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Nr. 290 Dritter Matt

Aiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflenj Donnerrtsg, 22. Dezember 192Z

Der Gebuttenrückgang.

OK lebetnl. buh M# »igh vve UdmvMlcruny bet Art* bte «r*e Nutzere Urtache bet brütigen Mmrt<nbd4>rän!urg tft Um Me Witte bet 18. 3obrbun£*v!t batte O-uropa em# Bevölke- rung Don ftUKi 1K> 2HiUU>nen um 1850 bereits t*o* 2tß TItUlanen, Gs wat rin ftdnbiger Krv.4- .ul bi« ungeheure Verruf r n ^f n rrnihruny, du Produkt bet Maschine. verminderte den Swnb brachte zugleich immer tmeber bte vor bem Hunger, bit Angst bar lieber« ig Damals (1T88> trat Robert Mal» ihus Meter Vermehrung w.g.m bei .örichränk- im Dahrunasjpiclraum» entfleg.-n. Man lucht? dmen.li4) In Indljnb. bte Gebutlenzilfcr m.t all« Haatlichen Qlfutc'.n ju brMLIn. Xrcgalkbetn stieg Me Bcvöll.tung weiter g:»alag an. Heute nun buben wtr einen stetig |untbm?nben De« butten-R ü ck g a n g. leoObem wirb g rabe heute »on Wirtfchastspraktk.ro!. Sozialisten unb ®e» lebtten t*or Ucbervoll rung g mmit Tatsächlich .bet hat Öutopa keine wirkliche Heber- bblferung. Der Rahrungslpielroum O-ropat ift |o grob, bat ü feine B.-völk.rung heute, zu­mal mit ben technischen Hllfsmittcln unb Mm Methoden fondwirt'ch^ li ch t 3ntcnllbterung. ohne Me gering ft. Anfuhr potlftinbig ernähr.n, konnte Dagegen liegt in brr X i Nach.» bei De- . urtennidgjitflei unb ber Ete'ourt.nM'chra-ckang .ie wirLichc Ad ab« bei Untergang ei Jutopai 3n einer grunMcgmben Unt Buchung am Mcherorbenikicher Bedeutung führt darüber Richard Äorberr ben umfaHenbm Rach weis im erstenonb ehest .Aeburl-nnidgang ber Lübdeutfchen 2H o n a t h e 11 e" iVtün- ben). zu welchem Oitoalb C^mglcr hie Anleitung jddbrkhen. viel! icht noch nie ist uni durch eine . inzeine Untersuchung b?r Sp.i»gicrsche Gedanke TM ber Ouropa brühenden Ad ihr so furchtbar ahegeräckt worben. Al ist anzunehmen, datz diele, bte bisher bem Lp rnglerichrn A bauten ablehnend jegenüberftonben. durch M? nüchternen 3ufam- enstellungen unb >jahl<n Korh rrs Aum ersten­mal erkennen, haft wir über brr Politik bei Tcgci die rig niliche Iukunf tsf rage zu Der- griff« geneigt sind.

Kvrchetr lätzt für den Vorgang bet Geburten- i inberuni zunächst Me Vergangenh.it In un- iderieglich Poren, erschütternden SefttieUungcn 'prcchen Die Zidilifation ist Me nottomMg? .Solge ieber Kultur Mit bem Vegirm bro IlMii- i ton tegimti auch der Geburtenrückgang Die nächtigsten Kulturvölker, unb mögen fle.noch Io irbr an ihre ewig Tauer geglaubt haben, Haden itz schli.-s fich selbst auiqetilgt. Kt ege unb Krankheiten haben in der Weit nie fo aetoüt t wie her Geburtenrückgang Auf diese Wclfe star­ben Me allen Kulturvölker der Babylonier. Aegyp'er. (RKnefen. Griechen, Römer unb der ?Kat>ie 3um ersten Make sehen wir. baff Mei bte furchtbarsten Tragödien ber Weltgeschichte hnb Heute beginnt Mele TraaöMe sich im Qtocnb- lanbe zu wiederholen. 5x\ klar erläuterten, genauen Uevertichten gibt Kotherr eine grobe ? irftdlung des Aeburtenrüdgangei in Quropa 'eil 1871 Ss ergibt sich, bah Frankreich elLein feit bem "kltfrt.*ge nicht weniger Ge- l arten hat als 1913. im Gegensatz au Deutsch- land, dessen Geburtenziffer M? dahl von 1913 nicht mehr entfernt erreicht hat und das seit dem Kriege von allen europäischen öiaaicn ben >i ä rkst # n G b irienrückgang aufzuvxisen hat. Der Geburtenrückgang Mbit ift feine Ginzekerfchei- ung. sondern nur das stärkste unter bei oHcn 3<>inbol«n bc6 heu igen Viebroflangeä unfern: altur. in welcher Me Qualität crletjt ist durch d.e Quantil a t Vie grohe Malle will heute nur leben Aalt hat da» politisch. unb rellaLfe 1 .Vollen an hoher F r.n unb Gewalt bei Aus- Drucks bae> wirilchif^iche Leben weit üb.tragt, öi kam nicht darauf an. M man lebte, fonbern ipofür man lebte. Heute ist das gaav innere k.'ben aiwgestorben und Me Wirtschaftspolitik ist zum Selbstzweck geworden.

