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Samstag, 22. Januar 1927

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

M. 18 Drittes Blatt

Die städtische Wohlfahrtspflege in Gießen

untDcfentlid)

20 Gegenständen

Gegenständen

42

mit

Gegenständen

mit

9

Gegenständen

511

mit

176

mit

828

Gegenständen

mit

4

Gegenständen

202

Gegenständen

563

frei von ßauck Genick unJDuß.

Gegenständen

Gegenständen

120 der

gebiet des Wohltat) r.? i erweitert

gcbäußeficucr 52856,67 QHL. auf die städtische Sondergebäudesteuer 25 461,23 Ml.

Durch diese Ausgaben wurde da- Arbeits-

4 Sitzungen mit Fugend-Wohlfahrt s.Deputatton

im Monat April

. . Mai

. . Juni

. . 2uli

, . August

. , September

, , Oktober

, . Rovember

, . Dezember

1274 Empfänger 1293

1353 1410

1415

1 29 1472

1'63

1492

von 80 Gramm. Außerdem erhalten noch Kinder in der Kleinkinderbcwahranstalt in Diezstraße eine Tasse Milch täglich.

Mietunterstühungen

WietanterstützungS- 2lu sschuß

18 Sitzungen mit Mietunterstühungs-AuSschuß

(Oddachlofert-Fürwrge)

1 Sitzung

Befchwerdc-Ausschuß

zusammen 12 634 Empfänger oder im Durchschnitt monatlich 1430 Empfänger.

Die Gesamtaufwendungen an Mietunter­stützung betragen für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. Dezember 1926 : 81 317,90 Mi. oder im Durchschnitt monatlich 9035,32 Mk. Don dem Gesamtbetrag entfallen auf dir staatliche Sonder-

4 Sitzungen Wohlfahrts-Ausschuß

6 Sitzungen Rentnerfürsorge- Ausschuß

17 Sitzungen Kriegerfürsorge-Ausfchuh

10 Sitzungen

12 Sitzungen mit Ausschuß für DorzvgSrenten

17 Sitzungen mit

infolge Erhebung der EondergebäuLesteuer.

Aach der Hessischen Verordnung vom 10. März 1926 wird Sondergebäudesteuer im alleemeinen seit 1. April 1923 nicht mehr erlassen. Mer nach Artikel 10 der genannten Verordnung Anspruch auf Mietunterstützung hat kann bei dem Bezirks- fürsorgcverband einen Antrag auf Mietun^er- stützung stellen. Anspruch haben nur hilfsbedürf­tige Personen, die dauernd oder vorübergehend eine Mieterhöhung, soweit sie durch die Sonder­gebäudesteuer b dingt ist. nicht tragen können und eine entsprechende Mohnungsänderung vorzuneh­men nicht in der Lage sind. Der Begriff Hilfs­bedürftigkeit richtet sich nach den für die Gewäh­rung öffentlicher Unterstützung maßgebenden Ge­sichtspunkten. Die Leistungen sind lediglich Unter st ühungSlei st ungen und haben mit einem steuerlichen Begriff nichts mehr zu tun. Bei dem Wohlfahf samt Gießen erhielten seit 1. April 1926 die Mietunterstühung:

Höhe kkizjraß abbzwäkrfr Jpb Gauber. billig

er

®a$ städtische Wohlfahrtsamt ist bekanntlich diejenige Dienststelle unlerer Stadtverwaltung, die den umfangreichsten Etat aufweist und auch den größten Zuschußbetrieb der Verwaltung dar­stellt. Weiter ist es das Amt. das wohl die stärkste Inanspruchnahme durch die Bevölterung zeigt und das eine Arbeit zu leisten hat, die unter den schweren Verhältnissen der RachkriegSzeil von außerordentlicher Bedeutung ist. 3m Hinblick daraus erscheint es angebracht, nach Ablauf des Jahres 1926 der Gießener Bürgerschaft einiges über die Haupt aroeitsgebiete des Städtischen Wohlfahrtsamtes au berichten, damit sie sehen kann, welches große Ausmaß von Arbeit von dieser Dienststelle geleistet wird und welche Der- wendung die zur Versagung gestellten Mittel finden. Auf Grund von Erkundigungen an zu­ständiger Stelle können wir folgendes mitteilen: Tätigkeit der Deputttionen und Ausschüsse im Bereiche des Wohlfahrtsamtes.

