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30 Fortsetzung
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Der Voranschlag der Gemeinde Stangenrod für Rj. 1927 liegt von Mittwoch, den 23. Mär; ab, eine Woche lang aus dem Amtszimmer der Bürgermeisterei offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich vor-
Es ist eine Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.
Stangenrod, den 20. März 1927.
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Montag, dem 28. März 1927, vormittags 10 Uhr.
bei dem Stadtbauamt einzureichen und erfolgt die Oeffnung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter.
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den «und, ofe er schon tat der 8a* st«ch und das doktorliche Ehepaar unb dessen Gäste bo« grüßte.
„Was strahlt du denn so?" erkundigte sich Reich- mann und machte ihm den Platz neber Elisabeth frei.
„Die Hanna hat mir eben eine bittere Pille 91 schlucken gegeben. Elisabeth, sagen Sie einmal wie alt war denn Georg, als er sich Ihr Jawort hotte?"
„Wie alt? . . Gott, — wie alt warst du beim. Liebster?"
Er schüttelte sich vor Lachen, und Nella und Renkell stimmten ein. Um das hotte sie ihn nicht gefragt! Nein, wahrhaftig nicht, verteidigte sie sich in glühendem Derlegensein.
„Nein, um das nicht!" beftätitfc Reichmann.
„Aber sonst um vieles!"
Nella war dies Fahrwasier, in das sich das Gc spräch zu lenken schien, peinlich. Sie forderte j)Hbertt hastig zum Weilerberichten auf. Reichmann fand Hannas Ausspruch sehr angebracht.
„Wenn ich mir wühle, wer zu dir paßt!" warf er ein. „Aber mit so einem Ausbund von Tugend läßt sich ein junges Mädchen nicht gern ein. Du bist allzu solide."
„Aber Hans Jörg ist doch wirklich -um Lieb haben!" ließ sich Elisabech hören.
„So? — Bedank' dich bei meiner Frau, Jörg! Sie ist immer aufrichtig!" spottete ReichntdTm.
Elisabeth fühlte, daß sie das nicht hätte sagen dürfen. Ein feines Rot auf den Wangen, suchte sie scheu die Augen ihres Mannes, Ts lag eine Falte um seine Brauen. Das machte sie unsicher. Sie würde sehr vorsichtig sein in Zukunft mit ihren Aeuß^ rungen. Nella ahnte ihre geheime Not und kam ihr zu Hilfe.
„Nein, wirklich, lieber Freund," wandte sie sich an Reichmann. „Wenn du unparteiisch bist, mußt du zugeben, daß Herr Doktor Hilbertt geradezu das Ideal eines Ehemannes abgeben würde. Sein Spieler! Kein Trinker!"
(Fortsetzung folgt)
„Sefas, mein Kindchens" kochte Sanne. ,llnd fe> leise konn's gehen!" Sie wischte sorgfältig ihre von Butter etwas fettigen Hände an einem graugestreisten Handtuch ab und fuhr dann liebkosend über Annemaries Wangen. Ein gehäufter Teller Nafch- werk baute sich mit verblüffender Geschwindigkeit vor dem Kind auf. Die getreue Alte hob es auf den breiten Hocker, rückte ihn an die Wand und ermunterte die Kleine zum Zugreifen. „Such' dir aus, mein Schnuckelchen, was dir am liebsten ist, und wenn du dich sattgegesien hast, darfst du mir helfen. So viel Arbeit habe ich für dich! Allein kann ich s fast nicht mehr erkraften!"
Annemarie nickte bedächtig und aß, als habe man sie seit Tagen hungern lassen. Wenn Hanna ihr über die Locken strich, hielt sie deren Hand fest und druckte sie gegen die Wangen.
„Nun Helf ich dir aber viel!" versicherte sie und säuberte sich Finger und Mäulchen mit einem Mundtuch.
Sie hatte unter Hannas Anleitung schon die mannigfadjften Künste gelernt: das Besteck zusam- menjurichten, Brot auf Teller zu ordnen, Bier in Gläser zu füllen, ohne daß es überschäumte, und was derlei kleine Handgriffe mehr sind.
Als die Klingt im Flur anschlug, lief Annemarie eilends, um zu öffnen. Es war Hilbertt. Sie knickste höflich. Er hob sie auf den Arm und trat mit ihr in die Küche.
Hanna wandte sich halb nach ihm zurück unb nickte anerkennend: „Sie wissen gar nicht, wie gut Ihnen das steht, Herr Doktor! Jawohl! — Aber Sie haben's übersehen!"
„Oho!" entfuhr es ihm. „Annemarie, sieh einmal nach, wieviel graue Haare ich schon habe!"
Sie besah mit größter Genauigkeit seinen Kops, strich sogar den Scheitel etwas auseinander. „Gar keins, Onkel Doktor! Wirklich nicht!" bekräftigte sie.
