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Dienstag, 2 f. Dcjcmber 1927

(Siebener Anzeiger «General-Anzeiger für Gderhefjen»

Hr.297 Zweites Blatt

Der Goldhunger des Osicns.

?tm Tr. Alphon* Hobel-

®cnn Ourcpa von der 6 n,bedang bcrlMkr» seelLnder. lei e* der amcri!dni!4<n oder west - indischen. le ei d:r a'iat.tdbrii ober ostind.schen fei ci der dfrtoml*en. spricht, bann n ngt es so. als sei entbcdunfl g tia,b. freute fr m.t Br - llnbuna Ddi ,st e.ne fr.r ttieten <w-»*1*« UelxrbcbbMtrr. D e aro ,c Ja rbunb rtrc.ibc mn IW fern schöpferisch vor nicht ganz il Anrecht denn tat ücht'ch vor die grobe Ozeanfahri von 5tü6e zu Äüfte. etwa* 'xcuei. "Biilanfl krochen die Cegelld)ille an den MBe* entlang. Immerhin waren schon die arabischen Aeeber des mittelalter» ft.', bige Seefahrer Zwi­schen dem Holen Meer und Oftclrila einen :ü* unb Otta'ten anderer etts. Sie berühmte Indien- fahrt Basco da Gama s !ani ja nur zustande, daß die Portugie en sich in Otafnfa einen arabischen Lotsen engagierten, der Ite b. l in Mangalore an der indischen Westküste ablie- serie Die Araber fuhren seit je vi.-l weiter. von Aden nach Java, unb Bx t.T nach Qbim Co tji der Islam nach den oftinbischen In'eln unb nach Ehina gekommen Die Chinesen war.n weni­ger geübte Sersahrcr ihre Schifsahrt ging von den chinesischen ^äler. aue nicht über das brütige Singapore westlich hinaus Der grobe occDer- tehr war eine arabische 2ngclegenh.it. 0uropa konnte diese Konkurrenz leicht schlagen Sein war bet jtompah. sein die anderen Apparat, der mo­dernen Aautik. sein vor allem die ersten brauch­baren Seekarte, In Nürnberg Hai Aegio - montan unb sein Schüler Bchaiin die Appa­rate unb Karten angeseriigi. mit denen die Spa­nier unb Portugiesen übet die Meere sichren, wie denn ohne b c beutsche wisfenschastl.che Vor­arbeit der grobe Zug der Entdeckungen in der Aenaissance unmöglich gewesen wäre eine heute in aller Welt fast völlig vergessene rat- fache

Um des Goldes willen ist duropa nach Mestindlen unb nach Ostindien gefahren- um des Goldes willen sind die ersten Kolonialreiche ge­gründet worden. .Gold ist das Herrlichste. Mit Gvlde tun wir. was immer uns gefällt*. Dies ist -in Geständnis in einem Vriefe, denKoIurn - bub schrieb. <3# ist bekannt, daß er bis zu feinem Tode einen Prozeb um Goldminen in Panama führte. Die er übertragen haben woll'.e. von denen aber niemand genau wubte. wo sie und ob sie überhaupt da waren. Clbenio machte ee gleich- Htiiig Da »co da Gama. Als er von seiner Ostindiensahrt 1498 Aurüdfcbrtc, und nach Lissa­bon die Kunde von Indiens Aeichtürnern brachte, lieh er sich von dem portugiesischen Kön.g xum Admiral des Indischen Ozeans machen, nachdem er sich selbst zum .Könige von Indien" ausge- rusen hatte So war die Anschauung der dnt- freder. sie Tarnen sich wie Erfinder sremder ßän- der vor. unb ihr Eigentumsrecht an den fernen Küsten schien ihnen so selbstverständlich wie das des Uhrmachers an seiner Arbeit

Seit 1500 strömte Gold ins Abendland. Jährlich brachten die spanischen Flotten ans Amerika, jährilch die portugiesischen Schiffe aue Indien die Goldschätze nach der Pyrenäenhalb- infel. Dann gruben ihnen die Holländer. Die Franzosen und die Veiten den Goldstrom ab. Die europäische Wirtschaft aber ist durch diesen plötilich einle&enben Gvldzuwachs völlig umge- Haltet worden

