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Hl 47 Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Zreitag, 25. Zedruar (927

Das Gesicht in China. .

Don Pros. Dr. Waldemar Oehlke («hem. National University Peking).

Dar DaS ein Chinefe oder ein Japatrer?" hat in europäischen Städten schon sicherlich mehr al» einmal mancher gefragt, an dem aus der Straße ein Angehöriger der gelben Rasse vor- Überging. Run, für un» .alte Oftafiaten" ge­nügt natürlich ein Blick, auch bei Äantonefcn, von denen viele sogar für gebräunte europäische Südländer gehalten werden könnten. yür den aber, der nie in Ostasien war, gibt e» ein meist untrügliche» Kennzeichen: der Japaner sieht an, der Ehinese sieht .dran vorbei!"; meist, tagt« ich. denn mein junger sangeSkundiger chine­sischer Kollege in Peking, Lt Mao Schiang. Schü- ler der Lilly Lehmann. Bagtc, al» er nach neun Berliner Jahren wieder in Ehina war. bah sich seine Land»leute wunderten, warum er ihnen immer so gerade in» Gesicht sehe, was chinesisch eine grobe Unhöflichkeit fei. Das Gesicht gift In China viel mehr al» bei un» al» Spiegel her Seele, den man fchüyen, rein halten, nicht den Gefahren der Lüge und offenen Verstellung aussehen müsse. Japan, wo es einst ebenso war, hat sich hierin in allem Europa und Amerika mehr und mehr angeglichen.

Verstecktheit und Scheu bedeutet dickes Vor- bei sehen nut der weihen Rass« gegenüber, die sich ein Jahrhundert darin gefallen bat, die gelbe zu unterdrücken und im eigenen Lande, allen nationalen Rechten Hohn sprechend, rücksichtS- fo» auszusaugen.Gebt uns das Gesicht wiederl" fordern heute, in diesem Sinne mit sittlichem An­spruch Die Chinesen Welches Gesicht sollen sie den Weihen zeigen, wenn es ihnen nicht erlaubt ist. in chinesischer Kleidung auf der Pekinger Stadtmauer oder in gewissen Schanghaier Parks spazieren zu gehen? Da soll einer daS Gesicht nicht verlieren!

Wie oft hörte ich diesen Ausdruck in China I Zuerst von meinem Hauswirt, dem ich die Miete bezahlte, obwohl die elektrische Anlage noch nicht eingebaut wat: .Verlassen Eie sich daraus, ich habe keine Lust, mein Gesicht zu verlieren I" Der Diener eines befreundeten Architekten mel­dete der Polizei, bet seinem Herrn sei eilige- hrvchen und gestohlen worden. Der Beamte sieht ihn eine Weile an und nimmt ihn fest: .Du bist der Dieb, du hast fein Gesicht". Das Höchste für jeden Chinesen ist die Familienpf licht. Wer einem Hilflosen der eigenen Verwandtschaft nicht bei- springt, verliert ohne weiteres fein Gesicht. 11 nb die Familie im weiteren Sinne ist das chinesische Doll als Ganze» gegen andere Völker. Mögen Süden und Rorden, Kulis und Generale ein­ander noch so feindlich fein: gegen das Ausland stehen sie zusammen, haben sie alle nur ein Gesicht. Und darum hat der internationale Kom­munist für Dan Chinesen überhaupt fein Gesicht, für den Japaner übrigens noch weniger, weil dieser über da» Wesen deS Kommunismus besser unterrichtet ist als der arme chinesische Kuli, der darin nur Die Versprechung höheren Lohnes und gröberer ReiS-Porlionen erblickt.

