Mittelpunkt und die äußere Einkleidung das ist von damals .. und es ist schmerzlich, zu sehen, um wieviel stärker, wuchtiger, notwendiger, um wieviel lebens­naher jenes Alte war, als dieses Reue: das Schauspiel in fünf AktenDorothea Angermann".

Es ist keineswegs immer erfreulich, ooch aber wohl unvermeidlich, den 3nhalt (im Gröbsten) wiederzugeben. Dorothea, die Tochter des bürger­lich-strengen und unberechtigt-unduldsamen Pastors Angermann. besucht die Kochschule eines schle­sischen Gasthofes. Ihr Lehrer ist ein Küchenchef von üblem Ruf und dunkler Vergangenheit, namens Mario Mallonek. Dorothea lernt zwar kochen bei ihm, aber er bringt sie auch in diesem einen kurzen Sommer um das Glück ihres Lebens: Dorothea verscherzt sich die Liebe eines stillen Gelehrien, Dr. Herben Psannschmidt, der sie säst vor seinen Augen den Lockungen des brutalen Kochs verfallen lieht. Rach der Heimkehr folgt das unvermeidliche Geständnis des Mädchens; der Vater, furchtbar ausbrechend, zwingt den Mallonek, das Mädchen zu heiraten, hinterher beide zur eiligen Abreise nach Amerika. Drüben wird die älngluckliche durch alle Riederungen eines erbarwungslofen Daseins gehetzt; findet schließlich HerbeNs Bruder und Herbert, den srüh Geliebten selber, wieder. Herbert will es trotz allem noch einmal mit ihr versuchen Da taucht

Feldhüters verhandelt Das Aroisamthatte anfänglich 1500 Mk. fiu diese Stelle festgesetzt, dann aber, als es in Erfahrung brachte, daß unsere Gemarkung wesentlich die Größe von 500 Hektar übersteige, 100 Mk. bestimmt. Die Mehr­zahl der Gcmrindcrcne konnte sich auch jetzt nich: enkfchliehen, mehr als 1500 Mk zu gewähren.

L M e l b 'a cy. 24 Febr. Der We : terau - Sängerbund, Sih Melbach, hielt am Sonn­tag seine Generalversammlung in Fried­berg-Fauerbach ab. Amrahmt wurde sie von Chören des Gesangvereins .Einrrach t"- Fauerbach Rach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden. Lehrer Schenk- Melbach, wurde dec Jahresbericht erstattet, in dem des wohl- gelungene.i Bund^s'eftes in Bellersh:im uid) des großen Festes in Mainz besonders gedacht wurde. Ein erfreuliches Bild bot der Kassenbericht, er­stattet durch den Bundesrcchner Heil- Fauer­bach; ihm wurde nach der Rechnungsprüfung Eiu- laftung erteilt und für seine vorbildliche Arbeit gedankt. Der gesamte Vorstand wurde in feinet bisherigen Zusammensetzung durch Zuruf ein­stimmig wiedergewähtt 3,. diesem 3ahre sott anläßlich des 80jährigen Bestehens des Gesang- Vereins .,Germania"-Dorheim ein Wertungs­singen stattfinden. Verschiedene Anträge wurden einstimmig genehmig» oder dem Vorstande zur Regelung überwieseia Der 1. Vorsitzende gab noch verschiedene, den Hess. Sängerbund bc- treffende Angelegenheiten bekannt

Kreis Alsfeld.

Alsfeld. 24. Febr. Gettecn hiett der D. H. C Z w e»g v e r e i n Alsfeld, seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Aus dem Jahresbericht des Vorfitzrnden, Bür­germeister Dr. V ö l s i n g . war $u entnehmen daß die Wander- und Vereinstätigkeit im ab* gelaufenen Jahre sehr rege war. Aus Antrag des Vorstandes genehmigte die ^rsammlung die schon feit mehreren Jahren beabsichtigte E t - richtung eines Aussichtstempels auf dem Völsingsberg. Ser hierüber üorgelegtc Voranschlag in Höhe von 600 Mark wurde be­willigt. Man hofft, unter Hinzurechnung frei­williger Spenden mit diesem Betrage auszu­kommen. Die Einweihung soll »roch in diesen» Iaht stattfinden. Die Ausführung ist in Rundholz in möglichster Anpassung an den landschaftlichen Charakter der Gegend vorgesehen. Am Schlüsse Der anregend verlaufenen Versammlung entspann iich eine lebhafte Aussprache über den CB an­her la n . bei dem insbesondere die Einlage von drei mehrtägigen Wanderungen kritisiert wurde.

