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Das Braunkoylenfchwelkraftwerk bei Wölfersheim.

Bo* Büraerme-tei Tt Tiepolb Schl», TL » . 8

«Bit durch Me Landtogsbericht« wohl all- grmrir brfaiutl geworben ist ha« bie fy*l *d>* 5ött,MTtr#tunfl vor kurzen -rit großer Vtehrhri: einer Brflterunflioorfaflr DI* 3rri<6 t ung eine, Braunkohl*nfchw*lkraftw«rks bei Wölfersheim ihr* ^uftt-nuin; gegeben und den SxxcrtiniintHre rrmaAngi Mt notwen- bigm Berräge mit der Stab: Sranflurt, ber Äranflurttr Gasatfell schall und der Gtwerllcha't Friedrich ubzuschlitften tH« Tedcutung MHtr Bert rüge Mit ganz Adtn bad n'ch« unter- f*änt »verben für die Provinz Oberfrrilm. deren Heberlanbtixrf zu den Hauptabnehmern de, neu au errichtenden Kraftwert« zahlen wird ift bi* Aeuregriung von befonderrr Micht'gleit 3« '» deshalb wohl von allgemeinem Onltrrtk wenn ich auf bi* artamte Entwicklung, bi* zu den erwähnten Abkommen führt*, foeir auf den 3n- halt der Tterttdge felbft näher eingehe

Di* Brnunfoblrnfelber in der Umgebung von Wöllershrim Q.f)nr-n «eit langem dem hrififchen Staat, ohne hab fr der inTkt » rrganflrnSit eine ungetrübt' Freud* an dem Teil, gehabt hüll* Der Grubenbetrieb bildet* Dtelnebr immer ein Schmerzenskindur bi* irtreJtg; Begirrunfl bti die BbHerlbeimer Kodle ihre« hohen ^a^rt gebäht halber Im Wettbewerb mit hochwertigeren Traunfnblen nicht aufkommen konnte Der Abbau war nicht rentabel zu gehalten, so bah man Onbe bei vorigen Jahrhunderts den Plan erwog, die Gruben 01 arbeit, abzuftohen, und zu

vertaufen. Diesen Gedanken gab man zwar später Wieder auf reichtet* vielmehr zur belferen T?r- Wertung her -lohten ein* Preftstrinfabrik. bi* aber auch nicht die Erwartungen erfüllte. bie man an ihr* Inbetriebnahme gtknü p t hart.' Lc> war eS denn kein Bunber bafi man im Landtag auf atmete, al« *tn Projekt auftauchte, da« etne nuhbringende Verwendung der Traunlohlen zu gewährleisten schien. <3« handelte fich um den Tau eine- KraiwerkeS zur 3r*eug mg von rief- trtfcher Energie für di* Tertorgung einzelner vberheffischer Kreise 0« würde zu »seit fuhren die Umwicklung de« Kraftwert« und der Ueoer- fanbanlagr, später Heber landwert Oberwellen, auch nur zu skizzieren ich verweil* vielmehr auf bte interessanten Au««uhrungen de« ^erm Pro- vinziolratS Bolf in bet3ubliäam«nummer bei .Giehener Anzeiger«'. eine« aber muh frtl- gefteht werden Ohne die Stromabnahme der Provinz Oberhessen hätte man den Grubenbetri b in Wölfershtim schon längst rinstellen müssen. Ali nach der Stabilisierung und bet Liquidie­rung de« Ruhrkrieg« i'n afigeireinc Kohlen- hunger aushört*. versucht* Di* Regierung durch inphenuhcrung der Kohlengewinnungsanlage und de« «taüiDtrr« bl* Wctibewerb^fähiqleit de«