3m Kalenderjahr 1926 fanden folgende Sitzun­gen statt:

WohlfahrlS-Deputation

Die Lahnkanattfieruny.

WSR. Wiesbaden, 20. 3an. Der Lan­des auSfchuh des Regierungsbezirks Wiesbaden hat in seiner letzten Sitzung dem vorgelegten Entwurf eines Vertrages zwischen dem D e - zirksverband des Regierungsbezirks Wies­baden und den an der Lahnkanalisierung interessierten Kreisen und Städten zu­gestimmt. Die Finanzierung soll bekanntlich der­art durchaeführt werden, daß die beteiligten Kreise und Städte ein Drittel der noch auszu­bringenden Kosten übernehmen.

Der Beschwerde-Ausschuß hatte nach dieser Uebersichi in 12 Sitzungen über 202 Be­schwerden zu entscheiden. Don diesen entfielen auf das Kriegerfür ergeamt 13, Aentnerfürjorge- amt 39, Armenamt 2 und Angelegenheiten der Mietunterstützung 148. Von den Beschwerden wurden 94 abgelehnt. 3n 86 Fällen wurde der Beschwerde statlgegeben. Bei 19 Fällen wurde die Beschlußfassung zurückgestellt, und in drei Fällen wurde die Beschwerde durch den Be­schwerdeführer vor der Entscheidung zurück­gezogen.

Kinder-Erholungsfürsorge.

3m 3ahre 1926 wurden insgesamt 285 Kin­der zum Kuraufenthalt entsandt. Davon be­fanden sich 95 in Solbädern. (Dad-Rauheim. Bad Kreuznach, Bad Orb. ) 81 Kinder waren wieder in dem Kindererholungsheim auf dem Heuberg untergebracht. An der Ostsee (Arend­see) befanden sich 59 Kinder. Weitere 30 Kinder waren im Kinderheim DarSberg am Reckar und im Kinderheim Waldheim, Lindenfels, im Oden­wald. untergcbracht. Die Kurkosten betragen für das Wohlfahrtsamt ca. 23 000 Mk. Die Landes­versicherungsanstalt Hellen in Darmstadt leistete Zuschüsse für solche Kinder, von denen ein Eltern­teil der Derficherung angehört, die hessische Hauptfürsorgestelle in Darmstadt für Kinder von Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbllebenew Die Eltern selbst haben nach ihren Derhällnissen einen Beitrag zu den Kosten zu leisten.

Klnderspeisung.

Die Kinderspeisung konnte infolge des Um­baues der Goelheschule im 3ahre 1926 nicht voll durchgeführt werden. 3m Sommer wurden in der Pestalozzischule 258. in der Schillrrschule 211 Kinder gespeist. Seit Mitte Dezember hat die Speisung im vollen Umfange eingesetzt. 3n den Drei Schulen werden jetzt insgesamt 890 Kinder gespeist. (Schillerschule 335. Pestalozzischule 324. Goelheschule 231.) Sie erhalten, wie im 3 ab re 1925. ca. ein Drittel Liter Milch und ein Brötchen

Hessen -Nassauischer Provinzial- Landtaq.