Erschütternd ist der Glnflust der W e l t st a d t auf bte Unfruchtbarkeit und der Sieg ber Welt­stadt über da« Bauerntum. Oi ist kein Zufall, datz gerade dvr!. wv die Geburtenziffern lehr niedrig lind, die Selbst mvrdzifser lehr doch ist. Luch das Bauerntum beginnt aus-

Bunies Allerlei.

tHe Operation al» Alibi

Eine rigentt. !.ch« 3u l.ärur.a fanden, wie aus Kaflel gemeldet wird, zwei Raudüber'älle. die auf zwei alle ngehende Tarnen in der Gartenstadt BraNelsbera verübt worden waren, ohne bah man de» Täters habhaft werden konnte Dieser hatte vor einigen Wochen ver­sucht. in ber Dunkelheit der Rächt ben Tarnen bte Handtaschen zu entre r»en. und hatte auch in einem Falle Gr'vig gehabt während in dem andern ihn das Lchrcron des Fräuleins zur Flucht veranlagte. Lis einziges Merkmal bei Täters Jagten beide lleber allene aus dast dieser Aurüdgclümmtei Haar getragen habe D e Be­mühungen bet Krtminalpo! zci bliebtn bei diesen Anhaltspunkten erfolglose die als verkLcht g Ter- hasteten mutzten wieder freigelaffen werden Da suhrte die glückliche Kombination mit einem an­deren ungewöhnlichen Fall zur örmutlung des Täters Unweit ber Stelle des Ueber alli hat­ten an dem Lage des letzteren Palfanten und ein Schutzpolizist einen Mann gefunden, der lich wie ein Wurm krümmte und angab. grohe Schmerzen zu haben. Obwohl ein Lrzt nichts feststellen konnte, brachte man den angeblichen Kranken in das Krankanhaus um Voten Kreuz, wo man wieder das Hebel nicht entdeckte, den Kranken aber auf leine Beteuerungen, er habe grobe Schmerzen, endlich operierte, da man immerhin eine Blinddarmentzündung vermuten konnte. Die Kriminalpolizei erhielt von dem lonberbaren Kranken und den llmftänben feiner Qluflinbung Kenntnis und stellte ihm unauffäl­lig die Ucbetlallencn gegenüber Diese tagten einstimmig aus. er ki der Räuber gctoJen.

gestand bei einem Verhör nah fei Gntlaffung aus dem Krankenhaus auch seine bei­den ileberffille ein und qab an, dah er die Schmerzen vorgetäuscht habe, um mit dem Krankenhausa ul enthalt lein Alibi nachzuwcifen und sich einen sorgensreien Unterhalt zu ver­schallen. Gr wurde als ein zwanzaiähriger Für- forgezögling namens Gngclyardt testgestellt.

Der durchsichtige Mensch.

