MErfolgundLebe.
Roman von Roben Milch
Copyright by Carl Dunker Berlrn S\X 62.
Sie ging in den Karten hinunter, um mit Anita }u schwatzen Die erzählte ihr m einem Gemi|ch von Italienisch und Franzos'lch. um sich besser zu verflamuigen, irgendeinen Dorstlotjch von da unten — oon einem eiserjuchtigen 3<,d)er ... Lenz war nicht eisersüchtig.
Plohltch brach Anita ab und blickte |ie mit leidig an
Die Signora muh nicht traurig sein. Bald ist Der Herr wieder ba /
Sie zwang sich zu einem Lächeln
„Ich bin nicht traurig, Anita."
11 nb sie dachte. Frauen sehen einander doch alles an'
Al» Giovanni fpater mit einem Gericht ,riichl heinitam, erzählte ihm Anita von der Signora. Sie fdjmicgtc sich fest an die offene braune Brust dev K.liebten. _
„Wurdest b u mich verlassen, um eine Schau spielerin zu sehen?"
Der lachte' „No, no ... mä — 6 un ’artista. 2)0*5 »erstehen wir nicht."
Rach oem Pranzo zog es Isa mit magischer Wemalt hinauf in Josefs „otubio"
RUes stand und lag noch da, wie er es gestern plötzlich verlassen Sogar einige Schubladen seines Schreibtisches, die er sonst sorgfältig versperrte. Sic tramtc gedankenlos in den Papieren und Brie fen, die unordentlich zwischen IiHarettenschachteln, Zigarrenkisten und allerlei Okqcnflrinben seines tag lichen Gebrauches lagen Sie schlug Rollenhefte und Theaterstücke auf, zwischen die mit seiner feinen, kleinen Handschrift allerlei Bemerkungen und nur ihm verständliche Betonungszeichen geschrieben mären. In dem Entwurf einer Ueberseszung und Bearbeitung eines Stuckes, von der er ihr erzählt halte, blätterte Re Daneben und dazwischen, un urbentiW) verstreut in der Schublade, Briefe Sie zögerte einen Augenblick, bann öffnete sie einige.
zwei Freunde fragen, wo er denn seht stecke Briefe vom Agenten mit Anträgen, das große Schreiben des Impresarios über das Amerikagast.
spiel, mit einer Aufstellung der betretenden Stäbte, Theater, Cinnahmemuglichkeiten usw
Eine An Tagebuchlein, mit allerlei Auf^eich nungen und Beobachtungen, fefielte sie bann 21 udj h er hatte er es iortg-.fuhrt, dazu das Haus und den Karten skizziert — einiges über das Dorf, die Landichast, die Mensch, n hinzugeschrieben. Giovanni und Anita waren etwa» foriturt. in inniger Ilm- । nrmung, im Karten aezeichn t, m l einigen witzigen Bemerkungen dazu Uno bann las sie *
„Sie ist wundervoll — einzig Ihre Liebe ist keulch. ihr huft zart roie ein Hauch — Ich habe si. zur Flamm, entfacht - ich habe diesem schönen, kühlen Bild' Leben ring.fl ßl und m ch dabei se'bsi versengt. Ich liebe sie - ich hebe sie, dies Tier st.rwerk der Jlatur und hatte mir doch zugeichwo ren, nie mehr Io zu lieben Man verliert nur sich und seine -lunfi, die doch das Beste ist. Wie sag! Carlos im Claoigo von den Weibern?"-----
Und bann wieder: ,Zch sehe es mit stets er ncuirm Cut zücken, wie sie, die Spröde bei meinen Werten langsam zu glühen beginnt, wie diese zarte, weiße Öaui in einer sausten Lohe langsam aus flamm! Gestern — welch eine Rocht. Schöner ist Julia Romeo nie erschienen! Oh — Madonna mia!"
Eine Flamme schlug in ihr auf und machte fle wirbeln vor Freude. Sie lachte leise vor sich hin Er liebte sie, wenn er sich auch dagegen wehrte, Sie war ihm nicht bloß em Spielzeug, das er eines Tages wieder forhnerfen würde, wie wohl 'chon manche vor ihr. Und Zukunftshoffnungen hüllten sic in eine rosenrote Wolke
Achtlos blätterte sie weiter. Da fiel ihr ein Briefchen mit einer weiblichen Handschrift in die Hande — ein blaßblauer Bogen mit bunten, fit schigen Täubchen und Roschen. Wohl von einer Berehrerin — und sie wollte ihn achllos beifeite legen Aber die Ueberschrist lautete: .Herzlichster Joseph!" und das Datum war erst drei Wochen alt und aus Wien. In etwas mangelhafter Ortho graphie beklagte sich die Schreiberin zunächst über sein langes Stillschweigen — dann Liebesbeteue rangen — Sehnsucht — Fragen, wo er jetzt stecke, und ob er ihr auch treu sei
Offenbar irgendein kleines „süßes Mädel" aus Wien, mit dem er einmal angebanbelt und dos sich jetzt wieder an den Hals warf. Armes Ding, dos er längst vergessen hatte! Aber dann, als sie weiter los, erstarrte ihr Blut. „Der kleine Joseph gediehe
— er plappere Npc- ganz munier, liefe tajon un.- | her und ließe seinen Herrn Dater grüßen. Er freute sich auf das Wiedersehen wie sie selbst .
