Donnerstag, 2b Jlpril 1927
nz. Jahrgang
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Gietzeim Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Jnebr HHlb. C««g* Dmintwnh* «ur Votnil
DeutichlandsVerknüpfung mit der Weltwirtschaft.
Anslalfungcn des >rref$H*rn i^anbft*«i*iftrr* tlln, ».HprtL (Solff.) BH der loflung der f*dni|*en L'anbe »gruppe brr Deutschen DHtwirt- ichaftftchf Gesellschosl Neu der prrubildx fjanbel*- mintsler. Dr Schreiber, am 20.b. IN- enJt Hn- spräche, bei der er u.o. ctwo folgrnbr' ausfubrtr Mu* die mäd>«tgflrn und reichsten Staaten der Weit sind aus Güteraustausch mit anderen bändern angewiesen (Jin übervölkerte» Industrieland nie Deutschland kann ohne innige Herrnupfung mü der «Hrwinschail ntch: leben tft kann höchstens ein» Welle Depilieren, wie Air das in den Hunger mhren des tncy-. 'chmerztich erlebt haben. Auch der Wiederaufbau in der Nachkriegszeit ist gehemmi und aehinden worden bjCurdi. h.-.v, wir den A n - schlug an die Welt wirtschaft rrrlorm hatten. und das» dem deutschen Kaufmann viel« Türen in der Welt nicht mehr »fsen standen, die der Has» des trtrflf» ihm verschlossen hatte, und bah die wirtschaftlichen Stützpunkte, die wir im «efN der Auslanddeutschen und in unseren Kolonien besahen, verloren gegangen waren. Beladen mit hohem Kriegstnbu, müssen wir daher mühsamer al» andere Linder den Bkg in» Freie suchen, um unserem Volke Arbeit und Bro, »u geben. — Der Handelt Minister ging sodann auf die Bedeutung internationaler Kooperationen ein. die, wie er betonte, der oolstischen Annäherung der Völker wirksam dienen. Diese Annäherung wird um so wertvoller sein, je mehr sich in allen Völkern der Welt und vor allem Europa» die Gewißheit durchsetzt, das» nicht Armut der Bachbarn eigenen Reichtum bedeute«, sondern das» Prosperität und Wohl st and bet eigenen Balte» abhüngig sind von dem Lebensstandard der übrigen Welt.
durtius über die italienische Wirtschaft, «ailündkr Eindrücke dcdRtichiwirtschafti. miniffrro.
Mailand. 20. April- (®B.) Keichswirifchaft»- Minister Dr Ourtme. der sich »um Besuch der Messe in Mailand oufhalt, gewahrte heute dem Berliner Korrespondenien der „Iribuna" eine tlnterrebimg, in der er leine Eindrücke über seinen Ausenthalt in Italien schilderte Der Minister erNSrte u. a.: . Ich habe mit Bewunderung die hervorragenden Leistungen der italienischen Industrie auf den verschiedensten Gebieten gesehen. Ich hoffe, datzdie ita- lienischcheu,scheu Wirtlcha-tsbeziehungen sich in Zukunft noch intensiver gestalten werden, wenn auch noch manche Schwierigkeiten zu überwinden sind. Ich gebe der Erwartung Ausdruck, das, bH ge- oenseitigem guten Willen und wachlendem Verständnis für die Interessen des anderen Teiles es beiden Ländern gelingen wird, die noch bestehenden Hindernisse zu beseitigen. Ich denke hierbei auch an d,e Schwierigkeiten. die sich häufig au» der Handhabung Der gesetzliche, Be fl immun- gen bei der prakttschcn Abwicklung de» Warenverkehr» ergeben. Ich hasse auch, datz lfte inlernatio- ixHen Bestechungen gelegentlich der fveltwirt- schastskonleren, auf diesem Gebiete Erieich- terungen schäften werden die dem Warenaustausch zwischen den beiden Ländern zugute kommen wer- den. .'stisammensassend nehme ich von meinem Besuche aus .-er Mailand« r Mei'e den Eindruck mit. datz die ftaliemsche Wirtschaft sich in hervorragender fortschreitender Entwicklung beftndet.
