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IN Wort und Bild erläutert. Die Aussprache gestal­tete sich recht lebhabt. Es kamen u. a. die Rostfrage, Düngungs-, Bodenbearbeitungs- und die Sorten; fragen zur Besprechung. Die Gemeinde Queck- born hat beschlossen, demnächst eine Saatreinigungs anlage zu beschaffen. Es ist dies im Interesse der Landwirtschaft sehr zu begrüßen und zeugt von bäuerlichem Gemeinsinn in der Gemeinde. Bürger meister Albert dankte Dr. Bücher zum Schlüsse für seine lehrreichen und interessanten Ausfüh­

rungen.

5 Lich, 23. Aug. Der Schießsport findet hier eifrige Pflege. Der Kriegerverein wird am nächsten Sonntag sein Preisschie - ßen erstmalig nach dem Kriege wieder in größerem Stile abhalten und zwar auf dem neuen Schietzstand an der Hardt. Die S ch Ül­zen ge s e l l s ch a f 1 hält ihr Hauptschie­ßen an den vier Sonntagen des Septembers ab. Erstmalig wird dabei der Schützenkönig ausgeschossen. 3m Gasthaus zumGoldenen Engel" fand am Sonntag ein gut besuchter Bezirkstag des Bezirks Lich der Krieger- kameradschaftHassia" unter der um­sichtigen Leitung von Dr. Walter statt. AI. a. wurde Bericht erstattet über den Derbandstag in Schlitz.

