tommt, die sich jedem Anfänger in den Weg stellen. Dekan Vogel (Bruchenvrücken) hotte daher recht, als er in seinen Dankesworten an die Vortragenden dem Wunsche Ausdruck gab, des öfteren solche (Ein* führungskurse zu veranstalten.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
Alten-Buseck. 19. März. Gestern verstarb nach längerem Krankenlager die ä l t e st e Einwohnerin unseres Ortes, Witwe Margarete Balser, im 9 3. Lebensjahre. Dis vor wenigen Jahren war die Verstorbene körperlich und geistig noch sehr rüstig. — Die Zahl der Erwerbslosen, die hier stets einen verhältnismäßig hohen Stand hat, ist erfreulicherweise in letzter Zeit stark zurückgegangen, und zwar von etwa 50 aus 18 Personen.
L Großen-Buseck, 19. März. Unser Tal ist reich gesegnet mit Mühlen. Die zwischen hier und Reiskirchen gelegene Leppermühle gehört feil kurzem als Mühle der Vergangenheit an. Der vorletzte Desitzer war ein aus Eupen-Malmedy Vertriebener. Er hat die Mühle neuzeitlich umgebaut und auch den Mahlbetrieb einige Jahre lang ausgeführt. 3m vergangenen Herbst ist die Mühle mit dem dazu gehörigen Grundbesitz an einen Bürger von hicr käuflich übergegangen. Dieser hat nun neuerdings das Wasserrecht an die Gemeinde Reiski rchen verkauft. Der Mühlgraben zweigt nämlich in dem Wiesengrund Gtebenhausen von der Wieseck ob. Die Stauung durch das Wehr hatte zur Folge, das; der Wiesengrund nach und nach versumpfte. 3n nassen Jahren konnte das Heu kaum herausgefahren werden. Um die Wiesen vor der Versumpfung zu retten, muhte das Wehr beseitigt werden. Aus diesem Grunde hat die Gemeinde Reiskirchen das Wasserrecht gefaxt, und die Lcppermühle ist dadurch aus dem Busecker Tal als Mühle für immer beseitigt. Wie man hört, soll sic zu einem Erholungsheim, ähnlich dem Bibelheim bei Flensungen, umgebaut werden. Hierzu dürfte sie sich durch die sonnige Lage und durch die Rahe des Waldes auch gut eignen.
£ Mainzlar, 19. März. Die starke Nachfrage nach ihren Erzeugnissen oeranlaht die hiesige Fabrik für feuerfeste Steine der Firma Scheidhauer & Bleking, ihren Betrieb zur Zeit st a r k zu vergrößern. Es konnte in den letzten Monaten eine größere An,zahl Arbeiter eingestellt werden, die meist in dem Fabrikbetrieb selbst Beschäftigung fanden. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Belegschaft weit über 400 Mann. Bis jetzt stehen vier Ocsen unter dauerndem Feuer, von denen der letztere erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommen wurde. Wie verlautet, soll auch noch der fünfte und letzte Ofen bald seiner Bestimmung übergeben werden. Die Erzeugnisse der Fabrik werden zum großen Teil nach dem Auslande verfrachtet, ein geringer Teil verbleibt in Deutschland. Auch in dem Quarzit st einbruch, der der Firma gehört, aber in der Gemarkung Daubringen liegt, ist die Belegschaft verstärkt worden.
a. Reiskirchen, 19. März. Donnerstag abend hielt Direktor Trautmann vom Land- wirtschaftSamt tn Grünberg hier einen Vortrag über pflanzliche und tierische Schädlinge beim Getreidebau. Weiter verbreitete sich der Redner noch über die Hederichbekämpfung und üher die Säurekrankheit. Zur Bekämpfung der letzteren empfahl er die Kalkdüngung, die in unserer Gegend noch viel zu wenig angewandt wird. 3n der Aussprache wurden einzelne Fragen noch näher besprochen und geklärt
• Reiskirchen, 20. März. Sine wunderbare Submissionsblüte trat bei der Vergebung des Baues zweier Eisenbetonbrücken über den neuen Wieseckbach zutage.