Der Stahlhelmtag in Berlin
Eigener Drahtbericht de» .Gietzener Anzeigers'.
Berlin. 21 April. In den letzten Tagen ist wieder. brionten* in der Linkspresse, die Besorgnis ausgetauchl. datz der in Berlin statt- sindente Stahlhelmraa eine Gefahr für die öffentliche Ruh. und Ordnung werden kann. B,efteicht handelt es sich hier in erster Linie um einen frommer-. Wunsch jener Streife, die selbst ein Interesse an Unruhen haben, um damit ihre politischen Geschäfte machen zu können. Seitens des Pollzripräfttenlen ist jedenfalls wiederhol« und deulttch genug erfiärt worden, daß die Der- anstallangen des Stahlhelms in Berlin mir allen der Polizei zur Verfügung stehenden Machtmitteln g e f ch ü h t werden sollen Datz ein solcher Schutz sehr wirkungsvoll ist. geht daraus hervor datz der Bote Srontfämpfer bunb im vorigen Jahre gleichfalls von der Polizei beschützt. ungestöN seine Berliner Tagung abhalten konnte und auch die in Berlin veranstalteten Kundgebungen des Reichsbanners konnten dank der polizeilichen Vorkehrungen einen ungestörten Verlaus nehmen. Don Hncr Gc«abr für die öffentliche Ruhe und Ordnung kann allo keine Aede sein. Der Stahlhelm «elb'i. dessen Mitglieder als alte Zrontsvldaten dilzipIinieN genug sind, wird sich durch Provokationen, die insbesondere von trmmun. ..scher Se. e zu er- warten sind, keinesfalls aus der Audr bringen lassen.
Im Zusammenhang mit bem sladldclmtag verdienen Aeußerungen de» Berliner Pohzerpräfiden- ttn Zörgiebel dem Vertreter eines Berliner Spätabendblattes gegenüber beionderes Interesse. Mit Bezug auf ein schreib n des Berliner Maa, ftrat.- an den Berliner Lol. > r raftdenten, in dem anlStzlichder letzten Mutigen polistichen Zusammen stütze auf den Etrotzen Berlins verschärfte
Um die deutsche Schule in Oberschlesien.
I2L Kattowlh. 20. April (Cofalan)dyr). 3n einer Besprechung ,wischen dem Wojwoden und dem chrschäslsiührrr des deutschen Volksbundes. Abgeordneten U l l h hat der Wojwobe folgende 6r- riärung abgegeben
Der Erlaß polizeilicher Slrafbe- fehle gegen later, die ihre Kinder für die deutsche TNinderbeilsschule angemelde«, und die sie nicht der polnischen Schule zugesührl haben, ist ml« dem 9. April eingestellt worden. Vie Schulleiter haben Anweisung erhalten, neue Anträge auf Der hänflung von Schulstrasen nicht mehr zu stellen. Der Wo.wode hat die Ausstellung neuer Citi en berknigeu Kinder angeorbnet. die sich im Schultirrik befinden. Vies« Kinder sollen daldmög- lichs« den TNlnderhellsschulen zugesührl werden. Vlc etwaige spätere Sprachprstsung durch den schweizerischen Schulsachmann wird dadurch nicht berührt. Bei der Unterredung wurde auch die Rückzahlung bereit» gezahlter Strafen angrfdmlUrn. Der Woiwode stellte ich auf den Standpunkt, datz eine Rückzahlung bereit» bezahlter Strafen nicht in Frage kommen dürfte
Die Aeutzerungen des schlesischen Woiwoden können den Eindruck erwecken, als ob nunmehr durch eine generöse polnische Geste der Schulstreit in Ostoterlchleftcn beigelegt ist. Hiervon kann jedoch keine Aede sein. Denn die Polen e»t keine Schulstrafen mehr verhängen, die bereits bezahlten Strafen jedoch nicht zurückzahlen wollen, so ist dazu zu sagen, datz seit dem Völ- kerratZbeschlutz vom 12. März 1927 die Polen die Zeit ausgenuht haben, um genügend Strafen zu verhängen. 3n etwa rund 600 Fällen sind Eltern, die sich weigerten, Ihre Stuber in die polnischen Schulen zu schicken, ml« Strafen belegt worden. Es wird daher in Berliner politischen Kreisen die vom Dvjwoden angedeutete Regelung als durchaus ungenügend angegeben. Danz abgesehen davon, datz es sich hierbei lediglich um eine vage Zusage handelt Die Polen beabsichtigen, nach der ©rfläruna des Dojwoden. augenscheinlich nur die polizeilichen, nicht aber Me gerichtlichen Strafen rinznstellen.