Was Ostindien betrifft, so liegen heute die Verhältnisse nahezu umgekehrt. Gold gebt nur nach dem Osten, statt von A len nach Curo- pa. Die Mehreinsuhr von Gold unb Silber nach Vriti'ch-Indien betrug in Aupies (I Otuple 1.55 Markt

1922 410 Mill. Gold und 183 Will Silber. 1923 : 290 Mill. Gold unb 180 Mill. Silber. 1924: 740 MHI Gold unb 200 Mill. Silber. 1925 350 Mill Gold unb 170 M,ll. Silber

Das ist beispielsweise 1922 eine Geldmenge ge­wesen die der Hälfte der Golbpro ullion Süd- asrtkas. des erste Golbpradu-tionslandes ent- spricht Lo viel Edelmetalle versickern also all- jährlich in Indien

Etwa ein Fünftel des gesamten Goldbestandes der Welt ist in Bril.sch- Indien Durd, den Weltkrieg verdoppelten sich die indischen Goldvorräte Indien ist nach Arne-

Der Maler Daumier".

Ihn neue» töcrl von Eduard Kucho.

Honovö Daumier (1803 bis 1879) ist bisher bei uni in Deutschland nicht völlig unbekannt ge­wesen. nicht so unbekannt j.'d.nfdlls wie einige andere grvste Sraiuokn, denen er an künstlicher JMbeutung etwa beizuordnen wäre Aber das Bild, das von ihm. auch im verhältnismäst g fl einen Krcile von kunftsorlch.-m Kunstlieb­habern. Händlern. Sammlern ober kn ttm Lach­timdigen und Mlhlen n e.ng wurz li unb über­liefert war. ist sehr einseitig und auh -rvrdentlich unPoUfommcn. Das begründe: sich vor allem darin, das, seither rvUtio wenig and uberb « fast immer die gleichen Reproduktionen des Me - strrs verösscntlich: besannt unb 'wenigstens etliche von ihnen' fast populär geworden lind. Ein Grohteil vom Oeuvre des genialen Franzosen war entweder g inz oder so gut wie unb kannt und unbeachte, geblieben: die aust.rvrbentlichk ßd- ftung des Werkes von Fuchs'), das in m.-hr als einem Sinne grundlegend genannt yi werden verdiene, besteht barm, hab cs dem langst an andern grvhen Publikationen meist kulturge­schichtlichen Inhalts> bewährten .y.eif, wr*ar- gerne und Sa nneleifer de» D rfassers gelungen ist. einen sehr beträch lichen Teil von B Idem Daumiers überhaupt wieder aufzufinden und e^t- malig vvrzulegen. dazu einen noch gröberen Dell von Worten in einer i früher vermibten» Sonn zu reproduzieren die der Bedeuturig des Künstlers angemessen ist

) Eduard Auch» Der Maler Dau­mier. Sin Xbum in Grohfollo. enthaltend SO Seiten Tert mit 87 Tert Illustrationen, 6 Br.lag n unb 270 Tafeln mit 420 Kildungen. insgefamt also 513 (darunter über 2» der Ocff ntllchkeik biÄber unbefann e) Abbildungen nach Gemälden, Aquarellen. Plastiken und Hanbzeichnugen Dau- miet» Preis vornehm in Ganzleinen gebunden 55 Marl mit der Hand in Halbpergamenr ge­bunden 90 Hart Verlag von Alben Langen rn 593

nta das bedeutendste Goldland der Erde Es übertrifft dann bet weitem auch England: denn die englischen Goldvorr^te betragen nur etwa ein Drittel der nd,scheu. Das indische Gold steht nun keineswegs wie rnanche vielleicht denken könnten, zur Verfügung der bntd<ten VcHerrscher Denn einmal hegt es gar nicht mehr in der Macht Großbritanniens, wie vor 330 Jahren die Spanier und Portugie en taten. Oolbtnbutr au» Indien zu "pulen. und bann tst der größte Teil der indischen Goldschätze nicht etwa in Dank» Depots. sondern in privaten Händen. Indien t b e I a u r t e r t Gold, wie der Fachausbrud lau­tet c» legt es In Barren in bte Keller, es sta­pelt es auf.

