Nr. 120 Zweites Biart
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesfen)
Dienstag, 24. Mai 1927
Die Beamtenbesoldung.
Son p a r l am en l a r i f dfr e r Seit« wird tme gd4nrfxn.
lieber b'-t Heuteatlung der 'Ädolbunatorb- nur.g Der Beamtenschaft und Die Damit tu’ammcn- Mimenbcn Probleme ist m der Prelle in der letzten Zett viel Richtiges. aber auch viel Un* nittjjrt verbreitet worden 3Xe’e Prell ikampagne hat jedoch dazu beigetragen. Die Frage fetbft t n Der Oeffentlidbfeit zu erörtern und Damit tnbtrrti Den maßgebenden Stellen zu zeigen, welche Stellung im allgemeinen Die Öffentliche Mefe nun® zu Dem ^^oldungsprvblem der Beamten etiminunL Soweit wir Die Prelle verfolgen konnten, muh Dabei festgestellt werben, daß sich Diesmal un Degen«atz -u früheren Zeiten kaum ein Biber,pru d> in Der Frage Der Beamten- befoldung und über ihre ^totwend-gke-! erhoben hat Luch Diejenigen Birifchallskrrife. Die ton ft Harke Bebe nie« geltend gern - a>i hab-n. sind Diesmal anderer 3uHaHjna B.r glauben mit» teilen zu können bah mahgebenbe BirtfchafeA. führet aus fich heraus eine Regelung der Be- amt endet oldung geforDert haben um endgültig eine getollte Beruhigung und Stetigkeit Derbruu- führen und die Äinrffraft des inneren Marktes zu heben
Auch im Reichst i na nzmini fiert um fcheint man fich jetzt mehr und mehr zu der Rulluttung durch- Lunngen, daß die angekündigte Besoldungsrrivrm für die Beamtenschaft noch am 1. 3 u lt in Kraft treten mülle Wenn man Dort eine Zeitlang mit dem Gedanken fvielte, die Revision Der Besoldungsordnung erst zum 1. Oktober d 3. zu lchatten, fo deshalb, weil man gewitte Schwie- rigkeiten im Zufammenhang mit den Bohnung»- flelbaTiberunflni am 1 April und 1 Oktober befürchtete und andeverfeits daraus wieder Roch- wirkungni auf die Lohnbewegung der Arbeit- nehmeristasl Bon feefetn Gesichtspunkt hat man fich jetzt frei gemacht.
Dazu kam. dah Der Druck, der aus politi- fchen Kreisen heraus erfolgte, immer stärker wurde 2 a ch f e n hat im Leichsrat einen Antrag gestellt, in dem eine möglichst baldige Erledigung Der Beamtendesoidung gefordert wurde. 5hc Landtagsfraktion der Deut fchen Volks- parlei hat tn dielen Tagen dem preuhifchen Landtag eine Enilchli<-Hung oorgelegi in der weben der Bfedereinsührung der viert eijührlichen Gehaltszahlung eine betchleuingie Borberritung Der in Auslicht gestellten BriolDungsrriorm gefordert wurde dergestalt dah die Auszahlung Der neuen Bezüge bereits im Laufe des Sommers erfolgen kann. Auch Die Reichstagsfraktion Der Deutschen Bollspart ei hat im gleichen Sinne auf die Reichsregierung eingewirkt
Benn allo Damit auch Die BesolDungs- erhöbung und die Reform der Besoldungo- ordnung in Fluh gekommen ist. lo wird man manchen Rbsichten, die nun bei dieser Revision durch», führt tivtben sollen, stark skeptisch gegen- überstehen müssen. Einzelnes ist Dabei sogar entschieden abzulehnen Bir wollen auf die Frage, nb Gruppeneinteilung ober Lausbahnftzstem. in diesem Ziilanimcnhang nicht näher eingehen. Man kann annehmen. buh hier In dem endgültigen Entwurf Den Auffassungen beider Richtungen in manchem Rechnung getragen wird Starke Be- dnkcn werden sich ,edoch vom Standpunkt des