Gin französischer Gelehrter Dr. Andr Tours soll nach bem Bericht einer Londoner Zeit chriit ein Mittel entdeckt haben, um den menschlichen Körper durchsichtig zu machen, fo dast man die Arbeit aller Organe wie in einem Spieael be­obachten kann Dr. Lours. ber finanzielle An­gebote für die weitere Durchführung seiner Stu­dien abgelehnt hat. will seine Methode demnächst einer Anzahl ^französischer Aerzte vorfüdron. Wenn es wirklich gelingen sollte, das Fleisch durchsichtig zu machen, io datz die Knochen deut­lich gesehen werden können, dann Würben die Röntgenstrahlen nur noch für innere lokale Unfet- suchunaen in Betracht kommen. Der Arzt der Zukunft wird nicht mehr im Dunkeln tappen, sondern Im Menschen wie in einemoffenen Buch" leien können. Dr. Lours behauptet, datz

feine Gntbeckung nicht nur die ärztliche D ag- nose volikvmrnen neu gestalte« wird, sondern auch die Möglichkeit bietet, die Lo^esurtache ge­nau fest zu stellen wenn ein Verbrechen vermutet triib Vas ^Vorhandensein von Gift Wird sich leicht erkennen lasten und bei einer Arfchictzung wird man ben Lauf und die Lage ber Kugel rerfolgen können

Der elektrische Stier

Rachdem die 3ag6 bet W.ndhunde nach einen elektrisch angeirelienen Ha'en in England zu einem Modesport geworden ist. liegt der Ge- baafc nahe auch bei anderen Sportarten '.ch mechanischer Tiere zu bedienen. 3n Südamerika hat der elektrische Hofe einen Rach'viget erhal­ten Die Bürger ron Iohann sdura wollen auch gern StierkämMe sehen, aber ber Tierschutz ver­bietet Me Verwendung lebendiger Liere Man uerfucht^ mechanische Stiere, die durch Elektri­zität angetrieben werden, wurden in die Arena gebracht und bann ron lebendigen P'erden und lebendigen Stierkämpfern gesagt und erlegt. Das Schauspiel soll sehr Interenant und aus regend ge- we'en lein, unb jedenfalls wäre das bas beste Mittel, um die Sensation des Skierkampies mit den Forderungen der Tier'rrunde zu vereinigen.

700 Millionen Heringe

Die englische Heringssischerei die in dieser Saison ihrem Gnde entgegengeb! hat Im Ter- Jleich zu den fnibcren Jabern bedeutend belfere rgebniffe gezeitigt Der Wert des ganzen Fan­ges wird auf 20 Millionen Mark geschätzt. Rach der offiziellen Statistik find feit September 1927 700 Millionen Heringe in Varmouth unb Lowe­stoft gelandet worden, etwa 12 Millionen mehr als im Vorjahre Die Heringe sind hauptsächlich nach Danzig. Stettin Königsberg und Gibau verschifft worden Snglische Blätter konstaiieren. datz die Rachfrage in Deutschland nach englischen srifchen Heringen beständig im Wachfen begrif­fen ist

Die Jfuerobrunf! al» Schaustück

Eine Feuersbrunst wird demnächst absichtlich in einer ber Hauptftratzen Lhicagos vvrgeführt werden. Ss handelt sich um ein fünfstöckiges Ge­bäude das abgebrochen werden foll. Die Feuer­wehr von Chicago hegt nun den Wunsch, drei neue Pumpen bei einem richtigen Feuer auf ihre Brauchbarkeit au erproben Deshalb wurde ihr daS Haus zu diesem Zweck von den Eigentümern zur Verfügung gestellt. Alle Vorbereitungen sind bereits getroffen, um eine grafte Feuersbrunst zu arrangieren, die dann von ber Feuerwehr gelöscht werden foll. Zu bielem seltenen Schau­spiel drängt sich natürlich die neugierige Masse, und für Fensterplätze in ben umliegenden Häu­sern. von denen aus man die Feuersbrunst wird gut beobachten können, werden bereits 15 Dollar gezahlt.

ni ft erben, aber nicht von innen heraus wie die Bcvölkermig der WeltstaM, sondern durch bie duftere Einwirkung der Weltstadt. Jn Frankreich Ist Me Landflucht und ber ländliche GeburUm- rüdgang fo stark, datz weite Gebiete des besten französischen Ackerbodens heute schon unbe­baut bleibenI Sine Zlvilisatwn^r ch.l'iuirg ist für den Geburtenrückgang von grundleg.mder Be­deutung die irmanzipation der Frau. Die ewige Politik des wirklichen Weibes Ist dte Eroberung des Mannes, durch den fle Mutter von Kindern wird, durch den sie also Geschichte. Zukunft fein kann. Das rafselofe Werb hingegen, ohne Kinder, das nicht mehr Geschichte Ist. möchte Me Geschichte der Männer machen, nachmachcn.