)) L t ch, 23. Aug. 3n der gestrigen Sitzung des Stadtvorstandes legte der Bürger- meister die Rechnung der Stadlkasse für das Rechnungsjahr 1925 zur Prüfung vor und erstattete den Rechenschaftsbericht. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß der Rechnungs­abschluß als günstig zu bezeichnen sei. Bei einer Hörprüfung der Rechnung durch die Finanzkom­mission sind Beanstandungen nicht erhoben wor­den. Der Stadtvorstand beschloß, die Rechnungs­prüfung damit als erledigt zu betrachten. Das Verzeichnis der Kreditüberschreilungen und ihrer Deckungsmittel wurde genehmigt. Der Stadt­vorstand hat am 14. v. Mts. eine Aenderung der Straßen- und Baufluchtlinie an der Ecke Ziegelstraße-Egelleeweg beschlossen. In­nerhalb der Offenlegungsfrist sind drei Einwen­dungen hiesiger Einwohner gegen die beabsich- tigte Straßen- und Baufluchtlinienführung bei der Bürgermeisterei eingelaufen. Der Stadtvor­stand war nicht in der Lage, diesen Einwendungen stattgeben zu können. Auf Antrag des Bor­standes der Duhbach-Licher Eisenbahn in Butzbach wurde der Verkaufspreis für städtisches Gelände, das die Dahn zur Erweiterung ihrer Gleisanlagen auf Bahnhof Lich benötigt, auf M. 4,50 je qm ent« gültig festgesetzt. Don der Erhebung einer allgemeinen Wertzuwachs st euer wurde A b st a n d genommen. 3m Anschluß hieran fand die Beratung des Waldwirtschafts- vlanes für das Wirtschaftsjahr 1928 statt. Der Vorstand des hiesigen Forstamts, Forftrat H e i m b u r g , erläuterte die Vorlage. Die Vor­lage fand Zustimmung. Auf Antrag des Ver- m^sungsamtes Hungen wurde beschlossen, für den Feldgebrauch Parzellenhandritz- und Mehbuchabschriften für die hiesige Ge­markung Herst etten zu lassen. Die erforderlichen Mittel sollen in den 3ahren 1930, 1931 und 1932 mit je M. 1000, in den städtischen Voranschlag eingestellt werden. Sodann gab der Bürger­meister von dem Ergebnis einer Trinkwasser­untersuchung des chemischen Untersuch', igd» amtes für die Provinz Oberhessen in Gießen Kenntnis. Das Ergebnis sei als befriedigend zu bezeichnen. Eine Eingabe des Vereins für Rasen spie le dahier, ihm den hiesigen städti­schen Sportplatz zur alleinigen Benutzung zu ^..rlassen, fand keine Zustimmung. Den letzten Punkt der öffentlichen Sitzung bildete die Be­ratung der Verwertung des von der Stadt im Lause dieses 3ahres errichteten Doppel­hauses in der 3 ahnst ratze. Der Bürger­meister schlug vor, die beiden Wohnungen nicht zu vermieten, sondern alsReichsheim- stätte" käuflich geeigneten Wohnungssuchenden zu überlassen. Er wies hierbei auf das Rcichs- bctmstättengese'h vom 10. Mai 1920 hin. Dieses Gesetz gebe den Gemeinden die Möglichkeit, Bo­den in einer Form auszugeben, die diesen Boden vor jedem Mihbrauch dauernd- bewahre. Der mit einer Reichshcimstätte Begabte könne wegen Pri­vatschulden nie in Zwangsversteigerung kommen, er und seine Kinder und Kindestinder säßen auf diesem Boden. Wolle der Heimstätter aber Den ihm billig von der Gemeinde gegebenen Boden aufgeben und niemand aus der Verwandschaft die Heimstätte erwerben, so falle die Heimstätte an die Gemeinde zurück, der Boden zu demselben Preis, der vereinbart war. die Gebäude nach dem Bauwert, der am Tag des Rückfalls noch vor­handen sei. Alle Steuern, die sonst m.t der Alebertragung eines Bodens verbunden seien, wie Grunderwerbssteuer, Rvtariatskosten, Ge­richtskosten, fielen bei der Heimstätte fort Sein weiterer Vorschlag ging dahin, daß die Anwärter eine ihren Kräften entsprechende Anzahlung leisten sollen, jedoch mindestens in der Höhe von 5 Prozent der Kaufsumme. Der Rest des Kauf­geldes werde als unkündbares Darlehen betrach­tet, dessen jährliche Annuität mit 6 Prozent der Restkaufsumme (5 Prozent Zinsen und 1 Prozent Tilgung) festzusetzen sei. Der Stadtvorstand trat nach kurzer Aussprache dem Vorschlag des 'Bür­gerin eifl erd bei. Der Verkaufspreis je Haushälfte (eine Wohnung) wurde auf M. 6000 festgesetzt. Heber die Auswahl der Käufer soll in nächster Sitzung Beschluß gefaßt werden.

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 23. Aug. Zu Grabe ge­tragen wurde hier heute unter außergewöhn­lich starker Beteiligung von Leidtragenden Her­mann Haustein, einer der angesehenstem Bür­ger unserer Stadt, der im Alter von 74 3ahren in der Gießener Klinik verstorben ist. Dor kurzem hat der Verstorbene fein 60jähriges Sunter» Jubiläum begehen können. Allein 30 3ahre ge­hörte er dem Vorstand der hiesigen Turnge- meinde an, 50 Jahre deren Gesangsabteilung, >äe er begründen half. Die Turngemeinde gab ihrem Ehrenmitglied daher ein stattliches Geleit.

WSR. Friedberg, 23. Aug. Durch einen herabstürzenden Balken wurde ein Zimmermann aus Echzell bei den Arbeiten am Theaterturm so unglücklich getroffen, daß er schwer verletzt ins Bürgerhosprtal emgeltefert wer­

den mußte. , ..

Dad - Rauheim, 23. Aug. Das Herb st- Tvntaubenschießen, das vom mefigen Sportschieh-Klub am (Sonntag auf den neuzeit­lichen Schießständen am Goldstein veranstalt wurde, zeigte eine auhergewohnl^h ftarte Q3e- teUtgung. Die bekanntesten deutschen Bertreter des Schießsports waren anwesend ferner auch Teilnehmer aus Dänemark und Holend. wurde hervorragender Sport gebot en. Den Sw- gern konnten wertvolle Preise überreicht werden.