Hnternehmens zu erhalten, und der Landtag stimmt* allen dahinzlelenden Vorschlägen der Tegierung bereitwilligst zu. Ich äusterte aber schon vor zwei Jahren Bedenken, ob mit den in Aussicht genommenen Mitteln bi* Wettbewerbs­fähigkeit und damit di* Lebensfähigkeit Wölfers- pelm« auf di * Dauer gesichert fei Heute kann man r ückschauend wohl sagen, bah di* Ent­wicklung die früher geäuberlen Befürchtungen bestätigt hat Rirrnand kann leugnen, bah bi* Provinz Oberhessen bisher lehr zum Schaden ihrer Konkurrenisähigkeil einen allzu hohen Strompreis an bas staatlich* Kraftwerk be­zahlen muht*. Tis zum Jahre 1932 befindet sich Der Staat In der formell günstigen Lage bah die Prroinz Oberhessen zur Stromabnahme au« dem Äruittoert Wblfershelm verpflichtet Ist. und zwar au Preisen, die die Rentabilität de« staatlichen Werte« sicherhellen Rach dieser «Iril jeboa) steht c« ihr frei. Dai Strom auch anderswo zu be­ziehen. Äin solcher Schritt wär* den verantwort­lichen Männern der Provinz sicher nicht leicht geworden. hätte sich aber im Interesse der ober- hessischen Wirtschaft nicht umgehen lassen, wenn der Staat hl« dahin nicht imstande war. bl* elektrische Arbeit zu denselben Preisen abzu- gtbc.i, wie andere Grvstkraftwerte

In richtiger Erkenntnis bleiet Sachlage hat die Regierung beshalb schon vor zwei Jahren zusammen mit der Ztanllurier i?a«aeleilschal' eine Studiengefeillchaft gegründet dl* ben Zweck haben sollte, die beste Berwertungsmöglt^kell für bl» Traunkohle durch theoretische und prak­tische Versuche zu finden Da« Ergebnis dieser

Bertuch* war lehr erfreulich und ergab «©eitel«- frei, bah der Wert der oberhrtfischen Braunkohl* nicht «o lehr in ihrem Hripoert als In ihrem Teer geholt liegt

D e Regierungsvorlage , d)t die Folgerungen au« dem Resultat der Tertvche Di* Verwertung der Kohle feil in der Haupt «ach* zur Geww- mmfl des leer« durch trtxferw Dest^'m -m m fe- genannten Schwel dien rrtolgen. Der Rückstand der Grudekol« ist ein hochwertigeres Brennmaterial als die Rohbraunkohl*, und je besser feine Verwertung ^Möglichkeit um so beHnr feine F .nrr ur.g«möghd>fr t. um Io rentabler wird kl* Gi'amtanlag* lein. Das will hrihen bet Grudekoks und bi* mit feiner Hilte erzeugt* drt« trtfche Gncrgi* find lozulagen Abfallprsbufte ge» worden, beten Absa, man sicherst eilen must, um bi* T * * r geminmmg in rentablen Hmfar.g durch- rübten zu können

Rach den im Anan^ruslchuh gegebenen Auf­klärungen muhte aus Gründen 6er Wirtschaft­lichkeit bi* Teergewinnungsantage - da» Schall- wert zur Verarbeitung von arbeitstäglich 1000 Tonnen Roybraunkvhl* eingerichtet werden. Der dadurch bedingte Anfall an Grudekoks ist <lber nach t-en Auslagen der Sachverständigen alsdann Io grob, bah er unter Zugrundelegung der sedigen Ctromabgabe im Kraftwerk unmög­lich gebraucht lorrben kann 94 galt allo, einen neuen Stromabnehmer zu tuchen^ der nach der Re­gierungsvorlage in der Stadt Frankfurt. die einen jährlich* i Bezug von 24 000 000 Kilowattstunden getpäbrlfiftct. gefunden wurde Da« dufammen- qehen mit flranfhirt bildet allo die Grundlage der vorgelegten Vertragsentwürfe. Sydfen bleibt S.ge.rürner Der Braunloblenfelbcr gründet aber Zusammen mit der Stadt Frankfurt ein* A^-G. di* .befrag", mit *inem Kapital von 3TlifL TZL. von dem ,*der der Beteiligten 1.5 Mill. Rm. übernimmt Di* Hdrag errichtet ein Schwel­werk zur Gewinnung des "Braunfohlente-cr« und ein Krattwett zur Orieugung von elehrifdy?n Strom mittel« de« durch den Schwelpmzeh an­fallenden Grukekvkse«. Eine G . in. b . H .« di* .Hef- rtg". an der die Hefrag mit */ und die der Stadt Frankfurt gehörend* Grube flriebrid) mit /, beteiligt lind, wird den Teer und die sonstigen Rebenprodukt* tDet.erfcerarbeiten und vertreiben.