Die Derhängung von Schulstrafen steht überhaupt im vollen Gegensatz zu dem Genfer Xb- toonr.cn. Denn der Dvjwvde erllärt. die Sinder. d,c sich Im Schulstreik befinden, sollen .baldmöglichst" den Minderbcusschulen »ugefühn werden. so lätzt diese Ankündigung an Genauigkeit rech« sehr zu wünschen übrig. Es fragt sich, was der Dojwode in der Proris unter .baldmöglichst" versteht Ulan kann also begreifen, datz in den Sreifen des Deutschen Bolksbundes in Obers chlcften eine starke Verstimmung h.»nicht und datz angeregt worden ist. sich erneut a n den Völkeroundsrat zu wenden.
Der Schulfachmann für vberschlesien.
Gens. 20. April. lDvlss.) Der Schulinfpek- tor des Santon Luzern. Maurer, hat die Er- nenftüng zum Sachverständigen für die Aegelung cbcrfchleitscher Schulsragen als Berater des Präsidenten der gemischten Sommtf- ston für Obersch!esien. Salvnder. angenommen. Die Schasfung des neuen Postens war kürzlich vom Döllerbundsrat beschlossen worden.
Die Haftung für das Eisenbahnunglück im Korridor
Berlin, 20. April. (Dolfs.) Aus Anlatz des Eisenbahnunglücks bet Stargard im sogenannten polnischen Sorrioor in der Rächt zum 1. Mai 1925 hat die deuts he Regierung wiederholt die polnische Regierung um Stellungnahme zur ,5rage ihrer Haftung gebeten. 3n einer Bote vom 31. März b. 2. «eilt nunmehr bas polnische Ministerium des Aeutzern der V 'andtschast mit. datz die polnische Sisrnbahnmvwaltung eine Has t pslicht nicht anerkenne. Die Frist für die Geltendmachung von Ansprüchen aufi Anlatz des Eisenbahnunglück- läuft am 30. d M ab. Don einer Anzahl der Gcfchädigten ist bei dem hierfür zuständigen polnischen Gericht Klage gegen den polnischen Staat erhoben worden. Der erste dieser Prozesse wirk» demnächst nur Verhandlung kommen.
Die Wahlen in Oesterreich.