Spinozafeier im Haag.
Von Dr. E. v. Aster,
o. Professor der Philosophie an der Universität Gießen.
' In außerordentlich schönen und würdigen Formen ist die Feier verlaufen, die im Februar die Societas Spinozana anläßlich des 250. Todestags Spino - zas unter Teilnahme von Gelehrten aus aller Welt veranstaltet Hot. Im Mittelpunkt dieser Feier stand die Einweihung des Spinozahauses, des Hauses an der Pavjljoensgracht 72, in dem der Philosoph von 1671 bis zu seinem Tode 1677 gewohnt hat, in dessen kleinem Gieoelzimmer er gestorben ist, und in dem die „Ethik" niedergeschrieben worden ist. Der Erwerb dieses Hauses, das nun in Zukunft, würdig wiederhergestellt und ausgestattet, nicht nur eine Statte der Erinnerung, sondern vor allem auch ein Zentrum der Spinozastudien werden soll, ist der Arbeit dreier Manner zu danken, die sich damit ein hohes Verdienst um die Philosophie und um alle diejenigen erworben haben, die aus persönlichen, wissenschaftlichen, religiösen Gründen mit besonderer Verehrung zu der Gestalt des Weisen im Haag auf- blicten: Dr. Carl Gebhardt in Frankfurt a. M., der Herausgeber der wissenschaftlich mustergültigen Spinozaausgabe, die jetzt bei Minter in Heidelberg erschienen ist, hat den Plan entworfen und mit unermüdlicher Hingabe für ihn gearbeitet, Professor Adolphe S. Oko in Cincinnati hat in tatkräftigster Weise die reale Basis geschaffen und der Holländer I. H. Carp hat an Ort und Stelle für die Idee gewirkt, die ohne die Unterstützung der holländischen Behörden kaum Wirklichkeit hatte werden können. Lebhaften Anklang hat der Plan bann vor allem in Frankreich gefunden, französische und deutsche Gelehrte waren setzt im Haag weitaus am zahlreichsten vertreten, unter den Franzosen vor allein Löon Brnnschwicg, heute neben Bergson wohl der bedeutendste Philosoph an der Sorbonne, der mit Gebhardt und dem Italiener RcwL (Padua) am Eröffnungsabend sprach, während dann am zweiten Tage die kurzen Ansprachen sämtlicher vertretenen Gesellschaften und Universitäten — eine stattliche Zahl — folgten. Der Empfang in den wunderbaren Repräsentationsräumen des Bürgermeisters vom Haag zeigte das Interesse der Stadtverwaltung, während am 23. und 24. Februar dann das wissenschaftliche Interesse und die philosophische Spezialarbeit in einer Rcihc von Vorträgen zu ihrem
die im Rahmen der Wiefeckregulierung und Teil-Feldbereinigung Reiskirchen-Lindenstruth geschaffen werden sollen. Der Wenigstfordernde will den Bau für 3855,60 Mark ausführen, der Höchstfordernde dagegen für 7482 Mark. Wer von den beiden da wohl richtig kalkuliert hat?
t Grünberg, 19. März. Der Anbau an unserer Oberrealschule ist rege im Gange. Rachdem der Rohbau vor einiger Zeit vollendet wurde, wird gegenwärtig an der Um« zäunungsmauer und an der Herrichtung des Schulhofes gearbeitet. Die Inangriffnahme der Inneneinrichtung soll in Kürze erfolgen. Die neuerbauten Schulräume fallen zum Beginn des neuen Schuljahres zur Verfügung stehen. Auch die Wohnungsbautäligkert beginnt sich wieder zu regen. Bis jetzt find bereits fünf Reubauten in Angriff genommen, dazu kommt die Fertigstellung der Inneneinrichtung in einer Anzahl Wohnhäuser, die Ende vorigen Iahres im Rohbau fertiggestellt wurden. Unserer Geschäftswelt kommt diese Arbeitsbelebung sehr willkommen.
Kreis Büdingen.