& Mücke, 24. Febr. Eure Pfarrvereins Versammlung (and am Montag hier statt. Nach dec Eröffnung durch den Dekematsvertrauens- mann, Pfarrer Döll (Wirberg), wurden zunächst durch Pfarrer Georgi (Ermenrod) einige Strom kenkafsenangelegenHeiken besprochen. Aus der dem­nächst stattsindenden Lertrcteroersammlung der Pfarrer kranken fasse soll über einige Satzungsände­rungen entschieden werden, die Versammlung nahm Stellung hagu. Hieraus sprach Pfarrer Doll (Wir­berg) überPftrrrwitwen und Emerirenhänser". Die ißerfammlung trat nach dem Vortrag in eine aus­führliche Erörterung des Planes ein. Einmütig wurde der Plan gebilligt und, wie in der Derfomm- lung m Hungen, für die Hauptversammlung des Pfarroerems in Frankfurt ein Referat und Ve- schlußfastung über den Plan gewünscht. Dekan Schmidt (Grünberg) dankte dem Referenten für seine Ausführungen. Hierauf mürben noch Vereins­angelegenheiten besprochen. Die Versammlung n>nr von den Mitgliriren» der Umgebung besucht.

mu. Merlau. 23. Febr Gestern zog unser neuer Geistlicher, Pfarr Lic. Dr. Stumps, hier ein. Abends bewegte sich ein Fackelzug zum Pfarrhaus, die eigentlich« Be­grüßungsfeier fanb dann wegen der Um gunst der Witterung in der Kirche statt. Das Gotteshaus war stark beseht, sogar von einigen Rachbarorten hatten sich Besucher eingestellk. 3m Auftrage der Gemeinde leitete Lehrer Dönges die Veranstaltung und hieß Pfarrer Stumpf mit feiner Familie willkommen. 3n seiner Ansprache betonte Lehrer Dönges u. a.. daß dieser Abend für die Gemeinde auch deshalb von besonderer Bedeutung wäre, daß eben zum ersten Male wieder die gesamte Einwohnerschaft sich nach monatelangen, schwersten innerpviitischen Kämpfen zu einer gemeinsamen Tat zusammenaefunden hätte. Das seitherige Zerwürfnis innerhalb der hiesigen Bewohnerschaft war« Wohl auch haupt- sächttch schuld daran gewesen, daß man Män­nern, die lange Jahre hindurch in der Gemeinde gewirkt hätten, zum Abschied nicht »roch ein liebes Dankeswort gesagt hätte. Gr wolle das hiermit noch nachholen. Während der Feier wechselten Orgelspiel, Gedicht- und Gesangsoorlrag durch

jedoch der Mallonek plötzlich abermals auf, will sie nicht hergeben, wird von den Brüdem tätlich angegriffen, und Dorothea stellt sich besin­nungslos wieder neben ihn, der sie schlimmer behandelt hat als einen Hund. "Ihm kann sic niemand mehr retten, jetzt kommt nur noch das trüb-traurige Derdämwem und Erlöschen der Kranken und ganz vom Leben Zerschlagenen... in dem Gärtchen bei Hamburg das Herberts Bruder nach seiner Rückkehr in die alte Heimat sein eigen nennt

Dies begibt sich. Man lieft und lieft und bleibt am Ä»de ungerührt: Hauptmann zwingt einen mit diesem Mädchcnschicksal nicht entfernt so zur Anteilnahme, zum Miterleben, zum war­men Mitleid, wie damals es ist schon so lange her - mit der Geschichte der unglücklichen Rose Bernd und mit so vielen andern Geschichten von damals.