Die Ursache der indischen Goldzufuhr ist na­türlich die aktive Handelsbilanz, welche auch nnc aktive Zahlungsbilanz bedingt. Die indische Mchrausfubr betrug 1924 an 2. 1925 an 23 M.lliarden GoldmartI Auch die an­deren Länder des Ostens haben aktive Handels- bilanzen, ob dahinter auch a'.tive Zahlungsbilan­zen. wie bei Brititch-Ind cn stehen, läßt sich nicht immer erkennen Beilpielstrei'c führten die ma­laiischen Staaten «britisch» 1925 für 700 Mill. Mark mehr aus. als ein. Eeylon für Ä>3; Aegypten für 600 Millionen Marl Run sind aber die malaiischen Staaten, ebenso wie Eevlon. stark an Sngland verschuldet, da die Gummi- und Teeplantagen meist erst in den letz­ten Jahren errichtet worden lind, natürlich mit engli chem Gelbe. Also kann wohl als Z nfendienst der Ueberlchuh abermals ins europäische Mutter- land gehen Doch Indiens Leistungen sür England spielen .n der Gesamtheit seiner Zah­lungsbilanz nur eine untergeordnete Aol c. Diese Zahlungen haben sreilich eine ansehnliche abso­lute Höhe, es gebt 3abr für Jahr eine halbe Milliarde und mehr nach London aber darin sind Lieferungen auf Staatsrechnung. Pensionen, Zinsendienst und alles mögliche andere bereits einbezogen.

Trotz dieser Zahlungen besteht die gewaltige lährliche Gold- und Stlberzusuhr nach Britisch- Indten. Es scheint die gesamte aktive Disferenz ber Zahlungsbilanz durch Gold- und Silderver- schisfungen ausgcg ichen zu werden. Von unserem tapitalistifchen Geiichtsvunkte aus betrachtet und beurteilt, ist das nicht besonders klug. Denn das aufgcftapclte. tbc aurierte Gold und Silber ist ja kein Kapital im Volkswirt chaftllchen Sinne. Es ist nicht im Umlau e Es wirbt nicht, sondern liegt tot und drohend in den Schatzkam- mem der Aeichen.

Die Dinge sollen ähnlich, wie in Dritilch-In- dien. auch in den bolländischen Inseln und vor allem in 6 b l n a liegen. Bun denke man sich, diele ungeheuren Goldvorräte A iens plötz­lich mobilisiert und gegen Europa verwandt. Wären nicht die Goldwährungen der Welt mit einem Schlage vernichtet ik Wie eine Drohung empfindet man deshalb In London das asiatische Gold England gibt sich redlich Mühe, beispiels­weise das indische Edelmetall in den Umlauf zu loden, e» au kapitalisieren. Anlage und volks­wirtschaftlich produktives Kapital daraus zu ma­chen Auch das hat für England, wie überhaupt für Europa. Nachteile, denn ein asiatischer Hoch­kapitalismus wird die europäische Wirtschaft schnell überflügeln. Andererseits stärkt er wieder bie Kaulkrast Asiens, und das kommt den euro­päischen Industrie- und Erportländern zuqute. Jedenfalls aber hat der allat fche Osten In feinen jährlich wach enden Go d eständen eine gefähr­liche Waffe gegen Europa.

Oie Besoldungsfesok-m.

Bon Postdirektor z. D. von Bültzings- loewen werden wir um Aufnahme folgender Zuschrift zu unserem Aufsatz im G. A vom 17. Dezember gebeten D r Satz, bah die Be- lofdungeresorm .in h?hem Maste einer En! schul- dungsak.ion gleichlommf (eine 5 rmulierunq. mit ber leit Jahren die Beamtenorganisatumen salbst die Aotwenbigkeit einer Beioldungsrrform begründet haben. D. Aed.). lästt sich hinsichtlich der Bezüge der Beamten mit dem Endgehaltc der Gruppe XI (Regierung*:e. Aich«er. 6t u- btenräie. Postdirektoren usw.) durch die nach- stehenden unumstöstllchm Zahlen, an denen nkfrl gerüttelt werden kann unlchw.-r Widers:gen. Das End-Grunlgchelt d> ser Be.. ml m gruppe l>eirug

