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-staurant toM 1 25. Oktober Mel- iSiippe Ärammarfi erborn ,WlD tn 27. DHobff 1922.
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Nr. 249 SrocHts Blatt
WohnunsSnol undBauwittschasf.
Don Dr F. L. vchwab. Berlin.
Der Äantp1 um hie Bauwirtschast der tn <eurschtant> aus ,itDeuten ttnrb. hat fe.nen Hr- rrrunQ bdcnmi'-O) tn bem ruXflebn: genrn 3uf- ' b6t«n btr'Bautatiflteit toäbreitbhfO .< r l e g « « unb in den ersten k jOfatrw 0t ist fvcht nergewnn*. an btefe Stthstverftänd- Lchteir 5» erhrmem, M fHt Zwang«wirt- «4,a f t im TD:!;nun<7«we<m immer Werber ba»u »ubrt. hab bi* TiSfuflüm iich auf eine anberc ■bnmMagv verschieb: Taft au» biefem (lebtet 'teiibauri eine Zvxmgswirt schatt not wen big Dar, wirb wohl kaum bestritten werben Dav |t sich angel icht« ber besonderen Gigentümlich- Uten be« L> nu nfeb .-je«. her lange Prvduk- • ofx«1 ntien unb eine (angfrlftige Äaptla Umlage crlorbert. länger am 2eben gehalten bat. al« Sie 3tt*jig«n>.rtfäwft auf anbecen PrvduktionS- ^ebreden, entspricht cbenfafU nur ber *llatur ' ter wirtschaftlichen Totlachen. Sine andere lyragc I > it alferbuigd. ob rechrzeitig bie richt igen 'Bittet angewandt worden ftnb um fo d'd) aÜ möglich über bie xiaxinQtl'j.'irtldxif t eutweaflulc-mmen unb den IBobnungdbau. ber Lvutt Inmitten Eiferer Wuf freie .^-ynhirrer^ ern- •vfteilien TD.rttodt wir ein Ueberbleibfel au« dingst Hergang nm Ooxialtfierung«tagen, trxc ein Bebenbig gctt>uri>ener Alpdruck unb ein Jnemb- vrper trrtrft, triebet ber freien Wtrtfchaf t -u 5 ul übten.
(gegenüber dem erbitterten unb durch rein polnische Schlagworte meist nfcbt eben trk*ui>- trten stampf. Nr um bas Problem ber Zwang«- wirtschaft auf Ixt einen Sette von ihren fozic . ftifchen Verfechtern, auf ber anderen Seile von *en Einern Nr .kalten ©o^ialilterung' geführt irirlT tlt es vielleicht nicht überflüffig. bie nüch» fmtvn Tatsachen tu betrachten, w c fic heute itrrt legen.
Die Schätzmrgen des Wohnrm.^«bebarfe gibcn niKtr venlich weit au«dnnnber unb erroichrn ferfchichene Schaltungen amtlicher Sitten, bl? unabhängig voneinander angeftcllt worben sind, (•rgeben iek>och übercmfllnuncnb einen IRinbeft- beba r f h 011 600 000 Wohnungen. Ferner ' cht fest, das, ber m u? zuwachsende B?Nrf von
<21 nur eben zur Bot gedeckt werden wirb unb bist barübtr hinaus irgendeine Produktion zur -Ibhedung bei» alten M hrbedarf« nicht er» ' 4gen kann. Dabei hat da« Baugewerbe im ab» gdaufenm Sommer eine ausgesprochen günrtigc Konjunftur gehabt, bie jetft <rfl.