Gegen das Zusammengehen mit Frankfurt sind grundsätzlich* Bedenken erhoben wor­den. Man weist auf di* hohen Gcwiunmöglich- feiten für Frankfurt bin und fordert, der hessische Staat solle lieber auf die Verwertung tx8 ge­samten Anfall« von Grudekoks zur Srze-.igu.ig elektrischer Arbeit verzichten, al« eine Beteili­gung der Stadt Frankfurt zuzugestehen. Ich halte dielen .Reid standpunkt für falsch. Die Frage m 11 oder ohne Frankfurt muh nach praktischen Gesichtspunkten entschieden werden, und man sollt* m. <3. nicht fragen. was verdient Frankfurt?, sondern welcher IDcq eröffnet für Hessen belfere Aussichten und gröber« Gewinn- möglichkeite«? Rachdem die Regierung auf un­ser* Frage eindeutig erklärt bat. dost die von .Frankfurt garantierte Stromabnahme für die Wirtschaftlichkeit des Schwelwerke« ausschlag­gebend ist und di* Strommenge anderweitig zu günstigeren Bedingungen ni$t untergebracht wer­den konnte, muh die Beteiligung Frankfurts in den Kauf genommen werden, dient sie doch gleichzeitig auch hessischen Interessen.

Dl* Verantwortung für die Rich­tigkeit dieser Erklärungen trägt die Regierung, und ich darf fehfkllen. bah w ir nur unter dieser Voraus­setzung unsere Zustimmung zur Re­gierungsvorlage gegeben haben.

Abgesehen von der grundsätzlichen Seite gibt es zweifellos auch Einzeldeslimmungtn in den Verträgen, die zu Bedenken Anlast geten können. Dem Herrn Finanzminister wird aber zuzustim­men fein, wenn er die Verträge ein Kompromift nennt und erklärt, bah Hessen, falls es allein zu entscheiden aebabt hätte, sicherlich auch zu einer anderen Fassung des einen oder des an­deren Paragraphen gekommen wäre. Dieser Standpunkt darf aber nicht hindern, auf Atu de- rung der für Hessen besonder« ungünstigen Ver­einbarungen zu bringen. In § 5 des Interessen- gemelnschaftsvertrags z. T. verpflichtet sich die

Hefrog. der SrerBunrr Gasgriril schatt au* kern Getnete der Gasoerir-rgu-g k:nt Konkurrer.z zu tnadxr Wer den Gepansion«drang der Frank­furter Gas-rielllcha«: kennt, der wird hier einen Grund zu besonderem Tifetreurn oder wenig­stens ju brianderer Vort.chk lebei Wem» auch von tochoerstä-idiger Sell, erklärt wirb, bah nach dem beul;gen Stande der Wi'^'chalt und der Technik da» aus Braunkohl* erzeugt* Gas nicht weltbewerbsfähig 'n. Io gil: dres nur für die Gegenwart und nicht für bi* Fukunfi. Gs ist deshalb zu fordert-, dah in dem Vertrag red* auch rur für bt* Zukunf» dallckx Schädigung bellllcher 3nterd'en. wird dadurch,

bah bi* BerpH'4#tung der Hering, in brr Gas- oeriorgung keine Konkurrenz zu machen, für hellllche Gebiete entfällt.