Sonntag, den 24. April, sindet in Oesterreich eine Veuwahl statt, die den 2lbschlust eines langwierigen. mit groher Erbitterung geführtenDahl- kampses bilde«. Man hat sich gegenseitig in zunehmendem Eifer mit Plakaten, mit Wahlaufrufen. mit Versammlungen und tönenden Reden bombardiert und allmählich ist die Stimmung bis zur Siedehitze gesteigert worden. 3m allgemeinen ist trotzdem der Dahlkamps bisher verhältniemas'.a friedlich verlausen und man darf auch der Hosfimng Ausdruck geben, datz nicht noch im letzten Augenblick die erregten Gemüter so auseinanderplatzen, datz es ,\u Tätlichkeiten und Blutvergietzen kommt Dleileicht spie.! hier fre österreichische i^emütftchteU und das schöne .Früh- ling-wetter eine oer^öhnende und ausgleichende Avne
Datz der IDablfamrl zuletzt mit ungewöhnlicher Leidenschaft geft'thrt worden ist. findet feine Erklärung darin, datz sich im (Brunbe genommen eigentlich nur -Wei arteien gegcnüberficbcn. toeim auch noch manche Absplitterungen an die bet uns besonders ausgeprägt vorhandene deutsche Erbsünde von der Uneinigkeit und der Wgenbröbelci erinnern. Ss handel« sich im weftmftichen um einen Kamps zwischen der bürgerlichen Einheitsfront und den Sozialdemokraten um die Herrschaft über Wien. Noch der furnier- lichen Bcrftümmelung. die das Ende des Weltkrieges dem österrotchischen Teil der früheren Doppelmvnarch'e gebracht hat. ist ein Lorfo übrig geblieben, aus dem die Grotzsladt Dien so stark heroorragt datz der Aest dagegen verschwindet. Lchliestl'O) läuft allo der Kampf auf ein Aingen um die Herckchast über Wien hinaus
Dien steht feit 1919 unter sozialdemokratischer Verwaltung, und die Mitzstände. die sich da her- ausgefchäl: haben, sind schli<-st!ich so grnh geworden. datz tatsächlich inil einer Einhertsfront aller bürgerlich.n Parte en gerechnet werden kann 'retlich mil einer bedauerlichen Ausnahme
Es will jedenfalls etwas beifwn. wern innerlich so weit t*r.netnanber entfernte Parteien, wie die klerikale oder chmstllch-soziale und die Groh- deutsche P^nei ftch zu gemeiniamem Vorgehen zufammenschllehrn De Shristlich-Sozia- l e n waren es bekanntlich die vor dem Kriege, namentlich zur Zeit LuegerS. in der damaligen Kaiserstadt Dien die Oberband haften und auch heute noch vermögen sie eine beträchtliche Stärke zu entwickeln. Zu Luegers Zeiten «var der Grundzug der Partei ein scharfer Anti
semitismus Das Hauptziel der Grotzdeut- s ch e n Partei ist in ihrem Hamen ausgedrückt, es besteh! in dem Streben nach Anschluß an Deutschland. 3n diesem Punkt trifft sie sich mit bat Sozialdemokraten, die die Forderung des Anschlusses an Deutschland mit nicht geringem Geschick während des ganzen Dahl- seld.zugS in den Vordergrund gerückt haben.
Aus diele Weise hofften die Sozialdemokraten die Massen der Dählerfchast abzulenken von dem eigentlichen Kern der Streilsrage, um die es geh, Das ist die Mitzwirtschast der soztaldem akratischen Verwaltung, die nicht nur eine Aeihe von Korruption«?erfchei- nungen auf den verschiedensten Gebieten, sondern vor allen Dingen schwere wirtschastliche Mitz- ersvlge und eine schier erdrückende Steuerlast zur Folge gehabt haben. Dir sehen hier, tvobin eine ungehinderte, man möchte sagen, ungezügeltr sozialdemokratische Herrschaft in einer grasten Äornmur.e. wie Dien, die Bürgerschaft bringen kann. Der für die herrschende Partei fehr bequeme Grundsatz die gesamte Steuerlast aus die sogenannten Besitzenden, d. b. den Mittelstand und die Unternehmer, abzuwälzen. und die städtischen Betriebe ertraglos arbeiten zu lasten, nur um der Arbeiterschaft möglichst Dortelle »ufammen zu lasten, hat zur Folge gehabt, datz Dien a m Bande des Bankerot 1 s steht. Die dort geübte Finanzwirifchaf« erinnert beinahe an bolschewistische Methoden Rußlands da fit praktisch in nicht geringem Grade auf eine Konfiszierung des Privateigentums hinausläufi Ss ist Tein Wunder. baf3 sich unter solchen Umständen die bürgerlichen 'I*treten zu gemeinsamer Abwehr zutammengefchloften haben. Es mutz für sie zunächst einmal darauf ankommen, die sozialdemokratische Herrschaft in der Stadt Dien zu brechen und zu einer Kommunalpolitik zarück- Aulcbrct bic auf einer vernünftigen Finanzpolitik beruht
Die eine bereits erwähnte bedauerlich? Aus- nabir., einer nennenswerten PaNei bei Bildung her bürgerlichen Einheitsfront ist der Landbund Sr hat «ne ritte-r Dahlliste aufgestellt und gebt a’lcm vor. «oril er der Ansicht ist. daß br. ben beiden anderen großen tür^erlichen Parteien dl.- 3TU ereilen der Landwirtschaft Nicht genügend gewahrt würden Er vertraut allerdings cne le.ne Führer veriichern. darauf, daß die Einheitsfront auch ohne ’eine Hilfe Hegen werde Das scheint uns «edoch eine zwe.selhaste und gefährliche Potttll zu fein.