Turnen, Sport und Spiel.

V. f. B.

Die dritte Mannschaft schlug amSonn- -ag die E r ste Fronhaufens hoch mit 6:1. Die Gäste wehrten sich tapfer und mit Aus­

dauer, kamen ledoch gegen die bessere Technik der V. f. B.-Elf nicht auf. Wenn die Dritte ihre Spielstärke durch genaueres Zuspiel noch etwas hebt, wird sie in den kommenden Der- bandsspielen von sich reden machen.

Die 1. Schüler elf trug noch ein Freund­schaftsspiel mit der gleichen Heuchelheims aus, das mit einem unentschiedenen 1:1 audging.

Allgemeiner

Deutscher Turnerbund (21. D. T.)

Turngau Lahn-Tünöbcrg

X. Y. Der Turngau Lahn-Düns- b e r g hatte für Sonntag seine Turner zu einem sportlichen Wettkampfe nach Daubringen ein* geladen. Das Degenwetter war wohl für das Turnen als auch für die nachfolgenden Festlich­keiten eine bedeutende Hemmung. Bei recht un­günstigem Wetter traten kurz nach 7 Uhr 180 Turner und 45 Turnerinnen an und führten unter der Leitung des Gausporlwarts Karl Winter lLaunsbach) trotz der wiederholten kalten Regen­schauer den Wettkampf tapfer durch. Die Turner (Ober-, Mittel- und Unterstufe) hatten einen Fünfkampf in Stabhoch- und Weitsprung, Kugel­stoßen (beidarmig), Hürdenlaufen und Speerwurf zu bestehen, die Altersstufe übte im Vierkampf, die Turnerinnen trugen einen Dierkampf in Kugelstoßen, 75-Melrr-Lauf, Speerwurf und Weitsprung aus. Zwischen 2 und 3 Alfjr be­wegte sich der Festzug durch das mit Fahnen reichgeschmückte Dorf. Auf dem Festplah begrüßte Lehrer Dr. Balser in schwungvoller An­sprache die Festgäste und Turner. Die beiden Gesangvereine trugen stimmungsvolle Degrü- ßungschöre vor. Bald setzte indes so strömender Regen ein, daß die meisten Festbesucher fluchtartig den Festplah verließen. Trotz der Alngunft der Witterung ist die Turnfahrt nach Daubringen als ein Erfolg des Turngaues Lahn-Dünsberg zu bezeichnen. Es blieb wohl ein Teil der Wett- tumer hinter den Mittelleistungen zurück, ober ebensoviele zeigten Ergebnisse, die alsGut" und Sehr gut" bezeichnet werden konnten. Aus der Siegerliste geben wir nachstehenden Auszug:

Turnerinnen (Oberstufe): 1. Anna Pfeifer, Launsbach 62 Punkte, 2. Helene Pfeifer, Launsbach 59, 3. 3ohanna Müller, Lollar 55, 4. Marie Moos, Lollar 53, 5. Luise Bodes, Lollar 51, 6. Paulo Hildebrand, Wieseck 50, 7. Anna Bernhard, Wieseck 48, 8. Emilie Schmidt, Wieseck 46, 9. Emma Dieman, Dorlar 45. 10. Klara Bremer, Wieseck 43 Punkte.

Turnerinnen (Unterstufe): 1. Wilma Schleenbecker, Kinzenbach und Elli Pausch, Wieseck 72 Punkte, 2. Marie Freitag, Hausen 70, 3. Hed­wig Schmidt, Dorlar 66, 4. Hedwig Müller, Launsbach und 3ohanna Vonderheidt. Hausen 65, 5. Lina Erb, Wieseck 60, 6. Emmi Loy, Wieseck und Minna Schäfer, Wieseck 57, 7. Emma Schrei­ner. Wieseck 56, 8. Alma Weber, Dorlar 54, 9. Auguste Möser, Wieseck und Emmi Reuter, Wieseck 53, 10. Paula Krombach, Launsbach und Elise Heller, Hausen 52 Punkte.