Vom Standpunkt der Provin» i?.»<rbeflen muh noch rin* wertete Forderung erhoben wer­den. Gs wurde schon darauf hingttmerin. bah das Uebertanbtoert einer der Hauptstromabneb- m*T für bat Kr^twert der Hefrog werden wird, und es wurde auch schon erwähnt, bah während der letzten Jahre bte Lebensfähigkeit der Grube und des Kraftwer!« nur auf Kosten der Prvtstnz Oberhrilen. btt reiattv zu bebe Strompreise bezahlen muh«, gewährleistet wurde BJerm man deshalb Frankfurt, um rt al« Strom­abnehmer zu . gewinnen, eine SOprvzentiae Be­teiligung zuge'tebt. so ha» auch Oberbeffcn das moralische Recht, ein* Beteiligung, mtrxbeften« aber eine G*w»nnbeteiligung. zu beanfprucheri und ba« um so mehr, als nach dem zwilchen Provinz und Staat bestehenden Vertrag freier eine Veriragsrechte nur mit Einstimmung der Provinz auf einen Dritten di* Hefrag übertragen kann.

8« darf erwartet werden, bah Itch lowohl bezüglich einer ange.nessenen Beteiligung der Provinz L>verhelfen. aU auch in der Frage bet Gasversorgung der hessischen Gebiet* ein Weg ber Verständiguna finden wirb, fo bah wir der Entwicklung mit äuverficht ins Auge f*ben und gleichzellig bi* Hoffnung haben dürfen, bah bte Gründung der ,8 cf rag6 für Hellen im allge­meinen und für Oberhessen al« Stromabnehmer im besonderen günstig* Auswirkungen zeitigt.

Oberhessen.

Lanvkrcis Wiegen.

n. K 5ofter Arnsburg. 20. April. Rach alter Wels* versammelten sich auch d.esmal die Freund* des Rettungshaufes Kloster Arnsburg aus der Hmgeanxb am gestrigen Ostcrdienstag zu einer Misflonsfeier, bk im Hinteren Saal des Klosters ftattsand und sehr mit besucht war. Als Redner traten diesmal auf Pfarrer *B l < r m a n n aus Gbersgöns ber über die »Aufgaben ber beulM»* t evonaFischen Rl.slion in ber Degenwart sprach und Riifslonar 8lf ert. ein gebotener Ober Helle aus Rirfeld (Kreis Lauterbach), der nach einer Ansprache von Neuguinea erzählle. wo er längere Jahr* im Dienst ber rheinischen Mission tätig war All­gemeines Interesse sand die Mitteilung bah yräuleln Lydia Schmidt aus Fauerbach, die früher hier ir.t Rettungsbau« als Lehrerin an- gestellt war. sich der rheinischen Missimt zur Verfügung gestellt bat und demnächst al« Millio­närin nach Sumatra gehen wirb.

- Hungen, 2? April. Zwilchen Inheiden nnd hier ereignete sich gestern rin Motor­rad u n s a l l. ber leicht mehrerer Personen ba« Leben hätte kosten können. Gin jebenfaU« von Frankfurt stammender Motorradfahrer fuhr mit einem doppeltbefetztenMotorrab dem besetzten Beiwagen in einer Zriirve über dies* hinau« und stürzt* die hohe Böschung hinab auf ba« Bahn gl elfe Hungen Friedberg D>r Mitfähr.r sprang noch recht­zeitig ab. während ber yihrcr unb die im Bei­wagen sitzende Dame in die T.ef* geschleudert tmirben. Die Dame trug Verletzungen am Kni* davon, während ber Fahrer eine Brust quetschung erlitt. Qin gerade nach Frankfurt fahrendes Auto nahm bk Verletzt*., auf und dravh.* sie nach Jankfurt. während de» defektgewordcne Biota trab hier in bte Bahn zur Heimbeförderung verladen wurde.

