I
les
u
t
ofle
üe
preis
r.16
Hebe- urffc ibtn rttilt
bei
Ml
10
mb chr Mß «er.
>et dn. »i.
ibel- obr Sok aufr itllig
IS
eg 5 mm
2J W
nm- am. 711) 91,
nö6 flf rar.
rter ehr dl m lao- itnl
iu)D siel, 30.
1 ,
att
m beiitskn $,ieman'r.(‘ Mäichea c.a«l- Slontdfl. iö. Tc> L Mria.' «utzer
o» 1 z a/
Ä"*
19.
IM«D
ue
■D k 66.
£ Stadttheater
iet- 8l) Uf. tel
re7 Die mu
>
3ufommtnfnni
LL
SStiS' von -r $0 H-Z
ft»1®!!** ilEp-L StfS:
sfajyflS
voll 17 bl-
Hirte W1- «ürchknlrtt
lang unb Zw *
(Berbt fr
fe spg flirt» W*
Ihm
G-->j "JX' li
•""SÄ» -
NW llJVflBuer &2ÄK**
$p. r>-
tn. \ 'l. ,'MN.
=l«*et fcbtr t
imHnwi'Lii
von iSbiiaea^'
W Ml»
iw in» WWrtl 8™ 1 Seime: Ib Wtt
TienfitatbE.il muh Art Jta* LM «teNrtn bei Ifit-
UA
!aÄ»> ÄS.
Nr. 501 Zweiter Blatt
Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)
Samstag, 2-1. vezeniber (92Z
Wohin geht Deutschland?
Deutsche Parteiführer über die nächsten fragen der deutschen Politik.
Trr tertenbe 0Ui**taa 6<nltrUht ki- nrm Nachfolger eine reiche CrM*dft un- crlebifltrr fragen Der Wiederaufbau bH Staate# Keilt un# aut allen Gebieten de« öffentlichen Lebens vor neue Problem« von entscheidender Bedeutung. Die Schul- falfftage Wohin geht Deutschland 7 kll in den folgenden Interview» mit maf)- gebenden Parteiführern in jene Sinzel- tragen gegliedert werden, von deren Beantwortung die legte Lötung des groben Problems abhängt Aach der Berabtchic- düng des Etats muh do« Haus aufgelöst werdeer An dem bisherigen Kurs unterer Außenpolitik wird auch von einer neuen Mehrheit nichts geändert werden Ueber diese Aotwendigleit besteht voll- stänige Ueberemstimmung. ebenso w,e über die Aotwendigkeit einer durchgreifenden Berfaffungsünderung. eines groß angelegten Finanzausgleich s. einer baldigen Aeform d« s S t r a f g e f e d e s und der Lchulgefeygebung und einer modernen Sozialpolitik. Hier wird nun dorgelegt, tn welchem Sinne die poli- kifchen Parteien diese Fragen entschieden wissen wollen.
Durch innere Befreiung zur äußeren.
Ton G X Trevlranus.
Mitglied der Deutschnationalen Aeichstogsfraktion. Die Zukunft der Aation hängt nicht von Augenbli-Isentfcheidungen ab. Die TagesVolitik bedeutet tm gewissen Sinne eine Irreführung, sofern Ne den Bedürfnissen der Machtpropaganda unterstellt wird Die fernere Entwicklung des deutschen Volkes wirb bei aller Bedeutung der Wirschaft ale einer Grundlage der nationalen •elften» im legten Sinn« von der Gestaltung des deutschen Kulturwillens entschieden. Die Frage laufet Soll Deutschland sich wieder für die christliche Ltaalsauftaffung oder foll es sich für eine atheistische Weltanfchauung entscheiden.