Turner (Altersstu fe): 1. Karl Gissel, Waldgirmes 77, 2. Adolf Steg, Hausen 75, 3. Wilhelm Euler, Watzenborn und Ludwig Hasselbach, Rodheim 73, 4. Wilhelm Langsdorf, Albach 68, 5. Bruno Grote, Lollar 63, 6. Wil­helm Will, Wißmar und Georg Hermann, Wiß­mar 60, 7. Ludwig Drücke!, Hausen 58, 8. Karl Sarnes, Hausen 49 Punkte.

Turner (Oberstufe): 1. Ludwig Ole- motz, Kesselbach 109 Punkte, 2. Otto Dich, Lollar 99, und Karl Rühl. Großen-Buscck 93, 3. Rein­hard Schieferstein, Launsbach 94, 4. Rudolf Buß, Großen-Buseck 90, 5. August Best, Waldgirmes 87, und Karl Heitz, Rodheim 86, 6. Albert Oster- held, Großen-Busek 85, 7. Wilhelm Deppler, Kinzenbach 81, 8. Karl Henß, Großen-Buseck und Richard Wissemann, Großen-Buseck 77 Punk'e.

Turner (Mittelstufe): 1. Kari Dort, Großen-Buseck 108 Punkte, 2. Richard Deppler, Kinzenbach 101, 3. Wilhelm Frank, Lollar 93, 4. Wilhelm Dachmann. Durlhardsfelden 95, 5. Wilhelm Schneider, Großen-Duseck 94, 6. Emil Decker, Ruttershausen 92, 7. Heinrich Damm, Reiskirchen 83, 8. Otto Rupp, Alien-Duseck 82, 9. Willi Schardt, Hausen 77, 10. Karl Sick, Allen- dorf a. d. Lumda 74 Punkte.

Turner (Unterstufe): 1. Wilhelm 'Braun, Daubringen 124 Punkte, 2. AugustBaier, Riederroßbach 115, 3 Otto Feiling, Ahbach 114, 4. Otto Rappold, Dellnhausen 112, 5. Karl Wallenfels, Allendors a. d. Lumda und Emst Klein, Dellnhausen 111, 6. Emil Winter, Launs­bach 110, 7. Heinrich Rühl, Beuern 103, 8. Emst Heckrod, Steinbach 99, 9. Ernst Hasselbach, Lon­dorf, Willi Feldmann, Wißmar und OttoSchardt, Hausen 98, 10. Ludwig Wallenfels, Allendorf a. d. Lumda und Hermann Eisenacher, Reiskirchen 97 Punkte.

Die süddeutschen Iugendsüzwimmer in Darmstadt.

