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Nr. 44 Erster Blatt

177. Jahrgang

Dienstag, 22. Zebruar 1927

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

lenahae oo» &}<!<< für die lageenummtt bt» zum Nachmittag vorder.

Preis für 1 »m höhe für Anzeigen VV.I 27 mm Brette örtlich 8. ausmärt» 10 Beichspfennig, für Re- Klamean-eigen von 70 mm Breite 35 Beichrpfennig, Platzvorfchritt 20*. mehr.

ffbefrtöaMeur Dr Frredr Wilk Lange, verantwortlich für Politik Dr <rr Wild Lange, für Feuilleton Dr H Ibyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den An« -eigenteil L Derlr H. Beck, iümtlich in Dieken

pol|d):4fonto:

Sronftunom Main new. vnick VRd Verlag: vrßhl'fche Untverfitülr-Vuch' ,«v LtetRdniSerei R. tauge in Sietzen. Sdfrtftieitung und Seschästrstelle: Zchulftratze 7.

Erschein» täglich, außer Sonntags und 5<t erlege.

Beilage«;

Siebener Familien blätter Heimat im Bild

Di» Scholle

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Italiens Absage an Loolidge,

Alle über Chi« a b«

Um das Dolksrecht Deutschsüdtirols.

Don Dr. Werner Wirths.

der Entschluß der veulschnolionalen, in die Regierung ein zutreten, die sich auf die Politik von Locarno stütze, könne der Dcrffänöigung zwischen Deutschland und Frankreich nur dienlich sein.

Deutschland habe ein Interesse daran, zu einem modus vivendi mit Polen zu kommen. Diesem

sponvent veS(Sdjo de Pans", verbreitet, der systematisch all« Handlungen unserer Politik in Zweifel zieht, geschaffen werden." Reichskanzler Marx erwähnte alsdann die Grundlage der Qkr- ständigung des Zentrums mit den Deutschnatio- nalen.

cllr daraus hin, daß irgendwie auch die v r i m i- Ud st e n kulturellen Rech e der Südtiroler b.ederhergestellt werden follcn. Das ist die tat- stchllche Vage! Die durch den Fall Roldin nur ktktt in ihrer ganzen Brutalität beleuchtet wurde.

An dem Fall Roldin (bei dem wie ge- hgt das -Ausnahmegesetz gegen den 2Inti- si'zsmuS zum erstenmal gegen einen Deutschen

Frankreich und öar neue Keichrlabinett

Reichskanzler Marx zur außenpolitischen Lage.

Ruf den deutsch-polnischen Zwi­schenfall hinweisend, erklärte der Reichskanz­ler, es handele sich nicht um einen Abbruch der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen, sondern vielmehr um eine provisorische Unterbrechung, die zum Ziele habe, von vorneherein eine ziemlich heille Frage zu regeln, nämlich die Frage des Aufenthaltsrechtes der Deutschen in Polen. Es sei vollsorn- men abwegig, diese Unterbrechung alS die Folge der Umbildung des Kabinetts zu bezeichnen. Gelt Monaten habe man mit steigender Beunruhigung

Das Arbeitszeitnotgesetz.

rr in 'M Sebr. (WB.) Die interfraktio­nellen Besprechung.n der RegikT-rungsparreien über daS Arbeuszeitnotgeseh wurden fortgesetzt. Sie vollzogen sich wie bisher unter Vertraulichkeit. Soviel das Rachrich^enoureau des Vereins Deut­scher Ze-.tungsverleger hört, ist jedoch anzuneh­men. daß möglichst eine Einigung in der Weise erzielt werden kann, daß der Paragraph, der Bestimmungen über die f re i w i l l i g e U e be r - arbeit enthält, falle na «lassen wird und dadurch die bestehenden Härten beseitigt werden. ®a?, -Derl. Tageol." weist mitzuteilen, dast Reichsarbettsmlnister Dr. Brauns sich für das Verbot der freiwilligen Mehrarbeit überhaupt eingesetzt habe. 3m Sinne der Aus­führungen des Reichsarbeitsministers soll bann auch Uebereinstirnmung erziell worden sein, aller- dmgs sollen nach der »Voss. Ztg." in das Gesetz Ausnahmebestimmungen hii.eingearbei- tet werden, die für bestimmte ©ew.rbe und 3n- dustnezweige die freiwillig« Mehrarbeit als Ausnahme gestatt« n.