Es geht dabet nicht um einen Kampf um Mandate, sondern um lröchste staatspolitifche Verantwort ing Wenn ich dabei. an die vieluin- Itrittcnc Reform der deutschen Reichs- erfasfung erinnern darf, so haben wir hier die organische Entwicklung zu sichern. D»e wirtschaftliche Bedeutung dieser Aesormen ist gering gegenüber den kuliurellen Aotwendig- feiten. die ausschlaggebend bleiben müssen. Nationalisierung darf nicht gleichbedeutend sein mit Vernichtung lebendiger nationaler Kräste. Auch das Aeichsschulaefetz erscheint mir gerade unter diesem Gesichtspunkt von grundlegender Bedeutung. Wir wollen nicht nur die Verstandeskrstste des Heranwachsenden Deichlechtausbilden. wir beiohen ebensosehr die Notwendigkeit daß diese Generation sich seelisch und sittlich entwickeln müsse. Die harmonische innere und äubcrc Entfaltung der Heranwachsenden Generation wird und muh die einzig« natürliche Lösung der sozialen Fragen bringen, die "on der fegt leoenden nicht ganz gelöst werben konnten Der Weg aus Deutschlands Tot 'kann nur mit Einsatz aller Kräfte gefunden werden. Vor der äuberrn Befreiung steht die innere.
Zurück zur Giaaisauforiiäi!
. Von Siegfried von Kördorfs.
Mitglied der Volksporteilichen Aeichstog-sraktion. Do» letzte große Problem, mit dem dieser Reichstag flch noch »u beschäftigen hoben wird, ist di« Schulaeictzgebuntz. Ob der Gesetzentwurf beschlossen wird, erscheint mir recht fraglich Vor ollem beurteile ich die Angelegenheit
von ihrem Kostenstond punkt Es wäre sehr xu erwägen ob die Mehrkosten der sogenannten Zwergfchulen nicht auf dem Wege aufgebracht werden sollten, daß man die Antragsteller zur Kostendeckung heranzicht. 3m allgemeinen stehe ich dem Gesetzentwurf der eine gewiss Unruhe in unser Schulwesen bringen muft. nicht ohne Skeptizismus gegenüber Weine und meiner Partei endgültige Stellungnahme hängt von der endgültigen Fassung ab die der Entwurf bekommen wird. Gewiß bat er Ehancen. angenommen zu werden Weitere Kompromißverhant.ungen werden ihn red och wesentlich modifizieren muffen.
Aachdem der Reichstag diefe letzte große Aufgabe gelöst und den Etat fertig gestellt haben wird — was im Juni der Foll fein dürfte. - soll er meiner Auslassung noch aufgelöst werden
Bei dem kommenden Wahlkampf wird vor allem die Versasfungsfroge >m Vordergründe der Erörterungen stehen Das deuifche Volk wird sich zu fragen haben, ob di« Weimarer Verfassung m all ihren Bestimmungen erträglich ist oder ob Ne. natürlich unter strengster Aufrechterhaltung ihrer demokratischen Bestimmungen, nicht in einzelnen Punkten geändert werden könnte.
Wir stehen durchwegs auf dem Toden der Verfassung, obwohl diese une nicht als ein Noli mc tangere erscheint Vor allem bin ich der 2ussoNung. dost die Weimarer Rational ver- lammlunfl nicht das Aecht hatte, durch den Artikeln dernzufolge Verfassungsänderungen nur mit einer Zweidrittelmehrheit möglich fein sollen, dem deutschen Volk ihre Anlcha innigen f ü r alle Zukunft aufzuzwingen Sine Verfassungsänderung müßte möglich sein, wenn sie von zwei Parlamenten in einander folgenden Legislaturperioden mit einfacher Mehrheit belchlofsen w»rd. Auf diese Art hätte die Aation in ihrer Mehrheit sich zweimal sür dies« Verfassungsänderung ausgesprochen. Gleichzeitig wäre der jetzige Zustand beseitigt, der jede Verfassungsänderung im Sinne der bürgerlich eingestellten Mehrheit der Aation gegen den Widerspruch der sozialdemokratischen Minderheit unmöglich macht
Aotwenbig erscheint mir auch eine Stärkung der Stellung des Reichspräsidenten. der nicht so weitgehende Rechte haben müßte wie sein amerikanischer Kollege, aber doch weitergehentc. als er sie gegenwärtig besitzt Die Frage wäre zu erwägen, ob ein vom Reichspräsidenten gewähltes Kabinett nicht besser nur mit einer Zweidrittelmehrheit vom Reichstag gestürzt werden könnt«, und darüber binaue. ob Minister vom Parlament nicht ausschließlich anläßlich der Bewilligung ihres Etats, also nut einmal im Jahr, zu stürzen sein sollen. Vor allem ist aber eine Stärkung der Stellung des Reichssinonzministers gegenüber der ausgabeireudigen Volksvertretung unbedingt geboten. Die Stärkung der Regierungsgewalt, die sich aus dieser Verfassungsänderung ergäbe, wäre zugleich ein« wesentliche Stärkung des Parlaments. das sich mit seiner ewigen Krisenspielevei tn weitesten Kreisen unbeliebt gemacht hat. Hebet- Haupt muß der Pa r la m «n t a r i s m u s schor, durch den nächsten Reichstag tn seinem Aiveau gehoben werden. Wir müssen zur freien Rede und zur interessanten Debatte rücklehren. Der Zustand, daß das Plenum eine reine Abstim- mungSmaschlnerie ist. während die politischen Geschäfte in einem kleinen Ausschüsse abgewickelt werden, darf nicht andauern.
