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daS Einverständnis mit der Antwort des Mi­nisterpräsident.^ bekundeten. Der Antrag der Koalilionsparteien, der die Regierungserklärung billigt, wurde angenommen.

Deutscher Reichstag.

Derk in, 20. San. (0333) Dei der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über die G e r i ch t S- kosten und Re ch t San w a l tsgebühren ersucht der Ausschuß in einer Enlscylftchung die Regierung um Vermehrung der beim Reichs» gericht zugelassenen Rechtsanwälte. In einer wei­teren Ausschuhentschliehung wird die Aufhebung der Bestimmungen über die Borwegerhebung der Gerichtskostren verlangt. In seinem Ausschußbericht weist Abg. Dr. Wunderlich (D. V.) darauf hin, baß die Dorlage eine wesentliche Ermäßi­gung der Gerichtswsten besonders bei den Streit- gegen, änden von höherem Wert bringt.

Abg. Dr. Rosenfeld (Soz.) beantragt, die Bestimmungen über die (Serichtskostenvorschüsse am 1. April 1928 aufzuheben.

Staats,ekrelär I g.e l vom Reichsjustizmini­sterium stimmt der Tendenz des Antrages Rosen­feld zu. Im Augenblick könne der Staat aber auf die Einnahmen aus den Gerichtskostenvor­schüssen nicht verzichten.

Abg. Dr. Frick (Doll.) bezeichnet es als unwürdig eines Rechtsstaates, wenn die Be­schreitung des Rechtsweges übermäßig verteuert würde. Auch er beantragt Aufhebung der Ge- richtsvor^chüsse.

Ein dcutschna'ienaler Aertderungsantrag wird mit 180 gegen 139 Stimmen im Hammelsprung abgelehnt. Äachdem auch die Aenderungsanträge Dr. Rosenfelds und Dr. Fricks abgelehnt worden sind, wird die Dorlage in zweiter und gleich darauf auch in dritter Beratung endgültig an­genommen. Angenommen werden auch die Entschließungen des Ausschusses. Das Haus ver­tagt sich auf Freitag: Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten.

Die Verschuldung der deutschen Landwirtschaft.

Aus dem Haushaltsausschuß des Reichstags.

Berlin, 20. Ian. (0333) Im Haushalts- ausschuh des Reichstags wurde begonnen mit der Beratung des Etats des Reichsministe­riums für Ernährung und Landwirt­schaft. Don der Regierung wurde ein Heber» blick über die landwirtschaftlicheDerschuldung im Jahre 1926 gegeben. Die Gesamtnachkriegs- verschulduntz betrug am 31. Dezember 1925 3100 Millionen, im Herbst 1926 3500 Millionen, also mehr 500 Millionen. Maßnahmen gegen ein weiteres Anwachsen der Verschuldung bestanden namentlich darin, daß ein allmähliches Ab­fließen der Crnte^rzeugnisse in den Derbrauch unter Vermeidung überstürzter Verläufe gesichert würde. Zu diesem 3wecke wurde

a) die Getreidehandelsgesellschaft gegründet, um überstürzte Getreideangebote aufzunehmen,

b) seitens der Reichsbank Bevorschussungs- Möglichkeit für die Erntevorräte eröffne.,

c) den zentralen Kreditinstituten die Mög­lichkeit gegeben, Fälligkeit landwirtschaftlicher Verbindlichkeiten über die Monate Oktober und Rovember hinaus auf spätere Wintermonate zu verlegen.

Andere Maßnahmen blieben der Heberfüh- tung von schwebenden Schulden in Realkredit. Weitere Bemühungen sind auf die Absenkung der Zinssätze der örtlichen Kreditftellen für die landwirtschaftlichen aus sonstigen Quellen her» rührcnden Kredite gerichtet. Die Konvertierung der lOproz. landwirtschaftlichen Geldpfandbriefe auf 7 Prvz. ist unter Führung der Reichsbank in Durchführung begriffen. Reue Emissionen von . 6proa. Briefen find im Gange. Besonders schwie­rig ist die Lage derjenigen Schuldner, denen wegen > ihrer Heberschuldung die Heberführung des erst fälligen Realkredits verschlossen ist, ferner die * Lage derjenigen Roggenwertschuldner, dir zu un­günstigen Kursen ihre Roggenschulden aufgenom­men haben und für die bei den gestiegenen Kursen und Roggenpreisen sowohl die Verzinsung wie die Ablösung der Roggenschuld drückend ist. Auch über den Inlandabsah an künstlichen Düngemitteln gab die Regierung an Hand von Statistiken Aus­kunft.