bürgerlichen Beamtenpolitikers aus gegen den Versuch geltend machen, eine Herabsetzung Der Pensionen mit der Befoldungsreform zu verbinden. Wan hat die Absicht, die mit 40 Dienst,obren zu erreichende Höchstpension von aul des peirtionstöhigen Dienstein- kommens herabzufetzen Das würde zur Folge haben. Dafi Damit für die meisten Pensionäre eine Einkommensl»erminderung um 10 Prozent eintret en würde Um Die .wohlerworbenen Rechte Der Beamtenschaft" nicht zu verletzen, trägt man sich mit dem Gedanken, diejenigen Pensionäre. Die in eine Kürzung ihrer Pension um 10 Prozent nicht einwilligen, in Zukunst an weiteren Besoldungserhöhungen nicht mehr teil nehmen zu lassen. Wan will allo Drei Gruppen von Pensionären schallen, als ob die Beamtenschaft an den sog. A l t Pensionären nicht bereite genug hätte 3n Kreisen Der nichtsozialistischen Beamtenschast wird man in diesem Borgehen eine Gesährdung Der Beamten rechte erblicken. Darüber müssen sich auch Diejenigen Kreise klar fein. Die nicht unmittelbar zur Beamtenschaft zählen Die wohlerworbenen Rechte Der Beamtenschaft und das Beri.sebearnt.ntum gehören zusammen. Staats-
Die Nattenfängerstadt.
Bon Anton Schnack.
.Wie Du weiht bemächtigt sich Der Böse gern Der Kinder Einst erschien er in der Gestalt eines Rattenfängers und lockte mit dem Klange feiner Pfeife alle Kleinen aus her Stahl Hameln Bie manche erzählen, ertranken alle diele Unglücklichen un Beserslusi. andere behaupten, dah er sie im Innern eines Berges einlchloh."
iMarccl Schwob Der Kmderkreuzzug l
Werde ich ihn hören, leinen magischen Psill. an Den ich. zulammen mit dem anderen Spuk, leit ÄtnDbeit dachte? Vielleicht sähe ich ihn unter einem alten Dor stehen? Vielleicht träfe ich ihn. über Den nachtlilbernrn Spiegel der 'Befer gebeugt. um lich an Den flehenden und ängstliche S't iVraufltn v grausamer Bolluft zu weilen, hie er in Dni Strubel geführt Vielleicht träfe ich ihn im Krug zum Rattenfänger hinter einem Glate Dunflen Bieres sitzend Aat Der BinD nicht einen bohlen, hohen und vogelartigen Pseifenklang?
B^e vielleicht Der 26. 3um. auf Den Festtag von Johannes und Paulus. Der Dem protestantischen Hameler Bürger heute nicht mehr gill. und Die WorgenstunDe um sieben Uhr. so wäre es möglich, den buntgekleideten Pleiter, dem sie deswegen Den Rainen Vundting gaben, im roten Hut mu Der Psei'e am Wund Durch Die Strafte ziehen »u sehen. Die he Die .bungelose" nannten, imb daS dciht ionlolc. weil zum Zeichen Der Trauer über hundertDreistig entsühne Kinder, feiner bann tanzen noch hnaen noch musizieren Durfte.
Ich gehe in das Haus, das sie das Ratten» fängcrbair* nennen. Dein Gang. Haus ist nachmittäglichen Dunkels voll, weder au schwarz, noch zu bell. Du hast eine braune Sure, die halb geöffnet ist. und durch die schon viele mit dem- Helden Schweigen und Lauern gingen wie ich. der tsrr unsterblichen geheimnisvollen Gestalt nachsteigt. Die die Zauderet Der Betörung und 2er- ßührung im P leisen rohr hatte. Du Haus bist
politisch enxb das Berufsdeam.: ennrn als eine unbedingte Rot Wendigkeit angriprochen werden müssen. Dann bad man aber -u4> Die Boraustetzungen für das Beruf tbeamtem-t . die log .wohlerworbenen Rechte", nicht aMasten.