*fbhtg« zu fallen tyginnt, nicht nur latfpngamäf1. fenbem auch 1 rfolge ber e!wa feit 3uli entstandenen finan- \ dien Schn urngk^ten. Don ben O.gnem ber .xrngSwirtschast ttt merkwürdigerwvife Detfäumt tTorben, auf da« llngefuube dieser Kvnjunk- ■ ir WnAutPcilen. vTm normalen M'i'.h nuS brr .t'oniynfturen:u?uilimg pflegt eine lebhafte all- ii meine Äonjunltur zufammeirzugechrn mit einer 'Otpad)cn DeschOitigung ber Annnbuftnc. au« t*m einfachen Grunde, weil bann das .Kapital reichlich '.Eiende BeschälNgung in Industrie unb Anbei findet unb für die laugfrtfiigen unb ttvniger lohnenNn Anlagen am Daumar'te nicht V-r Berfü'jung ftehi. Wenn bann bie allgemeine Ponhmftur abfknit, sucht da« öpartapital die . <ngfrtstig»n QLilage.näritc auf unb die I.rdustrie hrgTimt sich au* den verschürften Konkurrenzkampf r' ird) einen Ausbau ihr?r Werke vorzubcrotten, troru fie zum '5dl die während der guten 3 it .ng* lammet! *it Aeserven v.rw^nb.t. Beide Um» 1 unbe gemeinfam pfkgcn bann au« der Krise fyrau-.- 5'.:cr<t zu einer Beleb ang de« Bau» ntTxrbeb it führen, das damit ber Schritt» ■ r ad)ex einer neu ansteigenden Kon» lantturmelle wird. 3m v.rg-ngcnen Svm» racr haben wir dagegen eri ?! bah b.i« ÄBt» A.werbe zur gleichen Zeit wie bie aUg;• sa-jic I>irtfch.'t stark beschäftigt war. unb vir rricbcn jetzt, bah mit ben crUcn Zweifeln an einer ^nrtbauer der günstigen Konjunktur sich zn» Dleich -.uch bie ersten Anzeichen ein<r beg.n-
nben Krise im D- agrwerbe bemerkbar machen. Liu# bi dem Orunbv i t btr Konjunktur im Dau» erwerbe, rein wirtschasilich g?'prochen. al« un» rdunb au betrach en. Sie konnte natürlich nur lmkfteheii durch den Zufluh öffentlicher
Waldemar.
Don Sofie von Uhde.
Wer dächte da nicht an einen jungen 3Kar.ii Cer wohlerzogen, sanft und fehr korrekt durch» ivben gebt? Der. obgleich auf« gewissenhafteste I nnem bürgerlichen Berufe bingegeben. doch tm Stillen ein wenit Sichler ist ein wenig Phllo» 1 pH unb ein alLjeit bereiter schüchterner Diener Fet Frauen?
Ach. mein Walde nar war nicht« von alle- rem; denn ganz abgdeben davon bah er lein umgcr LSann war lonbcm ein llc.ner Lcha*- uod, war er von äuherft turbulentem Charakter » chthal'er.sch unb maiericfl unb durchaus flegel» 3ah. auch gegen Damen. Doch im Augenblick 1 ufere« Dekanntwerden« war von dem allen ler-lich wenig zu spüren. Denn ich kam — mit reinem Pferde in einem ländlichen Gasthof ein» 1‘brenb - gerade dazu wie ein Knecht bas lerne, weihwollc e ©c 4>?p* da« sich verzweifelt wehrte, an einem Strick hinter sich her zum Hlebger zog. Ai» ich in bie Todesangst seiner 'lugen sah. in d.clc stumm? schwer Ku tragende Llnflage. defchloh ich. chn a tout prix zu reiten.
Sin grobe« ‘Bitten unb 5>anbeln entspann unb endete damit, bah ich, an einer Hand 7a? Pferd, an der anderen da« Schasböckchen I chrenb. mich unter der stürmischen Heiterkeit 1 M pcdmimcltcn Dasthofes entfernte, der Kleine ‘ ?Igte willig unb still. aU wisse er um seine ®c- tSrgenbcil. Aach lanq.m Tiarfd? unb vielen zaften kehrten wir endlich — ein höchst unreiter» . ches Bild — durch bas erftaunic Feldasing in i»m heimatlichen ©arten zurück, wo meine brave . ofe Stesli. an Kummer gewöhnt, nur sprachlos de Hände über’m Kopf zwammenschlug, während brr Kleine, mächtig hungrig geworden, sich all» 'rgleich über bie Gartenbeete hermachte.
