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‘■Roman von Robert Misch
(topn iflhl by Carl Dunker !Bfrl :i SW 62.
24 >or rtzung. •JMdjdrntf verboten.
(iin.’fr leget lief ihr in den Bergen ein fremder Hu. u ,u. in miltrlgr ;er, junger und zierlicher
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gilb, (fr id)ien feinen Herrn verloren zu haoen, icfjmi.gte »ich mit einer fragend scheuen Zutraulich- I.H oii 3fa uni) bcgieikte sie uurf) öabeim. Sie zeigte ihren Fund der Polizei und in den Blättern an — niemand meldete sich. Da sie sich schnell an dos Tier gewohnte, das von echter Roste schien und außer- gewöhnlich schon und zierl-ch war, behielt sie den Hund, der auch des Nachts das Zimmer m«t ihr teilte. Und sie nannte den jungen Rüden „Froh" nach dem altdeutschen (Bott, den Wagner wieder populär gemacht hakte, und weil er Io fröhlich und spielerisch war. Anita lachte, als es ihr Isa erklärte und zerbrach sich jeden lag von neuem die Junge an dem harten Nomen
Hintereinander trafen zwei Briefe an Isa ein, die sie beide erregten. Aus Berlin bcridjirte ihr d e Mutier den Tod der Frau Kommerzienrätin Nettebohm, die noch wenige Tage vor ihrem Tode me Freude erlebt hatte, dos, fie jeftl eine „Geheime" Rätin war
„Sie- ist zuletzt so furchtbar dick geworden und hol Zucker bekomm n und Atemnot wegen Herzverfettung. Der Tod ist eine Erlösung für sie. Und der (fbeibarb soll schon nächstes Frühjahr ins Geschäft treten. Bis dahin studiert er noch in Berlin weiter sie wollen ihn verloben mit dem Fräulein Werneking. (fr soll aber erklärt haben, er denke nicht daran, so früh zu heiraten, und erst müsse er noch große Reisen machen." — --
Isa richtete einige Kondolenzzeilen an den Geheimen Kommerzienrat. An Eberhard selbst zu schreiben, unterließ sie, bat nur den Baker, ihm 'bensalls „ihr Beileid auszudrücken". — Wie früh diese Frau den unvermeidlichen Weg ongctrclen hotte, die ihrer Kindheit als hohe, unerreichbare und beneidenswerte Persönlichkeit oorgcsch.vebt hotte, ols Stern am Iugendhiminel! Die sie dann zu ihr'r „f)au=fffarin" hotte machen wollen. Alkes ging vorbei. Ein slüchtiges Schattenspiel!
f Ein Brief von Lenz erregte H* nicht mehr so, ; Die - r tj noch vor einigen Woch >. getan ha ' He- er sprach er von den herrliche. . noergrß- chen Tag • in t r Billa Elorissa", von seiner Liede, die „mit Fkaminenfchrist" .. Und er kchiug ihr vor : rer Hollandreise irgendwo in Deutschland, Oester- rt ch oder Italien eine Zu ammenkunft ocr — „an e . m oerborgenen Orte, Len tu beftimmrn magst."
Ab - ;w 'chen und hinter diesen Zeilen sah sie das aschblonde, übrigens bildfch.'ne Köpfchen von INH Frizer, mir sie wirklich hieß. Eine illustrierte Salonzcitschrift hoi.'e über ein Karlsbader Tennis- turn er berichtet und dabei ihr Bild gebracht. Urb Len,, I : te neben ihrer Bank, flan iert von den anderen Partnern und blickte sie verliebt an
Sie antwortete ihm in einigen Zeilen: „Dos Unvergeßliche muh eben vergessen werden Es ,st i esser, wir sehen uns nicht w eder ... Dielleicht später einmal!* ..
Für einige Nächte und Tage wühlte es jedoch ..lles wied i auf, war sie sich zu vergessen bemüht hatte. Anita schlug der Signora vor, sich in Monte Carlo zu zerstreu.'n, wo man eben ein großes Fest feierte Also fuhren sie auf zwei Tage hinüber. Anita hotte ihre heimatliche T.acht oblegen müssen. In einem neuen „Kostüm" und einigen allen Kleidern Isas sah die Italienerin ganz damenhaft aus -- von einer etwas drallen und kleinbürgerlichen Eleganz neben der königlichen Gestalt, der stolzen Haltung und dem schwebenden Gong ihrer Herrin.