BiS zum Weltkriege hat die wethe Rasse der gelben gegenüber das Gesicht wahren kön­nen: ausbeuterisch zwar bis zur Gewaltsamkeit: es war doch ein Gesicht, eines wie das andere. DaS einfache Dolf unterscheidet itoch heute sogar in Japan nicht immer Die Völker innerhalb der weihen Rasse, Die Un chinesischen Hinterlande einfach als .Die grvstnasige" rein körperlich be­zeichnet wirb. Als aber im Weltkriege Die Ver- trteer Der Entente Die deutschen Schilder von Den Häusern riffir unD ihre Hotels Den Eintritt für Hunnen Durch Anschlag Dcrboten. Da begann Die weihe Rasse als solche für Ostasien das Gesicht xu verlieren, ilcberflüffig zu sagen, welche Fort­schritte diese Erkenntnis im Verlauf der Konfe­renzen mit ihren ostasiatischen Enttäuschungen machte I In Den nun schon weitflasfenden Spalt fuhr Dann Der russische Kell, Der Die einstige Vorstellung Weiher Einheitlichkeit fast völlig ver­nichtet«. Wenn Die Weihen es selbst sagen, sollen wir zögern? Die nationale Propaganda hatte leichtes Spiel. Jetzt machte auch Der weniger gebildete Chinese Unterschiede. Keine Ration hat soviel Privilegien in China wie England, auf daS sich der chinesische Hah konzentrierte, zumal

Hochschulnachrichten.

Der Berliner Universitätsprosesfor Dr. Eduard ©rüneifen, Direktor auf der Physi» kalisch-techiiifchen Reichsanstalt, hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Physik an der Universität Marburg als Rachfolger von Prof. S. Schäfer angenommen. Die venia legendi für Geburts­hilfe und Gynäkologie ist in der medizinischen Fakultät der Universität Marburg Dem ersten Assistenzarzt an der Dortigen Frauenklinik Dr. mcd. Hans Otto Reumann erteilt worden. Der bisherige Privat Dozent für Geburtshilfe und Gynäkologie an Der Universität Königs­berg L Pr. Dr. mcd. Hans Rauj 0 ks hat sich nach Marburg umhabllitiert. Die venia legendi für Drückenbau und öifenbetonbau ist an der Technischen Hochschule in Darmstadt Dem Assistenten ebenDa Dr.-Jng. Alfred Tr 0 che ertcHt ioorDen. Professor Dr. Gustav von Bergmann in Frankfurt a.M hat Den Rus auf den Lehrstuhl Der inneren Medizin an der Universität Berlin alS Rachfvlger von Ge­heimrat Friedrich KrauS angenommen. Der Privatdozent für deutsche Philologie, insbeson­dere neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Frankfurt a. M. Dr. Marlin ÖommcrfelD ist zum nichtbeamteten außer- ordentlichen Professor in Der Dortigen philo- sophilchen Fakultät ernannt worden. -- Dem außerordentlichen Professor in Der rechts» und staatswisfenschaftlichen Fakultät Der Universität Frankfurt a. M. 'Dr. Karl Strupp ist ein Lehrauftrag zur Vertretung des Völkerrechts erteilt worden. Für das kommende Commer- halbjahr ist an der Universität Frankfurt am Main eine Reihe theologischer Vorlesungen an- gekündigt. Der Privatdozent an der Bonner Universität und Dozent für Deutschunterricht und Volkskunde an Der Dortigen Pädagogischen Aka­demie Dr. Lev CEDeiß gerbet hat Den Ruf al» außerorDentlicher Professor auf Den ordent­lichen Lehrstuhl für indogermanische Sprach­wissenschaft an Der Universität Rostock zum 1. April 1927 angenommen. Universitäts- Professor Dr. Eduard Schwyzer in Zürich hat Den Ruf auf Den Lehrstuhl Der vergleichenden Sprachwissenschaft an der Universität Bonn al» Rachfolger von Ferd. Sommer angenommen.

Die andern Mächte entweder auSgeschieden waren, wie Rußland und Deutschland, oder sich avwaf.end zurückhalten konnten, wie Japan und Amerika, oDer Preisgaben, was sie nicht schützen konnten, toie_ Belgien. England zog sich nur widerwillig zurück, z. T. offen Dazu gezwungen, wie in Hankau. und ist in Gefahr, zur Genugtuung seiner weihen Äonfurrenten. in China ganz das Gesicht zu verlieren. Amerikas zuverlässigste Agenten die Missionare, springen in jede Lücke, Die Durch englisches Zurück weichen entsteht, und selbst der Vatikan hat eine national-chinesische Schwenkung zugunsten eine» übergeordneten na­tionalen Priestertums vollzogen