Schon technisch, handwerklich wirkt das neue Drama merkwürdig ungleich. Manches (im zweiten Akt z. B.. in der großen Auseinandersetzung zwi­schen Pastor und Koch, zwischen Vater und Ber- führer des Mädchens) ist in alter Meisterichast gefügt, dramatisch, zündend, vortreibend. 3n anderen, größeren Teilen vermißt man selbst diese imponierende Fertigkeit uni) Sicherheit Pes äußerlichen Zuwerkegehens, die noch in den schwächsten Stücken Hauptmanns bisher bestechend blieb und nicht zu übersehen war. «Der .Peter Brauer" ist ein gutes Beispiel hierfür.»

Schwerer wiegen die im 3nnern des Werkes haftende»» Mängel. Da ist vor allem die Gestalt im Mittelgründe, um die es sich für Hauptmann ja doch in erster Linie handelte: ein ganz unbe­wegtes, undramatisches, passives, getriebenes De- schövf, das nur leiten einmal (im vierten Akt) 3mpuls uno Antrieb in den Gang der Dinge bringt. Eine Gestalt, die vom Drama aus gesehen nichtstut" (innerlich), sondern der es geschieht. Wie jener Rose Bernd gewiß; wer aber den sich aufdrängenden Vergleich zieht, wird spüren, um wieviel echter, gesünder, klarer.

die Schüler. Chorgesang des Geiangoereins ,6än* gerlranz" unter Leitung von Lehrer Dönges und Gcmeindegefang begleitet vom hiesigen Musikverein, miteinarider ab. Zum Schluß dankte Pfarrer Stumpf in herzlichen Worten.

Rheinhessen.

WSR Mainz. 24. Febr. Die Stadtver­ordnetenversammlung hoi in ihrer gestrigen Sitzung ein großes Schwachstrom- vroiekI im Gesamtbetrag von 870 0&) Mark genehmigt. Danach sollen eine Feuermelde- und Volizeimcleeanlage sowie eine elektrische Ähren­anlage uno eine aulomattsch^ Fernsprechanlage für die städtischen Dienststellen errichtet werden Ferner hat die Stadt verordiierensitzung dem Mainzer-Karrrevalverein für Den Rosenmontag- zug einer. Zuschuß von 5000 Mark bewilligt.

Preußen.

Kreis ÄZctzlar

? Oberkleen, 24 Zrbr. Der hier ge­legene Kalkofen, bet bisher im Besitze ber Overheffischen Kall- und Steininduftric war. durch Kauf vom 1. April d. 3. an die Butz- bacher Firma 3. W Küchel ^läsner R Co übergegangen

Kreis Marburg

. Ri a r b u r g . 24. Febr. Rach flaiidesauu- lichem Ausweis wurden im Jahre 1926 hier 162 Ehen geschloffen. Die Zahl der ®eburtcn. die Anstalten rnitgerechnei. betrug 887. nämlich 470 Knaben und 417 Mädchen, ortsfremd waren hier­von 559. Zwillingsgeburien wurden 15. Totge­burten 25 gemeldet. Gestorben sinh, ebenfalls bic Anstalten mitgerechnet. 487 Personen, und zwar 230 männliche«: und 257 weiblichen Geschlechts ortsfremd waren hiervon 275 Personen

Tillkrcis

bl. Schonba ch, 24. Febr. Durch herab- ftürzende Gesteinsmassen oerunglücktt dec Arbeiter Alben. Beul von Rehe derart, daß er »rach der Einlieferung in daS Herborner Kranke»»haus verschieb.

Kreis Ufingen.

! Cleeberg, 24. Febr. Auch hier tritt in der legten Zeit hie Grippe sehr stark auf und hat in wenigen Tagen zwei Todes­opfer gefordert. So starb der hier allverehrtc Forstuntererheber Johannes Höhn im Atter von 72 Jahren. Als Forstuntererheber hatte er dem Fiskus 38 Jahre lang treue Dienste geleistet. Segensreich war er auch im Kirchenvorstand zum Besten ber Kirche tätig. Das Andenken an diesen trefflichen Mann wird hier in hohen Ehren fort­leben. Am Montag wurden infolge Reu­schnees im fiskalischen Walde zwei Sauen s e ft g e m a ch t. von denen Forster Schneider aus Cleeberg eine zur Strecke brachte.

