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Nr. [19 Zweiter Biart

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Sderheffenf

Montag, 25. Mai (927

Nach der Ioachimsthaler Konferenz

(Xd4>6rad. auch mti Queüenangafee. »rtcun l flen Mfnrai ih Bender rttattrr

Vra g. 21 «o 19/7

Sw Äenwrrni ber Rkinrti Gntrtii# d. h btt M* Ummenfutri'. brr fluhmnuniftrr Bumamen». Xgo- laanen» und ber Tid>rd)oftotx*fei iH tu Gnbr. Nicht »Agende Kommunique» ono<«1>i|t, »imher- reden au» benrn tmn<rr aneber grr^rp pr?c>o- jMftnö da» TX?vo durchttingt Irru unb uneddlüt- teil ich Dazu bi« deutsch, Treffe in Trag. Wien und Berlin, Idtabrnfrob lachend über bw graen- fr «eigen grruny ir.:<r der drei. Veiber sehr mH Unrechk jaaj Im Lensf Sie alle Kleine S nlenle bltib! fapuit, aber fommi r» denn barauf für die beutfchr Voltaf an?

So mutz zue eil mit Verland - rm ot anbei |,|igrfl,Ot werden Die «ratze beult dx frrflf beachte al» Bench«eetzuimng über (MMTirt-.ifea; nicht» andere» al» die oj* dem üblichen < m getreuhd) ubennittel- im Bericht r brr offtyröm lichechoilomaNtchen Treffeburecu» Nur inrr tluenafemen lletzen sich teil- fleUrn von denen man sich aber in y»<t Falt«» mit dem «nuobUen SonbeckorrckponLenten fagor noch der (brgmintf ou»liefrne 2m übrigen konnte da» Vraa" Kutzenminilienum anrfhd) zufrieden sein Noch ni, biben |nnbiid>< Nachbarn eine rbmio gute mir billigtJr.pQV>n5i qrt>jb! ^tzim ttbschlutz brachte dir deutsche (Hroktr<h< dann flrtifd irgend welcher nie gesehenen 8c rreit and« n»en bif bd fol chen flnläflm fa immer wie btr ,7| rgentchwarme «urttielm 2n die'en Vu"dtzen mürben dann Bemein pldpr aeboten, dir man zur Not noch vor Honairn sthli fen kannte dir obre deute nicht mehr und nicht weniger al« eine Irreführung der d"emlichen Mei­nung bebrüten Dl eie , cftsteUung unwürdiger unb balllokr 3u|ianb, zuvor'

Und nun Joachim,thal frlbfi. Obnr Zweifel, an der Kleinen Entente war der Zahn der Zett nicht fpurto, oorul»ergegang< Sie dolle ihr, bederr- fchende Etfllung al» Hüterin de» »Utu» auo von 1919 Ki im süboslen Guropa» verloren, tlaft yulam- mengrbrochen 1 tng \hx<; ,x'1hprn Bo»

ter», dr» ewigen und bi»her emugen lichechoflowaki» fchen Nutzennnntfler» Dr. Bendch. brr nebenbei be­merkt trotz alledem erst rin angehender vierziger ist. Sn den Wochen vor Joachim tthal waren pohnitbr

< -tu. Rumänien Ilaiien Staiien büdslawten. Nutzland Numsmen. Ungarn- Stahrn, all, da unten im alten Detterwinkrl. jede für ftch rtnr Pen »auf gab« au» der polttilchen TOatbr« mailt. Und brr kluglte unb bisher erlolarelchfte poll- NfcheJÄothrrnQiifrr au» jener 01 egend h,rr Sr. hmnii inchi mehr Irbr mohl Sribft in prag hat man vor kaum eirr Woche«, die Situation für <i> verfahren gehalten, datz man rüd- tzoltio, von der nolwerchigen Umorientierung zu Deutlchland Ipcad). um der drohenden Ifolierung HU rntgrbrn. Und einer der beiden deutschen 3Ri- mfterkoUegen de» firrrn Beiwfch. der 9rbnt»mlnift,r Dr Spina bruHdwdrit» brr jrübrrr der ,dicn deurtch tfdxdnfdlen N,gierung»koalition Icii Bestehen de» , checho'lowaki'chen Staate» konnte e» nxi