Abg. Dietrich »Baden (Dem.) begrüßte, daß bei den 3uwendungen zur Förderung der Erzeugung 350 000 Mark mehr eingesetzt seien, die in erster Reihe den Olbsatz fordern, dann ater dir Verbesserung der Produkte und ihre sach­gemäße Ausmachung für den Handel fördern sol­len. Der Kampf gegen die Pflanzenschädlinge und gegen die neuerdings wieder stärker auf» tretende Maul» und Klauenseuche werde erhöhte Mtttel erfordern. Die beiden größten Ausgaben aber, die dieses Jahr zu fordern seien, seien der Absatz an Düngemitteln und die Ver­besserung Les Agrarkredites. Auf das schärfste müsse man sich gegen die Kreditpolitik der Rentenbankkreditanstalt wenden, die durch die Hypothekenbanken und sonstigen Kreditinsti- lute der Landwirtschaft Realkredit unter Be­dingungen gede, die nicht mehr zeitge­mäß feien. Cs sei Aufgabe des Reichstages, nö­tigenfalls durch Wiederinkrastsetzung der Bestim­mungen des 2. G. B. hier Ordnung zu schaffen.

Abg. Schmidt- Köpenick (Soz.) als M t- berichterstatter wies daraus hin, daß am meisten über die Rot der Wirtschaft, besonders der Land- wirtschast, geklagt wird. In den Berichten des Ministeriums über die Landwirtschaft wird der Versuch gemacht, bei Vergleichung mit der Vor­kriegszeit die Lage der Landwirtschaft als u n» g u n ft i g blnAuftellcn, weil in der Landwirtschaft nidjt so viel Erzeugnisse hätten verkauft werden können, als dies in der Vorkriegszeit der Fall war. Dtcfe Darstellungen leiden aber an dem Mangel, daß Larin nicht die tatsächlichen Ernteergebnisse in den angelegenen Te- huben gegenuaergestellt werden. Der laisächliche Etntaettrag sei um mindestens 20 Prozent h ö - bie amtlichen Zahlen. Die sogenannte Rot der Landwirtschaft sei in Wirklichkeit nichts tociter als eine Klage der Interessenten über die Rot der Landwirtschaft.

Mg Fehr (W. Vgg.) wandle sich gegen die Ausführungen des Vorredners. Es sei all- gemein bekannt, daß die Landwirtschaft nur in­folge der abnormen Witterungsverhältn.sse des vergangenen Jahres ganz erhebliche Crnteausfäll e zu verzeichnen habe. Es se unbedingt notwendig, daß die deutschen landwirt^ schaf.lichen Produkte auf einer bestimmten PreiShohe gehalten würden. Wenn n cht der notwendige Schutzzoll diese Preishöhe sichere, lonn'en d.e landwirtschaftlichen Schulden kaum zurückbezahlt werden. Der Redner bet­

Frankreichs vertraa mit Rumänien.

Paris, 20. Jan. (Wolff.) DasJournal Officid veröffentlicht den Wortlaut des zwi­schen Frankreich und Rumänien am 10. Juni 1926 abgeschlossenen Abkommens. Es handelt sich um einen Freundschaftsvertrag, ein Schiedsgerichts­abkommen und ein Zusahprotololl. In dem Freundschastsvertrag verpflichten sich Frankreich und Rumänien

1. keinen Angriff und keinenKrieg zu unternehmen. Diese Bestimmung gift jedoch nicht in Ausübung des Rechts der legitimen Verteidigung und der vom Vollerbund eventuell zu unternehmenden Aktion:

2. auf friedliche Weise alle die beiden Län- der betreffenden strittigen Fragen zu lösen, sei es burd) em von beiden bestelltes Schic ds- gericht, sei es durch eine Vergleichskommis- flon ue3 Dölkerbundsrats:

3- vorbehaltlich der vom Völkerbund zu fas­senden Beschlüsse gemeinsam die Fragen zu prü­fen, die geeignet seien, die äußere Sicher- 9®rantreichs und Rumäniens zu gewahrleiiten-,

4. im Falle eines nicht provozierten An- 9rii'.r Frankreich und Rumänien sich un­verzüglich über die gemeinsame Aktion zu verstandlgen, die im Rahmen des Volker- bur -.ftatiiU zur Sicherung der Interessen der beweu Lander zur Ausrechterhaltung der durch die von ihnen unterzeichneten Verträge geschaf- fenen Ordnung zu unternehmen sei:

5. im Falle einer A.änderung oder des Ver­suchs (i er Abänderung despolitischen ? ! a-V V öec 2än6ct Europas , vorbe- halt.ich der m solchem Falle vom Völkerbund zu treffenLen Entscheidungen, eine gemein- famc Haltung ci zune men:

6. erklären beide Parte en, daß die Destim- mungen dieses Vertrages nicht entgegen den

breitete sich bann über die Lasten, die der Land­wirtschaft durch de hohe Verzinsungder Roggenrentenbriefe auferfegi würden. Hier müßte der Reichstag helfend eingreifen. Die Z.nsenlasten könnten sonst für manche land­wirtschaftliche Betriebe ruinös wirken.

Neuregelung der Grund- und Gebäudesteuer in Preustn.

Berlin, 20. Ion. (DDZ.) Das Preußische Staatsministerium hat den Entwurf eines Grund- und Gebäudesteuergesetzes verabschiedet. Das Gesetz, das an die Stelle des vorläufigen preußischen Grundoermögenssteuergesetzes tritt, sieht die Einfüh­rung des bei der Reichskewertung ieftgeftellten Einheitswertes auch für die preußische Grund- und Gebäudesteuer vor. Der Steuersatz ist einheitlich für landwirtschaftliches wie für das übrige Grundvermögen auf 3,6 pro Tausend des Wertes vorgesehen. Bei Werten unter 100 000 Mark soll sich der Steuersatz auf 3 pro Tausend er­mäßigen.

Der ktalalonische Putsch.

Tic Verschwörer vor (Bericht.

Paris, 20. Jan. (WTB.) Heute nachmittag hat der Prozeß gegen den Führer der katalonischen Bewegung, Oberst M a c i a , und sechs seiner An­hänger begonnen. Gleichzeitig wird auch gegen den Obersten 'Jticciotii Garibaldi wegen Beihilfe verhandelt. Wie erinnerlich, wurden in den ersten Tagen des November 1926 in Perpignan und Um­gebung etwa 40 Katalonier und mehrere Italiener verhaftet, die feldmarschmäßig ausgerüstet nach Spanien Vordringen wollten, um die Unadhängkeit Kataloniens auszurufen. Die französische Sicherheitspolizei war von dem Plan in Kenntnis gesetzt worden und konnte die Betreffenden festnehmen. Ein Teil von ihnen wurde über die belgische Grenze abgeschoben und gegen die übrigen ein Verfahren eingeleitet, das heute begonnen hat.

Zu Beginn der Verhandlungen stellte der Ver­teidiger des Mitangeklagten Italieners Rizzo li den Antrag, den Fall Rizzoli von dem Fall Gari­baldi zu trennen. Er begründete den Antrag da­mit, daß Garibaldi den größten Treu- bruch begangen habe, den die Geschichte kenne. Garibaldi habe seinen Namen und seine Geheim­nisse verkauft, seine Partei und seine Freunde, ja selbst das Vertrauen gewisser Regierungen um erheblicher Summen willen verraten und selbst gesagt, daß er 400 000 Franken erhalten habe. Aus diesem Grund müsse Garialdi vor eine andere Ge­richtsbarkeit gestellt werden, als vor den Gerichtshof, der über die katalanische Verschwörung zu befinden habe. Nach einer kurzen Entgegnung des Verteidi­gers Garibaldis beschließt das Gericht die Zurück­weisung der Vorbehalte, da sie rechtlich nicht begründet seien.