St * inh * im v. Hungen, 2>. April Am kommenden ©onnlag, 24. April, nimmt bte hiesig* Ortsgruppe des f> e f) i ! d) e n Landjugend- b u n be < die 2B 11 b e ihrer neuen «rahn* vor. Die X*anbiug*nbbunbort»gruppen ber Nachbar­orte haben ihr* Beteiligung an der Veranstaltung lugt lagt. Unser Dorf dürfte infolgebeffen zahlreichen

Besuch «u erwarten haben, am So mehr el» Keicho- ^>gsai xorbneter Lorsch- Wöt»er»heim die Fest­rede hallen wtb unb auch ber 2anbr*eeriie*nN des chriftlche« LanbdvO* Br. von Helmokt- .i;eber-£ Jllftabc. sew. «rsch«nen zuze^gt Not- Vst ^ritrrrtf wirt von hem 3D TUie Hanen Heflf- arps brr FreiwiLlgen Feuerwehr Fnebderg Fauer dach aritelL ZXmeben wertere gute Umerhatttmg .eryrtr-

. Aus der Wetterau. 33. April Sri

ObthSewe zeigen diesmal einen Knofpen- anfaa wee er in den Boqahmi fetten beobachtet wurde Rich* nur bi* Avirldäum*. die iw lehtm Jahre !aue einen Ortrag brachte», fonbetn auch die Birnbäume mit ihrer lestjährtgen TeOrnUr zeigen übentihigre Aprtkolen und

P' .riich*. b.e v elfach als Spa! er gesogen werden, hoben ausgeblüht und hatten rr .-rr 'ches Blüten- werter wo« den Fruchtan'itz lehr Ixe-.nträchtist hat Arabisch* Kirschen unb auch Frühd.rfchen stehen eben in voller Blüte Ho' entllch kommt nun gutes Wetter damit aus de« Blütenjahr auch rin Obst:ahr wird Tros der kühlen W tte- rung der let-ter. Zeit Hot llch d.e hinter- frucht gut bestockt. Die Jnitn ' a. besonders des Weisens ist vielverfpr«r>> Auch fr* Sommerfrucht, sowie ber ein gesät* Rot- fiet stehen vrüchr.g Beide brauchen nun Sonnen­schein. 31 Cfa, für M< mangelnden Wielen wird hier viel ewiger Klee ober Luzerne an­gebaut Rach guter llcbcrwirderung hat er schon h«tdslang ausgestosten und rerivrtchk wie der gut stehende Klee, einen vollen Grtrag

Areii -ricdders

Friedberg, 20. April. Der Berlehrs- oerrin trift mit. bch kürzlich Vie Stadt Friedberg ein grästeres Anwesen »u Ausstellungszwecken gekauft Hai. Das Anwesen lieg: mitten in der Stadt, in der Bismarckstrahe. zwischen dem Bahnhof und der Kaiserstrah*. D»e aroheu ül'erdeck'.cn 2iäume eig­nen sich ^u Ausflellungszwecken. Reben dielen gedeckten Räumen befindet sich ein grvher freier Pl^V. der zu weiteren Ausstellungen lehr ge­eignet ist.

, Wohnbach 20. April. Seit Menlchen- denken wird hier all, ährt ich ku ORrrx dte MaienIeier <:.\jebal>"- Lfu.'-kt 9 Hhr ziehen am Ostersamstag dte Mo lenkender «das sind die Schulkinder, die nächste Ostern aus der Schult entlassen werden! mit Sang und Klang in den Wald, um die Maie, eine S bis 12 Bieter hohe, schlank gewachsene Fichte unter Anweisung des Förster« zu fällen und ins Dorf zu Triagen. Aach einem sköstlichen Umzug durch bte Dorf- gaffen wirb sie in eine verschlieft!^r« ücheun* gebracht unb dort mit Kränzen. Blumen. Bän- dem und Fähnchen geschmückt, bl» an den vor­hergehenden Tagen durch die Maientinder von den Dorieinwvynert' unter Eintragung ins Maienhuch gesammelt wurden. Die Bänder sind bunt gestickt und mit den Anfangsbuchstaben der Besitzer versehen. Einzelne davon staben schon 40 Jahre den Maienbaum geziert. Am 2. CWer­fet ertag um 3 Hstr beginnt dann di* rigentlich* Malmfeier. Di* gesamte Schuljugend yeht mit lotten Marschkiritem. bl* eigens für diesen Zweck eingeübt werden, nach dem Festplah. einer Ge- mrindewtef* an brr Straft* nach Münzenberg zu. um dort di* Maie zu pflanzen. Bald bat sich di* ganz* Dorsfchaft und rin* Menge Zu­schauer aus den Rachbardöriern ringesunden. und nach der Musik eine« gewandten Harmonik».- splelcr« beginnt nun der In, der MaienKnher dem sich allmählich die ir rige Jugend nach Entrichtung dev üblichen Aka'engeides an den Spielmann anschlieftt Bei Eintritt der Dunkel­heit wird die Maie ir-ieber ins Dori verbracht Am 3. Feiertage wiederholt fich die Feier. Ite beginnt indessen schon vormittags 9 Uhr. Als besonders bemerkenswert urB für bl* Freund* der Volkskunde von Bedeutung zur Ert rfchung der Herkunft und Bedeutung das Bewachen de' Äaienbaumes durch zwei Ma'.enbuden wäh­rend der Mahlzeiten am 2. Festtage, damit der Baum dbrch Entrinden nich! befchäd'.g» wird Das Fest erinnert In feiner Aufmachung an die Iullcier unterer Vorfahren und reich« sicher­lich mir seinen Wurzeln in M< He-.de" ^i.' zurück Gerade aus diesem Grunde sollte es nicht, wie leider feftzustellen ist. von mancher Sette heim­lich beld:npt'. sondern mli allen Miktrin ge­fördert Werken