WSR. Büdingen, 20. März. Ein mit Basalt beladener Lastkraftwagen einer hiesigen Baufirma kam infolge Terfagenä der Bremse an einer abschüssigen Straßenstell.' ins Rutschen und stürzte eine etwa 35 Meter hohe Böschung hinab in den Seemenbach. Die beiden Fahrer konnten sich noch rechtzeitig durch Abspringen retten. Der Wagen ist trotz des hohen Sturzes nicht nennenswert beschädigt.
Ridda, 19. März. Die auf ministerielle Anordnung gepflogenen Verhandlungen über die Verschmelzung der Zweckverbände Ridda-Ulfa und Schotten- Hungen sind gescheitert. Bei den vorhandenen Interessegegensätzen bot sich keine Möglichkeit, aus einer mittleren Linie zusammenzukom- men. so daß die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen wurden. Ab 1. Avril übernimmt die Äutolinie Ridda Ulfa gegen eine jährliche Pauschalsumme von 720 Mk. die Beförderung der Postsachen, die seither nach Ober-Schmitten liefen und von dort mit dem Milchwagen weitergeleitet wurden. Mit dieser Rcuordnung ist eine wesentliche Verbesserung erzielt, da die Postsachen jetzt früher in Ulfa ein» treffen und rascher von dort weggebracht werden können. — Infolge der vorausgehenden sonnigen Tage ist der Boden so abgetrocknet, daß man in der ganzen Umgebung mit der Aussaat begonnen hat. Vorerst beschränkt man sich auf die Sommerseite, vereinzelt werden aber auch schon Aecker auf der Winterfeite bestellt. Die Landwirte sind entgegen den Gepflogenheiten früherer Iahre, eifrig darauf bedacht, einenWechsel im Saatgut vorzunehmen und mehr künstlichen Dünger zu verwenden.
[D Nidda, 19. März. Aus dem Gemeinde- rat: Da das Landesfinanzamt sich mit dem Gedanken trägt, in Ridda ein neues Finanz- amt mit Vorsteherwohnung zu errichten, wird zu diesem Zwecke der vor einiger Zeit von L. Staffel erworbene Bauplatz in der Bismarckstraße unentgeltlich zur Verfügung gestellt. — Das seinerzeit beschlossene Preisausschreiben für die Ausarbeitung von Projekten für den Real- schulneubau wird fallen gelassen und das Hvchbauamt Büdingen mit der Ausarbeitung von Entwürfen beauftragt, da die Angelegenheit im Hinblick auf die vorgeschrittene Jahreszeit keinen Aufschub mehr verträgt. Hinsichtlich der von der Bezirkssparkasse Ridda geforderten Aufwertung der seinerzeit ohne Vorbehalt zurückgezahlten Darlehensbeträge kann sich der Gemeinderat, so lange eine einheitliche Behandlung dieser Fälle innerhalb des Bezirks der Bezirkssparkasse Ridda nicht erreicht wird, freiwillig nicht verpflichten. Die Fischerei-
Rechte kamen. Es war eine besondere Freude für jeden Teilnehmer, diesen Vorträgen in dem einfad) und doch stilvoll hergerichteten Saal im Erdgeschoß der domus Spinozana zu lauschen, der einstigen Werkstatt des Malermeisters van der Spijck, des Wirtes Spinozas, zu dem der Philosoph hcrabzu- steigen pflegte aus seiner Giebelkammer, wenn er, von der geistigen Arbeit ermüdet, fid) in einem Gespräch erholen wollte. An den Vortragssaal schließt fid) ein Raum, der die Anfänge der zu schaffenden Spinozabibliothek und der Sammlung der Spi- nozabilder und -dokumente enthält und durch die riidmärtigen Fenster öffnet sich der Blick auf den kleinen Garten im Stil des 17. Jahrhunderts, den man mit liebevollem Verständnis jetzt an der Stelle des häßlichen Hinterhauses errichtet hat, das mit manchen anderen Verhäßlichnngen im Laufe des letztvergangenen Jahrhunderts das einstige freundliche Heim des Haager Handwerkers und seines Gastes aus dem Reiche des Geistes verunziert hatte. Diese unteren Räume sind zur Zeit noch die einzigen, Über die die socielas Spinozana, obgleich Besitzerin des Hauses, frei verfügt, das obere Stockwerk, später zu Bibliotheks und Arbeitsräumen, sowie zur Wohnung des Bibliothekars und Verwalters bestimmt (das Giebelzimmer soll natürlich als Erinnerungsraum erhalten bleiben), ist gegenwärtig noch vermietet. Hoffen wir, daß bald das Geld beisammen ist, um den vollen Plan zu verwirklichen!