Stegerroalö

zur gsntrumspolitik.

Berlin, 2l. Febr. (TU.) Wie die Abend­blätter berichten, hielt gestern abend die Zen­trumspartei in Reustadt a. d. Haardt eine Kund­gebung ab. auf der Stegerwald eingehend die Geschichte der Koalitionsverhandlungen der letzten 3ahre schllderte und betonte, dast die jetzige Entwicklung die logische Folge desVer- haltens der Sozialdemokratie sei, deren Radikalisierung zur heutigen Koalition ge­führt habe. Sodann behandelte er eingehend das Verhältnis zwischen Zentrum und Bayrischer Dolkspartei und stellte fest, dast di« Diffe­renzen zwischen diesen Parteien sich immer mehr verringern. Praktisch sei für absehbare Zeit nur die Republik, die für Deutschland mögliche Staatsform. Wenn das Reich Republik bleibe, könne nicht das einzelne Land eine Monarchie werden. Ueberhaupt sei die entscheidende Frage nicht das Verhältnis des Reiches zu den mitt­leren und Heineren Ländern, sondern die Schaf­fung eines staatspolitisch brauchbaren Verhält- I nisses zwischen dem Reich und Preußen.

London, 22. Febr. (WTB. Funkspruch.) Blätter oeröffentlichen ausführliche Meldungen die Massenhinrichtungen in den Straßen der ncsenstadt von Schanghai. Ueberall sind d i e geschlagenen Kopse Hingerichteter -Studenten und als Streikposten Tätiger auf Psahlen zur Schau gestellt. Der Korrespondent der Daily Mail" sagt, die Politik des Enthauptens habe sich als wirksames Gegenmittel geyen das Streikfieber erwiesen. Der chi- nesiiche Verleidigungskommisiar hat an einem Tage 1200 südchinesische Agitatoren, die mit Flugblättern in der Hand angetroffen wurden, ohne jedes Verfahren hinrichten lassen. Die Leichen liegen auf den Straßen umher. Die Köpfe wurden a u i * arren geladen und durch die Straßen der Stadt gefahren.

Paris, 2l. Febr. (WB.) Das radikal« Abendblatt »Le Soir" hat einen Sonderbericht­erstatter nach Deutschland entsandt, der die Aus­gabe durchführen soll, eine objektive Sn- guet« über die politische Lage in Deutschland anzustellen. Der Sonderbericht­erstatter beginnt seine Veröffentlichung mit einem Interview, das Reichskanzler Dr. Marx ihm gewährt hat. Der Reichskanzler erflärte auf die Bemerkung, dast gewisse Kreise der öffent­lichen Meinung in Frankreich über den Ein­tritt der Deutschnationalen in daS neugebildete Kabinett beunruhigt feien: -2ch begreife das sehr wohl. Aber es legt Zeug­nis von einer vollkommenen Verkennung der T a t s a ch e n ab. Die unabweisbare Rotwendig­keit einer friedlichen Zusammenarbeit der euro­päischen Völker ist heute von der großen Mehr­heit der verschiedenen Richtungen iimerhalb der Deutschnationalen Partei anerkannt worden, llebrgenä kann eine derartige Beunruhigung nur durch phantastische oder ungenaue Rachrichten, wie sie z. B. ein gewisser de DillenuS, der Korre-

Schiffseinh eiten, die auch die Klein­staaten in genügendem Maße besäßen. So­lange diese Staaten nicht ab rüsten würden, könne Italien leine Schwächung seiner Seestreitlräste zugeben. Auch sei es Italien unmöglich, de Seestreitkräfte von seiner Luft- und Landmacht zu trennen, denn andere Mächte würden ihre Ersparnisse aus dem einen Gebiet durch Mehr­ausgaben auf anderen Gebieten ausgleichen.