Auch daS Verhältnis zwischen Reich unb Ländern wirb grundlegend geändert werden müssen. Die allg zum Einheitsstaat, dessen Fundament eine enge Verbindung zwischen dem Ac ch und Preußen fein wird. Die kleineren, nicht lebensfähigen Staaten müssen gänzlich ver chw'.nden. Freilich bin ich mir der Schwierigkeiten, die dieser zwang«-
Gießener Stadiiheaier.
„Prtrrchcnd Moudfahrl".
Wer einen Heinen Buden oder ein Mädel Hot. die so eben vielleicht 5 oder 6 Jahre alt find - für b»e kleineren ist es wohl ein bißchen Slang, oder Itc fürchten fick» am Ende vor dem fen Mann im Mond und den drei grauSligen Kanonenfchü'fcn —. der gehe mit ihnen »ns Theater er wird ihnen bestimmt eine große Freud« damit machen.
3m Theater wird nämlich jetzt, weil Weihnachten ist. ein Märchenfpiel aufgeführt, das heißt .Peterchens Mond fahrt", erfunden und gedichtet von Gerdt von Vassewitz. hat sieben Bilder mit Gelang unb Tanz und ist daS hübscheste und kindlichste Dechnachtsstück. daS nw* sich denken kann Eiemens Lchmalst ich hat eine ganz reizende Märchenmufik dazu gc'chr.e- den. die das Ga n.z« «inrahmt und begleitet
DaS Gan.zc ist aber auch ein furchtbar auf- regendes imh lustiges Abenteuer es ist kaum zu sagen, was man alles zu fefcen bekommt. Utto wenn es auch etwa nur ein lufti'er Traum der beiden Geschwister Petcrchen unb Annelies« attrefen sein sollte, so begibt sich dow alles so leibhafttg und natürlich vor untern Augen, daß man denken könnte, es wäre die reinste Wirklichkeit.
Ss ereignet sich so viel, baß man eS kaum erzählen kann. Denkt euch: der Seine Peter und die kleine Annel-ek fliegen ernes schönen Abends mit dem Maikäser äumfemann auf den Mond, um das sechste Maikäferbein dort oben zu holen, das auf eine ganz merkwürdige und traurige Weile auf den Möndderg gekommen ist
Unb was sie da nun unterwegs alles erleben, das ist überhaupt beinah unbeschreiblich. Auf der Stern en wie*« zum Beispiel kann man bi« kleinen Cferne sitzen sehen und unter der Aussicht vom Sandmann ihren Strahl putzen, bis er ganz blank ist. Unb dann gehen sie auf — man kann eS genau verfolgen, w.e daS isti — unb bann tanzen sie einen allerliebsten Reigentanz.
Unb bei der Aachtsee. wo die Kinder auch hinkommen, ist gerade ein großer Kaffeeklatsch im Dange, wo sich Donnermann und Vlitzhere. Wollenfrau und Aeaenfritz, Milchstraßen mann und Wassermann unö Sonne ein Stelldichein geben, daß es einfach zum Verwundern ist. Aber
die Weihnachtswicse, die ist fein! Das ist ein richtiges Schlaraffenland für Duden und Mädels, wo Puppen und Soldaten und Lhriftdäume und Pfefferkuchen wachten und eine ganze Menagerie dazu. Und der Weihnachtsmann schaukelt daS ährtstkind in der W ege.