L_ Das Kreisjugendfest des Kreises 5 (Süddeutschland), des D. S. 23., das alljährlich die besten Jugendschwimmer am Start sieht, fand am Sonntag bei ganz hervorragender Besetzung in D a r m st a d t statt. Trotz des anhaltenden Regens waren sämtliche Zuschauerplätze besetzt, ein Beweis dafür, wie populär der Schwimmsport in der Schwimmerhochburg Darmstadt ist. Am erfolgreich­sten waren die Vereine aus Darmstadt, Göppingen, Offenbach, Nürnberg und Freiburg. Der Gieße­ner Schwimmverein konnte sich mit feiner jungen Mannschaft bei der überaus starken Kon­kurrenz noch nicht recht durchsetzen, konnte aber immerhin einige recht schöne Erfolge erzielen. So verdient vor allem die Leistung des jüngften der ge­meldeten Springer, Max Schüler, vollste Aner­kennung, der das Kunstspringen mit Platzziffer 9 (49,26 Punkte) gewann und sich damit als bester süddeutscher Jugendspringer klassifizierte. Die nächst­folgenden waren Mack, Amateur-Stuttgart (Platz­ziffer 10, 48,80 Punkte) und Kohlhöfer, Mat- tiacum-Wiesbaden. Im Jugendrückenschwimmen, 100-Meter, zeigte S ch a um eine recht ansprechende Leistung, indem er bei ganz knappen Anschlägen in guter Zeit den 4. Platz belegte. Zeiten: 1. Ko rt f ch, Bayern 07-Nürnberg, 1,27, 2. Helfrich, S. 23. Mannheim, 1,29,6, 3. Bostel, 6. 23. Göppingen, 1,29,7, 4. Schaum, Gießener S. 23., 1,29,8, 5. Watrin, Mainz 01, 1,30, 6. Walter, Wies­baden 1911, 1,32,5. Im Freistilschwimmen konnten sich Bickel und Rau bei der gerade hier sehr star­ken Konkurrenz nicht recht durchsetzen. Die Damen­jugendbruststaffel, 3X100 - Meter (H a n d r i ck, Hublitz, Schüler), belegte den vierten Platz. Zeiten: 1. D. S. 23. Freiburg 5,16,2, 2. S. C. Wies­baden 1911 5,19,2, 3. S. B. Heilbronn 5,19,6, 4. Gießener S. C. 5,24,8, 5. Moenus-Osfenbach, 6. Rot-Weiß Darmstadt 5,44. Im Damenjugend­brustschwimmen, 200-Meter, gelang es Frl. Schü­ler, den 5. Platz mit 3,51 zu belegen. Im gan­zen genommen kann der G. S. 23. mit den Lei­stungen seiner Jüngsten zufrieden fein. Jrn übrigen war die Veranstaltung wieder der beste Beweis dafür, daß erstklassige Leistungen heute nur noch auf Grund eines strengen Trainings zu erzielen sind.

die von der Bade- und Kurverwaltung, der Stadt usw. gestiftet waren. Erfolgreich waren auch verschiedene Mitglieder des hiesigen Sportschieß- Klubs.

Lpd. B a d - R a u h e i rn, 23. Aug. In den letzten Rächten hat sich hier wieder ein F a s s a- den kletterer betätigt. Er stieg in verschie­dene osfenstehende Zimmer einer Villa und eines Hotels ein und entwendete mehrere Al h r en, Schmuckstücke und das erreichbare Geld. Vermutlich handelt es sich um einen reisenden internationalen Dieb.

WER. Beienheim. 23. Aug. Die hie­sige Gemeindekasse hatte in diesem Jahre 30 Pf. für jeden eingelieferten Hamster zur Verfügung gestellt. Die Äugend veranstaltete daraufhin regelrechte Hamsterjagden und erbeutete insgesamt 700 dieser gefräßigen Ge­treideräuber. Ein Junge brachte es auf 158, ein anderer auf 120 Stück.

LPD. Groß-Karben, 23. Aug. Hier verstarb am Sonntag die Kriegerwitwe Det - ter an den Folgen einer Blutvergiftung. Der Verstorbenen waren beim FruHtabmachen einige Dörnchen von den Disteln in d e Finger gedrungen, die sie abends mit einer Stecknadel entfernte. Rachts bekam sie große Schmerzen und verstarb nach sechstägiger Krankheit. Sie hinterläßt zwei unversorgte Kinder.

WER. Vilbel, 23. Aug. Die von der 'Baufirma Moxter<L3öst bewirtschaftete staat­liche Kiesgrube in Vilbel ist gestern nach­mittag teilweise eingestürzt, wodurch die beiden Arbeiter Heinrich Heidt aus Dreieichen­hain und Georg Müller aus Sprendlingen verschüttet wurden. Während Heidt nur noch als Leiche geborgen werden tonnte, erlitt Müller nur leichte Quetschungen, da er noch rechtzeitig befreit werden konnte.