Ziele habe die deutsche Politik immer zugefkrebt und niemand bedauere mehr al» die deutsche Regierung den schlechten willen de» östlichen Radjbam, der e» verhindere, da» gesteckte Ziel zu erreichen.

Der Reichskanzler betonte zum Schluß, dast Deutschland sich immer bemüht habe, die deutsch- französischen Schwierigkeiten zu beseitigen und aus der Vereinigung der beiden Länder Frank­reich und Deutschland den Mittelpunkt einer grosten europäischen Pazifie- rungSaklion zu machen. Mit der Billigung des Reichspräsidenten v. Hinden­burg hätten sich die deutschen Delegierten nach Locarno und Dens begeben. Der Reichskanzlei, habe die absolute äleberzeugung, dast man den Frieden erreichen werde. Die deutschen Länder wollten den _ Frieden. Für Frankreich und Deutschland gäbe eS feine andere Zukunft als die der Verständigung. Beide wieder auSge- söhnten Länder würden durch die Westzivilisation vor den bedrohlichen Katastrophen bewahrt werden.

Schwerer Erenzzwischenfall im Saargebiet.

Ucbergrifse französischer Zollbeamten.

Berlin, 21.Febr. (111.) öle die Abendblätter melden, wurde der deutsche Tabaksabrikant 5 d) m l f I aus ö e t j I g (Saar), als er sich gc- schä tlich mit seinem Auto auf dem öege zu dem nahe der Grenze gelegenen Lauterbach befand und dabei einen unbenutzten Verbindungsweg be­nutzte, von einem Auto verfolgt und mehrfach beschossen, obwohl er bereits wieder a u f saarländischem Gebiete war. Schmitt hielt und wurde von mehreren Zollbeamten in Zivil ausgefordert, auf französische» Ge­biet mitzukommen. Al» der Jabrifar.t seine Legi­timation anbot, sich aber weigerte, auf fran­zösische» Gebiet mitzukommen. fielen die Franzosen über ihn her. schlugen auf ihn ein und legten ihm y an d fesseln an. Er wurde gewaltsam auf die französische Gendarmerieslalion nach st r e u ; w a l d gebracht, wo er nach einer Stunde wieder srel- g elassen werden mußte, da seine Verhaftung ohne jede Rechtsgrundlage erfolgt war. Die Durchführung des Parker

Abkommens.

Berlin, 21. Febr. Das Reichswehrmini­sterium hat an Vie Festungskommandanten Be- fehle herausgehen lassen, denen zufolge die Sprengung jener Befestigungen vorzunehmen NI. deren Beseitigung in den Pariser Verein­barungen zugestanden wurde. Zu einem Teile und diese Befehle befristet. Insgesamt soll die Sprengung im Laufe von vier Monaten durchgeführt fein. Innerhalb dieser Zeit must auch das Kriegsgerätegeseh vom Reichstag angenommen werden.

Vas Abkommen von hankau.

Chamberlain im Unterhaus.

London, 21. Febr. (Wolff.) Rach dem Amtlichen Englischen Funkdienst bezieht sich daS am SamStag in Hankau unlerzeicynete Abkom­men zwischen OMalley und Tfchen auf tu« künftige Rechtslage der britischen Konzesion in Hankau. BIS zum 15. März feilen die o.izei- gewalt und die Leitung der offentlid.cn Ar­beiten in der Konzession in den Händen der chinesischen Behörden bleiben. Am 15. März soll auf der allgemeinen Jah­resversammlung der Steuerzahler der Konzefsion die Auflösung der alten britischen Munizipalverwaltung ausgüproä en und die Verwaltung einer neuen Körperschaft über­tragen werden, die von der nationaliftifa.cn Regierung nach dem Vorbild der Einrichtungen in den unter besonderer Verwaltung stehenden Bezirken gebildet wird. Ein entsprewendes Qlb- kommen soll dieser Tage für die britische Kon­zession in Kiukiang abgeschlossen werden