Run kann Inan allerdings annehmen dah bei der parlamentarischen Behandlung. Die nach Der jetzigen Situation Ende 3um oder 2*nlang 3uli tamftnDcr. wird. Der Versuch, eine Pen'ions- kürzung herbeizusühren, auf starken Biber» stand Kotzen wird Unklar ist Dabei nur Die Hal- rang des Zentrums. Bereits im B.mer d 3. ist ein Zentrumsantrag gegen Die Stimmen Der Deultchnatimalen Deutschen Volkspartei und der Dnnokraiifchen Partei angenommen worden, der
sich mit Penfionskurzungen betchästtgt. Bon sozial- demotran'cher Seite .st togar ein Gesetzentwurf Dem Reichstag ooegdqjt Das zeigt Bar und deutlich die parlamentarische Situation. Alan wird auch jetzt annehmen können, dah Deutsch- nationale. Deutsche T:'.*.6>2r.a und «etotvr.cr. eine Peniisnskür-ung a bl ebnen. Fraglch ist. Die das Zentrum dazu stehe Lätzt «ich da» Ze-ntrum von feinem Arbeiterslüml bx-etxfluffen. Dann find die Beamt en recht c >:c'Ihrdet Hoffern- lich ist das nicht der Fall Die Beonuenschall würde eine Reuvrgelu a der Bel oldungsordnung natürlich begrüsten, eine Kürzung ihrör Rechte aber als untragbar empfinden
mit dem Linienschiff „Hessen" im Atlantik.
Bon Äoroettenfapitan 51 r a e b l c r.
Da» rege Znteresfe. da» frühere Berichte von den Kreuzerfahnen der .Aamburg" und „dmöen' bei unseren Lesern gefunden haben, oeranlastie un». an den »ommanD-imen de» Lmienschift» .Hessen'. Herrn tapiian pr Lee Junkermunn mit bet Bitte beran^treten, un» über die Hu»lanb»au»bllbung»reife de» Patenfchisse » unsere» helfen- lande» Berichte Mir Beriüqung zu stellen. Unterer Bitte wurde bereitwillig^ entfpro- chen. so dost toir heute in Der L'age sind Den ersten Bericht von den Erlebnissen unserer ..rieften" im Atlantik au» Der Jeder de» Herrn Äoroettenfopitän c trat hier zu oeröffenllichen.
Km 29. März trat Linensifesf „Hessen' zusammen mit dem ^lottenfloggschisi „Schleswig-Holstein", dem ü'tnienjch's ..(Usasz" und Den Kreuzern „Berlin", ..Amazone" und „Nymphe" eine zwolswochige Au». Iand»au»bilbung»reife noch dem Atlantischen Ozean on Rur auf der hohen Lee, im Atlantik mit fernen Stürmen und seiner Dünung ist e» möglich, die Ma- trafen zu rechten Seeleuten au»zubilfen. Der Cha- ralier wirD gestählt und die Grundlagen ergänzt, die Ost- und '.'lordfee geschahen haben. Der Er- holungsausenthalt in den au»ländischen Häfen, da» Zusammentreffen mit Schisfen oller Rationen weilet den Blick und stärkt Nattonaldewutztfein und Liebe zur deutschen Heimat. Schlief,lich können die Deutschen im Lu »lande einmal ein Stück Heimat begrüben. Da» deutsche Kriegsschiff zeigt ihnen und dem Auslande, dos, ernste und solide Wiederaufbauarbeit geleistet wird, dost au» den Trümmern de» BeriatUer 5 rieben »Di hat» neue» Heben blüht.