Wa«> bislang von Daumier in Deutschland wirklich bekannt und geläufig war. das war im wesentlichen Daumier d r Karikaturist, der tem- peramen, volle, unb-rmh.-rzig scharsblidende unb schemungsloie Kritiker der bürgerlichen Gesell- schall insbesondere einig -r ihrer, nah l egende Angrilfsilächen bietend n Berufsstände und sozia- len Gruppen. Dergleichen fehlt zwar im Werk von Huchs nun keineewegS. im Gegenteil, der Etndrud bi de* stofflichen Elementes P:rftärft sich schvn bei obcrs'.achllchem Durchbläu?rn: aber - und das ist enttch?idend. benn von hier aus wird nr öenbigtrnxile eine ganz n ue BeuNe.- lung vo.i Daumlers Gesam.blld auögehen hier tst zum ersten Male mit überraschrnbem Ge- hngen der Versuch unternommen worden, den K. nstler Daumier unb fein ridtg-s Leb nSwerk. zumal -ul Grund des ganz neuen Mater.als. der aH«tu engen, stofflichen B.grenzung zu er. rüden, die bisher sein ohnehin äusterü lüdenbaftes B.ll» getrübt und beeinträchtigt hat Der Maler Daumier der Titel setzt bereits, durchaus mit Recht, den mahgeb.-nben Alzenl auf bi? Publl- [ation . feine Gemäld und Agu velle. auch seine Plastik werden endlich einmal ui den grvhen «richt allein sranzo.fchen, sondern gr-r mir»- päilchcni Zufammenhinq fing gli;b r in dem <ic bisher überllhen wurden, in den he eber en schieden gehör em Tod scheint uns das aktuellste unb vornehm st Verdienst dieser wcuräumigen unb grvst nge!egten Publikation von Eduard Zuchs zu fein die wir für fine der wichtigsten und wertvollsten aller feit längerer Zett auf kunstgeschlchtlichem Gebie: cd* en en Arbeiten ansrhen müssen.

Er« jetzt beginnt das Bild des Zranzoten sich zu runden, beginnen Nahende Lüden sich zu schlichen erst jetzt wird die bedeutsame :nti»id- lungsgdchichtliche Sendung seines Werken über- Wiat werden können hier staunt man fast vor jedem Blatt darüber, welche ganz ungemein präg­nanten Vorstu en zum Impressionismus in Dau- miert Biltern sich ausprägen, ein wie wichtiger Bahnbereiter er für den Stil von Barbizon war. wie toegmrJcnb er zu der Sehwei'e der Mill et, Monet und Manet hin führt, wie er zwischen

Ende 1924 jährlich 6930 Mk. hierzu kamen für einer, verheirat ten B amten 144 TBL trauen- »ufchleg. macht zusammen 70 7 4 Mk. fädrtich Se-.t dem 1 Oktober lind diesenBeamt n unter Wegfall bei Zrauenzuschtags 8 40 0 Mk ober weniger al« 19 Proz. mehr zugestand-- worder Die Ae'chstnderzifs r für die Lebens­haltungskosten ist ahrr vorn Jbocmber 1924 b s zum Olopember 1927 von 122.2 auf 150,c allo bei einer Cteig.Tung von 28.4 um aber 23 Proz gestiegen. (BZanntmachungen drs Statist,Ichen Acchoamts vom 23. Aov 1924 unb 30 Koo 1927 tm Deutschen Aeichsanzeiger Ar. 252 vorn 21 Roo 1®24 und Ht. 231 vom 1 Dm 1927.1 Hiernach rhalten diese Beamten gegen Ende 1924 jetzt nicht etwa mehr, fonberi über 4 Pro* weniger. Wenn Ihr neues Grund­gehalt einzig unb allein im Verhältnis der ge­stiegenen LebenOhaliuna-kosten erhöht worden wäre, was sie doch wohl mindesten» hätten er- wanen dürfen so hätte e* auf 7074 Mk unb 23 Proz Zuschlag oder 8700 M k. festgesetzt werden müssen, ganz abgesehen davon, hast sie schon ml dem Grundgehalte vorn Jahre 1924 tp.it hinter ihren Friedens bezögen jurüdgeblieben waren, welche H00 Mk betragen hatten. Icil- weise fogar 7&X) Mk. so bah sie der gestiegenen Inbeiztsser entspvechervd eigmtllch 10 80) Mk b;w. 11 700 Mk Grundgehalt bekonnnen müstten. Gegen 1924 erhalten diese Beamten tont allo 300 M k weniger. In anderen Gritpv'.i mögen die Derhältniste ähnlich li'gen. obwohl ich dies noch nicht festgestellt habe ist