Im Unterlaufe verlas Chamberlain die Bedingungen deS Hankauer Abkommens. Cham­berlain erklärte, er habe OMalley angewiesen, dem kantonesischen Außenminister klar^umachen. dast die britische Regierung sich das Reckst Vor­behalten müsse, über ihre Truppen zum Schuhe britischen Lebens in Schang­hai zu verfügen. Chamberlain teilte ferner mit. da^ Verhandlungen mit der Pekinger Regierung im Gange sind. Die britische Re­gierung sei bereit und müsse sich daS Recht Vor­behalten, mit den d e facto- Behörden in jecem Teile Chinas zu verhandeln. Schanghai könne nicht so behandelt werden wie andere Teile Chinas, wo nur britische Interessen in Frage kommen. Die mit Schanghai zusam;nenhängenden Fragen könnten lediglich geregelt werden i n Hebe rein ft immung mit Den anderen Rationen, die dort gleiche Interessen wie Großbritannien hätten.

Chamberlain teilte Weiler mit, dast Tschen erklärt habe, die nationalistischeRegierung be­trachte die angefüningte Abänderung des ur­sprünglichen PlaneS der Zusammenziehung briti­scher Streitkräfte in Schanghai alS Zugeständnis, das eS nunmehr möglich mache, zum Abschluß und zur Unterzeichnung eines Mlommens über Hankau zu schreiten. Da aber die britische Landung in Schanghai, auch wenn sie in unverminderter Zahl erfolge, rechtswidrig sei, müsse Vie nationalistische Regierung gegen die Landung protestieren. Das Abkomm^-n von Hankau werde einen Berufungssall für den künftigen Status brttischer oder sonstiger Kon­zessionen in anderen Teilen China« bilden. Cham­berlain erHärte: Unser Ziel ist. Verträge mit ©bina abzuschliesten auf einer Grundlage, die Aur völligen Gleichheit und Gegen- lei tigkeit führen wird. Seines Wi sens lie­fere kein Land, das an dem chinesischen Waffen- abkommen vom Mai 1919 beteiligt sei, Flug­zeuge an Vie kantonesischen ©tret träft«. Die Klugzeuge würden von einer Macht geliefert, bie diese Konvention nicht unterzeichnet hätte Die Lage vor Schanghai.

Schanghai, 21. Febr. (Reuter.) Die Strcik- laae ist unverändert. Die Zahl der Aufständischen beläuft sich auf 108 000. Der Derteidigungskom- missar Suntschuanfangs ersuchte die Be­hörden der Konzessionen um die Aus liefe­rn n tz von etwa 50 Chinesen, die wegen Verstoßen gegen Vie öffentliche Ordnung festge­nommen wurden. Der chinesische Richter vertagte alle Prozesse, da «s wahrscheinlich ist, daß bie Gefangenen geköpft werden, wenn sie den Behörden Suntschuanfangs audgeliefert werden. Das Heer Suntschuanfangs zieht sich nach «Sun- fiang zurück und räumt die Provinz Tschckiang. In Kreisen der Ausländer glaubt man, dast Sun- schuansang keinen Wider st and nre h r gegen Vie Kantonarmee leisten werve. da feine Sol­daten trotz der guten Löhnung und Bewaffnung demoralisiert sind.

Massenhinrichtungen.

Gegen die antienglische Propaganda.

Moskaus Arbeit in China.

London. 21. Febr. (WTB.) Wie Reuter erfahrt, erwägt das Kabinett den Inhall einet ^totc an d i e Sowjetregierung wegen der englandfeindlichen Propaganda, Sowjetrußland provoziert werde. Sollten dte radikalen Anhänger der Regierung das al^ergewtcht erlangen, so würde di« Rote den Abbruch der diplomatischen Bezte-