Die ersten Wochen der Reise dienten der Aufgabe, die (.fenzrischijse zu einem Verbände zusammen zu- schweiften. tfrnfte Arbeit wurde Tag und Rocht geleistet. Luch Der Ozean wollte zum 9lu|,en der Besatzungen seine Lrziehungsaujgabe nicht auf die lange Bank schieben. Raum steckten die Schifte die Rasen ou» dem englischen Munal, da fotzte sie ein echter Nord weststurm. Stärke 7—9. Schwer rollte Die „Hessen" in der immer höher gehenden See, die allmählich Brücke und Ausbauten erkletterte. Besonder» natz und unfrcunblid) wurde e» in der Nacht zum 1. April an Bord, al» die drei Lmienfchftie in selbstverständlicher seemännischer Hilfsbereitschaft Rur» quer zur See nehmen mutzten, um dem Hilse- ruf eine» englischen Dampfer» zu folgen. Der Eng- lönder kam ohne fremde Hilfe wieder klar.
Groh war an diesem Tage Die Zahl der Seefronten an Bord. Don Tag zu Tag wurde sie in der Folgezeit geringer, obwohl wir auch fernerhin in der Dünung stark schlingerten.
Am 2. April abend» gmgen .Hessen" und „Amazone" vor Marin, dem Hafen von Ponte Bedra, In Nordwestspanien zu Anker. Auher für die Roh- lenübernahme au» einem von Deutschland nachgesandten Dampfer wurden die Hafenlage zu belehrenden Aueslügen der Mannschaften mit ihren Offizieren benutzt Ponte Aedra, Provinzhaupt- ftabt mit etwa 20 000 Einwohnern, liegt in wunder- voller Vage am äutzersten Ende der gleichnamigen Bucht, die nur bi» Mann befahrbar ist. Don Marin, einer kleinen Hafenstadt, ist Tonte Aedra mit der elektrischen Bahn in etwa 30 Minuten zu erreichen. Die Strotze führt an der tief ms Üanb e inspringenden Bucht entlang, die mit ihren bewaldeten Abhängen und frischen Wiesentälern malerische Landschaft--- bilder bietet. Die Provinz (BaUijia, zu der Ponte Aedra gehört, ist eine Gebirgslandschaft, die m nie- d eigen Hohen Zügen nach der Rüste *u ausläuft Da» gleichrnatzig mtlde Rlima macht den Boden sehr er-
aiefeg, der außerdem eich an ILifen und tUiicryn ist. Trotz Des .zleiste» der Bewohnet, der allerdings bei den weit in der lieberzahl betmdluhen grauen auffaHt ist ßrotzerer Wohlstand nirgend» vertreten, da Die Beoolkerunb zu dich« ..nb der Bauer nur Rieinpächter ist. Die Auswanderung ist daher be- nächtlich, worau» sich Die lieber5aM Der Frauen er- klärt. Die Bevölkerung ist freundlich und leicht zu- ganaiich.
Ponte Bedra bietet manch Sehenswertes Die
Colle Real mit ihren niedrigen Arkodenbögen. die alte Ruine Der Klosterkirche „Santo Domingo" und die anderen Rirdyn fuhren in» 13. bi» 18. Lahr- Hunden zurück. 3n den Anlagen Der Alomedo erinnert rin Denkmal an Den Unabhang,gkeit»kampf von 1809, in Dem Die Gollizier Den Franzosen bar: zugeseM hoben. Kolumbus soll von Ponte Bedra oder Morin au» zur ’Bdturn' cgiun^i gesegelt, sein Schiff, die „Santa Moria", soll hier gebaut worden fein.