„Sehn Sie wohl. Sie böser Prophet!" lachte er. „Ich will mir's aber zu Herzen nehmen."
Er stellte das Kind zu Boden und trat vergnügt in den Garten. Er hatte sogar noch ein Lächeln um
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Schürze abgefegt hatte, ffie sie herab kam, schob er seinen Arm durch den ihren und ging mit ihr nach Der Laube. Hanna sah den beiden nach.
Ach, was hatte sie von dieser Ehe nicht alles gefürstet, und war nicht halb so schlimm geworden. Reichmann war in seine Frau verliebter, als er es in die Braut gewesen. Und die Liese brauchte nicht mehr zu knausern und zu darben und hatte Geld in den Händen, so viel, daß ihr manchmal ganz bange war, ob auch kein Pfennig unnütz aus- gegeben werde. Reichmann war im Grunde genommen doch ein recht guter Mann. Er hatte auch für Friedrich gesorgt. Der saß nun geborgen als Pförtner in dem großen Krankenhaus, hatte zwei nette, behagliche Stübchen, sein gutes Essen und ein ausreichendes Monatsgehalt obendrein. Wenn er nicht mehr schaffen konnte, war ihm das Bleiben gesichert worden.
Es war alles ganz recht und schön, wenn nur die Freundschaft mit den Regenbachern nicht gewesen wäre. Aber die Liese war wie Wachs in ihres Mannes Händen und tat alles, was und wie er*s haben wollte. Sie jedoch würde schon die Augen offenhalten und eingreifen, wenn Gefahr drohte. Das Kindchen ließ sich am Ende übertölpeln und glaubte alles, was die Blonde ihr vorschwatzte.
Hanna hörte das Rattern eines Kraftwagens und wie derselbe vor dem Garten hielt. Dann klang die so verhaßte Stimme der Regendächer Herrin durch das geöffnete Küchenfenster. Jedes Wort, das Nella sprach, konnte sie ohne Mühe aerftefjen. Hanna hätte sich am liebsten die Ohren zugehalten.
„So eine Gerissene," brummelte sie. „Und war doch alles verlogen, was die sagte."
Sie brachte es einfach nicht fertig, gerecht zu fein. Sie fühlte, daß kein ehrlicher Christenmensch solchen Haß tragen sollte. Aber sie hatte ihn doch. Wer konnte dawider?"
Zwei Kinderfüße schlichen sachte über die Diele, zwei braungebrannte Aermchen schlangen sich um ihren Hals.
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In der Nutzholzversteigerung vom 10. d. M. — erschienen im Gießener An- «iger vom 12. d. M. — ist insofern ein Fehler unterlaufen, als die Holznummern 50—56, 58, Gemeindewald.Ehringshausen nicht zu Los 4, sondern zu Los3 gehören. 2734D
Ehringshausen (Kreis Wetzlar), den 21. März 1927.
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Elisabech stand vor dem großen Anrichttisch, schnitt Braten und legte Sardellen und Geräuchertes darauf. Auf der ziselierten Platte häuften sich die leckersten Dinge: Eier in seinen Schnitten, aus Formen gepreßte Buter, Steinpilze und Aspik waren dazwischengemengt. Die junge Frau öffnete die Tür, welche zum Garten führte, und lief nach den Gemüsebeeten, wo sie frisches Grün von Petersilie und Pastinak brach. Erst als sie zurückkam, erhielt Hanna eine Erwiderung.
„Georg hat mir alles erzählt. Es ist nichts in feinem Leben, was ich nicht weiß", sagte sie unb strich ruhig ihre Brote weiter.
,,3d) sprech' auch nicht von deinem Mann Kindchen! Ich sprech' von ihr! Ich mag wetten, wenn du ihr einen Spiegel vorhältst, guckt sie jedesmal anders draus hervor! Probier's einmal, kleine Liefe!"
Diese lachte hellauf. „Aber, Alterchen, was du alles an Einfällen hast! Was hat sie dir denn getan, daß du sie so gar nicht leiden magst?"
,Zch mag sie nicht!" kam es störrisch. „Aber ihr Kind, das hab' ich lieb, und ihn kann ich auch ganz gern haben!"
„Nur mich nicht!" sagte eine lachende Stimme durchs offene Fenster.
„Alle Heiligen! . . . Herr Doktor, daß Sie einen ober auch so erschrecken müssen!"
„Nun wird's gut!" spottete er. „Wenn Sie auch noch Nerven bekommen, mach' ich ein Sanatorium auf. Wen Sie meine Frau nicht brauchen, dann lassen Sie mir die Liesl ein bißchen ab!"
„Nehmen Sie s' nur, Herr Doktor! Ich werd' ganz gut allein auch fertig!" Reichmann blieb unten an den Steinstufen und wartete, bis Elisabeth ihre
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