'Ain Abend ihrer Ankunft ging Isa mit ihrer Begleiterin in die Spielsäle der Kasinos. Erst gewann und verlor sie wieder einige Zehnfrankstücke an der Roulette. Aber Anika, die das Kasino schau von einer früheren Herrschaft her kannte, schlug ihr t u., Ihr Glück an den hinteren Bakkarat Tischen zu verfugen, wo man nur um Gold spielte.
„Denn die Signora ist unglücklich in der Liebe, also wird sie sicher gewinnen."
An ein in Tisch, der nicht so belagert war wie die anderen, fanden sie einen Platz iv'jcn einem mageren Engl.inder, der mit unerschütterlicher Ruhe gewann. Isa kannte dos Spiel nur so ungefähr, und sie pointierte erst nur ganz zaghaft, gewissermaßen als Spielschülerin. Bold kam sie hinter die Finessen und Geheimnisse, die eigentlich keine waren. Denn dos launische Glück entschied hier alles. Wenn man es beobachtete, sei, en plötzlichen Tücken (Pech strähne nannten es d:e Eingeweihten) aus dem Wege ging, die „Glückssträhne" mitnohm, bis sie
umschlug, fid) nicht hemmungslos feinen Nerven überließ, sondern sie beherrschte, und den Willen
roobl dos Glück zu sich zwingen.
J:.fanc5 Derer Iso - an die fünfhundert Frank Für sie ein empfindlicher Aerlusi - und sie :ooll'. schon oufhoren. An.ta feuerte sie mit der Leidenschaft und dem Aberglauben ihrer Rasie an, das Glück weiter zu versuchen. Und pl. glich aewern sie — fünftausend Frank in kurzer Zeit. 6ie negierte tie Hälfte, die Glückssträhne war da. Sie verdoppelte, verdreifachte den Sa^. spielte „Banko" — das Glück blieb ihr treu. Menschen (ammelten sich um sie, flüsterten — sie fühlte die prickelnde Er regung des Spielers zum ersten Male, der olles um sich her vergißt. Anita zählte den Gewinn und flüsterte ihr zu: „Eine halbe Million hat die c.g nora — sie muß sie verdoppeln!"
Aber von diesem Augenblick an schlug das Glück um, als hakte es Los Nachzählen rerlebt. Einhundert — zwechunderttousend hatte sie bereits wieder verloren. Eben wollte sie aufs reue einen großen Hausin Banknoten hinschieben, da tauchte Gnllendorgs Antii", plötzlich vor ihr auf. Er lächelt? ihr zu und schüttelte warnend den Kopf. Schnell stopstc sie das Gold und die Banknoten in ihre große Tasche und stand auf.
Anita folgte ihr ärgerlich zur Tür. Die Signora o tke sicher ihren Derlusk wieder herausgeholt. „Unglück in der Liebe" es konnte nicht trügen. Ehe sie weiteres sagen konnte, trat der große Herr auf Isa zu. Sie sprachen L utsch: und Anita folgte erstaunt Len bei' en, die lebhaft miteinander ret'ifen, in dieser Anita unverständlichen und so rauhen, barbarischen Sprache. Und dann schüttelten sie sich die Hände — und zum ersten Mole noch dem Fortgang des Signor glänzten die schönen, grauen Augen der Signora, diese „nordischen Augen" wieder im alten Glanze und froher Freude. Dafür war Anita, die ihre Herrin abgöttisch liebte (mit jener Liebe, mit der die Menschen Andersart ges und Fremdes lieben), dafür war sie diesem fremden, Manne dankbar.
„Spielen Sie öfters, Madonna?" fragte Gyllen- borg, mit einem leisen Lächeln.
gestand ihm, daß dos zum erstenmal sei.