Wie stet» in Spanien sanden wir herzliche, a ft freie Aufno hme wahrend des ganzen unstägigen Aufenthalt.». Allenthalben war zu beobachten. dost die auch wahrend de» Kriege» un» Deutschen bewahrte Freundschaft der Spanier in nicht» nachgelassen hatte. Äon irrte unserer Rapelle, gegenseitige Tonzeinladungen. Besichtigungen des Schnfes und der spanischen Marincanlagen sowie sportliche Beranstaltungen beschleunigten die gegen- jeilige Fühlungnahme. Die am 8. April morgen» aus Marin auslaufende ..Hessen" begleitete Der spanische Torpedoboot»zerstorer ..Billamil" bi» zum Ausgang der Bucht, (fr übermittelte die herzlichsten Abschiedswünsche seiner den besten Eindruck hinter- lassenden Besatzung.
Am 8. April, nachmittags, trafen wir mit dem [flöt- tenflagaschifs „Schleswig Holstein" und mit Hinten- schiss „Eisatz" zusammen, um gemeinsam den Weite r m a r s ch nach Süden anzutretrn und mit en auszui ar Den inneren
Dienst bot der auf acht Tage an gesetzte öeelorn Gelegenheit zur Weiterausbildung für die bevorstehenden Jahre.besichtigungen und für die auf der Reise zu erledigenden Schietzubiingen. Die durch nördliche Brise kühlbleibende Witterung unterstützte eifrige Ausnützung Der See tage.
Einen freundlichen Anblick auf tropische Witterung gab mit strahlender Sonne und tiefblauer See der Palmsonntag, den wir in Höhe Der Strotze von Gibraltar verlebten. Weiße Mutzen und weißes Zeug erschienen zum erstenmal an Deck. Am Nachmittag wurde auf Der Schanz ein fröhliche» Sportfest für Die Besatzung veranstaltet (Hute turnerische Leistungen wechselten mit h imoriftischen Wettkämpfen ab. Der sprichwörtlich gute Appetit de» Seemann» war als Ansporn herangezogen worben: Die Preise bestanden vornehmlich in Etzwaren. Dutzende von leckeren Würsten forderten hoch oben ften Mast ui immer neuen Shetter anftrengungen heraus. Besondere Leistungen wurden im Sackhüpfen gezeigt: die Teilnehmer bemühten sich, es ihrem Trainer ..Fietje" gleichzutun, einem Känguruh, das, feit Iahrecbeginn an Bord befindlich, Stolz und Liebling der Besatzung bar- stellte. Leider fiel spater da» zarte, in der Gefangenschaft geborene Tier einer tropischen Darmerkrankung zum Opfer. Auch dieser Sonntag in See, wie ihn schifte in der Heimat selten erleben können, war ein erzieherischer Erfolg der Reise. Dienstfrei, ganz eingestellt auf die beruhigenden Annehmlichkeiten einer Seereise, wie sie den Landratten vorschwcben. die den schn Kriegsschissen nicht kennen, freunbete sich bie Be
breit unb noch oben von durchbrochener Zierlichkeit. Do» Haus eines ^Patriziers, eines Bohl- edlen. eines Vehäbigen. eines Stolzen. Der mü GolDDukoten kUmperte und violette prächtige Kleider trug. Du kannst virileicht das Hou» Der Tuchmacher und GcwanDschneider gewesen lein, die hier ihre Vechereien, Shgelage und lauten Mummensefte abhielten, und er. Der Rattenfänger, war vielleicht niemals in Deinen gewölbten Dong eingegangen und niemals mit Dem unbeweglichen grausamen Deftcht an einer Fensterluke gestanden
Dann durchstreife ich alle Bintri und Dassen der alten Stadt. Den Spruch am Rothaufe im Gedächtnis
.3m 3ahr zwölfhunderwierundachtzig na Lhnst gehört
Tho Hamel worden uthgevort
hundert und Drctbig Kinder Dasülvest gebom. Dl?ich einen Piper unter den Koppen verlorn.. .** bis -um Poppenberg (Köppen). wohin der 2ben- t eurer mit seiner lachenden, schwatzenden, neugierigen. fröblichen und jubelnden Defolgfchaft zog. Das mystische Kindergrab ist feit den 3<chr- Hunderten u:Uer zwei Steinfeeuzen verschüttet, unter Dera Hügel voll Blumen und BUdwuchs liegt der verlorene Singang. den feiner sieht und den wohl keiner gesehen hat. Der in die Rach« und in die Gewölbt Der unterirdischen Berge unD Gewäfter bis noch Siebenbürgen sich ziehen soll.