bei den Beamten der Gehaltsgruppe XI eine Verschlechterung g gen 1»24 und eine noch viel erbebltchere 3)erfchl dtterung gegen die Dor kriegszeil eingctrJ -n. 3 mer ist zu bedenken, das» durch Hörabsetzung der Höhe b*r Ämbcr- zuschläge unb durch den Wegfall dzw die SSerab- feyung der Sonberzufchläge wettere Ber- schlechternnaen nnaelretcn sind Der Warle- staribs- unb AuoestandSocanite erfährt HZ jeder Erhöhung der gesetzlichen Mieke dadurch eine weitere Verschlechterung, dast cr volle 10 Prvz. mehr Miete bezahlen must, während der ebensalls um 10 Proz erhöhte Wvhnungs- geldzufchusi ihm nur mit herstens 80 Prvz zusteht Aicht ig ist in Ihrem An kel aus- geführt worden, hast die G'yilts:rHöbung nicht hätte drei Jahre lang aulg'schvben werdrn dürfen, sondern dast sie stusentveise den g-stiegenen Inder­zahlen entlprechend hätte eintr'ten müssen. Es braucht sich niemand darüber zu wundern, hast die 'Beamten, w lche ein n weiteren Entbch- rungssak'or einfach nicht mehr ertragen konnten, genölt warm, das ihnen Dormthaltme bar- lehnsweife sich zu beschaffen. Wie ein Beamter mit seinem icttigm geringeren E nkommen die während der Zmt ber effektiv höheren Beioidung ent stanbenen Schulden ahzahlen foll. ist mir imerfindlich

Aus Der Provinzialhauptsiadi.

Giehen, den 20. Dezember 1927.

Oie Arbeitsmarktlage im nördlichen Oberhessen, flm Bereiche des Arbeitsamtes für da» nördliche Oberbeff en (Stabt und Ärei» «letzen sowie die Kreise Alsfeld. Lauterbach unb Schatten) hdldieSrbeitL- I o f i g f t i t infolge be» (Eintritts be» Winters im verflossenen Bcricht»mc»nat sehrwesentlichzu- genommen. Insbesondere ist die» beim Bau­gewerbe ber Fall, da» durch den Frost völlig zu in Erliegen gekommen ist Auch bte Lanbwirt- Ichast hat zur Zett keinen Bebarf an Arbeitskräften. Daaegen ift bte Beschatt,gungriage in der Industrie nach wie vor noch günstig. Die Holzbauerarbelten im Walde sind im Arbeitsamtsdereich überall Im Gange unb bieten zahlreichen Leuten verdienstmög üchkeit, sonst wäre die Ardeitslosenziffer noch grotzer 3m einzelnen ist ziffernmätzig zu berichten-

Ärbeit»lofenfileforgr.

Gietzen -Stadt Am 15. Dezember 191 Hauptunterstüszungsempfänger. 311 Zuschlagsemp- sönger (15. November 124 bzw. 196).

Ärei» «letzen: Am 15. Dezember: 266 Hauptuntcrftüyungsempfänger, 354 Zufchlagsemp läng er (15. November 34 bzw. 38).

ihnen und etwa ben srühesten Ansängen unb Anklängen etwa bei Eorvt unb Delacroi» ver­mittelnd steht, wie er beispielsweise, woraus Sud)» selber aufmerksam macht, xum gewaltigen Inspirator sür Degas, van Gogh. E<zannc und Toulouse-Lautrec geworden Ift. ja wie er viel­fach geniale Lösungen zuerst gestaltete, aus die sich der Subm jener andern eben gründe e lieber- baupt gebt wieder unb immer wieber aus diesem Werke hervor welch ein ost geradezu verblüffend moderner Maler - selbst über den Impressionis­mus hinaus sich ui Dauntier* Bildern impo­nierend Lust macht unb Bahn hricht. wie da stellenweise Dinge künstlerisch formuliert werden, bie ganz nahe an die nächste Gegenwart heran- reichen.