WSR. W i ^s b a b e n. 21. 3art Der Pro­vinziallandtag der Provinz Hessen- Aas s a u wurde heute nachmittag durch den Oberpräsidenien Dr. Schwander eröffnet. 3n seiner Eröffnungsrede gedachte der Oberpräfi- dent des rerfiDtbenen Landeshauptmanns W o e II und gab dem neuen Landeshauptmann, Stadtrat Lutsch, ein hetzkicheS .Glückauf" aus den Weg. AIS wichtigsten Punkt für die Tagung des Pro- vinziallandtagS erwähnte Der Oberpräsident die Stellungnahme zu der von Der Stadt Mar­burg erstrebten Loslösung vom Land­kreis Marburg. Aufgabe des Provinzial- landtageS sei es. sachlich zu prüfen, ob der Wunsch der Stadt Marburg mit Den 3ntereffen von Hessen»Ras|au vereinbar ist.

Zum BorsitzenDen wurde Durch Zuruf Hopf- Franksurt a. M. (S.) wiederaewählt. Zum zweiten Vorsitzenden wird Dr. Becker-Kassel bc- ftimmt

Der Antrag der Stadt Marburg, aus dem Landkreis Marburg auSzuscheiden. wurde einem besonderen Ausschuß von 13 Mitgliedern überwiesen. Weiter wurden die Anträge betr. die Genehmigung der vom Provinzialausschuß tiufgeftel.tcn Besoldungsordnung für Die Beamten Der Provinzialverwallung nnD bett Aenderung Det Bestimmungen über die Heranbildung des Beamtenpersonals der Pro- »inztaloerwaltung, sowie Die Prüfung der Rech­nung über die Einnahmen und Ausgaben der Provinzialverwaltung Dem Beamten- und Aus­gabe-Ausschuß überwiesen.

Ein kommunistischer Antrag auf Einsetzung einer sozialpolitischen P rovinzial- to m m i H l o n wurde Dem Aellestenausschuß überwiesen Ein weiterer koimnunistischer Antrag, der gegen das Singreisen deS Reichspräsi­denten in Die Regierungskrise p ro - testiert, wurde, nachdem das Haus die Dringlich­keit verneint hatte, auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung gefetzt, desgleichen kommünisti- »He Anträge, die eine Amnestie für stimtlichr tolitischcGe sangen e, besonders für H ö l z. foröern und gegen Die beabsichtigte Mietpreis- «rhöhung Einspruch erheben.

DaS Haus vertagte sich Dann aus SamStag- nachmtttag.

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 21. 3an. Wegen s chwer er Kuppelei zu zwei Monaten Gefäng­nis verurteilt wurde ein Ehepaar aus Fried- 6erg. Die Verhandlung sand hinter verschlossenen Türen statt.

Eine Frau auS Homberg a. d.O. hatte in einer Apothekerrechnung, für die sie anderweit Ersatz verlangen konnte, die Zahl 4,63 Mk. in 14.63 Mk. abgeändert. Ehe ein Schaden entstanden war, wurde der Schwindel cnt'cli. Die Strafe Lautete wegen Urkundenfälschung und Betrugsversuchs aus eine Woche Ge­fängnis.

Gleichfalls eine Woche Gefängnis wegen Urkundenfälschung und Be­trugs Versuchs erhielt ein junger Schreiner ous Saasen, der eine Bescheinigung seines Ar­beitgebers über Die Dauer feiner D.'schäftigung bei ihm verfälscht hatte, in Dem Glauben, daß ichrn oieS zur, Erlangung Der Arbettslosenunter- ßiüHung die er auch ohneDieS erhalten hätte förderlich sei.

Schöffengericht Wetzlar.

2 W e tz 1 a r. 21. 3an. Ein in Untersuchungs­haft befindlicher Arbeiter aus Wetzlar stand wegen Blutschande, begangen an seinen beiden Töchtern von 17 bzw. 13 3ähren in fort­gesetzter Handlung, unter Anklage. Die Der- tanblung. Die unter Ausschluß der Ocfsentlich- Eeit ftallfanD, endete mit Der Verurteilung des Angeklagten zu vier 3ahren Zuchthaus.