Hameln ist nur durch diese Rückverzauberung xu gemetzen fee Krämer undBir»Häuser, die Obsthändler und Sifenläderi. Die Mischer und Polsterer. Die Kleinbürger und Radfahrer gibt es überall: der seuchre. etwas modrige Galsengeruch fteiat in allen dielen Beinen Städten auf; die Giebel, die sich üornübemc-.gm in der Schwere ihres 2llters und ihrer Bariebbe*.: sind das Kennzeichen eines ganzen Latidstriches. Hine graue, monotone unb neue Dorstadt hat sich nm da- Herz deS allen und zerbröckelnden Haireln gelegt, und in (Jahr
zehnten ober tn einem Jahrhundert wird vielleicht nichts mehr von ihm Da Irin als der schwarze Zauberglanz feiner Rattensängersage.
UnD dies betört mich so Der geisterhafte Mann. Der rätselhafte Pseisenton C-h welche» Tor öffnet sich, um ihn noch einmal heraus- treten zu lassen, schimmernd von grünen, blauen, roten, gelben und braunen Tuchsetzen, mit der Pfeife am Lippenwulst und schrillend umher- fttebenD mit einer quiekenden, funkelnden und wispernden Ratten- und Mäuseschar im Rücken. UnD welche» zweite Tor ftünbe offen, aus Dem er zöge als ein Jäger mu Dem Beidmelser angetan und Die Armbrust über Der Schulter, Den roten Hut über fee glühend n Augen eingedrückt, pfeifend und lockend, aber diesmal im Stirnmen- trubel eine» K-.nderschworms? UnD auch ich würde ihm folgen und nicht wie jenes Kindermädchen es machen und umkehren, fondem mit hinein tn das Geheunni» de» blauen Ber-iDunkels ziehen und bei einer weiften östlichen Stadt, fremd und unbekannt, wieder m das Licht Der Sonne treten.
Bas von Hameln in Der fcrinncnmg war. wird weiter in Der (Erinnerung bleiben Sonst ist es eine kleine Stadt, an Die Die Rocht hindurch die Basler Der Befer rau'chen und die Berge mit schwarzen und grünen Bä (Dem beranfommen.
Um vier Uhr nachrmttagS. wo sonst D« Loses blau lind von >j;aarettenraudx und fee Schloger wirbeln, sitze ich allein. 3d) trete ein: fein Ädlnzr kommt. Ob gluMeiiges. abseitiges, tote auf einem Märchengrunfe IiegenDcÄ Hameln! Darai. eine halbe Stunde später, trage ich nach einem Rdreft- buch sie finden es nicht, und als sie es gefunben bsben, ist cs alt, verstaubt und unbrauchbar. Glücfteliges. zm.'iemeS. spiehbürgerüchis. vcr- tchlafenes Hameln, aus dellen Gärten und rückwärtsliegenden Höfen Hahnentchrei und Spatzim- flüge kommen
3n den alten Vierteln wohnen fee Keinen Handwerker, fee Schuster. Schneider, die Räbe- rinnen fe-c Arbeiter, die in den Rieseiimüblen
satzung mu ihrem Schtst an. Bvrgesetzfe unb Unur- geben« sanden Gelegenheit, sich autzerdienstlich naher zu kommen.