Jetzt landen englische Soldaten in Schanghai, um daS englische Gesicht ein Weihes schlechthin im alten Sinne gibt eS längst nicht mehr in China zu retten. Aber auch wenn sie 400 Mil­lionen unterwersen könnten daS alte Gesicht ist verloren. Und Die 1 581 003 chinesischen Soldaten find am Ende auch noch Da. selbst wenn sie einanDer heftig befehden. Rach der letzten Schätzung hatte Tschcmgtsolin unter Waffen 376 000, Wu- peifu 187 000, Fenguhsiang 198000. Suntschuan- fang 209 000, Kanton 317 000 und das übrige neutrale China 292 000. Sind diese Zahlen in­zwischen natürlich längst überholt, so ist es doch tn China so, daß geschlagene und flüchtende Truppen einfach zum Sieger übergehen, wenn er Die Durch engere Landsleute heranzuholen weih und ihnen im Augenblick bares Geld gibt.

Diel wichtiger als Der englische Rückzug würde für China der japanische sein. Japan und China können voreinander das Gesicht ver­lieren, Denn Diese beiden Freunde, zusarnmen- aeschlossen durch die Bekämpfung der weihen Ausländer, wissen, dah sie im übrigen Erbfeinde

find und bleiben werden. Das übervölkerte Ja­pan. ooii dessen Boden nur 20 Prozent Frucht tragen (vergleichsweise in Britannien 81 Proz., in Deutlchlanb 63 Proz.), müßte ohne die chine­sische Brücke zum Kontinent, vor allem Die Mand­schurei. in kürzester Frist zugrunde gehen. Wie einfach lägen allo die Dinge für die Weißen, wenn sie einig wären und eS Den Ostasiaten über­ließen. miteinander selbst fertig zu werden. Denn Dann mühte China sich hilfesuchend an Die Wei­ßen wenden

Die Geschichte kümmert sich nicht um gedank­liche Einfachheiten und geht ihren Weg. Jedem Volk gehört sein eigenes Geficht. und wir gönnen e» China in derselben Freiheit, wie es Japan schon hat. Roch vor der gewaltsamen chinesischen Defreiungstat aber wird jedes Volk in China ein anderes Gesicht zeigen müssen als im 19. Jahrhundert. Auch Die Washington-Konferenz vom 11. Rovember 1921 war nur ein vorberei­tender Schritt, zumal außer China. Japan. Ame­rika. England und Italien nur die Rieder lande, Belgien und Portugal sich da versammellen. Wel­cher Erfolg, wenn da» freiwillige Verzichten der Westmächte dem russifchen Berater die Maske vom .Gericht" lösen, die Sowjets in ihren wah­ren Motiven entblößen würde! Wenn ihr Weg zur Weltbeglückung sie über gewolltes chinesi­sche» Unglück führen müßte I

Ob Schüsse in China fallen werden oder nicht. sie können keine neuen Gesichter mehr schaffen. DaS Rad historischer Entwicklung läßt sich nicht zurückdrehen UnD so ist Die Zeit vielleicht nicht mehr fern, in Der Das oben von mir empfohlene Kennzeichnen zwar UnterscheiDung Der Japaner von Chinesen in europäischen Städten keines mehr sein wirD.

Turnen, Sport und Spiel.

Gröhes Fußball-Ereignis in Gießen.