Er wurde, in Derlennung seiner späteren Entwicklung, stehenben Faste« Waldemar getauft Lid in die Farnlliengemeinschaft ausgenommen, welche in der Haupfache au» Hunden bestand Hit diesen vertrug er sich recht und schlecht, borte |ih wegen jeder Lappalie mit ihnen herum, war
Sfetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhessen)
Gelder allo durch die Konstruktion un'ever Wohnung^ zw a-: j«toirt1dxri .
2nberrrf«nt* kann wv!>. kaum geleugnet werden, bah von fozialbvgten *chrn e ib letzten Oxbe« auch pvii-?chen Gd.ch.«punkt en ar eben der Za- stand noch weit ungefünber wäre der ch ergeben hätte, wenn da« Baugewerbe ohne öffentliche Alittel geb! eben wäre. Derrn w.re nämlich auch ber Zugang an Wohnungen in Höhe von etwa 202 0)0, der '.esetz Jahr vermutlich immerhin fertig geworden ist, nicht entstanden. Die lebhafte Konjunktur der anderen Produkt. mMweige tT-ürbc Kap : allen in die'em 3ahr schätzungsweise wohl höchsten« für 20 0V) Wohnungen fre gelassen bebe:'. D e Wohnungsnot. anstatt in ihrem jetz gen Statu« wenigstes stabil.',en zu 'dn, wäre noch erheblich verschärft tnorber. ?te Aück irfungen auf Arbeitsfähigkeit unb Gesundhe t«zustand be« Dolle« mag 'ich 1 'der 'dbft autzmalen
Uta-, f.eht sich also. to,e es scheint, folgtn- bem Dilemma gegenüber: Entweder Woh- nung«.zwang«wlrtfchaft verbunden mit einer Ges ihrdunq der freien w rtschafrlichen Entwicklung unb mit unzeitigen Ämjurrf*uren und Knien bc.» Baugewerbe», oder aber freie Wirtschaft mit einem auf Jahre hinau« wachsenden Wohnungtzelend. Diese« Dilemma ist in Io troff er Form aber doch wohl nur scheinbar Vorhand?,.. 3n Wahrheit l egen Mögl d/eitci vor. Auswege zu finden unb bie Wucht biefer Ai.ernative ttxnigften« abzuschwächen. Wa« zunächst bie Abhängigkei! vom Kapitalmarkt betrifft, so erscheint e« für bie Sicherung einer ruhigen Entwicklung doch wohl unerläl'l ch. au«- ländische« Kapital für den deutschen Wohnungsbau herein zuholen. Für emen Geiamt- bc:mg von 100 Millionen Mark ist diele Möglichkeit z'axir vor kurzem durch Befreiung von der Stu-. t afertrag«fteuer gegeben worden: aber man hat wohl auch hiermit zu lange gewartet und ben günstigen Zeitpunkt für die Aufnahme von Auslandanieihen verpatzt. Ferner scheint es, al« sollte der Betrag bad) noch erhöht werben; c« wäre kaum ein Unglück wenn von dem au' SO) Millionen zu schätzenden Bedarf an 1. Hypotheken für 1927 bei einem Gesamt- baubebarf von reichlich 2 Mllllarben — etwa 200 bis 230 Millionen langfristig auS dem Au«- lanbe auf genommen würden. Der ablehnende Standpunkt de« ReichSbankpräs ident en. der im Wohnungsbau nur eine konsumtive Angelegenheit sehen will und Ihn dem Kauf eine« neuen Damenhut rs gleich!etzl, kann tm Ernst wohl kaum Ix-grün bet werden, da in Deutschland noch mehr al« in jedem anderen 9anb bie Arbeitskraft 'elbst, zu deren pfseglicher Bchand- lung ausreichende Wvi) nmögl l chke. ten gehl-ren, da« wichtigste Kapitalgut barstellt.