Lpielplan der frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag. 23. 3anuar, von 8 biS gegen 10*, Uhr:5>er Ring des Ribelun- ?en. erster Tag: Die Walküre. Montag. 24.. von i/, bis nach 10 Ubr: Der Waffenschmied. Diens­tag. 25.. von 7 biS nach 10 Uhr: Margarethe. Mittwoch. 26.. von IV, bis nach 10 Uhr: Madame Butterfly. Donnerstag. 27., von iv2 bis nach 10 Uhr Der Eoangelimann. Freitag. 23., von 6v« biS 10 Uhr: Carmen. Sarnstag. 29.. von 3 bis 51/; Uhr: Peterchens Mondfahrt: von 7 bis 9 Uhr Hänsel und Gretel. Sonntag. 33.. von 5Vt LIS gegen 10>., Uhr: Der Ring des Ribelungen. -Wetter Tag: Siegfried. Schauspielhaus. Sonntag. 23. 3anuar. von 3 ois 6 Uhr: Minna ton Barnhelm: von 8 bis 10'2 Uhr: Hamlet in Krähwinkel. Montag, 24., von 8 bis 10 Uhr: Die zwei Abenteurer. Dienstag, 25., von 8 biS 10 Uhr: Der Sturm. Mittwoch, 26., von 8 bis 10i/2 Uhr. George-Gastspiel: Der Kammersänger, hieraus: Fräulein 3ulie. Donnerstag. 27.. von 8 bis 10 Uhr. Sin besserer Herr. Freitag. 28.. von 8 bis 10 Uhr: Der Sturm. Samstag. 29.. von 8 biS 10J 2 Uhr: George-Gastspiel: Der Kammer­sänger: hierauf: Fräulein 3ulie. Sonntag. 30.. von 3i', bis 6 Uhr: Alt-Frankfurt: von 8 biS 10 Uhr: Ein besserer Herr. ________

Buntes Allerlei.

Kostbare Bäum«.