; erft. die zwei deutschen Gemeinden Truden und Rom. 21. Febr. (XII.) Allein dasGior- Tltrei, vier deutsche ©euteinben im oberen Rons- nale d'Italia" bringt heute abend die Meldung. -e:g. das heißt rund 14 000 Deutsche des ge- dast die italienische Antwortnote auf das ame- ^iossenen deutschen Siedlungsgebietes Der- rikanische Flottenabrüstungsmemorandum heute leiben bei Trient, sind damit einer dem amerikanischen Dotscha'ter in Rom über- «e<rschärften Entdeutschung ausge- reicht worden ist. Der amtliche Text des Stefani- liefert, einer Politik, die planmäßig von Süden Bureaus, der angeblich von Mussolini Rorden arbeitet Auch in der neuen Pro- selbst verfaßt wird, ist noch nicht verös- nrz Bozen steht ein altitalienischer Präfekt an fentlieht worden. Wie zu erwarten war, hat iei Spitze, sjnd alle Formen ehemaliger deutscher die italienische Regierung die amerikanischen Ab- ksibs'verwaltung zerschlagen, gibt es feine Tiroler rüstungsoorschläge mit der Begründung a b g e - Beamten mehr, ilnö wenn die italienische Be- wiesen, daß die geographische Lage I5rbe ihren Wunsch zur »Mitarbeit der Be- I Italien zwinge, im Interesse seiner fr: en Le- illkerung" ausspricht, so verlangt fie sogenannte I bensnuttelversorgung und seiner Verteidigung .neue Männer", das heißt di« Kaltstellung eine starke Flotte zu unterhalten, kl bisherigen Führer, die mit allen Mitteln 3u dieser gehörten gerade die kleinen ires Einflusses und ihres Rückhaltes bei der Ä ° * xeoöCEetung beraubt werde t sollen. Richts dcuiet

Zwischen Italien und Deutschland sind in politischer Beziehung kein« wesentlichen Gegen­sätze mehr vorhanden: ja, daS übervölkerte 3talien, daS für seine Menschen neuen LebenSraum suchen muß, scheint gerade in diesem Punkte dem deut­schen Volk und seinem Schicksal verwandt so daß beide Mäckste in einer zukünftigen Reuorientie­rung deS europäischen StaatensysternS durchaus gleiche Interessen verfechten könnten. Zwi­schen Deutschland und Italien besteht nur ein Gegensatz, der freilich nur von 3 t a I i en her auS der Welt geschafft werden kann: Südtirol. Die Stellungnahme deS deutschen Volkes ist von vornherein bestimmt durch daS Wohl und Weh« der deutschen VottSgenossen, welche kraft des Frie­dens v)n St. Germain von dem italienischen Staat annektiert wurden, und für jede Möglichkeit einer dauernden deut ch-;talienifch«n Freundschaft bleibt entscheidend will der FasziSmuS, be- ZlehungSwei'e der italienische Staat (beides ist heute Identisch) aufrichtig diese Freundschaft, so liegt eS an ihm, durch die Lösung der süd- tiroler Frage (daS heißt die Achtung deS deutschen DolkSrechts in Südtirol, ins­besondere der deutschen Sprache) die Voraus­setzung der Annäherung zu schaffen.

Äach der großen Auseinandersetzung zwischen Mussolini und etrefemann zu Beginn des vorigen wahres, in der die geschlossene Stellungnahme der deutschen Oeffentlichkeit und Presse für die mmtndest kulturelle Freiheit des Neutschsüdtirclertums ihren parlamentarischen Höhepunkt und Abschluß fand, ist es in Deutschland stiller geworden. Die Politik beider Staaten suchte sich entgegenzukommcn. und ent- Ivrechend hoffte man auf deutscher Sette auch eine Entspannung de- südtiroler Gegensatzes, eine Abkehr Italiens von den bisherigen brutalen i jlnterbrüdungS- und Cntdcutschungsmahregeln. O>er Abschluß deS deutsch-italienischen Handels­vertrages schien diese Hoffnungen reifen zu lassen, äumal Mussolini nunmehr mit großer Geste Vie rrlchtung einer besonderen »Provinz Bozen' ^efrctierlc, was die Trennung Deutschsüdtirols von Trient, der Zentrale der faszistischen Ent- deutlchungSpolllik, yi bedeuten schien. Ist der ..neue Kurs" in Südtirol tatsächlich die Rück- kchr zu menschenwürdigen Zuständen in diesem L-------

Volksdeutschen Lande, il v der italienische Staat E c Haltung der polnischen Behörden gegenüber tzatsächl ich gewillt, den Südtirolern ihr kul- deutschen Untertanen seststellen müssen. Die turelleS Lebensrechl wenigstens Schritt fiir Schritt ^uStectfung von vier deutschen Ingenieuren aus Durückzugeben? Polntsch-Oberschlesien habe die Regierung ge-