Kreis Schotten.

Laubach, 23. Aug. Don Sonntag bis Montag hielt der hiesige Schützenverein sein Hauptschießen ab, wozu die Rachbarvereine geladen waren. Das Ergebnis auf derFest- scheibe" (100 Meter aufgelegt) war: 1. Preis Halm (Lich), 2. Arnold Enders (Laubach): 3. Georg Rühl (Laubach),' 4. Emst Högy (Laubach); 5. Friede. Stotz (Laubach); 6. Karl Becker (Laubach); 7. Gustav Schnei d t (Lau­bach); 8. Wilh. Kreicker (Laubach); 9. Friede. Wolf (Laubach); 10. Peter Karl (Lich); 11. Karl P i h (Laubach); 12. Heinrich Löwer (Laubach); 13. Preis Aug. Schlörb (Lauter). Die nasse Witterung schädigt die Ge­treideernte sehr empfindlich. Die Frucht wächst, die Körner werden wertlos. Bei den Kartoffeln zeigt sich schon Fäulnis. Die Körner des Hafers sind überreif; sie fallen aus. Diese Witterung schadet auch der 3aad. Oesters findet man alte Hasen, die an fieber- und Lungenwürmern etn»

gegangen waren; im übrigen hatte gerade die Hasenjagd gute Aussichten. Es sind schon ver­schiedene gute Bode geschossen worden. Die hiesigen Pächter schonen die Rehjagd in diesem 3ahr. Die Bautätigkeit ist in diesem 3ahr gering. Rur zwei Wohnhäuser sind er­richtet toorben. Es sind noch zwei Häuser in Aussicht genommen, von denen das eine am Ramsberg gebaut wird. Das andere Wohnhaus wird voraussichtlich innerhalb der Stadt ge­baut. Die beiden Häuser im Hain (im sog. Hirtengarten) werden, wie man hört, erst im nächsten 3ahr in Angriff genommen.

(!) Meiches, 23. Aug. An den beiden letz­ten Sonntagen fand hier ein großes Saal- scheibenschießen statt. Den Schützen wink­ten sehr anziehende^Preise. Die besten Schützen waren: 1. Georg Wolf, Meiches, 33 Ringe, 2. Konrad Schmidt, Liederbach. (32), 3. Karl Volz, Meiches, (32), 4. Andreas Fink, Stom- dorf, (32), 5. Heinr. Hermann, Meiches, (32), 6. Heinr. Hansel, Meiches, (30). Am Montag­abend fanb die Preisverteilung statt.

Kreis Lauterbach.

c Schlitz, 23. Aug. Rach längerem schweren Leiden ist ein Veteran derschwarzen Kunst", Buchdruckereibesitzer Heinrich G u n t r u m II., im 79. Lebensjahre verstorben. Er war der Ver­leger desSchützer Boten" und hat and) im öffentlichen und Vereinsleben unserer Stadt sich verdient betätigt. 11. a. war der Verstorbene im 3ahre 1867 Mitbegründer des Turnvereins.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O Aus demKreiseWetzlar, 23. Aug. Die 3ag b auf Rebhühner, Wachteln und schottische Moor Hühner im Kreise Wetzlar beginnt auf Grund eines Beschlusses des Bezirksausschusses zu Koblenz, durch den der Schluß der Schonzeit auf den 26. August festgesetzt ist, am 27. August. Dieser Tag gilt als der erste 3agbtag.

s-jAusdemKreiseWetzlar, 23. Aug. Der Verband für Leibesübungen im Kreise Wetzlar hat bei dem Kreisjugendamt angeregt, die Orts- wohlfahrtsausschüsse in ihrer Eigenschaft als Ortsausschüsse für 3ugendpflege durch Ausnahme je eines Vertreters der am Orte ansässigen Vereine, die Jugendpflege be­treiben, zu ergänzen. Das Kreisjugendamt hat die Berechtigung der für den Antrag vorgetra­genen Gründe anerkannt und eine entsprechende Ergänzung der Ortswohlfahrtsausschüsse im Be­nehmen mit den Vereinen angeordnet. Die neuen Mitglieder sollen frei allen Verhandlungen über Angelegenheiten der Jugendpflege zugezogen werden.