Was foll nun Deutschland tun. um fein Volk vor dem allgemeinen Untergang zu bewahren? Kor Herr kommt au dem zwingenden Schlaft, datz auch für Deutschland, als bem unverbrauchtesten Volle der weihen Rasse, nicht Züchtungs- unb Ghroesetze und B egünstigungen aen Rückgang ausd'.lten, datz vielmehr eine seelische U m- stellung des Menschen erreicht werben mutz, dergestalt, datz wieder biejenig. She als vernünftig und wünschenswert gilt, in der Mann

und Frau eins find und ht bet bie Frau In erster Linie Hausfrau unb Mutter Ift; alles andere, wie der Kamps gegen die Landflucht, gegen Alko­holIsmus Sittenlosigkeit unb Auswüchse der Frauen-Gmanzipation sind daneben nur ergän­zende Maftnahmen. Oswald Spengler schreibt in feinem Vorwort zu dem Hc^t: . Wem cs noch nicht deutlich geworden ift. haft alle unsere groben Probleme der Nachkriegszeit, bie Krise der Lanb- wirtschaft, die Landflucht, das Dohnungselenb. Me Steuerpolitik, Me Kofonialfrag bie Frage der OftgoCTuen. Mr der Reparationrn ufw. auf ein entscheidmdes Prob! m zuräckg hen. das b r Inneren Gefundhe11 bc* lebendigen deut­schen Bolkskörpers unb Geiundtzrtt eines Volles bedeutet in Mcfcm Falle Fruchtbarkeit - ber weift nichts von Geschichte unb nichts vom Schicksal grober Böller unb sollte dcShtlb über polinsche Dinge schweigen. DaS deutsche Boll ist das unverbr^iüchteste ber weiften Ralle. Das ist Me ®runb!ai*Uv iu1 welch-r al', ' ' !>-n Lagen und Meg'achk iten der Zukunft b-niftcn ... Uniert Politik hat Me eine Aufgabe, den Vor­sprung zu erhalten."

Wirtschaft.

IRirtfdioft 0clömorft und 5örfc.

Rach dem Leucht her Direktion ber Dis« conto-Gefellfchaft Berlin *ur Vage von Wirtschaft c'e'.f.narft unb Börse hat sich bas Gesamtbild ber deutschen Wirtschaft auch in ben letzten Woche« in feinen Haupt- lügen nicht wesentlich verändert Gs U>trh weiterhin bestimmt prn ben beiden Tat­sachen, datz einerseits die Ikbaupiung ber in ben Grundstoffindustrien erreichten Produkt onshöhe .^and in Hand geht mit voller Auenusimg der Produkt ton »anlaaeii bei bet areften Masse ber verarbeitenden Industrien nb mit lebhaftester Hm'atztäiiakett aus allen Geb eten, datz anderer­seits das Durst'halten bet Konjunftvr nicht mög­lich ist. ohne dast auf bet Geld'eite bet Wirtschaft eine sortschreiieiib« Spannung bemerR'at wird, ou dem bereits erschienenen Diertrllahtöbericht des Instituts für Konjunktursvrfchung wird be­merkt. datz bie richtigen Feststellungen des Insti­tuts sich nur auf Ausschnitte aus ber Gesamt- wie bas VerbÄllnte von A.istragseinaänatn unb Auftragsbestand ist Der Aufiragsl'cstand dür'te so fein, haft für bie maftgeblichen Industrien nach wie vor für einen grösseren Welt­raum bie fetzige BefchSftigungs- Höhe gewährleistet ist Ta# gilt neben ben Schlüfscllndusttien In erster Linie für die Olehtl- zitätsinduftrie unb die chemlfche Industrie.