Und bann werden die drei Reisenden vom Sandmännchen au# einer großen Kanone auf den Mondberg geschallen, wo he einen schweren Kamps mit dem Mann im Mond bestehen, und wo dem guten Sumte mann da» sechste Bem mit Spucke wieder angemacht wird. 3hr könnt euch denken, wie der sich gefreut hat!
DaS alles hat Karl Bold mit großer Sorg- sall einstudiert, und es wird sehr hübsch unb lustig und märchenhast gefvielt. Die beiden Geschwister sind 3ngedorg Scherer ind Ehtnlly Saft ein. Luife 3ünglina ist chre Mutn. 3uliuS Ba st s der Ma Hafer. Cularne Heym die Aachtfee 2Uir Ärabmer das Sandmännchen Paul Gebre der Weihnachtsmann, unb Sie □eine Walt raut Lauschck fahrt ben Sternenreigen an. Lina Olbint ha: bk Tänze c n- geubt. Die neue Ausstattung ist von Löffler ur.b Ä-e i m besorgt worden Auch die Kapelle verdient em Lob
Und die Kinder, sie hören es gern« Dr. Th.
Das Weihnachislied.
Eine alte Geschichte, utuerm De:hnachlSbaum zu erzählen.
Don Ma» GungnideL
M» jedem Weihnachts'est kommt baä L eb. „Stille Rächt, heiligt Aachl!" immer w.eder w e r.n freundlicher Stern. Unb unmtr wieder ist es neu. Ueber Hunden 3ahr« schon kommt ee. uni) jedes 3ahr wirkt es w.e neu geboren. S.» wunderlich fchönes Lied! Sm P atttr hat es gedichtet. Zeilen sind darin, die w.e filberwerße EngelS lügel auf- und n ebtrgthen. Und ee Schulmeister hat biefem L td tin NingendeS Gewand gegeben.
3a. es sind schon über hundert 3ahr« htr 3n einem Heinen Dorre war s, in Tirol, wv die hohen Derge schneenef m die Wollen steigen, unb wo die Bäche fo schnell rennen, daß sie von keinem Frost zum Stehen gebracht werden. 3n so einem Tiroler Dörfchen saß der Herr Psarrer Mohr: 6in guter unb doch ein bchchen wunderlicher IHamu 3m Sommer ging er über
läufigen Entwicklung von jede n Landesparlamcnf und zeder Staatsregierung tn dem Weg gelegt werd«?, turchaus bewußt. Trotzdem muß aus eine Beschränkung der Parlamentefpielerti in den Ländern gedrängt werden. Die Paneiluunc kann schließlich die Politik im Reichstag, teineslalls aber die Verwaltungen der Länder bestimmen.
Der neue Reichstag wird auch eine Steuer- tel orm 'm Sinne e:ntr Verein'achung unseres Sleuerwtftns durchzuführen Haden.
3n der Außenpoli11l sind untere gro- ßen Ziele: Befreiung der Rhelnlanbe und Erleichterung her Dawts-Lasten. emsprechend bet Traafähigkeit bet deutschen Wirtschaft Dieb* Frag« hängt natürlich eng mit dem Oefamtlomoler des mtetalluetten Schuldtnpro- d'.emS xufdmmcn. Aut ein wirtschaftlich florierendes Deutschland kann feine schweren Verpflich- tungen erfüllen. Dieses Deutschland wirb ater etn lästiger Konkurrent auf dem Weltmarkt Irin. Ss liegt mithin em« Milderung unirrer Repara- tionSlasten im Interelle bet Westmachtc selber. Deutschland wird jedenfalls die Locarno-Politik unbeirrt f ortluhren An dieser außenpolitischen (T.nftcllnng können di« jeweiligen Mehr- bcitevcrbältntff« nichts ändern. Welche Mehrarbeit der neue Reichstag hoben wird, läßt sich beute noch nicht votausseben. Die Länderzablen haben einen starten Ruck nach links gezeigt. Vielleicht wird er auch im Ergebnis der Reichs- tagSwablen. wenn auch nicht tn gleichet Stärke, zum Ausdruck kommen. Die Deutsche Volkspartri tritt jedensalls mit vollständig ungebundenen Händen in den Wablkarnpf Wir werden, ohne Riicksicht auf alle Flügelparkien. für Nejenifle Mehrheit zu haben fein, deren AtbeitSprograrnrn im Interesse des deutschen Volle# liegt.