Wenn man an einem schönen Rachmittage einen Spaziergang am Flusse unternimmt, wird jeder wohl achtlos an Den unscheinbaren Weidan vorbeigehen und sich höchstens sagen, daß sie nicht viel wert seien. Allerdings nimmt man Die langen biegsamen Zweige Der Bruchweide zu mancherlei Flechtwerk, Die Kohle der Sal­weide gibt Die wertvolle Zeichenkohle und wird auch zur Bereitung von Schießpulver verwendet. Die Rinde dieser und der weißen Weide dient zum Gerben des dänischen Handschuhle^erS. sowie zum Färben. Aber außer zu Schnittholz für kleineres Küchengerät findet Die Weide bei unS sehr wenig Verwendung. Welchen Rutzen man aber aus einem Weidenstamme ziehen kann, zciyt folgende Tatsache: 3n der Grafschaft Essex in England wurde kürzlich eine Weide gefällt Die. einen Fuß über dem Erdboden gemessen, einen Umfang von 5,6 Meter hatte. Diese Weide schätzte man auf etwa 55 Fahre. Der Käufer des Stammes, ein Fabrikant von Cricket-Schlag- hölzern, verfertigte nicht weniger als 1153 dieser Hölzer aus einem Stamme. Setzt man Den Preis dieser Schlaghölzer nur mit 2 Mk. daS Stück an. so ergibt sich ein Rutzen von 2300 Mk. allein für die Schlaghölzer. Die Kosten für Deren An­fertigung konnten auS Dem Erlös für Rinde, des übrigen AftholzeS und ReifigS bestritten werden. Was daS Eichenholz betrifft, so steht es jetzt lange nicht mehr so hoch im Preise wie früher, wo eS noch ausschließlich zum Baue von Schiffen Verwendung sand. Doch bringt ein ge­sunder autgewachsener Stamm immer noch ganz annehmbare Summen ein. * So wurde z. B. eine Eiche, Die einen DurchschnittSumsang von 7 Meter und ein Gewicht von 400 Zentner hatte, von einer Möbelfabrik mit 3303 Mk. bezahlt. Be­deutend wertvoller alS diese Rieseneiche war ein Rotholzbaum. der kürzlich in Kalifornien gefällt wurde. Sielet Riesenbaum maß 9 Meter im Durchmesser und konnte nur durch Anbohren mit riesigen Stahlbohrcrn zum Fallen gebracht wer­den. Diese Arbeit wurde von fünf Männern innerhalb 24 Tagen zu Ende geführt.- Der Stamm gab zerschnitten 520 003 Fuß einzölliges Holz und brachte ohne Reisig und Rinde 53 030 Mark ein. DicS ist vielleicht die größte Summe, die jemals für einen Ruhholzstamm gezahlt wurde. Unvergleichlich höher aber find die Summen, Die für Bäume gezahlt werden. Deren Holz ausschließlich zu Schmuckzwecken DertoenDei wird. ES find dies hauptsächlich. Zirbelkiefer. Walnuß, Mahagoni und die Obsthölzer. Das beste Ruß­baumholz ist das deS schwarzen WalnußbaumeS, Der in Amerika vorkommt. Welch fabelhafter Wert oft in einem solchen Baume steckt, beweist folgender Fall: Ein Landwirt in Tennessee ver­kaufte an einen Händler eine Anzahl Walnuß­bäume. Für einen besonders knorrigen alten Stamm, Den der Landwirt zuerst gar nicht mit angeboten hatte, weil er ihm zu verwachsen und unansehnlich schien, bot Der Händler 703 Mark. Ein solches Gebot für einen Stamm, Der nicht einmal besonders gerade und außerordentlich ast­reich war, machte Den Farmer stutzig. AIS der Holzhändler im weiteren Verlause sogar das Doppelte bot, weigerte er sich, Den Baum über­haupt zu verlaufen, ehe er einen Sachverständi- gen um Rat gefragt habe. Dieser schätzte Den Stamm auf 4000 Mark. Für Diese Summe gab Der Farmer schließlich Den Baum auch ab. Dieser wurde nun gefällt, nach Reuyork gebracht unb hier von einem Foumierhersteller für Die an­nehmbare Summe von 60 030 Mark erstanden. Dabei machte dieser aber noch ein glänzendes Geschäft. Denn das Holz dieses alten knorrigen Stammes erwies sich als wundervoll gemasert, wie man es nur höchst selten antrifft, und Die Fournierplalten, Die aus Dem Stamme geschnitten tourDen, erzielten einen sehr hohen Preis. 3m

Jugendamt.

Die Gesamtzahl Der biS jetzt geführten Dor» luundschaftcn (ein'chl. Pflegschaften) vom 3ahre 1912 ab beziffert sich auf 2021. Beendet oder ab­gegeben wurden in der Zwischenzeit 1220 Sachen, mithin umfaßt Der heutige Stand 801 Fälle.

Die Zahl Der in Gießen geborenen unehe­lichen Kinder betrug im Rechnungsjahr 1924: 237, 1925: 270. 1926: 193 (b-S heute).

An Zahlungen für die Mindcl gehen monat­lich 67000 Mk. ein. Bei Der hiesigen Bezirks­sparkasse sind für Die Mündel seit Befestigung Der Währung insgesamt rd. 40 030 Mk. angelegt.

Unter Fürsorgeerziehung stehen heule 133 3ungcn und 96 Mädchen, insgesamt also 226 Zögllngc (1913 62 Kinder).