Das Ende

des Hess. Lehrerseminars.

ss. F r i e b b c r g , 23. Febr

Eine stattliche Anzahl ehemaliger Schuler und Freunde de« Lehrerseminars hatte sich heut mittag eingefunden, um zusammen mit den Schü­lern der Aufbaufchule DaS Ende des Hes­sischen Lehrerseminars zu Fried­berg zu begehen. Chorgesänge und Musiktror- träge leiteten die Feier ein. Studienrat R u h n fang dieHeimkehr", komponiert von dem ehe* mattgen Musikdirektor Höcker. Dann sprach Se- minarist Sommer über das Thema. ..Das deutsche Kulturgut alS Grundlage der Schul- arbeit". 3m Anschluß daran sprach der Sprecher der letzten Seminarklasse: Als vor über 100 Jahren die ersten Schüler bic Anstalt ver­liehen, schenkten sie der Anstalt als Zeichen der Dankbarteit ein Bild Johannes, des Lieblingsjüngers des Herrn. Es sollte wohl Sinnbild sein dafür, daß sie, wie dieser hinaus- ziehen wollten ins Land, um zu lehren. Tau­sende sind seitdevi hinausgezogen. Run sind s die letzten. Sie schenken der Schule ein künstlerisches Bild der St. Georgskapelle mit der be­rühmten riesigen Linde. DicS verschwundene Wahrzeichen FriedbergS soll Erinnerung wecken an das verschwundene Semi­nar Rach weiteren Musikvorträgen ergriff Oberstudienbrrektor Dr. Faber da« Wort zu feiner Echlußansprache: Es ist zu Ende mit bem Seminar. Reicher Segen ist in HO Jahren von hier ausgegangen für Volk, Staat und Lehrcr- stand. Am 2. Rovember 1817 fand in der Burg- kirchc die feierliche Eröffnung mit 34 Schulern durch Herrn Kirchenrat Wagner statt. Seit 39

notwendiger dieses heiinalliche Wesen aef(baffen war. als das rätselvolle Innenbild der Dorothea, die eher einen psychologischen, wenn nicht pacho- logischen Fall und Sonderfall in sich darzufiette« scheint, während jene ein ergreifende- und sehr menschliches Schicksal erleiden mußte.

Auch sonst kann man ber Charakterführung un> inneren Bildung der Handelnden nicht immer folgen. Sicher sind Gestalten tote dieser verkom­mene. seelisch verluberte, halbitalienische Koch Hauptmanns scharsem Menschenbl'ck im Leden begegnet. Aber schon bei der Figur dr< Pastors und noch mehr bei ber des Doktors Pfannschmibt hat man schwerwiegende Bedenken.

ilnb endlich auch in der Motivierung und inneren Glaubwürdigkeit der Vorgänge wehrt sich unser Empfinden mehr als einmal gegen das, was Hauptmann hier entwickelt. Die große Kampffzene im vierten Akt ja. der­gleichen mag haarscharf einer unbarmherzigen Wirklichkeit entnommen und was wichtiger ist innerlich möglich und begründet sein. Ader die Vocausschungen zu dem Zusammentreffen dieser vier Menschen drüben im weiten Amerika . . gerade aufs Stichwort dieser vier, gerade in diesem Augenblick, gerade in diesem Hause das hatten wir für eine verstimmende Willkür, eine Wendung, der man beim Lesen, und wohl auck vor dem Vorharig die Gefolgschaft verweigert

Der letzte Aki versickert, nerhämmert, ver­läuft und verwischt sich ... alles wie »rüher. Typischer Stil des RaluralismuS. Damit sei nicht« gegen das Stück gesagt. Die Rückkehr zu dem. was 30 oder 40 Jahre zurückliegt. berechtigt unserm Gefühl nach nicyt zu einer Verdammung nur um solcher Rückkehr willen. Ob die einstige Leuchtkraft und menschliche Tiefe im Werk wieder erreicht wird - daraus allein scheint eS uni anzukommen. Wir wagen aber nicht, diese Frage zu bejahen, und uns gerade zu diesem Wert eines Dichters zu bekenne»», den man In letzter Zeil oft genug mit mehr Ternperameut ak- Sach­lichkeit bekämpft und verurteilt hat.y--