Die plötzliche und starke, faifonbebingtf Ber- fchlechtcrung M Gesa mtardeits Marktes bedeutet einen nicht unwesentlichen Ausfall an KauffraU, der auch in den nächsten Wochen eher noch gröfteren Umfang annehmen dürfte. Ab­gesehen von der durch Me Abnahme bet Bau­tätigkeit btroorgerufenen Verschlechterung des Ar- brittzmatktes lst auch ber lähmende Olnfluft ber Schwierigkeiten In der Kreditbe­schaffung zu sterticksichligen. Auch in der schleppenden ..ahiungswelfe. die in fast allen , irrigen von Handel und Industrie zu beobachten ist. kommt die Tatfache zum Ausdruck, baft ber ber Wirtschaft verfügbare Gefamtbetrag an Gelbkapitai bis zum äutzerften aus­genutzt ift unb feine weiteren Kapitalreferven vorhanden find, während auf ber anderen Seite eine nennenswerte Grwelterung des gegentoärti- acn Krebitvolumens weder ton feiten ber Reichs­bank, noch von feiten der privaten Kreditbanken in Frage kommt Auch bei den öffentlichen Te- trieoeu macht lich die Anspannung ihrer Be­triebsmittel stärker bemerkbar. Ss ist demgegen­über von lefonberer Bedeutung, datz die Aus­sichten für die ergänzende Kapitalversorgung der deutschen Wirtschaft vom Auslande her sich neuerdings wieder günstiger zu gestalten scheint. Die Rotwendigkelt einer Konlolibierung schweben­der Schulden durch ausländisches Kapital besteht vor allem für die kurzfristigen Verbindlichkeiten der Kommunen.

An der Börse könnt« sich nach der peffl- mistlfchen Einstellung der letzten Monate feit Sndc Rovember eine vertrauensvollere Stim­mung durchsetzen Immerhin ist die Froae auf- zuwersen. ob bet Kursauftrietz der letzten Wochen nicht etwas zu gewaltsamer Raiur war. Allge- mein brtracht«i verstärkt bl. jüngstenttoldhmg wiederum den Eindruck, wie sehr Immer noch den deutschen Börsen im Gegerckatz zu denen des Aus­landes bie Retgung anhastet, das Pendel der Kursbewegung nach beiden Veiten über­mäßig stark ausschlagen zu lallen. Die Gefahr der gewaltfamen Spmankungcn ift nicht dazu angetan, bie breite Mais« bet kapital- befiQenben Kreife der Börse geneigter zu stimmen. Der deutsche Außenhandel im Aovember.

Der deutsche Autztnhanbel zeigt im Rovember tm reinen Warcnvcrk.hr einen Ginsuhrüberschutz von 377 Millionen Mark gegen 234 Millionen im Vormonat

Die Sins uhr im reinen Warenverkehr ift im Rovember wiederum g e ft 1 ege n. und zwar gegenüber Mm Vormonat um 44 Millionen Mark. Damit erreicht Me Rovember anfuhr den Betrag von 1291 Mill. Mart und ftellt Me höchst e Einfuhr der Rachkriegszelt bar. Die Einfuhr an Lebens mitt ein und Getränken weist eine Zunahme u-i 13 Millioneu Mark auf

Kameraden.

Roman von Felix A 0 eIch11n.

Copyright by Carl Dunder, Berlin U 62.

41. Fortsetzung. Nachdruck orrdoten.

Zeig uns Mn Weg', schrien He immer noch miet itzm

Cln Lächeln kam über ihn Waren sie denn bhnb? War e* denn so schwer. Mn selbstverständ­lichen Wea zu sehen7 Dirse Menichen gebärdeten 'Ich wir MmMr. man mutzie Gedoch hüben mit ihnen. VUni mufeie ihnen alles genau erfiortn. Äon uuifttt ei ihnen ganz deukitch tagen. Man mutzte die Gründe und Ne Beweis« n«nnen.

Seht ihr Mn «eg nicht s und er ist dock, jo deutlich vorgezeichnet. Ihr sollt nicht nach links dtauen und nicht nach rechts und auch nicht nach rütfmärte. Greill in euch Mbft. ihr seid ;;<r äjopb U«ch Greist nach unserem Land, es Ift unertckiöps 'ck,. Me letzte, höchste Entwicklung unserer eigenen Mög­lichkeiten. da» ist unser Weg!

Di« allgemein« Begeisterung erhielt tuten emp- endlichen Dämpfer. Die Iiingro wichen zurück. Das war nicht das. wo, fw gemeint hatten Sie träum» ten von Kamps und ftney.

..Dir jinb weniger Menschen', rief Georg, aber wir können unsere 3cbl verdoppeln, trwnn wir wollen. Dir brauchen kein« B^r.imrooUe mehr aus Amerika. Dir pstanztn sie selber wenn wir wollen.'

Das war |a oerrückt. Die Zahl Mr Menschen verdoppeln, nun sa, man konnte denken. er das meinte Was wohl dir Frauen dazu sagen roürten? Aber den Boden oertzoppelntz An ein solches Hau- berftücf glaubte man nicht. Und Baumwolle pllan- zen in Deutschland?, das war zum Lachen.