Die Unterbringung D r F irsorgezcglinge ver­ursachte im Rj. 1925 39 014.73 Mk. Kosten. 3n früheren 3ahren wurden diese Kosten zur Hälfte von dem Minister des 3nnem ersetzt. Rach einer neuerlichen Verfügung ist für das Rj. 1926 mit einen: Staatszuschub in Höhe von 33* 3 Proz. der Gesamtaufwendungen zu rechnen, vorausge'etzt. daß Die Kosten des Rj. 1923 nicht höher sind als Die DeS Rj. 1925. Wenn man berücksichtigt, daß durch Die bekannten wirtschaftlichen Verhältnisse der Ersah seitens Der Unterhaltungsverpflich­teten nur noch gering ist. so macht sich diese Ein­schränkung DeS Staatszuschusses für Die Stadt in doppelt fühlbarer Weise unang:nehm bemerkbar.

Von Den Zöglingen und Mündeln sind untergebracht auf dem Lande in Oberhesscn (ausschl. Gießen): Kreis Alsfeld 21, Büdingen 3. Friedberg 4. Gießen 43, Lauterbach 41. Schot­ten 23, insgesamt also 135.

Die Verteilung auf die kirchlichen De­kanate ist folge.ide: Dekanat AkSfcld 3. Bü­dingen 3, Gießen 4, Grünberg 59, Lauterbach 43, Schotten 23, insgesamt 135.

Don den Zöglingen und Mündeln sind in Anstalten und Heimen insgesamt 102 unteraebracht.

3m Rj. 1926 wurden bis jetzt 53 Unter- haltsklagen gegen DieBätet von unehelichen Kindern angestrengt. Hiervon konnten bis jetzt 37 mit Erfolg Durchgeführt werden. 3n zwei Fällen erging Klageabweisung. Der Rest der Klagen schwebt noch.

An Forderungspfändungen wur­den im gleichen Zeitraum 34 auf Veranlassung des Jugendamtes Dorgenommen.

Unterstützungen fürta* lärme.

Die Tätigkeit auf diesem Gebiete Der Wohl­fahrtspflege hat im Laufe deS Kalenderjahres 1926 erheoliche Mehrarbeit gebracht. Waren im Kalenderjahre 1925 insgesamt 2766 lausende und 2149 einmalige Unterstühungsfälle zu bearbeiten, so stieg Die Zahl im Kalenderjahre 1926 aus 2917 lausende und 2947 einmalige Unterstützungs­fälle. Der Monatsdurchschnitt erhöhte sich von 230 lausende und 179 einmalige Fälle im 3ahre 1925 auf 243 bzw. 245 im Fahre 1926.

Die finanzielle Gesamtauswendung für diese Unterstützungen bezifferte sch im 3ahre 1925 auf 100 382,50 Mk., im Kalenderjahre 1926 stieg sie auf 125 218,80 Mk.. der Monatsdurchschnitt er­höhte sich von 8 365,20 Mk. auf 10 434,90 Mk. Von 3ntercffe ist eS, einen Blick auf Die Ent­wicklung Der Ausgaben in Den einzelnen Monaten zu werfen Es waren erforderlich (an erster Stelle steht Die Ziffer von 1926, in Klammer bei­gefügt ist die entsprechende Monatsziffer von 1925): 3anuar 10 280,95 (10 698,71) Mark, Fe- bruar 10 122,30 (10 444,44) Mk.. März 13 516,18 (10 255.28) Mk.. April 9 684.35 (9 788,64) Mk. Mai 9451 (7 827,27) Mk., 3uni 9 257,64 (7 350,85) Mark. 3uli 12 425,14 (6 872.47) Mk., August 8 484.83 (5 809.60) Mk.. September 8 823,20 (8 949.85) Mk.. Oktober 8 819,39 (6 021.96) Mk., Rovember 9 874.95 (6 758,02) Mk., Dezember 14 478,86 (9 605,40) Mk. Auffällig ist in dieser Zusammenstellung daS starke Emporfchnellen Der 3utiau6gabe von 1925 gegen 1926. Diese Tat­sache finDet ihre Erklärung Darin, Daß diesen Monat ein sog. Verrechnungsmonat ist und außerdem DaS Wohlfahrtsamt eine ganze An­zahl Mietrückstände. Die von Den Empfangs­berechtigten monatelang anhängig gelassen tour­Den, in Diesem Monat begleichen mußte.