Dielle.cht aber hat man dich er überhaupt I zu 'ehr nur an bie Fmanzict ' und riet zu we- | ncg an de P r 0 d u ! r l 0 n «1 e i i < g ^ochr. Schon allein org?.n.satori'ch hat sich dreher 3ahr tür Zahr gez< r: bau >.e Verteilung derAus- träge über be • Zatzr unrationell war und noch jeder De'amtp'.an. ber un Haufe e.nrt Winter« für da« folgend? Jahr au .gestellt wurde, zu ' p ä t fertig nmrbe und sich spätesten» bn öomr.er schon alt« unz. r?»ch? d erw es. Am meisten haben dazu die östenii.chen Körperschaften beigetragen, die mit ihren umfar.gve^>en Dau- aufga.x-n durchweg viel zu wm g Aück'icht aut bie zeitliche Di«.*v t sn ber k'nt:.xien Miutätig» leit nahm.n unb dadurch v-ellcicht zu unzeitigev Prei«ste.gerungen unb Prei«tretl»rre.en au' dem DaustofImarkt und zu DerknappungvM am Markt der Arbeitskräfte bc.trugen 3« erscheint dringend notwendig, datz es dem 3e ch-.'wirt'ch?sl5- min.sterium endlich für da« 2ahr 1928 gelingt, eine vernünftige planmählge Verteilung der staatlichen und sonst gen öffentlichen Bautätigkeit aus arbeiten dazu müssen jetzt fk-g tmen. wenn der Aess ortpa rtirula n «rrru ■* noch vecht;cit»g überwunden werden soll.
Weiterhin aber verdienen all? Dersuche lebhafteste Crmimtcrung. bie dazu führen können. Den '^r?- 1:!’. - .»organg selbst zu verbilligen, Die heutige Höhe der Baukosten, die ohne die Hilfe offen:.-.jer Mittel zu phantastischen ter Friel-ensmicte fuh.en muhte, eroclvn sich au« zwei Faktors dem höheren Zinssatz und dem höheren Daukostentnber. Da e« bisher nicht gelun<7en Ist. au« dem erwähn'>n Dilemma allein durch Ormäfjigung de« Zinssatzes durch bk billige Hauszinsst -ue^chpokbek berciiStufrmmen. fo wird ber andere W?g ber Heradbrückuna ber Baukosten beschritten werden muffen. Dicht durch ministerielle Tllahnungen — der erhobene Zeigefinger hat im Dirtschaftslelxm noch weniaer Wirkung als anderswo — sondern durch ptanmähige. großzügige Förderung der zahlreichen Dersuche, neue und billigere Baustoffe und Bau Methoden zu finden, Dersuche, bei denen die vorn usschauenden Firmen der Baustoffindustrie unb des Baugewerbe« zusammen mit Kommunen unb Architekten schon grobe« geleistet haben. Möglicherweife allerdings werden alle Dvrfuche auf diesem Qfebiet tn ad- fehbarer Zeit wesentlich an 'kX-utung verlieren, toerm nämlich die OJereirügten Obetfeble- sichen Hüttenwerke ir>m Osten her das angetün- digte grotze Produkt ionsprogramm für da« deutsche Stahlbau^ zu verwirklichen begtrmen.
Ein Schlüssel zum Dassel Osiasien.
Aus den Geheimmffen ber chinesischen Schrift.
Don unserem c.-Berichterstatter. (Machdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl)
Tsingtau, im Oktober 1027.