Es wird hierauf in die Vernehmung des Haupt- angeklagten, Oberst M a c i a, eingetreten, der er­klärt:

Dir sind Bürger eines Volkes, das frei gewesen ist und wieder frei werden will. Ein unab­hängige katalanische Republik würde eine Macht im Mittelmeer sein, gleichsam ein Belgien in den Pyrenäen. Mir wollten unser Ziel mit Gewalt verwirklichen, denn allein die Gewalt kann unserer Sache zum Triumph verhelfen.

Ricciotli Garibaldi stellt entschieden in Abrede, das katalanische Komplott verraten und dadurch seine Vergangenheit und die Tradition seines Ramens befleckt zu haben. Er habe von der Tatsache der Aufdeckung des Komplotts erst Kenntnis erhalten, als er bereits von der fran­zösischen Polizei in Haft genommen worden sei. Garibaldi gibt zu, daß er mit Oberst Macia verhandelt hat, will aber er ft mit Ita­lienern und dann in letzter Linie mit Spaniern in Verbindung getreten fein. Eine Diskussion er­hebt sich dann über die Frage geldlicher Entschädigung, ohne daß sie geklärt werden kann. Ein Beamter der Sicherheitspolizei, der die Voruntersuchung geleitet hat, erklärt, er könne über alle Katalonier nur günstige Auskunft ge­ben: über Garibaldi jedoch habe die Hntersuchung ergeben, daß er ein agent provocateur der italienischen Regierung gewesen sei. Trotz des Widerspruches von feiten Garibal­dis bleibt der Kommissar bei seiner Behauptung, die er dadurch bekräftigt, daß Garibaldi um polizeilichen Schuh seiner Person gebeten und während des polizeilichen Ver­hörs Geständnisse gemacht habe, die ihn zu seiner Behauptung berechtigt hätten. Garibaldi habe diese Erklärungen auch unterschrieben. Garibaldi ruft dazwischen, alles das sei falsch, muß aber schließlich zugeben, daß er mehr als 600 000 Lire von dem Italiener Salla erhal- 1 e n habe. Die Sitzung wird dann auf morgen vertagt.

von Frankreich oder Rumänien bisher betreffend kie Europapo.itik abgeschlcs enen Verträgen aus- geiegt Lerben bür e.i und daß deshalb noch mit Drft en abzuschl c ende Verträge gegenseitig be­kannt zu geben seien.

Das Zu.ayprotokoll enthält die Erllärungen Dratianus auf der Konferenz von Genua, be­treffend die P,licht Rumäniens, Rußland nicht anzugreisen, eine Pflicht, d.e Rumänien auch hinsichtlich aller seiner Rachbam anzuerkennen bereit sei. Rumänien interpretiert d^rseS Ab­kommen als eine Verpflichtung, Rußland nicht mit regulären Truppen anzugreifen, auch nicht die Bildung irregulärer Truppen, die Angriffs­ziele gegen Rußland verfolgen, auf feinem Ge­biet zu dulden.

Schwere Unruhen in futschou.

London, 20. Jan. (TU.) Nach Meldungen aus Peking kam es gestern auch in Futschou zu schwe­ren Unruhen, in deren Verlauf zwei englische Schu­len, ein Krankenhaus, einige amerikanische Kirchen und die französische Missionsstation z e r ft ö r t wur­den. Die chinesischen Militärbehörden gingen gegen die Unruhestifter erst vor, als die Zerstörungen er­folgt waren. Hierbei wurden zwei Personen ge­tötet. Der englische Befehlshaber in den chinesischen Gewässern, Vizeadmiral T y r w h i 11, hat in 5)an- kau eine Proklamation veröffentlicht, in der er die britischen Staatsangehörigen auffordert, auf ihrem schweren Posten weiter auszuharren und ihnen gleichzeitig die Versicherung gibt, daß alles geschehen werde, um sowohl die britischen Interessen als ganzes wie die dos einzelnen sogut als irgend möglich zu schützen und zu verteidigen. Die Streik­bewegung in Hankau hat weiter um sich ge­griffen und umfaßt gegenwärtig etwa 10 000 Per- Ionen.