Klinikpflege toar vom 1.3anuar biS 31. Oktober 1926 für Erwachsene un/ Kinder er­forderlich: StaDlarme 728 Fälle mit 14 561 Tagen bei 46 326 Mk. Klinikskosten und 9 538,54 Mark für Verbands- und Derbrauchsmaterial. Ortsfremde: 708 Fälle mit 17 803 Tagen bei 57 568,15 Mk. Klinikskosten und 14120,45 Mark für Derbands- und DerbrauchSmaterial.

Fn dcrP r 0 v i n z i a l p s l e g e anstal t waren vorn 1. Januar bis 31. Dezember 1926 insgesamt 23 Pfleglinge untergebracht, für Die 12 232,40 Mk. Pflegekosten zu bezahlen waren 3n Den Heil- unD Pflegeanstalten befanden sich in Der gleichen Zeit 81 Pfleglinge, für Die 95 139,65 Mk. Pflegekosten aufgebracht wurden

Mandtrarmcn'ürsorge.

3m Fahre 1926 wurden inSgcfamt 7566 (1925 6691) Wander arme vorn Wohlfahrtsamt unterstützt. Davon waren 1341 (1925 1232) Fugendliche und 6225 (1925 = 5459) Erwachsene. Der Monatsdurchschnitt Der Unterstützungsfälle stieg in 1926 auf 112 (103) Jugendliche und 519 (455) Erwachsene, insgesamt also aus 630 (558).

An Mahlzeiten wurden verabreicht: Mittag­essen 1926 = 2060 (1925 = 3041), Abendessen 7350 (6672), Frühstück 7394 (7135). Rachtlager wurden gewährt 6593 (6450).

Die finanzielle Gesamtleistung für diesen Zweck bezifferte sich im Fahre 1926 auf 7058.20 Mark gegen 5563.14 Mark im Fahre 1925; der Monatsdurchschnitt stieg 1926 auf 588.19 Mark gegen 464.01 Mark im Fahre 1925.

HesstscherDerkehrsverband.

WSR. Mainz. 21. Fan. 3n Gegenwart von Vertretern dcr staatlichen und städt.schen Behörden fand hier gestern die Dritte Tagung des Hessischen DerkehrsverbandcS Natt. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen daß dem Verbände fast sämtliche Spivcnbchörden, sieben Handelskammern, jablrvtOK Bürgermeiste­reien und verschobene Berus-Vertretungen an­geboren. Für Die Vermehrung und Verbesserung der K ra f t p 0 st l i n i e n werde Der Verband nach wie vor energisch tätig sein Verschiedene Verkehrsschristen feen in Bearbeitung bzw. be­reits herauSgegeben Auf Antrag des Ober­bürgermeisters Dr. Külb-Ma.nz wurde ein­stimmig eine Entfchließung auf Errichtung Dc8 Reichsehrenmals am Rhein angenom­men. Regierungsral Dr. KrebS. vorn hessi­schen Innenministerium sprach über .Wege künftiger VerkehrSenttoicklung". wo­bei er betonte, daß die Reichsbahn Den Ausbau Der Kraf wcgcnlinien nicht als Konkurrenz emp- iinben Dür(c. E.ne Angleichung beider Inter­essensphären liege im Fnteresse deS Volkes. Reichsbahnoberrat Schmidt sprach über die .wirtschaftliche Bedeutung des PersonenverlehrS im Re chsbahndircktionSbezirk Mainz". ES wur­den s6)liehllch einstimmig Dr:i Entschließungen auf Förderung und Finanzierung der Kraftpostlinien angen mmen. Die nächst­jährige TaguTig deS VerkehrSverbandeS findet in Gießen statt.