Kreis Büdingen.

- - Selters. 20. April. Hier wurde an Oft em rin Jun« konsterniert der wohl mit zu den grbhten Konfirmanden in

Succu, der Herr von Sardinien.

Von unterem römischen ^-Korrespondenten

Rom im April 1927.

Jener Etzrlstian Vulplus. dessen Schwester keinen G.nngeren als Goethe heiratete, tft jetzt gerade hundert Jahr* to* und i dem Romanlchrif'steller. dem Versafler des un­sterblichen .Rinaldo T'.nnlbint" einen Iud 1 iums- austatz zu schreiben Ader gerade wie ich mich an bi* Schreibmaschine sehen will fällt, nach«- llcherweise. ein Schuft, unb das Leh*n schieb« mich rtferfü4>tlg auf sein* btfiere Äunft auf die Seit« Setzt Itch selber hin unb legt los bah bie Funken stieben Ricks ohne rin mokantes Lächeln über di* Herr- tonten, die den wackeren Rlnoldint ganz lieber veraltet gefunden hätten Man denke, da« Wert edetHen schon 1798' Was soll uni ba im Zeit- alle- der Flugzeuge fre Bäubrrromanltl'

Hnb doch ist lle bis zu bte<*r Stunde nicht ausgestorben Rinaldtni hat immer wieder Rach­folger gefunden und am 1 April dieses Jahres konnten bte italienischen Zeitungen von dem bra- imitilchen End* de« berühmten lardinllchen Räuderhauptmonns Onorato 6u«u derichien Vulptus Volksbuch hätte keine belfert Würdi­gung linden können als durch diel* vabrhelts- gemähe Wttderholung All* jene sterben Mannes- kugenden. bie ^inaldini ausie chnrten. ver­körperte Suceu. bet ungekrönt* König von Sar­dinien. Um fein Haupt webte bas Volt den gleichen v*gendenkrnn.z von Schrecken unb Aben­teuern und Wohl taten Er war der Modell- räuber, der Belchü^r der Armen und Schwachen, kn, Furcht der 'llöandcrer und Tenbannm und nicht IthU* leine wunderschöne Beglel'erin. lene Seralina BUnc t die er "olz vor den Altar führte. Ein Stück italienischer cn dedeurendes Kapitel fardtntscher Grtch-.chke schlieft« mir dem Tode Mele« Brigante'-.