Maßnahmen jur Auf recht erhaltung der effenb l.djen Titbe qticTltn mertkr., ertiäne Zörgiebel 3d) bin dcr Ansicht, baß Berdote von Vernon- ftrationn. Beriammlnnoen und ähnlichem im allgemeinen nur Behelfsrnittel sind die mir nicht geeignet erscheinen, das llebel wirklich bei der Wurzr! iu fetfrn und es aumurotten. 2*iir lchemt riclnkbr. daß es am zweckmäßigf!en ’ n>cnn von den vtramwörtlichen Führern aller orteten und Serbänbe eine oemunftige Erziehungs
arbeit an ihren A Hangern aderftet wird. Tiefen die dann enlce :n den Ermahnungen und Warnungen ihrer vetanlwortlichen Führer sich dennoch auf den -Irahen mw Kowdirs erbarben. toben es stch jelbft zuzuschreiben, wenn die Polizei mir unnachsichtiger Strenge u n b = Aarfe gefl" tze vorgeht — Tiefer Bu«a«-r.f der Po' zeipräfteenten Zorgiebel kann man nur su- stimmen.
Die Neuorganisation des Arbeitsnachweises, vorfchlagr de» T<*tf*<n Lfädickagts. Eigener Drahtderich« be» .Gietzenet Anzeiger»'.
Berlin. 21 April Gemeinsam mil bem Deutschen Landkreislag wird der Deutsche Städie- log aus der Arbeit»nachweistagung am kommenden Frouag in München eine Aeihe von Vorschlägen für den Neuaufbau des Arbeit-Nachweises und der Ari^nsle'enveriichcrung unterbreiten. und habet vor allem daraus Hinweisen, datz es. wenn wie nach dem Plan des Arichs- logs eine Reichsanstalt sür das ganze Reich .Trager der Arbeitsvermittlung und bei jlrfxit*- lofentwerf i^rnmg wurde, doch ein schwerer .Wer wäre, zugleich CanNr*- und önllche Arbeitsämter als neue Reichsbehörben bis In die unterste Instanz neu z u schassen Gs sei unmöglich und widerspreche auch allen Forderungen der DerwaltungSresorm. eine neue, zentralisierte Verwaltung auszuziehen, die von Berlin dis in die untersten Stellen hinein geleitet würbe, denn die 3nteressen der Dirtschalt und der Ge- meindeti liegen doch durchaus parallel, cs könne eine fruchtbringende Arbeit deshalb nur bann geleistet werben, wenn Arbeit-- und Landes- arbeitsämter eine wirkliche Selbstverwaltung hätten. Ferner müsse ein Weg gefunten werden, ter es ermögliche, datz Ne Erfahrungen, die in der Gemeindeverwaltung auf bem Gebiete tes Ardettsmarftes gemacht «verden. für die Zwecke des Arbeitsnachweifts nutzbar ge- macht würben. Die Löfung kann nach Anfich« des vlädtriagcs nur darin bestehen, datz eine Verbindung zwischen Gemeinde und Arbeitsamt in der Perioa des Doriiyenten des Arbeitsamtes herge'icilt wird Man dars mir bossen. datz die Artettsnachw' ^tagung «W Klärung dieses schwierigen und wichtigen Or- ganisationsproblenvs bringt.