>n brr Wiener Neuen ,5 seien V reife gerade^ da» Sradlied tu singen. Leiber oer frubL tu mal e» die deulschrn P.i rieten oerfaumten, recht zeitig den entscheidenden Stotz gegen venesch zu fuhren, der dem Kabinett nunmehr al» verfon angrfeone lvahrend seine Partei, di, Ifdxchtlche,- Nationasiovalisten. ldK>n seil fed>» Monaten in der Opposition sianb Auch ein Kunosum. Schon einen 2og ixidi Ioachimtthas melde«, die informiert, ,>rn rneykn de» Umiritt» der tschechischen Naticmalfozialiften in di, Neglercn g vor b,r «uinahme sieden Gnden ffe tr- hvamd). bann sind die deutiiden >iegierunfl»parteien überflüssig und können den Stuhl vor die iür gesetzt bekommen Auch nldx zuletzt ein Ergebnis von Soochim»thal.

Dort ho« der ftchechoilowakiich« flufxnminiftrr persönlich mdx so abgefchn'Nen nx, er ,» früher au«

Konferenzen gewähnt war. Sem, te »eher «Hinsicht schwach, Bosnivn blieb mSx ohne Fo«ge- Da» Edxoergewichk innerhalb der Kleinern Entem, ruvche« vorlausig nach Bukarest Lbr: -:-.6 da» «nutz doch unumwunden au»ge'prochen werden, unter Bensch» bewLhrier Verrmulung «si den Lusimnnirnflern der fHrtner fiDflii, eine emheittiche Luftaftung ber in ichiwerigen Setuativn gegt. *' Satz da» Nezep: zur tWrnmaj"..; der wirr burdjr.->an!x:laj*cnbr Kon- ilikie brr «aalen der Älemrn (Interne web ihrer Nachbarn beut, noch cheheiww» ihrer »vtzen-,,niiier itt. tu« wirklich n.cht» zur 6adx Jede uall» gehön dazu bw. wenn auch derzeit noch nerNausuterie Be­reitwilligkeit. Unpom» neu errungene Stellung on- zuerkennen Negittr.eet man bann noch die Danach, datz g,rede am Tage de» Löschtaste, der Konferenz bi, MoglidKrn r ner ungarisch polm chen Allianz nr -jnondm Kresien Ungarn» *dw-n seit Wachen fr». kuNeNl brutiidxr tn den Vokdergrunb trat, bann ift 2m» liedlid», Mofoik vollendet der fiwmüha, Oftm « ne bestimm« noch ioUdere Barriere gegen Deurtd»- land al« die alk Kieme Untmt,

Au» Prag reifte der Numön, ÄitHinru. aus veddroben rorrJvn trxn n.-ch ,3ronfrnd). wie ein D-eurtdxr. der besonder, gute Beziehungen zu Ben eich aenistzt'. ithon vorzeitig zu melden vermodu. Noch wo man Br,

London zurüderworiete, nachdem man bor bw Entente corbiak auf» neu, belthworen Halle

Joachim»«Hal -London Tuphutot der Ereignisie? Wenn sa. fatal' Aber wozu die Myitik? (finheh der Negie dürfte riihtister sein.

Vir haben gerade beim Beginn der Konferenz eine ganze Neide voltlifther System, unb Nelanonen ousq,zahlt Ser Faktor bourtch" fehlt, darin Er

Autzenpolttik dazu'

Tagung des Wcltocrbanöts der Dölfcrbunösligen.