Die große Schlacht ist geschlagen. K u r - Hessen -Kassel ist nach einjähriger Pause wieder Meister seines Bezirks geworden, und nimmt an Der Runde der Ersten im Gebiete Des W. S. V. teil, währenD der im Endkampf ehrenvoll unterlegene Epielverein Kassel an Der Runde der Zweiten als Vertreter des Bezirks teilnehmen wird. 3m allgemeinen kann man dem Abschneiden unserer Bezirksvertreter nicht allzu viel Vertrauen entgegenbringen. Cs wird wohl schon so bleiben wie in den Vorjahren, in Denen unsere Vertreter mit wenigen oDer fast gar keinen Punkten meist am Ende Der west­deutschen Tabelle zu finden waren. Diese Ansicht erhält noch eine Stärkung durch Die Tatsache, Daß wir an Stelle von Kurhessen und Spielverein genau so gut Den S. C. 03 oDer Sport Kassel stellen. Die UnterschieDe in Den Leistungen Der Genannten sinD enttoeDer gar nicht da oDer so gering. Daß wir nicht glauben können. Daß wir zum minDesten vier gute Mannschaften von Ruf hätten. Die Den anderen Vertretern des Westens mit Erfolg standhalten konnten. Wir müssen also öamit rechnen, daß Der Erfolg unserer Vertreter in mehr oder minder hohen Verlusten ent» sprechend Der Stärke des jeweiligen Gegners zu bestimmen ist, mehr aber nicht. Allenfalls wür­den uns Die Südwestfalen diesen oder jenen Punkt abgeben; allein auch das ist noch mehr als fraglich. Beweisen wird eS schon der kom­mende Sonntag, der als Auftakt für unsere Be- xirksvertreter bereits zwei Begegnungen vorge­sehen hat:

Hagen 05 gegen kurhefscn Kassel in Gießen.

Die Hagener, Meister von Eüd- toeftfalen (nebenbei gesagt der einzige Ver­ein. der zwei Eisen im Feuer hat; Die Hagener stellen nämlich auch Den SüDwestfalen hand- baHmeifter!) waren schon am vorigen Sonntag im Treffen, und zwar gegen Den Westfalen- meister Arminia Bielefeld. gegen Den sie mit 4:0 höher als oerDient Federn lassen mußten. Die Mannschaft hat ihre Stärke in ihrer Ausgeglichenheit. Kaum ein überragendes Talent

steckt in ihr, aber Die Geschlossenheit ihrer Mann- schaftsleistung ist ihr Vorteil. Unser Meister hat keine leichte Ausgabe gegen Hagen. TrotzDem ist hier eine Der wenigen Möglichkeiten zu er­folgreichem AbschneiDen im oben erörterten. Sinne, evtl, sogar zu einem Punktegewinn gegeben, be- sonDers nachdem Die Kurhessen sich im Ent­scheidungskampf so verhältnismäßig gut ange­lassen haben, Daß man wieder mehr Zutrauen als nach den vorletzten Spielen zu ihnen haben kann. Endllch gibt vielleicht die Möglichkeit der Bezirksvertretung auf heimatlid)em Boden ihnen das nötige Verantwortungsgefühl zu ernstem, eifrigem Kampf um Die Sache. Dann werden wir sogar bestimmte Hoffnung auf knappen Ge­winn haben können, vorausgesetzt natürlich, daß Kassel wieder seine volle Elf zur Stelle hat.

Die Runde der Zweiten enthält am kommenden Sonntag in Hagen das Auftreten De» zweiten Westfalenvertreters

Borussia Rheine gegen Splelo. Raffel.

3n Diesem Falle kann man bei allem Opti­mismus Dem Kasseler Vertreter feine Gewinn­chancen geben. Wir müssen damit rechnen. Die Kasseler im günstigen Falle mit knappem Tor- untcrtoleDe verlieren zu sehen. Gerade Spielv. Kassel hat eine sehr unbeständige Form aufzu­weisen, und besonders fehlen ihr im ausschlag­gebenden Sinne Die Erfahrungen solcher schweren Spiele, Die Kurhessen entschieDen Den anderen Bezirksvereinen voraus hat.

II. Vezirksklasse Lahnkreis.

tz. Rach der vorausgesagten sonntäglichen Rie- Derlage des F. C. Wetzlar gegen Die führenden 1900er hat sich im Tabellenstand im Verhältnis nichts geändert. Die relative Punktgleichheit zwi­schen Gießen und Marburg besteht noch immer, sie wird zur wirklichen, wenn, was ziemlich sicher, Germania in Marburg am kommenden Sonntag Gladenbach schlägt. Gießen 1900 ist am gleichen Tage spielfrei. Der F. C. Wetzlar empfängt den S.V.Herborn, der nach dem kürzlich erfolgten Weggang seines Mit­telläufer» Winter die Qualitäten einer spiel­starken Mannschaft erheblich eittgebüßt hat (siehe seine vorsonntägliche Riederlage gegen Den Tabellenletzten RiedergirmeS). Die Wetzlarer