Wenn man nun einmal von den ungemein zahlreichen und beziehungsvollen stillst>f<hen Ak­zenten der in diesem Buche zusammcng -tragenen Bilder absehen will, von ihren maler.scheu Da- leurs. ihren vielfältigen kompositionellen Pro­blemen Versuchen und Anregungen, von ihren genialen Vollendungen unb erstaunlichen Vor­aus nahmen bann wird auch der Umkreis jenes .-.nberen Elementes in Schallen Daumier*. von bem wir auAgingcn. unb das zu Unrecht seither überbetont worden ist, beim Durchmustern des von Fuchs vorgelegten Materials eine gewaltige materielle unb geistige Ausweitung erfahren: da» rein Gegenstäübliche, die kulturgeschichtliche und gcsellschastskritische Stellung des Meisters Honor« Daumier hebt sich gerade in dieser nach stofflichen Gellchtspunkten vorgenemmenon 2üi- prbnuna des Materials mit grohartiaer Ein- hkeit unb Wc t heraus Ei: wirrende unendlich variable unb charakteristi- 'che Figurenfülle Kus ber bürgerlichen Gemein­schaft des vergangenen Jahrhunderts bringt auf den Beschauer ein da find die in immer wieder­holten Szenen. Gruppen unb Einzelgestolten zu- fammenge'atzten grvhen Bildfolgen aus ber Welt des Theaters und ber Justiz da sind bie Barri­kadenkämpfer. bie Bänkellönger unb Zirkus­athleten, die Arbeiter unb Wäscherinnen unb Pollagiere britter Maik, ba find die Sammler, die Nachtschwärmer, bie Trinker, die Strahen- musi kanten die Metzger und die Solbalen: ba

Kreis ll»f e I b 5 m 15 Trvmbc R6 fvjuptun!<rflü6ung»<mp|dftger, 144 Zufitzsagsemp- langer (15. Nooemver 40 b iw 104).

Xrei » liauterbadi Am 15. Deiemt«r 8P s»aup«untcriiii!> ingsempfsnger, 157 ZufchlagseWp- far.flrr (15 Noormtzer 3» bzw 86)

Krei » c d> e 11 r n Am 15 Dezember 7! Hauptuntrritütz ingsemptanger. 123 Ziifchtogsemp» sanarr 115 Novemver 30 dzw ^2).

5 n »gf 1 o m i 9m 15 D<>iiiber 703 >xtu|M- Unterstützungen'ri^nge^ HW 3ald>LM|empfanget (1.5 Nvvcmber 2>6 dzw 4>»i

ürilrnfuriorgr 6mp|aagrr.

(sietzenStadt 8m 13 Drzcmd« t Hk» Hauptunleritutzungscmpfanger. K> ,^ufchlag»cmp länger (15 November ö0 bzw 95k

Krei » Gietzen Arn 15. Dezember 20 Hauptunirrftützung^empfanger, 25 Zuschldg»emp- sang»r (13 Novern^«r 10 bzw 19k

Krel » Alsfeld Am J». Dc zembci 11 Hauptunteritutzungscmj'sungri. 17 Zufchlagsemp fängcr (15. November 4 dzw 11*.

Kreis Cautrrbod) Am 15 umber I Hauptunterstutzungvempfanger. u Zufchlagsemp' länger (15. Ngo. mbcr 1 dzw U)

Kreis Schotten Am 15 DeMaibe, Hauptunt. rstützungs. mplang. r, 5 Zufchlagsemp länger (15. November 0 bzw 0)

Insgesamt flm 15. Dezember 14" )>aupt- unteritützungsempjanger, 232 Zufchlagsempfanger (15. November 75 dzm 125k

OaS Süttern der Vögel.

Die Erbe ist mit hohem Schnee bebedt unb r.iemanb weih, wann er wieder schwindet. Die freie Kreatur, die Nicht wie bas Haustier, unter dem Schutze bc* Menfchen stehl frort unb hungert Der weidgerechte Jäger tut am Wilde feine Schuldigkeit nach dem fchönen Spruch, .Dos ist des Jägers Ehrenlchild dast er fein hegt unb pflegt fein Wild Auch wir anderen, die -wir nicht die Buchse sühren haben ber Kreatur gegenüber, die gerade so wie wir nach ben Gdetzcn ber Natur leben soll unb leben dar!, die schöne Pslicht zu Helsen Diese Hilse tonn in richtiger, aber auch in Ver­kennung der Aaturgesetze salfcher Weise ge­währt werden.