Es beginnt mir <ju . Testament öas e -i retitsr Grundb.-Ii^t ocr. Qrao'olc» wr iwanz'g Jahren hinter, eft Hm ble*<« Erlx eni'van-, fich rin blutiger Streit zw.fche-- dm. flamt ,-i EoNu unb öorrolne. ber -<b bem ersten T?f«

die Ihnen tatläch! ch trr, ber ihnen zur Last adegten 23 Tlordtaten Sirallreihri» zullcherten. Einer aber stritte fich nicht, einer zog brm Ge»etz

Danach wollte eine Anzahl ber Banbucn auch zu einem gefetzmästigen Leben zurückkestren. Es (am zu Verstanblu igen mit den Behörden.

Freunde um lich verlammrind. di* legge delle Montagne, das G*l*tz feiner Bergt .In den Bergen von Orgofvlo bars bei Todesstrafe nich« geräubert, nicht erpreht. nicht gemordet werden!"

Roch einmal baute hm die Regierung golden* Brüden. Freies Geleite wurde ihm für frine Hochzeit zugesichert, als er sein« Jugendliebe heim führte. Mit vier Trauzeugen erschien er vor dem Bürg rmelfter unb ein g Tage 'p^ter kalt ber Priester die Hand Serallnas in bte 'ein*, wayr-nd brausten fetn Gewehr stanb. Dielen Tag unb biete Rächt gab Ihm bl* Poll^et frei, bann war er wieder iiz Acht und Bann. Und fo durst* er et rin* Zeitlang nur bei Rächt« wagen, int Dorf herunter,ukommen und feine jung* Frau zu be­tuchen

Di* wilbtchöii* Frau Räuberhauptmann war natürlich bald genug in Italien ein Objekt der Reugierd«. der Maler unb Photographen 3per Rt polterte r.trmaU Ihre Stellung erlaube ihr das nicht Schlieftlich folgte he ihrem OTanne nach wie es bie Bibel verlangt unb ber rührenb* Bäuberrotnan fchlldert Manchmal stlest fte beim Einkäufen in ben Ortfchaflen auf Karobinteri. Mr aber brückten bann beide Augen zu. unb trag«* fte ja einer nach Mann unb Gewehr nach frm Erlaubnisschein für bie ctngrb anbei len Tatrtwv fo bllvre fie ihn nur an Würbe b« I ne Frau dich verratend

94 kam ber graste Ärteg. Onpralo Sucru teile fich bin und Ichrted an Sein* T'aik'täi den König von 3ta(U.« »Ich will nicht von Mr-- Ichen abgeurtetü u-erben. ich ertehn* Mn schönen Tob vor dem Frinbe. und hin beteil, «ich zu stellen, unter der Bedingung haft ich statt vor bat Schwurgericht sofort in bte axfterfte Linte gehellt werde

Sein Vorschlag muhte avgeltftnt werden, unb grollend verkroch I 0- Cu-xu. orrt*rettet* Schrecken wie bte einen rat wie dte andern fugen Tatsache ist. bch er <amal zwei ÄtnberTÜu;-*r

i.dBer vor bas Räubergericht stellte t<rut;tUl« unb bet orbrnt- lichen Gertchtsb-rte.t rutaetertt.

Untanfbareapetk heftete fich Mt Pc-zri nach bnrn Krieg* Däher denn je an kue Ferien. Man fugt* Um fecknig ober ntbt Kapitalveebrrchrn

schlag in den enblofm Laus der Blutrache mündete. Dazu kam noch das rornantifche Element: die Schwester des Erschlagenen war von dem Mörder ium Weib begehrt worden, doch halten bit Ufern, eine nur mit Blut zu tilgende Schmach.

«kn 3U da- Gericht den Mörder sreifprach. befehl oh die untn leger.« Fa­milie Torraine. Selbftjuftiz zu üben, ba« hecht, fie grünDei« ein* Bande, die fich ouh;thalb bes Gefetzes stellte. Ihr fchlollen Heb auch Me Brüher Succu an und ander*, fo bah sich halb eine Sondergertchtsdarkeit bmerfbar macht*. St* ver- bängt* die Acht fie arbeitet« mit Feuer unb BltL Ein Verbrechen jagte das andere, e» tarn zu den ersten Scharmützeln mit den Earadtnieri Eines «Sage« übernahm Onorato Succu den Oberbefehl, unb nun nahm bie Fehde derart auirot Formen an. bah beibt Parteien bi« Eorraine hatten inzwifch«« natürlich auch Ihre Band* ge­gründet Ichliehlich einen Waffenftillstanb ein­gingen und im Jahr* 1910 in aller Form vor den Behörden und dem Bischof Frieden schloffen. Vielfacher Mörder rin jeder, stiegen dte Bri­ganten ungestört von Ihren Bergen herunter zu dem feierlichen Akt. Kein Polizeiloldar wagte ihnen ein Haar zu krümmen. Denn auch dte Re­gierung in ihrer völligen Machtlcl-.gkrii atmete angefichts des Friedensfchlulles auf.