Derhastung und Verurteilung des Salumer Zwungen, Maßnahmen zu ergreifen, die Polen Rechtsanwalts R oldin und des Lehrers Riedl $Qtt.cr verhindern können, wenn es mit mehr Auf-

Tramin sollten die faszistische Haftttng gegen- lnerk.amkett die wiederholten Proteste Deutsch- über Südtirol nunmehr genügend geklärt haben * ücgen die Verletzung deS DöllerrechteS zcigt beides doch, daß der FaszismuS nicht ^rch Polen ausgenommen hätte. Roch unberech- kraran denkt, in Südtirol in irgendeiner Weise c^, toc.nn m?.n in der Haltui g Deutsch-

lein gewaltsames Rationalisierungsprinzip auf- ^ands die Anzeigen für einen aggressiven ©eist pgebtn. Was hat Roldin (und ebenso Riedl) erblicken wollte. Wenn er. der Reichskanzler, «ctan. daß ihn der Präfekt von Trient Vaccari polcvnnnen wollte, konnte er leicht zeigen, auf ibrigens ein ganz junger Mensch, der kürzlich -F ® S *lc , .r Mangel an Herz -

nroch alS kleiner Beamter an der Lokalbahn I itchke11 zu suchen sei. Lrient-Sardanga tätig war und nur dank seiner r^dikak-faszistischen Einstellung zur Höhe seines letügen Amtes emporgetragen wurde) in Ketten g a!>sühren ließ und von einem geheimenfaszi-

fLischen Gericht als »Feind des Vaterlandes" I angewandt wurde, obwohl sich das Deutschtum Mr Deportattonshochststrafe von fünf Jahren ver- Südtirols niemals an der Auseinandersetzung urtetlen lieft? Roldin ließ deutschen Kindern in der italienischen Parteien beteiligt hat vielmehr -alum Privatunterricht in der deut - ^Neutralität und Loyalität in vollstem Maße be- ' 4) e n Sprache erteilen, der ordnungsgemäß wiesen hat und lediglich sein Volksrecht auf . "gemeldet war und vom italienischen Gesetz Sprache und Kultur fordert) wird sich die gesamt- .überhaupt nicht verboten worden ist. deutsche Oeffentlichkeit wiederum geschlossen zu- Mo ein lokaler Aebergriff des Trientiner sammensinden müssen, um für das Recht Süd- 'Srasekten? Mag fein, daß dieser rechtswidrige tirols zu zeugen, ohne dessen Wiederher siel- JE?« 3'iari cmcd salzisillchen ilnterbeamtcn lung kein erträgliches deutsch-italie- >>« Zentra^ in Rom nicht übermäßig wlllkommen n i s ch e s Verhältnis möglich ist. Ge-

a?CTk ^cnft nicht daran, dieses schicht das nicht, so hat die Errichtung der »Pro-

w C.< r,6,38 8fum ctftcn. Male das vinz Bozen" im italienischen Sinne insofern ihren

ain 11 f a f z t st e n g e s e tz aus e i re n Deut- ersten Erfolg gehabt, als eine leere Geste des »".ovg^andt wurde, aufzuheben, llnbSucc fälschlich als die Tatsache wirklichen Ver-

.irö pjlar.vaß auch die Errichtung der ständigungswillens Eingenommen wird. Mit Sym- .y>rpDin3 Boftcn nicht das ist, was es nach pathie oder Antipathie gegen das faszistische / UP? vach Auffassung System hat das nichts zu tun. Auf Süd! irol.

emeö großen -^eues der de-itschen Oesfentlichkeit und sein ihm nach wie vor vorenthallenes Dolks- 'rm sollte: der^Anfang^etn« gerechteren Re- recht kommt cs anl eines im Volksdeutschen ©cbiet Tirol. Die neue ^wvinz Bozen umfaßt nämlich keineswegs das panze geschlossene deutsche S edlungLg:bict Süd- litold; dreizehn ©emcinten des B.zirks Reu»