Ein besonderes Kapitel bildet unter den allgemeinen Tierschutz-Matznahmen der Vogel­schutz Wer unseren Heben Frühling lungern und Inlettenvertilgern ballen will, der tue bas in richtiger Form unb zur rechten Zelt Er gebe ihnen Futter, da* er beim Bogel» ober Sainen- Hänbler kauft, und prüfe an Hand einer fiul[er­probe bie Velchaffenheit des Futters Man nehme nicht jeden womöglich aar verstaubten Dred Es kostet beides, wie die Erfahrung lehrt ein Gelb. Man füttere auch nur. wenn Schnee und Frost zum Füttern aussordern Wer zur Un­zeit füttert, entwöhnt den Vogel ferner Auf­gabe. die ihm von ber Qlatur gestellt ist Er foll dem Menfchen ein Helfer oei ber Unge- zieservertilgung fein Diese Fähigkeit darf ber Vogel nicht verlieren.

Stets lei die Parole: Gedenke der hun­gernden Vögell

Kanaeien'Ausstellung in Gießen.

.bft dein Heim auch noch so klein, nimm doch auf ein Vögelein."

Unter diesem Motto sand am Spnntag im Saaldau Sauer eine grolle Kanarien-Aus- Heilung statt, bie mit über 200 der (leinen gefieberten Sänger beschult war. Der hiesige Ver­ein hnltc aus ber Verbands-Kanarien- schau in Dlarburg einen groben Erfolg au verzeichnen, hier errang u. a. der 2 Vorsitzen de bc* Vereins .Konaria . Hch. Hosrnann aus Langsbors. bie Vcrbanbs-Metfterschalt. Die bicLge Ausstellung war nach dem Urteil der Preisrichter mit vorzüglichem Zuchtmaterial unb ganz hervorragenden Sängern belchidt, so doh es ernster Arbeit beburltc. um au* den guten Sän­gern die besten brrautzusinden. Das Ergebnis der Preisbewertung Ift

A Selbftzuchtklasse: Ehrenpreis ber Stabt Gi eben (25 Mk). Vereinswanberpreis. Meisterslho ts la eile g ofle goldene Medaille unb Ehrenpreis für beste Knorre Heinrich Hof­mann I. aus Langsdorf mit 333 Punkten, Ehren­preis unb kleine golbene Medaille Philipp Mül- link endlich auch, den Nahmen sprengend Szenen aus der biblischen Geschichte unb die kongenialen Verlebendigungen zum unsterblichen .Don Qui­chote". bie weit über die landläufige Bebeutuna begkilenber Illustrationen hinaus^ chen Da sind enblich die Porträt* die verhältnismätzig be­kannt wurden, wie da* Bitbni* von Bcrlioz. jenes remdranbtisch< von Detomp* oder da* schon minder verbreitete von Dumas Unb neben e Gemälbe hnb bie Plastiken zu stellen, bie den überraschen bst en Bestanbteil der Verösfent- iichung ausmachc > e» sind nut wenige Stüde, bemalte Tonbüsten zumeist aber von einer fabel* haften Lebendiglli« Wirllichkeitsnahe unb «Ha­ra ktert st ik. manche von ihnei, erscheinen geradezu wie tm Ton erstarrte Masken von der Bühne Mollöres. 'Bäbrenb ba* Ganze sich als ein Wert vor uns au*brcitet, bas ost wie ein ungewolltes, malerisches Gegcnftud zu der groben .com^dic st um Lin, des Honor^ be Balzac anzusehen ist. Das Buch von Fuchs aber, um es wieder­holend unb zusammensalsenb zu lagen, wird be» rufen fein, das alte, falsche unb verzerrte Bild Daumier» endlich zu berichtigen, es umzuformen und gewaltig zu erweitern, es in ein neues Licht und in die grollen Wesensbeziehungen zu stellen, 'n bie ei* gehört Das ist die fundamentale Be­deutung dieses Buchesy

Hochschulnacbnckien.

Der Breslauer Ordinarius Dr. Wakb» ob ar Mitscherlich bat einen Auf auf bte Lehrstuhl für w.r.,ch: !..chi: Staalswi'lenichaste» an ber Univerfi äl Göttingen al* Aachfoka« 3d. Ehlen» erhalten Der durch bas Ableoen des Pro«. H Ader: an der Berliner Uni» verfi ät erktugt; Lehrstuhl ber MusUwisfenschast ist bem ordentllchen Professor Dr Arnold Sche­ring in Halle a. S. angeboten worbe». Der durch bie Ueberi, blung des Prof. A. Hühner ncuh Berlin an der Universität Münster frei gewordene Lchrstuhl ber deutschen Philologie ist bem planmäßiger, a. o. Pwsefsor Dr. Julius Schwietering tn Leipzig «mgebot-n wvrden