Die Koalitionspolftik des Zentrums.
Eigener Drohlbericht des ..Gießener Anzeiger»'
Berlin. ri.Aprst Die Pause, die anläßlich tes Osterfestes in den parlamentarischen -Irdeiten rinpetrrten ist, benutzt das Berliner fentrumsorgan, die Germania, zu einer rück- schauenden Vetrachlung der bisherigen Tätigkeit der neuen Koalition Erne frin’dx- Durtegung ter bisherigen Tätigkeit der Reichsreglening gibt das Viatt nicht, sondern beschästigt sich mH» mehr eingehend mit der .schwierigen Lage", in der sich das Zentrum als Mitglied dieser Koall- tion t esindct. Schon Ne kur» Lebensdauer der tote das
de r Hut scm mutz, daß es sich killt und seiner Vergangenheit treu bleibt, wie klor es sich vor Augen halten muß. datz es. so wie Nf Pariel- verhältnisse in Deutschland hegen, aus eine allgemeine Haltung bedacht sein mutz. Ne ihm die Arbeit sowohl mit derRechten »i e mit der Linken, je nach tem arfotbenil» der Situation ermöglicht. Bezüglich ter Koalition in Preußen und bet von deutschnattvnaler Seite ventilierten Frage, wie das Zentrum wchl die Dahlkämpse des kommenden Jahres im Reich und in Preußen bestehen Kinne erklärt das B<r- Imer Zentrumsorgan. daß rin Bedürfnis tk waßltakrifche Situation zu vereinsamen, für das ,Jcnlrum nicht bestehe. 3m Geaenteil, fo schreibt die G.rmama. glauben wir. daß Ne erdrückende Mehrheit unserer Anhänger einen Bruch der Koalition in Preußen nicht wün'chl. daß sie bann vielmehr eine Art Garantie für da» Verbleiben des politischen Schwergewichts in der Mitte sieht
Der Albamenkonflikt.
Pari». M. April. (IlL) In Pariser politischen Kreisen zeig! man sich heute mehr al» in den letzten logen ubrr bte italienisch fugoilawftche Epannuna beunruhigt Man Et hier ter Anficht, dritz ftch brr Konflikt trotz der von brr sranzrklchen und li'chen ^epicrunfl unternommenen Schntt« oe r • ! chSrf 1 bat Besondere Beachwrg mißt man in b*ekm Zusammenhang der über London gekommenen Nachricht bei, Italien toqrbt dem Beispiel Brasilien) iuiö Spanien» folgen unb den 8 81 f e r • ocrla
Italien unpflnftige Vbhng auripcechn würde, wenn er mH dem Konflikt bckß, werden sollte. In P.'n>rr pohü'dyen streifen, die der englischen BA- fchoft nabe'kbro. versichert man. daß b ? englische .Reqieruna cües getan habe um dielten in ler ,'r-jflf ber direkten Berhandlungen zwilchen Brigr.Ö unb Korn nachgiebig zu stimmen. D»e englische Sepie rung syll der ttonfuila den Kat erteilt hoben, zwar nicht einer Revision des Iiran " fiertrepe» zuzultimmen sich ober »u einer oiii* yeilen Erklärung zu verstehen, baß der B- rt'og r-:r Tirana keine Einmis chun g Italiens in die inneren Angelegenheiten Hl* banien» do riebe. In btefer Erklärung ' U pk> zeitig zum Ausdruck gebracht werden, drtz C-lalien r-.cht on die m i I i t ö r 1 f d» e BeI < tzun . ir * eines Tei'es Albaniens denke und daß her Bm-jg a;id) nichi die Verteidigung des gepenmerhaen albanischen '.Regimes durch Italien t-ork!je. Wie wrku- tri. soll fich die italienische Regierung jedoch r;. gern, den Tirana-Sertrag in ber cngi? ■■ iie ;u inirrpretieren oder interpretieren zu las.
Der diplomattfche Kcrrriponbent b-.s .D2 ft) es wird anflenor
brr Meinungsaustausch zwischen Par 4