Zum Rachfolger von Prof. R. Piloty auf dem Lehrstuhl für allgemeines, deutsches und bayerisches Etaatsrecht, sowie Derwaltungsrecht und Polittk in Der rechts- und staatswissenschaft- lichen Fakultät Der Universität Würzburg ist Der Ministerialrat im Bayerischen Ministerum De» Innern Dr. Wilhelm Lasoret ausersehen. Das Durch die Berufung Des Prof. Leo Bruhn» nach Leipzig an Der Rostocker Universität erledigte Ordinariat Der mittleren und neueren Kunstgeschichte ist dem Privatdozenten Dr. Aich. E« Dimai er an der Universität Würzburg angeboten worden. Amtlich wird die Er­nennung des ord. Professors für Frauenheil­kunde an der Akademie für praktische Medizin in Düsseldorf Dr. Otto Pankow zum ordentlichen Professor der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Freiburg i. D. und zum Direktor der Univerfitätsfrauenllinik daselbst beitätigt. Pankow ift in Freiburg Rach­folger des verstorbenen Prof. Erich Opitz. Das durch das Ableben des Professors Franz Muncker an der Universität München erledigte Ordinariat für neuere deutsche Literaturgeschichte ist dem orbentL Professor Dr. Ernst Bertram an der Universität Köln angeboten worden. Dr. Bertram, ein geborener Elberfelder, früher Privatdozent in Bonn, übernahm die Kölner Professur im Jahre 1922 als Rachfolger von Prof. Franz Schultz, Frankfurt. Der ordent­liche Professor der Zoologie an der Berliner Universität Dr. Richard Hesse ist von der Preußischen Akademie der Wissenschaften zum orDentftchen Mitglied ihrer physikalisch-mathe- matischen Klasse gewählt und vom Preußischen Staatsministerium bestätigt worden.

Die Enthüllung desDrohen Unbekannten". Es hat wohl kaum je eine größere literarische Sensation gegeben, als den Erfolg, den vor 100 Jahren Die Bücher eine» Unbekannten in Der ganzen zivilisierten Welt ernteten. Es waren historische Romane, Die zum größten Teil in SchottlcmD spiellen, von einer Anschaulichkeit Der Darstellung, einer Kraft der Wederbclebung de» Vergangenen unD einer naiven Erzählung»-

fünft, Die alle Kenner bctounDerten. Der Ver­fasser nannte sich nach dem ersten dieser Ro­mane denAutor von Wawerley", und Die rasch hintereinander erscheinenden Werke wur­den bald auch ins Deutsche übersetzt, wo sie die Begeisterung eines Goethe und Tieck er­regten, zahllose Rachahmungen sanden und eine Batte des historischen Romans hervorriefen. DerGroße Unbekannte", wie man den Schöp­fer der Waverleh-Romane allgemein nannte, war Der gelesenste Dichter seiner Zeit, und man zer­brach sich überall den Kopf, wer es wohl fein möchte. Aber das Geheimnis wurde gut ge­wahrt, bi» eS bann gerade vor einem Jahr­hundert plötzlich enthüllt wurde. Am 23. Febr. deS Jahre» 1827 erklärt« öit Walter Scott auf einem Festessen zu Edinburgh, er bekenne sich schuldig". Die Waverley-Romane versaht zu haben. Wenn auch vielleicht mancher ahnte, daß Dieser Dichter des schottischen Hoch­landes irgendwie mit dem berühmten Roman­schriftsteller zusammenhänge, so wußte doch bis dahin niemand etwas Gewisse». Das Geheim­nis war mehr al» ein Jahrzehnt gut behütet worden. Der Drucker der Romane. James Dal- lantyne, war ein alter Schulkamerad und Freund Scotts, und der Dichter stcmd mit ihm allein in Briefwechsel. Wenn Ballantyne ein Man- skript Scotts empfing, so wurde es unter seiner Aufsicht von einer vertrauenswürdigen Perlon abgeschrieben, und die Setzer bekamen nur diese Abschrift zu Gesicht. Die von dem Autor durch- gefehenen Korrekturbogen kamen nur in Dal- lantyneS Hände; er selbst trug alle Korrek­turen Scotts auf einem andern Dogen ein. Warum breitete Scott dieses Geheimnis so lange Zeit um feine Romane? Er selbst bekennt, daß er bei Der Abfassung De»Waverleh", seines ersten historischen RomanS, ganz im Ungewissen gewesen sei, ob diese neuartige Form Der Dich­tung Anklang finden werde.Da ich fürchtete, daß der Versuch mißlingen forme, schreibt er, ..so wollte ich nicht persönlich die Gefahr eines Fiaskos auf mich nehmen. Sodann aber wird auch die damals beliebte Mode mitgefprochen haben Freunde und Leser zu mystifizieren. Im Zettalter der Romantik hatte alles Geheimnis­volle einen besonderen Reiz, unD viele Werke erschienen anonym.