ber Paragraphen an deren Gerechtigkeit er nicht glaubt«, da« unge'chrtebene Gel«, der Berge vor einer verlang:c bah man Ibn feinen Schick'als- weg geben lall« Onorato euctu. Sr war ein sch.-n*- Mann, der fich elegani zu Heiden euhte er vor mehr ein ganzer Kerl Mutig, frechriis- budhg. eine Führernaiur. Mtt r.n.ger. Getreuen kehrte rt nach dem peocnsonc. dem Rictrn- prcurft in kf* gci.eett ®r,«,!o<ig?rit varud. xky leitete" tein* Blutrache mt,r nur «rin Innere« Könkruo». unb stolz unb erg ber zu­gleich nannte er f-.ch eine» Sklaven ferne« Schick- Mt« Run formulierte er Verwandee und

nach. Auf feinen Kops wurde ein Preis von 80 000 Lire au «geletzt, rin ungeheures Vermögen in den Augen eines armen Sarden. XInb den­noch wagte es feiner, ihn zu verraten, unb er selber schwur 6ah er niemals tebcnbta in M* 0)ände bet (tarabinien fallen werde Wurde er früder verfolgt, nach ten<r Hochzritsnacht gesagt so nun gehetzt. JHuffolin; erlieft den Brief;l zur unerbittlichen Säuberung von Si.>i!'en unb Sar­dinien. Mit Metern Gegner ba« wuftt* Suttu. war nicht §u fpaften. Jetzt ging es stünblich. Tag unb Rächt um das Leben

Di* Rach« zum 30. März war dunkel unb regnerr'ch. Swtu unb feine Räuber batten 'ich in eine Kutte geflüchtet, rin .teuer --gemach» und rin Huhn gebraten. K -xr dacht* an Schkf. fie wuftten. ein starkes ,Fähnlein war Ihnen auf der Spur Zum Teufel mit bitter Finsternis. Irin Prismen'eldfrecher und Ite vertügten über Me ctetien deurfche- Marken, vermochte fte zu durch­dringen. Rc-ch einen Vatronengürtei u ngrichnallt f Ta ein Schritt rin Anruf Ergebt euch ober wir schiestenl

Ohne ein Dor» zu verlieren, streckte brr Hauptmann den unnorfidy .aer. a irab nim mit einem Hrrz'chuh nieder Das Gefecht begann Hageldicht Nalfchten dte Kugeln durch das Tlä»- terwerk und das inortch* Hv-z der Hütt* während dte BerleiMgcr lein zw.-;r« Ztel mehr fanden In einer Feuervaute kvnrnen die Angmier hören, wie die Räuber bera.llchlagten unb Ich» ehlich be fchlollen. fich zu ergeben. Run war es klar, hab eine Kugel dem Leben Luc.-» ein Ende gemacht batte Er war feinem Schwur nicht untreu ge­worben. Rur erner der Banbrten wollte fischte- wurde aber gleichfalls von bcm tödlichen Blei erreicht.

Biet Tot« unb rin Schwerverw anbei er lager auf dem Platz*, als bte grietmäMg* Gewalt Über Me w llkstrliche liegt*

Seralina Manca ist seither -nauffinbbax Es hriftt auch «te Ir. schon 'rüder ge'torhen Es be ftt auch Onorato Sucru fei nun aber ganz bestimmt der allerietzte Räudethauptniaan ge­wesen ...