Da« ..Dehestnni« Asien«" ist oft rridtrt mit Unrecht von Skeptikern al« etn großer Dfnsf bezeichnet worden Dennoch wirb jti>et, der einmal die Länder or-entalischer •fort! betrat, von dem Sind ruck einer völlig fremden Well ersaht worden sein. Und. was das wichtigste Ist, er glaubt niemals in bie Abgründe der fernöstlichen Seele blicken zu können. Man kann sich, wenn man will, mit dieser Tatsache abftnben, und. wo c« geht, nach englischem Muster die Reitpeitsche als Bindeglied unb Dolmetscher zwischen sich und dem Asiaten benutzen. Oder man versucht, allen Hindernissen zum Trotz, einen Weg zu finden, t-er durch den 3rtgartm absoluter Fremdheit zu Griemnnilfen“ führt. Dabei muh man allerdings die Möglichkeit mit in Kauf nehmen, dah man i«em erwähnten Bluff zum Opfer fällt unb mehr sieht als überhaupt vorhanden ist.
Wa« in Ostasien den Weg zur DorstellungS- toelt unb Seele des Gingeborvnen besonder- versperrt. ii da« Hindernis überhaupt zu sein kt-cini. was sich auf Schritt und Tritt gleichsam aulbrängt und in demselben Augenblick wieder abstöht. ist die chinesische Schrift. De
witz. auch bie Mohammedaner aller Rallen imb Dationen haben ihre eigenen Zeichen, aber diese wirken trotz oder viellächt gerade wegen ihrer vielen Schnörkel unb Dogen ornamental, schmeichelnd. ftnb l-nprestionistlsch-« Andante gegenüber dem gotisch-infantilen Furioso bet chinesischen Hic-r.^lhrhen. Da« ist auch da« Crldircdciibv und Pacfende an ben Aufrufen be« Bürgerkriege«. der tn diesem Qanbe tobt Diese Aufrufe mögen oft inhallsleer und kitschig sein. Aus den Europäer wirken fie durch dieWucht ihrer Schriftzüge wie Materialisierung des Begriffes RevolutiiTn.
34> versuchte nun. ein wenig tn bk Geheimnisse der chinesischen Schrift einzudringen, und was ich da erfuhr, war «um Teil so seltsam, bah ich jetzt saft jede freie Minute benutze, um mich auf biefem Gebiete weiterzudilden. Irgendwelchen Optimismus habe ich dabei natürlich gänzlich beiseite getan. SS ist mir nämlich bald klar geworden, dah ich tm ganzen Leben nicht einmal ben kleinsten Teil jener 8000 bi» 12 000 Zeichen werde lernen können, deren Kenntnis zum Lesen eines alten chinesischen Werkes nötig ist. Ss ist keine w©4>riff im landläufigen
augenblicklich ein Her; unb eine Seele mit ihnen, ir-cnn e« irgendeinen Unfug auSzulühren galt, oa» r mit fern Dserd. dessen ©tallgenoffe er wurde, verband iyn eine wirlliche Freundschaft, und wenn sich die ganze Tiergesellschaft im i.Aar:en Herumtrieb, war Waldemar immer an der Seite des Arabers unb spielte ihm fo wenig Poffen, al» die« bei ferner Ueranlagung nur .mmer denkbar schien.