D e in der kommenden Woche bevorstehende 11. BoUverlammluna de» Weltverbande» der Dblkerbundsligen stellt die erste derartige Der- anstaltung auf deutschem Boden dar. L,e bedeutet deshalb eine freundliche Gest, der Or­ganisationen die auch ba uns am meisten für bi« Beschaffung einer öffentlichen Me.nung im unb wird bementsprechend von den be-itlchen Behörden und von der d'utichen Presie ge­würdigt

Die Beranftallung beginnt am Dienstag, dem 24.. mit nichtöffentlichen Sitzungen und gel t am chlmmeliabrkstaa in den ösfentlid>en Teil über, wöbet im Be chelig ein« Begrüssung durch den Grafen B e r n st o r f f. den beutfchen Bize- Präsidenten der WeltorganNation. weüer eine solche durch den Aeichskanzler Dr 71? a r im Barnen der Betchsregierung und schliesilich noch Ansprachen des französischen Prü'idenren Pro­fessor A u l o r d . und voraussichtlich des eng- lischen Bizepröiidenten Davis erfolgen werben. Lui dem Programm der Tagung stehen ver­schiedene fragen von entscheidenster Bedeutung, nicht nur für den zulammenhängenden Organi al tonen sondern für die internationale Politik überhaupt

So besatzl sich die Boll Versammlung mit dem Oultoud einer Tntschliehung in der iyragt der Dezentralisation des Dölkerbunbes. Die Bnlschlietzung trägt ablehnenden Lha- rakler trotzdem bisher in der Oessentlichkeil viel- lach Neigung bekundet wird, die Aktivität des Bölkerbunde» durch Zusammensas'ung von konti­nentalen raiiemätzig verbundenen Slaatengruppen innerhalb des Gesamtbunde» zu verstärken. Tine

Vt> sich mit der Äompc- lenz des Bölkerbundes zu befassen haben bezüglich deren im Vorjahre Lrrd NobeN 6«c 11 den Antrag auf Festlegung g.-macht hatte Dieser englische Antrag bezweckte allerdings mehr eine

Begrenzung als Her Erweiterung der Nom- perenzen Pu N^rluii.-n wird deshalb sm« «nr erfahren im Sinn, nnrT Lblehnung der

der durchaus zur ratenden Begründung hast der Bskkerbund souverän fei und ' ch von Soll zu Vi!l seine .Rptr.rr-mAm verleih,

Wetter dürften d < Trönerungen mitrHIk- ren. bi« tn hrivg auf >i« erage der 3 b- rÜbung tm, ,m Bvriahre m vorticheig ge­haltener Horwul erung en, ^AteAftvierung der 3r ruAungsd<mudun^r»i des Bölkerbundes

Tängkmt der Weltoeganifattvn der Bölkerbunds» l,gen mit ihrer Bkbglichkett e.ner Nrrfirn dtn» Nusiaahw« der Bölbrr au' die Tärigke»! der Genfer Otflantfahtw. unterschäre i darr, so ift doch in twdrr Beziehung vorläufig kaum Tin- fchveidendes zu erwarten Dagegen wird die .vag, des «tnderheitsrechtes. de« g- sich deifen jo auch tm Bölkerbund selbst Teu- u .u'ungm vor 'ich gegangen hnb vor all«., tech­nisch« Trleichter.nigen für d>, .inanfpruchnohwe des Bundes durch di«2RtnZ«rbrttm klbst zu Ichaifen auf drr Berliner Tagung manches 3utz- l'.ch« d

von, deutschen Standpunkt aus solch« sirnten Banges

Der Pastor von Tondern.

r'on Dr. Fr. König. Gietzen

Johanne» Schmidt -Vodber. bet Pa- ftor von lonbrrn. brr i»hrrnboftor der Universnat Kiel der deutfd», Adg,?rdn,i, im danrtchen ^ollething. ift her politisch, unb g , ist > g - kulturelle Führer de» Deutschtum» tn Nordschleswig. Okbortn 1S6V in lonbrrn al» Sohn de» Propst,-.- ödtmibt war er Schuler der L'a» trinidjul, in l)ab,isieben, ehe er die Universität in Vrip'.ifl. Greis»wald und Kiel bezog, un, bann tn