Doch bas gute Wetter Hieb nicht. Scharie Lord- wc'iboen oerfcheuchren fefe- Gedanken an die Tropen. Denen die cdvj’e raltto» ••..'filebten. Selonber* unfreundlich zeißie sich da» Wetter am 12 Spnl Sol» im Morgengrauen Da» Felsmafsw Der l I e n e r I f a in Sicht kam Btr nahmen m Kur» zmilchen Teoerila unb Der AmeueiiZtz- len. kreisrunden 3nH Gran ttenctia *■ durch. Ln der Ostku'te Teneriso» am tibbannc fe Bic» kam bie Hauptstadt Der eine fpanrtche Piooiaz dUdenden ZofelarupVe in Sich«: SaniaLruztze Jener i f e. Mit desonberem Znlereste richtete fee Besatzung ihre Blicke nach diesem Hasen. Den Hetzen" nach den Kapr»<rdifchen Inseln besuchen soll. Kurz nach Mitternacht de» 14 April wurde der Wend« kr<:» De» Streb,es Vrad Ni uderistritten unt Damit in Die b c 1 6 e Zone etngeiretcn. 3n al hergebrachter Weife wurde die auf der Schanze ivr enuneüt Besatzung durch Reptun ueb lein luftioet (befolge mu ^e-.e loichschlä.uven gelaust Meere»oott betonte feerbet, dasz er vom Aegaan. wo er 1111 allgemeinen erst die Taufe oorjunebir pflegte, berbeigeeilt wäre, um ferner Freude sichtbar«!! Aucdruck zu geben, dos, endlich wieder ein deutsch« i^eschivader. darunter da» im Kriege erprobte Pai«!'. schiss de» HeNenlande». den Weg auf den weiten Ozean gefunden hätte, um echte weemonnfchast und ceefahtt zu lernen.
Au et rem Schlage wurde e» nunmehr warme» und schöne-. Wetter, nur sonst bewegte sich da» Schiff noch in der blauen Dünung. 3m ersten Mor gcnsonnenfcheiii am 16. Spril lagen die rauben 3el sei, Der Kapverdischen Inseln, unser fuD ilstsie» Reileziel. vor un». Zusammen mit Linien schiss „(klsaft" liefen wir an der eigenartigen. 10;
den an der Nordküste der Insel liegenden Ha ei Poro Grande ein. Die portugiesischen .Lnseln bet grünen Borgebirge»", etwa 270 Seemeilen van westlichsten Punkte der westasrikanlschen Küste (Äa> Berdel, mit kahlen 3el|engipfeln von 2000 bi» 30i- Meter und sind vulkanischen Ursprung». Die be kannteste unb grösste 3n|el Der nordwestlichen Gruppe, 6t. Sine en te, ist al» einziger Balkan berg von gewaltigen Masten aufzufassen, in dem die rundlichen Gedirasketten Teile de» urfprung- lichen RratenanDe» sind. Die mittlere Ebene aber Den allen Rraterboben darstellt. 3n der Mitte be» l ,. Iahrhtinbert» sind die Dnmal» unbewohnten Unfein von Den Portugiesen entdeckt unb zur Kolonie erklärt worben. Da ber Zuzug von Europäern ne ring blieb, wurden Negersklaven angestebelt. Dii Portugiesen stellen auch heute nur 5 Prozent ber Be volkerung bar.
Porto Grande ist der beste Hasen bei ganzen 3nfclgruppc. Der von HanDelsDampferr aller Rattonen gern zum .Kohlen' ongclaufci wird Die halbkreisförmige Bucht ist nach bei nördlichen, offenen Seite zu durch Die 3nld S<tv Rntao abgedeckt, fo dast Schiffe ün allgemeinen gut zu Rnker liegen Die HafenstaDi M , n D e l 0 mit etwa 6000 Einwohnern, meist Siegern, bietet mit feinen flachen, tnevetfiaen Häusern einen öden Anblick. Das Gew.mmcl Der ^egerbcvölkerung. vor allem Die bunte Befiel- Dung der Frauen, gibt dem eintönigen Bilde Leben. Vereinzeltc Kokospalmen, Feigenbäume unD andere tropische Pflanzen, Die n durst private 3nitiattve vntftanDeiwn Oasen mühsam gezogen werden, untervrechen die tvüstenähnlich« Umgebung der Stadt
3n Porto Grande wurde das Osterseft verlebt. Das tn dieser afrikanischen Büste die Ge- Danfen mit besonders sehnsuchtsvoller Liebe zur schönen deutschen Heimat lenlte. Die Kohlenuber- nahme erfolgte mühsam unter der Heist brennen- Den iroper.lonnc aus nachgeführten deutschen Dampfern. Bahrend Der ganzen Ruslandreife jvfuebt. alle mit Der
bängenDen Ausgaben Der deutschen Birischaft zugute kommen zu lallen. RuSflüge. Sport- und Tanzveranstaltungen sorgten auch tn Diesem Hasen Dafür, der Besatzung einen ötnblld in Land und Leute zu «eben, Angehdriae aller Rationen, alle Schattierungen menschlicher Rallen färben waren hier vertreten.