So lange er noch sehr jung war. sah er sich allen Meirichen m großer Liebe verbunden: denn jeder sand bic'c weihe, wollene Kreatur charmant, unb er verstand es auf« graziöseste, sein weiche« liäödxn in die Taschen der Damen zu verienken, um nach Leckerbissen zu spähen unb sich in jeder Hinsicht ein liebenswürdiges Air zu geben. Aber öa« Entzücken. daS er erregte, versarwand leibet ziemlich vcstlos. al« Waldemar ben Kinderschuhen entwuchs unb sich seiner robusten Kraft bewuht wurde Gegen mich zeigte er sich weiter attach.ert und leiblich folg'am. aber mit meinen Besuchern unb mit der gutmütigen Steffi sprang er in der rüpelhaftesten Wei'e um. Cr hatte sich ein aparte« Spiel auSgcdachr, das für ben Unbeteiligten sehr reizvoll war, für ba5 jeweilige Opfer aber von äuherft peinlicher Wirkung, er schob sich arglos weidend bis tn bie Aähc deffen. den er sich erkoren hatte und ber nicht« Dö'e« ahnte. Mit cinemmcl aber. In vollem Ansturm seiner stämmigen Gestall, raste et dem cklng'.ücllichen zwischen den Beinen durch und zog ihm ganz ein- 'ach da« Fahrgestell unter dem Leibe fort, woran' der Betreffende je nach 'Veranlagung und Ge^lccht cTtitoeber stumm sluchcmd ober um Hilfe schre end am Boden Iah während sich da« Dickchen iichtl.ch erheiten in den auSgela'fensten Kapriolen erging — und ich in mühsam aufrecht erhaltenem Ernste mich tau endmal entschuldigen mußte. Ä__
Es kam recht halb soweit. txi6 ::ieinc Ga'te refüsierten, bie Gartenpforte zu überschreiten, ehe nicht vor ihren Augen Waldemar tm Stall versenkt worden war. was gar n.cht fe> einfach ging, denn er weigerte sich mit sehenswerter Obstinalwn. bis der gutmütige 3rabcrfrciollig mitlicss. um ihm Geselllchaf t zu leisten. Alle mÄne Freunde waren sich darin einig, dah Waldemar
eine evuselsbestie fei. und schließlich b-elt nur noch ich Ihm bie Stange unb entschuldigte alleS. wie die« heutzutage so üblich ist. mit ber berühmten Derbrawzung geroisfer Komplexe. Auch die gute Dieffi. welche die gesamte um mich versammelte Zoologie innig liebte und dem ungezogenen Böckchcn immer wieder alle Flegeleien verzieh, yrfämit: eines Sage« das Tischtuch Mischen ihm unb sich
Ich sah mit Gästen Im Garten, und Steffi, mit fo!eitern Häubchen angetan, kam mit ber unnachahmlichen Grazie der Wiener Zofe angetrip- pclt, das Tablett mit dem Kaffee tn erhöbenm Händen. Aber mit ein» fuhr Waldemar wie ein Weiher Blitz au« dem Gebüsch — ein Schrei! — unb Steffi, Kaffee un? Sah e bildeten eine schwer zu i rennende Dere.nlgung im grünen Aasen. Dein, bc? war zu viel! Blamiert zu werben, als 'le eben mit korv.lier Würde ihres AmteS walten wollte! Sie erhob sich gekränk!, sagte mit sanftem Borwurl: .Ich muh dcr Gnädigen txr-neTben, dah der Waldemar sich ein biffel unpassend gegen mich benommen hat — als ob wir das nicht durchaus gesehen hätten! — .ein Augenblickeri Geduld, bie gnädigen Herrschaften, gleich werd ich der, Schaden reparieren.'" Unb vrrichwtnd triefenb mir den geleerten Kannen. Aber von diesem Mom.n ab verachtete fie den Waldemar unb redete leinen Ton mehr mit ihm.
Der machte fich nichts daraus Zu einem starken großen Kerl hon an gewachsen, 'chtug er «ich mehr schlecht als recht durchs Dasein. Unb zwar baS egozentrischste, da« man sich nur vorstellen lernt Meirichen und Tiere HauS unb Garten waren gerade rech', um ihn zur schönen unb unterhalt lichen Ausgestaltung feines Lebens zu bienen unb nur vor mir unb dem Araber ?cn er ctr. toenig Wärme des Gem t?S vnripüren. Seine selbsthmr'.iche Bitalttä: war sehensw-rt: er zeigte vor nichts De-'pekl. und ba« sollte ihm auch den HalS brechen.