: als l-a'ior zu wirken, er lsl <Ht Vorsitzender de» Derem» fürbeutld), Frieden»- arbeit ,n l?iorb'rt)lrotfl*. für den er zunadrit bi« Sitrtd|abr«»|d)nfiStimmen au, Nordfchleewig" unb frinn bi« )>albmonat»fd)ritt ..Nordschlel-ivig- brrausgab. IR2»' wurde ,r zum erstrmnal in da, bomtdx Folkrthing gewählt; al» Borfig«nd«r der deullkhen Gelamtorgainsatton in Nordschle»wig. dr» ..Wahkroerein," und dr, ^ugendoerdand«»" wurde er seinen Landsleuten immer mehr zum ou»sdriog- gebenden Führer

'ZU, Noid'chlr.ivia Dänemark «inv.rleidt wurde, verkündete Schm«dt-Wodd«r unverzüglich al» Pro- Stamm de» politischen Kamps«» der Deutsch«n btr arbrrung nach Revision b « r G r « n z e. vl» der banihlH1 Runia seinen Gnuufl in Tonbern bwlt. erklärte Schmidt Wobbrt al» Programm be, politi­schen Kampsei, brr Srutfrbrn In einem ossrnen Brief im Namen seiner volk»g«nost«nWir hoffen auf den lag, wo wir neu entscheiden werben über unser staatliches Geschick, frei von dem Zwang der en-bloc-Hbltimmunfl. frei von dem .'.wana br» Frieden»vertrag»." Aus die» Programm ift Schmidt- Wodder in da» dänisch« ffo (t t h I n fl " < wählt worden Da, bedeutet aber nicht, ba5 .. unb |r>n« Freunde «int nationalistische Irred» ko- politik trieben. Ricksi» liegt Schmidt-Woddrr ferner. Linst, al» Preuhen noch in Nordsthieswig herrschte, hat «r grösieren Spielraum für di« Dünen in Nord­schleswig gefordert, von vielen Deutschen mitzoer- standen. Er darf mit Necht von sich sagen, datz er zu den ganz wenigen gehört hab,, di, in «inrr Zeit schon, in der di, Staaten sich zur Bekämpfung srernd- nationalrr Minderheiten berechtigt glaubten, den Gedanken de» Eigenrccht, eine, jeden Volkstum» dem Staate gegenüber oer- treten habe. Vas er einst für die Dünen Schleswig» von Preutzen verlangt«, das verlangt «r heut, für [eine deutschen L'anb,l«ui, von Dänemark Die» ordert er aber nicht nur für die deutschen Lands­leute, sondern fur alle Minderheiten, gleichgültig, ob «» deutsch« oder fremde sind, dies fordert er vom Deutschen Neich unb von festlichem andern Staat«.

gr "i s» «inrr der angeffbenhm Führer der «urv pöftchen MinbeeheuendewvguniS Weworve«. die fch-m K5.CT ttmmel ihre Brrlresee noch Genf ge- B^ormst es ave, Schmidr-Vodde« Sanrrnarf

gsger iver anfemmL sti bk», datz bl, Bönen dies uns z^nöchit verwonbi, B»N. zu Brr Qrfrtmtnt» »« ubti werden datz es ein Unrecht nicht an un». fon» b<rn auch s ch selber g e a e nüber peweien ist. datz sie ,» cbfcbitm. den Weg direkter B<rftöndl- <..ng zu detchreiten. fritz h« .nrintbr sich 51 ort- ichlesw q in einem Augenblick deuNche, ObnmodU ron btr ü nirm, schenken letze«, ö» ist Schmidt-L'ebbrr und seinen Freundrn 'rbt ernst um

rollern Bew^tzifein hie Bn-ckc zwischen Nord unb t i byrrrn.inrn derfteUen wollen datz durch th, Volkstum ewb

unb d,r skand narilch« Norden sich ftnden St, glo . den aber mir Fod Ionn « s , n rin,r der Freund, Schmibi-Wvdder, kigt. bafi M, g,nrvmildx Leden» hag, m,mal» grlph werden kann, .indem der ein, Panner al» ein grsesfelter die Lösung, dl, andere Möchte Irriftn. hinnehmsn mutz' .Nur In der F r r I d e i I fi-nnrn strnnonisch, Völker rin- anbei nober kommen', da» ist der Standpunkt der Deutschen Nordschleswig