Der jetzt in Liverpool liegende Dampfer der White-Star-LinieM e g a n t i " (14 878 Tonnen) wird augenblicklich auf Anweisung der britischen Admiralität als Truppentransportscyiff für die Beförderung nach China aus­gerüstet. In London sei man entrüstet darüber, daß Telegraphenbeamte der Kantonregierung in Hcmkau die Telegramme des britischen Gesandt­schaftsrates Molley an die Regierung in London verzögern oder verstümmeln. Da entsprechend der englischen Tradition bei Eintreten einer ernsten Lage auf dem Gebiet der auswärtigen Politik der Führer der Opposition über den Gang der Verhandlungen auf dem Lausenden gehalten wird, wurde heute Macdonald von Chamberlain über die Lage in China unterrichtet. Auch der Führer der Liberalen, Lloyd George, wurde von Chamberlain zu einer Besprechung eingeladen.

Auch spanische Missionen bedroht

Peking, 20. Jan. (WTB.) Als ein aus Futschou kommendes Schiff mit spanischen Prie­stern. Rönnen und chinesischen Waisenkindern an Bord im Amoy ein traf, versuchte eine lärmende Menge die Mannschaft an der Weiterfahrt zu verhindern. Wie verlautet, hatten Studenten aus Futschou nach Amoy telegraphiert, daß Flücht­linge einige chinesische Kinder getötet hätten. Als Beweis hierfür wurden die Leichen zweier neugeborener Kinder gezeigt. Die spanischen Missionsgebäude wurden bedroht. Mehrere Prie­ster und Rönnen muhten sich auf ein amerikani­sches Schiff begeben. Rach einer Havasmeldung aus Madrid hat die spanische Regierung be- schlofsen, den Kreuzer »Blas de Lazo" nach Schanghai zu senden, der bis auf wei­teres dort stationiert bleiben soll. Ein bei Urr Regierung eingetroffenes Telegramm bezeichnet die Lage der spanischen Untertanen als e r n st. Mehr als 2 0 Kinder deS Futschouer Waisen­hauses feien ermordet worden.

Aus aller Welt.

Schweres Grubenunglück.

In Bochum ist auf der ZecheHannover 13" beim FlözSonnenschein" die Kohle in den Streben eingelaufen. Dadurch ging die darunter liegende Strecke zu Bruch. Der Streckenhauer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Strebenhauer wurden verschüttet. Man vermutet, dah sie nicht mehr am Leben sind.

3n einer Gastwirtschaft erschossen.

Durch einen tragischen Zufall kam in einer Gast­wirtschaft in Schöneberg ein Kohlenhändler ums Leben. Die Gastwirtin hatte in einem anderen Lokal ihren Mann in Begleitung ihrer Freundin an- getroffen: als sie ihn mit dem Revolver b e - drohte, wurde sie aus dem Lokal gewiesen. In ihr eigenes Lokal zurückgekehrt, warf sie den Re­volver in großer Erregung auf den Tisch, die ungesicherte Waffe entlud sich, und die Kugel drang dem Kohlenhändler i n s H e r z, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Gastwtrln, die nach der Tat Krämpfe bekam, wurde als Gefangene in das Stadtkrankenhaus geführt.

Beim hochzeltsfchleßen tödlich verunglückt.

In H a I e i b u r g v-aHibg.) ging Die Ladung eines Böllers, der anläßlich einer Hochzeit ab­gefeuert werden sollte, einem 19jährigen Jüng­ling aus nächster Entfernung in den Hnterleib. Er ist seinen Verletzungen erlegen. Ein zweiter Schütze wurde an den Augen erheblich verletzt.

Durch eine Schirm spitze gelötet

In Mettlach bei Tr.er gerieten zwei junge Burschen im Alter von 20 Jahren mit mehreren gleichaltrigen Burschen aus einem Rachbardorfe in Streit, in dessen Verlaus einer der jungen Leute von seinem Gegner mit der Stahlspitze eines Regenschirms in den Hals gestochen wurde. Der Verletzte, der sogleich ins Äranlen» haus überführt wurde, starb noch in derselben Rächt. Der Täter steltte sich der Polizei.

Wettervoraussage.

Wenig Aenderung des trüben Wetters. Tem­peraturen nachts um 0 Grad, im ganzen etwas hoher.