werden sich also di« Punlte, Die sie endgültig 00m Abstieg trennen, nicht entgehen lassen. Offen ist der AuSgang Butzbach B. C. Wetzlar. Vielleicht schassen c» aber auch Her Inapp die Wetzlarer Gäste.

V. f. B.

Dao für nächsten Sonntag angesetzte Der- bandSsptel der Ligareserve gegen Die gleiche vom F. C. Wetzlar ist wegen deS auf dem Waldfportplan steigenden MeisterschaftStreffen» auf einen späteren Termin verlegt worden.

Die Dritte trägt ihr VerbandSspiel gegen Daubringen auf dessen Platz schon vor­mittag» aus. Ebenso Die Vierte. Die in Heu­chelheim um Die Punkte zu kämpfen bat.

Für Die 1. Jugendmannschaf t ist schon seit längerer Zeit ein Freundschaftsspiel mit bet 1. Jugendmannschaft der Frankfurter.Ger­mania zum kommenden Sonntag auf Dortigem Platz abgeschloffen worden. Man darf gespannt fein, wie sich Die Gießener Mannschaft gegen ihren spielstarken Gegner haften wird

Die 2. JugenDmannf chaft hat auf hie­sigem Platz Daubringen» erste Jugendmann­schaft zum Gegner.

Spielvereinigung 1900 (Siesten.

ö. Sin Gesellschaftsspiel Der Ligaelf gegen Die 93er au» Hanau mußte abgesagt wer­den. da infolge des Meisterschaftsspiels auf dem Waldfportplan über die anderen Gießener Plätze Spielverbot verhängt wurde

Die Ligareserve trägt in stark verjüng­ter Ausstellung da» Verbandsspiel in Herborn au»; sie muß alles dran setzen, wenn sie auf diesem tückischen Pian zum Sieg kommen teilt Die 4. Mannschaft spielt vormittag» in Heuchelheim gegen die dortige 2. Mann­schaft im Meisterschaftsspiel. Der Ausgang ist völlig offen.

Heuchelheim.

Die Erste De» 2. D. 1920 Heuchelheim empfängt am Sonntag B. C. Sinn. Sinn ist start Anwärter auf Die Meisterschaft. Heuchel­heim muß sich sehr anstrengen, wenn eS auch dieses Spiel auf eigenem Platze gewinnen will.

Aus dem Arbeiler-Turn- und Sportbund.

£. Auf Dem Wiesecker Waldsport­platz finden am Sonntag Spiele statt, die al» Lokaltreffen anzusprechen find. Zunächst messen Die Jugendmannschasten ® le ft en» und Wie - secks ihre Kräfte. Da beide Mannschaften besten Ruf genießen, ist ein interessantes Spiel zu er­warten. Ser Ausgang ist zweifelhaft. Aus Seiten Wiefecks ist ein kleines technisches Plus zu er­warten, Gießen dagegen verfügt über eine merk­liche körperliche Ueberlegenrtcit. Wer feine ge­gebenen Vorteile am besten ausnutzt, bleibt Sie­ger. 3m Anschluß hieran spirien die I. Mann- schäft WieseckS und die I b«M a n n f <f> a f f Gießens. Man wäre versucht, Wieseck die meisten SiegeSaussichten zuzuschreiben, Gießen» I b. wird jedoch in wesentlich verstärkter Ausstel­lung aus Der 1. Mannschaft antreten, und so wohl bestrebt sein. Wieseck die Wage zu halten. Das Spiel gilt als Rückspiel für ein vor einiger Zeit auf dem ©ieftener Platz auSgetrageneS Spiel, das die Wiesecker damals in überzeugender Weise gewinnen konnten. Beide Mannschaften sind zu- tunfhge Gegner der 1. Klasse bei Den demnächst beginnenden Derbandsspielen. ein Abtaften Der Chancen und Möglichkeiten ist daher für beide Mannschaften gegeben.