Schmlbt-Wodder ift bi« religiös-sittliche Perfön

aber Friede unb i?irb, nur au» Gerechtigkeit heraus erwartet Bl» dem Mann«, ^der bir Ge- rrchtigkeit al» Funfrim«nt br» Volk,rieben» vertritt unb zad verteibiat". bat ihm bi« Umoersttöt Rirl Im Fahre 1921 bi, fturb, des Ehrendoktor» verliehen.

1 de» Manne» mbp

genben Worte dienen, die er unter der llederschrisi Die Treue «gen sich felbst und sein Volk" In einem Auifatz der ZeitschriftVolk und Neich" geschrieben bot I Oktober 1'/*<»>Ein neues .Golt will es', brau dH nicht lauf hineingenifen zu werben in unsere ,^eii. aber es mutz leben in den Menschen, die di» Dinge rorilrrtrnbcn wollen Unb Io bin ich tief durchdrun- gen davon, datz Gott will, datz da» Leben eine» Volke» sich entfalte, ganz unabhängig von dem. wo» ,r von Kirch« unb Staat will Und un|«r Volk t or andern ift durch Irin« Not b«rul«n. au» bk|«m Bewutztf«in hfr .ru» Irin Geschick zu gestalten "

Mir ist «« nicht zweifelhaft. letzt oder nie schlägt die Stunde, wo da» deutsch, Volk feine Sache selbst in die f)anb zu nehmen hat. Nicht Kirche, nicht Stunt, nicht Wirtschaft, nein, b a deulfch« Volk"

Ein» aber mutz deutlich verstanden mrrbc «lieche, Staat. Wirtschaft sind alle, menschlich, veriuche. die irgenbwi, dahin drängen, dl, ganzen V,ihÜltnlsi« brr Menschen nach den verschiedenen Seiten hln zu orbnrn Di, Grundelrmentr der Menlctzengemein-

immer wieder aut diesen Elementen aufgebaut werden.E

Rundsunk-Proqramm.

Dienstag. 24. Mal:

15J0 bis 16 Uhr: Di« stund« der Iuaend. 16.5" bi» 17.4» Uhr Konzert des ^au»orch«sier» Sin Welzer-Slrautz. 17.45 bi» IH Uhr Die Ueseltund, IH bi» lh3i' Uhr Uudwig Arnold Schlösser. Göttin- «n. spricht über ..Fragen de» VogelzuWss" 1H3H bi» 19 Uhr Italienischer Sorachuns«reicht. IV bis 19.311 Uhr: Funkhochschule ..Bedeutung der Nlnder- tuberkulös, für den Menschen", Dortroe von Prof. Braun. IV.A« Uhr Urbrrtragung au» dem Frank- lütter Opernha.-.Mignon". Lynlche Oper in drei Akten von Amdrotf« Thoma»

ZvrrdiftnnDrti drr Akrdaklton.

12 bl» I Uhr mittag,. 5 bi» 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag gddHoHm

Jür unoedangt rlngdanbt, Manuskripte ohv« del gesagte» Rfldporto wirb keine Gewähr übernommen

Anzeigenaulträg, sind lediglich en bl« G«schöf lssielle zu nchlen

Madame Maintenon.

6hihi« nach geschichtlichen Quellen Bon Viesbet D N l.