„E-, wäre gut für Sie, wenn es auch dos letzte Mal wäre. Eine Beschäftigung für reiche Müß g gängc, um ihre Nerven aufzupeitschen Wenn sie gerupft werden, fo gehen sie fort — zuweilen aber
| rupfen sie selbst die Bonk. Nur ganz Törichte kcm- ! men immer wieder und opfern ihre Existenz."
„Es spielen doch aber nicht nur lehr reiche Leute?"
. 'ein, auch Rarem und Abenteurer, die meist k'.ä-z!.ch enden. Und dann der Durchschnitt: Hoch- bic i? nachdem ein paar Hunderter ober Tausender h er lassen — nur in ganz seltenen Fällen mitnehmen "
„Dann bin ich solch ein seltener Fall", lächelte Jia und o in te vcrg .ügt ihre Talch. „Ich habe" - sie zählte schnell noch — „über dreihundert fünf- zigtausend Frank gewonnen."
„Donk mir. Madonna — sonst hatten Sie wahrscheinlich keinen Sous mehr Und versprechen Sie Mir, nicht wieder hinzugehen.
„Das hatte ich vielleicht auch ohne Sie getan.** »Aber nicht an diesem Tage Erst wenn man nicht mehr das Rollen der Goldstücke sieht und hört, diese ausgehäuften Schätze, dies? Riesenver- mögen, die sich in einem Nu verdoppeln, verdrei- fachen oder in dem großen Abgrund der Bank i'erichwinden, erst bann kommt man wieder zur Besinnung, erst dorn ist der Bann geb rod)--n Das heißt, für die Vernünftigen "
Da gestand sie ihm ein, daß es ein Vabanque« Piel für sie gewesen sei. eine Existenzfrage
„Ich habe allerdings einen väterlichen Protektor in Berl-n Solange idi nicht singe und Geld verdiene, hätte er mich nicht im Stich gelaßen — Lachen Sic Mich nicht aus, (ßnUcnborg. — aber ich freue mich über das Geld, das mich bei kluger Sparsamkeit unabhängig macht “
„Ich lache Sie nidht aus. Am Kolde hängt, nach Golde dränest Wir stehen olle unter feiner Herrschaft — Aber es gibt Menschen, denen ihr Dasein wertvoll ist — auch wenn sie nicht fingen *
Sie errötete leicht
„Ich weiß. Sie sind mein guter Freund Aber besser so!"
Sie faßen jetzt auf der hochgelegenen Terrasse eines Hotels, inmitten eines Meeres von Blüten, die schimmernd und schwüle Düfte hauchend aus dem tiefen Grün leuchteten, das sich terraffenformig zum Meer hcrabsenkle Wie eine dunkle Glocke überspannte das olles der Nochkhimmel des Südens mit leinen^ glitzernden Lichtern (Ein halber Mond legte lein Silberqcjpinft über die Gärten, die Terrassen und die leicht atmenden Wog-'n der See.
(Fortsetzung folgt.)
Ihrer Kleinen sind rasch
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gereinigt- und sfefs
wohlgepf legt mit
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«SUNLICHT'>MANNHEIM
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lieber da» Vermögen der Main wcser volaltwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung in (Dießen wird heute, am 20 Ok tober 1927, nachmittag» 5 Uhr, das Kon- kursverfahren eröffnet.
Der Rechtsanwalt und Notar Albrecht in Gießen wird zum Konkursverwalter er na-int 9678C
Moiiluroforbeningcii sind bis zum 15. De jember 1927 bei dem Gerichte anzumelden
Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eine» Gläubigerousschusses und eintretendenfalls über die in $ 132 der Konkui sordnung bezeichneten Gegenstände auf Mittwoch, den 2. Jlcvcmber 1927, nach mittag» 4 Uhr, Zimmer 112, und zur Pro fung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 12. 3anuar 1928, vormii tage 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gr richte, Zimmer N. 112, Termin anberaumt
Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nicht» an den Gemeinschuldner ui verabfolgen oder zu leisten, auch die Berpsstchtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, jur welche sie au» der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, bcri Monturovrrmcller bi - zum 15. De zember 1927 Anzeige zu machen
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