Auch aus Porto Grande, dem südlichsten Punkt unserer Reife, schieden toir nut Gefühlen Des Dankes. Die Ponugiesen hatten alles getan, uns den Aufenthalt in ihrer Kolonie fo angenehm wie möglich zu gestalten Bei gutem Beiter und a.'genehmer Rordost-Brife dampften toir ün Flottenverdande wieder nordwärts. Den Kana -
Der BefcraktiengeselIschafl arbeiten. Die bis an fee Dächer uberflaubt und von Mehl gepudert am Flusse liegen. Der nut weiften Bitbein unter Der Drücke doyinschrestt. Die Stadt ist hier nüchtern fletoorDcr. neu, raudfemD, hämmernd, ein wenig betriebsam unD charakterlos. Der Glanz ri. das noch im Gurzelnen lebt, im Hochzeit-Hause, tm Stifteherrnhause. tn einigen £traf?eiiiuqcn und Gasserrwinfeln. tn 3adreszafe- len und Tonnschriften, in Bappen-etchen unb Steinfiguren, in Traufen und Kapitellen, iji Firsten und perschlossenen Töven, tritt davor schweigsam und sich schämend zurück
Ader einer tote ich sucht das Geheimnis, cm Zrgendetwas, einen Spuk, ein leuchtende» Phantom, «ne bleiche Srlcheinung, ein BunDcr. das Das abergläubische Herz erregt. Deuselsmahre, Rachtfchattige. Mondscheinlänser. (Ibariaianc suche ist. ürin.c Gelichter. Bamfe aus Brokat und Silberstreifen. Binkel yfc ich danach hindurch unD das Ergebnis ist eine Handvoll Spinnweben. 3ch bleibe in einer Der Gallen stehen, am leyren Ende, an der innigsten Devengung, horchend. mit klonendem Herren, fengcneigi, auf- merllam unD enoarirrngsvoll. und das Örgcbri» ist eine Rafe voll Küchengerüchen und faulen Gotten. 3ch gebe langsam. Schritt füt Schritt Durch fee Ofrerfträfet, die ein paar BunDcrgc- bäuDe hat. müdes und gebräuntes ®iebtlncigcn das glanzlose Blinken alter Scheiberi. Die von Schuhen Der Jahrhunderte auöytrc: men Siuscn Der Ging-ange, Die Smgänge fdbft. Türen rric SchattengriMe. Rundungen mü Zuschriften nrittcl» altcrl'dfer .-yrt>a*Tfyr.i unb eines erfäflcnfem 2a- teins. Balkeu ausgehöhlt von den Linien und Br dr sängen Der Hnl-würrner, Gesims knöpfe aus geschLä.-tten, beschlagenen Steinen, tn Die Regen und Stinte Lücken und Löcher aefvellen feaber. und das Ergebnis ist eine RachrnMagsstunde voll Leben, tote es überall treibt, und dos mich nicht beferefeg? weil es nicht zu Der Serie und ?-ee Beriallenhett patzt. Die Der Rattenfänger über Ham rin cuögridjüttet hat. .