Öinm Manschen lernt man am besten aus seinen Briefen kennen

3u# den Bnelen der Maintenon an Generale und Örzditchö'e Prinzen unb Pttnzefsinnen von Geblüt Hofdamen unb Berwanbt«, Freundinnen unb NioN«rübt>ssinnen. Schülerinnen unb Guts- twrtMltrr. Nömge und .Königinnen. Gesandte und Tlbdes steigt ihr Bild schar' umttffen vor uns aut

Deich« Klugheit welch« Klarheit des Sttks. welche TDürd, welche unendliche Borltcht. mit ber ft« politischen Gesprächen begegnet oder An- rrgungen lerd.-nlchaftlicher. inlttganter Hofdamen ausweicht Di, grötzte Geduld beweist sie im Berkedr mit ihrem Bruder bie<em merkwürdigen Men'chen. der von Mn König als .fernem L-chwa- grr zu sprechen pflegt« ihre TDvhltaten gern «in- steckte sich undanlbar erwies, wo er auch sich auib'«ll. ferne Pflichten unb Bemter vernach­lässigte und .aus Dummheif «ine kletn« Gans heiratete, »ohne Örziehung. ohne Moral, ohne chaltung und Delikateste unb Dezenz" -

.Ös »st für b>« Meit kehr wenig wichtig." tröstete si« ihn über fein« Kinderlosigkrnr .ob r.n d 3ubtflnr Nachkommen hat oder kein«" Ihr Dater. «in Mauxais »uzet. Ögoist und Abenteurer, batte einen Teil feines Ledens auf Festung ver­bracht. Sein Lohn glich dem Baler und war ein« Quell« ständigen Kummers für f.<

Dieses Gespenst des Bat «es in Gestalt ihres Bruders verfolgte si« bis in ihr hohes Älter. Dvhin man auch den Bruder steckt« welch« Stel­lungen man ihm gab er beklagt sich überall, ball nirgends aus. es gefällt ihm nirgendwo rr hat niemals Geld, ist nie befriedigt ein schlech­ter Guisverwalter. «tn unsicherer Marineoffizier, der .das Beer haßt"

Mit welcher Liede nimmt sie sich immer wie­der feiner an. obwohl er hr nie etwa» anderes als Gnttäufchurigen bereitet. Sre rechnet ihm vor. wieviel er verd auchen darf ohne zu verschwen­den. rechnet ihm die Kerzen vor. das Fletfch für die Domcftifen. das Obn zur Tafel. Madame war spar'am. ja geizig, ihrer Zamisi« gegenüber zeigte sie 'ich immer hilfsbereit Sie stammte aus einem armen, vornchmen Hauk«. Ohr 3at«r batte ihre Mutter ohne Mittel zurückgelafen. mit fec^ehn Iahren heiratete sie. um verforgt zu fern, den viel älteren, schöngeistigen Schriftsteller d« Ccatron, mit dem sie zehn Jahre in einer nicht tllücklichen. doch auherlich tadellosen >The lebte. Ähr Haus war ein Mittelpunkt der Literaten

Gines Tages wurde sie zur Trzlehung der königlichen Kinder aus rschen. Schweren Herzens trat si« ihre neu« Stellung an. als Witwe von fechsundzwanzig Jahren Si« gab ihre Freiheit auf mit biefem Schritt und matzte sich der Hof- et stelle fügen. Madame de Montefpans Launen richteten sich nach dem Gesühlsbarorntter des- fchiedsgebanken Davon zeugen di« Briese an ihren Beichtvater, den guten Bbbs Gobelin Dl« müde ist si« chrer Bolle als Pnnzenerzieherin. tri« satt hat kie al!« dic-s.- Listen

ber dem Glnflutz dieser Mutter iu entziehen, den Kamps um ihr« Stellung. Nur den Kindern zu­liebe beit sie aus. Sie wacht des - kranken Kindern der Aontefpan bewacht di« Imatn. sorgt für den Haushalt steckt selbst di« Gardinen auf. wenn die <>andrvcrkx: nicht und in der Morgenfrühe >er1ätzt sie das >>rus das abseits von dem Schlcf'e lag. um durch eine Hintertür das Schlotz zu betreten damit niemand medte. woher si, kam denn de königlichen Kin­der waren damals noch nicht öffentlich als solch« anerkannt, di« ft« wie eine Mutter liefet.