Lollar plant eine Reise nach Fried­berg zu dem Meister des 6. Bezirks, der in Der letzten Zeit an Spielstärke sehr gewonnen hat. Die Aussichten Lollars sinD ja nicht gerade rosig, aber trotzdem wird Der Vertreter deS 3. Bezirks in Friedberg nicht Den schlechtesten Ein- Drud hinterlassen.

Heuchelheims Erste ist infolge mehrerer Krankheitsfälle zur Ruhe gezwungen. Die Ju­gend spielt auf eigenem Platz gegen Die Jugend des Männerturnvereins Marburg, und dürfte wohl ehrenvoll aus dem Kamps hervorgehen.

Sronbaufen I trifft sich im Gastspiel mit Leun I. Derbe Mannschaften werden sich ein

Wer ist der Krokodilwächter?

DerVater der Gcschichtsschreibmrg" Herodot erzählt bereits von einem Vogel, der Den schla­fenden Krokodilen in den Rachen krieche, ihn von Schmarotzern reinige unD Die Echsen vor dem Ichneumon warne. Mit diesem Vogel hat sich Die Wissenschaft schon viel beschäftigt unD einer Drosselart sogar Den Ramen .Krokodilwächter" verliehen. Der Vogel, Der schon auf den alt- ägyptischen Wandgemälden häufig dargestellt ist, wurde von Drehm anschaulich beschrieben, und sein Zusammenleben mit dem Krokodil gilt al» ein Musterbeispiel Der .Symbiose", bei Der Der Vogel feine Rahrung findet, das Tier aber durch feinen Rus gewarnt wird. In neuester Zett sind aber scharfen Beobachtern schwere Zweifel dar­über aufgetaucht, ob Der sog. Krokodilwächter auch wirklich diese Rolle bet Den gefährlichen Echsen spielt. Dr. O. Herr berichtet Darüber und weist auf Die Beobachtung eine- französischen Raturforschers des 18. Jahrhunderts. Paul Lucas, hin. Der den eigentlichen Krokodilwächter in Dem Sporenkiebih vermutete. Der ©nglänber Cook hat dann eingehend die Lebensweise dieser Kiebitze beobachtet. Die von Den Eingeborenen Kroko knl- vögel genannt werben. Der Svorenkiebitz hüpfe in bas geöffnete Maul be» Krokodils. Da» darauf die Kiefer schließe; durch die Stachel seiner Flü­gelsporen zwinge er bann bie Echse, ihren Rachen zu öffnen, nachdem er bie Reinigung vollführt habe, unb spaziere vergnügt au» der merkwürdigen Wohnung heraus. Auch der nordische Reiseschil- berer unb scharfe Tierbeobachter Bengt Berg behauptet, Der sog. Krokobilwächter finbe sich niemals bei den Krokodilen. Dagegen seien die Sporenkiebitze überall zur Stelle, wo KrokoDil« find, und lassen ihren scharfen Rus al» War­nungszeichen ertönen. Die Frage, welcher Vogel der eigentllche Krokodilwächter ist, wird jedenfalls noch genauer beantwortet werden müssen, und die Stellung des sog. Krokodilwächters ist stark erschüttert. Es gibt übrigens zahlreich« DögÄl, die den Rücken von Tieren nach Schmarotzern absuchen, unb auch bei un» beobachtet man viel­fach Meisen, bie auf Damhirschen, Stare und Dohlerr die auf Schafen die Insekten vom Fcll tocgfciden.