Eiaentümlich war der starke Eindruck, der ans allen Vorträgen und Diskussionen sprach, daß nicht nur die Verehrung des Menschen Spinoza die zahlreichen Teilnehmer einte, sondern daß in der Tat die Philosophie Spinozas einer Renaissance entgegengeht. Namentlid) in Frankreich hat der „Neu- spinozismus" viele Anhänger, aber auch in Deutschland gewinnt er an Bedeutung, eine Erscheinung, die natürlich zusammenhängt mit der steigenden Neigung zur Metaphysik, der auf der andern Seite der Rückgang des Kantianismus entspricht. Die weitere Entwicklung dieser Dinge muß die Zukunft zeigen, auf alle Fälle ist cs erfreulich, daß diese Bestrebungen einen Mittelpunkt von so internationaler Bedeutung gefunden haben. In dem Wiederaufbau der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen bedeutet der Spinozakongreß eine wichtige Etappe: französische und deutsche Forscher hoben hier in einer jo freundschaftlichen und wissenschastlid) fruchtbaren Weise zusammengearbeitet, wie es nicht vorbildlicher hätte geschehen können. Und in keinem Geist kann sich ja diese Zusammenarbeit besser voll-
p a ch t wird für 1927 ebenso wie für 1926 auf 172 Mark festgesetzt — Der Zinsfuß für die in den letzten Jahren zur Förderung der Reubautätigkeit aus allgemeinen Mitteln gewährten Darlehen wird ab 1. 4. 1927 auf 8 Prozent pro Jahr ermäßigt. — Die Vergütung für das Einfangen von Maulwürfen, die in diesem Jahre besonders stark auftreten, wird aus 25 Pfennig pro Stück festgesetzt. — Durch feldpolizeiliche Anordnung soll bestimmt werden, daß das Befahren des Stehfelderweges mit Verbindungsweg bis zur Ranstädter Chaussee, des Feldweges auf der Herrenbreit und des Verbindungsweges zwischen der Kreis» straße Ridda—Kohden und der Krötenburgstraße für ortsfremdes Fuhrwerk, das nicht rein landwirtschaftlichen Zwecken dient, verboten ist. — Zu dem Verkauf des Kraft'schen Saalbaues auf Abbruch ist nur ein Angebot eingegangen. Vor der Beschlußfassung über die Art der Verwertung des Saales soll eine Besichtigung durch den Gemeinderat vorgenommen werden. — Gegen die Herstellung von unterirdischen Telegraphenlinien in Ridda bestehen keine Bedenken, vorausgesetzt, daß der ursprüngliche Zustand der Straßen und Fußsteige wieder hergestellt wird. — Der Gemeinderat stehl der G r ünd ung einer Obstverwer- tungsgenossenschaft für den Kreis Büdingen sympathisch gegenüber, kann sich aber zu einer Beteiligung an dem Unternehmen nicht entschließen.
nd. Ridda, 19. März. Gestern abend veranstaltete die Madrigalvereinigung Darmstadt in der hiesigen Stadtkirche ein Passionskonzert, das sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatte, ein Beweis, daß die Vereinigung noch von zwei früheren Konzerten her im besten Andenken stand. Auch diesmal waren alle Zuhörer aufs höchste befriedigt und tief ergriffen von der Aufführung der Lukas-Passion von Heinrich Schütz. Man hofft, die Künstler hier noch öfter zu hören.