..Cr ist vorgestern noch im Irrenhaus geweien', jagte einer. Man Hörle es deutlich

..Unser Boden kann fünftaufenb Kalorien gebet», statt blotz zweihundert, wenn wir wollen', prrdiqk« Georg.Ein Gärtner kann zwanzig bis drritzig Memchen ernähren, fünfmal mehr cte ein Bauer. Der Sand ift der feinst« Dünger. Aus dem 6anM wächst em (Sorten, wenn wir wollen '

Man begann zu murren und zu schimosen. Das meint# dieser Mann mit Kalorien? War da» Geld? Hatte einer sHon gesehen, datz ein Gartner zwtnzia Men'chen ernähren kann? Dir meisten Gärtner hnb troh. wenn tze ihre eigen« Familie e»mähren können. Sind keine Leute von ter Gärtnerinnung da? 6ie sollen dem Äebner da oben Jagen, wieviel Menschen st« ernähren. Ha! man itrnate schon gehört, datz Sand ein Dünger ist? Sand, do hört dach alle» auf. Und au» bem sande loll ein Garten wachten? Aus» aerechne! aus dem Tante? Das meint dieser Mann eigentlich? Für was hält rr un»? Man be­hauptet. er sei por^eflrrn noch im Irrenhaus ge­wesen. Do haben wirs, das erklärt viele».

Der zweite Bo rüstende im Hauptaa-^chutz ter seiner einträglichen Beziehungen zur Landwirtschajt wegen wahrba'tig al» Sachverständiger gelten durste, begann mit ber starten Faust auf ten Tisch ju klopfen.Unsinn. Unfinn.' n<: er,her Kerl ist verrückt. Er kommt direkt au» dem Irrendaus. fa. au» dem Irrenhaus Die Dohfwollenden und Nachdenklichen fchw'rpe«.

Der Mann ift ch.'innig', schrie einer und zer» ichlug sein Glas au1 dem Beter

..B#g mit dem Irrsinniger fr runter mit bem Storren", brüllte man im Chor

Man Hotz die Fauste und drohte, man drängte ungestüm gegen die Bühne. Die Heute oam Nu»- schütz kamen In di# grotzl« G#'ahr, zwischen ter Süftnenrompe und der vorwänsftotzr-.ten Menge zerdrückt zu werden. Die Nute überftürzten stch Jfttndu# mit »ten ... in* Irrenhaus . . Ein Mann, der aus dem Tante einen (Barten wachsen läßt ... In Deut'chland könne man Baumwolle pflanzen Dir und Baumwolle!' Gelächter mischte sich m da» erboste Geschrei

Georg begriff nicht, was um ihn her oorartg. Hatten sie nicht geschrien, cr soll# ihnen ten D#ß zeigen / Hatten sie ihm nicht -^gejubelt? Das war geschehen ' Warum mifthandeiten sie Ktzt da» Bild von Deutichland^ Darum lärmten si#c. doh lich da» vtld von Deutzchland verdunkelte? Do war er. wo stand er? Dieder rausch:# e» o#ge* -bn wie ein Meer. (5s drohte ihn zu überttbmemmen. Nur mit Mühe hielt er Stand. Er erinnerte stch an die Dor­nenfrone. Hatte nicht jemand getagt man muffe sich

di# Dornenkrone fest in» Haupt drücken? Und batte er nicht geträumt baft er oorangeden müsse? Ö, er hatte kein# Furcht. Mochten sie anftürmen und dro- hen. er würde stehen bleiben, das hatte er im Schützc-Ügraten gelernt. Und dieser Zorn und diese Wut do unten, da» war jo gar nicht bas Schlimmste. Da» Schlimmste war. datz sie schrien, er sei rrtstwig, wa» meinten sie damit? (Er war doch nicht irriinnig, 'fr war oorqeflem noch im Irrenh.ru . da»

stimmte, ater bann war er entlassen worden. Alle Hanen gesagt, er sei gdunb. Der Prosesior hatte e« i*iagt, ter « stfienzarzt hatte et gesagt ... Dar man denn irrsinnig wenn man daran glaubt#, baft aus Deutschland etwas Trotzes und Gewaltiges werben könne? Eine neue Weit? Nein, teonxgen mar man natürlich nicht irrsinnig Wenn er doch lemand fragen könnte ... er luchte einen Halt, einen Menfchen. Do war Hitte' Wo war Mari­ann«? Do waren die Jungen? Er Iah ste nicht mehr.