3ur wirtschaftlichen
und sozialen Harmonie!
Von Adam Stegerwalb.
ehern preußischem Ministerpräsidenten. Mitglied der Zenfrumsfraktivn des Reichi-iags.
Mit Deklamationen groß angelegter Programme ist nicht viel getan Die mühevolle tägliche Kleinarbeit allein ermöglicht den Ausbau der sozialen Republik, an den Wit im neuen Reichstag stärket al# je werden Herangehen müssen. Hier unterscheiden ök Vertreter der christlichen Arbeiterschaft im Zentrum fich in uircr Tätigkeit vielleicht ein bißchen vom Herrn Dr. Wirth, der nach unserer Auslassung vielleicht etwa» zu seht am demokratischen Formalismus fest hält und eS uns überläßt. Tag für Tag die praktische Aufbauarbeit zu leisten. Aach den Wahlen wirb baS Verhältnis zwischen bem Zentrum und Herrn Dr. Wirth freilich trgend« wie geklärt werben müßen.
Allerdings stehen unS nach ben Wahlen noch ganz andere und viel größere Aufgaben bevor. Wir muffen bas wittfwaftliche Gleichgewicht im Reiche Herstellen, bas fett dem Jahre 1014 vollkommen zerstört ist. Seit btefer Zeit find die Agrat^ er feht wenig geschützt, während die Industrie sich bn Krieg unb in der Aach'riegszeir wirksamer Schutzmaünahmen erfreute. Hier tmen gesunden Ausgleich zu schassen. ist eine der dringendsten Aotwendigkeiten. Auch bet natürlich« VevölkerungSaus- tausch zwilchen dem Osten und dem Westen Deutlchlands. wie «r jahrzehntelang bestand, ist derzeit unterbrochen und muß auf eine neue, zeitentsprechend« DasiS gestellt werden. Früher lagen die Verhältnisse so, daß bet industrielle Westen sortwäbrend große Menschenmengen aus dem Osten oulnahm. Heute ist diele Aulnohmemöglichkeit vor allem durch die Tatsache, daß die Kohle sehr viel von ihrer alten Dc- "Deutung verloren hat. wesentlich eingeengt. Wir
die blumenwilden Wiesen, immer ben großen Schlapvbut in bet Hand. Unb bann setzte er sich au* den Diesenratn. pslückte in den Schlapphut duftende Sommerblumen, zog di« Deine an und stellte den Hut aus die Knie. Unb kaum hatte et daS getan, ba kamen sie schon angeschwebt in gelben, braunen, bunten Schleifen, die Schmetterlinge und Sommer'alter. Und sie umschwebten ben Pfarrerhut und ließen fich daraus nieder. Und Mohr fah wie ein glückliches Kind auf d.efes Wunder hin unb redete, flüstert« mit den Sommers altern, laug ihnen vor und erzählte ihnen Geschichten. St ging erst nach Hauk, wenn die Sonne hinter die Berge kroch. Und dann saß er noch lange am Fenner seines Ptedigtstübchens und sah zu den Sternen auf. 3a. em wunderlicher Mann war et schon, der Herr Pfarrer Mohri
Und einen Tag vor Heilig-Abend sah rr in einer einsamen Schneehütte auf einem kleinen Berg Sr wollte fich in der Bergemfomkeit auf eine Dcihnachtvrredigt porbereiicn. Der Cicn in der kleinen Hütte krachte und fununte unb bibberte. SS war traulich warm. Und der Mohr hart« Aeplel mitgenommen. D e schmorten und bu'teten unb sirrten auf bem Ösen herum. Auf dem Tllch flackerte unb golbete etn Licht. Da# war gerade, als ob bet hebe Gott tn eigener Pet'on in btefer Schneehütte faß unb vor sch ymläckklte.---Au* einmal wurde baS Fenster