-/- Aus dem RidderIal. 19. März. Mit großer Freude wurde hier allenthalben die Rach- richt ausgenommen, daß nun endlich mit dem Sommerfahrplan wesentliche Der- befferungen des Eisenbahn verkehrt auf der Strecke Frankfur t—S tockhei m— Gedern -Lauterbach in Kraft treten sollen. Besonders wird die Frühverbindung nach dem Vogelsberg und die Spätverbindung nach Frankfurt bzw. Gießen, sowie der verbesserte Somkags- fahrplan begrüßt. Hoffentlich verschwinden mit dem kommenden Sommerfahrplan auch die langen Aufenthalte mancher Züge in Stockheim und anderen Stationen, die bei einzelnen Zügen über eine halbe Stunde betragen, und wird dadurch die immerhin noch zu lange Fahrzeit wesentlich herabgesetzt. Vielleicht läßt sich auch späterhin noch eine Frühverbindung nach Frankfurt an Montagen erreichen, die sehr im Interesse der Geschäftswelt von Gedern und Umgebung, Ortenberg usw. liegt Auch eine Spätverbindung von Gießen und Frankfurt her, etwa wie in früheren Zeiten mit einer Ankunft in Gedern um 10.30 Uhr, ist noch erstrebenswert. Wenn infolge der mächtig aufbluhenden B a f a 11 i n b u ft r l e, die heute schon unserer Strecke einen sehr starken Güterverkehr gebracht hat, der Verkehr sich weiter so steigert, dürfen wir wohl bald auf weitere Verbesserungen auch im Personenverkehr hoffen.
■+• Unter-od) mitten, 19. März. Dor 14 Jahren vertauschte der Besitzer des Rein- Häuser Hofs fein bei Glashütten gelegenes Wiefengelände, die fog. Schmidtswiesen, gegen eine gleichgroße Fläche des Herpwaldes. Der hessische Staat ließ im vorjährigen Winter das Tauschgelände abholzen, während der neue Desitzer die Kosten für die weitere Bearbeitung des Stockfeldes zu tragen hatte. Inzwischen wurden Baum-
,ziehen, als in demjenigen Baruch Spinozas, der in einer Zeit, die noch tiefer als die unsrige zerrissen roar vom haßerfüllten Kampf der Religionen, der Völker und der Klassen, unbeirrbar und unerschütterlich an das ewige Reich der Vernunft glaubte und seine ganze Seele zum Tempel dieses Reichs des Ewigen machte.
Tiere in der Musik.
Die großen Musiker aller Zeiten haben versucht, gewisse Züge des Tierlebens in der Welt der Töne widerzuspiegeln, und eine Zusammenstellung solcher Kompositionen, wie sie Dr. James Simon in der Leipziger „ Illustrierten Zeituny" bietet, gibt einen anmutigen, bisher zu wemg beachteten Ausschnitt der Musikgeschichte. Ratür- lich waren es zunächst die Vogelstimmen, die zur Rachahmung in der Musik reizten. So verwerteten bereits die alten Holländer das lustige Gezwitscher in ihren Motetten, und Rameau gab in einem Klavierstück das Gackern der Henne humoristisch wieder. Das Krähen des Hahns wird in den verschiedenen Passionsmusiken, wenn Petrus den Heiland verleugnet, naturalistisch an* gedeutet Beethoven verwebl in der „Pastorale" drei Bogelstimmen reizvoll miteinander: den Triller der Rachtigall, den Schlag der Wachtel, den Rus des Kuckucks. Schubert übersetzt in einem Liede den Wachtclschlag mit den Worten „Lobe Gott, fürchte Gott". Natürlich erscheint die Sangeskönigin. die Rachtigall. besonders häufig im Liede. Doch auch andere Tiere als Vögel werden musikalisch verwertet, so von Schubert die Forelle, deren Bewegung in einer emporschnellenden Sex- tclenfigur angedeutet ist, und in feiner „Winter- reife*1 der Hahnenschrei, der Unglückston der Krähe und das Bellen der Hunde. Brahms' launiger Salamander windet sich durch die Töne, her Galopp eines Röhleins formt ein ganzes Lied von Hugo Wolf. Schmetterlinge flattern luftig durch die Lieder Schuberts, Schumanns und mancher anderer. Auch der Floh darf nicht vergessen werden, denn es gibt mehr als 20 Kompositionen des Mephistoschen Flohliedes im „Faust'. unter denen Beethovens derb grotesker Humor, des kecke Witz der springenden Geigenfiguren bei Berlioz und der urwüchsige Spott Mussorgskis hervorragen. In dcn Oratorien hat man besonders gern das Tierleben angebeutet; vor allem ist Haydn darin ein Meister sowohl
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ftrünte und Wurzetwerk beseitigt, die ganze Fläche umgerodet, so daß sie jetzt zur Aussaat erstmalig als Kulturland in Benutzung genommen werden kann. Da dos 30 Morgen große Ackerland in unmittelbarer Räh« des Hofes liegt und besten Boden aufweift, hat der Hof, was Geschlossenheit und Produktion anlangt, eine WeNfteigerung erfahren. Naturfreunde bedauern aber, daß der schöne Waldwinkel, durch den ein Pfad nach den Herpteichen führte, dem Pflug zum Opfer fallen mußte.