L Groß -Rechtenbach, 23. Aug. Wie be­reits berichtet, hat die hiesige Ortsbauernschaft

j die Anlage einer Viehweide beschlossen!. Dieser Tage fand nun durch Administrator Sie­bold - Hosgut Altenberg und Baron v. Lepel, Mitglied der Moorlommission im Landwirt­schaftsministerium, eine eingehende Besichtigung des für die Anlage einer Viehweide in Betracht fommenben Geländes in der hiesigen Gemarkung statt. Die Besichtigung führte zu dem Ergebnis, daß sich zur Anlage der Weide in erster Linie der Walddistrittßangerain" eigne; der ur­sprünglich in Aussicht genommeneSteinsberg" wurde als nicht geeignet befunden. Alm ihren Beschluß zur Durchsühruiig bringen zu können, hat die Ortsbauemschaft jetzt bei der Gemeinde! den Antrag gestellt, bei der zur Zeit im Gange befindlichen wirtschaftlichen Almlegung der Grund­stücke den Walddistrittßangerain für die An­lage einer Viehweide ausweifen zu lassen. Cs handelt sich hier um erstklassigen Acker- und Wiesenboden, auf den alle Voraussetzungen, die Weideland erfordert, zutrefsen. Außerdem soll an den Fiskus wegen Abtretung einer 100 Mor­gen großen Fläche aus dessen angrenzenden Wad« düngen berangetreten werden, um die Viehweide entsprechend größer anlegen zu können.

Kreis Biedenkopf.

T Waldgirmes, 23. Aug. 3n den letzten Tagen waren Obsthändler aus Siegen hier und in Raunheim und kauften die Glocken- birnen auf. Das ist eine Lokalsorte, die nur in den Gehöften gepflanzt wird. Der Zenttrer wurde mit 9 Mark bezahlt. Zwei Doppelwaggon und ein Lastauto voll sind fortgegangen.

# Königs berg, 23. Aug. Die Ernte, die auf unserem Berg um zehn Tage später beginnt als im Tal, wurde durch das acht- tägige Regenwetter vollständig unterbrochen. Der Regen hat der Ernte, die sich noch im Felde befand, fthr geschadet, so daß beim Rotzen mit einem Ausfall von 33 Prozent, bei der Sommer­frucht mit einem größeren Schaden zu rechnen ist. Die Gemeinde-Dreschmaschine kann erst heute ihre Tätigkeit aufnehmen, während im Tal schon feit fast 14 Tagen gedroschen wird.

Maingau.

WER. Frankfurt a. M., 23. Aug. Der Magistrat ist den Beschlüssen des Organisations- ausschusses und des Aeltestenausschusses der Stadtverordnetenversammlung wegen Gewäh­rungeiner einmaligenAlnterftüfcung an verheiratete städtische Beamte und Angestellte mit einem Monatsgehalt bis zu 350 Mk. beigetreten und wird entsprechende Vor­schläge auch für die Pensionäre und Witwen machen.

Tagung des Deutschen ForstVereins.

(Zweiter Tag.)