Er hatte ein « nö-einen Rnaben! Ihr Herz zog sich in fchmcrzlicher Eifersucht zulammen. — Bah — war sie richt seiner Treue sicher? Wie oft hatte er ihr in heißen Nachten zugeslüstert, daß er erst jetzt wisse, was L ebe sei Aber das Gefühl des Und.Hagens verließ sie den ganun Tag nicht mehr
Am Abend ließ sie sich von Giooann> und^Antla in die Bucht hinausrudern und heimliche Fischer Inder norfingm, wozu der jung. Fischer mit der Mandoline klimperte Das zerstreute und beruhigte sie twa.- und langsam kam cs wie eine freubige Gewißheit über sie, daß sie unlösbar mit ihm ver imnöen fei Len; war nicht der Mann, sich durch cm Keines Wiener Mädel und ein Lind fesseln Zu lassen
Am dritten Tage kam dann em ausführlicher Bries Juerft Liebesschwüre — wie er sich nach ihr febne Ihr Herz pochte und hüpfte. Dann schil berte er die Düse und die beiden Rollen, die er von ihr gesehen
„Ich habe biete wundervolle Frau nun auch per sonlich kennengelernt — eine große, vornehme Dam., eine geniale und leidende Frau! Sehnsucht und Schmerz klangen auch im Leben aus biefer wunbersiißen Stimme
So ging es zwei Seiten lang; und zuletzt — eine Eisfaust preßte ihr plötzlich das Herz zu sammen — schrieb er:
„Ich bjn wie aufgewühlt. Anck* io sono pittorc Man verachtet dos Theater, das Pu blikum — aber unsereiner kann ohne bas nicht auf die Dauer leben .."
Sein Wiener Impresario sei nach Genua gefom men, um ernsthaft wegen der Böhmischen Bäder gaftfpiele und der Holland Tournee mit ihm zu verhandeln — „Schließlich muß ja dies Faulenzer- leben einmal wieder aufhören, und Geld muß ich ja auch wieder verdienen, was du begreifen mußt." Und bann nochmals eine Liebesbeteuerang, und wie schön diese unvergeßlichen Tage gewesen feien.--
Schweigend starrte sie vor sich hin. Sie merkte kaum, daß sie weinte - stumm und lautlos. Es mar aus - aus der sch ne Traum von Glück und Liebe' !Sie wußte jetzt, daß er jeder Auseinander, setzung aus dem Wege gehen, nicht einmal mehr hierher zurückkehren würde. Er haßte Szenen und
Irenen — fte kannte ihn fetzt genau Die in setze Seelenfalte
Aber dann schalt sie sich eine Tärrin Das hatte Jie denn erwartet' Dies Idnll mußte ia einmal ein Ende haben. Mußte dies auch das Ende ihrer Liebe lein? Würde ir meßt immer zu ihr zurückkehren? Waren sie nicht beide Künstler, freie Menschen, erhaben über die kleinen Borurteile der Welt' Hatte sie geglaubt, daß er mit ihr auf» Standesamt eilen würde, um sich fürs Leben zu binden" Vielleicht, daß eines Tag.s ^os Leben sie doch noch so fest aneinander schmiedete, daß sie nicht mehr voneinander loskommen konnten! Aber (S war doch nur ein blasser Trost, um den Abarand zu überdecken, der sich plötzlich ausgetan. Und da» lachende Land ringsumher erschien ihr wie von einer schwarzen Wolke bedeckt.
3n>ci Tage |pater kam wieder ein Brief, in einer eiligen nervten Schrift
„Madonna mia!
Ich liebe Dich — Du haft mir Monate de» reinsten Glückes geschenkt — ober ich kann dies müßige Leden nicht langer ertragen. Ich habe mit L einen Vertrag über die Padertoumec und daran anschließend nach Holland unterschrieben, zu welch letzterem ich freilich erst eines längeren Urlaubs au» Wien bebau' Schon in vier Tagen sollen in ftarl». bad die Proben beginnen — Depesche*, sind hin- und hergcflogen — ich reife morgen über Mailand ab Schicke umgehend meine fahrende Habe in den zwei großen Koffern per Expreß nach Karlsbad, wo ich bann den .soll erledigen kann'
Die Billa kannst Du solange behalten, wie Du willst Ich werde das mit dem Vermittler ob- machen Vorläufig ist sie dis zum ersten Ottober gemietet Ich sende Dir vorläufig zweitausend Lire für die nächsten Monate komm doch nach Karl», bad. Liebste' Ich werde e» so einrichten, daß nie- manb in diesem Weltbad etwa» merken soll. — Willst Du aber bleiben und dieses Dolce far Diente weiter auskoften und Deine Stimme in dieser gott lichen Luft gänzlich ausheilen, so würde ich e» Dir burchau. "icht ubelnchmcn Biel Zeit würde mir ja für Dich in K. fo nicht bleiben — und nach drei Wochen geht es bann nach Marienbad mit einem Abstecher nach Franzensbad Je nach den (Annahmen verlängern wir das Gastspiel — und dann auf nach Holland'
(Fortsetzung folgt.)
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