Nach dem Bruch der Madam« de Montespan nnl Louis XIV.. »ur Mätresse erhoben sand ft« erst recht feine Nuhe Sie klagt darüber, datz si« von 6 Ufer nwrg.J bis -ach Mnternach: keine Minute für sich habe Um dies« frühe Morgenstunde kamen schon die General«, di« Mi­nister und ihre Zreundinnen zu ihr ins Zimmer, um sich mit ifer zu beraten sie diktierte ifere Brief« zu denen sie tagsüber keine Zeit mehr fand Zum Lever erschienen d e Hofdamen, zum frühstück der König, der sie jeden Morgen vor der Meffe und nach der Me^'e besuchte und bann stundenlang bei ihr blieb Sie speist m ihrem Kabinett umgeben von Hv'leuten die sie n,ch« um an Glas Matter zu bitten wagt, während der St feurigen mit feinen Ministern -nutz dem König Gesellschaft leisten Sie hfet während der Okra lunger, mit ihrer Tapitterie tn fern fleitz gen. geschickten Händen reten ihm. tchwagent ' ch nur selten einmischend aber ger.cL mterachtet von allem. Sie übernimmt di« Derminlung schw.e- nger fragen zw 'chen den Höfen mit ncr Ge­wandtheit und ll«ber^:cht. die säst wämüich trrfv 3fert Korr«spendenz mit der Panzettin d.s V - n, bewe.st. wie gefährlich diefe Rolll oft war

D'e'e schöne ^«gliche, intrigante Prin­zessin. di, ein« grobe Nolle am spanischen $°f spr«U« als Sertraut« kes Köi gs und Zrean- din der ; ungen Königin 'tanb m regem Brief­wechsel mit Madam« Maintenon Unb als sie

später in Ungnade fiel, welche Meisterstücke höf­licher Brief«, in denen di« Maintenon die Ur- fins auf ihren kühlen Gmpfang am Berfailler Hof Dorbtieikt«.

Di« Maintenon. ermüdet von ihrer Bolle, klagt« ihr: 3d) höre schlecht, ich sehe fast nichts mehr, unb man versteht mich kaum noch, da ich meine 3ühn« fast alle verloren habe Darauf bie Urfms boshaft Makam« hat sich etwas lieblos geschildert, f.« liefet in Wirklich­keit alles, was si« '«feen will. hört, was fit hören will, unb Weitz sich, wenn» darauf an­kommt. s«fer gut verständlich zu machen"

Mit der deutschen Pr nze'sin. k-er Liselotte, dieser vffenhetzige.i, wortra'chen P-Llzerm stand fu schlecht von dieser Seite wurde ihr eine so offene Nichtachtung zuteil, datz sie fich dar­auf beschränkt«, sie in ihren Briefen möglichst zu ignor eren.

Deiche Aach« .cht und Geduld hat sie für bi« Torfe, ftn unb Unvorsichtigkeiten der reizenden Herzogm von Bour^ogne. die. «in halbes Klub noch, den Hof entzückt« verwöhiu wurde von allen und lo früh starb 3hr Tod rch eine ftrotz« Lücke in den Berlailler -of Dennoch chiedt Madam, fehl errJ; nach ife-.em Tod an den Duc de Nornlle». 'et es vielleicht am besten oetre'en für sie. lo früh zu sterben, denn ifet Tod feabe unglaublich« Bergettenhe len ent« hüllt, über bie nan besser den Schleier der Berge'lenheil zöge Dieu F» pnte r»r miten- corac . .

Ihr« Erholung 'and 1i« in St Gyr. bem Kloster, in bem man vornehme, junge Damen auf Staatskosten erzog Sie leitete das Kloster fit wollt«, ein geben! ihrer zerfahrenen schreck­lichen Tugend diesen Damen cfeee Bermögen eine Oriirfeung mtlgefeen. um si« vor Demü­tigung,- wie sie h« erlebt zu bewahren unb sich nicht verheiraten mutzten um vettorgt zu sein

S e stand in fast täglichem Briefwechsel mit ber Lebtitsin ermahnt« bie<e. fr« junger Mäd­chen zum Still'chweigen" anzuha'.ten was 'ehr wichsig lei ..