dufgerifkn. Der Schnee stob unb legt« sich in langen Schwaben in die Hütte hinein. Aber das Licht verlosch nicht Ss zuckte nur ein btßchen stärker, ober es leuchtete heller. Der Psartet Mohr wurde von einer treten Fröhlichkeit etgr.i'en. Sr loh. w.e draußen, tm we.ßen Frieden, die Well lag. Ss wat. als ob er die Träume der Kinder hört«. Aut ein einzioer Stern stand am Himmel. Der Stern stand über bet einzigen Schneehütte. Und da fiel ihm ein, wie es gcwelen wat als Lhtiftus geboten wurde. Und et gn’f feinen Federkiel und fchrieb: „Stille Aacht. heilig« Rächt! Alles fchläh, «äifam wacht — —" Di« Zeilen wuchsen wie von selbst. Die kleine Bäume wuchsen fit, wie Blumen. Unb fit schlangen sich zu Reimen. Der Pfarrer faß unb lächelte, ganz warm und funkelnd wat fein Her» Und alS et fertig war. tanzt« er. wie toll vor Glück, in der Schneehütte herum. Sr muhte eS jemanbem fagen, wie glücklich «r war. wie groß die Freude über ihn gekommen War.--
müllen ol'o an neue Betbrndungsmögllchkeiten »wischen d m Osten und dem Westen denken. Hierher gehört rot allem die Schollung eines grrf.iüglgen Kanolisations^efetzes Mit einem oder dem andeicn prunkvoll anatfünbigieii Äanalbau ist gar nichts getan ? « Möglichke.ten. die aut diesem Gebiete liegen, mu'kn ganz anders ausgenudt werden Die Arbeiten am endgültigen Finanzausgleich, der tm kommenden Jahre un er Doch und ,id4) g .'tocht werden muß. werden unS zwingen, alle wittschostS- und sinanzpolitischen Probleme sehr ernsthaft zu behandeln.
Bom Standpunkt der wirtfchaftlichen Har- nw ue. die wir m Deutschland wieder herstellen wollen, mußten wir inu» auch mit der Ver - toHungtlroge beschäftigen Die vielfach geforderte Zi' irnrnenlegun», vom Reich und Pteus.en erscheint mir durchaus wünschenswert D.eicni- gen Staaten, b ren Sonderetisten,» unter. Wirtschaft in unerträglicher Wersc belasten, olfo lämt- '.,che Kleinstaaten, müßten vertww.nden. Ist bte große Resorm volllogen wird cs neben Preußen noch zwei ober br.-i lüdbeutlche Staaten gelten, di« In der Verwaltung unabhängig fein können, trenn auch die Finanzen grundsätzlich und ausnahmslos A.ichssache fein sollen
Ebenso wichtig sind unsere sozialpolitischen Ausgaben. Wit müssen endlich daran gehen, ein vollständiges Atbeitetrecht zu schallen unb Io die bisher ganz uirzuiammcnhän- ger.bcn einschlägigen Bestimmungen zusaminen- zusassen W.r müllen ein moderne# Miet- und Pachrrotzt schassen, daS unter Vermeidung aller überflüssigen S°rten gegenüber den Besitzern, doch vor ollem durch entipreckenbe Kündigungs- ieftimmungen. das Recht jedes Deutschen auf beuiung ih hier auch die Siedlungspolitik. Dio der neue Reichstag treiben wird. Vielleicht bte wichtigste Voraussetzung für den Frieden hn Innern ist die großzügige Aeu - unb Wiederbefiedlung Deutschlands
DaS Zentrum zieht in die Wahlen unter dem Motto ..Frieden nach innen und nach außen." Wirtschaftlicher Ausgleich soziale Harmonie, Weltfrieden — das sind die Ziele des Weges, den wir gehen wollen.
Heraus aus der kranken Zeit- zu neuem Rechtsempfinden!
Von Staatsrat Dr. Ludwig Haos.
Mitglled her demokratischen Reichstagsfrakt on.