L Schweickartsbousen, 19. Marz. Die Arbeiten an unserer F e l d d e re i n i au n g haben bei dem milden Winter einen guten Fortgang genommen. Gegenwärtig wird eine Drainage angelegt
Kreis Schotten.
Ober-Schmitten, 19. Marz. Die Arbeitslosigkeit brachte es mit sich, daß zum erstenmal feit etwa zehn Jahren das Amt eines Gänsehirten van der Gemeinde wieder vergeben werden konnte. Seither waren keine Liebhaber auszutreiben. Auch die sonstigen Gemeindearbeiten waren lebhaft begehrt und wurden gegen die Vor fahre stark unterboten. Die Festsetzung b e r Gehälter durch den Aemeindetaf" vollzog sich reibungslos und wird kaum einen Stachel im Herzen der daran Beteiligten zurücklassen.
4 Köddingen, 19. Marz. Die hiesige Leh rerwohnung wirb zur Zeit einer grünblichen Herstellung unterzogen, ba Lehrer Schmanbt, bet bisher in Stumpertenrob wohnte unb von ba täglich bisher zur Schule fuhr, mit Beginn bes neuen Schuljahres bei uns Wohnung nehmen will. Der balbige Einzug bes Lehrers wirb allseitig begrüßt, da ber häufige Wechsel ber Schuloerwalter im letzten Jahre nicht ohne Einfluß auf ben Geist ber Iugenb geblieben ist. — Seitbcm unser Dorf nun auch an ben Postautoverkehr im Vogelsberg angeschlossen ist, herrscht hier ein ganz anberes 2eben. Man fühlt sich nicht mehr so abgeschlossen wie bisher, (onbem in Verbindung mit dem Verkehr der großen ÜB eh. Das Postauto verkehrt bis jetzt nur zweimal wöchentlich, unb zwar Dienstag und Freitag.
Kreis Lllsfclv.
> Alsfeld. 19. März. Auf Einladung ber hiesigen Dürergefellfchaft hielt am Frettaa abenb Professor Lus aus Prag im Physiksaale der hiesigen Oberrealschule einen sehr lehrreichen Lichtbilberoortrag über .Amerika vom Meer zum Meer". Der Dortragenbe, ber ein genauer Kenner ber Bereinigten Staaten von Nordamerika unb hort groß geworben ist, wuhtc eine sehr fesselnbe Schilberung imb ein gutes Atld des Lebens ber neuen Welt und ihrer zum Teil grandiosen Naturschonheiten zu geben, indem er die Zuhörer an der Hand einer großen Anzahl von Lichtbildern durch die ganze Union von Neuyork bis zum fernen San Franzisko unb burch bie Süd floaten hindurch wieder zum Ausgangspunkt ber Reise nach ber Weltmetropole Neuyork zuruckführte. Bejonberes Interesse fanben bic Lanbschast br- Icllowstone-Naturfchutzparkes unb bie gewaltigen Gebirgsstaaten Colorado unb Utah mit ihrer groß artigen Gebirgswelt. Die zahlreichen Zuhörer dankten durch lebhaften Beifall.