WSR. Frankfurt a. M., 23. August. Am zweiten Tage sanden in der Aula der AlniDerfität verschiedene Teilversammlungen statt. Don besonderer Wichtigkeit war der Vortrag über Vogelschu tz", den Freiherr von D e r * lepsch-Seebach vor einer großen Zuhörer­schar hielt. Durch unsere Kultur sei die Erdober­fläche berartig verändert worden, daß Die Vögel vielfach keine Lebensbedingungen mehr hätten. Cs müßten deshalb Maßnahmen ergriffen werden, um den Vögeln die Erde wieder zusagend zu gestalten. Oberster Grundsatz müsse hierbei fein, daß alle diese Maßnahmen streng der Ratur entsprechen. Weiter sei Vogelschutz vornehmlich aber eine wirtschaftliche Maßnahme, die von ganz eminenter Bedeutung sei. Der Vogel bekämpfe aus natürlichem 3nstintt sämtliche Schädlinge; diese Art Schädlingsbekämpfung sei erwiesener­maßen wirklich anhaltend erfolgreich. 3eder könne mit Erfolg Vogelschutz betreiben, wenn er nach bewährten Vorschriften arbeite. Die zum Schutz unserer Wälder wichtigsten Vögel seien vor­nehmlich die Höhlenbrüter, besonders die Spechte, Meisen, Stare und Baumläufer. Sollen uns diese Vögel großen Ruhen leisten, so müssen wir sie über das normale Maß hinaus vermehren, be­sonders durch naturgemäße Winterfütterung. Gegen die Raupenkalamitäten hätten bisher künst­liche Mittel wenig genützt, jedenfalls nur vor­übergehend. Die verdorbene Ratur könne nur wieder durch die Ratur korrigiert werden, unbi zwax dadurch, daß wir die geschworenen Feinde der Pflanzenfeinde, also die insektenfressenden Vögel, konzentrieren. Aus die 3ndividuenzahl habe die Winterfütterung großen Einfluß, gewisse Vögel, die wir zur Alngezieserbekämpfung brau­chen, müßten vermehrt und in entspr.'chendev Menge erhalten werden.

Forstmeister Haenel --Bamberg machte er­gänzende Ausführungen zu diesem Thema. Er betonte, daß man den Vogelschutz planmäßig betreiben und kostspielige und verhängnisvolle Fehler verhüten müsse. Großzügige Durchfüh­rung sei nur mit staatlicher Hilfe möglich.

Landforstmeister Dr. König- Ber'in sprach über das Them aD i e Samenbeschaffung in der Forstwirtschaft". Er betonte, daß die Probleme richtiger Saw giltbe'chasfung bi der schwierigen Unterscheidung zwischen umwelt­bedingten Erscheinungsformen und erblichen Wachsthpen sowohl beim Erntcchestand wie beim Samenkorn und Keimling liefen Zusam '.erhänge zwischen Samenkorn und Mutterpflanze beständen erstens durch Vererbung, zweitens durch direkte äußere Beeinflussungen des Keimlings, Beschat­tung und Radelabfall, drittens durch Aehnlich- feiten im Dau- und Keimlingsleben. Oberförster Klein-Wolfgang ergänzte diese Ausführung dadurch, daß einwandfreies forstliches Saatgut nur in anerkannten Beständen vom stehenden Stamm gewonnen werden könne, und zwar nur durch Kolonnen, die aus gewerblichen Pflückern beständen.

Aleber dieGeologie und Boden- kundedes Ausflugsgebiet s" hielt Derg- rat Dr. Schottler-Darmstadt einen inter­essanten Vortrag, bei dem er einen Abriß der Bodengestaltung des Vogelsberges. Taunus, Odenwalds, Spessarts, der Wetterau und des Rheingaus gab. Rachmittags fanden im Stadt­wald Musterbeispiele für richtiges Baumfällen, Holzverladunz usw., sowie eine Schädlingsbe­kämpfung unter Verwendung von Flugzeugen statt.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 19. August.

Der Geschäftsführer eines hiesigen Schuh­geschäfts wurde zu einer G eldstrafe von 3 0 M k. verurteilt, weil er im 3ahre 1926 mehr­fach Angestellte länger als die gesetzlich zuläs­sige Zeit beschäftigt hatte, Strafmildernd kam