Er hatte eS sich angewöhnt, wenn man gerade nicht aufpahte, über ben sehr niedrigen Zaun auf die Landstraße zu fpringen und dort draußen mit ben Borübegehendm Allotria zu treiben. Und eine« TrgeS rudfe mir denn auch
Montag, 24. Gstober 1927
Sinne bei Wortes sondern vielmehr ein« Art Malerei Der Shine'e M X.rtuml «atz ich beim Ab'a'fen feiner Werfe e:,e unendlich viel ordßerc Mütze al« die Klosterbicktder des
: ;ä: Den Miritia.ters vor bet <3r*in>img bei Uuchdr-uckc-rkui. • Der modern« Shi: e'e macht sich allertzi ..« die Sache leichier. indem et Hch i't ■ 'chon tzä- j der S ?. '.'eder bebtent motzet ledvch die Lchri'tzelchen so zulanun.-ngezogen wet- ber ba*. nur da? geübte A c zu sehen oennag. we'. che Grundformen in tebem Schrifttztttz enthalten ftnb
Mir wurde zuerst die Bedeutung be« einfachen. wagetechien StriD 1 m der chrne'.schen Schrift klar, der Sin? il-d da» war für mich die wichtige Brücke zum IVr'tOnbn » des ciren«. ba« der Phlloloph t.: : c an die Sp.ste feine« Werkes gefetzt do« v. en ’ür da« Wort Himmel und tm weiteren Cm 1 des B griffes 311. Olanemar ausgedru ' it eine au*recht stehende Psetllpitzo mit <ntm Querstrich am Schetrelpunft bad ,-felchen für groß. T;>- cttvahnte ütn« darüber gesetzt — der Ehinese scher tzk bekanntlich von oben nach unten und da« Himmelszeichen- ist fertig. Ss heißt ai'o wörtlich E i n Große« Dach bet chinesischen Philosophie gibt ee mrr e i n Ding da« bie Bc-c. 1 bnunfl . grohE verdnmr. nämlich ba« Weltall 3HH übri-x ist höchstens arost Im Derhältnl« zu der zwerihasten Ärealur Mensch.
'Aber bad ist kein typisches Bellpiel für die Form chinesischer Hicroglyphen. Dur wenige Ixxivn einen philosophischen Sinn. G« ist eine Bilderschrift, dcren Zeichen mit ber Zett fo abgefchliflen wurden, bah man zumeist die Ursprung.ich« Form mir schwer oder gar nicht weht cdcmicn :ann. Japan dem 211 u . um 21 ie.i», oder vielmehr seiner Wiffenfchatt ist es zu banken, dah in letzter Zelt etwa« Licht »n biefes Dunkel kam. Cinem Professor bet Wasseba-älnivcrfität in Tokio ist es gelungen, eine große Zahl bild- bah ur.ncrftänbU ter chino>t'cher Eharakieie auf ihre Urform zurückzukonftruicrrn. Schon Dort *r war aber zum Beispiel bekannt, baß bie zweite Silbe bc» Wort?« Dippon iJapan > da» S 0 n -
beut«. CbcacntDärtig ist es ein ball teric« Decht- ed. 2k>r Jahrtausenden war ba» chinesische welchen für Sonne ein gekreuzter ZfeeiS: daS Svmien- rab mit Speichen. Der nächst« Schritt war di« Unterbrechung des Kreises, der nur durch Winkel an ben Enden ber Speichen inach Art b?« un« bekannten Hakenkreuzes) noch angcbeulet tourte. Doch b^utc ftnbet man Mele Form aus ben Fried- böfen Japan« al« Sinnbilb be« Streben« ber Seele zum Licht. Die« Hakenkreuz aber wurde in der Gebrauchsschrift lchließllch zu dem erwähnten halbterlen Dvchleck adgeschlisfen.
Materieller ist daS auch beule noch als solche« gut erkennbare Zeichen für Baum. Zwei Bäume nebeneinander bebrüten Waid, «in dritter In ber Mitte beruhet heißt Urwald. Da« Daumzeichen zwilchen ben stilisierten Tragbalken eine« Tores (Me für sich allein auch Tor bebrutem heiß Langeweile. Einsamkeit Seht btasttfch, beim «S muh wirklich recht einsam fetn. wenn tn einem Tor etn Da nm wächst
Dfe Schrfftgelehrien, Me vor Zahrtanfenden bfef« Unmenge von Zeichen ersannen, hatten auch Humor. Sv ist «in ®ing. da« man etwa al« uenerrH Di er ansehen Bann, bk schriftliche Dar- fterTun-j des auch im Ehineslschen einsilbigen Wortes Fran. Zwei .Frauen" nebeneinander unb ebne tn ber Mitt« herüber bebeukn---
grober Krach. Skandal! TUan Neht. auch die Oha« 164)ler tm fernen Osten werden — zu Decht ober zu Unrecht — für geschwätzig gehalten.