--- O b e r - O h m e n , 19. März. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden bie elektrischen Strompreise wie folgt neugeregelt: Licht 40 Pf. je Kilowattftunbe, bisher 50 Pf.. Kraft 30, seither 40 Pf. — Der Saaten ft anb zeigt tn un serer Gegenb ein erfreuliches Vilb. Der Roggen ist gut burch ben Winter gekommen, ber Welzen gibt an Einheitlichkeit bes Staubes bem Roggen nichts nach. Wintergerste, Klee unb Raps zeigen ebenfalls eine günstige Entwicklung.
L Ober-Ohmen. 19. März. Unser« Gemeinde besitzt, wie wohl nur wenige andere Gemeinden, eine soziale Einrichtung, die jedem Ortsbürger zugute kommt. Schon seit alten I Zeiten wird jedem OrtSbürger ein Allmend- Ivs zugeteilt. Dieses besteht in 1.25 bis 1,5
in her „Schöpsung", wo er die Bilder des Adlers, der Lerche, der Rachtigall, des Tauben- paarcs vor unsere Augen zaubert, da» Brüllen des Löwen durch einen lauten Triller, den Sprung des Tigers durch eine lebhafte Figur. daS weidende Rind durch ein Andante, das kriechende Gewürm durch schleppende Bässe andeutet. Die „Jahreszeiten" geben zu allen möglichen Tier- schilderungen Anlaß, und ebenso wimmelt es in Händels „Israel in Aegypten" von drastischen Wiedergaben der Tierllagen. Eine Tonspielerei ist ScarlattiS ..Katzenfuge", die sv entstanden sein soll, daß seine Katze über das Klavier lief und dabei die Tone g, h, cs, fis, b. cis berührte. Die „Wilde Jagd" mit ihrem Tiergeheul stürmt nicht nur im „Freischütz", sondern auch in Rafss Waldsymphonie vorüber. Richard Strauß Hut in feinem „Don Quichote" nicht nur ben Trott des Dosinante und des Esels, sondern auch das „Mäh" her Schafe unb Hämmel unverkennbar gemalt, unb besonders herzlich ist das Verhältnis Mahlers zu den Tieren, vor allem im Scherzo her dritten Symphonie, bie nach feinem Bekenntnis „bei ber leblosen Ratur beginnt und sich bis zur Liebe Gottes steigert". In der Oper dürfen natürlich die Tiere nicht fehlen. DaS rauhe Gebell der Cerberus in Glucks ..Orpheus" hat Berlioz besonders gerühmt. Zu Beginn der .Zauberflöte" erleben wir da- unheimliche Auftreten der Schlange, im „Freischütz" das grausige Dorüberziehen ber Gespenstertiere. Wagners Lindwurm ist im .Rheingold" durch bas Dierton-Motiv ber Tuben zwingenb veranschaulicht. Der .Waldvogel" beS „Siegfried" ist ein lichter Sopran. Besonders Hot Wagner unter den Tieren den Schwan bevorzugt, bet nicht nur ijn „Lohengrin" so stark hervvrtritt. sonbers auch im „Tarfifal" seine Rolle spielt. In Busonis „Brautwahl" ist die Froschlaich- Szene mit dem Ehoral ber Quakenden von komischer Phantastik. In Rimskys „Goldnem Hahn" erscheint dieser auf der Bühne; in GalS komischer, tn China spielender Oper wird eine Ente feierlich zum Tempel getragen. Eine richtige Tieroper Hal Braunfels in seinen „Vögeln" (nach Aristovhanes gegeben, zu denen sich nur zwei Menschen gesellen. Wahrend hier die gefiederten Sänger bk Bühne bevölkern, sind in Strawinskys Burleske „Renard" die Sänger, die den Fuchs, den Hahn. Kater und Dock verkörpern, ins Orchester gestellt, während die Tiere stumme Rollen haben.
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