3 c bewundern. was ich für di« Schul, tue", schre bt sie <-nmal an b.t Lehrerin ber obersten Kla", .aber fix ahmen <» nicht naä 2!« fp:e «n zu den Kmdern mit einer Trockenheit, de ihnen deren H«^ verfchlletzt Kincker müs­sen fühlen datz wir si« sieben, sonst folgen sie uns nicht Man mutz, um he zum Guten zu zwingen olle Mittel antoenbrn eiceptt b rudewe

.Vous et cs trx>p d'unc peecc*. tadelt fi«. Sie werden mit holzge'chnifeien Heiligen lehr

gut umzugefeen verstehen aber nicht mit ver­schiedenartigen Mens Len" Bon der Seziehuno der Bourgeoisie H elt sie nicht viel Sie wirft ihrem Bruder oft dl« nachlässig« Srziehung fei­ner Stau vor e> se commr une bour^<*oit« qui tont r% gen, qui el^venl le plu» m«! leun rnfinb ..

D« Königin spielte net«n der Maintenon feine Bolle Cie vertrug sich aber mit ihr fie war 45 Jahr«, als sie still verlöscht« Bei tbu- Tod hüllte sich di« Maintenon in tiefe Trauer unb trug eine fo unglückliche M en« zur Schau, datz der König sich darüber bklustigt«. Sie war 46 Jahr, als fie der König feeiratet«, und lebte noch fast zehn 3ahr« neben ihm. als feine Jreun&in Bel den offiziellen festen trat fie in den Hintergrund unb überliest ihren Plötz den königlichen Pttnzessinnen

Sie feat ftch nie r>orgtbrängt ..Du lehnst dich danoch. tn e n« Dell e n*uii« en . fchreibt fie an ihren Bruder,aus kee ich mich feeraus- fefen« dr strebt beständ g danach, bei -of empfangen zu werden, unb sie hält ihn davon zurück

Mit chr ju plaudern war ein Genutz. fie war feinfühlig, geistvoll, 'charmant, fie lieb« btr Men­schen. di« echt waren »nb fühlt« bald heraus was Firnis war sie Ichäfet« bi« frommen, gläubigen Ehr st er »ergab aber auch den andern ifere l« chte Lebensaufsa'luna ,Ss ist man bei Aofe " Si, ru'jjmt, feine Me'si. fe n, Be chtgefegen- bet feielt den König zur Frrmm.gfei: cn unb suchte 'hm bie schlecht« Gesellschaft zu ersetzen, der er in feiner Sucht nach Zerstreuung feiner nervösen Furcht vor der Langeae.le sicher ver­fallen wär, sie opfert« ihre äugend ifere Tier- ven unb ihr Leben, um bi« TtoU« würd'g aus- zufp!«l«n. zu ber sie gekommen war ohne es zu vollen

S« war eine Erzieherin au» Neigung, ein, Phi­losoph r aus An! ig, Auf bi« ewigen Klagen ihr,« Bruder» über das teure Leben, die Ber- schwenbang feiner Frau, ihr« Geistlosigkeit, bie Stumpfs NN ^'«tt *r rr ländlichem Umgebung bw Ir des Landfe rns schreibt he Man must d < Men'dxn nehmen, w'e sie sind und damit r«: nen datz es r rgrndwo BolUommen« gibt Acht» ist fechter. als 'ch glücklich zu fühlen auf welche Art es auch fei."

Aach dem Tode des Königs versieh sie am 'eiten Tage Bet' < f zog fich für immer nach et Svr K-riid unb lebte st.ll unb von der Delt afcgexar.bf m d-fe'em Kloster, umraufcht von den alten Bäumen des Packe

S.e feat sich nie mehr zurückqe'ehnt nach der glänzenden Dell aus der sie kam.....