Dicht Aulvtü hat sich die künstlerische Seite des chinesischen Wesen- in ber Schrift auS- g«drückt Für ba« Gestirn ber 27acht hat man । sich nicht mit dem Halbmonbzeichcn allein be» gnügl. Dein, man hat auch ein« Wellenlmie Innbiirchgezogen, um anzubeuten, baß mitunter Silberwölkchen ba« schimmernde Antlitz Diana« verhüllen.
Aber nicht alle« läßt sich so leicht erklär em Manche« bleibt bunlcl Es Ist nicht ganz unberechtigt. daß vor 2ahrhu:cderten der deutsche DollSmunb von Ehina als dem Lande sprach, wo da- Feuer löscht unb das Wasser brernit. Doch heute fällt es uns schwer, bie Umkehrung von ja unb nein beim Dicken unb beim
glücklich die OrlSpolizei auf« Dach Ich zog alle Register b-r Der*ührung»kunft. Schon hotte ich
tz ' 1 <*r die Siche noch einmal auf 'ich beruhen lassen wollte, schon geleitete ich ihn mit liebenswürdiger Dr nglichkell zur Dartcnpfor'.e — . ba kam ber infernalische Waldemar angerannt! Unb «he ich noch rettend cm greifen konnte, hatte er auch schon der Staatsgewalt bie Beine unter dem Leibe ent zog ? n imb der Tkrtreter der Herrn andab kollert mir zu Füßen über den Sand des Weges.
2hm hatte ich wohl allen Grund, erschrocken zu sein, aber es gibt Situationen, derm Lächerlichkeit völlig unw.derstehäch ist unb - Gott Helse mir! — ich platzte Io« Das schlug dem Iah ben Boden aus.
Gegenüber ben Dertr -lern gewissm Berufe bekommt ouj) d 7 harmlv'e:e gute Laune bas fintiere Glicht der Bearn:end^ ibigung Der so crupttv um Ansehen unb Würde g brachte erhob sich bedrohlich, er setzte ben H:lm auf. er gab 'ich Haltung: und im Handumdrehen fcch ich mich ausgeschrieben, toä^re.-b brr gewif mllse IDalbemar fich aus einiger Entfernung die Situation besah
Es ging noch gnädig ab: immerhin erhielt ich ein Schreiben ber Ort»Polizei, baß .ber ge- mar.gdäbr zr Schafbock a -aket fei'*. Dv:^ es Däfern wollte ich dem an Freiheit gewöhn!cm Wildling nicht bereiten unb fo fcheck:7 Ich ihn denn schweren Herzens einem Gut. gegen ben Schwur, bah er fich au; den Wiesen feine« Lebens freuen könne bi» an fein seliges Ende. Aber fo weit kam es gar nicht.
Denn Waldemar glaubte, bie flegelhafte Art imb Weise, bie er sich gegen meine Hunde an gewöhnt hatte bei bem großen Hofhund bet Gutes fortfeiyen zu können. Ader ber nahm es krumm, und fo kam e» gleich am ersten Tage zu einem ernsten Kampf zwilchen ben beiden. In dessen Der lauf? Wald.inar einen tödlichen Biß tn bie Kehl-- erhielr 34) betrauerte ihn tief, unb mein Araber suchte ihn noch lange leise wiehernd tn ©arten unb Stall.
Aber bie Dachrufe, bte ihm von anderer Seife gewidmet wrrden, e^idehrfen feder Därme,