Im 3ntereff« der deulsch-österretchischen Aecht#angleichung wäre es zu wünschen, daß der Reichstag nach Verabschiedung deS Etats noch d.i« neue Strafg «setz, in UeberclnftlmmuTifl mit dem ösierreichilche-.i, erledigen möge Freilich kann man keine sichere Ikrmutung aus- sprech.-n, ob «s möglich fein wirb. Ich persönliä, bars die Bcmetfung mch» unterdrücken, daß mir lediglich diese deutsch-österreichische Rechtsanglei- dnmg die Parlament art sch« Behandlung des Staatsgesehentwurses durch die jetilgc Mehrheit erwünscht erscheinen läßt. 2ln imb für fich Ift unsere Zeit für eine derartia Q[uf»ibe denkbar unflceifliiet. Unsere Zeit ist krank Sv find auch die Atchter dieser Zeit krank und leibrnlchast- sicher, erregbarer, wie alle anderen Menschen, ul» in ruhiger Zeit. In einer solchen Bei iode der Hochspannung die Souveränität des Richters zu steigern, erscheint mir nicht undedenNich. Aber auch der Gesetzgeber kann m ruhiger Zeit zu vielen Problemen objektiver Stellung nehmen, olrf ihm dies beul« möglich Ift Denken w.r nur au d,e Todesstrafe, zu bereu erttfchiedenen Gegnern ich gehöre Ich bebaurre es baß trotzbern recht diele unter dem Einfluß ber Verwilberung unserer kranken Zeit glauben, vtzn. bie Tvdes-
Unb er rannt« auS ber Schneehütte, immer ba# Blatt mit bem Lied, dos ec gedichtet hatte, vor fich hinlchwingcnd wie eine weiße Fahne. Sr hei in ben Schnee, stand wieder auf und wußte gar nicht, daß er gefallen war Zum Lehrer wollte er, zum Lehrer Gruber Dem mußt« er daS Gedicht vorlefen
Gegen Mitternacht kam er beim Lehrer an. Aber Gruber schlief Da schlug et an die Tür. Wartete. — -- Und do erschien er. barfuß, nur mit Hose und Hemd bekleidet Gruber, ich hab waS! - — Ich hab was!' Unb er rennte ins Studierstübchen des Lehrers unb las ihm da# Gedicht vor. Der Lehrer war lehr jung Unb als er das Gedicht gehört hotte, sah er au# wie ein Kind, ba« In den funkelnben Christ bäum blickt. Und «r zog fich seinen Rock und seine Schuhe an und sagte: ..Ich hob auch wc# für da# Lied. Herr Psarrer. Wir wollens gleich nal probieren ' Unb nun Helen beide tn die Kirche Und sie tasteten fich hoch, bis zur Orgel und Gruber fing nun au zu fpieien. DaS war wie Wiegende# Engrltonzen: das War, wie wenn der Wind fanst über Schneefelder geht: da# wer w.e wenn die Mutter über das Haar ihre# Kinde« streicht. Unb nun fang Gruber das Lied. Unb nun warS. als ob Gott an ber Tür der kleinen Dor'kirche stand unb laufchte. —
Auf einmal klang von unten, aus bem Thorgeftühl, bas Lied mächtig und vlelstimmig herauf Der Lehrer und der Pfarrer fchauten nach unten. Da fotz die ganze Gemeinde: Männer. Frauen unb Kinder Unb die fangen unb fan^in; wie verzückt fangen fU. Da flüsterte Mohr bem Gruber inS Ohr: ,D.r haben bie Kirchentüre oirgelaflen, al# wir reingingen. Do haben fu da« Spielen gehört unb find au# ihren Betten gekommen. O Drüber, wir haben was ganz Feines in bie Dell gerächt!"
Ha, die beiden haben wirklich waS ganz Feine# in d.e Dell gebracht al# fie da# Lied schiller Derrn von diesem Heinen Dors« in Tirol ist t-3 L eb von b<r Stillen Aacht in bie gan.z« Dell ge' logen Ueberall, wo e# Weihnachten gibt, ist diefes Lied ba. Wie au# dem Hirnn-el ge logen. Und eS wirb immer da sein, solange e# noch strahlende Kindernuaen gibt und Deihnachte: iurne und Lichter und Warme Herzen. Ein Lied, das so etirg ist w:e bie Men'chenfeele!