In mtlitanscher Haltung stand Georg do, rote ein Mann, ter sich im Kugelregen nicht duckt, und ichoute sich hilslo» um. Man begann auf bie Bühn« zu Rettern Palmen «chwonkten, Gipsfiguren 'furz­ten, ter Lärm würbe immer grötzer. Man tobte.

Dr. Bullbranb bahnte sich mfiftiom einen Weg. Man wollte ihn nicht durch^'-ki Ich bin Irren­arzt', sagte «r eindringlich und bittenö. Ein Spatz- tnadxr horte es und kam auf «inen guten (Beban/cn. Das war ja das. wa» man brauchtc natürlich Platz für ben Irrenarzt" 'chrie er, so laut er

ua plötz Eben

Dar fle noch drohend und oc-adriich gewesen, nun löst# ff# sich auf in ein wieherndes Gelochter.IMah *ür ten Irrenarzt", «ang man un Cftor. Dullbrond ftette au* einmal keine Müh« mehr, vorwärts zu kommen. Man machte ihm terelttoillig Plaf'. Ein Junger. Mr lich <chon lange gerne ous^^ezeich-et hätte, ging hm w e ein Herold voraus bie Honte oor ben Mund rote ein« Potoune. wnb rief un#r- mützlich- ..Plag nir den Irrenarzt' Der Ausschuft hätte sich eine leisere und angenehmere Lösung ge- wünscht, doch man mutzte schließlich noch froh Irin, datz man ohne Schlägerei und Schutzpolizei au »tarn.

Georg stand immer noch unbewegl'.ch auf ter Bühne Jetzt sah er den Arzt. 6emt Unsicherheit

wurde noch grötzer. Dar do» nicht der ?ksstftenz- arzt au» tem Irrenhause?

Er fühlte, tote sich eine f)anb auf seine Schulter legte und eine wohlbekannte Stimme sagte: ..Kom­men ci#."

Sar er denn irrsinnig?

40.

Im ftunstterzirnmer hinter ter Buhne sprach W dn mit Goldmann. Und di# (B.itoAten sind also «ingrtroffen?' (Bolbmann nickteUnd wie find he?1-

Glanzend ausgezeichnet", antwortete Cbotbinann

,^ft ter Mann auf zwvls Uhr bestellt?" (»ofb- mann nickt# ,2n» Monopol?" Goldmcmn nickte wieder. .Dritz man «iwa» n#ue von unteren Boo­ten In Strömftab'" Goldmann Ichüttelte den ftopf. . Da» den synthetischen ftautschuk betrifft ... fuhr Wehn »ort

In tiefem äugenblick# mutten {i# gestört. Ein Fremder trat ri?. An ter Hand führte er einen Mann, ten sie konnten. .Lutz*' rtef Dehn.

Entschuldigen Sie, wenn ich störe. Mein Nam# ist Dr. Wullbrcmd. Dieier Herr ist mein Patient gewesen.'

..(Es braucht keine Entschuldigung wir kennen Ihre«, Pottenten." Dehn ging auf Lutz zu. ..Da» ist denn Io»?' Georg antrocriete nicht. Sieht er mich ober sieht er mich nicht? dachte Wehn. (£r beehr« sich fragend dem Doktor zu. Bullbranb ant­wortete mit einem bedeutungsvollen Blick und lagt# dann in ruhigem Amtstöne- .Herr Lutz hat sich ein wenig zu viel pigemutet. Er bc! eine Jtete gehal­ten und M#4# etwa» unvorsichstae Nede ist 'eiber miftoentanten »orten.

E» 'pricht für Me gute Emrichtung de» Künstler, ümmere, baft sie nichts vom Lärme gehört hoben. Glücklicher weite Mbt ich fterrn Lutz aus seiner un­angenehmen Lage retten können.'

Sie schrien, ich fei Irriinnig', sagte Georg leise. . Und ich habe doch bloß das wiederholt, was Sie gesagt hoben. Herr ®o6>monn.*

Nudig. ruhio'agte Dehn. ..vielleicht haft öu dich nicht ganz har ausgedrückt. Das werden w'r schon Meter in Drbnung bringen * Er wendete sich yrm Doktor. .Ich werde mich feiner annefmen. Dir Hnb alte Kameraden.'

(Schluß folgt)