Gestrige TageLternperaturen: Maximum 0,9, Minimum minus 1,6 Grad Celsius. Rieder­schläge: 2,1 Milimeter. Heulige Morgen- temperatur: 1,0 Grad Celsius.

Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskops vom 21. Januar, 8 Hhr vorm.

Windrichtung: Rordost. Windstarte: schwach. Lufttemperatur: minus 4 Gras Celsius. Höchst- temperatur der letzten 24 Stunden: minus 5 Grad Celsrus. Gesamtschneehöhe: 45 bis 50 Zentimeter. Höhe des in den letzten 24 Stunden gefallenen Reuschnees: 10 Zentimeter. Beschaffenheit der Schneedeck.: Pulte.m g Sp rt.nigliH.e t c<r gut.

herchcnhainer hohe:

Schneehöhe: 3j ^e.üim t. c, ©J needecke: weich: Lufttemperatur: minus 1 Grad CelliuS.

Aus der Provinzialhanptft-dt.

Gießen, den 21. Januar 1922.

Erster westdeutscher Kavalleristenlag in Gießen.

In diesem Jahre kann der Kavallerie­verein Gießen sein 20iährigeS Bestehe« feiern. Aus diesem Anlaß v.ranstattel er am 8. und 9. Mai in unserer Stadt einen großen westdeutschen Kavalleristentag, ter die ehern. Kavalleristen aus ganz Westdeutsch­land, einschl. des besetzten Gebietes und deS Saarlandes, hier vereinigen soll. Gleichzeitig w rd auch der Reg imentsappell der ^.Kur- märkischen Dragoner, die früher im Elsaß in Garnison lagen, hier stattsinden. Die Veran­staltung steht unter dem Protektorat d^ Gene» ralfeldmarfchalls von Mackensen. Rach den bisher vorliegenden Mitteilungen ist damit zu rechnen, daß unsere Stadt aus Anlaß dieses Ka- valleristenfeftes von Tausenden früherer Soldaten besucht wird. Zur würdigen Aus­gestaltung des Festes und zur besten Unterbrin­gung der Gaste ist nun umfangreiche Vorarbeit zu leisten. Zu deren Organisation fand eine sehr stark besuchte Versammlung gestern abend im Gasthatls zum Lamm statt, die von Vertretern aller Vereinsarten unserer Stadl, besucht wcrr. Allenthalben kam dabei der W'.lle^zum Aus­druck, an der Herrichtung dieses Festes in tat­kräftiger Weise mitzuarbeiten. Es wurden eine Anzahl A u sschüsse gebildet, die mit der Er­ledigung ihrer Aufgaben umgehend und tat­kräftig beginnen sollen. In diesen Ausschüssen sind breiteste Kreise der Bürgerschaft oertreten. da dem Verein daran liegt, das Fest auf eine umfangreiche Grundlage zu stellen. Reben dem obengenannten Regiments-Appell soll am Haupt- tag der Veranstaltung nach einem F « stgvtte s- dienst am Vormittag in den RachmittagS- ftunden ein großer Festzug durch die Stadt zur Volkshalle geführt werden, Militärtonzerte sollen zur Unterhaltung beitragen, außerdem wirb mit Darbietungen unserer Gefangner- vereine und der T u r n e r s ch a f t wohl zu rech­nen sein. 3n dem Festzug will man große beritt tene Abteilungen, z. T. in fridericianischen Uniformen, zeigen, wozu aber noch Pferde zur Verfügung gestellt werden müssen. Der Verein hofft daß er nach dieser Richtung hin die bereitwillige Unterstützung der benachbarten Landwirtschaft fin­den wird, die auf diese Weise wirksam zu einer her­vorragenden Ausgestaltung der von besten, Geist« getragenen Feier beitragen könnte. Die schmucken Uniformen der verschiedensten berittenen Truppen­teile der Vorkriegszeit sollen bei dieser Gelegenheit wieder einmal in die Oefsentlichkeit gebracht wer­den. Nach den bisherigen Vorbereitungen und dem gestern bekundeten starken Arbeitswillen ist auf ein volles Gelingen der Veranstaltung zu hoffen.

Borrwtizcn.

Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7 Hhr, »Iuarez und Maximilian^ (Ende 10 Hhr.) Raturheilverein: 8 Hhr. Kath. Vereinshaus, Frauenvortrag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Bismarck" 1. Teil. Astoria- Lichtspiele: .Das rollende Haus".

Der H a u S b e s i h e r v e re i n Die­ßen lädt im heutigen Anzeigenteil zur 20. Haupt­versammlung ein, die am kommenden Sonntag­abend auf der Liebigshöhe stattsinden soll. (Ra- Here- in der Anzeige.)

WDR. Der Karneval in Hessen. Der hessische Minister des Innern hat soeben e ne Verordnung erlassen, in der, wie im Vorjahre, jedes karnevalistische Treiben auf den Straßen verboten wird. Darüber hinaus werden vom Aschermittwoch ab überhaupt alle karnevalistischen Veranstaltungen untersagt.

Das neue T« le graphen am t S- gebäube hinter der Hauptpost in der Bahnhof­straße erhält gegenwärtig durch Verputzen des Mauerwerks Mae letzte äußere Herrichtung. DaS Mauerwerks seine letzte äußere Herrichtung. DaS kicher Färbung verputzt, dann behält es den hellen Grundton des Baumaterials bei, um schließlich am Dachgesims wiederum rötliche Farbe zu zeigen. DaS Bild des Gebäudes paßt sich in den Rahmen der Umgebung gut ein.

D i e Bedürfnisanstalt am Sek­te rstor unter dem Geschäftshaus des Ver­kehrsvereins wird, wie wir von zuständiger Seite hören, vom kommenden Montag ab der Bürger­schaft zur Verfügung stehen. Damit wird einem lange bestehende,, dringenden Erfordernis der Allgemeinheit Rechnung getragen. Die Ausgestal­tung der Anstalt ist in neuzeitlicher Weise un­ter Berücksichtigung aller sanitären Möglichkeiten erfolgt.

' Das Heberspringen von Schul­klassen. Das hessische Landesamt für das Bll- dungswesen hat ein Ausschreiben an die Dirck» tionen der höheren Schulen und die Leiter der höheren Bürgerschulen gerächlet. in der eine Er­läuterung des Schlußabsahes der Verfügung über das Heberspringen von Klassen vom 21. De­zember gegeben wird. Hiernach soll daS zwei­malige Heberspringen während der gesamten Schullaufbahn nur eine seltene Ausnahme bilden. Schüler, die nur drei Jahre in der Grundschule waren, kommen auch bei besonderer Leistungs­fähigkeit in der Regel nur dann für ein Springen in der höheren Schule in Betracht, wenn sie aus irgendeinem Grunde das normale Alter über­schritten haben: ganz ausnahmsweise kann jedoch auch von Schülern mit dreijährigem Grundschul» befuch eine Klasse übersprungen werden, wenn das Verbleiben in der an sich zuständigen Klasse ein pädagogisch nicht zu verantwortendes Hemm­nis bedeuten würde.

Derr längst fällige Schmetter­ling wurde uns gestern von Herrn Albert R au, Buddestrahe 4, zugeichickt. Damit ist unser Schmet­terlingsbedarf bis auf weiteres völlig gedeckt.

± Vorsicht mit Veronal. Wie ge- fährttch das oft gegen Schlaflosigkeit angewandte Veronal bei unvornichtigern Gebrauch sein kann, zeigt ein Fall, der in der letzten Woche in Stum­pertenrod (Kreis Schotten) passiert ist. Ein Land­wirt von dort, der infolge Rervo ilät seit Jahren an großer Schlafloiigkeit litt, hatte schon seit langer Zeit auf ärztliche Verordnung hin Dcro- nal als Echlaftnittel benutzt. Sein Körper war durch den langen Gebrauch schon so sehr daran gewöhnt, daß Atoel Tabletten ihm nur einen ganz kurzen Schlaf brachten. Hm nun einmal besser schlafen zu können, nahm er am Montag öcr vorigen Woche auf einmal vier Ta­bletten. Die Folge davon war, daß er in einen etwa 40 Stunden andauernden, erstarrungs­ähnlichen Schlaf verfiel, aus dem er erst auf»

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